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Der Fall Uwe Barschel

Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 16:27
Monstra schrieb: Was dabei antiamerikanische, antizionistische oder gar antisemitische Stereotypen sind, lasse ich mal dahin gestellt.
Lass stecken. Den Schuh zieh ich mir nicht an.
Monstra schrieb: Ob es die Verantwortlichen des Olympia-Attentats waren, terroristisch orientierte Palästinenserführer oder "Feinde" Israels
Das läßt sich auch gut umdrehen: Wenn Isreal bereit ist, Menschen zu töten, die "nur" ein paar jüdische Sportler auf dem Gewissen haben, dann doch erst recht, wenn es um soetwas existentielles, wie nukleare Trägerysteme geht?!
Monstra schrieb:wäre doch der Kreis von für Israel gefährlichen Mitwissern weit über Barschel hinausgegangen
Ja, nur das keiner von denen gerade vom potentiellen Kanzlerkandidaten zur politischen Unperson abgestürzt war und sich in einer emotionellen Ausnahmesituation befunden hat.
Monstra schrieb:Die Tötung eines deutschen Ministerpräsidenten wäre da ein gigantisches politisches Risiko gewesen,
Ex-Minsterpräsidenten. Einmal angenommen, mein vorgeschlagenes Motiv wäre richtig, die Bundesregierung hätte sich garantiert nicht aufgemantelt, hätte der BND oder sonstwer zufällig den Mossad als Täter ausgemacht, sondern die Sache unter den Teppich gekehrt.
Monstra schrieb:wäre man als israelischer Vertreter auf Barschel zugegangen und ihm die Lage erläutert, hätte er im Untersuchungsausschuss geschwiegen wie ein Grab
Das mag man ja versucht haben. Zwei Dinge dazu:

Anhänger der Selbstmord-These verweisen regelmäßig darauf, dass Barschel in rauhen Mengen Tavor (Wikipedia: Lorazepam) schluckte. Tavor ist hervorragend geeignet, um Morddrohungen zu verdrängen.

Und: Barschels Frau sagte aus, ihr Mann habe "Robert Roloff" schon auf dem Flug von Hamburg nach Spanien beim Zwischenstopp in Genf treffen wollen. Unter den Fluggästen ab Frankfurt nach Genf war auch ein über London angereister, amerikanischer Staatsbürger namens "R. Gates". Es gibt Spekulationen, dass es sich bei diesem Herrn Gates um den damailgen CIA-Direktor (Wikipedia: Robert_Gates) gehandelt haben könnte. Die CIA hat das dementiert.
Monstra schrieb: Einen von allen möglichen Ebenen gebilligten Deal hätte Barschel nicht gekippt
1987 war da gar nichts in trockenen Tüchern oder gebilligt. IKL und HDW zeichneten Konstruktionspläne. Erst nach dem 1. Irak-Krieg gab es die *offizielle* Lieferzusage.

Wenn Du Dir in Gedächnis rufst, welche Probleme die Kanzler Schmidt und Kohl hatten, den NATO-Doppelbeschluss umzusetzten, was glaubt Du, wäre in der westdeutschen Öffentlichkeit losgegangen, wenn herausgekommen wäre, das HDW an einem Atombombenträger für Isreal arbeitet?

Nochzu, in diesem unglücklichen Kontext mit der Lieferung von U-Boot-Plänen an das Apartheit-Regime. Die Agiprop-Abteilung der StaSi wäre zur Hochform aufgelaufen. Der (kaum bekannte) Wikipedia: Vela-Zwischenfall wäre wieder aufgekocht worden.

Barschel hätte das Projekt ganz sicher totmachen können, jedenfalls aus meiner persönlichen Erinnerung bezüglich der allgemeinen deutschen Befindlichkeiten Ende der 1980er Jahre.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 16:37
OpLibelle schrieb:Wenn Isreal bereit ist, Menschen zu töten, die "nur" ein paar jüdische Sportler auf dem Gewissen haben, dann doch erst recht, wenn es um soetwas existentielles, wie nukleare Trägerysteme geht?!
Nein, weil die historische und politische Erkenntnislage zu Israel dagegen spricht. Nur die Fantasie spricht dafür. Im übrigen musst nicht Du aus "anti"-Erwägungen Israel jede Schweinerei zutrauen. Die Frage, warum so viele Menschen den USA oder Israel jede Schweinerei zutrauen, die bleibt...
OpLibelle schrieb:Tavor ist hervorragend geeignet, um Morddrohungen zu verdrängen.
Tavor ist auch für alles andere "hervorragend" geeignet (je nach Persönlichkeit, Beschwerden und Diagnose). Daraus lässt sich nichts ableiten, das ist ins Blaue hinein spekuliert. In Barschels persönlicher Situation hätten vermutliche viele Menschen ein Benzodiazepin verschrieben bekommen.
OpLibelle schrieb:Wenn Du Dir in Gedächnis rufst, welche Probleme die Kanzler Schmidt und Kohl hatten, den NATO-Doppelbeschluss umzusetzten, was glaubt Du, wäre in der westdeutschen Öffentlichkeit losgegangen, wenn herausgekommen wäre, das HDW an einem Atombombenträger für Isreal arbeitet?
Da wäre nicht viel los gewesen. Wie gesagt, das Existenzrecht Israels ist Staatsräson und ob die U-Boote für Atomwaffen verwendet werden können, dürfte kein Hindernis darstellen. Die U-Boote sind ja auch in Israel angekommen.

Und zu spekulieren, ob ein völlig aus dem Ruder gelaufener Barschel ein Enthüllungsbuch nach dem nächsten schreibt und damit weiß Gott wem auf die Füße latschen könnte - ist auch ins Blaue hinein spekuliert.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 17:43
Monstra schrieb:Erst mal OT und dann schlage ich einen Bogen zum Fall Barschel:

Mein erster Fall, mit dem ich persönlich zu tun hatte, war ein zweijähriges Kind. Es spielte auf dem Hof der Großeltern im Garten. Die Oma war in Küche, der Opa in der Werkstatt.

Das Kind war ein paar Minuten unbeaufsichtigt (nach Auskunft der Großeltern). Keiner hat etwas gehört, keiner gesehen.
Monstra schrieb:Was passiert war, wusste man also nicht genau. Das Kind war tot. Weiterer Aufklärungsbedarf wurde nicht gesehen. Meiner Meinung nach zu Recht.

Hätte man das ganze kriminalistische Programm der Spurensicherung mit Fasern, DNA und Autopsie fahren sollen, wenn es sich um den Sohn eines bekannten Politikers gehandelt hätte? Warum?

Wenden wir doch mal die Methode "Barschel" auf den Fall an:
Wenden wir uns noch mal dem toten Kind zu.
Lagen neben dem toten Kind ausgespülte Schnapsflaschen.
Lagen neben dem toten Kind Handtücher mit Farb- und Lösungsmittelspuren?
Verschwanden Medikamentenverpackungen und eine Weinflasche?


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 18:00
3THINKER schrieb:Wenden wir uns noch mal dem toten Kind zu.
Lagen neben dem toten Kind ausgespülte Schnapsflaschen.
Lagen neben dem toten Kind Handtücher mit Farb- und Lösungsmittelspuren?
Verschwanden Medikamentenverpackungen und eine Weinflasche?
Wer weiß? All das wurde nie ermittelt. Vielleicht hätte das Kind verdächtige Faserspuren an der Kleidung gehabt, die weder den Großeltern noch den Eltern zuordenbar gewesen wäre. Vielleicht wäre bei einer Obduktion herausgekommen, dass irgend ein Blutwert nicht stimmte. Und dann?

Es wurde noch nicht einmal rekonstruiert, wie der Holzstapel geschlichtet war. Und wie es möglich war, dass die Stämme ins Rollen kommen.

Zu Schnaps, Wein und Schuhen bei Barschel habe ich mich im Übrigen schon oben ausgelassen. Sachverhalte wie Whiskey, Weinflasche und Schuhe können so oder so interpretiert werden. Es gibt für alles "harmlose" und "harmvolle" Erklärungen. Jeweils nicht zwingende, aber mögliche. Und im Gegensatz zum Mordszenario, wo auch bei einer "harmvollen" Interpretation im Sinne einer Drittbeteiligung bei völlig unbewiesen und offen bleibt, wie denn nun der Tatablauf eines Mordes gewesen sein könnte, lässt sich eine "harmlose" Interpretation im Sinne eines Suizidgeschehens sehr gut mit allen anderen bekannten Tatumständen vereinbaren.

Unterstelle ich also für diese Fragen "Nichtwissen", bleibt die Suizidthese ohne Weiteres bestehen. Dagegen sind diese Fragen für eine Mordthese tragend. "Nichtwissen" würde der Mordthese den Gar ausmachen. Deshalb fokusiert man sich entweder auf diese Punkte oder eröffnet - wie @OpLibelle ein neues Spekulationsgebiet, nämlich das Motiv. Aber da gibt es dann überhaupt keine tatsächlichen Anhaltspunkte.

Kurz und gut: Es sieht schlecht aus für die Mordtheorie. Ungefähr so schlecht, wie in meinem Fall mit dem Holzstapel. Trotz des Nichtwissens, dessen Relevanz jeweils vom Blickpunkt des Betrachters aus zu sehen ist.


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FlorianStern
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 18:16
Hallo, hat man hier schonmal drüber nachgedacht, wieso man ihn in eine Badewanne mit Wasser gelegt hat?

Ich habe da nämlich etwas aufgeschnappt von jemandem mit Geheimdienst-Vergangenheit...


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 11:05
FlorianStern schrieb:Hallo, hat man hier schonmal drüber nachgedacht, wieso man ihn in eine Badewanne mit Wasser gelegt hat?

Ich habe da nämlich etwas aufgeschnappt von jemandem mit Geheimdienst-Vergangenheit...
Lasse hören!


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 12:46
Ich kann die Badewanne nur aus Sicht der Suizid-These erklären. Der "Spiegel" berichtete am 19. Oktober 1987 (also unmittelbar nach dem Tod Barschels):
Die typische Verbindung von Medikamententod mit dem Ertrinken in der Badewanne ist seit langem erforscht. Bereits 1967 stellte das Berliner "Institut für gerichtliche und soziale Medizin" eine Untersuchung über Todesfälle in der Badewanne vor, die Trögers Hinweis stützen kann: Von 26 analysierten Todesfällen in Berliner Badewannen waren 15 auf Selbstmord zurückzuführen. Und in 13 der 15 Fälle waren Medikamente und Alkohol zumindest mitursächlich für den Tod.

Wer, "wie offenbar Barschel", seinen Tod "nüchtern kalkuliert", meint der hannoversche Suizidforscher Hermann Pohlmeier, der bedenke alle einschlägigen Umstände oder mache sich vorher gegebenenfalls kundig.

Für solche Umsicht Barschels spricht auch das Handtuch, das um seinen rechten Arm in der Wanne gewickelt war: "Eine sehr gebräuchliche Sache", so Pohlmeier, sei das Handtuch am Arm von Selbstmördern, die Tabletten nehmen, "um Erbrochenes aus dem Gesicht wischen zu können".

"Wer legt sich", fragte vor Journalisten Barschels Bruder Eike, "schon zum Sterben bekleidet in die Badewanne?" Viele tun es. Von mehreren Fällen, in denen Suizidtote angezogen im Badewasser aufgefunden wurden, berichtet Günter Schewe, Rechtsmediziner an der Universität in Gießen. Grund: das Schamgefühl, das sich dagegen sträubt, nach dem Tod nackt aufgefunden zu werden.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13525338.html

Hintergrund: Im Falle eines Komas sinkt der Kopf unter das Wasser und der Tod tritt durch Ertrinken ein. Das kann auch bei zu viel Alkohol, Rauschmitteln oder kleinen Kindern passieren. Die "Gesellschaft für Humanes Sterben" hat deshalb auch die Badewanne beim Suizid durch Medikamente empfohlen.

http://www.zeit.de/2016/01/ertrinken-tod-badewanne-mord-stimmts

Bei Barschel ist es wohl nicht zum Ertrinken gekommen, warum nicht (Handtuch und Armhaltung, Körperhaltung, Kopfhaltung, Form der Badewanne?), ist mir nicht bekannt. Dagegen ist die auf den ersten Blick irritierende Kleidung psychologisch relativ nachvollziehbar: Keine nackte Leiche zu sein. Auch die Krawatte passt dazu: Jemand wie Barschel, der schon seit Jahrzehnten 16 Stunden am Tag eine Krawatte getragen hat, wird sich ohne Krawatte "nackt" gefühlt haben.


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 17:03
Monstra schrieb:Ich kann die Badewanne nur aus Sicht der Suizid-These erklären.(...)
Victor Ostrovsky hat in einem seiner Bücher darüber berichtet, dass bei plötzlicher Abkühlung des Körpers (z.B. durch Wasser) in Kombination mit bestimmten eingeflößten Medikamenten ein Herzstillstand bzw. Infarkt provoziert werden kann. Er bezog das auch explizit auf den Fall Barschel. Ich habe leider die Passage nicht mehr so vor Augen. Allerdings ging es bei dieser Methode nicht um die Herbeiführung des Todes durch Ertrinken.

Wikipedia: Victor_Ostrovsky


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 17:20
Barschel ist jedenfalls nicht am Badewasser, sondern an den Medikamenten gestorben, die in seinem Körper nachgewiesen werden konnten. Das war neben etlichen Beruhigungs- und Schlafmitteln das Barbiturat Cyclobarbital in einer tödlichen Menge.

Am Rande: Wenn der Mossad etwas mit dem Tod Barschels zu tun hat, dann hätte er seinen Ex-Agenten Victor Ostrovsky ebenfalls schon längst aus dem Weg räumen müssen, wenn dieser in mehreren Büchern die Geheimaktionen des Mossad so freimütig ausplaudert.

Ich denke, die Geschichte können ins Reich der (evtl. durchaus gut recherchierten) Fantasie verbannt werden. Vielleicht kann man noch an eine Desinformationskampange (des Mossad) denken. Oder einfach an freie Meinungsäußerung, die in Israel so lange nicht als Geheimnisverrat verfolgt wird, so lange der Geheimschutz gewahrt ist.


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 18:31
Monstra schrieb:Barschel ist jedenfalls nicht am Badewasser, sondern an den Medikamenten gestorben, die in seinem Körper nachgewiesen werden konnten. Das war neben etlichen Beruhigungs- und Schlafmitteln das Barbiturat Cyclobarbital in einer tödlichen Menge.
Vollkommen richtig. Die Todesursache steht wohl außer Frage. Wenn ich recht erinnere, beschrieb Ostrovsky auch die Vorgehensweise nicht als Augenzeuge der vor Ort gewesen ist, sondern erhielt die Information darüber wohl von einem anderen Agenten. Quasi aus dem Mossad-Flurfunk. Ich würde diese Äußerungen deshalb auch nicht als Beleg zur Stützung der Mordtheorie anführen und in die Diskussion einbringen. Auch wenn es sich bei ihm immerhin um einen Exagenten des besagten Dienstes handelt. Ich wollte nur kurz mit diesem Beispiel anmerken, dass ein verbringen in die Badewanne in Kombination mit Medikamenten durchaus wohl auch eine Rolle bei einem Mord spielen kann.


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 22:21
Monstra schrieb:Am Rande: Wenn der Mossad etwas mit dem Tod Barschels zu tun hat, dann hätte er seinen Ex-Agenten Victor Ostrovsky ebenfalls schon längst aus dem Weg räumen müssen, wenn dieser in mehreren Büchern die Geheimaktionen des Mossad so freimütig ausplaudert.
Ob der Mossad nun was damit zu tun hat oder nicht, Ostrowsky konnte es nicht wissen - er wurde ein Jahr vor Barschels Tod gefeuert. Dennoch, ich empfehle alle seine Bücher, vor allem das erste - By way of deception.


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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 22:31
Gut, wer einen Suizid faken möchte, der greift vielleicht auch auf die Badewanne zurück - um ebenso auf Nummer Sicher zu gehen. Aber ein wesentliches Argument gegen die Mordtheorie ist immer: Warum dieser Aufwand? Warum nicht Barschel auf den Kanaren einen Schubs geben, das Auto manipulieren oder im Hotelpool ertränken.
behind_eyes schrieb:Ob der Mossad nun was damit zu tun hat oder nicht, Ostrowsky konnte es nicht wissen - er wurde ein Jahr vor Barschels Tod gefeuert.
Grins. Doch mehr Romancier denn Sachautor...

Eine neue Verschwörungstheorie habe ich zufällig in der "Zeit" entdeckt (vom April 2011). Es geht um einen gefälschten Brief, den angeblich Barschel verfasst hat - und einen "Sprachprofiler", der ihn für echt hält. Demnach habe der gesamte Vorstand der CDU von der Intrige gegen Engholm gewusst - und die CDU deshalb ein Mordmotiv.

Ich zitiere mal:
Am 11. Oktober 1987 liegt der damalige Ministerpräsident Uwe Barschel tot und vollständig bekleidet in der Badewanne seines Hotelzimmers in Genf. Genau einen Tag bevor er vor dem Untersuchungsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages aussagen will. Selbstmord durch Medikamente heißt es nach der Autopsie. Ein Jahr später taucht ein Brief Barschels auf, der hilft diese These zu widerlegen. Es war der wohl spektakulärste Fall von Raimund H. Drommel, der dieses Schriftstück analysierte.


(...)
Bei dem Schriftstück des ehemaligen schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Barschel stand für Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt fest, dass es sich um eine Fälschung handelte. In dem getippten Schreiben war zu lesen, dass eine Intrige gegen den damaligen Oppositionspolitiker Björn Engholm geplant war. Nicht nur Barschel selbst, sondern der gesamte CDU-Vorstand sollte daran beteiligt gewesen sein. Drommels Analysen ergaben, dass der Brief sprachlich echt war. "Die CDU hatte kein Interesse daran, diese Wahrheit anzuerkennen", sagt Drommel. "Es liegt nahe, dass das Schreiben einer der Gründe ist, warum Barschel sterben sollte".



Drommel verglich private Briefe an Barschels Frau mit dem angeblich gefälschten Schreiben. Neben zahlreichen sprachlichen Überschneidungen, fiel ihm dabei etwas sehr Charakteristisches auf: "Uwe Barschel pflegte gegen Ende seiner Briefe einen erweiterten Infinitiv in Verbindung mit einer Negation zu verwenden. So schloss er einen Brief an seine Frau Freya: "Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, jemals einen so langen Brief geschrieben zu haben." Drommel verglich dies mit der letzten Formulierung im Schriftstück Barschels. "In Erinnerung gemeinsamer Kontakte und weltanschaulicher Prinzipien sowie in der Hoffnung, nicht vergebens an Ihr Herz appelliert zu haben, verbleibe ich als Ihr Uwe Barschel." Ist das bereits ein sprachlicher Fingerabdruck? "Ja", sagt Drommel, "diese Merkmale sind zumindest eine Sprachspur, die man so deuten könnte."
http://www.zeit.de/wissen/2011-04/drommel-sprachprofiler-faelle/komplettansicht

Ich halte das ja für kompletten Blödsinn, weiß aber auch nicht mehr über diesen Brief. Eine Fälschung - durchaus in der Diktion Barschels - kann von einem CDU-Insider kommen, der damit die Parteiführung anschwärzen wollte. Sieht eher nach parteiinterner Intrige denn Hinweis auf einen Mord aus. Umso irritierender, dass der "Profi" hier sich dieses Urteil erlaubt.


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FlorianStern
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Uwe Barschel

06.03.2018 um 23:27
Monstra schrieb:Ich kann die Badewanne nur aus Sicht der Suizid-These erklären.
Man kann mit der Badewanne bzw Wassertemperatur die genaue Todeszeitbestimmung (bei relativ schnellem finden) verschleiern.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 00:00
FlorianStern schrieb:Man kann mit der Badewanne bzw Wassertemperatur die genaue Todeszeitbestimmung (bei relativ schnellem finden) verschleiern.
Im Fall Barschel hat das Verschleiern die schweizer Polizei übernommen. Die hat nämlich weder die Wasser- noch die Körpertemperatur gemessen.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 00:25
Monstra schrieb: Warum dieser Aufwand?
Damit es nach Selbstmord aussieht?
Monstra schrieb:Warum nicht Barschel auf den Kanaren einen Schubs geben,
Weil er viel früher abgereist ist, als er eigentlich geplant hatte? Gleich 2x hat er seinen Rückreisetermin vorverlegt. Einmal, da der U-Ausschuss ihn früher anhören wollte, als usrpünglich geplant. Und dann um "Roloff" zu treffen. Oder, weil man mit ihm reden wollte? Ihm Geld bieten wollte, bevor man zum letzten Mittel griff? Und man ihn dafür an einem Ort haben wollte, an dem er isoliert war?
Monstra schrieb:das Auto manipulieren
Welches Auto? In Spanien und Genf fuhr er Taxi. Oder meinst Du seine gepanzerte S-Klasse aus dem Fuhrpark des LKA? Mit zwei Personenschützern 24/7 vor der Tür seines Hauses?
Monstra schrieb:oder im Hotelpool ertränken.
Er hatte ja nichteinmal eine Badehose dabei; auch in Spanien nicht. Er badete weder im Meer noch in Hotelpools. Hätte man ihn in Genf gegen seinen Widerstand mit 2, 3 Mann drei Stockwerke durch die Hotelflure zerren sollen, um ihn zu ersäufen?


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 02:22
Angeblicher Ansatzpunkt war die damalige Freitodbroschüreder DGHS „Menschenwürdiges und
selbstverantwortliches Sterben“. Darin beschrieben war die Möglichkeit zum Suizid durch Ertrinken in der Bade-
wanne mittels Schlafmittel und Mitteln zur Erschlaffung der Muskeln,
die dazu führen sollten, dass die Person nach Eintritt der Bewusstlosigkeit in das Badewasser rutscht und
dort friedlich ertrinkt.

Er ist nach der Bewustlosigkeit nicht in die Wanne gerutscht und es steht oben im Satz " ...zur Erschlaffung der Musekeln...." also nichts mit Verkrampfung vor dem Suizid und danach eh nicht mehr. Wie kommt es dann zur Stellung, wie er von Knauer vorgefunden wurde?
Barschels Haare waren nass aber sein Gesicht trocken, steht im Obduktionsbericht. Das Klima im Bad war tropisch feucht keine trockene Luft welche das Gesicht hätte trocknen können. Weiterhin, die nassen Haare, die Tropfen vom nassen Haar hätten sein Gesicht feucht gehalten.
Der Wasserstand in der Wanne ging bis 10cm unterm Wannenrand. Auf dem Badezimmerboden wurde keine feuchten Stellen vom Badewasser gefunden.
Seine Schultern und der obere Rückenbereich lagen noch auf der Wannenschräge.

Jetzt will man mir erzählen Braschel wollte Suizid begehen. Auf Grund seiner Travor Abhängigkeit konnte er alleine nicht Wissen welche Menge er zum Tode brauchte, da er aufgrund seiner Abhängigkeit eine gewisse Imunität durch die Abhängigkeit hatte.
Die DGHS schlug einen gewissen Medikamentenkoktail vor welcher aber um Factor X bei ihm erhöht werden muste. Konnte er dies alleine selber berechnen oder hat er in Las Palmas den Aphoteker gefragt oder einen Arzt welche Menge man ihm aushändigen möchte zum Suizid?

Wollte Barschel Suizid begehen, wäre er auf Nummer sicher gegangen bei seiner Selbsttötung, dies hat er aber nicht gemacht. Wie oben beschrieben sollte diese Methode durch ertrinken geschehen. Wenn Barschel von dieser Methode gewust hätte, hätte er auch Wissen müssen, das die DGHS ein nacktes einsteigen in die Wanne empfohlen hat, da Kleidung beim abtauchen in´s Wasser hinderlich wäre. (Die Wanne ist der Holzstapel)
Wer jetzt meint, er müsse mich auf den Wiederspruch mit der Kleidung aufmerksam machen * Also bitte deswegen konnte Barschel nicht abrutschen in der Wanne weil er Kleidung an hatte* der hat gut aufgepast aber bitte wie sind dann seine Haare nass geworden?

Das Handtuch sollte den Zweck erfüllen, sich Erbrochenes aus dem Gesicht zu wischen, hätte nun Braschel sich vor seinem Tod das Gesicht damit abgewischt, so kann man davon ausgehen, das das nasse Haar zuminstest Stellen im Gesicht wieder genässt hätte.

Man kann das jetzt alles hin und her diskutieren und versuchen einen Suizid schön zu reden, nur wenn wir in anbetracht dieser Lage wie oben geschildert von Suizid ausgehen muß er mit vollem Bewustsein in die Wanne gestiegen sein. Dies wiederspricht aber die Fundstellen und Anordnung der Schuhe so wie den abgerissenen Knopf. Alleine bei dem Wasserstand in der Wanne wäre ein Einstieg in die Wanne bei benebelten/betäubten Zustand ohne Wasserspuren auf dem Boden zu hinterlassen schon eine sensationelle Leistung.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 07:11
FlorianStern schrieb:Man kann mit der Badewanne bzw Wassertemperatur die genaue Todeszeitbestimmung (bei relativ schnellem finden) verschleiern.
OpLibelle schrieb:Im Fall Barschel hat das Verschleiern die schweizer Polizei übernommen. Die hat nämlich weder die Wasser- noch die Körpertemperatur gemessen.
Das ist natürlich der Zweck eines fingierten Suizids: Einen Mord zu verschleiern. Umgekehrt ist aber eine Auffindesituation, die für einen Suizid spricht, noch kein Indiz für einen Mord. Das erklärt die Vorgehensweise der Schweizer (bei uns wäre das nicht anders), egal wie man das nun bewertet.
OpLibelle schrieb:Er badete weder im Meer noch in Hotelpools.
Mal angenommen, das stimmt: Trotzdem bleibt die Frage, warum man diesen Aufwand betrieben haben soll - wenn es denn überhaupt möglich ist, einer Person diese Menge an Medikamenten gegen ihren Willen oder im bewusstlosen Zustand via Speiseröhre beizubringen, ohne Spuren von Gewalt oder Verletzungen zu hinterlassen.
Yaesu schrieb:Barschels Haare waren nass aber sein Gesicht trocken, steht im Obduktionsbericht.
Steht das so im Obduktionsbericht? Die Obduktion wird man aber nicht im Badezimmer vorgenommen haben...
Die nassen Haare lassen sich einfach durch die nasse Kleidung erklären: Beim stundenlangen Liegen in nasser Kleidung steigt die Nässe über das Hemd (auch über Ärmel und Handtuch) in die Haare. Die tropfen dann auch nicht, weil es Zugnässe ist. Das Gesicht saugt kein Wasser wie Haare und bleibt "trocken". Das kann hier nur bedeuten, dass es nicht aufgequollen und aufgedunsen war, wie bei einer Wasserleiche, die mehrere Stunden vollständig im Wasser war. Gleiches gilt bei hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn es draußen 100% Luftfeuchtigkeit hat, schwitzen wir vielleicht, aber unser Gesicht wird nicht nass. Wie auch nicht das Hemd, das wir anhaben.
Yaesu schrieb: ...muß er mit vollem Bewustsein in die Wanne gestiegen sein. Dies wiederspricht aber die Fundstellen und Anordnung der Schuhe so wie den abgerissenen Knopf
Hast Du schon mal gesehen, wie es bei mir im Badezimmer aussieht, wenn ich in vollem Bewusstsein in die Badewanne steige? Da stehen die Schuhe auch nicht ordentlich vor der Türe...
Yaesu schrieb: Alleine bei dem Wasserstand in der Wanne wäre ein Einstieg in die Wanne bei benebelten/betäubten Zustand ohne Wasserspuren auf dem Boden zu hinterlassen schon eine sensationelle Leistung.
Es gibt einen Überlauf. Oder die Wanne war erst halbvoll und Barschel hat dann - in der Wanne liegend - Wasser nachgefüllt. Der Stand der Mischbatterie spricht dafür.
Yaesu schrieb:Er ist nach der Bewustlosigkeit nicht in die Wanne gerutscht und es steht oben im Satz " ...zur Erschlaffung der Musekeln...." also nichts mit Verkrampfung vor dem Suizid und danach eh nicht mehr. Wie kommt es dann zur Stellung, wie er von Knauer vorgefunden wurde?
Die hohe Menge an Diazepam (Valium) diente der Beruhigung und Muskelentspannung. In der Tat kann die Kleidung ein Grund gewesen sein, warum das nicht so klappte, wie von der DGHS-Broschüre "empfohlen". Aber als bedeutende Persönlichkeit nicht nackt in der Wanne gefunden werden zu wollen halte ich für sehr nachvollziehbar.
Yaesu schrieb: so wie den abgerissenen Knopf
Ach, der Knopf. Weiß der Geier, wie der abgerissen ist. Wir wissen es nicht. Als Mord- oder Gewaltindiz taugt er schon deswegen nicht, weil in diesem Land täglich hunderte Hemdknöpfe abreissen, ohne dass Mörder daran beteiligt wären. Der Knopf kann genauso in einer psychischen Ausnahmesituation (große Spannung und Nervosität) von Barschel selbst abgerissen worden sein. Es ist ein "neutraler" unaufgeklärter Umstand, der nur dann Bedeutung bekommt, wenn ich von einem Ziel überzeugt bin: Es war Mord. Erst dann bekommt er eine Relevanz.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 11:36
@Yaesu
In Uwe Barschels Blut und Urin wurde ein Medikament nachgewiesen das das Erbrechen verhindert.
Werde in kürze den Toxikologischen Bericht hier reinstellen damit Ihr Rätselraten könnt wie man diesen Interpretiert.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 11:54
EC145 schrieb:In Uwe Barschels Blut und Urin wurde ein Medikament nachgewiesen das das Erbrechen verhindert.
"Gefährliche" Medikamente, die in Überdosierungen zum Tod führen können, haben zur Sicherheit oftmals pharmakologische Hilfsstoffe, die bei normalen Gebrauch keine Wirkungen haben oder maximal zu leichter Übelkeit führen. Wird jedoch missbräuchlich überdosiert, führen diese Stoffe zum Erbrechen.

Deshalb ist es heute nicht so einfach, sich einfach mit Medikamenten umzubringen, jedenfalls reicht ein Präparat nicht aus.

Dagegen kann man mit einen Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen gegensteuern. Bei Barschel wurde Diphenhydramin im Magen gefunden, ein Antihistaminikum, das stark sedierend wirkt und Übelkeit und Erbrechen verhindert. Der Stoff ist heute als rezeptfreies Schlafmittel im Gebrauch (Vivinox, Dolestan), wogegen es immer wieder Bedenken gibt, weil das Zeugs nicht ganz ohne ist.

Ich nehme mal an, die "Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben" hatte dieses Mittel auch propagiert, da es die "Erfolgschance" des Suizids erheblich verbesserte.


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Der Fall Uwe Barschel

07.03.2018 um 12:08
EC145 schrieb:Werde in kürze den Toxikologischen Bericht hier reinstellen damit Ihr Rätselraten könnt wie man diesen Interpretiert.
Den hast Du auch bereits am 26.10 letzten Jahres angekündigt.
EC145 schrieb:Ich werde mal schauen ob ich den Toxikologischen Bericht nochmals erhalte und werde diesen dann hier posten und erläutern.
Ich hoffe, dieses Mal kommt dann auch endlich was, inkl. Erläuterungen.


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