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Der Fall Uwe Barschel

Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 18:32
Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass 2 Personen Uwe Barschel in das Bad trugen und und zur Vermeidung von Finger- oder Handabdrücken an den Schuhen, das Handtuch als Tragschlaufe diente.
Für den Fall, dass das Opfer bei, oder noch bei Bewusstsein ist, wird auch die Fähigkeit zur Gegenwehr verringert.
Sollte dieses Handtuch zuvor mit Dimethylsulfoxid in Berührung gekommen sein, erklärt sich so ein Herauslösen der Farbpigmente aus den Schuhen.


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Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 19:31
Monstra schrieb:Auf die Sache mit dem DMSO geht Generalstaatsanwalt Rex in seiner Stellungnahme relativ ausführlich ein (S. 43 ff.):

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/STA/Info_material/Infos_PDF/Barschel/doku_teil1_rex.pdf?__blob=publi...
Ich kenne seine Auffassung hierzu aus einer TV-Sendung und habe - Deinem Link folgend - auch nochmals nachgelesen.

Es ist einer der Punkte, mit denen sich Rex selbst völlig diskreditiert.
Monstra schrieb:Die Farbflecken können auch anders erklärt werden ... Ein Lederexperte der GStA meinte, es hätte auch Badewasser sein können.
Und genau da ergibt sich die Frage, ob diese irrefürhende Rhetorik von Rex auf Dummheit oder auf Verlogenheit beruht. Ich halte ihn eigentlich nicht für dumm...

Die *Farbflecken* können von mir aus sein, was sie wollen. Aber es erklärt nicht die Auswaschungen der Klarlackes über dem silberfarbenen Aufdruck auf der Innensohle. Und das weiß Rex auch ganz geau. Er unterschlägt es nur und baut dann schnell einen Strohmann auf, indem er die - von keinem mir bekannten, vernünftigen Menschen jemals geäußerte - These. man habe Barschel über seinen linken Fuß vergiften wollen, lächerlich macht.

Badewasser löst diesen Klarlack nicht. Heute nicht. Vor acht Jahren nicht. 1987 nicht. Bei Barschels Schuhen nicht. Bei meinen nicht. Bei Deinen nicht. Punkt. Aus. Fertig.

Probier es aus: Greif Dir ein paar alte Schuhe und werf sie in die Badewanne. Der Aufdruck im Inneren des Schuhes wird bleiben, wo er ist. Es ist Sinn und Zweck dieses Klarlackes, den Druck vor Feuchtigkeit, Nässe, Wärme, ständiger Reibung an den Strümpfen usw. usf. zu schützen.

Und - ich schrieb es - dieser Klarlack wurde zusammen mit dem Silberdruck in großen Mengen und offenbar schlagartig aus dem Schuh gelöst, weil der Badewannenvorleger nämlich voll von den Metallpartikeln ist, die dem Druck den silbrigen Glanz verleihen. Am rechten Schuh hingegen finden sich nicht einmal Abriebspuren durch die Socken. Die Schuhe waren ohnehin relativ neu.

Genau diese Tatsache unterschlägt Rex und das ist einfach unredlich. Für einen Genralsstaatsanwalt ist es doppelt und dreifach unredlich.




'tschuldigung - auch an die Mods - , wenn ich so deutlich geworden bin.


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Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 20:29
3THINKER schrieb:Sollte dieses Handtuch zuvor mit Dimethylsulfoxid in Berührung gekommen sein, erklärt sich so ein Herauslösen der Farbpigmente aus den Schuhen.
Nein, das funktioniert nicht, weil das Dimethylsulfoxid (theoretisch) sich im vorderen Schuhbereich IM Schuh hätte befinden müssen, um dort die Farbe abzulösen.

Zudem macht das ganze Szenario mit dem Kontaktgift schon deshalb keinen Sinn, weil man Barschel viel leichter hätte betäuben können.

Die ganze These hinkt gewaltig.
OpLibelle schrieb:Aber es erklärt nicht die Auswaschungen der Klarlackes über dem silberfarbenen Aufdruck auf der Innensohle
Das mag sein. Was immer den Klarlack gelöst haben könnte. In meinen Schuhen ist der Aufdrucke jedenfalls immer sehr schnell verblichen und der Klarlack, der die Sohle unangenehm rutschig macht, ist weggeschubbert.
OpLibelle schrieb:Und genau da ergibt sich die Frage, ob diese irrefürhende Rhetorik von Rex auf Dummheit oder auf Verlogenheit beruht. Ich halte ihn eigentlich nicht für dumm...
Er gibt einen Lederexperten an. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich weiß nicht, woher Du Deine Informationen hast, nehme an, aus OStA Willes Veröffentlichungen. Es muss nicht so sein, wie er behauptet. Genauso wenig, wie es sein muss, wie Rex behauptet. Das auf Verlogenheit oder Dummheit zurückzuführen halte ich - mit Verlaub - für etwas hochnäsig, weil wir beide nicht die Originalakten vorliegen haben.

Aber ich stelle eben diese Mikrofrage in einen größeren Kontext. Und dann neutralisieren für mich die Rätsel Schuhe und Handtuch. Sie sind weder Indizien für einen Suizid - noch Indizien für einen Mord. Unentschieden. Oder non liquet, wie die Juristen sagen.


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Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 20:56
OpLibelle schrieb:Die *Farbflecken* können von mir aus sein, was sie wollen. Aber es erklärt nicht die Auswaschungen der Klarlackes über dem silberfarbenen Aufdruck auf der Innensohle. Und das weiß Rex auch ganz geau. Er unterschlägt es nur und baut dann schnell einen Strohmann auf, indem er die - von keinem mir bekannten, vernünftigen Menschen jemals geäußerte - These. man habe Barschel über seinen linken Fuß vergiften wollen, lächerlich macht.
Diese These ist kein "Strohmann", sondern soll so von der StA Lübeck (StA Wille) 1997 und bis zum Schluss (siehe http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_76880402/der-fall-uwe-barschel-so-koennte-der-mord-abgelauf...) vertreten worden sein.

Die GStA (damals noch GStA Ostendorf, ein über alle Zweifel erhabener Jurist und Strafrechtswissenschaftler) schreibt:
Dabei war von der Staatsanwaltschaft Lübeck als Möglichkeit in den Raum gestellt worden, daß zusätzlich zu dem oral eingenommenen/beigebrachten "Medikamentencocktail" ein (unbekanntes) Gift/Betäubungsmittel mit dem Lösungsmittel DMSO (dieses Lösungsmittel findet etwa auch bei Rheumamedikamenten Anwendung) perkutan durch die Fußsohle dem Körper von Dr. Dr. Barschel zugeführt worden sein könnte, nachdem der mit DMSO (und dem unbekannten Stoff) angefüllte Schuh Dr. Barschel wieder angezogen worden sei.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8653070.html
OpLibelle schrieb:Badewasser löst diesen Klarlack nicht. Heute nicht. Vor acht Jahren nicht. 1987 nicht. Bei Barschels Schuhen nicht. Bei meinen nicht. Bei Deinen nicht. Punkt. Aus. Fertig.
Auch dazu teilt die GStA mit:
Von dem Gutachter des Landeskriminalamtes wurde dabei als Lösungsmittel mit hervorragenden Lösungseigenschaften Dimethylsulfoxid (DMSO) verwandt, nachdem andere Lösungsmittel im Landeskriminalamt getestet worden waren, die nur geringe bis sehr geringe Lösungseigenschaften hatten. Dabei war aber im Untersuchungsbericht des Landeskriminalamtes vom 4. April 1996 darauf hingewiesen worden, daß es unmöglich sei, alle verfügbaren Lösungsmittel zu testen, "so daß zum verwendeten Lösungsmittel keine abschließende Stellungnahme möglich ist".
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8653070.html

Für mich ist da rein gar nichts dran. GStA Rex hätte diese Stelle etwas verständlicher darstellen können, das wäre mein einziger Kritikpunkt.


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Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 21:58
Monstra schrieb: Ich weiß nicht, woher Du Deine Informationen hast, nehme an, aus OStA Willes Veröffentlichungen. Es muss nicht so sein, wie er behauptet. Genauso wenig, wie es sein muss, wie Rex behauptet. Das auf Verlogenheit oder Dummheit zurückzuführen halte ich - mit Verlaub - für etwas hochnäsig, weil wir beide nicht die Originalakten vorliegen haben.
Ja, ich beziehe mich auf die Veröffentlichungen von Wille und Baentsch. Wille beschreibt mikroskopische Untersuchungen an der Matte, auf denen man die Metall-Partikel der Druckfarbe deutlich sieht. Und zwar massenweise. Ich glaube kaum, dass Wille sich das ausgedacht hat; und ich glaube nicht, dass Rex diese Untersuchungen nicht kennt.

Rex unterschlägt dies und erweckt mit dem Hinweis auf die Farbflecken, Schuhcreme und den Gutachter, der Tatortbefund ließe sich auch ganz einfach mit Badewasser erklären. Läßt er sich aber eben nicht. Und also geht es ihm nicht um verschiedene, grundsätzlich erstmal gleichwertige Interpretationen eines Befundes, sondern um Meinungsmache. Manipulation durch gezieltes weglassen von (Teil-)Informationen.
Monstra schrieb:Diese These ist kein "Strohmann", sondern soll so von der StA Lübeck (StA Wille) 1997 und bis zum Schluss (siehe Google-Recherche) vertreten worden sein.
Vielleicht hat er es mal angedacht oder angeprüft. In seinem Buch vertritt er eine solche These jedenfalls nicht.
Monstra schrieb:Auch dazu teilt die GStA mit:

Von dem Gutachter des Landeskriminalamtes wurde dabei als Lösungsmittel mit hervorragenden Lösungseigenschaften Dimethylsulfoxid (DMSO) verwandt, nachdem andere Lösungsmittel im Landeskriminalamt getestet worden waren, die nur geringe bis sehr geringe Lösungseigenschaften hatten. Dabei war aber im Untersuchungsbericht des Landeskriminalamtes vom 4. April 1996 darauf hingewiesen worden, daß es unmöglich sei, alle verfügbaren Lösungsmittel zu testen, "so daß zum verwendeten Lösungsmittel keine abschließende Stellungnahme möglich ist".
Ich weiß nicht, was du mir damit sagen willst. Ich hatte in meinem Posting ausdrücklich darauf verwiesen, dass es nicht unbedingt DMSO sein muss. Und es nicht einfaches Badewasser gewesen sein kann

Rex hin, Wille her. Ich möchte nochmal klarstellen, wie *ich* das sehe:

1.)
Barschel selbst oder irgendein Dritter hat ein starkes, organisches, rückstandsfreies Lösungsmittel über Barschels linken Schuh gegossen - warum auch immer.

2.)
Es kann, muss aber nicht DMSO gewesen sein. Es kann nicht einfaches Wasser gewesen sein. Und es kann kein handelsübliches Reinigungsmittel gewesen sein, weil diese durchweg Scheuer- und Seifenzusätze enthalten, die nicht verdunsten und auch nach 8 Jahren noch leicht nachweisbar gewesen wären.

4.)
Dieses Lösungsmittel - oder ein passendes Gefäß - wurde im Hotelzimmer nicht gefunden. Geht man von Selbstmord aus, müsste Barschel das Lösungsmittel selbst mitgebracht und später verschwinden lassen müssen.

5.)
Ich empfinde es als völlig unplausibel, dass ein Jurist und ehemaliger Ministerpräsident, der in Selbsttötungsabsicht durch halb Europa fliegt, mit einem Lösungsmittel im Handgepäck reist. Vielleicht denke ich hier ja auch nur zu kurz. Ich bin für jeden Erklärungsansatz offen.

6.)
Ich empfinde es als plausibler, dass eine Mordbande, insbesondere mit geheimdienstlichen Hintergrund, ein Lösungsmittel im Gepäck hat. Ich glaube aber ausdrücklich nicht, dass jemand Barschel über seinen Schuh vergiften wollte.

7.)
Monstra schrieb:Sie sind weder Indizien für einen Suizid - noch Indizien für einen Mord.
Hättest Du "Beweis" statt Indizien geschrieben, hätte ich Dir sofort zugestimmt. Ich kann nicht erkennen, wie das Vorstehende Indiz für einen Selbstmord sein kann. Aber sehr wohl für einen Mord. Eines von vielen...
Monstra schrieb:halte ich - mit Verlaub - für etwas hochnäsig
OK. Geschenkt. Ich mag halt Rex (oder seine Art der "Argumentation") nicht sonderlich. Ich glaube, das wurde deutlich.


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Der Fall Uwe Barschel

03.03.2018 um 23:02
Monstra schrieb:Nein, das funktioniert nicht, weil das Dimethylsulfoxid (theoretisch) sich im vorderen Schuhbereich IM Schuh hätte befinden müssen, um dort die Farbe abzulösen.
Mag ja sein, dass das Dimethylsulfoxid auch in den Schuh gelangte.
Aber nirgendwo wird erwähnt, dass die Farbpigmente ausschließlich von dort stammen.
Monstra schrieb:Zudem macht das ganze Szenario mit dem Kontaktgift schon deshalb keinen Sinn, weil man Barschel viel leichter hätte betäuben können.
Wenn man davon ausgeht, dass das Opfer nach dem Tod genau untersucht wird, macht es schon Sinn, eine Art der Betäubung zu wählen, die keine Verletzungen hinterlässt.


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Der Fall Uwe Barschel

04.03.2018 um 00:27
OpLibelle schrieb:Rex unterschlägt dies und erweckt mit dem Hinweis auf die Farbflecken, Schuhcreme und den Gutachter, der Tatortbefund ließe sich auch ganz einfach mit Badewasser erklären. Läßt er sich aber eben nicht. Und also geht es ihm nicht um verschiedene, grundsätzlich erstmal gleichwertige Interpretationen eines Befundes, sondern um Meinungsmache. Manipulation durch gezieltes weglassen von (Teil-)Informationen.
Nein. Rex erwähnt einen Lederexperten, der zu einer anderen Auffassung gekommen war. Und in der Tat findet sich im Abschlussvermerk der StA Lübeck von 1998 (Seite 21):
Zur Frage der Löslichkeit der für die Farbgebung der Schuhe Dr. Barschei's verwendeten Substanzen sind weitere Gutachten vom Lederinstitut Gerberschule Reutlingen erstellt worden. Der Gutachter kam dort zu dem Ergebnis, daß aus dem Leder unter Einwirkung von Wasser binnen kurzer Zeit in starkem Maße färb-, gebende Substanzen abgegeben werden und es einer Einwirkung eines anderen Lösungsmittels zur Verursachung des Spurenbildes nicht bedurfte.
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/STA/Info_material/Infos_PDF/Barschel/doku_teil2_wille.pdf?__blob=pub...

Dabei handelte es sich um einen Chemiker des Lederinstituts Reutlingen.

Hier also das Wasser als Blödsinn und Rex als Blödmann zu verdammen ist nicht seriös.

Der Experte des LKA war anderer Auffassung - mit o.g. Einschränkungen. Er votiert für ein Lösungsmittel, dabei müsse es sich um einen Stoff handeln, der dem DMSO vergleichbare Eigenschaften besitze. Welches das ist, kann er nicht sagen. Dafür war die Untersuchung zu ungenau. Mehr würde ich nur dazu sagen können, wenn ich diese Gutachten mit ihrer Methodik, Untersuchungsgegenstand usw. einsehen könnte.

OStA Wille schießt sich nun auf das DMSO bzw. Lösungsmittel ein und ist ganz klar der Urheber der durchgeknallten Theorie vom Kontaktgift. Da hätte ich als Vorgesetzter aber auch zurückgeätzt. Die Frage ist, welche Bedeutung diese - vielleicht unerklärliche - Spur im Gesamtgefüge hat. Und wenn man OStA Wille Interview von 2016 (Link siehe oben) liest, dann ist diese Spur plötzlich extrem bedeutsam. Weil es daneben kaum noch andere "Merkwürdigkeiten" gibt.

Und sorry, @OpLibelle, wenn Du so klug bist, wie ich Dich einschätze, dann wirst Du eine Geheimdienstaktion (für die es ansonsten NULL Anhaltspunkte gibt) kaum auf ein paar Aluminiumpartikel aufbauen wollen, die eventuell unter Einwirkung eines Lösungsmittels unerklärlicherweise unter den Schuh gelangt sind.

Deine Fragen lassen sich halt nun mal nicht seriös beantworten - unseriös wäre es aber, sie mit einer Dritteinwirkung beantworten zu wollen. Das insinuierst Du aber. Und so bleibt für mich als wahrscheinlichste Variante: Badewasser hat die Spuren verursacht.


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Der Fall Uwe Barschel

04.03.2018 um 01:18
Nachdem wir uns am Oberleder von Barschels linken Schuh reichlich festgebissen haben, zu etwas anderem. Ich muss mich mal selbst zitieren, da es schon etwas her ist:
OpLibelle schrieb am 02.01.2018:Und ich liefere Euch auch einen Vorschlag für ein Mordmotiv, welches meines Wissens bisher nirgendwo in Betracht gezogen wurde. Je nach Arbeitsstress wirds aber wohl erst was am Wochenende werden.
Woraufhin der User @kleinundgrün zu recht fragte,
kleinundgrün schrieb:Welches Wochenende?
Na, dieses Wochenende.

Hey, ich habe einen Job und ich pflege auch noch "meinen eigenen" Diskussionsfaden, zu dem hier jeder herzlich eingeladen ist: Diskussion: Wer ermordete Daphne Caruana Galizia?


Und da das jetzt etwas länger wird, damit keiner enttäuscht ist: Ich behaupte nicht das ultimative Mordmotiv gefunden zu haben, dass alle anderen 30 Jahre lang übersehen haben. Ich werde auch keine Beweise, auch keine Indizien präsentieren (die ich nicht habe), sondern nur ein paar logische Überlegungen aneinander reihen.

Im Kern geht es mir um etwa anderes: User wie @Monstra und andere haben, wie ich finde nicht ganz unbegründet, darauf hingewiesen, dass alle Mordtheorien mit allerhand unbewiesenen oder auch unbeweisbaren Geiheimdienst-Klamauk einhergehen. Mal soll Barschel in jenes, mal in dieses Waffengeschäft verstrickt gewesen sein. Und selbst wenn er es war, macht das nicht unbedingt plausibel, dass er zu seinem eigenen Schaden etwas davon "auffliegen" lassen wollte.

Ich komme zwar auch zum Mossad als Täter, aber auf einem ganz schlanken, linearen Weg, der keine Verstrickung von Barschel in irgendetwas und keine beabsichtigte Selbstbezichtigung voraussetzt. Es könnte Barschel subjektiv aus heiteren Himmel getroffenn haben.

Und bitte, es ist ein Denkanstoß. Mehr nicht:


Im Januar 1963 hielt Karl Dönitz, Großadmiral im Ruhestand und die meiste Zeit des Krieges über Oberbefehlshaber der deutschen U-Boot-Flotte, einen Vortrag vor Gymnasiasten in Geesthacht. Der Auftritt sorgte in der Folgezeit für so viel Wirbel, dass sich der Schulleiter das Leben nahm.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Schulsprecher; der damals 17jähirge Uwe Barschel.

Gut zehn Jahre später, in der Nacht vom 08. auf den 9. Oktober 1973, befahl die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir, auf dem Raketenstützpunkt von Sdot Mich und der Luftwaffenbasis Tel Not insgesamt 13 Atombomben mit einer Sprengkraft von je 20kT TNT-Äquivalent einsatzbereit zu machen.

Es tobte der Wikipedia: Jom-Kippur-Krieg und Israel drohte ernsthaft von seinen arabischen Feinden überrannt zu werden.

Neuerlich zehn Jahre später, am 28. Oktober 1983, informierte der Vorstandsvorsitzende der bundeseigenen Salzgitter AG, die wiederum Mehrheitseigner der Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) war, den deutschen Finanzminister und Vorgänger von Barschel im Amt des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten, Gerhard Stoltenberg, darüber, dass Südafrika der HDW ein Angebot zum Ankauf von Konstruktionszeichnungen für U-Boote unterbreitet hatte.

Der Kreis derjenigen, die außerhalb von HDW über die Geschäftsanbahnung informiert war, ist elitär: Der bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, Bundeskanzler Helmut Kohl und die Bundesminister Genscher und Bangemann, sowie der Chef des Bundeskanzleramtes Waldemar Schreckenberger. Hinzu kommt noch der Staatssekretär im Kieler Finanzministerium, Karl-Heinz Schleifer, der im Aufsichtsrat von HDW das Land Schleswig-Holstein vertrat, welches zu 25% an HDW beteiligt war.

Einer aber wusste von diesen Verhandlungen ganz sicher nichts: Der Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel.

Zusammen mit seinem Konstruktionsbüro - dem Lübecker Industriekontor (IKL) - lieferte HDW dem südafrikanischen Apartheit-Regime für 46 Millionen DM die Pläne. Und zwar ohne jedwede behördliche Genehmigung und entgegen einem schon seit 1963 bestehenden Waffenembargo der U.N. gegen Südafrika.

Am 26. November 1986 berichteten die Kieler Nachrichten von dem Deal.

Barschel tobte.

Vier Wochen später setzte der Bundestag den Wikipedia: U-Boot-Pläne-Untersuchungsausschuss ein.

Die Nacht vom 08. auf den 09. Oktober 1973 hatte Israel gezeigt, dass das Prinzip der nuklearen Abschreckung, solange diese denn auf landgestützten Trägersystemen beruht, für ein kleines Land eher untauglich ist: Hätte die arabische Offensive sich auch nur noch einige Stunden erfolgreich fortgesetzt, Israel hätte sich gezwungen gesehen, die Waffen zu einem Zeitpunkt einzusetzen, zu dem der konventionelle Krieg durchaus noch nicht verloren war (wie der weitere Kriegsverlauf ja zeigt) oder sie zu vernichten, um sie nicht den Feind zu überlassen oder sie in einem ungeordneten Rückzug abzutransportieren, auf die Gefahr hin, sie dann später anderenorts nicht - oder nicht mehr rechtzeitig - einsatzfähig zu bekommen.

Die USA, Frankreich, England und die UdSSR (bzw. Russland) sicherten sich ihre Zweitschlagkapazität durch U-Boot gestützte Atomwaffen - und tun es noch heute.

Von dieser Lösung konnte Israel 1973 nur träumen.

Heute sichern fünf - demnächst sechs - in Kiel bei HDW gebaute und weitestgehend vom deutschen Steuerzahler bezahlte, problemlos atomwaffenfähige U-Boote der Wikipedia: Dolphin-Klasse als ultima ratio die faktische Existenz des Staates Israel. Die Boote sind mit je vier überbreiten Rohren des Kalibers 650mm ausgestattet, über welche mit Nuklearsprengköpfen bestückte, Israelische See-Land-Raketen mit einer Reichweite von rund 1.500 km verschossen werden können.

Selbst ein vom Jordan bis zum Mittelmeer von seinen Feinden überranntes Israel könnte noch 20 arabische Haupt- und Großstädte in ein atomares Inferno stürzen (4 Rohre x 5 Boote).

Aber es war ein weiter Weg dahin:

1973 verfügte das Land über vier alte britische Boote, die noch aus der Zeit des II. Weltkrieges stammten und die dringend erneuerungsbedürftig waren.

Ebenfalls etwa 1973 oder 1974 erklärte sich Deutschland dann zwar bereit, U-Boote an Israel zu liefern, aber natürlich keine Atomwaffen-Träger, die HDW auch schlichtweg nicht im Programm hatte. Trotz des klaren deutschen Bekenntnisses zum Existenzrecht Israels, war der Deal selbst bzgl. einfacher Boote zur Küstenverteidigung so heikel, dass man die Boote - auch wenn durch und durch aus deutscher Technik bestehend - in England zusammendengeln ließ (Wikipedia: Gal-Klasse).

Nur wenige Jahre nach der Lieferung des letzten Bootes der Gal-Klasse, fragte Israel in Deutschland nach einem Nachfolgemodell an - mithin ausgesprochen früh, wenn man die typische Zyklen solcher Waffensysteme bedenkt.

Geliefert wurde das Folgesystem zwar erst lange nach Barschels Tod, geplant wurde es aber schon zu seinen Lebzeiten: 1986 begannen die Konstruktionsarbeiten für die Dolphin-Klasse bei der IKL. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte auch klar gewesen sein, für welchen Einsatzzweck diese Boot bestimmt waren - oder jedenfalls auch bestimmt waren.
Zwar erfolgte die Lieferung des ersten Bauloses über die ersten drei Boote noch ohne die überbreiten Rohre, doch die Boote waren kaum in Haifa eingelaufen, da rissen die Israelis vier Standardrohre raus und ersetzten sie durch die überbreiten Rohre.

Dies ging nur deswegen so problemlos, weil der Einbau solcher Rohre bei der Konstruktion von Anfang an berücksichtigt wurde. Konsequenter Weise verzichtet man dann auch beim zweiten Baulos auf dieses Feigenblatt und lieferte ab Werft Kiel gleich mit 650mm aus.

Und Barschel?

Barschel wusste nichts von dem Südafrika-Geschäft. Aber man kann einigermaßen sicher annehmen, dass er sich seinen Finanzstaatsekretär und HDW-Aufsichtsrat Karl-Heinz Schleifer zur Brust genommen hat, nachdem er von dem Deal aus der Zeitung erfuhr. Ebenso, wie er seinen Unmut laut gegenüber seinem Amtsvorgänger Stoltenberg Luft machte. Und auch die Chefs von HDW und IKL dürften nicht verschont geblieben sein. Wir dürfen einigermaßen sicher sein, dass Barschel spätestens ab Dezember 1986 wusste, dass in seinem Bundesland, in Kiel, der Stadt seines Amtssitzes, die Bundesrepublik Deutschland an einem Kernstück der nuklearen Abschreckungsstrategie Israels arbeitet.

Deutschland verstößt mit der Lieferung der Dolphin-Boote sicherlich nicht gegen den Wortlaut des Atomwaffensperrvertrages. Ob es gegen den Geist des Vertrages verstößt, darüber ließe sich vielleicht streiten. Darauf kommt es aber auch gar nicht an.

Ein einziges Wort Barschels über den Zweck dieser Boote vor dem Kieler Untersuchungsausschuss oder auch dem Bonner U-Boot-Pläne-Ausschuss, und das Projekt wäre tot gewesen. Im Jahre 1987 hätte die bundesdeutsche Öffentlichkeit schlichtweg keine Lieferung deutscher Atomwaffenträger an wen auch immer akzeptiert. Der unappetitliche, kontextuelle Zusammenhang zum Südafrika-Deal wäre noch hinzugekommen.

Warum hätte Barschel vor einem der Untersuchungsausschüsse über den deutschen Beitrag zu Israels Nuklearrüstung reden sollen?

Wer Barschel eher zugeneigt ist, könnte zum Beispiel an eine ehrlich empfundene, ethisch-moralische Ablehnung Barschels für diesen Typ von Waffen denken, deren einzige Funktion - sollten sie jemals zum Einsatz kommen - Rache ist. Frei von parteipolitischen Zwängen und ohne Rücksicht auf die ja ohnehin schon zerstörte eigene politische Karriere, hätte Barschel quasi als letzte Handlung seines Politikerlebens den Deal unterbinden können. Und dabei - so ganz nebenbei - der Öffentlichkeit sein ethisches Wertesystem präsentieren können, an dem so arg gezweifelt worden war.

Wer Barschel weniger zugeneigt ist, dem wird sich als ein mögliches Motiv für eine mögliche diesbezügliche Aussage Barschels zumindest Rache an seinen Partei"feunden" aufdrängen, die ihn wie eine heiße Kartoffel hatten fallen lassen.
Barschels endgültiger politischer Tod ereilte ihn erst nach seinem Rücktritt, als er sich schon auf seiner Spanien-Reise befand: Ausgerechnet Karl-Heinz Schleifer erinnerte sich plötzlich daran, dass Barschel ihn angeblich eines Tages angerufen und gefragt hatte, was eigentlich aus der Steuerstrafanzeige gegen Engholm geworden war. Barschel hatte behauptet, von der Anzeige erst durch die Presse erfahren zu habe. Wenn Schleifer die Wahrheit sagte,musste Barschel gelogen haben. Das erst machte ihn endgültig zur persona non grata in der CDU.

Hätte Barschel vor einem Untersuchungsausschuss über die Dolphin-Boote geplaudert, HDW-Aufsichtsrat Schleifer wäre das erste und kleinste Opfer der dann zu erwartenden öffentlichen Entrüstung geworden.

Es kommt aber eigentlich weniger darauf an, ob Barschel wirklich vor einem Untersuchungsausschuss ins Plaudern gekommen wäre - und falls ja, aus welchen Motiven -, sondern für wie real der damalige Israelische Ministerpräsident Wikipedia: Jitzchak_Schamir die Gefahr hielt, dass dies passieren könnte.

Im Kampf für seinen Traum eines jüdischen Staates, war Schamir an den Planungen für mehr als nur einen Mord beteiligt gewesen (Wikipedia: Lechi , Wikipedia: Massaker_von_Deir_Yasin, Wikipedia: Folke_Bernadotte).

Als Israelischer Ministerpräsident sah er die Waffe, die den jüdischen Staat in letzter Konsequenz unangreifbar machen würde, auf den Zeichenbrettern der Lübecker U-Boot-Konstruktuere im Entstehen.

Konnte er es da wagen, dass vielleicht ein gescheiterter, deutscher Regionalpolitiker ihm diese Waffe durch ein paar unbedacht Äußerungen zunichte machte?

---

Um es nochmal deutlich zu sagen: Ich bezichtige nicht Schamir, den Mord an Barschel in Auftrag gegeben zu haben, ich will lediglich einen Denkanstoß zu einem möglichen Mordmotiv geben, das ohne James-Bond-Schnickschnack auskommt.


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Der Fall Uwe Barschel

04.03.2018 um 01:40
Als kleiner Nachtrag, auch um zu zeigen, wie nah der Mossad den Booten ist, vielleicht noch der Hinweis auf die Geheimdienst-Posse im Zusammenhang mit der bisher letzten Auslieferung eines Bootes der Dophin-Klasse:
http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienst-warum-quarnbek-dem-israelischen-geheimdienst-eine-rechnung-schickt-1.289...


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Der Fall Uwe Barschel

04.03.2018 um 11:03
Worin Uwe Barschel verwickelt war, hat er möglicherweise selbst nicht überblickt.
Eine Kellnerin aus dem Hotel Neptun berichtete mir gegenüber, er habe sich in der Bar mit Leuten getroffen und es soll von Munition die Rede gewesen sein.
Es fiel angeblich der Begriff, Kaliber 5,56.
Das erstaunliche daran ist, dieses Kaliber entspricht der NATO-Munition.
Selbst wenn das im Vergleich mit Kernwaffen und U-Booten harmlos erscheint, wäre es ein dicker Hund gewesen, wenn zum damaligen Zeitpunkt bekannt geworden wäre, dass auf dem Gebiet der DDR NATO-Bedarf gedeckt wurde.


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Der Fall Uwe Barschel

04.03.2018 um 13:14
@OpLibelle

Vielen Dank für Deine letzten Beiträge und die sehr umfassenden Ausführungen. Es geht mir persönlich bei dieser Diskussion in erster Linie gar nicht so sehr um die Auflösung, wer Dr.Dr. Uwe Barschel in die Badewanne des Beau Rivage gelegt haben könnte, sondern vielmehr darum, ob der Fall überhaupt hinreichend in diese Richtung untersucht und ausermittelt wurde. Auch ich habe zu diesem inzwischen recht umfangreichen Komplex recherchiert und mir einige Bücher verschiedener Autoren sowie Dokumentationen zu diesem Sachverhalt durchgelesen bzw. angeschaut. Darunter natürlich auch die hier oft verlinkte Dokumentation Rex/Wille.

Wie man meinen Beiträgen in diesem Thread entnehmen kann, zweifle ich stark daran, dass eine anders angelegte und ggf. noch gewissenhaftere, objektivere Ermittlung zu den Todesumständen des Politikers zu dem selben Ergebnis geführt hätte, wie es heute vorliegt. Ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich die Mordtheorie(n) forciere, sondern vielmehr das es mMn unzureichend ausermittelte Indizien gibt, die eine für mich klare Überzeugung in eine bestimmte Richtung unmöglich machen. Mehrfach habe ich bereits betont, dass ich -sofern man ausschließlich die veröffentlichten Ermittlungsergebnisse heranzieht- eine Tendenz zu Gunsten eines angenommenen Suizides (Beihilfe durch Dritte eingeschlossen) sehe. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich diesen Sachverhalt damit zufriedengestellt abhake. Dafür ist die persönliche Abwägung beider Theorien gegeneinander deutlich zu knapp ausgefallen. Es fehlen zu viele entscheidende Informationen.

Ich halte es für wichtig, dass die -für mich persönlich- nicht hinreichend ermittelten Indizien weiter beleuchtet und an den virtuellen "Pranger" gestellt werden. Der von Dir mMn sehr gut ausgeführte Beitrag bzgl. des Lösungsmittelkontaminierten Schuhs ist so ein Indiz. Auch der ausführlich gestaltete Beitrag zum Motivthema ist meiner Meinung nach nicht nur berechtigt, sondern auch sehr wichtig für die Gesamtbetrachtung des Komplexes. Ich hoffe sehr auf weitere Beiträge dieser Qualität.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 12:06
OpLibelle schrieb: ich will lediglich einen Denkanstoß zu einem möglichen Mordmotiv geben
Nur das nach wie vor ein Motiv alleine sehr wenig darüber aussagt, ob ein Todesfall vorsätzlich herbeigeführt wurde.

Sofern kein Motiv erkennbar ist, kann das in der Tat darauf hinweisen, dass eine Fremdtötung ausscheiden könnte.
Aber der Umkehrschluss ist nunmal unzulässig. Das Vorhandensein eines Motivs kann keine Aussage darüber treffen, ob ein Fremdverschulden wahrscheinlicher ist oder nicht. Das ist das Problem an Umkehrschlüssen. Sie sind nicht immer möglich.

Wir können daher, denke ich, den Punkt "Motiv" abhaken. Ich denke, dieser Punkt ist auch unstreitig. Es gab diverse mögliche Motive. Ob sie stark genug waren, einen Mord zu begehen, wissen wir nicht.


Der Punkt mit dem Leder ist darüber hinaus ein gutes Beispiel, wie festgefahren Deine Argumentation ist, @OpLibelle
Du kannst gar nicht ergebnisoffen da heran gehen und die Argumente prüfen. Das erschwert natürlich eine Beurteilung.

Bei den Schuhen kann man nur sagen: Wir wissen nicht, wie diese Spuren entstanden sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie sie entstanden sein könnten, jedoch gab es keine direkte Untersuchung dieser Spuren. Weswegen jegliche Schlussfolgerung reine Spekulation ist.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 12:43
Slaterator schrieb:Es geht mir persönlich bei dieser Diskussion in erster Linie gar nicht so sehr um die Auflösung, wer Dr.Dr. Uwe Barschel in die Badewanne des Beau Rivage gelegt haben könnte, sondern vielmehr darum, ob der Fall überhaupt hinreichend in diese Richtung untersucht und ausermittelt wurde.
<<Sehe ich auch so.
--------------
.....Angesichts solcher Zustände diskutierten die Lübecker Staatsanwälte früh darüber, ob in Genf Spuren absichtlich lückenhaft ermittelt wurden. Die "Basler Zeitung" (BaZ) berichtete am 15. Oktober 1987 über eine mögliche politische Einflussnahme: "Nach sehr zuverlässigen Informationen, welche die BaZ bekam, haben die politischen und Justizbehörden von gewichtiger deutscher Seite und über mehrere Kanäle den Wunsch übermittelt bekommen, dass es in aller Interesse wäre, wenn man diesen Fall als Selbstmord einstufen könnte."......
<Die Welt
-------------
Operationen - Manipulationen -
Zufälle - Vernebelung des Motivs
Die XXXXX-Spiegel Affären mit dem
furiosen Glockenschlag zum Finale
in Genf sind unter Anwendung vernünftiger Vernunft nicht voneinander zu
trennen, auf keinen Fall aber auf Barschels Ende mit der Suizid- Legende
zu reduzieren.........

.........Hier in der höheren Politik funktioniert es halt nur in anderen
Dimensionen. Man baut in erster Linie auf massenmanipulative
Suggestion durch Schlagwirkung und Sprengkraft mit traumatischer
Dauerwirkung. Einmal eingeschla
gene Richtungen werden stur beibehalten, da Kurskorrekturen vermeintlich die Führungsqualitäten
anzweifeln lassen und die Autorität der Truppe untergraben So wird ein einmal falsch justierter Kompass immer weiter nach der
falschen Marschzahl ausgerichtet und das scheint bei Überprüfung dann
auch immer wieder aufzugehen. Irgendwann ist es fast unmöglich die
Ursprungsmarschzahl festzustellen.......

Dieses Muster einmal auf den Fall „B“ übertragen macht die zwangsweise-
und zwangsläufiger Weise entstandenen Verzweigungen deutlich, die sich
in Richtung Geheimdienste(<abgeändert) und alle
möglichen Richtungen konzentrisch oder sternförmig zu einem
spinnennetzartigen Gitternetz letz
tendlich zu einem 3D Raumgitter
vereinigen.
Journalisten wollen Abhängigkeiten
festigen und Honig saugen, nicht
anders als deren politische Führungsfiguren. Wer sich gut benimmt, zu
bestimmten Dingen schweigt oder
lügt und dafür andere passende
Elemente einsteuert, wird mit Posten, Pöstchen, Liebe oder Lob belohnt,
andere abgeschaltet oder bestenfalls abgestraft.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 12:53
Zum Thema Untersuchungsausschuß kann ich nur zitieren:
Der juristische Hintergrund
Die Staatsanwaltschaft ist eine Verwal-
tungsbehörde und als solche wei-
sungsgebunden
. Ein Staatsanwalt han-
delt im Auftrag oder in Vertretung des Be-
hördenleiters. Die Leitung und Dienst-
aufsicht steht dem Bundesjustizminister
gegenüber der Bundesanwaltschaft
beim Bundesgerichtshof zu, den Lan-
desjustizministern hinsichtlich der Staats-
anwaltschaft ihres Landes, den Gene-
ralstaatsanwälten hinsichtlich der Staats-
anwaltschaften ihres Bezirks. Staatsan-
wälte sind grundsätzlich an Weisungen
ihrer Vorgesetzten gebunden.
Der Fall
Barschel hatte hochbrisante politische
Auswirkungen bis hin zur Frage, welche
der großen Parteien über den Bundes-
rat und die Ländervertretungen maß-
geblichen Einfluss auf Mehrheitsver-
hältnisse im politischen Willensbil-
dungsprozess ausüben.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 13:20
kleinundgrün schrieb:Der Punkt mit dem Leder ist darüber hinaus ein gutes Beispiel, wie festgefahren Deine Argumentation ist, @OpLibelle Du kannst gar nicht ergebnisoffen da heran gehen und die Argumente prüfen. Das erschwert natürlich eine Beurteilung.
Ich denke nicht, dass ich in dieser Sache übermäßig verbohrt bin. Ich bin auch sonst kein großer Anhänger von Verschwörungstheorien. Ich habe mich nur in diesem Punkt über Rex geärgert.

Badewasser löst nunmal keinen Klarlack aus Schuhen, nochzu, wenn die Schuhe recht neu sind und der Klarlack nicht angegriffen ist (wie man am rechten Schuh sieht).
kleinundgrün schrieb: gab es keine direkte Untersuchung dieser Spuren.
Schuhe, Badematte, Whisky-Fläschchen usw. liegen doch seit Jahrzehnten Lübeck und wurden kriminaltechnisch untersucht.

Ganz generell, sehe ich einfach nur viele, kleine Puzzle-Teile. Auf einem steht "Lösungsmittel" auf einem anderen "verschwundene Weinflasche", ein anderes Puzzle-Teil heißt "Keine Tablettenrückstände in der Speiseröhre" usw. usf. Keines dieser Teile hat für sich allein genommen eine besondere Aussagekraft. In der Summe dann aber schon: Die Puzzle-Teile versuche ich im Kopf zu einem Geschehnisablauf über die Dinge, die da in dieser Nacht in diesem Hotelzimmer passiert sind, zusammenzusetzen. Bei der Annahme von Mord glingt mir das einigermaßen widerspruchsfrei. Bei der Annahme eines Selbstmordes gelingt mir das weit weniger.

Ich sehe in diesen (und anderen Fällen) nicht mehr als ein Denksportaufgabe. Persönlich habe ich keine Beziehung zu Barschel oder dem Fall; bestenfalls zeitgeschichtliches Interesse an der Wahrheit.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 13:41
OpLibelle schrieb:Als Israelischer Ministerpräsident sah er die Waffe, die den jüdischen Staat in letzter Konsequenz unangreifbar machen würde, auf den Zeichenbrettern der Lübecker U-Boot-Konstruktuere im Entstehen.
Konnte er es da wagen, dass vielleicht ein gescheiterter, deutscher Regionalpolitiker ihm diese Waffe durch ein paar unbedacht Äußerungen zunichte machte?
Aus historischer und politikwissenschaftlicher Sicht folgen Staaten - je nach Staatsform - immer bestimmten Logiken. Bei solchen mit repräsentativer Demokratie, Gewaltenteilung bzw. -kontrolle und freier Presse (wie auch Israel) ist diese Logik eine Andere, wie z.B. bei Nordkorea, Hitlers Dritten Reich oder Putins Russland.

Nun gehört Israel zu den Staaten, denen man, wie den USA, alles zutraut. Was dabei antiamerikanische, antizionistische oder gar antisemitische Stereotypen sind, lasse ich mal dahin gestellt. Ich halte die Politik des Staates Israel seit seiner Gründung - vornehm ausgedrückt - für nicht immer glücklich und nicht immer den eigenen Interessen dienlich. Egal.

Die Morde, die der Mossad im Auftrag der israelischen Regierung ausgeführt hat, waren meines Erachtens immer von einer breiten Zustimmung der Bevölkerung getragen. Ob es die Verantwortlichen des Olympia-Attentats waren, terroristisch orientierte Palästinenserführer oder "Feinde" Israels - der Kampf um die Existenz des Staates erlaubte der Regierung solche Taten (ob politisch sinnvoll oder nicht, ob legitim oder nicht, ob völkerrechtlich legal oder nicht). Mossad-Aktionen wurden gemeinhin vom Kabinett abgesegnet, der Regierungschef allein gab nur in Ausnahmefällen den Befehl, informierte aber dann seine Ministerkollegen.

Die Tötung eines deutschen Ministerpräsidenten wäre da ein gigantisches politisches Risiko gewesen, das man nur in Kauf genommen hätte, wenn die Gefahr, die von dieser Person ausging, mit Händen zu greifen gewesen wäre. Sonst hätte man die regierungsinterne Zustimmung gar nicht bekommen. Die Angehörigen des Mossad sind insoweit auch nicht nur blinde Erfüllungsgehilfen, sondern beraten die Regierung und prüfen zugleich, ob sie sich mit einer solchen Art von "Selbstverteidigung" identifizieren können.

All das sehe ich bei Barschel nicht. Nachdem er - nach Deinen Worten - noch nicht einmal Kenntnis von dem Waffen-Deal hatte, andere Personen aber schon, wäre doch der Kreis von für Israel gefährlichen Mitwissern weit über Barschel hinausgegangen. Zudem denke ich, wäre man als israelischer Vertreter auf Barschel zugegangen und ihm die Lage erläutert, hätte er im Untersuchungsausschuss geschwiegen wie ein Grab. Das Existenzrecht Israels gehörte zur Staatsräson von CDU- wie SPD-Politikern. Einen von allen möglichen Ebenen gebilligten Deal hätte Barschel nicht gekippt - Barschel-Affäre hin oder her.

Im Übrigen folgt für mich diese Spekulation - mehr ist es ja nicht - einem klassischen Muster. Ich habe eine Macht, der ich im Prinzip jede Schweinerei zutraue. Diese Macht tötet Menschen im Geheimen, es gibt also keine Spuren. Ist das Opfer prominent und liegt ein nicht nichtnatürlicher Tod vor, dann beginnen diese Spekulationen unweigerlich.

Ich spekuliere mal OT in einem ganz anderen Fall:

Franz Josef Strauß hatte den Milliardenkredit mit der DDR verhandelt und ist seit Anfang der 1980er Jahre x-fach in der DDR gewesen. Er wird dort mit Gott und der Welt Kontakt gehabt haben, von Schalck über Honecker bis hin zu Mielke. Er wird von der Stasi bis zum Geht-Nicht-Mehr überwacht worden sein. FJS hatte seit Mitte der 1950er Jahre kontinuierlich mit den größten Waffenbeschaffungen und Waffenexporten in der Geschichte der Bundesrepublik zu tun. Er war bis zu seinem Tod über Airbus, MBB, Daimler usw. europa- und weltweit im Geschäft. Er lobhudelte Pinotet (Chile) und das Regime in Südafrika, die Gerüchte über Waffengeschäft, illegale Parteispenden und persönliche Bereicherung in gigantischem Umfang hörten nie auf.

Die Motive, ihn zu töten, waren mannigfaltig.

Am 3. Oktober 1988 verstarb FJS angeblich aufgrund eines Herzinfarkts, den er drei Tage vorher auf einem Jagdausflug mit dem Fürsten von Thurn & Taxis erlitten hat. Es gab darüber nie eine Untersuchung. Der Fürst starb kurz darauf am 14. Dezember 1990. Merkwürdig, merkwürdig... ;-) Wäre Strauß mit dem Flugzeug abgestürzt, gäbe es hier einen Thread darüber.

So verhandeln wir über Barschel und ich kann kein einziges Motiv finden, dass eine Ermordung abstrakt erklärbar macht. Auch keine Spekulationen im Zusammenhang mit Izaak Schamir als Regierungschef.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 13:56
Monstra schrieb:Am 3. Oktober 1988 verstarb FJS angeblich aufgrund eines Herzinfarkts, den er drei Tage vorher auf einem Jagdausflug mit dem Fürsten von Thurn & Taxis erlitten hat. Es gab darüber nie eine Untersuchung.
Doch:

https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Leichen-saeumen-seinen-Lebensweg-id5168681.html

Ich verstehe durchaus, was Du mir sagen willst, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht ;-)


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 13:59
OpLibelle schrieb:Ganz generell, sehe ich einfach nur viele, kleine Puzzle-Teile. Auf einem steht "Lösungsmittel" auf einem anderen "verschwundene Weinflasche", ein anderes Puzzle-Teil heißt "Keine Tablettenrückstände in der Speiseröhre" usw. usf. Keines dieser Teile hat für sich allein genommen eine besondere Aussagekraft. In der Summe dann aber schon: Die Puzzle-Teile versuche ich im Kopf zu einem Geschehnisablauf über die Dinge, die da in dieser Nacht in diesem Hotelzimmer passiert sind, zusammenzusetzen. Bei der Annahme von Mord glingt mir das einigermaßen widerspruchsfrei. Bei der Annahme eines Selbstmordes gelingt mir das weit weniger.
Die Puzzle-Teile können aber auch völlig banale Ursachen haben:

- Die Weinflasche kann der Service im Laufe des Vormittages entfernt haben (ohne das Badezimmer betreten zu haben).

- Hätte Barschel Tablettenrückstände in der Speiseröhre haben MÜSSEN? Oder konnte er diese einfach durch ein Getränk heruntergespült haben?

- Konnte er nicht die Whiskey-Flasche selbst geleert und mit Wasser aufgefüllt haben, um weitere Tabletten zu schlucken?

- Wer behauptet bzw. woraus folgt, dass der Klarlack nur durch ein Lösungsmittel entfernt werden kann?

Unzulässig ist jedoch, was auch OStA Wille macht: Er ist vom Mord überzeugt und bevorzugt immer die Interpretation, die seine Mordthese stützt. Sehr schön zu sehen am Schuh und am Lösungsmittel. Der Lederexperte, der die Spuren auf Badewasser zurückführt, wird einfach ignoriert, ohne dass er widerlegt werden könnte. Das ist unzulässig. Und so geht es weiter. Von mehreren Möglichkeiten wird immer die gewählt, die die Ausgangsthese (=Mord) stützen soll. Das machst Du hier auch OpLibelle.

Eine Beweisführung, die ausschließlich auf Eventualannahmen beruht, ist für sich genommen wertlos. Das ist typisch für Spekulationsgebäude, die auf ein bestimmtes Ziel hin konstruiert werden.

PS: Dr. Eisenmenger, der JFS obduziert haben will, ist natürlich damals sehr gut bezahlt worden, warum hätte man ihn nach Regensburg holen müssen??? Sowohl an der Uniklinik, wie auch im Krankenhaus, in dem JFS behandelt wurde, gab es hervorragende Pathologen und Rechtsmediziner. Warum fliegt man einen aus München ein? Und wurde der Autopsiebericht je veröffentlicht? Welches Interesse hatten, CSU und Bundeskanzler Kohl, den Mord an JFS zu verschleiern? Merkwürdig, merkwürdig, das alles... ;-)


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 16:01
OpLibelle schrieb:Ganz generell, sehe ich einfach nur viele, kleine Puzzle-Teile.
Aber genau heir liegt ein Problem. Du weiß nicht, wie das in "normalen" Fällen ist.
Jeder etwas komplexerer Fall ist bei genauer Betrachtung voll von Ungereimtheiten. Die Frage ist eben, welche Schlüsse daraus gezogen werden können und in wie weit ein Fall komplett ausermittelt werden muss, bevor der Tathergang hinreichend sicher genug fest steht.
OpLibelle schrieb:Badewasser löst nunmal keinen Klarlack aus Schuhen, nochzu, wenn die Schuhe recht neu sind und der Klarlack nicht angegriffen ist (wie man am rechten Schuh sieht).
Wenn man diesem Punkt Aufmerksamkeit widmen könnte und würde (ersteres dürfte schon daran scheitern, dass das Originalmaterial viel zu alt ist, aber sei es drum), dann würde man vermutlich eine Vielzahl von Möglichkeiten finden, wie das passiert ist.
Stand heute - oder eben 8 Jahre nach der Tat - war das aber alles so vage, dass man außer Spekulationen, die alle mehr oder weniger gleich wahrscheinlich sein könnten, nichts Konkretes dabei finden könnte.
Grundsätzlich hätte es vermutlich etwas gebracht, genau diesen Schuh direkt nach der Tat für solche Experimente zu benutzen.
Aber schon eine "Ferndiagnose" bringt allerhand denkbare Möglichkeiten. Z.B. mechnanische Beschädigung dieser Sohle, so dass die Schrift eben doch mit anderen Lösungsmitteln heraus gelöst werden konnte. Über mögliche Gründe einer solchen mechanischen Beschädigung könnte man nun endlos fabulieren. Selbst unterschiedliche Beschädigungen zwischen den beiden Schuhen sind denkbar.
Das einzige, was noch feststellbar ist: Man weiß es nicht und kann es wohl auch nicht mehr fest stellen. Es ist ein dauerhaft ungeklärter Aspekt eines komplexen Sachverhaltes.
Man kann sich Gedanken machen, ob der Tathergang, der eine Kontaminierung mit einem entsprechenden Lösungsmittel, das auch gleichzeitig ein Transportmittel durch die Haut dienen kann, plausibel ist. Aber auch das wird letztenendes wenig zielführend sein.
Man wird am Ende immer sagen können: "Es könnte aber so gewesen sein".
Was man nicht kann, ist eine Hierarchie der Wahrscheinlichkeiten der jeweiligen Szenarien festzulegen.
Und an der Stelle endet eben jegliche "Ermittlung" hier.


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Der Fall Uwe Barschel

05.03.2018 um 16:26
Erst mal OT und dann schlage ich einen Bogen zum Fall Barschel:

Mein erster Fall, mit dem ich persönlich zu tun hatte, war ein zweijähriges Kind. Es spielte auf dem Hof der Großeltern im Garten. Die Oma war in Küche, der Opa in der Werkstatt.

Das Kind war ein paar Minuten unbeaufsichtigt (nach Auskunft der Großeltern). Keiner hat etwas gehört, keiner gesehen.

Das Kind wurde neben einem Holzstapel für Brennholz (ca. 10 bis 20 cm Stammdurchmesser, 1 m lang, 1 m hoch geschlichtet) tot aufgefunden. Etliche Holzstämme waren vom Stapel abgerollt und haben vermutlich das Kind erschlagen. Es konnte nicht festgestellt werden, ob das Kind versucht hatte, auf den Stapel zu klettern oder ob es sich nur dagegen gelehnt hatte. Auch konnte nicht beurteilt werden, ob der Stapel nicht ordnungsgemäß aufgebaut worden war. Die Polizei stellte fest, dass die Leiche dort länger gelegen haben muss, als die Großeltern angegeben hatten, d.h. es spricht viel dafür, dass das Kind über 30 Minuten unbeaufsichtigt worden war.

Ein Gutachten zum Holzstapel wurde nicht eingeholt. Es gab keine Autopsie, auch mit Rücksicht auf die Eltern. Keine LKA-Untersuchung. Der Staatsanwalt war der Ansicht, es läge schon deshalb fahrlässige Tötung vor, weil die Aufsichtspflicht verletzt worden sei. Man werde das Verfahren sowieso einstellen, da die Großeltern die Folgen der Tat schon so treffen würden, dass man von Strafe absehen könne. Die Akten wurden geschlossen.

Was passiert war, wusste man also nicht genau. Das Kind war tot. Weiterer Aufklärungsbedarf wurde nicht gesehen. Meiner Meinung nach zu Recht.

Hätte man das ganze kriminalistische Programm der Spurensicherung mit Fasern, DNA und Autopsie fahren sollen, wenn es sich um den Sohn eines bekannten Politikers gehandelt hätte? Warum?

Wenden wir doch mal die Methode "Barschel" auf den Fall an:

Nun kann ich sagen, der Unfall sei nie richtig aufgeklärt worden. Man wisse nicht, was wirklich passiert sei. Es könne ja jemand über den Zaun gestiegen und das Kind mit einem Stock erschlagen und erst dann im Anschluss den Holzstapel zum Einsturz gebracht haben. Es sei fahrlässig, wenn keine Autopsie durchgeführt worden sei. Und warum haben man keinen Holzgutachter herbeigezogen und keine forensische Untersuchung durchgeführt. Die Eltern könnten ja eingeschüchtert worden oder erpresst worden sein, vielleicht haben sie kein Geld bezahlt.


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