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Der Fall Jens Söring

28.986 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

30.11.2020 um 19:47
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:@Mrs.Melody postete am 26.11.20 S. Erklärung im Prozess, warum er o. g Passage geschrieben haben will. Genau wie im Brief selbst, - viel Blabla, ohne inhaltlich logischen Zusammenhang dazwischen.
Schutzbehauptungen eben, nichts als Schutzbehauptungen!
Zitat von soomasooma schrieb:Nur ein weiter, verkrampfer Versuch, Nebel zu produzieren, damals wie heute. Zwei mörderische Königskinder - ganz ohne Voodoo, vielleicht mit Analverkehr. 🤷🏽‍♀️
Dann sollte man die schwarzen Wachsflecken vielleicht nochmal auf ihre wahre Konsistenz prüfen! :D


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Der Fall Jens Söring

30.11.2020 um 21:09
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Sorry, hatte ich vergessen zu beantworten.

Weihnachtsbrief besteht aus mehreren, abgeschlossen Einzelbriefen. Der Satz mit "dinner scene" ist in einem Einzelbrief, von S7. - S12
Im Prozess wurde der gesamte Eeihnachstbrief vorgelesen (mehrere Tagebuchbriefe). Updike ist dann die verfänglichen Passagen durchgegangen. Neaton in der Zeugenbefragung noch mal. Insofern hat Söring das schon ausführlich und in sich geschlossen erklärt. Schutzbehauptung oder nicht.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Dann sollte man die schwarzen Wachsflecken vielleicht nochmal auf ihre wahre Konsistenz prüfen! :D
Damit biste dann leider Jahrzehnte zu spät. So wie ich das sehe wurde eine Haarprobe von DH entnommen. Daraus liesse sich doch bestimmt seine DNA bestimmen.


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Der Fall Jens Söring

30.11.2020 um 21:16
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Insofern hat Söring das schon ausführlich und in sich geschlossen erklärt.
Er muss halt, über besagten Brief hnaus, ganz schön viel schlüssig begründen. Und irgendwann wird's eben unglaubwürdig ....
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Cpt.Germanica schrieb:
Dann sollte man die schwarzen Wachsflecken vielleicht nochmal auf ihre wahre Konsistenz prüfen! :D

Damit biste dann leider Jahrzehnte zu spät.
Oder du.


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Der Fall Jens Söring

30.11.2020 um 22:29
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Oder du.
Nö, es gäbe ja mit dem Retesting wichtigeres als das. Und dafür wäre noch Zeit. Ist auch kein Nebel.😂


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30.11.2020 um 23:32
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:Q: Now on Page
12, there is a passage that says, I don't know whether I can resist this, I can see myself depriving people of their property quite easily, your dad for instance.[/quote

Soering:
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:? If you read this, I don't know whether I resist this, okay? You don't know what this is,

it's a pronoun, it refers to something that comes before, and have got to refer to the previous paragraph
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:. I'm absolutely convinced that the combination of hypnosis and neurolinguistic programming. Maybe I should expand on hypnosis and neurolinguistic programming, My major at that time at the UVA was psychology, that's what I was studying, okay
Updike
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:: So that is what you thought you couldn’t resist?
Soering
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:soonerorlaterfindsamilitaryapplication., And that’s what I was saying here. And I don’t know whether I can resist this.

That's what I am referring to, this sort of technology, Neurolinguist programming.

If you can make a tape that tells people not to steal, conceivably

you can make a tape that tells people to steal, and drop the stuff off at my door. And I think that that's possibly, you know, an enticing thought
.

And I don't know whether I can resist this, you know. And I refer to her father here,

he died, for instance, b
ecause Elizabeth portrayed her father to me at this point in December, '84, as a very rich businessman who had made his money basically by exploiting People in Africa, and after that, breaking up unions in Canada, and being a bit left wing, deomocrat at that time. It didn't sound like a wonderful thing to to do me, and it sounded like this was the kind of person who you know, had made his money by immoral means and

probably deserved to have it either taxed or stolen or something
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Insofern hat Söring das schon ausführlich und in sich geschlossen erklärt
Das ist Auszug, aus dem Trial Transkript, das Du am 26.11.20 gepostet hast.

Wo ist in S.s Erklärung der logische Zusammenhang? Das macht doch Null Sinn hier. Er will seine verfängliche Aussage - Don't know if I can resist this- so hindrehen, als ob er lediglich die technischen Möglichkeiten - = Tonbänder mit unterschwelligen Botschaften transportieren via NLP Verhaltenskommandos ins Unterbewusstseins anderer-gemeint habe. Angewandt auf den Vater, könne er dieser Möglichkeit nicht widerstehen.

Aber das steht so nirgendwo im Original auf S. 12 im WB.

Im Original ist da ein Absatz, der den nachfolgenden Text mit den verfänglichen Sätzen inhaltlich wie formal, von dem NLP Geschwafel deutlich trennt, welches sich inhaltlich weitgehend auf eine unbestimmte, ferne Zukunft bezieht, demnach endet der Abschnitt mit NLP Inhalt auch mit " given time...". im Original. Der "can't resist" Satz ist Überleitung zu seinen sexuellen Fantasien, wobei er wörtlich von "I can see myself.." spricht, also nix mit Tonbändern.

S. versucht hier mit pseudo- wissenschaftlichem Geschwafel Sachverhalt künstlich zu verkomplizieren + Jury zu verwirren.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Schutzbehauptungen eben, nichts als Schutzbehauptungen!
Er hatte fast 4 Jahre Zeit darüber nachzudenken.



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Der Fall Jens Söring

30.11.2020 um 23:38
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Cpt.Germanica schrieb:
Schutzbehauptungen eben, nichts als Schutzbehauptungen!

Er hatte fast 4 Jahre Zeit darüber nachzudenken.
Und danach nochmal 29.

Er würde aber vermutlich nochmal 33 Jahre brauchen um all' die Widersprüche in seiner Story zu eliminieren. Optimistische Schätzung.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 10:32
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Im Prozess wurde der gesamte Eeihnachstbrief vorgelesen (mehrere Tagebuchbriefe). Updike ist dann die verfänglichen Passagen durchgegangen. Neaton in der Zeugenbefragung noch mal. Insofern hat Söring das schon ausführlich und in sich geschlossen erklärt.
Dieser Weihnachtsbrief, über x-Seiten, ist eine stream of consciosness. Söring wollte sich offenbar "nackt" machen, die Eindrücke verarbeiten, die Hay. in sehr kurzer Zeit in ihm ausgelöst hat. Und so wie wir bei unseren eigenen Assoziationen oder Gedanken, würden wir sie so zu Papier bringen, allerlei obskure, absurdes und wüstes Zeugs drin finden würde, findet sich das auch hier.

Wer mal beim Psychiater auf der Couch gelegen ist oder sehr stark selbst reflektierend Tagebuch geführt hat, dem ist das nicht völlig fremd. Die meisten von uns tun das nicht, weil wir zu erwachsen, zu wenig "psycho", zu wenig literarisch sind, Wichtigeres zu tun haben und es auch für nutzlos halten, weil die eigenen Gedankenfetzen nun mal nicht so wichtig sind. Ein 18jähriger, erstmals verliebt, das Objekt seiner Begierde erst sehr kurze Zeit kennend, voll mit Hormonen bis Oberkante-Unterkiefer, der tut das halt.

Das ist noch nicht mal verschieden interpretierbar, eigentlich auch nicht erklärbar und erst recht nicht vermittelbar. Söring versucht es m.E. ziemlich plausibel und am Ende doch erfolglos, egal ob das nun die "Wahrheit" ist oder nicht.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Schutzbehauptungen eben, nichts als Schutzbehauptungen!
Das ist der Rettungsanker des Richters, wenn er einem Zeugen nicht glaubt, aber das nicht begründen kann: "Schutzbehauptungen".

Mal davon abgesehen, ist es ein Ding der Unmöglichkeit ist, jemanden zu überzeugen, man habe nicht Monate vorher an Mord gedacht, wenn der schon überzeugt ist, dass man den Mord begangen hat.

Mal angenommen, Söring wäre unschuldig: Er hätte keine Chance gehabt, seinen Brief überzeugend zu erklären.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 10:42
PS:

In Deutschland hätte man diesem Beweismittel schon deshalb keinen großen Beweiswert zugebilligt, weil eben nicht eindeutig daraus hervorgeht, ob sich hier Mordphantasien manifestieren, die hinreichend konkret sind.

Ggf. hätte man einen psychiatrischen Gutachter hinzugezogen, der aber nur mit "Möglichkeiten" und nicht mal "Wahrscheinlichkeiten" gearbeitet hätte und letztlich die Aufzeichnungen für vielseitig interpretierbar und nicht als Ausfluss einer schuldmindernden Störung gesehen hätte.

Eine Jury - wie auch das werte Publikum hier - kann man natürlich mit einzelnen Sätzen aus zig Seiten gut aufheizen. Deshalb bin ich froh, dass wir in Deutschland ein anderes System haben, das weniger emotional und stärker wissenschaftlich arbeitet.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 11:04
Steht nicht im direktem Zusammenhang, aber weils mir grad so einfällt:
Zitat von monstramonstra schrieb:In Deutschland hätte man [...] Beweismittel schon deshalb keinen großen Beweiswert zugebilligt, weil
... unter anderem auch ein Sockenabdruck ungefähr soviel Wert ist, wie ein Handschuhabdruck, der durch einen Gartenhandschuh entstanden ist.

Mickey-Mouse-Sience, halt. So ein Quatsch wäre niemals von einem deutschen Gericht zugelassen worden.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 12:30
Zitat von YoshimitsuYoshimitsu schrieb:So ein Quatsch wäre niemals von einem deutschen Gericht zugelassen worden.
Niemals nicht stimmt nicht. Es gibt "Voodoo-Wissenschaft" bei Tonbandgeräten (Fall Herrmann), Bissspuren (Aschaffenburg) oder Farbflecken von Schuhen (Fall Barschel).

Aber gemeinhin müssen Behauptungen einem naturwissenschaftlichen Nachweis Stand halten. Davon zu unterscheiden ist der Fall, wenn die so gewonnen Erkenntnisse unterschiedlich interpretiert werden können. Das kommt recht häufig vor.

Hier war die Qualität der Abdrücke jedoch so, dass es schon nicht valide mit naturwissenschaftlicher Methodik möglich gewesen wäre, Übereinstimmungen festzustellen, die über Zufälligkeiten hinausgegangen wären. Zwei Folien übereinander zu legen, das reicht da nicht.

Voodoo-Wissenschaft ist ein ziemlich treffender Begriff, weil da Beschwörungen alles sind.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 13:27
Zitat von YoshimitsuYoshimitsu schrieb:So ein Quatsch wäre niemals von einem deutschen Gericht zugelassen worden.
Hätte, hätte, Zigarette.

Wir brauchen nicht darüber reden, dass der Prozess gegen JS 1990 nach heutigen, deutschen Maßstäben kein faires Verfahren war. D. h. aber nicht automatisch, dass JS unschuldig war. Das sind zwei Paar Stiefel. Selbst wenn er wegen Mangel an Beweisen davon gekommen worden wäre, wäre das noch kein Unschuldsbeweis. Das wird hier gerne vermengt: (Angeblich) mangelnde Beweise = Freispruch = Unschuld (= Milchbubenrechnung). Sorry.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 13:32
Zitat von monstramonstra schrieb:letztlich die Aufzeichnungen für vielseitig interpretierbar und nicht als Ausfluss einer schuldmindernden Störung gesehen hätte
Du vermischst hier 2 Dinge: Schuldmindernde Störung wurde hauptsächlich aus S. sGesprächen mit Psychiatern diagnostiziert, nicht allein Briefe.
Zitat von monstramonstra schrieb:öring versucht es m.E. ziemlich plausibel und am Ende doch erfolglos, egal ob das nun die "Wahrheit" ist oder nicht.
Mir fällt auf, dass Du manchmal ziemlich allgemein argumentierst + konkrete Begründungen fehlen.
Ansonsten:

Wie Whright bereits schrieb, man kann Briefe als Geschreibsel eines 18 jährigen abtun- außer, dass 3 Monate später eben Mord tatsächlich passiert.
Und es waren Briefe allein die Ermittler auf Fährte brachte.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 17:00
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Wir brauchen nicht darüber reden, dass der Prozess gegen JS 1990 nach heutigen, deutschen Maßstäben kein faires Verfahren war.
Da ist Mr. H. aber eindeutig anderer Auffassung. So sehr, dass es mich schon sehr wundert.

Ansonsten - keine Frage - sind Schuldspruch und historische Wahrheit zwei verschiedene Dinge.
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Du vermischst hier 2 Dinge: Schuldmindernde Störung wurde hauptsächlich aus S. sGesprächen mit Psychiatern diagnostiziert, nicht allein Briefe.
Das ist klar. Es ging auch nicht um die Schuldmilderung, sondern die fiktive Beurteilung der Briefe durch einen Fachmenschen.
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Mir fällt auf, dass Du manchmal ziemlich allgemein argumentierst + konkrete Begründungen fehlen.
Für die wissenschaftliche Akribie, mit der andere hier tausende von Seiten an Zeugnissen studieren, fehlen mir Zeit und Energie. Ich nehme mir aber die Freiheit, ein - natürlich relatives - Urteil abgeben zu können. Zumal wenn die inkriminierten Zitate schon leidlich bekannt sind.

Was Mr. W. schreibt, ist sicher nicht falsch.

Es ist jedenfalls nicht wissenschaftlich, zuerst die Linien vom Mord zurück zu den Briefen zu ziehen, wie es implizit im Prozess gemacht wurde. Erst einmal muss man eine Linie von den bezeugten Worten - eventuell über die Existenz von vagen, sich mehr und mehr verfestigenden Tötungsphantasien - über die Manifestation eines Tatplans bis hin zum Mord in seiner konkreten Gestalt gezogen werden. So nach dem Motto: "Wer so was schreibt, der begeht (höchstwahrscheinlich) auch einen Mord." Wer jeden Tag seitenweise immer wieder sadistische Fantasien über Folter und grausame Tötungen en Detail aufschreibt und dies dann nach Wochen auch in die Tat umsetzt, der setzt natürlich ein deutliches Indiz. Diese wissenschaftliche Grundlage fehlte, war aber Prämisse im Prozess qua "Kollektivempfinden". Und ist es ja auch hier immer wieder.

Ich bezweifle nicht, dass es mündliche Gespräch mit Tötungsphantasien gegeben haben kann, auf die Bezug genommen wird. Ich habe da auch eine Vorstellung, wer treibende Kraft gewesen sein könnte. Die Eltern H. sind ja nicht von alleine gestorben. Aber so lange es keinen entsprechenden Erklärungen des/der Verfasser der Briefe gibt, die das stützen und erläutern, geben sie auch nicht mehr her. Erst recht nicht als Beweismittel.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 18:54
Zitat von monstramonstra schrieb:Zumal wenn die inkriminierten Zitate schon leidlich bekannt sind
... die Schlussfolgerungen aber nicht. Konkret ging es um das o. g. Trial Transkript + S.s Erklärung zu den verfänglichen Stellen.

Der Post stammte von @Mrs.Melody + sie schreibt
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Insofern hat Söring das schon ausführlich und in sich geschlossen erklärt
Du schreibst
Zitat von monstramonstra schrieb:Das ist noch nicht mal verschieden interpretierbar, eigentlich auch nicht erklärbar und erst recht nicht vermittelbar. Söring versucht es m.E. ziemlich plausibel und am Ende doch erfolglos, egal ob das nun die "Wahrheit" ist oder nicht
Ich wollte einfach nur von Euch wissen, was genau daran so selbstredend plausibel sein soll, weil mir sich das nicht so selbstverständlich erschließt, wie oben dargelegt. Aber lassen wir das.
Zitat von monstramonstra schrieb:Es ist jedenfalls nicht wissenschaftlich, zuerst die Linien vom Mord zurück zu den Briefen zu ziehen, wie es implizit im Prozess gemacht wurde
Könnte daran liegen, dass im Prozess chronologisch vorgegangen wurde.
Zitat von monstramonstra schrieb:Erst einmal muss man eine Linie von den bezeugten Worten - eventuell über die Existenz von vagen, sich mehr und mehr verfestigenden Tötungsphantasien - über die Manifestation eines Tatplans bis hin zum Mord in seiner konkreten Gestalt gezogen werden
Uns liegt nur Teil aller Briefe + nur Ausschnitte der Prozesse vor. Briefverkehr ging in Haft weiter + weitere belastende Stellen .In Hamilton Gutachten, gibt er 6 Gespräche mit Mordinhalten zu, dazu Aussagen in Geständnisse beider über Planung im Vorfeld plus Flucht aus USA - schon eine Art Linie.
Zitat von monstramonstra schrieb:nach dem Motto: "Wer so was schreibt, der begeht (höchstwahrscheinlich) auch einen Mord.
So isoliert darf man Briefe nicht betrachten +wurden sie auch nicht im Prozess.

Aus heutiger Sicht kommen noch weitere auffällige Textstellen in M. T., bzw" Nicht Schuldig "dazu, weshalb es mir extrem schwerfällt, S.gedanklich komplett aus der Gleichung zu nehmen.
Zitat von monstramonstra schrieb:Für die wissenschaftliche Akribie, mit der andere hier tausende von Seiten an Zeugnissen studieren
Die Tipperei auf Handy kostet insgesamt mehr Zeit, als Hauptquellen zu lesen.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 20:03
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Die Tipperei auf Handy kostet insgesamt mehr Zeit, als Hauptquellen zu lesen.
Es gibt Tastaturen, altmodisch, ich weiß. Und es gab Blind-Schreibmaschinenkurse, damals noch ohne Bildschirm. Da bedeutete jedes Vertippen, dass man die gleiche Zeile mindestens 9 mal fehlerfrei wiederholen musste... ;-)

Die Hauptquellen sind neben den Briefen die Vernehmungsprotokolle von 1990. Die Amerikaner haben den Deutschen eines voraus: Sie machen Wortprotokoll. Das traut sich der deutsche Richter nicht, später einmal an ein Protokoll genagelt zu werden, das fürchtet er wie der Teufel das Weihwasser.

Dort wird über viele Seiten von Söring in hartem Kampf mit Updike darum gerungen, was die Formulierungen bedeuten. Für mich waren Sörings Erklärungen insgesamt plausibel. Die Intension, die KANN also gut so gewesen sein wie es Söring darstellt. Die Briefe sind viel weniger belastend wie der Tacho des Mietwagens. Das MUSS natürlich nicht so sein. Allerdings würde ich eben jeden fragen, der meint, Sörings Erklärungen seien nicht plausibel, ob er das eben nicht zu sehr vom falschen Ende her denkt.

Und ob Söring dabei IMMER die Wahrheit sagt, ist eine andere Frage. Schon aus rein taktischen Erwägungen.

Ein mehrtägiges Studium dieser Quellen hätte mich jetzt auch nicht zu einem anderen Ergebnis geführt.


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Der Fall Jens Söring

01.12.2020 um 22:31
Zitat von monstramonstra schrieb:Für mich waren Sörings Erklärungen insgesamt plausibel. Die Intension, die KANN also gut so gewesen sein wie es Söring darstellt
Dem Wortlaut nach, sind das rein subjektive Bewertungen, die Dir natürlich zustehen, aber in einer Diskussion nicht weiterführen, da Außenstehende nicht nachvollziehen können, wie Du zu dieser Einschätzung kommst.
Zitat von monstramonstra schrieb:Allerdings würde ich eben jeden fragen, der meint, Sörings Erklärungen seien nicht plausibel, ob er das eben nicht zu sehr vom falschen Ende her denkt.
Nein, oben habe ich Begründung auf Originaltext des Abschnitts zurückgeführt. Aber alle Transkripte liegen leider nur ausschnittsweise vor, daher nur bedingt aussagekräftig
Zitat von monstramonstra schrieb:Ein mehrtägiges Studium dieser Quellen hätte mich jetzt auch nicht zu einem anderen Ergebnis geführt.
Bis Februar 2019 hatte ich von S. s Fall noch nie was gehört. Dann fiel mir zufällig das Buch "Nicht Schuldig" in die Hände + meine Reaktion bei Lektüre war exakt wie die von Whright : Von totaler Unvoreingenommenheit +direkt zu maximaler Skepsis. Das Buch selbst fand ich langweilig, weil manipulative PR Kampagne in eigener Sache, ohne literarischen Wert. Interessant daran fand ich nur die vielen Stellen, die Whright später treffend als "Freudsche Fehlleistungen bezeichnete + mir auch aufgefallen waren. Deshalb habe ich dann über Zeit hinweg immer mal wieder was zu der Sache gelesen, wenn es sich ergab,- auch passiv auf Allmy- weil ich wissen wollte, ob an dem Verdacht durch das Buch was dran war,. Mir ging es wie Whright, obwohl True Crime normal nicht mein Ding ist. Das war eher psych. Interesse.
Und jetzt ist fast 2 Jahre später.


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02.12.2020 um 09:21
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Nur als Beispiel: Im Eingangsbereich des H. Hauses war Sitzgruppe, Sofa stand direkt vor Wand.
Hätte das Gespräch nur dort stattgefunden +D. H. hätte sich auf dieses Sofa gesetzt, hätte Überrumpelungstaktik von hinten schon nicht mehr geklappt.
Dieser Punkt Dinnerszene war im Dezember schon durchgeplant von wegen Kontrolle. Ich habe da noch einmal drüber nachgedacht. Um den Vorteil des Esstisches nutzen zu können, deiner Theorie nach, würde bedeuten, man hätte sich vorher schon zum Essen ankündigen müssen. Söring kann ja bei dem Wohnzimmergespräch zwischen 20:00 und 20:30 nicht plötzlich sagen, er habe Hunger und er erwarte dass man ihn am Esszimmer bewirtet. Eine Ankündigung hatte es ja angeblich laut dem Bruder bei NH gegeben. Bestätigt wird diese Aussage durch die Frage der Polizei am 05.06., ob er erwartet wurde.
Dagegen sprechen allerdings folgende Details:

- die späte Uhrzeit
- ihre spärliche unpassende Bekleidung angeblich voller Farbe vom vorigen Malen.
- Söring alleine
-Sörinh hatte angeblich die Haustürschlüssel
- der Alkoholpegel
- ein Foto zeigt die Pfanne in der Küche. Es gab noch 1 weitere Frikadelle
- es gibt ein Longdrinkglas in der Küche

Aufgrund dessen muss man davon ausgehen, dass das kein offizieller Termin mit geplanter Bewirtung des Gastes war.
Auch das Longdrinkglas bestärkt mich in der Annahme, dass es mehr als einen Täter gab, und NH in der Küche angegriffen wurde.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:S. versucht hier mit pseudo- wissenschaftlichem Geschwafel Sachverhalt künstlich zu verkomplizieren + Jury zu verwirren.
Wie bereits gesagt, er hätte schon H. damit verwirrt. Du hast keinen schlüssigen Code parat, der
das ganze zusammenhängen entschlüsselt.
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:So isoliert darf man Briefe nicht betrachten +wurden sie auch nicht im Prozess.
Genau das tust du doch, aber in dem du eine konkrete Planung darein interpretierst und W. (so schreibt er sich übrigens) sich das ebenso zurecht legt.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb am 26.11.2020:Das ist Auszug, aus dem Trial Transkript, das Du am 26.11.20 gepostet hast.
Ja genau. Aber zusammenhängend geschlossen, heisst, dass er zwischen den von Updike abgefragten Stellen den Bogen spannt und seine angeblichen Gedankengänge dieses gestreamten wirren Briefs übergreifend erklärt. Das habe ich nicht gepostet.


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Der Fall Jens Söring

02.12.2020 um 15:15
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Ja genau. Aber zusammenhängend geschlossen, heisst, dass er zwischen den von Updike abgefragten Stellen den Bogen spannt und seine angeblichen Gedankengänge dieses gestreamten wirren Briefs übergreifend erklärt.
Das habe ich z.B. mit "plausibel" gemeint. Söring erläutert sehr viel mit Psychologie, Geschichte und Literatur, mit aktuellen Ereignissen der 1980er Jahre. Starker Bezugspunkt ist auch immer wieder die NS-Vergangenheit Deutschlands. Man merkt stark seine internationale und interkulturelle Prägung, seine Belesenheit und seine Wortgewandtheit. Und seine Selbstreflektion mit Neigung zum kult- und huldvollen Selbstsezieren und meinetwegen Inszenieren, Schwadronieren und Belehren.

Nehmen wir doch den Teil hier Beitrag von Mrs.Melody (Seite 1.481)

Der ist schon krass. Der Mann steht unter Mordanklage und sinniert über die Macht der Neurolinguistischen Programmierung und die Manipulation des Menschen im Zeitalter der Massenmedien.

Das muss man alles nicht mögen (auf die psychologischen Effekte bei Menschen, die sich dem intellektuell unterlegen fühlen, weise ich nur hin). Offenbart aber keinen Mörder. Entlastet ihn aber auch nicht.

Dennoch scheinen mir die Briefe in der ganzen Geschichte auch deshalb eine so große Rolle zu spielen, weil es eben kaum tatnahe Beweismittel gibt. Außer Blutgruppe Null fällt mir gerade nichts ein.


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Der Fall Jens Söring

02.12.2020 um 16:54
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Aufgrund dessen muss man davon ausgehen, dass das kein offizieller Termin mit geplanter Bewirtung des Gastes war.
Außer, man geht von Annahme aus, dass sich Tochter am Freitag per Telefon alleine für Samstag angemeldet haben könnte. Nur, dass dann am Folgetag um 20 Uhr eben S. statt ihr vor Tür stand. Er sprach von aufgewärmten Essen. Laut Hay. mussten sie mittags wg Messerkauf nach Maryland fahren, was nicht geplant war +Verzögerung erklären könnte. E. H. könnte in Washington von Münztelefon aus Verspätung angekündigt haben - dann wäre für Eltern alles "business as usual" gewesen : Die legere Kleidung, drinks am frühen Abend....
Irgendwie mussten sie ja sichergestellt haben, dass Eltern ohne anderweitigen Besuch an dem Abend zuhause waren.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Auch das Longdrinkglas bestärkt mich in der Annahme, dass es mehr als einen Täter gab
Ich tendiere eher nicht dazu, aber es ist natürlich theoretisch möglich. Vielleicht sind wir nach nächster Podcastfolge alle schlauer diesbezüglich. (Laut Ankündigung dreht sich nächste Folge um Marriott etc.) Bis jetzt keine Indizien.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Bestätigt wird diese Aussage durch die Frage der Polizei am 05.06., ob er erwartet wurde.
Frage kam durch entsprechende Behauptung H. s im Verhör in L, oder? ( Erinnere mich an Textstelle im WB, muss ich aber erst suchen)
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:gab, und NH in der Küche angegriffen wurde
Halte ich auch für möglich, wie auf Seite zuvor begründet.
Nochmal: Wo waren Telefone?


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Der Fall Jens Söring

02.12.2020 um 17:26
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Wie bereits gesagt, er hätte schon H. damit verwirrt
Genau. Aus WB wird deutlich ersichtlich, dass S. selbst größte Mühe hatte , die Briefe von E. Hay. zu verstehen.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Du hast keinen schlüssigen Code parat, der
das ganze zusammenhängen entschlüsselt.
Falls Du Briefe meinst- Die Briefe sind extrem unverständlich, weil S. +H. beide zwar ein Selbstverständnis als Schriftsteller hatten, aber noch keinen individuellen künstlerischen Schreibstil entwickelt hatten. Um ihrem eigenem künstlerischen Anspruch trotzdem gerecht zu werden, versuchten sie stilistisch, Literaturtechniken aus Hochliteratur zu imitieren. Normal schreiben wäre für angehende Elite - Studenten im Höhenrausch ihrer eigenen Begabung zu banal, zu un-künstlerisch- und in aller Klarheit vielleicht auch zu erschreckend gewesen. Wie @monstra bereits andeutete- S. wollte den sogenannten Bewusstseinsstrom aus JJoyce "Ulysses" nachahmen, Pflichtlektüre in Englisch an jeder Uni- Das Resultat war mangels Übung, ein komplett unleserlicher Text, der an formale Denkstörungen erinnert, kein logischer "Code" im eigentlichen Sinne.


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