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Der Fall Jens Söring

28.986 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 22:39
Zitat von silentlistenersilentlistener schrieb:Auch wenn er den nicht begangenen Mord "viel organisierter angegangen wäre". Beim Mord-Nachverhalten ist ihm ein "organisiertes" Vorgehen sicher nicht zu attestieren.
Hm. Das Argument ist genauso schwach wie Sörings Argument. Denn ob Du ein organisierterer Mörder auf der Flucht wärst, das ist auch rein hypothetisch. Hoffe ich.

Und mal angenommen, Söring wäre unschuldig, wie er behauptet. Dann ist es doch völlig logisch, dass er beim Nachtatverhalten sich eben nicht wie ein kluger Mörder verhält. Sondern eben so erratisch und dumm, wie es erscheint, wenn man an seine Schuld glaubt. Nicht vergessen sollte man, dass Söring zwischen Beerdigung und Flucht auch noch brav studiert und seine Prüfungen absolviert hat. Zur Tarnung?
Zitat von silentlistenersilentlistener schrieb:Noch interessanter, dass so ein Argument geeignet ist, bei zahlreichen seiner Mitmenschen noch immer zu verfangen.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Trotzdem lassen sich schlichtere Gemüter schnell mal von der Söring'schen Formel beindrucken.
Auch keine überzeugendere Argumentation. Sörings Argument hat anerkanntermaßen bei der Jury nicht verfangen. Warum geht ihr davon aus, es habe nun, gerade bei "schlichteren Gemütern", so eine Wirkung?

Ich sage doch auch: Also wenn ich die Hay.s hätte töten wollen, hätte ich eine Knarre genommen. Gibt es in den USA in jedem WalMart, ist schnell, sauber und sicher, und ich hätte meine Elizabeth trotzdem glücklich gemacht. Aber soweit Söring gestanden hatte, ist die Tat demnach eskaliert und war eben gar nicht geplant.

Kurz und gut: Alles Nullargumente. Sörings und Eure. ;-)


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 22:41
Ich schalte mich mal als bislang stummer Mitleser ein. Mich ärgert die von Mrs. Melody angestellte Behauptung, Terry W. wäre nur ein "Strohmann", der Bericht wäre wahrscheinlich gar nicht von ihm, der Report würde nicht zu einem Polizisten passen, "ums Verrecken nicht". Solche Andeutungen habe ich bisher mehrfach von Söring-Unterstützern gelesen.
Was Mrs. Melody hier also andeuten will ist wohl dass der W.-Report eine Art Fake sei, für den W. nur seinen Namen hergegeben habe - also dass hier fremde Autoren ihn vorschieben. Das soll wohl dazu dienen, den Report als zweifelhaft darzustellen und ihm seine Relevanz und Brisanz abzusprechen.
Fakt ist ja wohl, dass Terry W. den Report mit seinem Namen unterschrieben hat. Und ein Motiv hat er auch: Er will Zweifel ausräumen, dass er seine Arbeit als Ermittler schlecht durchgeführt habe und Sörings "falsches" Geständnis nicht durchschaut habe. Außerdem scheint mir der Report ursprünglich für das Parole Board geschrieben und er von diesem sicher entsprechend entlohnt worden zu sein. Letzteres ist aber nur eine Vermtung von mir.
Auf jeden Fall ist es seltsam, dass hier versucht wird, den Report kleinzureden und die Autorenschaft anzuzweifeln. Ist das die neue Taktik des "Freundeskreises", dem Mrs. Melody aber laut ihrer Aussage gar nicht angehören will? Ich habe da meine Zweifel.
Die Autorenschaft - so man sie in Frage stellt - könnte ja leicht geklärt werden, wenn der "Freundeskreis" eine entsprechende Anfrage an W. stellen würde. Da er den Report handschriftlich unterschrieben hat, ist es in meinen Augen schon merkwürdig bis boshaft, ihn als Strohmann hinzustellen.


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 22:51
Zitat von monstramonstra schrieb:Auch keine überzeugendere Argumentation. Sörings Argument hat anerkanntermaßen bei der Jury nicht verfangen. Warum geht ihr davon aus, es habe nun, gerade bei "schlichteren Gemütern", so eine Wirkung?
Meine Bemerkung von den "schlichten Gemütern" bezog sich nicht auf die Jury sondern mehr auf die deutsche Öffentlichkeit. ;)
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Außerdem scheint mir der Report ursprünglich für das Parole Board geschrieben und er von diesem sicher entsprechend entlohnt worden zu sein.
Du meinst er hat dafür Extrageld bekommen? Der Report müsste doch Teil seiner Arbeit sein.

Im Übrigen erkenne ich hier auch den latenten Versuch Argumente gegen Söring gezielt zu zerstreuen ....
Zitat von monstramonstra schrieb:Kurz und gut: Alles Nullargumente. Sörings und Eure. ;-)
Das Aussage bezog sich lediglich darauf, dass Sörings Intelligenz nicht ausschließt, dass er dennoch der Täter war. So "nullig" finde ich das nun nicht. ;)


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:11
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Besonders intelligent ist die permanente Betonung und gebetsmühlenartige Wiederholung der eigenen Intelligenz jedenfalls nicht. Als Beweis - oder auch nur Indiz - für die eigene Unschuld taugt sie sowieso nicht. Sie ist vielmehr ein plumper wie verzweifelter Versuch die eigene Unschuld zu "untermauern" wo es sonst kein Fundament für irgendwelche Unschuldsvermutungen gibt. Im Juristendeutsch: Eine Schutzbehauptung!
Für mich macht es eher den Anschein, dass er seine zwei Stipendien gegen die Dummheit, Unerfahrenheit und Naivität eintauscht, wenn er seine Story mitteilt, von einer Hay. komplett manipuliert worden zu sein, plus Grössenwahn die Sache regeln zu können - aus Liebe.


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:21
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Solche Andeutungen habe ich bisher mehrfach von Söring-Unterstützern gelesen.
Nicht nur von Söring-Unterstützern.
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Da er den Report handschriftlich unterschrieben hat, ist es in meinen Augen schon merkwürdig bis boshaft, ihn als Strohmann hinzustellen.
Befinden wir uns jetzt auf der anderen Seite, den Söring-Gegnern?

Ich habe die Ehre.

Eine merkwürdig eingescanned wirkende Unterschrift am Ende einer über 400 Seiten umfassenden Ausarbeitung, die im Duktus ein anwaltliches Plädoyer darstellt und meiner Ansicht nach eine akademische Bildung voraussetzt, macht das Ganze noch nicht authentisch. Und es entspricht einfach überhaupt nicht den Berichten, die ich sonst von Polizisten so kenne.

Und wenn die Motivation sein soll, dass sich Mr. W. dagegen wehre, einem falschen Geständnis aufgesessen zu sein, dann hätten auch zwei Seiten Papier gereicht. Das ist doch nicht Ehrenrühriges. Und das kommt auch häufiger vor. Es konnte Mr. W. auch egal sein. Es war nicht sein Fall. Es war nicht ein Fall der Englischen Polizei.

Eigentlich ist es auch nicht wichtig, ob Mr. W. monatelang Schwerstarbeit geleistet hat. Weil ja die Fakten und Argumente in diesem Plädoyer für sich stehen. Oder? Oder sollen sie überzeugen, weil sie eine Person geschrieben hat, die scheinbar neutral ist? Geht es gar darum zu verschleiern, wer diese Fakten und Argumente zusammen getragen hat? Welche Verbindung gibt es zwischen der Person, die in UK einen Blog zum Thema betreibt, mit vielen Seiten, die mich vom Duktus, von der Art und Weise der Argumentation, an diesen Bericht erinnern?

An der Urheberschaft zu zweifeln hat für mich mit Boshaftigkeit überhaupt nichts zu tun. Ich denke, das ist mein gutes Recht.


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:27
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Ich schalte mich mal als bislang stummer Mitleser ein. Mich ärgert die von Mrs. Melody angestellte Behauptung, Terry W. wäre nur ein "Strohmann", der Bericht wäre wahrscheinlich gar nicht von ihm, der Report würde nicht zu einem Polizisten passen, "ums Verrecken nicht". Solche Andeutungen habe ich bisher mehrfach von Söring-Unterstützern gelesen.
Was Mrs. Melody hier also andeuten will ist wohl dass der W.-Report eine Art Fake sei, für den W. nur seinen Namen hergegeben habe - also dass hier fremde Autoren ihn vorschieben. Das soll wohl dazu dienen, den Report als zweifelhaft darzustellen und ihm seine Relevanz und Brisanz abzusprechen.
Wenn du genau mitgelesen hättest, wurde meine Meinung "Strohmann", die der von @monstra folgt ziemlich gut begründet hergeleitet.
Fake ist was anderes. Aber das auch falsche Dinge in dem Report stehen hat ja auch jemand zu verantworten. Man muss sich halt immer fragen wieso, weshalb, warum und nicht alles endet beim bösen dummen Söring Supporter, die von Ham. grade doch allesamt als mundtot verschrieben werden.
Bitte mal etwas kritischer in alle Richtungen blicken.


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:28
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Für mich macht es eher den Anschein, dass er seine zwei Stipendien gegen die Dummheit, Unerfahrenheit und Naivität eintauscht, wenn er seine Story mitteilt, von einer Hay. komplett manipuliert worden zu sein, plus Grössenwahn die Sache regeln zu können - aus Liebe.
Ja, und ich sehe da noch einen anderen Aspekt: Was ist dem armen Mann denn noch geblieben als besagte Stipendien, auf die er stolz sein kann? Vielleicht betont er diese (auch) deshalb so gern. Auf ein Studium, ein erfolgreiches Berufsleben, kann er jedenfalls nicht stolz sein, Keinder hat er keine, ein erarbeitetes Haus oder einen SL oder 911 kann er auch nicht vorweisen, Besitzerstolz, Erfolgserlebnisse, das alles ist also nicht.


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25.11.2020 um 23:36
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Das Aussage bezog sich lediglich darauf, dass Sörings Intelligenz nicht ausschließt, dass er dennoch der Täter war.
Ja. Es gibt dumme Mörder und es gibt schlaue Mörder. Lustigerweise hat das oft gar nichts damit zu tun, ob diese Menschen schlau sind oder nicht, wenn sie nicht morden.

So scheint es oftmals eher hinderlich zu sein, wenn da einer viel denkt. Hin-und-her-überlegt. Aller Welt erzählt, welche Konflikte er in sich austrägt. Dagegen: Entschlussfreudigkeit, emotionale Abgebrühtheit, ein schlichtes Gemüt, das zielstrebig ist, und verschwiegen, das mag viel "erfolgreicher" sein.

Aber diese Messerschlacht, dieses Blutbad, das passt natürlich nicht zu Sörings Persönlichkeit, wie sie sich auch heute noch darstellt. Und das Motiv: Mord aus Liebe, macht das auch nicht erklärlich. Ufff. Klar, er könnte der pathologische Killer sein, aus Lust am Töten, bald ist es wieder soweit. Aber da gibt es auch nicht so richtig Hinweise.
Doch möchte man die Tat Ms. Hay. eher zutrauen? Da hätten wir das Motiv deutlicher, den Hass auf die Opfer. Trotzdem, vorstellen kann ich mir das auch nicht.
Und Dritte? Gibt es gar keine Spuren.

Ich sagte doch: Nullargumente. ;-)


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:43
Mord, Messerschlacht, Blutbad: Der Punkt ist, dass Söring ein junger Mann war, der zum ersten Mal gemordet hat. Egal, wie sich ein Mörder seine Tat vorab vorstellen mag, wie er sie plant und austüftelt - es ist eben etwas ganz anderes, sie auszuführen. Handelt ein Mörder während seiner Tat rational und kühl? Hat er nicht eher auch Angst und Panik? Ist ein Blutbad immer in diesem Ausmaß geplant oder artet sie vielmehr aus, wenn sich die Opfer stärker wehren als erwartet? Das alles können wir hier (zum Glück) nicht ermessen.
Sein Motiv war ebenfalls stark und deutlich: Hass auf die Eltern, der von ihr entsprechend geschürt wurde.


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Der Fall Jens Söring

25.11.2020 um 23:43
Zitat von monstramonstra schrieb:Aber diese Messerschlacht, dieses Blutbad, das passt natürlich nicht zu Sörings Persönlichkeit, wie sie sich auch heute noch darstellt. Und das Motiv: Mord aus Liebe, macht das auch nicht erklärlich.
Nun der Mörder war oft genug "der nette Typ von nebenan" dem niemand das zugetraut hätte ... Nur mal so als "Nullargument" eingeworfen. ;)
Zitat von monstramonstra schrieb:Doch möchte man die Tat Ms. Hay. eher zutrauen? Da hätten wir das Motiv deutlicher, den Hass auf die Opfer. Trotzdem, vorstellen kann ich mir das auch nicht.
Ich schon. Aber egal. Meine Meinung ist im Endeffekt null relevant weil ich lediglich ein vollkommen Außenstehender bin, kein ehemaliger Ermittler, kein Staatsanwalt, kein Richter, kein Jury-Mitglied ...
Zitat von monstramonstra schrieb:Und Dritte? Gibt es gar keine Spuren.
D. h. Du bist bzgl. der Täterschaft vollkommen unentschlossen? Mal abgesehen davon, dass wir es letztlich alle nicht wissen, weil niemand dabei war!
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Mord, Messerschlacht, Blutbad: Der Punkt ist, dass Söring ein junger Mann war, der zum ersten Mal gemordet hat. Egal, wie sich ein Mörder seine Tat vorab vorstellen mag, wie er sie plant und austüftelt - es ist eben etwas ganz anderes, sie auszuführen. Handelt ein Mörder während seiner Tat rational und kühl?
Er hat ja zu EH gesagt, dass die Tötung schwieriger war als gedacht.
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Sein Motiv war ebenfalls stark und deutlich: Hass auf die Eltern, der von ihr entsprechend geschürt wurde.
Eltern, die ihn zudem abgelehnt haben, und von dener er sich seine (Alp-) Traumfrau nicht nehmen lassen wollte ....


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 00:02
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:D. h. Du bist bzgl. der Täterschaft vollkommen unentschlossen?
Ja. Das macht den Fall ja auch so interessant.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Er hat ja zu EH gesagt, dass die Tötung schwieriger war als gedacht.
Sagt EH. Wer aber mit einem Messer loszieht und so belesen ist wie Jens Söring, der sollte wissen, dass das nicht so einfach ist. Auch 1984/85 dürfte es Filme gegeben haben, die so ein Gemetzel halbwegs lebensnah dargestellt haben. Denn die "Mann-Stopp-Wirkung" von Messerstichen ist relativ schwach, d.h. die Opfer wehren sich lange. Zugleich muss man mit dem Messer ziemlich nah ran an das Opfer. Arterien durchschneiden und so. Wechselwäsche ist auch notwendig, Dusche sowieso.

Da ist ja in den Geständnissen Sörings blumige Beredsamkeit plötzlich ganz reduziert. Juristen würden von einer sehr "erlebnisarmen Darstellung" sprechen. Sei es, weil er nichts berichten will - oder nicht kann.
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Handelt ein Mörder während seiner Tat rational und kühl? Hat er nicht eher auch Angst und Panik? Ist ein Blutbad immer in diesem Ausmaß geplant oder artet sie vielmehr aus, wenn sich die Opfer stärker wehren als erwartet? Das alles können wir hier (zum Glück) nicht ermessen.
Ja. Letztlich entscheidet da jeder aus dem Bauch heraus, ob er jemandem eine Tat "zutraut". Oder nicht. Bei einer Jury in den USA wird sogar daran appelliert. Bei unseren Gerichten sollte sich der Richter davon frei machen, ist es aber nicht, wenn es um die Überzeugung nach § 261 StPO geht.


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 08:25
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Handelt ein Mörder während seiner Tat rational und kühl? Hat er nicht eher auch Angst und Panik? Ist ein Blutbad immer in diesem Ausmaß geplant oder artet sie vielmehr aus, wenn sich die Opfer stärker wehren als erwartet? Das alles können wir hier (zum Glück) nicht ermessen.
Sein Motiv war ebenfalls stark und deutlich: Hass auf die Eltern, der von ihr entsprechend geschürt wurde.
Wenn ein Messer für einen Mord gekauft wurde, hat man sich festgelegt. Da muss man sich im klaren darüber sein, dass man es in lebende Ziele mehrfach hineinstossen muss. Den Abzug aus einer Entfernung zu drücken, ist dagegen etwas steriles.
Man bedeckt sich mit Schmauch aber nicht mit Blut. Daher auch der Begriff Blutrausch. Es gibt zwischen den beiden nicht eine einzige Zeile, die auf Blutrausch gegenüber den Eltern hindeutet. Allerdings ein blutrünstig, morbides Gedicht was Hay. der Mutter Weihnachten '84 "schenkt". Für mich bestätigt es, dass Hay. da im Kopf schon viel weiter war, als mit Söring über Blackmagic zu phantasieren, was sie zur Manipulation einsetzte. Wenn sie zu diesem Zeitpunkt mit einem dritten ebenfalls schon weiter gewesen wäre, dann ist klar, dass Söring nicht mehr über den Status eines Bauernopfers hinauskommt, sondern einen reinen Zweck hatte.
Zitat von monstramonstra schrieb:Da ist ja in den Geständnissen Sörings blumige Beredsamkeit plötzlich ganz reduziert. Juristen würden von einer sehr "erlebnisarmen Darstellung" sprechen. Sei es, weil er nichts berichten will - oder nicht kann.
Und vielleicht konnte er einfach den Psychiatern und dem deutschen Staatsanwalt ein paar Details mehr sagen, weil seine Verteidigung im Juli 86 bereits Tatortbilder bekam.

Der größte Widerspruch für mich liegt aber darin ein Messer für einen Mord gekauft zu haben, und dazu Hay.s Ausage, Söring hätte vor der Abfahrt so etwas gesagt wie sie würde ihre Eltern schlecht machen und so schlimm seien sie doch gar nicht.
Da hatte er sie ein paar Wochen zuvor für ca. 1 Std persönlich kennen gelernt. Anders herum um Hass zu säen, müssen dann auch mal Opferbeweise her. Wenn sie ihm erzählt, meine Eltern sind Monster und mein Vater schlägt mich, wo bleiben dann die blauen Flecken, etc.!


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 11:44
Zitat von monstramonstra schrieb:Welche Verbindung gibt es zwischen der Person, die in UK einen Blog zum Thema betreibt, mit vielen Seiten, die mich vom Duktus, von der Art und Weise der Argumentation, an diesen Bericht erinnern?
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Die Autorenschaft - so man sie in Frage stellt - könnte ja leicht geklärt werden, wenn der "Freundeskreis" eine entsprechende Anfrage an W. stellen würde.
Zitat von monstramonstra schrieb:Befinden wir uns jetzt auf der anderen Seite, den Söring-Gegnern?
Vor allem war es die Redaktion des Podkcasts, die sich bemühte Terry W. persönlich zu sprechen. Der lies dann über die Kommunikationsbrücke von Ham. zur Cousine von Hay. verlauten, es bestünde kein Interesse. Während auf Ham.s Blog die Ablehnung zur weiteren Diskussion mit STBC auf Anraten von Sörings Anwalt als ultimatives Schuld eingestehen bereits gefeiert wird, soll ein W., der auch die Konfrontation mit denselbigen scheut und dies über Dritte mitteilen lässt, völlig unantastbar bleiben? Strange.


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 12:42
Zitat von monstramonstra schrieb:. Es hätte auch kein rationales Argument gegeben, dafür ein Messer zu verwenden. Sondern eine Feuerwaffe wäre wohl sicherer und sauberer gewesen
Das entspricht S. Wortlaut im Verhör mit deutsch. Staatsanwalt auf S. 31, womit er Vorsatz bestreiten wollte.
S. auf S. 31

"If I would have intended to kill, I then would done it in any case with a SHOTGUN..... That's only logical thing.... I.. could buy guns at any time in USA.",

Der letzte Satz stimmt nur bedingt. Seit 1968 gibt es Bundesgesetz,
- Handwaffen erst ab 21 von lizenzierten Händlern.

-ab 18-21 nur Langwaffen, die man auf Schulter anlegt. Deshalb spricht S. von Schrotflinte.

-Personen mit non-immigrant Visa in Virginia vom Waffenkauf grundsätzlich ausgeschlossen.
https://johnpierceesq.com/may-non-immigrant-aliens-buy-firearms/
Diplomatische A2 Visa fallen darunter.

- Damals Waffenkauf nur in Bundesstaat, wo Wohnsitz gemeldet

-Schalldämpfer waren /sind extrareguliert. Hohe Gebühr + Papierkram.

-S. spricht davon, dass Waffen damals registriert waren. (Da bin ich unsicher)

Hay. wäre 4/1985 erst 21 geworden.
Eine Langwaffe ohne Training zu nutzen nicht einfach + für S. Absicht ungeeignet, auch wg. Geräuschkulisse bz. Nachbarn. Schrotflinte =üble Sauerei am Tatort.

Fazit: Wahl fiel auf Messer aus pragmatischen Gründen.

Im Verhör spricht er hauptsächlich davon, dass er Waffe hätte von Bekannten entwenden können, was vermutlich Quatsch ist.
Theoretisch hätten beide Waffe durch privaten Kauf erwerben können, da gibt es gesetzliche Schlupflöcher.


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 13:51
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Fazit: Wahl fiel auf Messer aus pragmatischen Gründen.
Hatte Söring im Zusammenhang mit Schusswaffen nicht 2 oder 3 Bezugsquellen (Freunde mit einer Waffe) genannt, als Zugriff für eine Waffe?


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26.11.2020 um 14:26
Der Jury erzählte Söring dazu am 18. Juni 1990 das:
(Trial Transscript S.111/112)

"I would say in the last month before this happened there were talks, not really details, which arose from the feeling of hate. Man, we must really put them into a car and let them roll off a mountain. The
matter with these conversations was that I in any event, did not take them seriously, and it is for this reason that I also said that I could not drive to Lynchburg with the intent to kill these people. To this, I should perhaps still add something, that I was also in the previous years, politically rather left, always very much against war, against violent acts, et cetera, and also wrote for a newspaper. I was the editor of a student newspaper. I always was critical of violence in TV and cinema. Violence was foreign to my character, but I hate these people, is also very much, and these feelings of hate I expressed in conversations through fantasy games,
as, for example, one should put them into a car and let them roll off a mountain. Something with remote control bomb, burn do you know the house. During the past days, I have remembered another thing, something with a bathtub and piranhas. I remember that Elizabeth in fact called a Pet shop in Washington and inquired about the fish. It was a reaction from me. I loved this girl. I believed everything she said. I believed that the parents mistreated her terribly, abused and attacked her, and it was a way of releasing emotions in fantasy games. On the tape, it has purging, like in Greek drama.
It was nothing seriously meant. In hindsight I must say that I believe that on her part it could have been met seriously. I don't know. I think I have not the slightest idea who this person really is. It is a fact that I was considered at this point to be intelligent, I knew at this time, beginning 19 -- the beginning of 1985 of three shotguns, two revolvers and one automatic pistol which I could have obtained within one or two days. In two cases the owner of the gun would not have noticed it where it could tell the police, because two of the guns were not registered. I knew a boy who lived in my apartment and had a revolver at home and who even told me where it was. From a neighbor in Atlanta for
whom I looked at after his parrot, I knew that he had a powerful revolver, and I also knew where it was.
"


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 15:06
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Man bedeckt sich mit Schmauch aber nicht mit Blut. Daher auch der Begriff Blutrausch. Es gibt zwischen den beiden nicht eine einzige Zeile, die auf Blutrausch gegenüber den Eltern hindeutet.
Blut hin, Blut her, es gibt genügend Briefe mit Gewaltphantasien Sörings vor der Tat und auch noch ausreichend belastendes Schriftliches danach ("our little nasty").

Oder wie kam die englische Polizei auf die Idee, es mit einem Mörderpaar zu tun zu haben, wenn doch der Briefwechsel so "harmlos" war?

Mir scheint hier muss das Rad immer wieder neu erfunden werden, zwischen all' der Söring-Romantik:
So enthielten Briefe zwischen Söring und Elizabeth Hay. vor der Tat als Schwerpunkt Gewaltfantasien und einen starken Hass gegen die ermordeten Eltern.
Quelle: Wikipedia: Jens Söring
Jens Söring schreibt in einem Brief an Elizabeth Hay.: „Würde ich deine Eltern treffen, hätte ich die ultimative Waffe. Seltsame Dinge geschehen in mir. Ich werde mehr und mehr zu einer Art Jesus.“ Und weiter: „Liebe ist eine Form der Meditation und die ultimative Waffe gegen deine Eltern. Mein Gott, wie ich die Abendessensszene durchgeplant habe.“
Quelle: https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/swr-doku-ueber-doppelmoerder-die-bizarren-sex-fantasien-von-jens-soering-66305640.bild.html
„Unser Scheußlichkeiten der Vergangenheit könnten zu groß sein, um sie zu verdrängen. Aber du kannst und wirst das Erlebte vergessen, weil du einen guten F*** möchtest“, heißt es in einem Brief von Jens Söring.
Quelle: https://headtopics.com/de/swr-doku-uber-doppelmorder-die-bizarren-sex-fantasien-von-jens-soring-9813941

Nur ein paar Beispiele ...

Auch hier im Forum war es wie gesagt schon Thema:
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb am 05.12.2019:Fündig wird man in Sörings schwer zu lesendem Weihnachtsbrief 1984, der auf den letzten 10 oder 12 Seiten mehrfach zitiert worden ist. Darin heißt es u.a.:

I can see myself depriving people of their property quite easily – your dad, for instance. Even more easily can I see myself depriving many souls (if they exist) of their physical bodies (which might not exist, either) in the course of fulfilling my many, many excessively bizarre sexual fantasies
Nur weil in diesen Beispielen das Wort "blood" nicht vor kommt heißt es doch nicht, dass er als Messermörder auszuschließen ist, oder?!?!?!?!!? Nein, natürlich nicht.


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 16:02
Das Trial Transkript von @Mrs.Melody ist mit S. Aussage im Verhör mit deutsch. Staatsanwalt S. 29-31 identisch.
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Im Verhör spricht er hauptsächlich davon, dass er Waffe hätte von Bekannten entwenden können, was vermutlich Quatsch ist.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:at this point to be intelligent, I knew at this time, beginning 19 -- the beginning of 1985 of three shotguns, two revolvers and one automatic pistol which I could have obtained within one or two days. In two cases the owner of the gun would not have noticed it where it could tell the police, because two of the guns were not registered. I knew a boy who lived in my apartment and had a revolver at home and who even told me where it was. From a neighbor in Atlanta for
whom I looked at after his parrot, I knew that he had a powerful revolver, and I also knew where it was.
Hypothetische Annahme S. o. g. Angaben über Zugang zu Waffen würden stimmen, dann

-dann wären alle diese Waffen in fremden Häusern aufbewahrt, die er nicht unbemerkt hätte betreten können.

-Nach Tat, hätte er Waffe zurückbringen müssen, Schmauchspuren etc inclusive.

-Fehlen Munition wäre von rechtmäßigen Besitzer bemerkt worden.

_Aufgrund Munition Rückverfolgung möglich

- Ankauf von Munition unterliegt gleicher Regulierung wie Waffenankauf

- Waffen kann man nicht einfach jenseits Grenzen der Bundesstaaten schaffen (=Fahrt nach Washington zwecks Alibi, mögliche Polizei Kontrolle unterwegs) , auch dazu Gesetze

Insgesamt hätte so ein Manöver, Planung verkompliziert +wäre mit hohem Risiko behaftet. Dazu Hall der Schüsse in Nachbarschaft.

Und: Warum hat er das gegenüber amerik. Ermittlern nicht erwähnt? Weil die den Sachverhalt besser einschätzen konnten als deutsche Behörden?

Fazit: Unwahrscheinlich


Ob man jetzt Waffe oder Messer mitbringt-es bleibt Vorsatz.


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 16:42
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Ob man jetzt Waffe oder Messer mitbringt-es bleibt Vorsatz.
Zurück zum Messer - wer erinnert sich an JSs Fechtkünste??


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Der Fall Jens Söring

26.11.2020 um 17:14
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Fazit: Unwahrscheinlich
Du hast "obtain" wahrscheinlich mit "entwenden"
übersetzt, obwohl es eigentlich erlangen bzw. erhalten heisst. Ergo mit dem Wissen des Besitzers.
Jeder auf Youtube ballert in den USA mit scharfer Munition entweder auf Blech, Glas Melonen oder Tiere auf eigenm Grund oder in freier Wildbahn. Kein besonderer Vorwand, denke ich.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:„Unser Scheußlichkeiten der Vergangenheit
Die Stelle hatten wir schon, "Our" gibt es an dieser Briefstelle nicht. Bild sollte unter Quellenniveau sein. Da steht was von geritzten 666 auf dem Esszimmerboden.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Blut hin, Blut her, es gibt genügend Briefe mit Gewaltphantasien Sörings vor der Tat und auch noch ausreichend belastendes Schriftliches danach ("our little nasty").
Es ging vorher um die Diskussion Blut, Messer als Waffe, Söring Einzeltäter, Motiv ausreichend, Hemmschwelle Overkill


Dieser Weihnachtsbrief, den Söring vermutlich nie absendete, wird im Prozess komplett auseinander genommen.

Dazu einmal die von "dir" genannte Beispielpassage:
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb am 05.12.2019:I can see myself depriving people of their property quite easily – your dad, for instance. Even more easily can I see myself depriving many souls (if they exist) of their physical bodies (which might not exist, either) in the course of fulfilling my many, many excessively bizarre sexual fantasies
Dazu spricht Söring (auf knapp vier Seiten, S.90-93 im Transscript) zur Jury am 18. Juni 1990

Q: Now on Page 12, there is a passage that says, I don't know whether I can resist this, I can see myself depriving people of their property quite easily, your dad for instance.

A: Right,.This starts on the previous page. What is this that you're talking about? If you read this, I don't know whether I resist this, okay? You don't know what this is, it's a pronoun, it refers to something that comes before, and have got to refer to the previous paragraph. I'm absolutely convinced that the combination of hypnosis and neurolinguistic programming. Maybe I should expand on hypnosis and neurolinguistic programming, My major at that time at the UVA was psychology, that's what I was studying, okay?

Hypnosis is a recognized tool of psychology nowadays, even dentists use it for people who can't take novocaine, they'll hypnotize the and then drill their teeth,OKay? There’s nothing weird about hypnosis, just part of what I was studying in psychology.
Neurolinguistic programming is a form of hypnosis, developed by a couple of California scientists called Fanny and Grinder. Anyway, I'm absolutely convinced that a combination of hypnosis and Neurolinuistic Programming, for example, now being experimented with is among --
sorry -- is along with modern subliminal suggestion techniques, one of the most powerful things invented by man. Within a hundred years at the very most you will see I bombs instead of A, atom, or H, hydrogen bombs; I bombs are ideology bombs, okay?
I don’t know how they will delivered or deployed, but they will change what people think instead of what the countryside looks like. Don't think this is bullshit, Elizabeth, I’m quite serious, and so are some highly informed other people, not implying that I'm highly informed. I'm not sure I care whether they are on our side or theirs, or if it will make that much difference. Crude forms of these quote, bombs, unquote, bomletts, if you will, are already telling us not to steal in department stores without anyone Knowing about it; 50 percent reduction in shoplifting I think is the response they are getting.

Q: So that is what you thought you couldn’t resist?

A: Well, yes. But to explain what that is saying, I mean in department stores, nowadays, in large department stores they do have subliminal suggestion tapes that they play under the music which deliver messages that people aren’t supposed to steal, and apparently they do work. They have had like 50 percent reduction in shoplifting by playing these tapes, telling people not to steal.
Now, sooner or later, that sort of technology will be developed further, and sooner or later it's going to be used as some sort of weapon or bomb by somebody. It inevitably will. Every form of technology soonerorlaterfindsamilitaryapplication., And that’s what I was saying here. And I don’t know whether I can resist this. That's what I am referring to, this sort of technology, Neurolinguist programming. If you can make a tape that tells people not to steal, conceivably you can make a tape that tells people to steal, and drop the stuff off at my door. And I think that that's possibly, you know, an enticing thought. And I don't know whether I can resist this, you know. And I refer to her father here, he died, for instance, because Elizabeth portrayed her father to me at this point in December, '84, as a very rich businessman who had made his money basically by exploiting People in Africa, and after that, breaking up unions in Canada, and being a bit left wing, deomocrat at that time. It didn't sound like a wonderful thing to to do me, and it sounded like this was the kind of person who you know, had made his money by immoral means and probably deserved to have it either taxed or stolen or something, I mean --

Die Jury war sicherlich damit überfordert. Es gab schliesslich 2 Auswahlmöglichkeiten. Spricht hier ein kaltblütiger Killer, der sich schlauer Weise nerdige Erklärungen in 4 Jahren überlegt hat, um seine Codiersprache mit seiner Freundin bezgl. Mordpläne 3 Monate später zu covern.

Oder spricht hier der schizoide intelligente Psychologie Nerd, der merkt dass seine Freundin psychische Probleme hat und sie mit seinem abstrakten Theoriegeschwafel so beeindrucken will, dass er am besten auch noch die Eltern einbaut.
Anscheinend muss er mal überlegt haben, ob das wirklich bei ihr ankommt bzw. ob sie das überhaupt rafft ohne weitere Erklärungen.


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