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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

20.08.2016 um 16:52
@Ashford1986
das wundert mich nicht. Seine Unterstützer tun viele Dinge die man, mit gesundem Menschenverstand, nicht nachvollziehen kann. Schon allein die Tatsache, dass sie gleich panisch und aggressiv reagieren, sobald man seinem Unschuldsgetue nicht zustimmt und ja und Amen sagt. Das hat man ja in dem Thread öfters gesehen.

Wenn man mal in die Fänge von JS gerät, ist das wahrscheinlich mit einer Gehirnwäsche vergleichbar, dass man nichts anderes, außer JS ist toll und unschuldig, hören möchte. Alles andere ist der Feind. Genauso die Personen, die ihm nicht gleich helfend zur Seite springen, die er um Hilfe bittet.

@Unikum
Und was soll das heißen? Dass Gefangene nicht mehr so lange einsitzen müssen? Immerhin sprechen die Gefängnisse niemanden schuldig sondern immer noch die Gerichte. Und denen ist egal, ob der Gefangene in einem privaten oder öffentlichen Gefängnis einsitzt. An der Länge der Haftstrafe wird das nichts ändern.
Anderenfalls müssten auch die Gesetzte geändert werden. Ansonsten wüsste ich jetzt nicht, welche Konsequenzen das nun haben sollte?


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Der Fall Jens Söring

20.08.2016 um 18:09
@Venice2009
Kritikpunkt war immer, dass die privaten Gefängnisse mit der Anzahl der Gefangenen Geld verdienen und somit kein Interesse an Resozialisierung haben, damit Täter wieder rückfällig werden können, was sich am Ende auch auf das Three-strikes Gesetz auswirken kann. Weitere Kritikpunkte sind mangelnde Sicherheitsstandarts und zu hohe Kosten.

Ist für den Fall hier aber irrelevant.


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Der Fall Jens Söring

21.08.2016 um 16:07
@Ashford1986

Danke für den Hinweis auf das son of sam law. Im Zusammenhang mit der neuen Doku kann das noch wichtig werden. Mal sehen wie sich die US Behörden bei einem entsprechenden Hinweis positionieren...


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 09:25
http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/fall-jens-soering-neben-der-spur-1.3132992
Auszug aus einer Reportage Seite 3 der Süddeutschen Zeitung vom 24.08.

"Doch es sind seltsame Zeiten, in der Welt da draußen, aber auch in seiner da drinnen im Buckingham Correctional Center. Bei einem Telefonat am 26. Juli 2016 mit seinem Anwalt kommt durch Zufall heraus, dass das am Tatort gefundene Blut eindeutig nicht Söring zuzurechnen ist. Shelley S. Edler, Wissenschaftlerin am Gerichtsmedizinischen Institut von Virginia bestätigt, dass zwei der elf Blutproben, die sie 2009 erfolgreich auf DNA getestet hat - die Spuren 2FE und 6FE - von einem Mann sind, Blutgruppe 0, die Blutgruppe von Jens Söring. Aber Shelley S. Edler bestätigt auch, dass die Spuren 2FE und 6FE eindeutig nicht von Jens Söring sind. Schon 2009 konnte ihm keine DNA-Spur zugerechnet werden, aber jetzt ist klar, dass ein Mann am Tatort war, Blutgruppe 0, ein Mann, der nicht Jens Söring ist.
(...)
Steve Rosenfield, der Anwalt von Jens Söring, hat vor zwei Tagen dem Gouverneur von Virginia eine Petition geschickt, darin der Report von Andy Griffiths, die neuen DNA-Erkenntnisse, es geht diesmal nicht um Entlassung auf Bewährung, auch nicht um Haftüberstellung nach Deutschland, einen Antrag, den Terry McAuliffe erst im Dezember 2015 abgelehnt hat. In der Petition an den Gouverneur von Virginia geht es jetzt um die bedingungslose Anerkennung von Jens Sörings Unschuld."


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 10:18
Schon seltsam, das die SZ es nötig hat Eigenwerbung für ihre Doku zu betreiben...

(1) Was man wissen muss: Der neue Gutachter ist nicht unabhängig, sondern von JS bezahlt (davon findet sich natürlich kein Wort in dem Artikel).

(2) Das es gewisse Unstimmigkeiten in Bezug auf das Geständnis von JS gibt ist seit Jahren bekannt. In dem Artikel werden auch keine neuen Erkenntnisse preis gegeben. Was soll das ganze? Letztlich muss man doch abwägen: Täterwissen (auch davon natürlich kein Wort in dem Artikel) vs. Abweichungen. BTW: Es gibt bestimmt auch Gutachter die Bestätigen, dass Abweichungen zu einem gewissen Grad durch aus normal sind. Wer kann sich ein halbes Jahr nach der Tat noch genau an jedes Detail erinnern?

(3) Woher kommen die neuen Erkenntnisse in Bezug auf die DNA? Wer hat eine neue Untersuchung angeordnet? Bislang hieß es ja immer, dass die Qualität vieler Proben zu mangelhaft für eine Subtypisierung sei (das betraf die Blutproben mit den Blutgruppen von JS und EH). Hier nochmals die Übersicht:

- Am Tatort wurden insgesamt 42 Blutspuren gefunden.
- Allerdings konnten nur 11 dieser Proben genauer ausgewertet (subtypisiert) werden.
- Diese 11 Proben konnten definitiv einer anderen Person als EH oder JS zugeordnet werden.
- Die übrigen 31 Proben hatten eine zu geringe Qualität, konnten also nicht subtypisiert werden.
- Weder das Blut der Blutgruppe 0 (JS) noch das der Blutgruppe B (EH) konnte subtypisiert werden.
- 5 Blutspuren, die typisiert werden konnten, wurden einer männlichen Person mit der Blutgruppe 0 (also der Blutgruppe von JS), zugeordnet.

Neu wäre also, das 2 der 11 Blutgruppen nun doch Blutgruppe 0 sind (die von JS). Hinweis: DH hat nicht Blutgruppe 0.

Erklären kann ich mir das nicht, vielleicht ist auch die obige Übersicht fehlerhaft.

Was bedeutet das nun?

- Es gibt noch immer Blutspuren von JSs Blutgruppe die ihm theoretisch zugeordnet werden können (die 5 aus der obigen Darstellung). Folglich kann JS NICHT definitiv als Täter ausgeschlossen werden.

- Es müsste geklärt werden, wo diese Blutspuren gefunden wurden. Im Bad, Wohnzimmer oder Küche?

- Klar dürfte sein, dass 2 männliche Täter am Tatort unwahrscheinlich sind.

Unter dem Strich bleibt im Artikel zu vieles unklar. Eine Neubewertung kann ich für mich somit ausschließen.


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 10:24
@ElvisP

LOL Zwei Leute, ein Gedanke. Eben schrieb ich genau das Gleiche.

Sehr merkwürdig, was da angeblich "durch Zufall in einem Telefonat" herausgekommen sein soll, zumal die DNA Tests bereits 2009 stattfanden.

Und da wir ja inzwischen wissen, wie voreingenommen die Journalistin ist, lege ich dem SZ Artikel keine grosse Bedeutung bei. @ElvisP hat alles Wichtige gesagt.

Es ist auch interessant, dass der "neue Anwalt" eine Petition beim Gouverneur eingereicht hat. Dann scheint ihm klar zu sein, dass seine "neuen Beweise" nicht einer gerichtlichen Untersuchung standhalten. Denn diese würde verlangen, dass ein "eindeutiger Beweis der Unschuld" erbracht wird. Und wie @ElvisP schon sagt: selbst das Vorhandensein der DNA eines Unbekannten heisst noch lange nicht, dass JS nicht auch am Tatort gewesen ist.


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 13:53
Noch eine kurze Ergänzung:

Die Helferlein von JS haben eine Rundmail versendet. In ihr wird auf einen neuen Abschnitt seiner Homepage verwiesen:

http://www.jenssoering.de/information1

Demnach ist meine obige Darstellung zwar korrekt, aber wenn ich das richtig verstanden habe, war die Analyse von 2009 falsch. Zwei der 11 Proben die genauer analysiert werden konnten, gehören nun überraschend doch zur Blutgruppe von JS und eben nicht zur Blutgruppe der Opfer und der Abgleich mit der DNA von JS war negativ.

Fragt sich, wie so ein Fehler so lange Zeit unentdeckt bleiben kann...

Ich möchte aber darauf verweisen, dass auch die nunmehr erfolgte Konkretisierung der neuen Sachverhalte nichts an meinen Vorbehalten ändert.


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 20:13
ganz ehrlich? Ich wäre mit den neuen Informationen sehr vorsichtig. Es werden sicherlich wieder Dinge weggelassen oder beschöntigt. Bisher war das jedes Mal so gewesen.

JS hatte bisher immer von der DNA die ihm nicht zugeordnet werden konnte, so gesprochen, als würde es beweisen, dass er unschuldig sei. Weggelassen hatte er dabei, dass es sich um die DNA des Opfers DH handelte. Von daher wäre ich mit den neuen Spuren mehr als vorsichtig.

Außerdem, wie schon @Rick_Blaine schrieb. Gäbe es wirklich neue Beweise, die seine Unschuld eindeutig beweisen könnten, würden seine Anwälte eine Wiederaufnahme anstreben. Das tun sie aber nicht, also wieder mal lauter heiße Luft und sonst nichts.


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Der Fall Jens Söring

24.08.2016 um 22:04
ich habe mir die Info mal auf der Seite von JS durchgelesen. Es ist JS höchstpersönlich aufgefallen als er die DNA-Analysen verglich. Daraufhin wurde es von einer Frau Edler und noch von einem Sachverständigen (welchen unabhängig oder aus eigener Tasche bezahlten?) bestätigt. Das hört sich natürlich alles wieder mal sehr seriös an... Mal schauen, was da folgen wird.


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 10:34
Es stellt sich tatsächlich die Frage, warum JS sich direkt an den Gouverneur wendet:

https://commonwealth.virginia.gov/media/5080/_-pardon-questionnaire-1-1-16.pdf (Archiv-Version vom 02.12.2016)

Wenn ich es richtig verstanden habe, müsste man sich erst an das Gericht wenden und nur bei einer Ablehnung an den Gouverneur.

So oder so, kann ich mir nicht erklären, wie so etwas 30 jahre nicht aufgefallen sein soll. Das haben doch diverse Anwälte, Sachverständige (Watsen?) usw. gelesen. Ausdrücklich auch welche von Seiten der Verteidigung. Ich habe ein komisches Gefühl bei der Sache...

In seinem Audiostatement fordert JS übrigens eine Entlassung noch in dieser Woche. Am besten noch mit einer Entschädigung. Bekäme er die? Vielleicht kann uns @Rick_Blaine aufklären?


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 12:11
Soso. Soering kann es natürlich nicht lassen mit seiner abstossenden Arroganz gleich wieder eine ganze Reihe von Leuten vor den Kopf zu stossen. Ob das sehr sinnvoll ist, erscheint mir jedenfalls zweifelhaft.

http://wapo.st/2bMPfMB

Aber ignorieren wir mal seine Äusserungen (auch wenn es mir schwerfällt) und schauen wir uns mal an, worum es genau geht. Ein paar Dinge fallen auf:

Ich selbst praktiziere in Californien, nicht in Virginia, und kenne mich mit dem Gesetz in Virginia vermutlich nicht so gut aus wie der Kollege Rosenfield, der als "Civil Rights Lawyer" in der Regel gerne den Staat wegen aller möglichen Ungerechtigkeiten verklagt. Er sollte also eine gewisse Erfahrung haben.

Allerdings sagen alle offiziellen Quellen, dass ein "absolute pardon" normalerweise nur gewährt wird, wenn vorher das oberste Gericht über einen Antrag auf Erklärung der tatsächlichen Unschuld (Writ of Actual Innocence) entschieden hat (es gibt so etwas im deutschen Recht nicht, daher auch keine gute Übersetzung). Das bedeutet nicht, dass das Gericht dem stattgeben muss - im Gegenteil, dann ist kein "Pardon" (Begnadigung) mehr notwendig, aber dass es doch sich erst einmal mit den Argumenten auseinandersetzen soll, bevor der Gouverneur involviert wird.

https://commonwealth.virginia.gov/judicial-system/pardons/absolute-pardons/ (Archiv-Version vom 02.09.2016)

Die Pressemeldungen sagen nichts davon, sondern dass JS sich direkt an den Gouverneur gewandt hat. Nun wissen wir ja, dass er sich immer schon für etwas Besseres hält - vielleicht denkt er, er hat es nicht nötig. Keine Ahnung.

Zur Sache selbst ist zu sagen: Sein Problem, das er mit seinem arroganten Ausspruch versucht zu überdecken, ist, dass das Gesetz einen sehr hohen Anspruch stellt: er muss nachweisen,
...or (ii) only upon a finding of clear and convincing evidence that the petitioner has proven all of the allegations contained in clauses (iv) through (viii) of subsection A of § 19.2-327.3, and upon a finding that no rational trier of fact would have found proof of guilt or delinquency beyond a reasonable doubt, grant the writ, and vacate the conviction or adjudication of delinquency
(Virginia Code § 19.2-327.5)

Sein Argument muss so sein, dass keine vernünftige Jury ihn für schuldig befunden haben könnte, hätte sie das gewusst.

Das ist in diesem Fall sehr schwer. Hier nun wieder kenne ich mich ganz gut aus, denn ich hatte auch einmal an einem sehr ähnlichen Fall vor dem obersten Gericht eines anderen Bundesstaates gerabeitet. Auch hier kam heraus, dass anstatt der DNA der Angeklagten, wohl DNA einer dritten Person gefunden wurde. Für die interessierte Öffentlichkeit war es ganz einfach: dann muss ja der Angeklagte unschuldig sein. Nein, sagte das oberste Gericht, wieso? Das heisst nichts anderes, als dass eventuell oder wahrscheinlich eine dritte Person am Tatort war. Das heisst noch lange nicht, dass der ursprüngliche Angeklagte nicht dort gewesen ist.

Die Jury muss die gesamte Beweisaufnahme im Blick haben. Das unterscheidet diese Art Fälle z.B. von einer Vergewaltigung: wenn hier plötzlich DNA einer anderen Person am oder im Körper des Opfers gefunden wird und keine des Angeklagten, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Angeklagte unschuldig ist. Wird aber wie hier, nur DNA am Tatort generell gefunden, kann es durchaus sein, dass die Jury schliesst, es war zusätzlich noch jemand am Tatort. Das ist um so wahrscheinlicher, um so mehr andere Beweise für die Gegenwart des ursprünglichen Angeklagten sprechen.

Und in dem Fall würde man nicht sagen können, dass die Jury niemals den Angeklagten verurteilt hätte. Und dann muss so ein Antrag abgelehnt werden.

In anderen Worten: in dieser Phase des Verfahrens geht es, wie der Titel schon sagt, um "actual innocence." Die Beweislast liegt jetzt beim Verurteilten.

Man wird sehen, wie das Ganze weitergeht. Ich habe festgestellt, dass es falsch ist, an die Unfehlbarkeit von DNA Tests zu glauben. In den vielen Jahren in welchen ich mich damit befasst habe, habe ich von zuvielen Experten erfahren, dass doch erhebliche Fehlerquellen existieren. Der bekannte Fall von Amanda Knox hat mich noch skeptischer gemacht. Daher werde ich das Ganze hier nicht weiter beurteilen, bevor ich nicht mehr über die konkreten Dinge hier erfahre.


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 12:20
Die weltweit bekannte Washington Post wurde in den USA von seinen Anhängern mit hineingezogen. Laut dem Artikel will er vom Gouverneur eine vollständige Begnadigung und vor einem Zivilgericht könnte er im Falle eines Erfolges dann bestenfalls mehrere Millionen US-Dollar erklagen. Ich sehe die Beweislast auch nach wie vor sehr schwammig, aber man kann den Gouverneur in den US-Bundesstaaten in der regel direkt einen Begnadigungsantrag schicken ohne vorheriger gerichtlicher Überprüfung. Der Gouverneur ist ja von der Exekutive und kann unabhängig von Empfehlungen des "Parole Board" beispielsweise entscheiden oder eben der Gerichte in Virginia. Das ist nicht in allen US-Bundesstaaten so.

Ich hab hier noch ein Statement aus dem Artikel: "Soering asks McAuliffe (D) for an “absolute pardon” and parole based largely on an analysis that concludes that Soering, who has type-O blood, was not the source of at least some of the type-O blood found at the scene."

https://www.washingtonpost.com/local/virginia-politics/jens-soering-says-new-blood-analysis-proves-his-innocence-in-31-year-old-case/2016/08/23/96eb2f18-6944-11e6-99bf-f0cf3a6449a6_story.html?hpid=hp_hp-cards_hp-card-politics%3Ahomepage%2Fcard


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 12:23
@Hesse18
Dann hast Du das hier vermutlich übersehen:
Eligibility criteria to request an Absolute Pardon:

You pled “Not Guilty” throughout the judicial process.
You have exhausted all forms of judicial appeals.
You have petitioned the Attorney General’s office for a Writ of Actual Innocence
https://commonwealth.virginia.gov/judicial-system/pardons/absolute-pardons/ (Archiv-Version vom 02.09.2016)

Prinzipiell ist es zwar richtig, dass der Gouverneur es auch ohne vorherigen Antrag auf den Writ könnte, nur hat er selbst diese Regel aufgestellt.


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 12:55
Kann es sein, dass sich JS bewusst ist, dass das Gericht den Antrag durchaus auch ablehnen könnte und somit dem Gouverneur eine Steilvorlage liefern würde, falls sich JS im Anschluss an die Ablehnung an ihn wendet?

Also wird lieber Druck über die Medien aufgebaut und sich direkt an den Gouverneur gewandt.

Ich hoffe McAuliffe lehnt den Antrag (zunächst) mit dem Verweis auf den üblichen Gang der Ding ab.


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25.08.2016 um 12:59
@ElvisP

So interpretiere ich das.


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 20:02
Ich glaube nicht, dass er freikommen wird. Er wird sich, wie immer, selber ein Bein stellen.

wer weiß, was ein Gegengutachten ergeben wird. Ich traue der Geschichte nicht. Wie ich schon schrieb, bisher haben sich viele angeblichen Fakten als Unwahrheiten herausgestellt.


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 20:18
vor allem verstehe ich das jetzt nicht so ganz. Wurden neue DNA-Tests durchgeführt? Weil auf seiner Seite lediglich steht, dass er die alten Tests verglichen hat. Was ich nicht verstehe ist, wie er anhand derer erkennen konnte, dass es sich um die Blutgruppe 0 handelt und diese nicht von ihm sei. Ist er jetzt auch auf dem Gebiet DNA-Analyse Experte? Irgendwie ist das sehr verwirrend.
In dem Zeitungsartikel steht etwas von einer neuen Analyse, das wäre ja so wieder eine Falschmeldung, wenn man die Informationen auf seiner HP liest....


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Der Fall Jens Söring

25.08.2016 um 22:16
@Venice2009

Nein, es gibt kein neues Gutachten. Die alten Gutachten wurden nur neu ausgewertet.

Es gab 11 Proben, die tiefgehend analysiert werden konnten. Das Gutachten von 2009 suggerierte, dass alle diese 11 Proben von den Opfern stammten (bzw eine andere Blutgruppe haben, als die von JS).

Nun hat sich heraussgestellt, dass 2 der 11 Proben doch zur Blutgruppe von JS gehören und der Abgleich mit seiner dna negativ ist.

Daraus leitet er nun den Unschuldsbeweis ab, weil ja folgerichtig 2 mänliche Personen mit der selben Blutgruppe im Haus Blut hinterlassen hätten müssen.

Arglistig verschweigt er, dass das zu jeder Zeit hätte passieren können und das noch 5 weitere Blutproben seiner Blutgruppe am Tatort gefunden wurde, die nicht näher ausgewertet werden konnten.


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Der Fall Jens Söring

26.08.2016 um 08:44
ja, aber wie konnte denn 1985 überhaupt eine DNA-Analyse erstellt werden? Das gibt es doch erst seit den 90ern (glaube ich). Daher verstehe ich nicht, was er da letztendlich verglichen haben will.... denn es wurden ja keine neuen Tests gemacht. Nur die Analyse von 2009. Und lt. seiner hP hat er die Proben von 1985 und 2009 vergleichen.

Alles wird wieder mal nur kurz und knapp erwähnt. Nichts wirklich erläutert. Der angebliche Sachverständige bleibt geheim (das ist natürlich wieder mal sehr seriös). Aber schön, dass das auch den Journalisten seltsam erscheint. Sonst hätten sie es ja nicht explizit erwähnt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.


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Der Fall Jens Söring

26.08.2016 um 10:02
@Venice2009

Es ist sozusagen ein zweistufiges Prozedere.

(1) 1985 wurden die Blutspuren gesichert und es wurde festgehalten, wo genau diese gefunden wurden. Ferner wurden den Proben zwecks Zuordnung, Kennnummern zugeordnet. Eine DNA- Analyse wie wir sie heute kennen, war damals tatsächlich nicht möglich, wohl aber bestand die Möglichkeit die Blutgruppe identifizieren zu können.

Konkret wurden 7 Proben der Blutgruppe 0 (JS) sichergestellt um 2 davon geht es hier.

(2) 2009 wurden alle Proben nach dem heutigen Stand der Technik ausgewertet. Die Analyse der beiden oben erwähnten Proben ergab, dass die 2 nicht JS zugeordnet werden können bzw. die beiden Spuren definitiv nicht von ihm sind (die anderen 5 haben eine zu geringe Qualität für eine tiefergehende Auswertung).

Neu ist wie gesagt, gar nichts. Nur war lange Zeit keinem aufgefallen, dass diese beiden Blutproben die hier relevant sind, Blutgruppe 0 sind, weil niemand einen Abgleich der beiden Berichte vorgenommen hat. Bisher ging man davon aus, das die beiden Blutspuren, wie die 9 anderen, die man genauer analysieren konnte, zu den Opfern gehören, weil die Formulierung im zweiten Bericht etwas unglücklich war.

Anders formuliert: Seit dem Jahr 2009 hat sich die Sachlage nicht mehr verändert. JS hätte seinen neuen Vorstoß also schon vor 7 Jahren starten können.


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