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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 16:32
Zitat von Mr.Mystery1990Mr.Mystery1990 schrieb:Was selbst Gardner (den Sockenabdruck) , im TV als hogwash (Quatsch) bezeichnete.
In der Tat! Ich erinnere mich gut an diese Szene aus einer Doku aus dem Jahr 2011. Da gibt Gardner dem deutschen Reporter gegenüber sogar ganz offen zu, dass die Jury mit dem Sockenabdruck mehr oder weniger ausgetrickst wurde.

Hätte JS damals einen kompetenten Strafverteidiger gehabt, der, wie die Amerikaner sagen, "quick on his feet" ist (ich denke da zum Beispiel an den in den USA sehr bekannten Anwalt Gerry Spence aus Wyoming), hätte die Jury ihn wohl nicht schuldig gesprochen. JS war meines Erachtens in erster Linie ein Opfer dessen, was man auf Englisch mit dem Begriff "ineffective assistance of counsel" bezeichnet.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 16:38
wobei man sich die Frage stellen sollte, ob es den Opfern gegenüber gerecht ist, wenn Täter frei kommen, lediglich, weil sie sich den richtigen Anwalt leisten können.

@yasumi
das Gutachten ist mir nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass es nicht entlastend gewesen ist, denn es wurde nur kurz erwähnt. Der Gutachter stellte keinesfalls fest, dass das Gutachten falsch sei, sondern Ungereimtheiten aufwies. Eigentlich bestätigte er nur das, worauf JS bereits seit Jahren hinwies. Ansonsten ergaben sich keine neuen Erkenntnisse, zumindest keine, die veröffentlicht wurden.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 16:38
Zitat von SCMP77SCMP77 schrieb:Naja, das ist eine reine Annahme, dass ein "Wahn" übertragen worden sein sollte und ein Motiv ist der Wahn alleine natürlich nicht.
Natürlich kann sich der Wahn in die eine oder Andere Richtung entwickelt haben. Fakt ist aber, das der heilige Jens ein glasklares Motiv für die Tat hatte- und das bis heute abstreitet.
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Ein Gutachten des Verhör-Experten Andrew Griffiths gelangte dann zu der Überzeugung, dass das Geständnis beeinflusst wurde - der selbe Experte schrieb auch zu Söring ein Gutachten.
Der von mir hervorgehobene Satzteil, ist wohl nur einer von vielen Unterschieden zwischen beiden Fällen- JS wurde nie unter Druck gesetzt. Er hat alles von sich aus ausgeplaudert, schließlich war das ja Teil seines angeblichen Masterplans EH zu retten. Daher zieht die Nummer "Teeny wurde von bösen Cops unter Druck gesetzt" auch nicht.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 16:51
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Natürlich kann sich der Wahn in die eine oder Andere Richtung entwickelt haben. Fakt ist aber, das der heilige Jens ein glasklares Motiv für die Tat hatte- und das bis heute abstreitet.
Welches "glasklare"?

Das Motiv hatte eigentlich EH. Und das Werkzeug KANN JS gewesen sein. Das Problem ist nur, dass auch EH den Mord gestanden hat und sie wirklich nachweisbar ein Motiv gehabt hat und man bei JS allenfalls nur von einem "übertragenen" Motiv sprechen kann. Ich persönlich sehe das gerade in so eine Konstellation jedenfalls nicht als "glasklar" an.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 16:59
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Der von mir hervorgehobene Satzteil, ist wohl nur einer von vielen Unterschieden zwischen beiden Fällen- JS wurde nie unter Druck gesetzt. Er hat alles von sich aus ausgeplaudert, schließlich war das ja Teil seines angeblichen Masterplans EH zu retten. Daher zieht die Nummer "Teeny wurde von bösen Cops unter Druck gesetzt" auch nicht.
Ein Grund für meine etwas länglichen Ausführungen war, zu zeigen, dass Rosenfield eine etwas andere Schiene fährt als Söring. Deswegen würde mich das Gutachten zu den Geständnissen interessieren.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Ich gehe davon aus, dass es nicht entlastend gewesen ist, denn es wurde nur kurz erwähnt.
Im Sinne von:
Ende August 2016 schickt Jens Sörings Anwalt Steve Rosenfield eine Petition an den Gouverneur von Virginia, diesmal geht es um die bedingungslose Anerkennung von Jens Sörings Unschuld. [...] Außerdem liegt der Petition ein Bericht des englischen Verhörexperten Andy Griffiths bei, der nach monatelanger Auswertung aller Unterlagen zu dem Ergebnis kommt, dass es signifikante Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Jens Sörings Geständnis gibt.
http://das-versprechen.de/die-geschichte

Wie gesagt, da würde ich mir gern selbst ein Bild von machen.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 17:11
@yasumi
dass es vorgelegt wurde heisst nicht unbedingt etwas. Der Zeuge Buchanan wurde ja auch bereits als entlastender Zeuge aufgeführt.

Was mich ein wenig verwunderte war, dass es nur so nebensächlich erwähnt wurde. Passt nicht zu JS. Sonst hat er, wie z. B. den Zeugen Buchanan in der Öffentlichkeit breitgetreten.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 17:12
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:wobei man sich die Frage stellen sollte, ob es den Opfern gegenüber gerecht ist, wenn Täter frei kommen, lediglich, weil sie sich den richtigen Anwalt leisten können.
Natürlich nicht, das ist sicher eines der größten Schwächen, im Jury-System besonders.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 17:24
@Venice2009
Ja das stimmt. Aber dafür kann es auch andere Gründe geben: Vielleicht verfolgen Rosenfield und Söring unterschiedliche Strategien.

Denn das Gutachten kann ja zu dem Schluss gekommen sein, dass Söring dem psychischen Druck nicht stand hielt - während Söring ja einen gegenteiligen Eindruck hinterlassen will. Das wäre dann ein Grund, das Gutachten nicht online zu stellen. Söring ist ja in seiner Geschichte gefangen, viel ändern kann er an ihr nicht mehr. Der Anwalt kann da vielleicht es freier sein.

Es kann aber auch sein, dass der Gutachter einer Veröffentlichung außerhalb des Pardon-Gesuchs nicht zugestimmt hat.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 18:27
Zitat von yasumiyasumi schrieb:würde mich das Gutachten zu den Geständnissen interessieren.
Ich habe es gelesen (bzw. Ausschnitte, soweit ich mich erinnern kann), weiß allerdings gerade nicht wo das war, ich suche es die Tage raus.
Ich mache mir nicht immer Lesezeichen, geschweige denn speichere ich alle Dokus.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 21:49
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Rosenfield war auch Teil des Teams, das den Deal für Elizabeth Haysom ausgehandelt hat. Er war wohl auch derjenige, der der Verteidigung von Söring vor dessen Prozess angeblich Informationen gegen Geld anbieten wollte. Jetzt möchte er ein Pardon für Söring erreichen.
Woher weißt du das ?

Zum Geständnis noch :
21. Juli 2016 – Nach mehr als fünf Monaten Überprüfung und Analyse übergibt Dr. Andrew Griffiths (University of Portsmouth, England) einen ausführlichen Bericht zu Jens‘ Geständnis vom 8. Juni 1986. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Geständnis „unzuverlässig" sei, aufgrund der angewandten Methoden (z.B. der Verweigerung, einen Anwalt zuzulassen) und aufgrund des Inhalts (z.B. Widersprüche zwischen der Aussage und dem vorgefundenen Tatort).
http://www.jenssoering.de/neue_timeline
Zitat von BluelleBluelle schrieb:Ich habe es gelesen (bzw. Ausschnitte, soweit ich mich erinnern kann), weiß allerdings gerade nicht wo das war, ich suche es die Tage raus.
Ja das wäre lieb.


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Der Fall Jens Söring

12.06.2017 um 22:35
Zitat von Mr.Mystery1990Mr.Mystery1990 schrieb:Woher weißt du das ?
- Rosenfield war auch Teil des Teams, das den Deal für Elizabeth Haysom ausgehandelt hat.

Double Murder in Bedford Teil 3 - leider nicht mehr online - ab 15:39, Ausschnitt aus dem Söring-Prozess:
Updike: You said that you had a deal, right? In order to try to get yourself a light sentence. You had the services of an attorney Mr Rosenfield?
Elizabeth Haysom: That's correct.
- Er war wohl auch derjenige, der der Verteidigung von Söring vor dessen Prozess angeblich Informationen gegen Geld anbieten wollte.

Da muss ich mich korrigieren: es ging um ein Gespräch mit Elizabeth Haysom:
Just a few days before opening statements began the most bizarre of all the pre-trial hearings took place. Steve Rosenfield, an attorney representing Liz, had approached my lawyers to offer them an opportunity to speak with his client -- for a sum of money. Since such arrangements were ethically dubious and embarrassing if made public, my attorneys contacted prosecutor Updike, and together they decided to inform Judge Sweeney of this development.
Nicht (mehr) online, deshalb via Archive.org https://web.archive.org/web/20160518235026/http://lucy.ukc.ac.uk:80/Soering/chapter11.html#172


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12.06.2017 um 23:09
@yasumi
Ok, danke.
Das Buch  "Mortal Thoughts" haben Ja Freunde von Söring, in den 90er ins Internet gestellt.


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12.06.2017 um 23:14
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Deswegen würde mich das Gutachten zu den Geständnissen interessieren.
Das Gutachten ist aber nie veröffentlicht worden. Stets hört man nur die übliche Leier, die inhaltlich exakt dem gleicht, mit was JS seit über 10 Jahren hausieren geht. Alles andere hat er immer veröffentlicht. Siehe beispielsweise den Watson Bericht etc. Da kommt nichts mehr. Wetten?


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Der Fall Jens Söring

13.06.2017 um 03:41
Ich habe jetzt das Gutachten gesucht, aber richtig, ich muss zurückrudern, ich finde diesbezüglich nichts mehr und bin mir nicht mehr sicher, ob es auch tatsächlich dieses war oder ob ich nicht etwas verwechselt habe.

Wieso er es nicht öffentlich macht weiß ich nicht, gehe aber davon aus, dass ein Gutachter auch nur eine Einschätzung machen kann und er sich nicht 100 pro festlegen wird - wie auch immer, eigentlich langt dieses ja schon, das sind ja Fakten, die jeder kennt und drückt für mich aus, dass man sich auf das Geständnis nicht verlassen kann.
21. Juli 2016 – Nach mehr als fünf Monaten Überprüfung und Analyse übergibt Dr. Andrew Griffiths (University of Portsmouth, England) einen ausführlichen Bericht zu Jens‘ Geständnis vom 8. Juni 1986. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Geständnis „unzuverlässig" sei, aufgrund der angewandten Methoden (z.B. der Verweigerung, einen Anwalt zuzulassen) und aufgrund des Inhalts (z.B. Widersprüche zwischen der Aussage und dem vorgefundenen Tatort).



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Der Fall Jens Söring

13.06.2017 um 07:28
@Bluelle
das ist aber doch der Nebensatz, den ich meinte... ich dachte du hättest das Orginaldokument gelesen? Das hatte sich zumindest so angehört.

Dass es lediglich nur mit einem Satz erwähnt wurde interpretiere ich daher so, dass es zumindest für JS nicht hilfreich war.

Ich kann mir kaum Vorstellen, dass ein Gutachter ein Gutachten als falsch bezeichnet, wenn sehr genaue Angaben erfolgten, und es sicherlich einige Übereinstimmungen gegeben haben wird. Auch wenn ich mich wiederhole... Gardner äußerte sich dahingehend so, dass JS auf jede Frage eine Antwort wusste. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man das einfach so erklären kann, auch ein Rosenfield wird das nicht können.

Und vor dem Parole Board, sind sie ja  schon, trotz Gutachten, trotz "neuer" DNA Analyse gescheitert. Das lag bestimmt wieder an dem Parole Board...


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Der Fall Jens Söring

13.06.2017 um 08:52
Zitat von BluelleBluelle schrieb:    Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Geständnis „unzuverlässig" sei, aufgrund der angewandten Methoden (z.B. der Verweigerung, einen Anwalt zuzulassen) und aufgrund des Inhalts (z.B. Widersprüche zwischen der Aussage und dem vorgefundenen Tatort).
Ich verstehe nicht ganz, was das an dem Resultat ändert.

Er legte ein Geständnis ab, gab Dinge an (Aussenlicht, auf Socken zurückgekehrt) die nur der Täter wissen konnte u. es werden noch andere Sachen sein, die sich unserer Kenntnis entzieht.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb: Gardner äußerte sich dahingehend so, dass JS auf jede Frage eine Antwort wusste.
...die logo den Tathergang/Ablauf betraf, die sich mit den Erkenntnissen der Ermittler am Tatort ergänzte/deckte oder was soll man sonst daraus schliessen?


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Der Fall Jens Söring

13.06.2017 um 09:06
Zitat von SCMP77SCMP77 schrieb:Welches "glasklare"?Das Motiv hatte eigentlich EH. Und das Werkzeug KANN JS gewesen sein. Das Problem ist nur, dass auch EH den Mord gestanden hat und sie wirklich nachweisbar ein Motiv gehabt hat und man bei JS allenfalls nur von einem "übertragenen" Motiv sprechen kann. Ich persönlich sehe das gerade in so eine Konstellation jedenfalls nicht als "glasklar" an.
Natürlich hatte auch EH ein Motiv. Aber das ändert ja nichts. Außerdem kamen noch andere Dinge hinzu: Die Eltern waren gegen die Beziehung, wollten EH von der Uni nehmen. Sie empfanden JS Persönlichkeitsstruktur wohl als außerordentlich verstörend. Dann der mutmaßliche sexuelle Missbrauch. Da kommt schon einiges zusammen. Wir dürfen nicht vergessen: Die beiden hatten wohl keine normale Beziehung, so wie wir das vielleicht von uns kennen.

Was das Geständnis von EH angeht: Ich kenne diesen einen Satz. JS schlachtet das ja richtig aus. Aber es ist eben nur ein (dahin gerotzter) Satz. Die Polizei hat diese Aussage dann folgerichtig auch nicht ernst genommen, woraus JS natürlich wieder eine Verschwörung konstruiert. Ganz ehrlich: So geht es doch nicht. Alles was von der Polizei/ Staatsanwaltschaft, dem Richter und anderen staatlichen Organen kam, war ohne Ausnahme darauf ausgerichtet Super- Jensi zu schaden. All diese Personen haben nichts anderes zu tun als wissentlich (!) einen unschuldigen Mann lebenslang wegzusperren? Ich verstehe einfach nicht, wie man derartige Schauergeschichten glauben kann.


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Der Fall Jens Söring

13.06.2017 um 09:16
Einige denken wohl tatsächlich, Elizabeth hätte das Verbrechen alleine begangen.

Dagegen spricht u.a., das sie ihm dann vorher nicht schriftlich mitteilen würde, das sie ihre Eltern tot sehen wollte.

Und: warum sollte sie Angst haben, mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht zu werden?
Würde nur Sinn machen, wenn jemand gesehen hätte, das sie das Haus verlassen hat.

Warum sollte sie es Söring, wenn sie es getan hätte, überhaupt sagen?

Mir erscheint es daher logischer, das, wenn sie sich schon schriftlich darüber unterhalten haben, Söring zumindest (aktiv) beteiligt war oder er es alleine war.


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