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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

29.06.2018 um 17:42
Das Gutachten bzw. der "Könnte sein, könnte auch nicht sein"-Hamilton-Report samt quasi weiterem inkludierten Geständnis passte mMn. nicht in die seit 1990 von JS "verkaufte" Unschuld-Strategie.

Ursprünglich (1986) war es in meinen Augen eher ein von Sörings Anwälten / Eltern in Auftrag gegebenes Puzzleteil im Zusammenhang mit den Geständnissen, das aus Mord quasi sowas wie Totschlag plus verminderte Schuldfähigkeit vorkonfigurieren sollte.

Mit derselben Vorsicht, die man diesem "neuen" Blog entgegenbringen sollte, sind mMn. die meisten Quellen und Ableitungen zu genießen, vor allem die Seiten von Söring / JS-Freundeskreis und die deutschsprachigen Artikel / Filme / Dokus. In D wird mMn. in gefühlten 9 von 10 Fällen einseitig pro dem verurteilten Mörder Söring abgeleitet - und zwar leider oft auch bezogen auf den reinen Kriminalfall / die Schuldfrage.

Ein nur in D oder für die Zielgruppe D vorgeschriebenes bzw. fehlendes Impressum schränkt nicht automatisch die Glaubwürdigkeit oder Echtheit des Content ein, denn woanders und mit nichtdeutscher Zielgruppe ist das nun mal ggfs. nicht nötig bzw. verfassungswidrig - ähnliches Thema ggfs. beim Datenschutz. Der Server-Standort spielt da genauso wenig eine Rolle, wie die Sprachkenntnisse des Betreibers.

Damit muss man sich arrangieren wie mit der Tatsache, dass die meisten Leute in Virginia denken, dass Söring bereits ein mildes Strafmaß bekommen hat, WEIL er Deutscher ist. Söring beschuldigt EH - ohne Beweise - öffentlich der Tat, für die er selbst rechtskräftig verurteilt ist, das ist m.E. viel bedenklicher ...

Umso besser und in der Gesamtbetrachtung ausgewogener, wenn mal etwas nicht dem Propaganda-Netz rund um einen verurteilten Doppel-Mörder entspringt. Auf Allmy ist der "neue" Blog derzeit als Quelle okay, fertig - und wohl kaum mit mehr Skepsis zu betrachten als selektive und einseitige Quellen à la jenssoering.xxx.


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Der Fall Jens Söring

29.06.2018 um 18:14
Zitat von Sector7Sector7 schrieb: bzw. verfassungswidrig
Wieso das denn bitte?
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Ein nur in D oder für die Zielgruppe D vorgeschriebenes bzw. fehlendes Impressum schränkt nicht automatisch die Glaubwürdigkeit oder Echtheit des Content ein,
Das sehe ich sehr anders, aber das habe ich hier schon ausgeführt.
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Propaganda-Netz
Jedenfalls kann man sich an dieses 'Propagandanetz' dank VdSiP jederzeit mit Fragen oder Bemerkungen wenden, wenn einem ein Dokument etc nicht einleuchtet oder man es für falsch hält.
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Damit muss man sich arrangieren wie mit der Tatsache, dass die meisten Leute in Virginia denken, dass Söring bereits ein mildes Strafmaß bekommen hat, WEIL er Deutscher ist.
Ist das auf heute bezogen so? Oder ist das so eine gefühlte Meinungsäußerung?


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Der Fall Jens Söring

29.06.2018 um 18:23
@Sector7
Es ist ja schön zu lesen, dass du den Aufhänger Hamilton Gutachten nutzt, um deine ganze Sicht des "Kriminalfalls" darzulegen...

Aber für mich passt das Gutachten weiterhin sehr gut logisch wie inhaltlich zur Zeitachse und der Geschichte.

Zum Blog....ich horche immer direkt auf, wenn mich jemand ein "Propagandaopfer" nennt.
Deine Umschreibung ist dagegen nicht ganz so direkt.

Dadurch verspielt der Blog mMn. schon im Ansatz ne ganze Menge. Krönend allerdings, dass die Wortwahl und der ganze gewaehlte Tonus martialischem Propagandagut deutlich eher gleichkommen. Es fehlt wohl eher noch an der audience.


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Der Fall Jens Söring

29.06.2018 um 19:01
Zitat von ligalaligala schrieb:Ist das auf heute bezogen so? Oder ist das so eine gefühlte Meinungsäußerung?
Virginia hat 8 Millionen Einwohner, glaubst du, dass sich deren Meinung zu Söring in den letzten 30 Jahren verändert hat? MMn. ist die bei 99,99% auf dem Stand von 1986 / 1990, u.a. weil sie Söring überhaupt nicht weiter interessiert. Die vorherrschende Meinung ab 1986 sowie mehrere Umfragen in späteren Dokus, die natürlich nicht repräsentativ waren, haben das bestätigt. Es ist also eine logische Meinungsäußerung, die mir wahrscheinlich und lebensnah erscheint.
Zitat von mr_majesticmr_majestic schrieb:Es fehlt wohl eher noch an der audience.
Korrekt, da hat JS 25 Jahre Vorsprung, speziell bezogen auf Deutschland. :)


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Der Fall Jens Söring

29.06.2018 um 23:50
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Virginia hat 8 Millionen Einwohner, glaubst du, dass sich deren Meinung zu Söring in den letzten 30 Jahren verändert hat? MMn. ist die bei 99,99% auf dem Stand von 1986 / 1990, u.a. weil sie Söring überhaupt nicht weiter interessiert. Die vorherrschende Meinung ab 1986 sowie mehrere Umfragen in späteren Dokus, die natürlich nicht repräsentativ waren, haben das bestätigt. Es ist also eine logische Meinungsäußerung, die mir wahrscheinlich und lebensnah erscheint.
Also leicht hat es Söring in Virginia bestimmt nicht. Aber wie ich den nachfolgenden Berichten entnommen habe, ist man sich in Virginia durchaus bewußt, dass das bisherige Strafvollzugssystem aufgrund der sehr restriktiven Bewährungsbewilligung zu kollabieren droht. Die staatlichen Gefängnisse platzen aus allen Nähten. Die Kosten explodieren, da viele Gefängnisse eher einem Altenheim entsprechen als einem Knast. Die jüngeren Gefangenen werden über eine viel zu lange Zeit in lokalen Gefängnissen "zwischen geparkt", bevor sie in ein Staatsgefängnis kommen und die Krminalitätsstatistik von Virginia ist nicht besser als die von Bundesstaaten, die liberalere Parole-Boards haben. Mc Auliffe hat daher 2015 eine Reform des Parole-Boards in die zur Debatte gestellt und 2017? eine neue Vorsitzende, Mrs. Bennett benannt, um die Bewilligungszahlen von Bewährungen zu erhöhen.

https://www.washingtonpost.com/opinions/reconsidering-parole-in-virginia/2015/08/27/83ea75ba-4b34-11e5-902f-39e9219e574b_story.html?utm_term=.033f87c04289
http://www.nbc29.com/story/37146308/in-depth-virginias-parole-system-under-the-microscope-part-1
https://www.prisonlegalnews.org/news/2017/oct/9/parole-remains-elusive-virginia-prisoners/
https://psmag.com/news/will-parole-get-a-second-chance-in-virginia
http://www.governing.com/topics/public-justice-safety/tns-virginia-parole-board.html

Ob Söring von zukünftigen Reformen profitieren kann, bleibt abzuwarten.


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Der Fall Jens Söring

30.06.2018 um 01:49
Zitat von asadehasadeh schrieb:Ob Söring von zukünftigen Reformen profitieren kann, bleibt abzuwarten.
Das kann man nur hoffen, für Söring, für Haysom und speziell für alle jugendlichen Schwer-Straftäter bis 25 und auch andere Langzeit-Inhaftierte.

Andererseits zeigt der Fall aber auch: Wären Söring und Haysom Einheimische in Virginia gewesen, hätte es aufgrund der Abschreckung evtl. gar keinen Doppelmord mit einer Beteiligung von JS gegeben. Mal egal, wie diese Beteiligung vor, während und nach dem Mord aussah.

Deine Links sagen mir, dass Teile der Bevölkerung von Virginia zum "alten" System zurückkehren wollen, also die nach Söring abgeschafften Bewährungsmöglichkeiten (inkl. höherer oder quasi verhaltensabhängiger Bewilligungschancen) wieder für alle einzuführen.

Davon abgesehen, dass es in den USA auch Straftäter gibt / gab, die neben der Todesstrafe zu 1.000 oder 10.000 Jahren Haft verurteilt worden sind, hatte die Abschaffung der Bewährung in Virginia 1994 vermutlich auch auf die "Altfälle" wie Söring und Haysom einen Einfluss, nämlich eine deutlich härtere Linie bei Bewilligung / Ablehnung der Anträge.

Sollte Söring nicht "politisch" nach D überstellt werden (sicher nicht ohne Auflagen und Resthaft-Garantie), dann ist es vermutl. seine einzige wirkliche Chance, wenn man die Bewährungs-Bedingungen in Virginia wieder lockert und gleichzeitig die "friedlichen" Altfälle mit guter Prognose bereinigt bzw. auf Bewährung entlässt.


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Der Fall Jens Söring

30.06.2018 um 09:01
Zitat von asadehasadeh schrieb:Die Kosten explodieren, da viele Gefängnisse eher einem Altenheim entsprechen als einem Knast. Die jüngeren Gefangenen werden über eine viel zu lange Zeit in lokalen Gefängnissen "zwischen geparkt", bevor sie in ein Staatsgefängnis kommen
Verstehe ich das richtig? Söring sprach ja eigentlich von einer lukrativen Maschinerie in der Gefangene mit 25.000USD/Jahr eher noch profitabel gehalten werden. Also eher "never touch a winning system"...es sei denn der Steuerzahler geht auf die Barrikaden.

Dagegen würde demnach sprechen, dass sich überlastete, regionale Gefàngnisse verschulden und sich die Altersdemographie (Kosten zur Krankenversorgung) in staatlichen Gefängnissen, gewinnbringend gesehen, "ungünstig" entwickelt hat?


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Der Fall Jens Söring

30.06.2018 um 23:57
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Andererseits zeigt der Fall aber auch: Wären Söring und Haysom Einheimische in Virginia gewesen, hätte es aufgrund der Abschreckung evtl. gar keinen Doppelmord mit einer Beteiligung von JS gegeben. Mal egal, wie diese Beteiligung vor, während und nach dem Mord aussah.
Das sehe ich anders. Die Kriminalitätsrate hängt signifikant von anderen Faktoren als der Härte der angedrohten Strafe ab.
(vgl: http://www.praeventionstag.de/nano.cms/vortraege/id/2339)
Viel entscheidender sind die Aufklärungsrate und mithin das Risiko für den Täter, entdeckt zu werden und eine gute Sozialpolitik. Wer sich zu einer Gesellschaft nicht zugehörig fühlt oder meint, ohnehin keine Chance zu haben, der wird im Zweifel auch die Regeln dieser Gesellschaft nicht achten und hierin für sich auch gar keinen Vorteil sehen.

Aber, wir schweifen ab....
Du siehst Söring jedenfalls am Tatort? Jedenfalls gehst du von einer geplanten Tat aus? Nur bei einer geplanten Tat könnte die Strafandrohung eine Rolle für den Täter spielen, oder?

Ich sehe ihn nicht am Tatort, sondern in DC. Damit ist für mich die Frage, ob die Tat geplant war und ob Söring wußte, wofür das Alibi ist, noch nicht beantwortet.
Ich kann mir durchaus Szenarien vorstellen, bei denen es kein "geplanter" Mord war, sondern beispielsweise ein eskalierter Streit. Da hilft dann eine Strafandrohung ohnehin nicht.
Zitat von mr_majesticmr_majestic schrieb:Verstehe ich das richtig? Söring sprach ja eigentlich von einer lukrativen Maschinerie in der Gefangene mit 25.000USD/Jahr eher noch profitabel gehalten werden. Also eher "never touch a winning system"...es sei denn der Steuerzahler geht auf die Barrikaden.
Ja, so verstehe ich das : lukrativ für den privatwirtschaftlichen Gefängnisbetreiber, der umso mehr verdient, je mehr Gefangene es gibt, wobei die Kosten für die medizinische Versorgung Sache des Staates zu sein scheinen, so dass dieses System umso teurer für den Steuerzahler wird, je mehr und je älter die Gefangenen werden.
http://hac.virginia.gov/Committee/files/2011/10-17-11/Geriatric_Inmates.pdf (Archiv-Version vom 21.12.2016)

Ich denke, hier kommen derzeit zwei Dinge zusammen: Die Kriminalitiätszahlen sind in Virginia nicht signifikant seit 1995 zurück gegangen, insbesondere auch nicht im Vergleich zu den US-Staaten, die nicht diese harte Linie fahren, wonach ein Großteil der verhängten Haftstrafe verbüßt sein muß vor einer Entlassung auf Bewährung. Gleichzeitig steigt die Zahl der Gefangenen und auch der älteren Gefangenen immer weiter an und damit die Kosten für den Steuerzahler. Sobald es ans eigene Portemonnaie geht und wenn der Nutzen dann noch nicht einmal so klar ist, könnte ein Stimmungswechsel in der Bevölkerung einsetzen, die ein "Zurückgehen" auf die Regeln von vor 1995 politisch möglich machen würde.

Ich finde das deswegen so spannend, weil dies auch eine "goldene Brücke" wäre, über die der derzeitige oder auch der nächste Governor künftig nach einer entsprechenden Reform gehen könnte, ohne selbst über den einen oder anderen Einzelfall und mithin über Schuld oder Unschuld entscheiden zu müssen/sollen.
Man liberalisiert einfach die Bewährungsvoraussetzungen und muß so über die ursprüngliche Tat und evtl. Zweifel an der Täterschaft gar nicht mehr reden. Gut, entscheiden würde ein Zivilgericht über einen Schadensersatzanspruch. Aber die Entscheidung des Governors hätte in diesem Verfahren doch sicherlich de facto präjudizielle Wirkung. Ich denke, da ist die US-Judikatur geschädigtenfreundlicher als die bundesdeutsche, wenn es um Haftentschädigung geht.

Der folgende Beitrag hat mich auf diese Idee gebracht:
http://www.c-ville.com/robert-davis-receives-pardon/#.WzfznSAyWY0
http://www.c-ville.com/wrongful-delay-virginia-continues-victimize-robert-davis/#.Wzf0viAyWY0

Mr. Davis hat durch Rosenfield zunächst ein Pardon des Governors und nun eine Entschädigung des Staates von 600.000,- Dollar erhalten.
Jetzt denke ich mal laut: Selbst wenn der Governor die mittlerweile bestehenden Zweifel an der Richtigkeit des gegen JS ergangenen Urteils teilt, will er Virginia dafür schadensersatzpflichtig machen?

Das wäre ja dann wieder höchst unpopulär und könnte ihm auch wieder politisch schaden. Ohnehin sehe ich hier das Problem, dass jeder Governor Angst vor der öffentlichen Reaktion hat.

Vielleicht erklärt sich vor diesem Hintergrund auch, dass der Governor dem Parole Board sein volles Vertrauen ausgesprochen hat und die Vorsitzende des Parole Board JS ermutigt hat?

http://wvtf.org/post/northam-puts-soering-pardon-parole-boards-hands


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01.07.2018 um 10:02
Ganz was anderes:

Mitte der 80er Jahre, als ich ein kleiner Junge war, gab es am Frühstückstisch beim Zeitunglesen einen Skandal: der Sohn eines bedeutenden Politikers hatte in London einen Mord begangen. So kam die Geschichte jedenfalls bei mir an. Ich erinnere mich noch, dass ich mir damals den Beruf des Vaters erklären ließ, so richtig verstanden habe ich es aber nicht. Es könnte irgendetwas kompliziertes wie "Vizekonsul" gewesen sein.

Jahre später war die Empörung bei meinen Eltern wieder groß: ein junger Mann stand wegen Mordes vor Gericht und behauptete, aus Liebe ein falsches Geständnis abgelegt zu haben. Auch hier dürfte es sich wohl um Söring gehandelt haben.

Was damals genau in deutschsprachigen Zeitungen gestanden hat, das würde mich heute interessieren. Leider tue ich mich schwer, aus der Zeit von 1986 oder 1990 auch nur einen Artikel zu finden. Wer weiß Rat?


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Der Fall Jens Söring

01.07.2018 um 10:24
bezüglich der Diskussion von langen Haftstrafen. Es geht ja nicht nur darum, jemanden besonders hart abzustrafen, sondern auch darum, die Allgemeinheit vor solchen Menschen zu schützten. Wie oft kam es bereits vor, dass jemand eine zweite, dritte, oder vierte Chance erhielt, und munter weiter machte?


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02.07.2018 um 06:46
Zitat von ligalaligala schrieb:Sector7 schrieb:
bzw. verfassungswidrig
Wieso das denn bitte?
In den USA ist eine "Impressumspflicht" unbekannt und wäre auch nicht möglich, da dort der Erste Verfassungszusatz dem Staat verbietet, solche Bedingungen für die freie Meinungsäußerung zu stellen.


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Der Fall Jens Söring

02.07.2018 um 08:07
Zitat von DreamsDreams schrieb:In den USA ist eine "Impressumspflicht" unbekannt und wäre auch nicht möglich, da dort der Erste Verfassungszusatz dem Staat verbietet, solche Bedingungen für die freie Meinungsäußerung zu stellen.
Und genau das macht es so schwierig, weil viele von unseren deutschen Gesetzen auf die der Amerikaner schließen.

Das war ja auch so bei dem Staatsanwalt gewesen, der sich angeblich unfair verhielt. Aber eben nicht nach dem amerikanische Verständnis.


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02.07.2018 um 08:19
@Mr.Stielz
Ich würde mal im Spiegel Archiv nachschauen, die werden sicherlich über diesen Fall berichtet haben.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-1947.html


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02.07.2018 um 08:58
Zitat von DreamsDreams schrieb:In den USA ist eine "Impressumspflicht" unbekannt und wäre auch nicht möglich, da dort der Erste Verfassungszusatz dem Staat verbietet, solche Bedingungen für die freie Meinungsäußerung zu stellen.
Wenn nicht zweifelsfrei feststeht, wo der Blog gehostet wird, macht es mMn. eher wenig Sinn über die ggf. vorliegenden lokalen Gesetzesübertretungen zu diskutieren.
Wer mit Fakeprofilen und Anonymisierungen agiert, ergo seine Identität verschleiern will, kann auch Fake IPs erzeugen.
Zudem es gibt keinen Hinweis auf einen Serverstandort USA.


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02.07.2018 um 09:32
wieso wird darüber debattiert, dass ein englischsprachiger Blog, unbedingt aus Deutschland stammen muss? Nur weil es einen deutschprachigen Blog gibt? Die Logik dahinter verstehe ich nicht so ganz. Sonst kräht auch keine Krähe danach, dass das Impressum bei englisch sprachigen Blogs fehlt. Und da unterstellt auch niemand, es würde ein deutscher Blogschreiber dahinter stecken.


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Der Fall Jens Söring

02.07.2018 um 22:21
Was man auch nicht ganz außer Acht lassen sollte: Wir diskutieren hier auch weitgehend anonym, oder verwendet jemand seinen bürgerlichen Namen und hat seine Adresse im Profil stehen? :-)

Sicher ist der einzelne User bei schwerwiegenden Rechtsverstößen über seine IP-Adresse lokalisierbar, aber ansonsten ist es erstmal anonym.

Aber diese Diskussion hilft nicht weiter.
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:Was damals genau in deutschsprachigen Zeitungen gestanden hat, das würde mich heute interessieren. Leider tue ich mich schwer, aus der Zeit von 1986 oder 1990 auch nur einen Artikel zu finden. Wer weiß Rat?
Das würde mich auch interessieren. Das Spiegel-Archiv habe ich durchgesehen, aber leider keine alten Berichte über JS gefunden.


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Der Fall Jens Söring

02.07.2018 um 23:47
Zitat von DreamsDreams schrieb:Was man auch nicht ganz außer Acht lassen sollte: Wir diskutieren hier auch weitgehend anonym, oder verwendet jemand seinen bürgerlichen Namen und hat seine Adresse im Profil stehen? :-)
Das ist ja nun mal etwas völlig anderes, in einem Forum unter einem Nick teilzunehmen oder einen Blog zu eröffnen!
Zitat von DreamsDreams schrieb:Sicher ist der einzelne User bei schwerwiegenden Rechtsverstößen über seine IP-Adresse lokalisierbar, aber ansonsten ist es erstmal anonym.
Eben, sehr richtig, und wenn du die Nachrichten der letzten Tage verfolgt hast, hast du ja auch erfahren, dass es eine große Razzia gegeben hat gegen Personen, die im Internet Hassbotschaften und Drohungen versendet haben, oder?
Ich finde solche Maßnahmen nötig und richtig. Übrigens hätte ich überhaupt nichts dagegen, wenn man seine Klarnamen in Foren benutzen müsste. Ganz im Gegenteil!
Aber ein Blog ist ja noch mal etwas anderes, wie schon gesagt. Vielleicht kannst du mir ja meine oft gestellte Frage beantworten:
Warum schreibt jemand einen Blog, in dem er seine Überzeugungen der Öffentlichkeit kundtun möchte, ohne mit seinem Namen dafür einzustehen?
@Dreams
@Mr.Stielz
Das ist sicherlich eine interessante Frage, was damals über den Fall Söring in der deutschen Presse berichtet wurde.
Leider haben die meisten Zeitschriften ein nicht so gutes Online- Archiv wie der "Spiegel"- das ist sehr schade!
@Mr.Stielz, du wirst dich ja wahrscheinlich noch erinnern, welche Zeitung(en) deine Eltern damals gelesen/abonniert hatten. Jede Zeitung hat natürlich ihr eigenes Archiv und du könntest dich direkt an diese Zeitung(en) wenden.
Außerdem gibt es Zeitungsarchive, z.B. ein sehr umfangreiches an der Landesbibliothek Dortmund. Auch etliche Uni- Bibliotheken haben Zeitungsarchive, allerdings in der Regel nicht online. Aber dort kann man auch recherchieren.
Dort sind ganz viele Artikel gespeichert.

Wäre für mich spannend, was du darüber vielleicht herausfindest, ob du noch alte Artikel finden kannst.


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Der Fall Jens Söring

03.07.2018 um 00:11
Zitat von ligalaligala schrieb:at gegen Personen, die im Internet Hassbotschaften und Drohungen versendet haben, oder?
das hat der Betreiber des Blogs nicht getan, von daher ist es sein gutes Recht, den Blog so zu veröffentlichen, wie er es für richtig hält. Das bedeutet, dass er ihn auch anonym führen kann ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Es muss schließlich nicht jedem gefallen, solange er nichts Verbotenes macht.

JS ist jemand der polarisiert. Da er selber seine Geschichte immer wieder in der Öffentlichkeit trägt, muss er auch mit kritischen Stimmen rechnen. Er macht ja im Grunde genommen auch nichts anderes, als sich seit 30 Jahren in die Öffentlichkeit zu drängen. Dass das dem ein oder anderen aufstößt, kann ich gut nachvollziehen. Er verdrängt durch seine Selbstinszenierung die wahren Opfer der Tragödie, nämlich Herrn und Frau Haysom.


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Der Fall Jens Söring

03.07.2018 um 00:21
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:das hat der Betreiber des Blogs nicht getan,
Nöö, habe ich ja auch nicht behauptet. Aber wenn der Blogger eine "kritische Stimme " ist, wieso dann steht er nicht mit seinem Klarnamen dafür ein?


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Der Fall Jens Söring

03.07.2018 um 00:26
@ligala
das hatte ich doch eigentlich schon geschrieben. Weil er es nicht muss, er hat die Möglichkeit anonym zu schreiben und tut es auch. Aus welchen Gründen auch immer (es muss doch nicht nur darauf hindeuten, dass er sich nicht traut zu seiner Meinung zu stehen).

Vielleicht ist es sein Anliegen über die Ungereimtheiten im Fall aufzuklären ohne seine Identität dabei preisgeben zu müssen. Nicht jeder möchte seinen Namen öffentlich machen... er darf doch aber trotzdem eine eigene (eine andere) Meinung vertreten. Ich verstehe da den Zusammenhang nicht so ganz, warum das mit seinem richtigen Namen zusammenhängen soll bzw. man diesen unbedingt veröffentlichen muss.


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