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Mord an Annika B. aus Hannover

408 Beiträge, Schlüsselwörter: 2011, Hannover, Annika

Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 06:58
Ermittlungen werden eingestellt Polizei gibt im Mordfall Annika B. vorerst auf

Der Mord an der jungen Studentin Annika B. schockierte vor fast genau zwei Jahren Hannover. Jetzt sollen die Ermittlungen in Kürze eingestellt werden – obwohl der Mörder der jungen Frau noch immer nicht gefasst ist

Hannover. „Wir arbeiten noch die letzten Hinweise ab, danach können wir vorerst nichts mehr tun“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Am 27. November 2011 war Annika B. vor ihrer Wohnung in der Kohlrauschstraße niedergestochen worden. Jetzt befürchtet ihre Familie, dass das Verbrechen nie aufgeklärt werden könnte.

Dabei waren die Mordermittler, wie erst jetzt bekannt wurde, im Verlauf ihrer Nachforschungen auf eine heiße Spur gestoßen. Sie führte in die Nähe von Rostock. Monate vor ihrem gewaltsamen Tod fühlte sich Annika B. einer konkreten Bedrohung ausgesetzt. „Da gibt es einen Mann, der will mich umbringen“, soll die junge Frau etwa im März 2011 ihrer Mutter anvertraut haben. Auf ungläubiges Nachfragen soll B. geantwortet haben: „Doch, das stimmt, der hat gesagt, er kommt im November hierher, und dann holt er mich und bringt mich um.“ Den Namen des Mannes, von dem sich die junge Frau bedroht fühlte, wollte sie damals nicht preisgeben. Auch den eindringlichen Rat ihrer Mutter, sich deshalb mit der Polizei in Verbindung zu setzen, schlug sie aus. „Wir sind diesen Hinweisen nachgegangen, haben auch drei bis vier Personen überprüft – die Ergebnisse waren immer negativ“, sagt Polizeisprecher Hilgenberg.

Annika B.s Eltern halten die Rostock-Spur weiterhin für den wichtigsten Hinweis in dem Fall. Sie haben selbst Nachforschungen angestellt und sind dabei auf den Namen des Ortes in der Nähe der Hansestadt gestoßen, in dem der Verdächtige damals gelebt haben soll. „Wir haben diesen neuen Hinweis sofort an die Polizei weitergeleitet“, sagt Rechtsanwalt Matthias Waldraff, der Annikas Eltern vertritt.

Generell kritisiert der Strafverteidiger das Verhalten der Behörde gegenüber den Hinterbliebenen in diesem spektakulären Fall. „Hier müssen die Angehörigen regelmäßig auf dem Laufenden gehalten werden, sonst wächst bei ihnen völlig unnötig Misstrauen“, sagt Waldraff. Er wünscht sich zudem Einblick in die Akten der Ermittler. „Nur so können wir nachvollziehen, was unternommen und was ermittelt worden ist“, erklärt der Jurist. Ein solches Entgegenkommen der Behörden sei in vergleichbaren Fällen durchaus üblich.

Annika B. hatte am Abend des ersten Adventssonntags 2011 ihre Wohnung in der Kohlrauschstraße kurz verlassen, um an einem nahe gelegenen Kiosk eine Schachtel Zigaretten zu holen. Der Täter muss die junge Mutter beobachtet haben. Er lauerte ihr vor ihrer Wohnung auf und griff sie bei ihrer Rückkehr ohne Vorwarnung an. Anschließend gelang ihm die Flucht.

Aufgrund der Zeugenaussagen dreier junger Männer, die den Täter weglaufen sahen, fertigten Spezialisten eine Phantomzeichnung von Annika B.s Mörder an. Das Bild zeigt einen sportlichen jungen Mann. Er ist 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und Brillenträger. Er hatte damals blonde, kurze Haare und trug an dem Abend eine dunkle Kapuzenjacke. Die Ermittler stellten danach die Phantomzeichnung auf die Facebook-Seite der Polizei und erhielten in kürzester Zeit eine derartige Flut von Hinweisen, dass sie das Bild wieder aus dem Netz nehmen mussten.
Der Fall Annika B.

27. November 2011: Gegen 19.15 Uhr wird die 20-jährige Studentin Annika B. vor ihrer Wohnung in der Kohlrauschstraße durch mehrere Messerstiche verletzt. Sie stirbt wenig später im Krankenhaus.

2. Dezember 2011: Die Kripo veröffentlicht eine Phantomskizze des mutmaßlichen Täters. Das Bild stellt die Polizei auch auf ihre Facebook-Seite. Die erhoffte Wirkung bleibt aus. Die Ermittler werden mit Hinweisen und Kommentaren regelrecht überflutet, sodass sie die Zeichnung wieder aus dem Netz nehmen müssen.

5. Dezember 2011: Annika B. wird auf dem Stöckener Friedhof beigesetzt.

28. März 2012: Die Polizei bittet rund 1000 Männer zum Speicheltest, um dem Täter per DNA-Abgleich auf die Schliche zu kommen. Trotz der regen Beteiligung ist auch dieser Schritt nicht erfolgreich.

27. November 2012: Ein Jahr nach dem Verbrechen setzt die Polizei eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise auf den Täter aus. Die Summe musste bislang nicht ausbezahlt werden, verwertbare Tipps gingen nicht ein.tm
Die schwere Zeit nach Annika

Ich wünsche mir schon, dass so ein krankes Gehirn geschnappt wird, und gleichzeitig habe ich Angst vor dem, was dann kommt.“ Regina Heinemann, die Mutter der ermordeten Studentin Annika B., sagt diesen Satz mit fester Stimme und klarem Blick. Zwei Jahre nach dem schrecklichen Verbrechen in der Kohlrauschstraße, das ihr die Tocher und ihrem Enkelkind die Mutter nahm, hat sie neue Kraft gefunden und kann über die Tat sprechen. „Ich bin wieder an Deck, aber es hat diese Zeit gebraucht, bis ich soweit war“, sagt sie. Ihre fünfjährige Enkelin lebt bei ihrem Vater, die Großeltern können sie regelmäßig sehen. Immerhin sie ist ihnen geblieben.

Es war ein langer Weg zurück. Zwei schwere Jahre habe sie hinter sich, sagt Heinemann. Sie hat sich sehr verletzt gefühlt, „wie ein Mobile, aus dem ein Teil herausgeschnitten wurde“. Nicht nur der tödliche, bis heute nicht aufgeklärte Messerangriff auf ihre Tochter hat diese Verletzungen hervorgerufen. Auch die vielen negativen Erlebnisse im Verlauf der Ermittlungen hätten Wunden hinterlassen. So erfuhr sie beispielsweise nur durch Zufall von der Attacke auf ihre Tochter – nicht aber durch die Polizei.

Als die damals 20-jährige Studentin niedergestochen wurde, war Regina Heinemann im Ausland. Eine Hausbewohnerin schickte ihr eine Nachricht auf das Handy, sie möge sich bei der Polizei melden, mit Annika sei etwas passiert. Als sie sich telefonisch zur Mordkommission durchgefragt hatte und sich dort nach ihrer Tochter erkundigte, fuhr der Beamte sie an: „Wer hat Ihnen das gesagt?“ Die Ermittler hatten in den ersten Stunden eine Art Nachrichtensperre verhängt, um sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren zu können. Dabei hatten sie die Angehörigen offenbar völlig aus dem Blickfeld verloren.

Auch im weiteren Verlauf der Suche nach dem Mörder fühlte sich die Familie oft alleine gelassen. „Ich wusste wirklich nur das, was in der Zeitung stand, auch wenn mir das kaum jemand geglaubt hat“, sagt Regina Heinemann. Erst im Mai, sechs Monate nach dem Verbrechen, durfte die Mutter die Wohnung ihrer Tochter wieder betreten. Bis dahin hatte die Polizei die Räume versiegelt.

Zudem hat die Familie inzwischen herausbekommen, dass drei Tage nach dem Angriff auf Annika ein Bekannter, der offenbar über Beziehungen zur Rechtsmedizin verfügt, bei der Toten war, um Abschied zu nehmen. „Ich als Mutter durfte sie erst nach einer Woche sehen. Das hat mich schon tief getroffen“, sagt die Mutter der Ermordeten.

Später entdeckte sie, dass jemand im Internet ein Kondolenzbuch für Annika eröffnet und ein virtuelles Grab für die junge Frau angelegt hatte. Mehr als 4000 Menschen haben dort Abschied bislang genommen. Beinahe täglich tragen sich online Menschen in die Gästebücher ein, die Annika B. nicht gekannt haben. „Einige haben sich als Familienangehörige ausgegeben und Nachrichten eingestellt. Das hat mich massiv verletzt“, sagt die Mutter.

Trost und Halt hat Regina Heinemann nach dem Schicksalsschlag bei ihrer Familie gefunden – und in ihrem Glauben. Sie ist zutiefst davon überzeugt, dass es für ihre Tochter ein Leben nach dem Tod gibt. Auch hege sie gegen den unbekannten Täter keinen Groll, sagt sie: „Wir haben ihm verziehen.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Polizei-gibt-im-Mordfall-Annika-B.-vorerst-auf


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29.09.2014 um 07:13
Ich denke mal falls an der Sache mit Rostock was drann ist, dann sollte man den Täter im Bereich Uni oder Internet / Chaträumen suchen.
Vor allem wenn sie schon vorher Drohungen erhielt müssten doch auch Freunde oder studienkollegen was mitbekommen haben. Ich kann mir nicht vorstellen das sie sowas nur zu hause erzählt.


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29.09.2014 um 10:41
Im "Tatort" von gestern wurde übrigens das Phantombild aus diesem Mordfall gezeigt:

http://www.waz-online.de/Nachrichten/Medien/Uebersicht/Tatort-zeigt-Phantombild-aus-Hannover


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 10:58
@ElMatador
Danke für das Einstellen dieses Falls, der mich damals sehr berührt hat. Man war sich aufgrund des Phantombildes so sicher, dass man den Täter findet, und dann ist doch nichts aufgeklärt worden.

Unfassbar, wie von Seiten der Polizei mit den Eltern umgegangen wurde!

Ich finde, diese Berichte klingen ein bisschen, als hätten die Ermittler nicht alles getan, um die Tat aufzudecken. Vielleicht kann dieser Thread einen winzigen Beitrag leisten, dass er immerhin nicht in Vergessenheit gerät.


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 13:02
Hier die Fahndung der Polizeidirektion Hannover:

Polizei Hannover setzt Belohnung aus

1. Advent - 27. November 2011: Vor einem Jahr wurde Annika B. vor ihrer Haustür an der Kohlrauschstraße (Mitte) erstochen. Der Mörder konnte bislang nicht gefasst werden. Für Hinweise, die zur Ergreifung führen, hat die Polizei Hannover jetzt eine Belohnung von 5 000 Euro ausgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft Hannover und die Ermittler der "Mordkommission Annika" überprüften im vergangenen Jahr über 1 000 Spuren und gingen bis heute 530 Hinweisen aus der Bevölkerung nach, die sich auf eine Ähnlichkeit mit dem veröffentlichten Phantombild bezogen hatten. Bislang ohne Erfolg!

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Dabei hatten die Ermittlungen zunächst verheißungsvoll begonnen. Nur wenige Tage nach der Fahndung zu dem unbekannten Täter über die Medien, mit Plakaten und über den Facebook Account "Polizei Hannover" meldeten sich drei Zeugen. Sie erklärten, sich an jenem Sonntagabend, gegen 19:15 Uhr - also zur Tatzeit - an der Einmündung Celler Straße /Kohlrauschstraße aufgehalten und den zu Fuß in Richtung Herschelstraße flüchtenden, mutmaßlichen Täter gesehen zu haben und auch beschreiben zu können. Es folgten die Fahndung mithilfe eines Phantombildes und die Absuche des Bahndamms an der Celler Straße - den möglichen Fluchtweg des Täters - nach der Tatwaffe sowie potenziellen Spuren.

Ein Jahr nach dem Mord an der 20-Jährigen fehlt den Beamten der "Mordkommission Annika" und der Staatsanwaltschaft Hannover nach wie vor die "heiße Spur". Anlässlich dieses Tages wollen die Ermittler nicht nur an das noch ungeklärte Verbrechen erinnern, sondern erneut die Bevölkerung wachrütteln.

Die Mordkommission stellt folgende Fragen:

- Welche Person hat nach dem 27.11.11 ihr Aussehen oder ihre Verhaltensweisen geändert?
- Wer ist unerwartet weggezogen?
- Wer hat sich auffällig intensiv mit dem Mordfall beschäftigt oder darüber gesprochen?
- Wer ist aus dem Wohnumfeld als verhaltensauffällig bekannt?

Zeugen wenden sich bitte an die Kriminalpolizei Hannover unter 0511 109-5555.

Zeugenaufruf als Druckdatei (PDF):
http://www.pd-h.polizei-nds.de/download/71157/Zeugenaufruf_als_Druckdatei.pdf

Quelle: Polizeidirektion Hannover - Fahndung - Unbekannte Straftäter
Link: http://www.pd-h.polizei-nds.de/fahndung/personen/unbekannte_straftaeter/fall-annika-b-109033.html


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29.09.2014 um 13:14
Für mich ist es auch schwer zu verstehen das er sich noch nicht aufklären ließ , ich meine man hat ja das Phantombild, und irgendjemand muss diesen mann der ja angeblich zur Tatzeit um zwischen 20-30 war doch erkennen, vielleicht auch möglich das die Rostock Spur stimmt und das Foto dort nicht weit verbreitet war, auch geht man ja davon aus das Annika ihren Mörder zumindest flüchtig kannte, irgendwo hätten sich doch Nachrichten ect. finden lassen müssen.


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 13:19
Und hier gibt es ein kurzes Video von SAT1 Regional:

Hannover: Polizei sucht weiter nach Messerstecher im Fall Annika B.
Thema am 27.11.2012

Am 27. November 2011, vor genau einem Jahr, wurde in Hannover die 20-jährige Studentin Annika B. direkt vor ihrer Haustür erstochen. Zeugen berichteten später, dass es so wirkte, als würden sich Täter und Opfer kennen. Der Mann tötete Annika B. mit mehreren Messerstichen und floh. Die junge Frau und Mutter einer heute 5-jährigen Tochter starb im Krankenhaus. Die Polizei bekam viele Hinweise, doch auch nach einem Jahr fehlt vom Mörder jede Spur.

Die Beamten suchen weiter nach dem Täter. Polizei und Staatsanwaltschaft haben jetzt eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Mörders von Annika B. führen.

http://www.hannover.sat1regional.de/video/article/hannover-polizei-sucht-weiter-nach-messerstecher-im-fall-annika-b-1039...

Quelle: SAT1 Regional - Redaktion: Sat.1 Niedersachsen / Bremen
Link: - wie vor -


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 13:22
ElMatador schrieb:Monate vor ihrem gewaltsamen Tod fühlte sich Annika B. einer konkreten Bedrohung ausgesetzt. „Da gibt es einen Mann, der will mich umbringen“, soll die junge Frau etwa im März 2011 ihrer Mutter anvertraut haben. Auf ungläubiges Nachfragen soll B. geantwortet haben: „Doch, das stimmt, der hat gesagt, er kommt im November hierher, und dann holt er mich und bringt mich um.“ Den Namen des Mannes, von dem sich die junge Frau bedroht fühlte, wollte sie damals nicht preisgeben. Auch den eindringlichen Rat ihrer Mutter, sich deshalb mit der Polizei in Verbindung zu setzen, schlug sie aus.
Die Frage ist, warum sie nicht zur Polizei gehen wollte. Wenn sie ihn nur flüchtig kannte, verstehe ich die Weigerung nicht. Eher würde das dafür sprechen, dass sie ihn gut kannte und deswegen unentschlossen war. Vll dachte sie er wirds schon nicht machen, er hat nur aus Wut sowas gesagt? Vll wollte sie ihm keine Probleme bereiten, falls sie zur Polizei geht und er nicht vorhatte, es in die Tat umzusetzen?


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 13:31
Hier ein Artikel aus der 'Hannoverschen Allgemeinen' von Nov. 2012:

5000 Euro Belohnung im Fall Annika B.

Ein Jahr nach der tödlichen Messerattacke auf eine 20-Jährige in der City ist der Fall ungelöst.

Von Tobias Morchner

Hannover. Der Mord an der jungen Studentin und Mutter Annika B. gehört zu den Verbrechen der jüngsten Vergangenheit, die für sehr viel Aufregung in der Stadt gesorgt haben. Heute vor genau einem Jahr lauerte ein Mann der 20-Jährigen gegen 19.15 Uhr vor ihrer Wohnung in der Kohlrauschstraße (Mitte) auf und versetzte ihr zahlreiche Messerstiche. B. starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Rund 1000 Spuren hat die Kripo bislang überprüft. Zudem gingen die Beamten 530 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Doch der Mörder von Annika B. ist noch immer nicht gefasst. Auch fehlen bis heute sowohl das Motiv für die grausame Tat als auch die Tatwaffe.

Jetzt hat die Polizei eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Das Geld erhält derjenige, der den Ermittlern entscheidende Hinweise geben kann, die zur Festnahme des Angreifers führen. In der Hoffnung auf neue Hinweise in dem Fall werden die Beamten heute rund um den Tatort Handzettel verteilen. Darauf ist ein Foto von Annika B. zu sehen, die Phantomzeichnung, die den mutmaßlichen Täter zeigt, sowie der Grabstein, der auf dem Stadtfriedhof in Stöcken an die Getötete erinnert. "Saved by grace" ist in roter Schrift darauf zu lesen: "Gerettet durch Gnade". Die Mordermittler sind vor allem an der Beantwortung folgender Fragen interessiert: Welche Person hat nach dem 27.November 2011 ihr Aussehen oder ihre Verhaltensweise geändert? Wer ist unerwartet weggezogen? Wer hat sich auffällig intensiv mit dem Mordfall beschäftigt? Wer aus dem Umfeld der Toten ist als verhaltensauffällig bekannt? Hinweise zu dem Fall nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Die Mutter des Opfers hat sich zum Todestag ihrer Tochter über ihren Rechtsanwalt Matthias Waldraff an die Öffentlichkeit gewandt. Die Familie stehe dem Mord unverändert fassungslos gegenüber, heißt es in der Mitteilung. Der gewaltsame Tod der 20-Jährigen habe vor allem bei der fünf Jahre alten Tochter der Getöteten zu einem Trauma geführt. Annika B. wird als hilfsbereite junge Frau beschrieben, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in einem Pflegeheim engagierte, dort ältere Menschen im Rollstuhl spazieren fuhr oder mit ihnen spielte. Außerdem kümmerte sie sich um ein Patenkind in Burkina Faso, schickte regelmäßig Briefe, spendete Geld und träumte von einem Besuch in dem westafrikanischen Land.

Bei der Verarbeitung der Geschehnisse vom 27. November habe ihr, so teilt die Mutter der Getöteten weiter mit, ein Stück des christlichen Liedermachers und Fernsehmoderators Jürgen Werth geholfen. "Das Lied hat mich sehr berührt und etwas von dem Druck gelöst, der in meinem Inneren war", schreibt sie.

Annika B. hatte wenige Wochen vor dem tödlichen Angriff ihr Studium aufgenommen. Sie hatte sich im September für das Fach Elektro- und Informationstechnik eingeschrieben. Regelmäßig besuchte die junge Frau die Gottesdienste der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in der Walderseestraße. Die Bibel, die sie in englischer Sprache las, zählte zu einem ihrer Lieblingsbücher. Ihr Stiefvater ist regelmäßig in Rumänien als Missionar tätig.

Dennoch genoss sie alle Freiheiten, die auch andere junge Frauen nicht missen möchten: Annika B. ging - das belegen Fotos im Internet - leidenschaftlich gern aus und liebte es, sich den Anlässen entsprechend attraktiv zu kleiden. "Sie liebte Schmuck und schöne Dinge sehr", berichtet die Mutter in ihrer Mitteilung. Oft endeten die nächtlichen Ausflüge auf der Tanzfläche der Diskothek "Osho". Die Türsteher und das übrige Personal kannten die junge Frau von ihren regelmäßigen Besuchen in dem Klub. Am Abend des 27. November 2011, dem ersten Adventssonntag der Vorweihnachtszeit, verließ Annika B. kurz das Haus, um im nahe gelegenen Kiosk an der Celler Straße eine Schachtel Zigaretten zu holen. Dabei telefonierte sie mit einer Freundin. Auf dem Rückweg wurde die 20-Jährige niedergestochen.

Quelle: Hannoversche Allgemeine - Hannover - Aus der Stadt
Artikel veröffentlicht: Mo., 26.11.2012 21:12 Uhr | aktualisiert: Do., 29.11.2012 00:15 Uhr
Link: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/5000-Euro-Belohnung-im-Fall-Annika-B


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 13:40
Hier ein Zeugenaufruf der Polizei Hannover vom 30. Nov. 2011:

Tötungsdelikt: Die Polizei bittet im Fall Annika B. um Mithilfe

(ots) - Im Mordfall Annika B. sind die Ermittler weiter dringend auf Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Es werden nach wie vor Zeugen gesucht, die Hinweise zur Aufklärung des Falls geben können. Die Mordkommission wird heute in der Umgebung des Tatortes, die Kohlrauschstraße in Hannovers Innenstadt, Fahndungsplakate aufhängen. Zusätzlich wird die Polizeidirektion Hannover heute - und das erstmals im Zusammenhang mit einem aktuellen Tötungsdelikt - auch das Instrument der "Facebook-Fahndung" einsetzen.

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Die 20-jährige Studentin ist am vergangenen Sonntag (27. November) gegen 19:15 Uhr auf offener Straße von einem Unbekannten erstochen worden. Die bisher bekannten Zeugen, die das Geschehen in der Kohlrauschstraße beobachtet haben, konnten den Angreifer wie folgt beschreiben: Der Gesuchte ist 20 bis 30 Jahre alt, schlank und von sportlicher Statur. Er trug während der Tat eine dunkle Kapuzenjacke. Der Unbekannte flüchtete zu Fuß in Richtung Celler Straße. Die Hintergründe sind nach wie vor unklar, deshalb stellt die Mordkommission jetzt einige ganz konkrete Fragen:

- Wer hat das Tatgeschehen in der Kohlrauschstraße beobachtet?
- Wem ist im Umfeld des Tatortes etwas Verdächtiges aufgefallen?
- Wer hat möglicherweise einen flüchtenden Mann gesehen?
- Wer kann Angaben über eine mögliche Tatwaffe machen?

Insbesondere sucht die Polizei nach einer Gruppe von Passanten, die sich zur Tatzeit an der Einmündung Celler Straße / Kohlrauschstraße aufgehalten hat. Diese Personen werden dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

An das persönliche Umfeld des Opfers richten sich folgende Fragen:

- Möglicherweise hat Annika B. ihren Mörder gekannt, vielleicht auch erst seit kurzem. Wer weiß also, mit wem Annika B. in letzter Zeit Kontakt hatte?
- Wer weiß, wo sich die junge Frau in den Stunden vor der Tat aufgehalten hat und mit wem sie zusammen war?
- Gibt es im Umfeld von Annika B., möglicherweise auch im erweiterten Umfeld, seit Sonntag auffällige Veränderungen? Sagt zum Beispiel ein Bekannter der Getöteten Verabredungen ab? Verhält sich jemand besonders nervös oder wirkt verunsichert?

Annika B. hat zahlreiche Kontakte über soziale Netzwerke im Internet gepflegt, in erster Linie über Facebook. An die Internetbekanntschaften der Getöteten richten sich folgende Fragen:

- Hat jemand zuletzt mit der jungen Frau gechattet?
- Gibt es Facebook-Freunde, denen Annika B. noch am Sonntag Nachrichten geschickt hat, in denen sie vielleicht sogar mitgeteilt hat, wohin sie wollte und was sie vorhatte?

Sachdienliche Hinweise bitte an die Mordkommission unter der Telefonnummer 0511 109-5555.

Quelle: unserort:hannover mitte - veröffentlicht von Unserort Redaktion für Polizeidirektion Hannover - 30. November 2011
Link: http://www.unserort.de/hannover_mitte/Toetungsdelikt_Die_Polizei_bittet_im_Fall_Annika_B_um_Mithilfe/27de4f80-1dd5-11b2-...


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 14:02
Warum.die Androhung " im November "? Hatte der Täter da etwas in Hannover zu tun, war da eventuell eine Messe? Warum nicht früher? Ich denke der lange Zeitraum zwischen Drohung und der Tat könnte ein Hinweis auf den Täter, seine Mobilität bzw seine Möglichkeit unauffällig größere Entfernung zurückzulegen geben.


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29.09.2014 um 14:12
Frage mich auch, woher sie denn jemanden aus Rostock kennt, und warum der ihr denn mit Mord drohen sollte (und sie die Drohung scheinbar ernst genug nahm, der Mutter davon zu erzählen)? Das muss doch irgendwie rauszufinden sein, woher sie so jemanden kennen könnte. Irgendwie / irgendwo muss ihr derjenige das ja gesagt haben mit der Drohung... Also, wer mir sowas sagt, den würde ich z.B. bei FB auf die Sperrliste setzen - hoffentlich hat die Polizei daran gedacht, da mal reinzuschauen, ob sie Personen bei FB oder am Handy geblockt hat.


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29.09.2014 um 14:14
Da denke ich vielleicht eher an Chats oder aber durch Foren, zb wegen der Uni.
Dort wen kennengelernt und abblitzen lassen.


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 14:15
Das ist ja echt schrecklich. Ich höre zum ersten Mal von dem Fall. Sie sieht so hübsch aus auf dem Foto. Bestimmt hatte sie viele Verehrer... Ich denke dass das Motiv auch in der Liebe bzw. nicht erwiderten Liebe zu suchen ist.

Die Tat muss ja laut Medienbericht auch blitzschnell gegangen sein. Ohne zu zögern sonst hätte man den Täter doch sicherlich genauer gesehen als nur weglaufen. Das heißt der Täter hatte das ganz fest vor. Es war nicht im Affekt oder wegen einem Streit sondern geplant. Paßt zu der von ihr genannten Drohung.

@diegraefin
Ich denke auch, wenn diese Drohung von ihr so ernst genommen wurde, dann muss man da doch auch was nachvollziehen können. Sie muss doch jemandem mehr davon erzählt haben. Wenn mir einer damit droht mich umzubringen und ich nehm das ernst, dann hab ich doch enorme Angst. Das behält man doch nicht für sich. Warum hat sie ihrer Mutter nicht alles erzählt? Was steckt dahinter?

Wenn die Polizei alle emails und Facebook usw. komplett ausgewertet hat, dann kann die Drohung und auch alles was davor war nur per Telefon oder persönlich ausgesprochen worden sein...


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 14:47
Ich wünschte, sie hätte das zur Anzeige gebracht. Es hätte den Täter bestimmt verschreckt und gewarnt, dann hätte er sich sicher nicht mehr getraut, ihr was anzutun, weil er wüsste, die Polizei würde sofort ihn verdächtigen, wenn schon eine Anzeige wegen Bedrohung vorlag.

Leider hat sie scheinbar gedacht, es ist besser, NICHT zu reagieren, weil sie vielleicht hoffte, er macht es eh nicht wahr, oder weil sie befürchtete, er könnte NOCH mehr Hass auf sie entwickeln, wenn sie ihn anzeigt. Vielleicht hat er es ihr auch nur persönlich gesagt (oder am Telefon) und sie hatte keine Beweise für die Drohung, somit gedacht, dann ist Aussage gegen Aussage, bringt nichts. Aber wenn jemand sowas ernst meint, dann bringt es DOCH was, weil er dann zumindest nicht mehr mit so einer Tat durchkommen würde.


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 14:52
Btw., auf dem oben geposteten Foto hat Annika B. dunkle Haare, dieses Bild scheint aber etwas älter zu sein.

Wie auf diesem Foto hier zu sehen ...

Kripo-erstellt-Phantombild-des-Moerders
Bildtext: Die FH Hannnover hat ein Kondolenzbuch für die ermordete Annika B. ausgelegt. Die Studentin Saskia M. am Kondolenzbuch.

... hatte Annika B. später helle Haare. Kleines Foto im linken Bildrahmen auf dem Tisch.

Auch auf einer Traueranzeige ist sie mit diesen hellen Haaren zu sehen.
(Da diese Traueranzeige aber Klarnamen enthält poste ich diese nicht.)

Hier hat die Hannoversche Allgemeine noch Fotostrecken zum Fall:
20-Jährige in Hannover erstochen:
http://www.haz.de/Hannover/Fotostrecken-Hannover/20-Jaehrige-in-Hannover-erstochen#n1061547-p1
Polizei sucht mit Plakaten nach Annikas Mörder:
http://www.haz.de/Hannover/Fotostrecken-Hannover/Polizei-sucht-mit-Plakaten-nach-Annikas-Moerder#n1061547-p1


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 15:00
Sie hat ja erst an der Uni angefangen zu studieren. Ich könnte mir vorstellen, dass der Täter nicht im neuen (Uni-)Umfeld sondern im alten Umfeld zu finden ist, irgendwer, der den Eindruck hatte, dass sie ihm durch die neuen Kontakte nach und nach mehr und mehr den Rücken zudrehte, irgendwer, der sich bei ihr vergebliche Hoffnungen gemacht hat und sie so nun ganz "verlor". Ich glaube nicht, dass es nur ein "loser" Bekannter war, denn in kurzer Zeit steigert sich doch keiner in so einen Hass rein auf eine Person, die man kaum kennt, dass man ihr auflauert und sie absticht... Vielleicht stimmt das mit Rostock ja auch gar nicht und der Täter ist viel näher als man glaubt - einer aus Rostock hat vielleicht wirklich gedroht, aber ein Anderer hat nicht gedroht, sondern es wahr gemacht. Vielleicht sogar jemand, dem sie von der Bedrohung noch erzählt hat und der so wusste, dass der Verdacht auf jemand anders fallen würde, wenn sie wirklich getötet wird im November...


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 15:01
Ja, wie gesagt, die drohung muss ja irgendwie und irgendwo geäußert worden sein.
nur wieso wurde nichts gefunden? wie wir ja wissen kann man z.b. so ziemlich alle aktivitäten und nachrichten im netz wieder herstellen... bei telefonaten genauso. GROSSES FRAGEZEICHEN???


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 15:02
SecretLetter schrieb:Ja, wie gesagt, die drohung muss ja irgendwie und irgendwo geäußert worden sein.
nur wieso wurde nichts gefunden? wie wir ja wissen kann man z.b. so ziemlich alle aktivitäten und nachrichten im netz wieder herstellen... bei telefonaten genauso. GROSSES FRAGEZEICHEN???
Vielleicht hat man ja sogar einen Kontakt nach Rostock ermittelt, aber derjenige hatte ein Alibi und konnte es nicht getan haben? Vielleicht einer, der echt eine (leere) Drohung mal ausgesprochen hatte - und ein anderer, der davon wusste, hat es wahr gemacht.


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Mord an Annika B. aus Hannover

29.09.2014 um 15:04
Comtesse schrieb:Sie hat ja erst an der Uni angefangen zu studieren. Ich könnte mir vorstellen, dass der Täter nicht im neuen (Uni-)Umfeld sondern im alten Umfeld zu finden ist, irgendwer, der den Eindruck hatte, dass sie ihm durch die neuen Kontakte nach und nach mehr und mehr den Rücken zudrehte, irgendwer, der sich bei ihr vergebliche Hoffnungen gemacht hat und sie so nun ganz "verlor". Ich glaube nicht, dass es nur ein "loser" Bekannter war, denn in kurzer Zeit steigert sich doch keiner in so einen Hass rein auf eine Person, die man kaum kennt, dass man ihr auflauert und sie absticht... Vielleicht stimmt das mit Rostock ja auch gar nicht und der Täter ist viel näher als man glaubt - einer aus Rostock hat vielleicht wirklich gedroht, aber ein Anderer hat nicht gedroht, sondern es wahr gemacht. Vielleicht sogar jemand, dem sie von der Bedrohung noch erzählt hat und der so wusste, dass der Verdacht auf jemand anders fallen würde, wenn sie wirklich getötet wird im November...
auch gut möglich, nur passt es dann wieder nicht dass das phantombild niemanden zugeordnet werden kann :(


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