@RedRalph Ich finde dich Idee mit dem religiösen Fanatismus interessant - beim Nachdenken über den Fall ist mir eingefallen, dass ich selbst mal vor langer Zeit so jemanden gekannt habe, der zum einen sehr gläubig war, ich glaube, er war in der charismatischen/pfingstlerischen Richtung unterwegs, was ich, für sich gesehen, weder kritisieren, noch bewerten möchte.
Leider war es so, dass er zum anderen nach einer Partnerin suchte, die insoweit zu ihm passen sollte, dass sie seinen moralischen und religiösen Vorstellungen entsprach - eine solche Auserwählte präsentierte er dann seinem Bekanntenkreis anlässlich einer Hausparty. Er hob die junge Frau schon sehr auf den Sockel. Sie schien ähnlich zu denken wie er, und passte auch sonst ganz gut zu ihm.
Die bloße Tatsache, dass ich im Verlauf der Party eine charmante Plauderei mit der Dame anfing, der sie übrigens keinesfalls abgeneigt schien, führte bei diesem Typen schon zur Eskalation - kurz gesagt, er warf mich hinaus und machte mir Vorwürfe - ich hatte seine Angebetete wohl schon mit einer harmlosen Partyunterhaltung für ihn "entehrt".
Wenn Annika von jemandem mit einem vergleichbaren Mindset begehrt wurde, und er vielleicht nicht bei ihr landen konnte, oder sie ihren Glauben nicht als Hebel missbraucht sehen wollte, sich in sein Frauen- und Partnerschaftsbild zwingen zu lassen - dann wäre die Tat im Extremfall erklärbar.
Derartiges ist aber nie aus einem Glauben oder aus einer Konfession herleitbar oder gar zu rechtfertigen. Für so eine Tat ist nur der Täter verantwortlich.
So jemanden müsste man aber eigentlich ausfindig machen können. Der muss schon anderswo auffällig geworden sein.