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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

42 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bonn, 1972 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

14.06.2015 um 23:43
Auf der Suche nach einem anderen Mordfall in den 70er Jahren bin ich auf diesen ungeklärten Mord gestoßen.
Der Mordfall ist für mich ganz interessant da ich im selben Ort aufgewachsen bin. Ebenso hat meiner Mutter zu der Zeit auch schon dort gewohnt:


EXPRESS, 29.05.2013 / KÖLN

Serie
Rheinland/Serie / Mordakte Rheinland / Letzter Teil der großen EXPRESS-Serie
Bonner Luxus-Callgirl
Rosenmontag 1972 wurde Monika Döring (20) in ihrer Wohnung erdrosselt gefunden
Ein erdrosseltes Luxus-Callgirl, prominente Kunden unter Verdacht: Rosenmontag 1972 wurde Monika Döring (20) in ihrer noblen Wohnung in Dransdorf Opfer eines brutalen Verbrechens, das bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Doch auch nach mehr als 41 Jahren geben die Ermittler die Hoffnung nicht auf, den Täter zu fassen. Denn Mord verjährt nie. Endlich zu wissen, wer Monika Döring auf dem Gewissen hat, ist für einen Menschen ganz besonders wichtig: die Tochter des Opfers. Sie war gerade 14 Monate, als ihre Mutter erwürgt wurde.

Von IRIS KLINGELHÖFER
Bonn -
Sie lernte die Liebe auf St. Pauli, inserierte in Bonner Zeitungen als "Luxus-Fotomodell": Monika Döring (20) galt Anfang der 70er Jahre als das Callgirl Nummer 1 in der Bundeshauptstadt. Die schöne "Moni" fuhr im knallgelben Opel GT herum, empfing ihre zahlungskräftigen Kunden in ihrer exklusiven Wohnung im Ortsteil Dransdorf. Am 14. Februar 1972 - Rosenmontag - wurde sie dort in der Badewanne gefunden. Erdrosselt. Sie trug nur hauchzarte Dessous.
Knapp drei Monate nach der Tat führte eine Maklerin ein nichtsahnendes Ehepaar aus Norddeutschland durch das zwar gesäuberte, aber extrem auffällige Appartement, pries die exklusive Lage an. "Die Wohnung war kunterbunt, jedes Zimmer hatte eine andere Farbe", erinnert sich die damalige Interessentin. "Ich habe entsetzt gefragt, wer hier gewohnt hat", erinnert sie sich. Die Maklerin behauptete, der Vormieter sei ein Fotograf gewesen.
Die heute 86-Jährige entschied sich mit ihrem Mann trotzdem lieber für die Wohnung darüber. Sie ist die einzige Zeitzeugin, die noch in dem Tatorthaus wohnt. Von dem Drama in der Wohnung drunter erfuhren sie erst später. "Als mein Mann seinen neuen Arbeitskollegen unsere Adresse nannte, meinten sie, dass wir nur den »Stern« hätten aufschlagen müssen..."
Der Bonner Callgirl-Mord war in dem Magazin eine große Story. Der Fall hatte überregionales Interesse geweckt, denn zu Monika Dörings Kunden zählten Prominente aus Politik und Gesellschaft, ebenso Diplomaten und Botschafter! Die Polizei fand in ihren Notizbüchern feinsäuberlich die Adressen reicher und angesehener Bürger aufgelistet. Ein Beben in der Bonner Szene.
Ermittler nahmen sich alle mehr und weniger prominenten Kunden vor, vernahmen Familien- und Freundeskreis des Opfers. Besonders im Visier hatten sie Dörings Freund, der die Leiche an Rosenmontag entdeckt hatte, sowie eine Rivalin des toten Callgirls. Sie saß sogar kurz in Untersuchungs-Haft. Am Ende konnte den beiden aber nichts nachgewiesen werden.
Fakt ist: Der Mörder war absolut skrupellos! Er erdrosselte Monika Döring mit ihrer eigenen Bluse - während deren kleine Tochter (damals 14 Monate) friedlich im Nebenzimmer schlummerte! Dann verschwand er spurlos.
"Die Kripo hatte sich damals für den Durchgang interessiert, der vom Heizungskeller rüber in das Nachbarhaus führt", erzählt die 86-jährige Zeitzeugin. Vermutlich konnte der Täter durch diesen Gang unerkannt aus dem fünfstöckigen Haus flüchten.
Insgesamt sicherte die Polizei mehr als 130 Spuren, doch keine führte zum Mörder der schönen "Moni". Ein Hinweis auf einen Sex-Gangster, der auf dem Autostrich in Frankfurt mehrere Mädchen entführt und umgebracht haben sollte, führte nicht zum Ziel. Auch eine Belohnung in Höhe von 5000 Mark brachte die Ermittler keinen Schritt weiter.
Dabei nahm ganz Dransdorf Anteil an dem Fall. "Wenn ich im Taxi nach Hause wollte, sagten die Fahrer immer nur: Ah, da, wo die Döring wohnte", erinnert sich die 86-Jährige lebhaft. Die Adresse war bestens bekannt. Die Taxifahrer hätten sie auch öfter gefragt, ob denn endlich der Mörder gefasst worden sei.
Selbst heute - mehr als 41 Jahre nach dem Mord - ist der Name Monika Döring in Dransdorf noch ein Begriff. Nur die Adresse des Tatorts hat sich geändert: Die frühere Fliednerstraße wurde in Justus-von-Liebig-Straße umbenannt.
ENDE



Quelle: https://www.genios.de:443/document/EXPR__KX052920138464167.7154883464.DXKPT.78%7CEXPT__KX052920138464167.7154883464.DXKPT.78


http://www.express.de/image/view/2014/11/10/29293800,30725042,highRes,01XBPT22_71-77851758_ori.jpg


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

14.06.2015 um 23:47
weitere Links:


http://www.express.de/bonn/diese-faelle-wurden-nie-geloest,2860,29293826.html

http://www.abendblatt.de/archiv/1972/article205014407/Fotomodell-tot-in-der-Badewanne.html

MIT WEISSER BLUSE ERDROSSELT

Fotomodell tot in der Badewanne
00
zi. Bonn, 16. Februar Eine Sonderkommission der Bonner Kriminalpolizei sucht seit Montag abend den "Rosenmontagsmörder" von Bonn. Wie die Kripo erst am Dienstag mitteilte, wurdt das Fotomodell Monika-Edith Doering (20) mit einer durchsichtigen weißen Bluse erdrosselt. Die Tat muß am Montag zwischen 14 und 17 Uhr geschehen sein, als die Narren mit dem Karnevalszug durch die Bonner Straßen lärmten.


Die Ermittlungen der Polizei sind äußerst schwierig, weil die Tote offenbar einen großen Bekanntenkreis hatte. Zu Gerüchten, nach denen die Kriminalpolizei ein Kundenverzeichnis mit Namen von Prominenten ? unter ihnen soll ein Mitglied der Bundesregierung sein ? gefunden hat, nahm der leitende Bonner Oberstaatsanwalt Werner Pfromm gegenüber dem Hamburger Abendblatt; folgendermaßen Stellung: "Nach den bisherigen Ergebnissen deutet nichts in -diese Richtung."

Monikai-Edith Doering, di"fe erst vor swei%bchen Jn ein neues Appartementhaus im Bonher Stadtteil Dransdorf eingezogen war, wurde am Montagabend gegen 20 Uhr tot aufgefunden. Ein Bekannter hatte die Tür aufgebrochen, Weil sich die Wohnungs- Inhaberin nicht meldete, obwohl der Fernsehapparat mit "Pauls Party" lautstark lief.

Der Mann fand das Fotomodell leblos und nur spärlich bekleidet in der halbgefüllten Badewanne. Im Nebenzimmer schlief ihre 14 Monate alter Tochter Nicole. Ein sofort alarmierter Arzt leitete vergeblich Wiederbelebungsversuche ein.

Für die Polizei ist der Fall zur Zeit in einigen Punkten

Eigener Bericht

rätselhaft. Der Bonner Gerichtsmediziner Professor Dr. Winfried Pioch konnte bislang nicht die Frage klären, warum der Täter sein erdrosseltes Opfer in die gefüllte Badewanne legte.

Vor allem ist aber noch unklar, wie der Täter die Wohnung verlassen hat: Die Tür war von innen abgeschlossen. Monika-Edith Doering galt in der Bonner Lebewelt als Geheimtip. Sie vermietete sich für Stundengagen um 150 Mark an zahlungskräftige Männer. Ein Kriminal-Beamter auf die Frage, ob das Opfer als "Nitribitt von Bonn" gelten könne: "Das wäre wohl etwas zu hoch gegriffen."


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

14.06.2015 um 23:49
Luxus-Callgirl wurde 1972 erdrosselt: Anfang der 70er Jahre war Monika Döring (20) das Callgirl Nummer 1 in Bonn. Die schöne „Moni“ fuhr in ihrem knallgelben Opel GT herum, empfing reiche Kunden sowie Prominenz aus Politik und Gesellschaft zum Stelldichein in ihrer exklusiven Wohnung in Bonn-Dransdorf. Dort wurde sie am 14. Februar 1972 gefunden: Sie lag erdrosselt in ihrer Badewanne, trug nur hauchzarte Dessous. Für die Ermittler ein heißer Fall, denn zur Kundschaft des Opfers gehörten auch Diplomaten. Die Polizei verhörte alle, ging mehr als 130 Spuren nach – doch keine führte zum Mörder der Edelhure.

http://stadtsite.de/kreis/bonn/link/1/nachrichten/10970147/2928_2014-12-12_Ungel%26+246%3Bste+F%26+228%3Blle+in+Bonn+-+Ermittlungen+nie+beendet+Wer+sind+ihre+M%26+246%3Brder%3F.html


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 00:07
@pinky2014

Interessannter Thread. Darf man 40 Jahre nach der Tat spekulieren? Also ich sehe da zwei Richtungen, in die man ermitteln kann. Eine Spur geht in Richtung "alte Seilschaften" aus St. Pauli Zeiten. Die andere Spur Richtung psychopathischer Einzeltäter mit einem Motiv, das nur er kennt, wahrscheinlich pervers-sadistisch orientiert.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 00:12
Das Tragische ist, dáß der Täter heute wohl selbst verstorben ist und sein Geheimnis mit ins Grab genommen hat. Das gleiche gilt für eventuelle Mitwisser und Zeugen. Kam der Fall auch bei Ede Zimmermann? Würd ich mir gern mal angucken.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 00:22
@Ichwares leider habe ich dazu bisher nichts gefunden. Werde mich aber Morgen Abend noch mal intensiver auf die
Suche begeben.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 10:46
Zitat von IchwaresIchwares schrieb:Das Tragische ist, dáß der Täter heute wohl selbst verstorben ist und sein Geheimnis mit ins Grab genommen hat. Das gleiche gilt für eventuelle Mitwisser und Zeugen.
Wenn er ähnlich alt wie das Opfer war, dann kann er durchaus heute noch am Leben und auch noch bei guter Gesundheit sein, so mit Anfang/Mitte/ Ende 60. Und selbst, wenn er etwas älter war, ist er heute 70/80, was ja heute kein ungewöhnliches Alter mehr ist.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 12:36
Interessant ist, dass zeitgleich zum Mord der Karnevalszug durch die Straßen zog. Das wäre für einen planenden Täter eine ideale Gelegenheit, maskiert und damit unerkannt zu kommen und zu gehen, ohne dass seine Maskerade bei irgendwem Argwohn geweckt hätte. Im Rheinland fällt man Rosenmontags eher auf, wenn man nicht verkleidet rumläuft. Dies hätte der Täter sich gut zunutze machen können, wenn die Tat geplant war. Allerdings wäre bei einer geplanten Tat das Mordwerkzeug ungewöhnlich gewählt, planende Täter bringen ihre Tatwaffen ja meist selbst mit und nehmen dafür keine herumliegenden Kleidungsstücke. Da sie nur in Dessous war, wäre anzunehmen, dass es einer ihrer Kunden war. Vielleicht klappte es ja nicht bei ihm und aus Demütigung und Wut darüber hat er sie getötet. Erinnert stark an den Fall Rosemarie Nitribit, auch ungeklärt.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 13:29
Ich sehe auch die Möglichkeit, dass "Moni" einen von ihren Freiern (wenn schon Politik und Diplomatie Schlange standen) erpresst haben könnte. Als Frau hebt man in dieser Branche schnell ab und verliert die Realität aus den Augen. Als Erpressungforderung stelle ich mir einen 5-stelligen DM-Betrag auf ein Konto in der CH oder A (damals gab es keine CDs), also nicht wenig aber auch nicht unverschämt. Bei einem ausländischen und exotischen Diplomaten (Südamerika oder Asien) dagegen, stelle ich mir eine Forderung nach einen kleinen Immobilie -sei es ein Appartment oder aber eine Art "Finca" im Land des Diplomaten.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 19:59
@Suinx
Ich denke, so eine Dame braucht nicht zu erpressen, das ist nur schlecht fürs Geschäft, wenn sich das rumspricht, außerdem beißt man nicht die Hand, die einen füttert. Sie bekam sicher auch so großzügige Aufmerksamkeiten von den diversen Herren. Könnte mir eher vorstellen, dass Einer sie nur für sich wollte als Geliebte, sie das aber nicht wollte, für sie war das ein Job, und einen festen Partner, der das akzeptierte, hatte sie ja schon.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 20:11
Ich hätte schwören können das es dazu einen Teil "Die großen Kriminalfälle" gab, finde es aber gerade nicht.

PS: Nein gab es nicht, habe nochmal genauer geschaut.
Trotzdem habe ich das schonmal in irgendeiner Doku gesehen, da bin ich mir ziemlich sicher. Gerade das mit dem gelben Cabrio - daran kann ich mich erinnern.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 20:46
Zitat von ComtesseComtesse schrieb:Könnte mir eher vorstellen, dass Einer sie nur für sich wollte als Geliebte, sie das aber nicht wollte, für sie war das ein Job, und einen festen Partner, der das akzeptierte, hatte sie ja schon.
Naja, das geht doch in die gleiche Richtung. Sie hat was, was andere haben wollen -sie bestimmt die Spielregeln. Und wieso sollte sie sich nicht als Geliebte einlassen? Callgirl macht man ja nicht weil man sonst keinen Sex hätte, sondern für Geld.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

15.06.2015 um 21:29
Man darf auch nicht vergessen, dass Bonn zu dieser Zeit Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik war.
Da ging politisch und diplomatisch eine Menge vor sich!

Das geteilte Deutschland war eine der wichtigsten Fronten des Kalten Kriegs zwischen Ost (Russland, Kommunismus) und West (USA, Kapitalismus).

DDR und BRD hatten sich zu dem Zeitpunkt noch nicht gegenseitig offiziell als eigenständige Staaten anerkannt.

Die DDR-Stasi hatte Spitzel im Dunstkreis der Bundesregierung platziert. Wer in einer Position war, in der er für die Stasi nützlich sein konnte, hatte ein gewisses Risiko, als Informant(in) angeworben zu werden. Manche Stasi-Spitzel wurden z.B. zur Mitarbeit "verführt", indem Agenten mit ihnen eine Beziehung anfingen - andere direkt unter Druck gesetzt. Dass ein Luxus-Callgirl an einem "politischen Hotspot" wie dem Bonn jener Jahre für die Stasi eine hochinteressante Kandidatin gewesen sein könnte, zeigt ein Blick auf die Profumo-Affäre in England (1964) sowie auf die Nitribitt-Affäre in den 1950er Jahren.

Es heißt zwar in einem der Artikel offiziell "es deutet nichts in diese Richtung", aber gerade damals hätte man das auch nicht unbedingt bekannt gemacht, wäre es anders gewesen. BRD und DDR knüpften vorneherum z.B. gerade vorsichtige diplomatische Kontakte - diese angespannte Situation hätte man nicht durch einen Spionageskandal gefährdet und wegen eines toten Callgirls schon gar nicht. (So die Einstellung der damaligen Zeit). Ohnehin standen hinter beiden Staaten die mächtigen "großen Brüder", so dass keiner 100% souverän agieren konnte.

Dazu war dann noch die RAF/Baader-Meinhof-Bande in diesen Jahren in Deutschland aktiv (wobei aus heutiger Sicht offenbar Verstrickungen zwischen Stasi, Verfassungsschutz und RAF-Terroristen bestanden).

Der Nahost-Konflikt war am Kochen, und Deutschland wurde mehrfach in Aktionen palästinensischer Terroristen gegen Israel und seine Unterstützer verwickelt. Der Anschlag bei der Sommerolympiade in München (den Monika Döring nicht mehr miterlebt hat, aber von denen vielleicht der eine oder andere hier gehört hat) war da nur die Spitze des Eisbergs.

Nach mehreren Anschlägen im Januar 1972 wurde am 6.Februar in Brühl (bei Köln) ein V-Mann ermordet, der für den Verfassungsschutz die Aktivitäten palästinensischer/anti-israelischer Terroristen ausspioniert hatte. (Plus vier Mitbewohner "Kollateralschaden".)
Hier ein Artikel zu diesem Vorfall: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43019091.html

Kurz nach dem Rosenmontag wurde dann am 23.Februar 1972 eine Lufthansa-Maschine entführt, in der unter anderem der Sohn des US-Senators Robert Kennedy saß, und es wurden massive Lösegeldforderungen sowie die Forderung nach Freilassung von drei Männern gestellt, die nach dem Anschlag vom 06.02. in Haft saßen.

Der Mord an Monika Döring geschah also sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Nähe zu einer Menge Aktivitäten, bei denen es gefährlich war, zuviel zu wissen - oder den Anschein zu erwecken, dass man das tat.
Es braucht sich nur einer ihrer Kunden verplappert zu haben - oder jemand hat befürchtet, dass er sich verplappert hat und wollte kein Risiko eingehen.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

16.06.2015 um 06:29
Zitat von CottingleyCottingley schrieb:Der Mord an Monika Döring geschah also sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Nähe zu einer Menge Aktivitäten, bei denen es gefährlich war, zuviel zu wissen - oder den Anschein zu erwecken, dass man das tat.
Ich glaube, du interpretierst zu viel hinein. :)


Eine 20-jährige als Drehscheibe des Weltgeschehens oder gar Feind Nr.1? Ist doch Quatsch! Mit 20 Jahren hätte sie nicht mal die Möglichkeit auf St.Pauli aufzusteigen (auch noch mit 18-monatiges Kind), geschweige denn in einem Politthriller verwickelt zu werden. Die Boulevardpresse neigt dazu aus jedem mysterösen Fall noch eins drauf zu legen in dem sie alles übertreiben ala "das angesagteste Modell", "Luxus-Modell" oder "Callgirl Nummer 1". Man muss wahrlich kein Experte sein um zu wissen, dass es zu jeder Zeit genug "Luxus-Modells" gab und geben wird als dass man eine (!) davon hervorhebt. Insofern ist der Begriff "Nr 1" immer eine Erfindung der Presse und schlicht unseriös. Abgesehen davon würde man damals eh nicht zu einer einigermaßen bekannten Prostituierten kommen, wenn man nicht aus der Zuhälterszene wäre.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

16.06.2015 um 11:37
@Suinx
Das mag sein; absolut nichts, von dem, was ich angeführt habe, muss konkret mit dem Fall Döring zu tun haben, und so, wie du es formulierst ("Eine 20-jährige als Drehscheibe des Weltgeschehens oder gar Feind Nr.1?") ist es in der Tat Quatsch.

Angesichts dessen, was damals im Raum Bonn und in der BRD "hinter den Kulissen" alles so los war, halte ich es lediglich für einen abzuklärenden Aspekt des Ganzen. Wie wir heute wissen, haben die politischen Verstrickungen jener Zeit in viele Ereignisse hineingespielt, bei denen man das zunächst einmal gar nicht glaubte - oder nicht öffentlich machte. Auf Anhieb fallen mir ein der Tod von Benno Ohnesorg - Schütze war Stasi-Agent; das knappe Mißtrauensvotum, das die Brandt-Regierung stürzte, Stimmenvorsprung war von der Stasi gekauft; bei der RAF hatten sowohl Stasi als auch Verfassungsschutz die Finger mit im Spiel... anyway.

Vor allem ging es mir aber darum, den Thread mit ein wenig Hintergrundinformationen zu ergänzen, was damals im Raum Bonn allgemein so los war und wie das "Klima" der Zeit war. Wir haben ja auch viele jüngere Diskussionsteilnehmer hier im Forum, die schon nicht mehr auf Anhieb präsent haben, was vor 10 Jahren anders war als heute - geschweige denn in den 1980er Jahren oder davor. Ich denke, so was ist hilfreich, um einen Fall zu diskutieren.

Wobei ich hier beileibe keinen "Spionagethriller" aus dem realen Tod eines Menschen konstruieren will und das auch nie wollte.

Selbst wenn einer der von mir genannten Aspekte in den Fall hineinspielen sollte - selbst dann würde ich Monika Döring auf keinen Fall als "Drehscheibe des Weltgeschehens" oder "Feind Nr.1" ansehen.
Eher als ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe; jemanden, der zur falschen Zeit am falschen Ort war, mit den falschen Personen geredet (oder geschlafen) hat, vielleicht das falsche Wort aufgeschnappt hat und deswegen zum Opfer wurde. Zynisch ausgedrückt, "Kollateralschaden" mehr als alles andere.

Ein Beispiel dafür, wie die Stasi damals Sekretärinnen als Agentinnen anheuerte, zeigt dieser Artikel:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350178.html

Diese Frauen waren auch alles andere als "Feinde Nr.1" oder glamouröse Bond-Girls. Das waren ganz normale, biedere Mitmenschen, die den falschen Leuten begegnet sind und von ihnen manipuliert wurden. Ein Callgirl, - vielleicht nicht gerade "Nr.1", aber auch nicht unterste Schublade - das auch Politiker zu seinen Kunden zählte, dürfte für die Stasi ebenso interessant gewesen sein; Monika wäre nicht das einzige gewesen, wie dieser Fall zeigt, in dem die Dame zufällig auch Monika heißt:
http://www.focus.de/politik/deutschland/ddr-flotte-moni-von-der-stasi_aid_166367.html
oder auch: http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-06/la-belle-anschlag-stasi

Deswegen halte ich es nicht für vollkommen an den Haaren herbeigezogen, dass Ereignisse auf dieser Ebene auch in den Tod von Monika Döring hineinspielen. Aber wenn, dann vermutlich viel profaner als das bei meinem ersten Beitrag den Anschein gemacht haben mag.

Und natürlich ist es auch absolut möglich, dass all das überhaupt nichts mit Monika Döring zu tun hat. Ich seh es, wie gesagt, nur als eine abzuklopfende Möglichkeit.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

16.06.2015 um 13:17
@Cottingley
So hatte ich deine Erklärung auch verstanden.
Gerade wegen hohen Tieren als Kunden wäre das auf alle Fälle abzuklären und wenn es nur ist, ob über sie eine Stasi Akte angelegt wurde.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

16.06.2015 um 13:55
Zitat von CottingleyCottingley schrieb:Deswegen halte ich es nicht für vollkommen an den Haaren herbeigezogen, dass Ereignisse auf dieser Ebene auch in den Tod von Monika Döring hineinspielen. Aber wenn, dann vermutlich viel profaner als das bei meinem ersten Beitrag den Anschein gemacht haben mag.
Vollkommen nicht, aber ziemlich unwahrscheinlich. Die Fälle die du aufgezählt hast kenne ich, aber alle Frauen waren älter und z.T. an Schlüsselpositionen. Was kann man anderseits einer Prostituierten anvertrauen, wenn sie obendrein erst 20 ist und überhaupt keine Lebenserfahrung geamcht hat. Was die Stasi-Prostituierten angeht, so ist das wiederum eine ganz andere Nummer (ohne jede Wertung) ob man im Monat mit 3 Männern schläft oder mit 10 am Tag. Das verändert das Bewußtsein! Ferner bezweifle ich sehr sehr stark, dass "Moni" das angesagteste Modell in Bonn gewesen sein soll, weil sie zum einen für mich nichts besonderes ist und zum anderen weil solche Einschätzungen sehr subjektiv sind. Maßstab für "angesagteste" kann nur ein Vergleich des Umsatzes mit den anderen Callgirls von damals sein. Und das hat die Presse sicherlich nicht. Wie gesagt, ich finde es übetrieben und vielleicht läßt du dich auch deshalb zu "etwas größerem" verleiten.

Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass es keine Denkverbote geben darf und respektiere deine Einschätzung, selbst wenn ich widerspreche. :)


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17.06.2015 um 12:57
@Suinx
Wieso nichts besonderes, die 70er-Fashion- und Schönheitskriterien erfüllt sie doch total?

Das Aussehen hatte sie, wenn sie auch noch gut "dabei" war, etwas im Kopf hatte oder sich zumindest gut unterhalten konnte... was wünscht man(n) sich mehr? Und wer weiß, ob sie unter ihren Kunden sogar ein gewisses "Ansehen" genossen hat, wie es andere "Luxus-Mädchen" auch tun/getan haben?


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17.06.2015 um 13:40
Zitat von hoosaidtheowlhoosaidtheowl schrieb:Wieso nichts besonderes, die 70er-Fashion- und Schönheitskriterien erfüllt sie doch total?
Ja und genau diese haben wahrscheinlich noch 100 andere in Bonn erfüllt. Sie ist für ihre Zeit absoluter Durchschnitt und nichts was man mit "angesagteste Modell" umschreiben würde. Also für so eine Frau würde ich nicht mal im kleinen Bonn vom einen Ende bis zum anderen fahren wollen. Und das Bonn damals Bundeshaupstadt mit Ministerien und den diplomatischen Corps war, dürften auch andere Modells gewußt haben und sich deshalb dort angesiedelt haben.


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Ungeklärter Mord an Bonner Luxus-Callgirl 1972

17.06.2015 um 13:55
@Suinx
Vielleicht hatte sie ja Ausstrahlung, die man auf den Fotos nicht erkennen kann? Manche Leute haben einfach das gewisse Etwas, das lässt sich aber nicht auf Bilder bannen. Sexappeal, eine angenehme Art zu sprechen, sympathische Mimik, ein tolles Lachen etc. - kann man nicht auf Bildern erkennen, muss man erleben.


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