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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

1.445 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Making A Murderer, Steven Avery, Brendan Dassey ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

18.12.2020 um 08:32
Kann man abschätzen wie wahrscheinlich es ist, ob es überhaupt zu einer Berufung kommt? Oder ist alles offen?


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

18.12.2020 um 08:35
Zitat von stefanclimbr15stefanclimbr15 schrieb am 10.11.2020:4. Das Urteil in nicht allzu ferner Zukunft öffentlich werden wird. Das können aber noch Tage oder Wochen sein.
Mittlerweile sind knapp 6 Wochen vergangen, ohne Veröffentlichung. Können es also auch Monate sein?


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

19.12.2020 um 21:34
@falstaff
Ja auch Monate. Aber ziemlich sicher nicht nochmal ein halbes Jahr.


@Hassel
Naja, die Berufung läuft schon, die ist zugelassen und zulässig. Momentan scheint eine Beweisanhörung bzw. ein neues Verfahren der deutlich wahrscheinlichste Ausgang. In diesem Fall stünde die Staatsanwaltschaft dann vor einer schier unüberwindlichen Aufgabe. Für einen abschlägigen Ausgang wäre hier nur die Argumentation der StA nutzbar gewesen, dass Averys Eingaben prozessrechtlich unzulässig seien. Weil die mher gar nicht aufbieten konnte.
Nur: Wäre dem so, würde man jetzt nicht schon 6 Wochen an einer ausführlichen Begründung sitzen.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

20.12.2020 um 10:49
Zitat von stefanclimbr15stefanclimbr15 schrieb:Momentan scheint eine Beweisanhörung bzw. ein neues Verfahren der deutlich wahrscheinlichste Ausgang
Wie lange die da drüber hängen, sagt prognostisch aber nicht viel aus. Im Fall Genditzki wurde der Wiederaufnahmeantrag vom 11.06.19 nun nach fast 1,6 Jahren entschieden. Ergebnis: Es wird nichts gemacht, der Antrag wurde verworfen.
Man kann Gemächlichkeit auch mit fehlender Dringlichkeit gleichsetzen. Wenn angesichts des schlüssigen Vortrags des Verurteilten die Sache plötzlich ganz anders bewertet werden würde, wäre sie bevorzugt zu entscheiden. So eilig hat man es anscheinend aber nicht.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

20.12.2020 um 15:14
Zitat von stefanclimbr15stefanclimbr15 schrieb:Naja, die Berufung läuft schon, die ist zugelassen und zulässig. Momentan scheint eine Beweisanhörung bzw. ein neues Verfahren der deutlich wahrscheinlichste Ausgang. In diesem Fall stünde die Staatsanwaltschaft dann vor einer schier unüberwindlichen Aufgabe. Für einen abschlägigen Ausgang wäre hier nur die Argumentation der StA nutzbar gewesen, dass Averys Eingaben prozessrechtlich unzulässig seien. Weil die mher gar nicht aufbieten konnte.
Nur: Wäre dem so, würde man jetzt nicht schon 6 Wochen an einer ausführlichen Begründung sitzen.
Da scheint mir der Wunsch Vater des Gedankens, bzw. der Auslegung zu sein. Dass mittlerweile Wochen vergangen sind ohne dass irgendeine Neuigkeit verkündet wurde, kann ganz einfach auch daran liegen, dass es nichts zu verkünden gibt. Und das könnte man wiederum darauf zurückführen, dass der Fall Avery aufgrund der Einschätzung des Gerichtes keiner Priorisierung bedarf, weil kein schwerwiegender Justizirrtum vorliegt.

Das muss nicht so sein, wäre aber eine mögliche Auslegung die darüber hinaus auch noch viel besser zu dem Status
Awaiting Opinion/Decision
passt, an dem sich ja offenbar seit mehr als 6 Wochen nichts geändert hat.

Ab der wie vielten Woche nach der Ankündigung einer sensationellen Wende darf man eigentlich davon ausgehen dass diese ausbleibt, wenn sie zwischenzeitlich nicht eingetreten ist?


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

19.02.2021 um 06:13
Ich habe jetzt angefangen, Teil 1 auf Netflix zu schauen.

Hat Brandon Dassey keine Chance auf eine vorzeitige Haftentlassung?

Ganz ehrlich, ob er schuldig ist oder nicht. Er war zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alt. Er sitzt jetzt 15 Jahre. Man sieht doch im Video, dass er geistig beeinträchtigt ist, seine sorgeberechtigten Mutter war nicht bei der Vernehmung anwesend ( in Deutschland ein no-go), es wurde deutlich, dass er intellektuell schwach ist. Das alles soll seine etwaige Schuld nicht heruntersetzen, aber er war nunmal ein Jugendlicher, der sich noch in der Entwicklung befand.

Das ganze Video von der Vernehmung war mir suspekt (" sag uns alles, dann kannst du nach Hause gehen? Ach nee, jetzt so du alles gesagt hast, können wir dich nicht gehen lassen..." usw)


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

19.02.2021 um 06:40
@Duchovny

Ganz so einfach ist es nicht, aber im Prinzip gebe ich Dir Recht. In Deutschland ist es so, dass ein beschuldigter Jugendlicher das Recht hat, einen Erziehungsberechtigten oder Anwalt bei der Vernehmung dabei zu haben. Das ist aber auch erst seit 2019 gesetzlich klar geregelt, und auch da gibt es tatsächlich Ausnahmen (siehe § 67 JGG). Aber das ist hier irrelevant, da sich das alles nun mal in Wisconsin abgespielt hat.

Übrigens hatte sich die Mutter mit seiner Vernehmung einverstanden erklärt, was freilich fatal war.

Leider wurde am Ende von zahlreichen Revisionsgerichten festgestellt, dass seine Vernehmung und sein Geständnis nicht zu beanstanden sind. Aber diese Entscheidungen sind nur mit sehr geringer Mehrheit der Richter gefällt worden, viele Juristen, ich auch, sind der Meinung, dass dies falsch war. Mehrere Instanzen haben tatsächlich für Brendan entschieden, aber leider hat die oberste Instanz, der volle Senat des 7. Bundesrevisionsgerichts mit der denkbar knappen Mehrheit von 4 gegen 3 Richtern im Jahr 2017 entschieden, dass alles rechtens war. Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Verfassungsbeschwerde im Jahr 2018 nicht zur Entscheidung angenommen.

Dementsprechend ist das Urteil rechtskräftig und er hat frühestens 2048 die Gelegenheit, entlassen zu werden. Ich halte das ungeachtet der möglichen Schuld, die ich auch verneine, für eine fatale Fehlentscheidung.

Nun hat noch der Gouverneur von Wisconsin die Möglichkeit ihn zu begnadigen.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

19.02.2021 um 12:13
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:hat frühestens 2048 die Gelegenheit, entlassen zu werden
Das ist ja krass.
Ich weiß,dass sich das vllt komisch anhört, sollte er schuldig sein, aber trotzdem...

Unabhängig von Schuld oder Unschuld, spielt bei der Familie Avery/Dassey auch das intellektuelle Unvermögen mit rein. Sie sind sozusagen "white trash" Schottler im Trailerpark.

Irgendwie lobe ich mir das Justizsystem der BRD...auch wenn es dort ebenfalls Beanstandungen gibt.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

22.02.2021 um 18:34
Warum hat man beim Berufungsverfahren in den USA denselben Richter wie zuvor?


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

23.02.2021 um 03:23
Zitat von DuchovnyDuchovny schrieb:Warum hat man beim Berufungsverfahren in den USA denselben Richter wie zuvor?
Hat man nicht. Man muss unter den einzelnen Rechtsmitteln unterscheiden, es gibt weit mehr als in Deutschland.

In diesem Fall wurden die Verurteilten von einem Staatsgericht verurteilt. Dagegen können sie und haben Revision eingelegt (ich benutze hier mal deutsche Begriffe, die ungefähr Deckungsgleich sind), appeal. Diese Revision wird vor einem "court of appeals" verhandelt, also nicht mehr vor dem Richter der Tatsacheninstanz. Es gibt auch keine Jury mehr in den höheren Instanzen, sondern nur noch Berufsrichter.

Wenn ein Revisionsgericht feststellt, dass ihm etwas unklar ist, was in der ersten Instanz hätte geklärt werden können, kann es die Sache zurückverweisen, damit das geklärt wird. Die Revision selbst bleibt beim Revisionsgericht.

Gegen die Entscheidung des Revisionsgerichts kann wiederum Revision beim obersten Gericht des Bundeststaates eingelegt werden, hier also eine dritte Instanz.

Gleichzeitig kann gegen das Originalurteil eine Verfassungsbeschwerde beim obersten Gerichtshof der USA eingereicht werden (writ of certiorari).

Bestätigt nun auch der oberste Gerichtshof des Bundesstaates das Urteil, kann der Verurteilte aber noch einmal eine etwas anders geartete Verfassungsbeschwerde zusammen mit einem Wiederaufnahmeantrag einreichen (habeas corpus) und zwar entweder wieder beim bundesstaatlichen Gericht oder beim zuständigen Bundesbezirksgericht (Federal District Court). Ersteren Weg ist Steven gegangen, letzteren ist Brendan gegangen. Gegend as Urteil dieser Instanz kann wiederum Revision eingelegt werden, dann bei einem Bundesrevisionsgericht (da ist Brendans Fall letztlich gelandet).

Beim Bundesrevisionsgericht werden die meisten Fälle von einer kleinen Kammer bearbeitet, bestehend aus drei Richtern. Ist man mit deren Entscheidung nicht zufrieden, kann man darum bitten, dass das Plenum des Gerichts, also alle (meistens) 9 Richter zusammen entscheiden. Das ist in Brendans Fall passiert (en banc decision). Hier also haben ein Teil der Richter zweimal entschieden, einmal allein zu dritt und dann noch einmal als Teil des Plenums.

Gegen die Entscheidung dieses letzten Gerichts kann man noch mal Verfassungsbeschwerde beim obersten Gericht der USA einlegen, das ist hier auch geschehen, aber dieser hat sie nicht zur Entscheidung angenommen.


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