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Bottrop: Apotheker-Skandal, mit gepanschten Krebsmitteln gehandelt

331 Beiträge, Schlüsselwörter: Krebs, Ruhrgebiet, Apotheke

Bottrop: Apotheker-Skandal, mit gepanschten Krebsmitteln gehandelt

08.04.2019 um 19:16
Ich bin schockiert, dass dieser „Fall“ derartig unter dem öffentlichen Radar behandelt wird.

Betroffen ist eigentlich so gut wieder jeder Bundesbürger. Entweder als selbst an Krebs Erkrankter oder als Bekannter bzw. Verwandter eines an Krebs erkrankten Menschen. Wer sich nur kurz mit dem Fall beschäftigt, erkennt schnell ein System mangelnder Kontrolle, der Apotheken unterworfen sind, die Chemotherapien zusammen mixen. Mir ist es wirklich ein Rätsel, dass ein derartig Fehler behaftetes System so lange am Laufen ist. Gerade die Krankenkassen sollten doch ein Interesse daran haben, dass ihre Gelder für Medikamente eingesetzt werden und nicht in den Taschen von Apothekern verschwinden.

Wer sich mit diesem Chemotherapie Panschskandal etwas näher beschäftigt, kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass der jetzt verurteilte Apotheker nicht der einzige seiner Berufsgruppe sein wird, der Zytostatika zu niedrig dosiert. Schon allein, weil das Entdeckungsrisiko sehr gering ist, falls man einigermaßen vorsichtig vorgeht. Es ist ja auch bezeichnend, wie lange der Verurteilte Apotheker sein Unwesen treiben konnte, obwohl er sorglos vorging.

Diejenigen, die ihrem Gewissen folgten und seine Missetaten zur Anzeige brachten, verloren ihren Job. Alle anderen, die ihren Verdacht bei sich behielten, haben ihren Job behalten.

Ist dies nicht pervers?
Wie werden zukünftig in einer Apotheke Angestellte handeln, wenn auch sie Betrügereien in ihrer Apotheke vermuten?
Diese zur Anzeige bringen und den Job verlieren oder schweigen und den Job behalten?

Mit dem fehlenden Interesse geht auch ein mangelnder Reformwillen einher. Der Öffentlichkeit scheint es ziemlich egal zu sein, ob die Konzentration von Chemotherapien auf Treu und Glauben beruht (aktueller Zustand) oder genau überprüft wird.


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08.04.2019 um 19:30
Analyst schrieb:Ich bin schockiert, dass dieser „Fall“ derartig unter dem öffentlichen Radar behandelt wird.
Ja, das ist sehr verwunderlich.
Analyst schrieb:kann nur zu dem Ergebnis kommen, dass der jetzt verurteilte Apotheker nicht der einzige seiner Berufsgruppe sein wird, der Zytostatika zu niedrig dosiert. Schon allein, weil das Entdeckungsrisiko sehr gering ist, falls man einigermaßen vorsichtig vorgeht. Es ist ja auch bezeichnend, wie lange der Verurteilte Apotheker sein Unwesen treiben konnte, obwohl er sorglos vorging.
Die Erfahrung lehrt, dass Betrüger mit der Zeit immer unvorsichtiger werden, wenn ihnen der Betrug leicht gemacht wird und sie Kontrollen nicht fürchten müssen.
Manche treiben es irgendwann zu bunt, bereichern sich zu massiv, führen eine Lebenswandel "der nicht ehrlich verdient sein kann". Sie erregen Neid und fliegen auf.

Neulich ist ein Supermarkt-Filialleiter aufgeflogen, der viel krummes Geld gemacht hat, in dem er die Pfandflaschen der Kunden nochmal durch den Automaten schob und sich das Geld selber ausgezahlt hat.
Da kamen im Laufe der Jahre wohl über 200.000 Euro zusammen.

Wenn der Filialleiter Maß gehalten hätte, wäre er vielleicht nicht aufgeflogen.
Mit dem Apotheker ist es auch so. Gerüchte gab es ja wohl schon lange.

Wer diesen Zustand, der wahrscheinlich inzw. nicht wesentlich verbessert wurde, nicht erträgt, sollte sich einem Verein / einer Organisation anschließen die Patienteninteressen vertritt. Und dann sollte eine Petition gestartet werden.


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08.04.2019 um 19:32
@Analyst
"Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen.”
Diese Volksweisheit kommt nicht von ungefähr. Es war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben. Je dreister, je größer der Betrug - desto geringer der Aufklärungswille und die Strafe. Da gibt es dann einfach keine Verhältnismäßigkeit mehr zwischen Tat und Strafe (wie gesagt, wenn es überhaupt zu einer Strafe kommt). Die Aufarbeitung des Cum-Ex-Steuerskandals ist ein weiteres, aktuelles Beispiel dieser Liga. Traurig aber wahr.


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Bottrop: Apotheker-Skandal, mit gepanschten Krebsmitteln gehandelt

13.04.2019 um 21:41
@Gast12777
Mir fehlt Deine Moderation!
Einfach einen Thread erstellen und dann nicht bereit sein, Moderation zu übernehmen? Woran liegt es?

@Optimist
@all
Als Nachtrag zu meinen Post und unserer Unterhaltung vom 8.04.2019 :
Aussagekräftig für die Dimension des Skandals sind auch folgende Zahlen im Artikel der WikipediaQuelle_Wikipedia: Zitat:"Es sollen 4600 Patienten in sechs Bundesländern geschädigt worden sein. Am 6. Juli 2018 verurteilte das Landgericht Essen Peter S. wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in knapp 14.500 Fällen und Betrugs in 59 Fällen zu zwölf Jahren Haft."
Von besonderer Heimtücke ist hier die Rede.
Besonders heimtückisch ist es, Menschen, die gegen eine Krebserkrankung kämpfen, abzuziehen, da diese meist sehr wenig Energie übrig haben, sich auch noch juristisch mit einem Peter S. und Konsorten auseinanderzusetzen.


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13.04.2019 um 22:04
Snayder schrieb:Besonders heimtückisch ist es, Menschen, die gegen eine Krebserkrankung kämpfen, abzuziehen, da diese meist sehr wenig Energie übrig haben, sich auch noch juristisch mit einem Peter S. und Konsorten auseinanderzusetzen.
Sehe ich genauso. Das psychische Leid ist gar nicht abzuschätzen und könnte auch nicht wieder gut gemacht werden.
Andererseits überlege ich mir gerade: Wenn die Betroffenen das alles gar nicht erfahren hätten, dann könnte für sie gelten "was ich nicht weiß, macht mich nicht heißt" oder?

In diesem Zusammenhang kommt mir auch gerade der Gedanke:
Wenn man bedenkt, dass darüber hinaus überall in dieser Welt in großem Ausmaß Korruption, Betrügereien bzw. Kriminalität (auch Wirtschaftskriminalität) passieren...
... darüber darf man auch gar nicht nachdenken bzw. müsste versuchen, vieles so gut es geht auszublenden, damit es einen nicht kaputt machen kann.
Kenne einen Autisten der kann das alles nicht filtern, kann nichts ausblenden, das stelle ich mir sehr schlimm vor (der leidet auch wirklich darunter).


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14.04.2019 um 09:06
Optimist schrieb:Kenne einen Autisten der kann das alles nicht filtern, kann nichts ausblenden, das stelle ich mir sehr schlimm vor (der leidet auch wirklich darunter).
@Optimist
Auch Greta Thunberg hat eine spezielle Form des Autismus.
Sie kann Fakten nicht aus ihrem Leben ausblenden und kann keine Kompromisse schließen, wie wir das ständig machen.
Wir denken ja: Ich weiss, dass es um die Umwelt schlecht bestellt ist, aber ich brauche meinen Urlaub. Auf den Seychellen war ich noch nicht und das Angebot ist günstig...

Es hängt wohl davon ab, wie man aufgestellt ist, ob man traurig wird - oder sich sagt: Ich setze mein Leben für positive Ziele ein und leiste meinen Beitrag.

Niemand, der nicht direkt betroffen ist, ist gezwungen unter diesem fehlerhaften Gesundheitssystem mental vor sich hin zu leiden.
Die Betroffenen haben einen Verein gegründet, den man unterstützen kann. Und es gibt weitere Vereine die sich für die Patientenrechte stark machen. Je mehr Mitglieder sie haben, desto größer ist die Schubkraft.

Ich weiss, dass das stille Lamentieren gar nichts bringt. Den Schritt, zu diesen Vereinen habe ich noch nicht gemacht, aber mir ist klar: wenn mein Ärger richtig groß wird und mich runterzieht, muss ich diesen Schritt gehen.


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14.04.2019 um 09:17
frauzimt schrieb:Die Betroffenen haben einen Verein gegründet, den man unterstützen kann. Und es gibt weitere Vereine die sich für die Patientenrechte stark machen. Je mehr Mitglieder sie haben, desto größer ist die Schubkraft.
das finde ich sehr gut.
Das wäre tatsächlich eine Möglichkeit auch als "kleines Zahnrad" etwas zu bewirken.


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Bottrop: Apotheker-Skandal, mit gepanschten Krebsmitteln gehandelt

14.04.2019 um 17:27
Zum vorliegenden Fall kann ich nicht viel beitragen aber im Apothekenwesen kenne ich mich einigermaßen aus. Eine gute Bekannte von mir ist PTA und hat in 4 Apotheken gearbeitet. In kleinen Dorf-Apotheken und in Apotheken, welche im sehr großen Rahmen Produkte vertreiben und "richtige Unternehmen" sind.

Nur in einer Apotheke kam es nach ihrer Auskunft nicht zu gravierenden Fehlhandlungen, hier mal ein kurzer Überblick, der mir geschilderten Fälle:

1. Verwendung lange (d. h. mehr als 10 Jahre) abgelaufener Lösungen für Augentropfen (!). Ich will mir nicht vorstellen, was die im Auge anrichten kann.

2. Herstellung von Teemischungen aus denen Ungeziefer (z. B. Schnecken!!) aussortiert wurden.

3. Beschäftigung einer Krankenschwester und Beauftragung mit Aufgaben, die nur pharmazeutisches Personal (PTA, Apotheker) erledigen darf.

4. Ausgabe von Produkten ohne entsprechende Erlaubnis.

Meine Bekannte hat einen ihrer Chefs angezeigt beim bfarm, passiert ist nichts. Man fragt sich tatsächlich, wie das geht! Kontrollen sind - nach wir vor - angekündigt. Abgelaufene Produkte werden hinter Türen mit der Aufschrift "privat" gelagert. "Privat" deklarierte Räume werden nicht kontrolliert.

Außerdem muss man sich vor Augen führen, dass PTA wenig verdienen und auf ihre Jobs angewiesen sind. In der Zytostatika-Produktion verdienen sie vergleichsweise gut und hängen umso mehr am Job.


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14.04.2019 um 17:37
HorstHamster schrieb:1. Verwendung lange (d. h. mehr als 10 Jahre) abgelaufener Lösungen für Augentropfen (!). Ich will mir nicht vorstellen, was die im Auge anrichten kann.
wie meinst du das, dass Augentropfen vom Apotheker selbst hergestellt werden? Ich dachte bis jetzt, es werden nur Tabletten oder eben Krebsmittel hergestellt.
HorstHamster schrieb:Meine Bekannte hat einen ihrer Chefs angezeigt beim bfarm, passiert ist nichts. Man fragt sich tatsächlich, wie das geht! Kontrollen sind - nach wir vor - angekündigt. Abgelaufene Produkte werden hinter Türen mit der Aufschrift "privat" gelagert. "Privat" deklarierte Räume werden nicht kontrolliert.
meine Güte, da tun sich ja Abgründe auf.


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14.04.2019 um 19:27
HorstHamster schrieb:Verwendung
Optimist schrieb:Verwendung lange (d. h. mehr als 10 Jahre) abgelaufener Lösungen für Augentropfen (!). Ich will mir nicht vorstellen, was die im Auge anrichten kann.
wie meinst du das, dass Augentropfen vom Apotheker selbst hergestellt werden? Ich dachte bis jetzt, es werden nur Tabletten oder eben Krebsmittel hergestellt.
HorstHamster schrieb:
Meine Bekannte hat einen ihrer Chefs angezeigt beim bfarm, passiert ist nichts. Man fragt sich tatsächlich, wie das geht! Kontrollen sind - nach wir vor - angekündigt. Abgelaufene Produkte werden hinter Türen mit der Aufschrift "privat" gelagert. "Privat" deklarierte Räume werden nicht kontrolliert.
meine Güte, da tun sich ja Abgründe auf
Es ist wohl so, dass je nach Verordnung des Arztes auch Augentropfen oder andere Medikamente vor Ort in kleinen Apotheken hergestellt werden. Ich hatte als Jugendlicher auch einige Monate für Akne Sonderherstellungen aus der Apotheke. Da hat der Arzt dann aufs Rezept geschrieben, was wie "vermischt" werden soll.


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14.04.2019 um 19:31
@HorstHamster
aha.
Es kann also alles hergestellt (und auch gepanscht) werden.
Mein Vertrauen geht langsam gegen 0.
Obwohl ich auch viele Mitarbeiter in Apotheken kenne, denen würde ich nichts Schlechtes zutrauen, denen tue ich nun sicher unrecht mit meinem Misstrauen.

Das größte Mango sehe ich eben in der Vorstellung, dass Kontrollen angekündigt werden.
Wozu macht man sich da überhaupt die Arbeit zu kontrollieren (auch in anderen Branchen), wenn die Kontrollen im Grunde gar nichts bringen können ... da man ja vorher vieles verstecken und verschleiern kann.


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14.04.2019 um 19:45
Optimist schrieb:aha.
Es kann also alles hergestellt (und auch gepanscht) werden.
Mein Vertrauen geht langsam gegen 0.
Obwohl ich auch viele Mitarbeiter in Apotheken kenne, denen würde ich nichts Schlechtes zutrauen, denen tue ich nun sicher unrecht mit meinem Misstrauen.

Das größte Mango sehe ich eben in der Vorstellung, dass Kontrollen angekündigt werden.
Wozu macht man sich da überhaupt die Arbeit zu kontrollieren (auch in anderen Branchen), wenn die Kontrollen im Grunde gar nichts bringen können ... da man ja vorher vieles verstecken und verschleiern kann
Ob jedes Medikament, weiß ich jetzt nicht und das meiste sind ja Fertigarzneien. Und es ist kein großes Geheimnis, dass viele PTA keine Lust haben auf die Herstellung, da das teils "komplex" ist bzw. mathematische Formeln angewendet werden müssen die alle Jubeljahre mal vorkommen. Die Apotheker sind auch nicht scharf drauf, weil das geldtechnisch wenig bringt und eine Arbeitskraft teils lange gebunden ist (es gibt ggf. 4 EUR und die PTA arbeitet eine halbe Stunde).


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14.04.2019 um 19:47
HorstHamster schrieb:Und es ist kein großes Geheimnis, dass viele PTA keine Lust haben auf die Herstellung, da das teils "komplex" ist bzw. mathematische Formeln angewendet werden müssen
glaube ich. Ich weiß es von einer Verwandten die Apothekerin war, die Verwantwortung die diese auch haben. Die musste schon allein ganz penibel aufpassen, dass sie sich mit den Nullen bei den Gramm-Angaben nicht vertut. Das könnte u.U. sonst tödliche Folgen haben.


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