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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

58 Beiträge, Schlüsselwörter: Saale, Zerstückelt, Jena, Chinesischer Student
otternase
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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

08.09.2018 um 00:43
https://www.insuedthueringen.de/region/thueringen/thuefwthuedeu/Kopf-und-Kleidung-von-getoetetem-Studenten-in-Jena-gefun...

Kopf und Kleidung von getötetem Studenten in Jena gefunden

Ein dritter Fundort, an der Mündung der Roda in die Saale.

Was mich irritiert: der erste Fundort war ja der nahe dem Studentenwohnheim an der Wiesenbrücke. Die neuen Fundorte unter der Lobdeburg und an der Mündung der Roda liegen demgegenüber viele Kilometer stromaufwärts (!).
Es ist doch nicht zu erwarten, dass die Kleidung und die Leichenteile den Fluss hinaufschwimmen! Also muss der Täter die Leiche nicht zerteilt und dann nahe dem vermutlichen Tatort in den Fluss geworfen haben, sondern vielmehr Teile, so zB. Kleidung und Kopf selbst viele Kilometer getragen und getrennt entsorgt haben!
Oder missverstehe ich da etwas?


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

08.09.2018 um 03:29
Kann mir gut vorstellen, dass der Täter die Leiche verteilt hat.
Wir wissen nicht ob er ein Auto besitzt, vielleicht hat er ja zu Fuß mehrmals Teile aus der Wohnung geschafft und diese an unterschiedlichen Stellen ins Wasser geworfen.
Oft legen Leichen oder Teile davon viele Kilometer in Flüßen zurück.

Ich muss da an den Fall der Studentin Kristin Harder denken.
Ein Unterarm ihrer Leiche wurde erst 8 Monate nach ihrem Verschwinden, in einem Wasserkraftwerk bei Altheim aus der Isar gefiltert, wo er in einem Wagen für das rausgefilterte Geröll, von Mitarbeitern entdeckt wurde.
Dieser Unterarm muss mehrere Schleußen überwunden haben und wurde mehr als 100 Kilometer weit weg von München gefunden.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

09.09.2018 um 13:58
@1988
Stromabwärts- keine Frage.
Aber die Mündung der Roda liegt rund 7km stromaufwärts der Saale!
Wenn der Täter kein Auto hatte, dann müsste er 7km oder noch mehr zu Fuß oder mit der Straßenbahn mit der Kleidung und dem Kopf(!) des Opfers in Jena unterwegs gewesen sein! Das erinnert an den Piraten Politiker, der sein Opfer auf der Sackkarre befördert hat...


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

01.11.2018 um 08:51
es ruht still um diesen Fall.

Der neueste Artikel in der Presse, den ich zu dem Thema finden konnte, ist auch schon mehr als einen Monat alt und enthält als einzige Neuigkeit, dass die Identität des Getöteten dank DNA-Überprüfung nun gesichert ist:

https://www.welt.de/regionales/thueringen/article181596534/Mordopfer-in-Jena-ist-zweifelsfrei-chinesischer-Student.html
Die Identität des vor knapp einem Monat in Jena getöteten Studenten ist nun zweifelsfrei geklärt worden. Ein Abgleich von Genproben mit denen der Eltern habe Gewissheit gebracht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera am Donnerstag.
...
Der Tatverdächtige soll sich nach eigenen Aussagen sehr über seinen Nachbarn geärgert habe. Er wurde vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen. Eine Gutachterin soll feststellen, ob der Mann überhaupt schuldfähig ist.
weiss jemand, wie lange es dauert, bis ein solches Gutachten erstellt ist?


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

27.11.2018 um 00:51
in Bezug auf die rechtliche Bewertung, die Aufklärung des Verbrechens scheint es nichts neues zu geben; schön ist aber, dass die Bürger sich mit der Familie des Opfers solidarisch zeigen:

https://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Solidaritaet-mit-der-Familie-des-in-Jena-ermordeten-Studenten-...

Solidarität mit der Familie des in Jena ermordeten Studenten
Der Mord ist noch nicht völlig aufgeklärt. Ein vietnamesischer Student, der das Verbrechen der Polizei selbst gemeldet und auch gestanden hat, ist weiter in Gewahrsam.
...
So waren bereits am 18. September zum Jenaer Mondfest im Paradies zahlreiche Besucher dem Aufruf der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Jena und des Vereins chinesischer Studierender und Wissenschaftler gefolgt und hatten für die Familie des Mordopfers gespendet. Bisher sind über 1500 Euro zusammengekommen, die jetzt dem Vater des Studenten in Jena überreicht werden konnten.

Die Eltern weilten nun schon das zweite Mal in Jena, nachdem sie der schwere Schicksalsschlag getroffen hatte. „Wir wollen zeigen“, so Margret Franz von der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Jena, „dass das schreckliche Geschehen zwar nicht rückgängig gemacht werden kann, aber es nicht ungesagt bleiben darf, wie unendlich traurig es ist, dass ein junger Mann, der hier in Jena studierte, gewaltsam sein Leben lassen musste.“

Es sei für sie sehr wichtig, neben der Spendenbereitschaft das Mitgefühl der Jenaer zu spüren“, sagt auch die Vorsitzende der Gesellschaft Hong Wang. Dafür sei man den Menschen hier sehr dankbar. Solche Gestern sprächen für ein weltoffenes und kulturvolles Stadtklima.


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02.02.2019 um 12:42
Es gibt Neuigkeiten in diesem Fall:

https://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Nach-Mord-an-Student-in-Jena-Taeter-schuldunfaehig-wegen-psychischer-Erk...

Nach Mord an Student in Jena: Täter schuldunfähig wegen psychischer Erkrankung?
Die Staatsanwaltschaft Gera hat eine Antragsschrift nach dem Tod eines chinesischen Austauschstudenten in Jena eingereicht. Sie wirft einem vietnamesischen Studenten Mord vor, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Zschächner.

Die Anklagebehörde wählt den Weg eines Sicherungs­verfahrens, weil sie nach einem Gutachten davon ausgeht, dass der Mann aufgrund seiner psychischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat. In einem solchen Fall erwartet ihn keine Strafe wegen der Tat. Stattdessen muss das Gericht entscheiden, ob der Beschuldigte zeitlich unbefristet eingewiesen wird. Doch soweit ist es noch nicht: Zunächst muss das Landgericht Gera die Antragsschrift zulassen.
Wir hatten damals hier im Thread ja spekuliert, wie der Täter das Opfer fortgeschafft haben könnte, dazu berichtet die OTZ jetzt einige sehr unappetitliche Einzelheiten:

Im Nachgang berichteten Zeugen, dass sie den Vietnamesen in der Straßenbahn mit einem vollgepackten, übel riechenden Rucksack beobachtet hatten. Noch Wochen später tauchten Körperteile auf. Besonders makaber war der Fall eines Ehepaares, das sich auf dem Heimweg von einer Veranstaltung über den strengen Geruch im Fahrzeug wunderte. Am Ziel angekommen, schaute der Ehemann unter der Motorhaube nach.

Plötzlich purzelte ein Fuß unter dem Auto hervor. Die Untersuchung ergab, dass es sich um einen Fuß des getöteten Chinesen handelte. Die Ermittler vermuten, dass ein Marder das Körperteil ausgegraben und in das Auto getragen hatte.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

05.02.2019 um 11:12
diverse Informationen dazu gehen nun durch die Presse, auch mit zum teil spekulativen Hinweisen auf das Motiv des Täters:

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_85197356/leichenfund-in-jena-chinesischer-student-getoetet...
Nach dem Mord an einem chinesischen Studenten in Jena soll noch in diesem Monat das Verfahren eröffnet werden. Es handele sich um ein sogenanntes Sicherungsverfahren, teilten Staatsanwaltschaft und das Landgericht Gera mit. Dabei geht es nicht um eine Haftstrafe, sondern um die dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Habgier vor.

Der zum Tatzeitpunkt 23 Jahre alte beschuldigte Vietnamese wurde bereits im September vorläufig in eine Psychiatrie gebracht. Dort befinde er sich nach wie vor, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Student sei schwer psychisch krank. Er leide an einer Form der Schizophrenie – einer Krankheit, die oft mit Wahnvorstellungen verbunden ist.
Soweit noch relativ "harmlos". In diesem Artikel hier wird neben Habgier allerdings auch noch ein anderer möglicher Hintergrund genannt, und das ist ziemlich heftig...

https://www.tz.de/welt/jena-kannibalismus-in-thueringen-grusel-details-nach-mord-leber-gezielt-entfernt-zr-11730402.html
Er soll am 24. August 2018 von einem Vietnamesen mit einem Hammer erschlagen und anschließend zerstückelt worden sein. Der Tatverdächtige verpackte laut Focus Online die Leichenteile in Tüten und verteilte sie quer durch das Stadtgebiet von Jena. Kurz nach der Tat habe sich der Physikstudent selbst gestellt und die Polizei an die Orte geführt, an denen er die sterblichen Überreste deponiert hatte.

Als Motiv nannten die Ermittler zunächst Habgier, so das Online-Portal. Der Tatverdächtige habe demnach Computer und Mobiltelefon des chinesischen Studenten entwendet, um anschließend hochwertige Ware im Internet zu bestellen. Doch mittlerweile halte die Staatsanwaltschaft auch ein kannibalistisches Motiv für denkbar.

Anstoß für den Verdacht auf Kannibalismus lieferte laut Focus Online die Obduktion. Die habe nämlich ergeben, dass dem Opfer gezielt mit einem Messer die Leber entnommen wurde. Außerdem wäre der Vietnamese umgehend in eine Klinik gebracht worden, weil eine schwere psychische Erkrankung vermutet worden wäre. Wahrscheinlich äußerte der 23-Jährige dort, dass er mit der Tat seinem Film-Idol - den Serienkiller Hannibal Lecter - nachgeeifert hatte. Wie das Nachrichtenportal berichtet, habe der Tatverdächtige in den Tagen zuvor einige Male die Krimiserie „Hannibal“ angesehen.

Auch gegenüber der Bild wurde die Verbindung zwischen dem Studenten und dem Film-Charakter bestätigt. „Hannibal hat auf jeden Fall eine große Rolle im Leben des Beschuldigten gespielt“, meint Staatsanwalt Martin Zschächner zur Zeitung. Ob der 23-Jährige die Leber wirklich gegessen habe, - wie sein Vorbild Hannibal Lecter - sei nicht bekannt. Doch das Organ wurde noch immer nicht gefunden, heißt es weiter. Der Verdacht auf Kannibalismus liege also nahe.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

26.02.2019 um 10:07
der Focus berichtet aktuell angesichts des am kommenden Dienstag startenden Prozesses zu diesem Fall:

Stückel-Mord von Jena: Verdächtiger googelte "Wie werde ich ein Meisterverbrecher?"


https://www.focus.de/politik/gerichte-in-deutschland/aerztin-haelt-studenten-fuer-brandgefaehrlich-kannibalen-mord_id_10...

entgegen erster Annahmen war es wohl keineswegs eine spontane Tat aufgrund eines Streits, sondern vielmehr ein langfristig geplanter Mord aus Mordlust:
Am 19. Juni 2013 suchte Nhat T. demnach den Film „Das Schweigen der Lämmer“ mit dem hochintelligenten Serienkiller Hannibal Lecter in der Hauptrolle (gespielt von Sir Anthony Hopkins). Ab 2017 intensivierte er die Suchanfragen zu dem Gruselwerk und las alles, was mit der Serie oder der Figur Hannibal Lecter zu tun hat.

Die Filme übten eine starke Faszination auf ihn aus - und dienten ihm eigenen Angaben zufolge als Vorbild für seine spätere Tat. Zudem beschäftigte sich Nhat T. sehr stark mit Messern und dem Zerlegen sowie dem Zubereiten von Tieren.

Wenige Monate vor der Mordtat häuften sich die auffälligen Suchanfragen: Ab Ende 2017 googelte er nach Schlagworten wie „Tötungsdelikt“, „ungelöste Morde“ und „Mordrate in Deutschland“. Er wollte wissen: „Wie werde ich ein Meisterverbrecher?“
darüber hinaus hat der Beschuldigte offenbar die Tat vorbereitend auch Google genutzt, um den Ablauf zu planen:
Eine Frage trieb Nhat T. den Ermittlern zufolge besonders um, nämlich die, wie man einen Menschen möglichst schnell umbringt.

Wörtlich gab er in die Suchmaske ein: „wie tief ist es vom Brustkorb zum Herzen“. Damit wollte er offenbar in Erfahrung bringen, wie lang die Klinge eines Messers sein muss, um sichergehen zu können, dass der Angegriffene nicht überlebt.

Angesichts der tatsächlichen Mordumstände – Nhat T. soll sein Opfer mit dem Hammer erschlagen haben – kommt einer weiteren Suchanfrage enorme Bedeutung zu. Der Vietnamese googelte: „wie viel Kraft ist nötig, um einen menschlichen Schädel zu durchdringen.“
aber auch der Aspekt der Bereicherung durch den Mord scheint er vorbereitet zu haben:
Im Juni 2018, also zwei Monate vor der Tat, suchte Nhat T. nach Informationen, „wie viel Bargeld die Europäer durchschnittlich aufbewahren“ und wie viel Geld man bei der Deutschen Bank „abheben“ könne. Das ist deshalb interessant, weil er nach der Tat versucht haben soll, das Online-Konto seines verstorbenen Opfers zu plündern.
die Tadurchführung spricht dann auch, zumindest bis zum Mord, für einen vorbereiteten und durchgeplanten Mord und keineswegs für eine spontane Tat aufgrund eines Streits, wie es anfänglich hiess:
So hatte Nhat T. laut Anklage ein Paket mit dem Namen des chinesischen Germanistik-Studenten Chenxi L. als Empfänger vorbereitet. Unter dem Vorwand, die Postsendung für ihn angenommen zu haben, soll er den 25-jährigen, völlig arglosen Mann in sein Zimmer gelockt und dort von hinten erschlagen haben.

Damit andere Studenten von möglichen Schreien des Opfers nichts bemerken, soll sich Nhat T. von einem Mitbewohner des Heims eine tragbare Box ausgeborgt und kurz vor dem ersten Hammerschlag laute Musik aufgedreht haben. Nach der Tat bestellte er mit den Daten des Getöteten im Internet Waren für mehrere tausend Euro.
der Täter scheint nun hinsichtlich Verteidigung auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren zu wollen:
Verantwortlich für die grausige Tat sei vielmehr eine „böse Stimme“ in seinem Kopf, sagte der Verdächtige. Die „Stimme“ habe ihm befohlen, den Mann umzubringen. Ohne die Eingebungen der „Stimme“ würde er niemals jemanden töten oder verletzen.

Zum ersten Mal habe er die „Stimme“, die ihn zu schrecklichen Gewalttaten aufforderte, in der zehnten Klasse gehört, erklärte der Beschuldigte im Gespräch mit der Ärztin. Damals war er 16 und lebte noch in Vietnam. Zwei Jahre später habe er das Gefühl gehabt, die „Stimme“ ergreife zunehmend Besitz von ihm. Besonders laut seien die Kommandos in Stressphasen gewesen, aber bis zur Tat in Jena habe er sie immer irgendwie unterdrücken können.

...

Nhat T. berichtete der Psychiaterin, die „Stimme“ sei auch für die Vorbereitung der Tat verantwortlich. Sie habe ihm den Befehl gegeben, die Serie „Hannibal Lecter“ anzuschauen. Wenn er Menschen umbringen wolle, dann müsse er diese Filme sehen, habe die „Stimme“ ihm bedeutet, so der Vietnamese. Die Handlungen im Film seien eine Art Anleitung für seinen Mord gewesen, gestand der Beschuldigte, wenngleich er bestritt, die Leber des Opfers verspeist zu haben.

Immer, wenn die „Stimme“ erklinge, habe er das Gefühl, etwas Großes, etwas sehr Bedrohliches stünde hinter ihm, sagte der 24-Jährige. Manchmal sei es riesig wie ein Haus. Rund um die Tötung des chinesischen Studenten sei die „Stimme“ immer lauter, immer fordernder geworden. Er habe sich nicht mehr wehren können und die Kontrolle über seinen Körper verloren. Er sei nur noch eine Marionette gewesen.
hinsichtlich der Auswahl des Opfers gibt der Täter an:
Im Sommer 2018 sei er dem chinesischen Studenten Chenxi L. am Briefkasten des Wohnheims begegnet. Bei dieser Gelegenheit habe ihn der 25-Jährige angeblich ausgelacht und beleidigt, was ihn sehr gekränkt habe. In diesem Moment habe er Hass auf den Mitstudenten entwickelt. Die „Stimme“ in ihm habe befohlen: Nhat, töte ihn!
laut psychatrischem Gutachten geht von dem Täter weiterhin eine große Gefahr aus:
In ihrem Gutachten vermerkt die Spezialistin, dass bei dem 24-Jährigen ein erhebliches Rückfallrisiko bestehe. Die Gefahr weiterer Gewalttaten sei hoch. Opfer könne jeder werden, der dem Mann in einer psychisch kritischen Phase begegne.

Während einer ärztlichen Befragung hatte Nhat T. gesagt, die „Stimme“ habe ihm einmal befohlen, Mitarbeiter der Klinik zu töten.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

27.02.2019 um 08:53
der erste Verhandlungstag in diesem Prozess ist vorbei. Die Oeffentlichkeit wurde nicht ausgeschlossen und Focus berichtet ziemlich ausfuehrlich ueber den Fall.
Natuerlich ist es fuer uns Aussenstehende schwer zu beurteilen, zumal wir unsere Informationen nur durch den Filter der Presse erhalten, aber die Sache stellt sich meiner Ansicht nach nun doch sehr viel anders als zunaechst angenommen dar. Nicht nur, dass es sich offenbar um eine ueber laengere Zeit geplante Tat handelte und nicht um eine spontane Tat aufgrund eines Streits wie zunaechst behauptet.

Aber auch die Annahme eines psychisch gestoerten Taeters wie es aus den vorangehenden Infos herausklang, scheint nicht unbedingt gesichert. Denkbar ist durchaus, dass der Taeter versucht, dies nur vorzuspielen, um einer Haftstrafe zu entgehen...

https://www.focus.de/politik/gerichte-in-deutschland/student-unter-kannibalismus-verdacht-stueckel-mord_id_10376947.html

Der Mann, der immer lächelt: Was geht im Kopf des mutmaßlichen Stückel-Killers vor?
Wer den Physikstudenten Nhat T. ein bisschen näher kennt, weiß nur Gutes über ihn zu berichten. Seine Freundin, die Lehrkräfte an der Universität, Mitstudenten, der Zimmernachbar im Wohnheim, sein Minijob-Arbeitgeber im Restaurant – sie alle loben den 24-jährigen Vietnamesen in höchsten Tönen. Gegenüber der Polizei lässt niemand auch nur ein einziges böses Wort über ihn fallen.

Sympathisch, nett, höflich, hilfsbereit, sehr lieb, offen, stets gut gelaunt, zu jedermann freundlich, im Studium sehr engagiert, hochmotiviert – so charakterisiert ihn sein Umfeld. Der junge Mann, der noch nie in seinem Leben Alkohol getrunken oder Drogen genommen haben soll, macht auf andere stets einen fröhlichen und glücklichen Eindruck. Ein Bekannter nennt Nhat T. den „immer lächelnden Menschen“.
...
Das Motiv für die gruselige Tat soll Habgier gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft stammt Nhat T. aus ärmlichen Verhältnissen und brauchte Geld, um sein Studium sowie sein Hobby – er fotografierte mit teuren Kameras – zu finanzieren. Offenbar hatte er beobachtet, dass der Mitstudent aus China regelmäßig Pakete aus der Heimat erhielt. Deshalb habe er sich entschlossen, den Mann zu töten und dessen Bankdaten für Einkäufe im Internet zu nutzen.
...
Laut dem vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachten hat Nhat T. die Tat im Zustand einer akuten schizophrenen Erkrankung verübt. Demnach sei er nicht in der Lage gewesen, über Recht und Unrecht seines Handelns zu reflektieren. Aufgrund seiner krankhaften seelischen Störung sei er schuldunfähig, so die untersuchende Ärztin.

Allerdings weist die Psychiaterin am Ende ihres knapp 170-seitigen Gutachtens darauf hin, dass es sich um eine vorläufige Einschätzung handele. Ihre Beurteilung könne sich „durch neue Tatsachen“ im Laufe der Hauptverhandlung ändern.
...
Die beiden Juristen halten es für denkbar, dass der Beschuldigte nichts unversucht lässt, einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu entgehen und stattdessen alles dafür tut, in einer Klinik untergebracht zu werden. Möglicherweise weil er hofft, in absehbarer Zeit dort wieder rauszukommen.

Erst nach Mord berichtete Nhat T. von „bösen Stimmen“

Stutzig macht die Anwälte, dass Nhat T. bis zu der Horror-Tat in Jena niemandem von seinen psychischen Problemen erzählt hatte, weder seiner Freundin noch seiner Familie. In seinem ganzen Leben war er noch nicht ein einziges Mal beim Psychologen.

Erst bei den Befragungen zum Mordfall im August 2018 beschrieb er „böse Stimmen“ im Kopf, die er angeblich seit seinem 16. Lebensjahr höre und die ihn auch zur Tat in Thüringen getrieben haben sollen.
...
Die einzigen Hinweise, dass sich Nhat T. bereits vor Längerem psychisch unwohl gefühlt haben könnte, ergeben sich aus seinen Computerdaten. Kriminaltechniker fanden Google-Anfragen nach „Persönlichkeitsstörung“ und „Zwangserkrankung“. Anfang März 2018, gut ein halbes Jahr vor dem Mord, suchte Nhat T. die Stichworte „AOK psychologische Behandlung“, „Online-Depressionstest“ und „psychische Erkrankungen erkennen“. Er recherchierte zu Medikamenten gegen Angstzustände.
...
Rechtsanwalt Stünkel zu FOCUS Online: „Nach Studium der Ermittlungsakten stelle ich mir die Frage, ob der Beschuldigte möglicherweise eine Krankheits-Legende aufbaut, um eine in seinen Augen mildere Strafe zu erhalten.“
...
Dass ein solches Vorgehen Nhat T. nicht gänzlich fremd ist, hat er in einer Befragung selbst zugegeben. Demnach hat er auf Befehl der „Stimme“ in seinem Kopf die Leichenteile seines Opfers an verschiedenen Stellen in ganz Jena versteckt. Damit wollte er verhindern, dass die Polizei das Verbrechen aufklärt und den Täter findet. Es sei „ein Spiel“ gewesen, bei dem sich gezeigt hätte, welche Seite die Schlauere sei.

Ein „Spiel“ also. Ein Psychospiel mit der Polizei. Angezettelt angeblich von der „Stimme“.

In der Psychiatrie behauptete Nhat T., er würde niemals jemanden töten, um sich zu bereichern, wie ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legt. Er sei kein „echter Mörder“. Töten sei gegen das Gesetz, da müsse man für immer ins Gefängnis, und das mache ihm große Angst. In der Klinik fühle er sich gut aufgehoben.

Der 24-Jährige schmiedet nach FOCUS-Online-Informationen sogar schon wieder Zukunftspläne. Er werde nach Vietnam zurückkehren, erzählte er im Krankenhaus. Dort wolle er Lehrer für Mathematik und Physik werden. Er träume davon, Kinder zu unterrichten, die sehr arm sind und kein Geld hätten, um zur Schule zu gehen. Seine Freundin werde auf ihn warten – bis er wieder gesund sei.

Eigentlich gehe es ihm schon viel besser, sagte er der Psychiaterin bei einem Gespräch einen Monat nach dem Mord. Als er in die Klinik eingeliefert wurde, habe er die „Stimme“ noch gehört.

Neuerdings höre er sie nicht mehr.
Seine Rechercen zum Thema Depressionen Erkrankungen koennen meiner Ansicht nach sehr wohl auch darauf hindeuten, dass er sich vorbereitet hat, eine solche "Rolle" zu spielen.


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27.02.2019 um 11:36
otternase schrieb:Aber auch die Annahme eines psychisch gestoerten Taeters wie es aus den vorangehenden Infos herausklang, scheint nicht unbedingt gesichert. Denkbar ist durchaus, dass der Taeter versucht, dies nur vorzuspielen, um einer Haftstrafe zu entgehen...
Schon seltsam, dass von einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung niemand, weder Familie noch Freunde, etwas mitbekommen hat. Gerade, wenn das Stimmenhören schon seit dem Alter von 16 Jahren vorliegen soll.
otternase schrieb:Laut dem vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachten hat Nhat T. die Tat im Zustand einer akuten schizophrenen Erkrankung verübt. Demnach sei er nicht in der Lage gewesen, über Recht und Unrecht seines Handelns zu reflektieren. Aufgrund seiner krankhaften seelischen Störung sei er schuldunfähig, so die untersuchende Ärztin.
Andererseits traue ich Medizinern eigentlich auch ein fachgerechtes Urteil zu... Aber seltsam ist es dennoch.
otternase schrieb:Stutzig macht die Anwälte, dass Nhat T. bis zu der Horror-Tat in Jena niemandem von seinen psychischen Problemen erzählt hatte, weder seiner Freundin noch seiner Familie. In seinem ganzen Leben war er noch nicht ein einziges Mal beim Psychologen.
Manche Leute reden über sowas nicht, aus Scham. Und gehen dann natürlich auch nicht zum Psychologen. Aber dass ein schwerwiegendes psychisches Problem niemandem aufgefallen sein soll, das finde ich ungewöhnlich.
otternase schrieb:Die einzigen Hinweise, dass sich Nhat T. bereits vor Längerem psychisch unwohl gefühlt haben könnte, ergeben sich aus seinen Computerdaten. Kriminaltechniker fanden Google-Anfragen nach „Persönlichkeitsstörung“ und „Zwangserkrankung“. Anfang März 2018, gut ein halbes Jahr vor dem Mord, suchte Nhat T. die Stichworte „AOK psychologische Behandlung“, „Online-Depressionstest“ und „psychische Erkrankungen erkennen“. Er recherchierte zu Medikamenten gegen Angstzustände.
otternase schrieb:Seine Rechercen zum Thema Depressionen Erkrankungen koennen meiner Ansicht nach sehr wohl auch darauf hindeuten, dass er sich vorbereitet hat, eine solche "Rolle" zu spielen.
Wieso? Was haben Depressionen und Angststörungen mit Stimmenhören und unkontrollierter Mordlust zu tun? Absolut gar nichts.


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27.02.2019 um 14:58
Aloceria schrieb:Wieso? Was haben Depressionen und Angststörungen mit Stimmenhören und unkontrollierter Mordlust zu tun? Absolut gar nichts
er hat laut dem Artikel recherchiert im Internet zu den Themen
"Persönlichkeitsstörung“ und „Zwangserkrankung“. Anfang März 2018, gut ein halbes Jahr vor dem Mord, suchte Nhat T. die Stichworte „AOK psychologische Behandlung“, „Online-Depressionstest“ und „psychische Erkrankungen erkennen“. Er recherchierte zu Medikamenten gegen Angstzustände.
das koennte bedeuten, dass er glaubte, darunter zu leiden, es koennte aber auch darauf hindeuten, dass er versucht hat, sich dazu zu informieren, um herauszufinden, ob und wie er dieses faken kann...


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27.02.2019 um 15:02
otternase schrieb:das koennte bedeuten, dass er glaubte, darunter zu leiden, es koennte aber auch darauf hindeuten, dass er versucht hat, sich dazu zu informieren, um herauszufinden, ob und wie er dieses faken kann...
Selbst, wenn er hätte versuchen wollen, Depressionen zu "faken" - was sollte ihm das in diesem Fall bringen? Depressionen haben nix mit Unzurechenbarkeit, Stimmenhören und Wahnvorstellungen zu tun. Hätte er nach Psychosen oder Schizophrenie gegoogled, wäre das was anderes.


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27.02.2019 um 15:12
@Aloceria
er hat doch nicht nur nach "Depressionen", sondern offenbar nach unterschiedlichen psychischen Krankheitsbildern bzw. wie diese erkannt warden, gesucht. "Persoenlichkeitsstoerung" und "Zwangserkrankung" sind doch nun Dinge, die schon recht nahe dem sind, was er nun angibt...


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28.02.2019 um 17:08
die Thüringer Allgemeine berichtet nun noch einige weitere recht interessante Details, die für mich den Eindruck verstärken, dass der Täter hier gezielt versucht, mittels Faken einer psychischen Erkrankung sich aus der Affäre zu ziehen:

Er ist äusserst brutal vorgegangen, aber sehr wohl auch sehr geplant:
Die Staatsanwaltschaft Gera wirft dem Beschuldigten vor, am 24. August 2018 einen Chinesen umgebracht zu haben. Jenen kannte er nur flüchtig aus dem Studentenwohnheim am Spitzweidenweg. Der Germanistikstudent lebte in einer anderen Wohngemeinschaft, fiel aber durch die große Menge Pakete auf, die er empfing.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge, machte sich das der Täter zunutze. Er lockte ihn mit dem Vorwand in sein Zimmer, ein Paket für ihn entgegengenommen zu haben. Unvermittelt habe er von hinten mit einem Stahlhammer auf ihn eingeschlagen. Die Schädel­decke brach mehrfach – die Rechts­medizin diagnostizierte ein Schädel-Hirn-Trauma als Todesursache. Um die Schreie zu übertönen, soll sich der Beschuldigte zuvor eine Lautsprecherbox ausgeliehen und die Musik besonders laut gedreht haben.
auch die Nachtathandlungen deuten darauf hin, dass er durchaus sehr geplant vorging, auch wenn es zunächst nicht so aussah:
Die Ermittler rekonstruierten, dass die Leiche zunächst etwa einen Tag im Zimmer des Mannes lag. Die Mitbewohner waren am Wochenende unterwegs, als er den leblosen Körper in die Badewanne schleppte und mit einem Messer aus seiner Sammlung zerlegte. Unter anderem trennte er die Leber aus, schnitt die Glied­maßen ab und verstaute sie in Plastikbeuteln. Jene schleppte er mit seinem Rucksack durch die Stadt, warf sie im Stadtteil Wenigenjena von einer Brücke in die Saale oder legte sie in Gebüschen ab. Nachts fuhr er mit der Straßenbahn, in der anderen Insassen sein stinkender Rucksack auffiel.
dieses Vorgehen geht meiner Ansicht nach nicht so sehr mit der Annahme eines unzurechnungsfähigen Täters, als eher mit der Annahme eines Mörders aus Habgier einher:
Nach der Tat nahm der Beschuldigte das Handy und den Laptop des Opfers an sich und bestellte unter dessen Identität hochwertige Waren im Internet.
Entgegen erster Meldungen hat sich der Täter zwar selbst gestellt, aber nicht aus eigenem Antrieb:
Die innere Stimme habe nach dem Mord empfohlen, ein Spiel mit der Polizei zu spielen. Doch seine Freundin drängte ihn, sich zu stellen.

Vier Tage später ging der Mann zur Polizei.
Dass er sich auf das Faken einer psychischen Erkrankung vorbereitet hat, darauf deutet insbesondere hin, dass er gleichzeitig sich hinsichtlich der Tötungsmethode als auch hinsichtlich psychischer Erkrankungen mittels Internet informiert hat:
So googelte der Mann im Vorfeld der Tat Fragen zu Tötungsdelikten und beschäftigte sich sehr intensiv mit der fiktiven Romanfigur Hannibal Lecter , der als Serienmörder sein Unwesen treibt. Auch erkundigte er sich im Netz nach psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen und sprach diese auch beim Gespräch mit der forensischen Psychiaterin an.
Und noch mehr deutet darauf hin, dass der Täter tatsächlich darauf spekuliert, nicht ins Gefängnis zu kommen, ihm offenbar also sehr bewusst ist, welche Folgen die Fragen der Zurechnungsfähigkeit hat und er offenbar darauf plant:
Der Beschuldigte macht sich dagegen Hoffnung, auf freien Fuß zu kommen. So schrieb er seiner Freundin, dass er nach dem Prozess eine Urlaubsreise plant.
Wir werden jedenfalls weiter von diesem Prozess hören:
Die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitzenden Uwe Tonndorf verwarf den Plan, die Öffentlichkeit vollständig auszuschließen. Nur beim psychiatrischen Gutachten, dem Sektionsbericht und möglichen Aussagen des Beschuldigten müssen Zuschauer vor der Tür bleiben.


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17.03.2019 um 12:29
Bericht vom nächsten Prozesstag:

https://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Jenaer-Stueckelmord-Wie-der-Beschuldigte-Spuren-verwischen-wol...

Jenaer Stückelmord: Wie der Beschuldigte Spuren verwischen wollte
Beim Sicherungsverfahren nach einem Mord in Jena hat die erste Strafkammer am Freitag die Bilder vom Tatort in den Prozess eingeführt.
...
Auf den ersten Blick herrscht Chaos im Zimmer des Beschuldigten, der in Jena Physik studiert hat.
...
Im Zimmer des Beschuldigten fielen den Ermittlern die vielen Blutspritzer an den weißen Wänden, auf dem Fußboden oder am Regal auf. Laut Antragsschrift hat der Beschuldigte sein Opfer von hinten mit einem Hammer erschlagen. Offenbar wollte er die Spuren beseitigen. Mehrere Packungen Müllsäcke liegen im Zimmer, dazu Einweghandschuhe und Reinigungsmittel. In der Mitte des Raumes steht ein Eimer weiße Wand­farbe, die zum Teil auf dem Boden gekippt ist. Blätter einer ganzen Küchenrolle bedecken den Fleck. Die Ermittler sicherten auch eine kleine Pflanzschaufel, die in den Tagen zuvor zum Einsatz kam, um Leichenteile in der Oberaue zu vergraben. Die Kriminalpolizisten finden auch ein in ein Putztuch eingepacktes Messer. Im Flur, im Bad und in der Dusche entdecken die Ermittler Blutspuren.
für mich ist das ein doch recht deutliches Zeichen dafür, dass der Täter geplant vorgegangen ist und bei der Tat bei Verstand war, also es nicht die Tat eines Unzurechnungsfähigen war, sondern eines kalkulierenden Mörders!

Auch die Auswahl des Opfers war sicher nicht zufällig, dieser hat offensichtlich viele Pakete erhalten und vielleicht auch damit gehandelt (?):
was sich am Zimmer des Opfers aus China zeigt: Darin stapeln sich Kartons von Versandhändlern. Ein Reis- und ein Wasserkocher stehen auf dem Boden, in den Regalen liegen Fahrradteile. Das Bett ist vollgestellt. „Es wirkte eher wie ein Lagerraum als ein Wohnraum“, sagte die Hauptkommissarin.
An der Motivlage "Habgier" sehe ich momentan daher kaum Zweifel.

Die Verhandlung wurde zwischendurch unterbrochen:
Das Gericht muss die Bilderschau unterbrechen, weil der Beschuldigte über Schwindel klagt. Zuvor hatte er gesagt, dass ihm der diesmal kleine Verhandlungssaal mit voll besetztem Publikumsbereich sehr zu schaffen mache. Die forensische Psychiaterin äußert den dringenden Verdacht, dass der Beschuldigte einen Infekt habe.
Ansonsten wurde noch behandelt, wo alles Leichenteile aufgetaucht sind:
Am Vormittag hatte sich das Gericht einen Überblick verschafft, wo im Jenaer Stadtgebiet Leichenteile oder Kleidungsstücke lagen. Demnach gab es Funde an der Wiesenbrücke, in der Oberaue, an der Saale im Paradiespark, im Bereich der Roda-Mündung in die Saale und unterhalb der Lobdeburg. Im November, zweieinhalb Monate nach der Tat, fand ein Bewohner aus Jena-Kunitz im Motorraum seines Fahrzeuges einen Fuß des Opfers. Sein VW Passat hatte drei Tage zuvor nahe der Wiesenbrücke geparkt. Die Polizei vermutet, dass Tiere das Körperteil in das Auto getragen haben.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

28.03.2019 um 15:59
ein weiterer Verhandlungstag, als Zeugin war die Freundin des Beschuldigten geladen, sie war für die Aussage aus Vietnam angereist:

Sie berichtete zunächst zum gemeinsamen Hintergrund:
Die junge Frau hatte ihren Freund noch in der Heimat kennengelernt. 2014 besuchten sie denselben Deutschkurs, um sich auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten. Er sei lustig gewesen und durch sehr gute Leistungen aufgefallen. Sie kamen zusammen, gingen zunächst nach Berlin . Nach Gelegenheitsjobs, etwa als Messer­verkäufer auf dem Oktoberfest, studierten sie in Konstanz am Bodensee . Sie wählte Wirtschaftsinformatik, er Wirtschaftsingenieurwesen. Weil ihr das Programmieren zu schwer fiel und er lieber Physik studieren wollte, wechselte das Paar nach Jena . Er wohnte zunächst in Lobeda und zog an den Spitzweidenweg um. Doch die meiste Zeit verbrachten beide in ihrem Zimmer, ebenfalls in einem Wohnheim beim Saalbahnhof.
weiter berichtet sie zum Zusammenleben:
Seine Freundin beschreibt den Beschuldigten als sehr fleißig im Studium. Deshalb sei mit dem Nebenjob zusammen wenig Zeit für Hobbys geblieben. Für Messer und Münzen habe er sich interessiert. Wenn sie Zeit hatten, schauten sie die Serie Hannibal Lecter . Der Psychiater führt ein Doppelleben als Serienmörder und Kannibale. „Er brachte bei den Filmen mehr Sympathie für die bösen Figuren auf. Hannibal Lecter war sein Idol.“ Ihr Freund habe die Szenen gemocht, wenn jener Menschenfleisch verspeiste.
weiter berichtete sie über die Ereignisse im näheren Kontext der Tat, offenbar war die Tat geplant, denn er gauckelte seiner Freundin vor, an diesem Tag zur Arbeit zu gehen, um dann aber im Studentenwohnheim zu bleiben:

Er berichtete ihr wahrheitsgemäß an jenem Freitag im August 2018, dass eine Tankstelle den erhofften Minijob abgesagt habe, er aber dafür an dem Tag zusätzlich in der Gaststätte aushelfe. Doch während sie zu ihrem Job als Haushaltshilfe ging, tötete er den Chinesen. Er gaukelte ihr auch am Samstag vor, im Restaurant zu arbeiten. Abends kam er erschöpft nach Hause und sprang am Sonntagmorgen um 4 Uhr wieder auf. Auf die Frage, was er vor habe, antwortete er nur: Frühsport!

Zunächst dachte sich die Freundin nichts weiter dabei, hatte sie ihn doch stets versucht, zum Sport zu animieren. Am Sonntag arbeitete er tatsächlich. Der Wirtin fiel auf, dass er Frühlingsrollen als Kostenproben mitgebracht hat. Seine Freundin habe diese schon im Laufe der Woche angefertigt. Er habe an jenem Tag verwirrt gewirkt, berichtet die Chefin. Und weh­leidig sei er mit Verweis auf seine verbundene Hand gewesen.

In der Nacht kehrte er zu seiner Freundin zurück, stand aber wiederum früh auf. Während des „Frühsportes“ beseitigte er erneut Leichenteile, die später in der Saale, im Naturpark Oberaue und unterhalb der Lobdeburg gefunden wurden.
Er hatte dann die Tat seiner Freundin schlussendlich gestanden, die ihn dann dazu brachte, sich der Polizei zu stellen
Schließlich beichtete er ihr nach dem Abendessen die schreckliche Tat. Sie war geschockt und konnte nicht einschlafen. Sie telefonierte mit ihrer Mutter und bat um Rat. Jene empfahl, zur Polizei zu gehen.

Am nächsten Morgen überredete sie ihren Freund dazu. Gegen Mittag stellte sich der Physik­student direkt in der Wache der Jenaer Polizei und gestand den Mord.
zu seinem Motiv sagte die Freundin aus:
Ihn habe der Chinese am Briefkasten ausgelacht, deshalb habe er jenen unter dem Vorwand, ein Paket für ihn angenommen zu haben, in sein Zimmer im Studentenwohnheim am Spitzweidenweg gelockt und dort erschlagen. Anschließend habe er ihn in einen Koffer gepackt und in dessen Appartement gebracht.
Für mich der interessanteste Satz ist der, dass der Täter offenbar selbst die Tat als "gut organisiert" bezeichnete, also als geplant und nicht als spontan oder im Zustand der Schuldunfähigkeit.
Auf ihren Einwand hin, dass die Ermittlungsbehörden in Europa hartnäckig seien und alles herausfänden, habe er sie beruhigt: Er habe alles gut organisiert und die Leichenteile beseitigt, so dass nichts zu entdecken sei.
mein persönlicher Eindruck ist der, dass der Täter sich mit dem Rechtssystem in Deutschland bewusst beschäftigt hat und geplant vorgegangen ist, direkt darauf spekuliert, eine Schuldunfähigkeit vorzutäuschen, in die Psychiatrie zu kommen, um sich nach verhältnismäßig kurzer Zeit dann sich als "geheilt" zu präsentieren und darauf spekuliert, dadurch um eine lange Haftstrafe rumzukommen. Also kurzum, er versucht, das System auszutricksen...

Quelle: https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Hannibal-Lecter-war-sein-Idol-Freundin-des-Angeklag...


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

03.04.2019 um 15:26
Bericht vom nächsten Verhandlungstag:

https://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Jenaer-Stueckelmord-Wie-ein-Ermittler-den-Beschuldigten-dank-Google-Date...

Wie ein Ermittler den Beschuldigten dank Google-Daten „gläsern“ macht

Kurz zusammengefasst: es wird mehr als deutlich, dass nicht etwa psychische Probleme eine Kurzschlusshandlung auslösten, sondern vielmehr ein langfristig geplanter Mord aus Habgier stattfand:
Nach dem Wechsel an die Jenaer Universität im Jahr 2017 sucht der Beschuldigte nach Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Via Suchmaschine gibt er verschiedene Begriffe ein: Kochen, Fotografie, Züchten von Bonsai, studentische Aushilfe, Lotteriegewinn, Buch schreiben oder Hacker sieht er als Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

Parallel dazu tauchen immer wieder Suchbegriffe wie Mord, ungeklärte Mordfälle oder forensische Wissenschaften auf. Er googelt „Ertrunken Jena Saale Grab“ und sucht einen Online-Detektivtest. Auch will er wissen, wieviel Geld Europäer durchschnittlich aufbewahren oder wie man Meisterverbrecher wird. „Die Suchanfragen kamen unvermittelt zwischen Suchbegriffen im Rahmen des Physikstudiums. Das hat mich sehr erschreckt“, sagt Thiel , der fünf Monate lang in fleißiger Kleinarbeit die riesigen Datenmengen zu einem Zeitstrahl strukturiert hat.

...

So können die Verfahrens­beteiligten im Detail nachvollziehen, wie der Beschuldigte die Tat vorbereitet hat. Im Juli 2018, einen Monat vor dem Mord, erkundigt er sich über die Suchmaschine, wie man jemand schnell k.o. schlagen kann und welche Schwunggeschwindigkeit nötig ist. Auch will er wissen, wie man einen Pin fürs Bankkonto ändert und ob die Ermittlungs­behörden Bank- oder Paypal-Konten durchsuchen. Auch ordert er Gummihandschuhe. Zwischendurch beschäftigt er sich immer wieder mit seinem Idol, der Filmfigur Hannibal Lecter .

Vier Tage vor der Tat fragt der Beschuldigte bei Google , wie tief man stechen muss, um das Herz zu erreichen. Er kopiert ein Anatomiebild und legt es auf seinem Handy ab. Er fotografiert den Briefkasten vorm Studentenwohnheim, auf dem auch der Name des späteren Opfers steht. Jenen braucht er, um ein Paket zu fingieren und den Germanistikstudenten in seinem Zimmer in einen Hinterhalt zu locken. Dort erschlägt er den Chinesen mit einem Hammer.

Interessant: Der Ermittler rekonstruierte, dass der Beschuldigte kurz vor der Tat eine hochwertige Canon-Digitalkamera für mehrere Tausend Euro bei Ebay-Kleinanzeigen annonciert hatte. Ihm gehörte aber nur ein minderwertiges Modell. Am Tag des Mordes manipulierte er die Aufnahmedaten einiger Bilder so, dass sie den Stempel der höherwertigen Kamera trugen.

...

Nach der Tat, die sich gegen 16 Uhr ereignete, versucht der Beschuldigte, sich auf dem Laptop des Getöteten anzumelden. Er googelt, wie er dessen Handy entsperren kann. In den Tagen darauf erstellt er ein neues Google -Konto mit dem Namen des Chinesen. Er versucht mit Methoden, die er schon vor der Tat vorbereitet hatte, die Daten aus dem Computer auszulesen.

Der Vietnamese präpariert ein altes Smartphone mit einer Amazon-App und legt ein Konto auf den Namen des Getöteten an. Er bestellt Waren im Wert von 6412 Euro: mehrere Foto­apparate nebst Objektiven, ein digitales Nachtsichtgerät, eine schon lange ins Auge gefasste Armband-Uhr und einen Laptop. Zur Auslieferung kommt der Warenkorb nicht – genauso wie die Bestellung einer weiteren Kamera bei einem Fotofachhändler. Zuvor sichert er sich ab, ob die Polizei solche Bestellungen nachverfolgen kann. Zwischendurch checkt er mehrfach, ob der chinesische Student schon vermisst wird.
auch für die Tatnachbereitung holte der Täter sich Hilfe aus dem Netz:
Die Suchmaschine soll offenbar auch helfen, wie er die Leiche am besten verschwinden lässt. Er fragt, ob der Müll in Jena verbrannt wird, wie das Kanalsystem aufgebaut ist oder woher er Zement bekommt. Da Google zu den Anfragen auch den Standort speichert, rekonstruiert der Ermittler den Weg des Beschuldigten nach der Tat durch die Stadt. Er fährt zu einem Einkaufsmarkt in Jena-Löbstedt und inspiziert dort auffällig die Müllpresse auf dem Hinterhof. Offen ist allerdings noch immer, wo er die Leiche zerstückelt hat.
und dokumentierte sogar die Entsorgung der Leichenteile:
Anhand der Daten der kommenden Tage kann der Kriminaloberkommissar den Polizeitrupps gezielte Hinweise geben, wo es sich lohnt, nach Leichenteilen zu suchen. Teils fehlen die Standortdaten, aber der Beschuldigte hat seinen Weg durch Jena auch mit Smartphone-Fotos dokumentiert.
Summarisch kann ich mich da nur dem Statement der Nebenklage anschliessen:
„Durch den eigenen Datenverkehr des Beschuldigten können wir die Tat sehr plastisch nachvollziehen. Bei der Stringenz des Handeln kann mir niemand erzählen, dass er so krank war, dass er nicht wusste, was er tat“, sagt Stünkel , der mit seinem Kollegen Sebastian Vinzens die Familie des Opfers vertritt. Er zweifle nach diesen Erkenntnissen daran, dass der Beschuldigte wirklich im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat, also weder einsichts- noch steuerungsfähig war.
Offenbar ist sogar dem Täter bewusst, dass er mit der Story der Unzurechnungsfähigkeit nicht durchkommt:
Darauf hat sich der Beschuldigte offenbar innerlich schon eingestellt. Kurz, bevor er sich vier Tage nach der Tat der Jenaer Polizei stellte, tippte er die Suchanfrage: „Wie sieht es in einem Gefängnis aus?“
Am Rande gab es wohl noch ein Geplänkel des Verteidigers gegen den Vorsitzenden, welches aber zur Wahrheitsfindung keinen Beitrag lieferte... Eher lässt das vermuten, dass die Verteidigung bereits jetzt versucht, Revisionsgründe zu schaffen...


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

10.04.2019 um 20:30
ein weiterer Verhandlungstag:

https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Mord-in-Jena-Beim-Zerstueckeln-wie-ein-Raubtier-gef...

Mord in Jena: Beim Zerstückeln „wie ein Raubtier gefühlt“

Thema des heutigen Verhandlungstages waren die Angaben, die der Täter gegenüber der forensische Psychiaterin gemacht hat. Da diese von der inzwischen bekannten Spurenlage zum Teil erheblich abweichen, hat die Nebenklage eine erneute Beauftragung des Digitalforensikers (dessen Aussage letzte Woche stattfand) beantragt, der insbesondere die Diskrepanzen näher betrachten soll.
Gutachterin Helmburg Göpfert-Stöbe hat den Beschuldigten bei drei Terminen befragt, um seine Psyche zu untersuchen. Er berichtete ihr, dass er den später getöteten Chinesen mehrfach am Briefkasten des Studentenwohnheimes getroffen hat. Jener habe „Scheiß Vietnamese zu ihm gesagt“. Er könne aber nicht ganz ausschließen, dass es womöglich seine innere Stimme gewesen sei, von der er die Wort hörte.

Überhaupt spielt diese innere Stimme eine entscheidende Rolle bei der Tat. Er habe sich in Jena miserabel gefühlt, weil er in einer Gaststätte nur 400 Euro im Monat verdient, aber 500 Euro zum Leben brauchte. Da habe er häufiger die Stimme gehört, die ihm sagte, er solle im Internet nachforschen, wie man einen Menschen umbringe. Er sei neugierig gewesen und der Anweisung gefolgt.

...

Beim Warten an der Straßenbahn-Haltestelle glaubt der Student, alle schauen auf ihn. Er hat Angst, zum Psychiater zu gehen, weil er fürchtet, dass er das Physik­studium beenden müsse. Jenes fordert ihn stark, was sich auch beim Notenschnitt von 3,4 zeigt. Dennoch verwirklicht er gern den Traum, dieses Fach in Deutschland zu studieren.

...

Die Stimme habe ihm den Tatplan eingeflüstert. Er solle den Chinesen mit einem fingierten Paket in sein Zimmer locken. „Die Stimme hat gesagt: Schlagen, schlagen.“ Mit dem Hammer zertrümmert der Angreifer den Schädel des Opfers, das zusammenbricht und stirbt.

Nach der Tat hat der Beschuldigte mit der Stimme gekämpft, ob er die Polizei rufen soll. Diese habe das verboten und gesagt, dass er ein Spiel mit der Polizei spielen solle. Drei bis vier Stunden habe es gedauert, den Körper mit einem Messer zu zerstückeln. Die Stimme habe ihn geleitet, Fleisch von den Knochen zu schneiden. In der Toilette zerkleinert er die Stücke weiter.

...

Er habe sich gefühlt wie ein Raubtier. Gegessen habe er aber nichts und auch keinem anderen Körperteile serviert. Der Student verstaut die Körperteile in schwarzen Müllsäcken und trägt sie im Rucksack weg. Darm und Leber habe er in die Saale geworfen. Die anderen Leichenteile habe er das ganze Wochenende weggeschafft und zwischendurch nicht geschlafen.

Die Stimme habe ihm im Übrigen auch gesagt, sich unter dem Namen des Chinesen bei Amazon anzumelden und Kameras zu bestellen. Er habe nicht töten wollen, um sich zu bereichern.
In dieser Schilderung gibt es eine Aussage, die als Lüge bewiesen werden kann, daher hat die Nebenklage weitere Untersuchungen beantragt:
Demnach war der Beschuldigte vormittags am Tattag bei seiner Freundin zu Besuch – und kann nicht, wie gegenüber der Gutachterin geschildert, den Chinesen am Briefkasten getroffen haben. „Wenn er bei solchen Angaben lügt, warum sollte er sich die Sache mit der inneren Stimme nicht ebenfalls ausgedacht haben“, sagt der Jenaer Rechts­anwalt Vinzens . Die erste Strafkammer wird über den Antrag der Nebenklage entscheiden.
Sehr erfreulich ist, dass die Ablenkungs-Nebelkerzen der Verteidigung nicht gegriffen haben:
Die Beisitzerinnen und ein weiterer Richter haben den Befangenheits­antrag gegen den Vorsitzenden Richter Uwe Tonndorf abgewiesen. Jenen hatte Verteidiger Peter Tuppat gestellt.


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

11.04.2019 um 11:31
@otternase

weißt du zufällig, ob die Befragungen des Angeklagten und die Gespräche mit der Gutachterin auf Deutsch geführt werden konnten, oder braucht der Angeklagte einen Dolmetscher?


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Jenaer Stückelmord (Chinesischer Student getötet)

12.04.2019 um 15:34
@eldec
a) der Angeklagte hat in Deutschland mehrere Jahre mit (wenn auch mäßigem) Erfolg studiert und gearbeitet. Seine Sprachkenntnisse sollten daher mehr als ausreichend sein, um sich ohne Dolmetscher zu verständigen
b) dennoch wäre es möglich, dass die Gutachterin vorsichtshalber einen Dolmetscher hinzugezogen hat, um dem Vorwurf, den Angeklagten auf dem Wege der Sprache übertölpelt zu haben, von Anfang an vorzubeugen

Kurz: ich weiß es nicht, in den Artikeln war bislang keine Erwähnung eines Dolmetschers, aber das muss nichts sagen


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