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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

976 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Messer, Sachsen-anhalt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

13.09.2021 um 20:34
Zitat von pannettonepannettone schrieb:und bei kosmetik denke ich unwillkürlich an markenpiraterie… das könnte ein ansatz sein!
Keine schlechte Idee! Zumindest wäre das, ohne dem Opfer etwas zu unterstellen (!), eine Möglichkeit, wie man bei einem harmlosen Produkt wie Kosmetik illegale Geschäfte mit guter Gewinnspanne tätigen könnte.

Aber auch da finde ich es schwierig, den Laptopdiebstahl damit in Verbindung zu bringen. Wollte ein Betrüger an die Kundendaten? Unwahrscheinlich, denn dann müsste er ja auch damit rechnen, dass man ihn fragt, wie er denn an sein Wissen gekommen ist, wenn er irgendwo aufschlägt und sagt: "Ich kann Ihnen das billiger anbieten als Herr H.!"

Und mit dem Diebstahl verhindern, dass ein Betrug auffliegt? Hm, da kann ich mir nicht vorstellen, wie das "Verschwindenlassen" von Daten das verhindern soll.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

13.09.2021 um 21:12
Zitat von Enterprise1701Enterprise1701 schrieb:Enterprise1701 schrieb:
In welchem Szenario ergeben 2 Personen einen Sinn?

Jemand eine Idee?
Losgelöst von diesem Fall, denke ich bei zwei Tätern als erstes an einen Trickdiebstahl. Das sind diese Taten, wo jemand anklingelt und dringend um ein Glas Wasser o.ä. bittet, was man jemandem im Notfall (muss Tablette einnehmen... ) nicht abschlagen kann oder möchte.

Während der Wohnungsinhaber sich in die Küche begibt, um ein Glas Wasser an die Tür zu bringen, huscht ein Komplize in die Wohnung und durchsucht an typischen Versteckorten die Wohnung nach Wertgegenständen. Währenddessen verwickelt der erste Täter (oft auch eine Täterin) das Opfer in ein Gespräch, geschickt die Einsamkeit und das Redebürfnis vieler Menschen ausnutzend.

Passt hier aber irgendwie nicht. Zumindest durchsucht wurde ja nicht viel. Und derartige Täter sind zwar skrupellos, lassen ihre Opfer aber regelmäßig am Leben. Und mir fällt auch kein Vorwand ein, auf den ein junger Mensch wie MH hereingefallen wäre, zumal, wenn ein/e Fremde/r an der Tür ist. Sorry, falls diese Hypothese hier schon einmal besprochen wurde.


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13.09.2021 um 23:24
Zitat von Enterprise1701Enterprise1701 schrieb:In welchem Szenario ergeben 2 Personen einen Sinn?
In jedem Szenario ist eine 2-Täter-Theorie vorstellbar!

Bei einer Beziehungstat wäre es für zwei Täter grundsätzlich ein Leichtes gewesen, in die Wohnung von MH zu kommen. Vor allem wenn MH beide Täter kannte, hätte ja erst einmal nichts dagegen gesprochen, sie hereinzulassen. Und auch wenn MH nur einen von ihnen kannte und den Begleiter oder die Begleiterin nicht, hätte er die beiden möglicherweise eingelassen. Insbesondere wenn es eine für MH plausible Erklärung gab, wer die ihm unbekannte Person war und warum sie dabei war.

Bei den Szenarien "Eskalation mit einem Stricher" oder "missglückter Raubüberfall" hätten zwei Täter sich vielleicht etwas einfallen lassen müssen, um beide in die Wohnung zu gelangen. Aber auch hier ist eine 2-Täter-Theorie ohne Weiteres denkbar.


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14.09.2021 um 08:37
Zitat von KieliusKielius schrieb:Bei einer Beziehungstat wäre es für zwei Täter grundsätzlich ein Leichtes gewesen, in die Wohnung von MH zu kommen.
Das könnte vielleicht auch die Diskrepanz zwischen freiwilligem Türöffnen einerseits und der Brutalität und Grausamkeit der Tat andererseits erklären. Stellt man sich zwei Personen vor, würde, ähnlich dem oben von mir erwähnten Trickdiebstahl, ein Täter als "Türöffner" fungieren, der andere als brutaler Meuchelmörder.

Der Part, der an der Türe läutet, würde als freundlich, nicht bedrohlich wahrgenommen, der andere Part (der sich ein Messer in der Küche greift) wäre vielleicht allein nicht ohne weiteres in die Wohnung gelassen worden.

Unter dieser Annahme könnte man Überlegungen anstellen, wie das mörderische Duo zusammen gesetzt gewesen sein könnte:

  • Frau und Mann
  • Jugendliche(r) und Erwachsene(r)
  • Einheimische(r) und Fremde(r)
  • leibliches Kind und Stiefvater
  • Ex-Partnerin und Abkömmling
  • ...

Dieses Szenario könnte dann beinhalten, dass der "Türöffner" über das wahre Motiv (Tötung des Opfers) zuvor gar nicht im Bilde war und beispielsweise glaubte, es gehe "nur" um einen Trickdiebstahl oder es gelte, dem Opfer eine Überraschung, ein Geschenk zu bereiten - anders wäre der "Türöffner" vielleicht gar nicht zur Teilnahme bereit gewesen und wäre beim "öffnenden Gespräch" nicht so arglos erschienen.


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14.09.2021 um 08:44
Nicht zu vergessen, dass dieser Personenkreis auch Kenntnis der EC Pinnummer hatte.


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14.09.2021 um 09:31
Aber so einen arglosen "Türöffner" kann ich mir nicht vorstellen. WElche Art von Verbindung sollte er zu der - ihn über die waren Motive täuschenden - Person haben, dass er/sie seit 2006 dicht hält und nicht einmal anonym bei der Polizei einen Hinweis platziert.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 10:37
Zitat von orakel09orakel09 schrieb:Aber so einen arglosen "Türöffner" kann ich mir nicht vorstellen. WElche Art von Verbindung sollte er zu der - ihn über die waren Motive täuschenden - Person haben, dass er/sie seit 2006 dicht hält und nicht einmal anonym bei der Polizei einen Hinweis platziert.
Vielleicht doch ein Trick a la: DHL, Päckchen zum Valentinstag? Oder: Blumenservice....

Einfacher geht es doch gar nicht, um in ein Haus zu kommen. Ich kann das aus wirklich eigener Erfahrung sagen. Also nicht, dass ich klingle aber dass bei mir ( Mehrfamilienhaus, Altbau ) geklingelt wird. Es wird viel zu oft arglos auf den Türöffnerknopf gedrückt. Da nehme ich mich nicht aus. Für mich wäre das von mir geschilderte Szenario daher durchaus möglich.

Gefahr für den / die Täter: Sie hätten beim Eintreten ins Haus oder im Treppenhaus zufällig von einem Nachbarn gesehen werden können. Aber vielleicht hätte man dann einfach freundlich gegrüßt und wäre wieder von dannen gezogen.

ABER, das erkenne ich selbst, passt das nicht ganz zu dem Fall. Es ging hier nicht primär um Diebstahl. Wenn es den Tätern um Geld und Wertsachen etc. gegangen wäre, dann hätte es gereicht, MH zu knebeln und zu fesseln. Die Wohnung zu durchsuchen und alles mitzunehmen, was gefunden werden kann. Dem war aber nicht so.

Der Hauptaugenmerk scheint hier tatsächlich auf der Tötung bzw. Übertötung zu liegen. Der Mörder war dazu beauftragt. Ich glaube nicht, dass jemand, dem MH "auf den Schlips" getreten ist, eine solche Tat selbst ausgeführt hat.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 11:23
Zitat von orakel09orakel09 schrieb:Aber so einen arglosen "Türöffner" kann ich mir nicht vorstellen. WElche Art von Verbindung sollte er zu der - ihn über die waren Motive täuschenden - Person haben, dass er/sie seit 2006 dicht hält und nicht einmal anonym bei der Polizei einen Hinweis platziert.
Familiäre Bande könnte ich mir vorstellen. Egal, wie schockierend die Tat auch wäre, seine Verwandtschaft würde man vielleicht dennoch nicht anschwärzen wollen. Zudem muss die Tat zunächst gar nicht überregional bekannt gewesen sein, so dass der "Türöffner" vielleicht bei Tatausführung schon wieder weg war und aus der Entfernung erst spät oder gar nicht von der Folgetat erfahren hat.

Ich weiß aber nicht, ob diese Annahme in das Bild der Zeugenwahrnehmungen passt.

Bei einem anonymen Hinweis riskiert der "Türöffner" natürlich auch seine eigene Enttarnung und Strafverfolgung. Das Gericht muss ihm ja seine Ahnungslosigkeit hinsichtlich der beabsichtigten Haupttat nicht unbedingt glauben.
Zitat von KlarmannKlarmann schrieb:Der Mörder war dazu beauftragt. Ich glaube nicht, dass jemand, dem MH "auf den Schlips" getreten ist, eine solche Tat selbst ausgeführt hat.
Gegen einen Auftragsmord spricht aber die "unnötige" Brutalität und das hohe Risiko, das Opfer bei sich zu Hause aufzusuchen. Zumal der Täter in einer Wohnung schwer zu beseitigende Spuren hinterlässt und die Tat womöglich schnell entdeckt wird.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 11:54
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Gegen einen Auftragsmord spricht aber die "unnötige" Brutalität und das hohe Risiko, das Opfer bei sich zu Hause aufzusuchen. Zumal der Täter in einer Wohnung schwer zu beseitigende Spuren hinterlässt und die Tat womöglich schnell entdeckt wird.
Ich weiß nicht. Es ist alles so ominös. So, als wenn es sich gleichzeitig um mehrere Kriminalfälle handeln würde. Daher kommt für mich halt auch ein Auftragsmord infrage.

Das Übertöten wurde ja vor einigen Seiten schon mal angesprochen. Ohne dass ich vorher davon wusste, kam mir beim Lesen bzw. Sehen des Falles in AZXY sofort der Impuls, dass es ein junger Mann gewesen ist, der da so brutal agierte.

Hier nochmal der Link Wikipedia: Übertötung

Das nehme ich hier auf jeden Fall auch an. Ein junger Mann. Vielleicht so um die 20.
Aber auch jemand, der total wütend und verzweifelt war.


Aber warum durchsuchte der Täter die Wohnung nicht? Nahm offensichtlich Bares nicht an sich sondern klaut nur die EC Karte, um einen relativ kleinen Gesamtbetrag abzuheben, wobei er sogar noch hätte entdeckt werden können?

Oder war es doch ein Stricher, der von MH gedemütigt wurde? Oder jemand, der in MH verliebt war und dessen Liebe nicht erwidert wurde? Der austickte, als ihm MH sagte, er solle verschwinden?

Erstaunlich ist aber für mich, dass keine Spuren vom Täter gefunden wurden. Was mich auch wundert ist, dass der Täter ein Messer aus MHs Bestand nahm und gar nicht mal ein eigenes Mordwerkzeug mit sich führte. Wollte er MH ursprünglich gar nicht töten? Vielleicht ihn tatsächlich nur besuchen und der Besuch artete in einen Streit aus, bei dem sich der Täter das Messer aus der Küche holte und in großer Wut zustach?

Vielleicht schuldete MH dem späteren Täter Geld, das er endlich von ihm haben wollte aber MH tat nicht dergleichen? Siehe oben. Wut / Verzweiflung. Immense Rage.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 13:16
Zitat von KlarmannKlarmann schrieb:Erstaunlich ist aber für mich, dass keine Spuren vom Täter gefunden wurden.
Man hat zwar vom Täter keine Spur in dem Sinne, dass man nicht weiß, um welche Person es sich handelt. Täterspuren scheint man aber sehr wohl zu haben:
Die Kripo findet eine Menge Spuren, darunter auch DNA-Material.
Quelle: https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/der-valentins-mord-von-magdeburg-426331

Insofern wäre die Überführung eines Tatverdächtigen wohl möglich - man darf also folglich davon ausgehen, dass die Polizei zum Zeitpunkt der AZ XY Sendung tatsächlich keinen Verdächtigen im Auge hatte. Und weiterhin muss man davon ausgehen, dass der Täter noch nicht mit ähnlich gelagerten Delikten aufgefallen ist. Also jedenfalls nicht mit Delikten, die einen entsprechenden Abgleich zulassen würden.

Es könnte auch sein, dass sich der Täter einigermaßen sicher fühlte, mit der Tat nicht in Verbindung gebracht zu werden - ansonsten gibt es ja schon mehr oder minder probate Mittel, die Spurensuche zu erschweren.

Man kann von Glück reden, dass der Täter nicht etwa auf die Idee einer Brandlegung gekommen ist- Gründerzeithäuser mit ihren Holztreppenhäusern und den oft nur schuttgefüllten Zwischendecken werden schnell zur tödlichen Falle für die Bewohner.


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14.09.2021 um 16:43
@sallomaeander
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Gegen einen Auftragsmord spricht aber die "unnötige" Brutalität
Diese Feststellung leuchtet mir nicht ein. 'Auftragsmord' bedeutet ja nicht notwendigerweise die Beauftragung eines Profikillers; ein Amateur wäre ja genauso möglich.

Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: auch ich glaube nicht an einen Auftragsmord.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 17:17
Zitat von SeefahrerSeefahrer schrieb:Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: auch ich glaube nicht an einen Auftragsmord.
Mittlerweile und nach Überlegung glaube ich auch nicht mehr an einen Auftragsmord sondern daran, dass eine Situation eskalierte. Ich hatte nicht richtig nachgedacht.

Denn wenn es ein Auftragsmord gewesen wäre, hätte der Täter sicherlich seine Tatwaffe mitgebracht und nicht ein Messer aus der Küche des Opfers benutzt.

Der Täter scheint sehr gekränkt und wütend gewesen zu sein.


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14.09.2021 um 17:40
Das rätselhafteste an dem Fall für mich ist, dass es augenscheinlich eine Beziehungstat war und man DNA hat. Wie kann es dann sein, dass man nach so langer Zeit keinen Täter gefunden hat? Man sollte ja annehmen, dass die Leute im Haus und auch der Freundeskreis zu Hause DNA Proben abgegeben haben.

Deshalb ist die Polizei wahrscheinlich so erpicht darauf, noch weitere Bekannte ausfindig zu machen. Wie geheimnisvoll kann das Leben eines Kosmetikvertreters sein, dass keiner weiß, mit wem er seine Freizeit verbrachte?


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 17:51
Straftäter geben Dna ab und wird der DNA Datenbank gespeichert. Ansonsten ist Abgabe freiwillig oder bedarf eines Beschlusses , dann muss aber ein Verdacht vorliegen. Ich denke nicht, dass alle Nachbarn, Bekannte und Freunde eine DNA Probe abgaben


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 18:03
@Enterprise1701
Wer aber gefragt wird und es nicht tut, wird als verdächtig eingestuft. So hat es schon manchen Täter erwischt, der aus Verlegenheit seine DNA bei einem Reihentest abgegeben hat. Leider weiß man nicht, ob so einer gemacht wurde, wäre aber naheliegend.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 19:50
Zitat von KlarmannKlarmann schrieb:Was mich auch wundert ist, dass der Täter ein Messer aus MHs Bestand nahm und gar nicht mal ein eigenes Mordwerkzeug mit sich führte. Wollte er MH ursprünglich gar nicht töten? Vielleicht ihn tatsächlich nur besuchen und der Besuch artete in einen Streit aus, bei dem sich der Täter das Messer aus der Küche holte und in großer Wut zustach?
Ich denke auch nicht, dass der Täter mit Tötungsabsicht kam. Vermutlich wurde das Opfer im eigenen Selbstbild sehr gekränkt, und reagierte dann unverhältnismässig mit dem Gewaltausbruch. Sehr plausibel finde ich die Vorstellung von jemand, der zuvor traumatisiert war, und eine sehr niedrige Schwelle für Kränkungen hatte, und daher (z.B. über eine Zurückweisung o.Ä.) komplett ausrastete. Ich weiss ja nicht wie der Ablauf der Verletzungen war, könnte mir aber vorstellen, dass der Täter erst die Stiche verursachte, und dann den finalen Kehlenschnitt, weil er das Opfer nur noch tot sehen wollte. Das könnte schon auch etwas von einer Art Psychose o.Ä. haben, oder?


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 20:11
Zitat von Enterprise1701Enterprise1701 schrieb:Straftäter geben Dna ab und wird der DNA Datenbank gespeichert.
Die DNA-Analyse kann zwar aus Anlass prinzipiell jeder Straftat durchgeführt werden, also z.B. um Spuren zuordnen zu können:
In einem laufenden Ermittlungsverfahren ist die Entnahme von Körperzellen von Verdächtigen oder Beschuldigten und deren molekulargenetische Untersuchung zur Erstellung eines so genannten DNA-Identifzierungsmusters zulässig, um festzustellen ob eine aufgefundene Spur von ihnen stammt (§ 81e Abs. 1, § 81a Abs. 1 StPO). Anlass kann grundsätzlich jede Straftat sein, es muss also nicht ausdrücklich ein Verbrechen von erheblicher Bedeutung, wie zum Beispiel Mord, vorliegen, um eine DNA-Analyse durchführen zu können
Quelle: https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/die-rechtliche-grundlage-der-dna-analyse

Wenn man aber das Ergebnis für zukünftige Fahndungen speichern will, müssen in Deutschland schon ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Es geht um die Schwere der Tat und die Prognose, ob der Täter auch zukünftig straffällig werden wird:
Die Durchführung einer DNA-Analyse und die Speicherung des DNA-Profils in der DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamtes zum Zwecke der Verwendung in künftigen Strafverfahren ist zulässig, wenn eine Straftat von erheblicher Bedeutung (zum Beispiel Mord oder Erpressung) begangen wurde sowie seit April 2004 auch bei jeder Sexualstraftat. Zudem muss zu erwarten sein, dass der Beschuldigte auch künftig in erheblichem Maße straffällig werden wird. Zur Erstellung dieser so genannten qualifizierten Negativprognose sind die Art oder die Ausführung der Tat sowie die Persönlichkeit des Beschuldigten zu berücksichtigen. Zur Speicherung des DNA-Identifzierungsmusters bedarf es eines richterlichen Beschlusses. (§ 81g StPO in Verbindung mit dem DNA-IFG)

[ ... ]

Gleiches gilt für bereits verurteilte Straftäter, die ihre Haftstrafe gerade verbüßen oder deren Straftaten im Bundeszentralregister (Strafregister) noch immer aufgelistet sind.
Quelle: https://www.gen-ethisches-netzwerk.de/die-rechtliche-grundlage-der-dna-analyse

Es ist also nicht unbedingt gesagt, dass eine Täter-DNA, beispielsweise aus Autoaufbrüchen, auch nach Verurteilung des Täters für einen Abgleich zur Verfügung steht. Tätern mit einer günstigen Sozialprognose (oder wenn ihre Taten nicht schwer genug waren) dürfen also durchaus damit rechnen, dass ihr DNA-Profil nicht in den Datenbanken landet.

Gut möglich, dass der Täter in unserem Fall so durchs Raster fiel. Er also durchaus schon strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, aber in einem anderen, weniger schweren Deliktsbereich.

In Amerika hat man ja ganz andere Möglichkeiten, wie der Fall des Golden State Killers zeigt. Dort kam man über die Verwandtschaft dem Gesuchten auf die Spur - in Deutschland kaum denkbar.


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Mord an Matthias H. in Magdeburg am Valentinstag 2006

14.09.2021 um 20:22
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:könnte mir aber vorstellen, dass der Täter erst die Stiche verursachte, und dann den finalen Kehlenschnitt, weil er das Opfer nur noch tot sehen wollte. Das könnte schon auch etwas von einer Art Psychose o.Ä. haben, oder?
Warum sollte das auf eine Psychose hindeuten? (Psychose = krankhafte Wahnvorstellungen)
Natürlich könnte man auf die Idee kommen, dass jemand, der zu einer so bestialischen Tat in der Lage ist, eine schwere psychische Erkrankung haben muss.
Das muss aber keineswegs der Fall sein, denn wie du selbst vorher richtig geschrieben hast:
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Vermutlich wurde das Opfer im eigenen Selbstbild sehr gekränkt, und reagierte dann unverhältnismässig mit dem Gewaltausbruch.



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14.09.2021 um 20:22
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:und dann den finalen Kehlenschnitt,
Bei Gewalt gegen den Hals geht es oft einfach darum, dass die Person aufhört zu schreien. Wobei ein Kehlenschnitt wohl nicht von Zartbesaiteten durchgeführt wird.


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14.09.2021 um 20:27
Zitat von FritzPhantomFritzPhantom schrieb:Wie geheimnisvoll kann das Leben eines Kosmetikvertreters sein, dass keiner weiß, mit wem er seine Freizeit verbrachte?
Das hat ja wohl weniger mit dem Beruf als "Kosmetikvertreter" zu tun als mit den Lebensumständen von MH: Dass er eben weit weg von seinem sozialen Umfeld in seiner Neubrandenburger Heimat unter der Woche allein in Magdeburg lebte und dort außerhalb der Arbeit nur wenig Sozialkontakt hatte.


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