VanPutten schrieb: Versagen technische Systeme, organisatorische Abläufe - oder beides? Oder setzt der Coup genau darauf, dass menschliche Routine und Fehlannahmen ausgenutzt werden?
Vielleicht auch das ausgenutzt, dass verschiedene Systeme nur für verschiedene Bereiche zuständig sind. Beispiel: In den 70er Jahren lebte unser Hausmeister in unserer Schule - vom Fehlalarm bis zum Verdacht des Einbruchs ist er als "übergeordnete Stelle" erst mal ausgerückt. Wenn nun die Feuerwehr ausrückt, schaut sie ja nur, ob es brennt. Was mich allerdings wundert: Die meisten Industrie- und Wirtschaftsgebäude haben doch inzwischen sehr dezidierte Brandmeldeanlagen, um den vermeindlichen Brandherd direkt anzusteuern. Bei uns an der Schule gab es letzten Sommer einen Fehlalarm (Überhitzung), da kommt die Feuerwehr und sagt: Hütchen 36/1/xz hat Alarm ausgelöst. Gleichzeitig schaut der Hausmeister. Wenn es da so gewesen wäre, wären sie doch schnell im Schließfachbereich gewesen.
brigittsche schrieb:Eine Quelle für diese Zahl nennt die BILD aber nicht. Woher will man denn wissen, was da wirklich in den Schließfächern gelegen hat?
Weiß man doch mitunter selbst nicht: die Perlenkette der Oma, die Münzsammlung des Großvaters ...
brigittsche schrieb: Allerdings kann man wohl annehmen, dass da einige Kunden auch Geld gelagert hatten, von dem niemand etwas wissen sollte - sprich: Schwarzgeld.
Ganz bestimmt. Oder auch "Umgehen von Reglementierungen, d.h. die Oma bringt Geld auf die Seite, dass sie im Falle eines Pflegefalles nicht mit dem gesamten Vermögen einstehen muss, sondern die Kinder auch noch was erben, die dann das Geld schon mal in ihrem Namen lagern". Das ist glaube ich durchaus auch ein Motiv.
Lanza schrieb: Und an Wertgegenständen wird vermutlich Gold und Schmuck gelagert sein... Und dann einfach mal auf die Goldpreisentwicklung schauen...
Ja, allerdings muss ich das dann erst wieder unter die Leute bringen, ohne mich verdächtig zu machen. Gold ohne Herkunftsnachweis kann schwierig zu veräußern sein.
m.A.o schrieb:Was mich weiterhin sehr stutzig macht, sind die fehlende Bilder (selbst BILD hat offensichtlich keine) vom
Das macht mich nun nicht stutzig. Ich gehe davon aus, dass nicht jede Sparkasse ein eigenes Sicherheitssystem hat, sondern eben viele Gebäude eins. Wenn da nun Bilder veröffentlicht werden, macht es das viel einfacher, dass es in Zukunft ähnliche derartige Taten gibt. Ich habe in grauer Vorzeit mal ein Praktikum bei der Bank gemacht, da war es so, dass Azubis und Praktikanten gar nicht in den Schließfachbereich durften, damit keine Infos weitergeben werden können.
RogueSix schrieb:Es wird sich vorliegend sicherlich nicht um eine Brandmeldeanlage (BMA) gehandelt haben, die direkt bei der Feuerwehr aufgeschaltet gewesen ist, denn die Feuerwehr lässt sich grundsätzlich nicht abwimmeln und da wird jedem Brandalarm akribisch nachgegangen bis zum Abschluss, der darin besteht, dass ein problematischer Brandmelder entweder abgeschaltet oder die BMA nach Alarmrücksetzung wieder in Betrieb genommen wird.
Da bezahlt man dann aber jeden Fehlalarm, daher kann es durchaus sein, dass es da noch eine Zwischenstelle gibt oder die Lösung, dass ein Hütchen z.B. einen Hausmeister alarmiert und mehrere Hütchen die Feuerwehr.
brigittsche schrieb:Oder aber: Man räumt zur Sicherheit auch die Schließfächer der eigenen Leute aus, damit nicht auffällt, wer nicht beklaut wurde.... Den Inhalt kann man dann ja an der richtigen Stelle abgeben.
Auch schlau.
HolzaugeSHK schrieb:Vielleicht haben die Täter zur Tarnung sogar selbst dort ein Schließfach? So könnten sie ja total unkompliziert an Informationen über die baulichen und sicherheitstechnischen Gegebenheiten erlangt haben!?
Siehe oben: Es ist anzunehmen, dass sie da irgendwelche Insiderinformationen haben.