Verdacht auf Tötung durch eigene Mutter: Säugling in Renningen tot aufgefunden
um 10:59Als Nachbar kann man ja richtige Beobachtungen machen, einfach weil man einen gesunden Menschenverstand hat und eine gewisse Beobachtungsgabe - dazu muss man nicht unbedingt Fachkraft sein. Wenn sich Dinge für normal kompetente Menschen falsch anfühlen, dann wird da was dran sein. Dass man hinterher, im Wissen, was geschehen ist, die Beobachtungen nochmal ganz anders wichtet, ist auch ein völlig normaler psychologischer Prozess. Den braucht man diesen Leuten nicht vorzuwerfen. Meine Bemerkung dazu, es wäre wahrscheinlich hilfreicher gewesen, wenn das JA den gleichen Wissenstand gehabt hätte, ist erstmal völlig neutral gemeint. Ich merke aber auch, wie solche Themen das Potential haben, Diskussionen darüber emotional aufzuheizen. Das kenne ich aus dem Alltag, wenn man sowas untereinander diskutiert, auch nicht anders. Da muss man sehr nüchtern vorgehen und anhand standardisierter Bögen die Informationen, die man hat, zusammentragen. Ggf. auch sehen, wo einem noch Informationen fehlen und diese noch versuchen einzuholen, bevor man dann zu einer Bewertung kommt.
Wenn diese Nachbarn wussten, dass die Familie Kontakt zum JA hat, hätte auch durchaus sein können, dass sich diese Leute dann denken, das JA müsste das ja sowieso schon wissen - also kein Grund, die Nachbarschaftsbeziehungen zu gefährden. Das Kind war nicht sehr alt geworden - das heißt aber auch, dass man noch gar nicht so viel Zeit hatte. Das sind tragische Fälle, die sich glaube ich nicht immer vermeiden lassen werden.
Ich habe öfter mit Familien zu tun gehabt, die eine solche Meldung über Nachbarn am Halse hatten. Für die Familien war nicht selten die Frage wichtiger, wer sie da angeschissen hat, anstatt konstruktiv mitzuüberlegen, wo man Unterstützung gebrauchen könnte. Nicht selten kam als erstes die Frage auf, man müsse doch aus diesem feindlich gesinnten Umfeld erstmal wegziehen. Aber auch diese Abwehrprozesse sind völlig normal. Es geht dann erstmal darum, gemeinsam Vertrauen zu entwickeln, und dafür braucht man Zeit. Die fehlt im System nicht selten.
Wenn diese Nachbarn wussten, dass die Familie Kontakt zum JA hat, hätte auch durchaus sein können, dass sich diese Leute dann denken, das JA müsste das ja sowieso schon wissen - also kein Grund, die Nachbarschaftsbeziehungen zu gefährden. Das Kind war nicht sehr alt geworden - das heißt aber auch, dass man noch gar nicht so viel Zeit hatte. Das sind tragische Fälle, die sich glaube ich nicht immer vermeiden lassen werden.
Ich habe öfter mit Familien zu tun gehabt, die eine solche Meldung über Nachbarn am Halse hatten. Für die Familien war nicht selten die Frage wichtiger, wer sie da angeschissen hat, anstatt konstruktiv mitzuüberlegen, wo man Unterstützung gebrauchen könnte. Nicht selten kam als erstes die Frage auf, man müsse doch aus diesem feindlich gesinnten Umfeld erstmal wegziehen. Aber auch diese Abwehrprozesse sind völlig normal. Es geht dann erstmal darum, gemeinsam Vertrauen zu entwickeln, und dafür braucht man Zeit. Die fehlt im System nicht selten.


