Edna schrieb:
megavolt schrieb:Enge Wohnverhältnisse und ständig lauter Streit ist auch schon ein dicker Hinweis für Kindeswohlgefährdung. Da muss ein Kind nicht noch zusätzlich geschlagen werden, unterernährt oder ungepflegt sein.
Enge Wohnverhältnisse (was auch immer das bedeuten soll) alleine sind erstmal überhaupt kein Grund, eine Kindeswohlgefährdung anzunehmen.
Da hast Du völlig Recht. Das habe ich aber auch nicht behauptet. Du zitierst mich ja richtig. Das "und" ist kein Aufzählungs-UND. Das ist ein Verknüpfungs-UND. Wenn sich Eltern ständig streiten UND das ganze in einer engen Wohnung passiert, dann wird dem Kind in dem Moment gar nichts anderes übrig bleiben, als das ganze mitzubekommen - wenn es nicht gerade in KiTA oder Schule ist. Wie soll sich da ein Kind seelisch normal entwickeln? Welche Bindung soll es zu den Eltern entwickeln können, wie wird es mal seinen Loyalitätskonflikt lösen, wie sicher kann es sich währenddessen bei seinem Spiel fühlen, wie soll es die Mutter während eines solchen Streits schaffen, auf Signale des Kindes zu reagieren, etc., pp. Selbst wenn es nicht ein einziges Mal dabei geschlagen werden sollte? Viel mehr brauchts doch nicht, um Störungen zu entwickeln.
Wenn mir Eltern berichten würden, dass sie sich ständig laut streiten, ist es halt anders zu bewerten, wenn sie in einem zweiflügeligen Schloss wohnen, sich im einen Flügel streiten und im anderen das Kindermädchen das Kind hat, als wenn sie das Ganze in einer Ein- oder Zweiraumwohnung austragen.
Edna schrieb:Du kritisiert hier ziemlich deutlich,.dass deiner Meinung nach Anzeichen nicht gesehen oder ernstgenommen wurden.
Falsch. Ich habe geschrieben, dass das JA diese Informationen, die die Nachbarn hatten, wohl nicht hatte. Sonst hätte man eigentlich schon zu einer anderen Beurteilung kommen können. Ich weiß nicht, ob das JA die Rahmenbedingungen eruiert hatte und welche Informationen ihnen die Mutter dazu gegeben hat. Ich vermute aber, dass es vielleicht günstiger gewesen wäre, die Nachbarn hätten ihre Beobachtungen statt hinterher der BILD vorher dem JA mitgeteilt.
Wie genau die Zusammenarbeit zwischen Mutter und JA überhaupt aussah, dazu wird man vielleicht noch was hören. Ev. wars so, dass es genau einen Termin beim ASD gab und die Mutter dort ein Anliegen formuliert hatte. Welches? Wissen wir ja nicht. Das kann von "ich wollte mich mal erkundigen, auf was ich in der Situation ein Anrecht habe" (> kurzes Informationsgespräch, Verweis an Frühe Hilfen) über "ich bräuchte einen neuen Kühlschrank und einen Wickeltisch" (Information, nicht zuständig, Verweis an Sozialamt, Verweis an Frühe Hilfen für Beratungsangebote) bis "ich fühle mich in der Situation überfordert, weil..." (Verweis an Frühe Hilfen, weitere Termine geplant) alles sein. Und was die Frühen Hilfen hier genau beinhalteten, dazu habe ich auch noch nichts Offizielles gelesen. Aber anscheinend konnte es das Drama ja nicht vermeiden.