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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

41 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Aktenzeichen Xy, Allgemein, Filmfälle ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

06.10.2026 um 21:19
... was wir daraus lernen können und was nicht.

Hallo liebe „Gemeinde“,

als langjähriger XY-Zuschauer und auch hier schon eine Weile dabei, manchmal schreibend, häufig lesend, würde ich gerne eine Diskussion anstoßen, sofern sie von allgemeinem Interesse ist.

Mir fällt immer wieder auf, wie sehr man sich bei der Analyse von Fällen auf den Filmbeitrag von Aktenzeichen XY fokussiert. Auf der einen Seite ist das natürlich logisch, weil es in der Regel die wichtigste und vermeintlich auch sicherste Quelle für Informationen über einen Fall ist.

Auf der anderen Seite hat sich in der Vergangenheit sehr häufig gezeigt, dass die Darstellungen recht weit von der Realität entfernt waren, sei es aufgrund der damaligen Fakten, Zeugenaussagen oder was auch immer.

Daher möchte ich als prominenten Fall den Mord an Jutta Hoffmann „Waldbad Lindenfels“ ins Feld führen, wo sich im Nachhinein sehr vieles aus dem damaligen Filmbeitrag als unwahr herausgestellt hat. Der verlorene Schuh, die mysteriösen Ausländer, der Schrei, der dort gar nicht gehört werden konnte, all das hat es nie gegeben.

Ich hoffe, ihr habt Lust, euer Wissen und eure Erfahrungen einzubringen, um einmal aufzulisten, wo die Filmfälle richtig lagen und wo nicht. Ebenso was man aus den einzelnen Fällen lernen kann und noch viel interessanter: Was sind eure Interpretationen dazu, wieso was und wann berichtet wurde.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

06.10.2026 um 21:39
Zitat von Pitmaster_CPitmaster_C schrieb:Auf der anderen Seite hat sich in der Vergangenheit sehr häufig gezeigt, dass die Darstellungen recht weit von der Realität entfernt waren, sei es aufgrund der damaligen Fakten, Zeugenaussagen oder was auch immer.
Naja, aber das liegt doch in der Natur der Sache: Wenn die Ermittler zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas annehmen, dann kommt das natürlich auch so in dem Film vor.

Und wenn sie sich später rausstellt, dass z. B. ein Phantombild nichts taugt oder ein Zeuge sich einfach geirrt hat, dann ist der Film dann zwar "falsch", aber das liegt nur daran, dass man eben später neue Erkenntnisse hat, die nun mal gezeigt haben, dass die frühere Annahme nicht zutreffend war.

Das krasseste Beispiel ist ein Fall, in dem eine junge Frau behauptet hat, sie wäre von drei Männern entführt und vergewaltigt worden, was man alles mit großem Aufwand nachgestellt hatte und wo Eduard Zimmermann ganz empört war - und später kam dann heraus, dass sie sich das alles nur ausgedacht hatte, weil sie nicht zugeben wollte, dass sie das Geld, das die drei angeblich geraubt hatten, einfach verloren hatte.

https://www.wikixy.de/Sendung_vom_07.02.1992#Entf%C3%BChrung_und_Sexualverbrechen_an_junger_Frau_(%22Dreit%C3%A4giges_Martyrium%22)


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

06.10.2026 um 22:02
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Das krasseste Beispiel ist ein Fall, in dem eine junge Frau behauptet hat, sie wäre von drei Männern entführt und vergewaltigt worden, was man alles mit großem Aufwand nachgestellt hatte und wo Eduard Zimmermann ganz empört war - und später kam dann heraus, dass sie sich das alles nur ausgedacht hatte, weil sie nicht zugeben wollte, dass sie das Geld, das die drei angeblich geraubt hatten, einfach verloren hatte.
Ja, auch ein Fall den ich vor Augen hatte, gut das Du den zittierst, er hat mich damlas tatsächlich sehr bewegt, aufgrund der prägnanten Darstellung.

Es geht mir aber mehr darum, einmal darzustellen, welche Fälle in welchem Kontext wie dargestellt wurden. Wo war das präzise, gerade im aktuellen Kontext,

Und wo waren Abweichungen, oder wo war es wirklich treffend.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

06.10.2026 um 22:19
das amy lopez video aktenzeichen 2025 war outstanding, ungewöhnlich, anders, genial.
so richtig "twin peaks" .. nein, besser..

mal ganz was anderes, als der typische oft nervige aktenzeichen film: "maaamaa.. ich hab hunger" [türen knallen] "es ist 8 uhr in humptybumpty" ..

die beiden 2025er beiträge von amy lopez (koblenz, ehrenbreitstein burg) und zuvor im mai 2025 pommerening (köln, bochum) fand ich filmisch und darstellerisch geradezu grandios.
beides fälle, die nach einer OFA-analyse (neu) vorgestellt wurden, meine ich.

und dann.. tja dann läuft da in Koblenz so ein oller unterbelichteter frauenpöbler auf, mit rollator, uralt, und das war angeblich sein einzigster mord. und er ganz allein.
sah aus, als wäre ihm das alles sowas von scheissegal da im gerichtssaal..

also die diskrepanz zwischen
- täterprofil im aktenzeichen video
- täter in der realität
war geradezu monströs ..

trotzdem sind das die besten aktenzeichen-filme, die ich je gesehen habe.
muss ich nochmal anschauen..

könnten die öfter machen.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

06.10.2026 um 22:35
bei amy lopez gab es tatsächlich einige abweichungen.

im rahmen der verhandlung oder berichterstattung wurde z.b. gesagt, dass ihr rucksack draußen vor dem turm stand.
im film wurde er in der hintersten ecke des aster-zimmers gezeigt.

aber vllt hab ich das falsch in erinnerung?


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

07.10.2026 um 10:23
Im Fall der Inga Gehricke benötigten die Ermittler fast zehn Jahre um die Aussagen der vielen Zeugen beim Verschwinden des Kindes in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Die Darstellungen in den beiden Folgen wichen dann im entscheidenden Punkt, nämlich des letzten bekannten Aufenthaltsort der Vermissten, auch entscheidend ab.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

07.10.2026 um 13:55
Zitat von Pitmaster_CPitmaster_C schrieb:Daher möchte ich als prominenten Fall den Mord an Jutta Hoffmann „Waldbad Lindenfels“ ins Feld führen, wo sich im Nachhinein sehr vieles aus dem damaligen Filmbeitrag als unwahr herausgestellt hat. Der verlorene Schuh, die mysteriösen Ausländer, der Schrei, der dort gar nicht gehört werden konnte, all das hat es nie gegeben.
Das konnten die Ermittler aber doch damals noch wissen. Sie hatten halt diese Zeugrnaussagen und genau zu diesen Aspekten Fragen, zu dem sie sich durch die Ausstrahlung bei XY Antworten erhofften.

Das war also nicht "falsch" dargestellt, sondern spiegelt einfach den damaligen Stand der Ermittlungen wieder.


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gestern um 03:27
https://www.merkur.de/bayern/monika-frischholz-bei-aktenzeichen-xy-skandal-von-1977-traegt-sie-mitschuld-an-ihrem-verschwinden-zr-12178475.html

Monika Frischholz.
Mit neuen Hinweisen kann der „Aktenzeichen XY“-Beitrag vom Mai 1977 allerdings nicht dienen. Dafür machen Moderator und Kriminalbeamtin eine Mitschuldige für Monikas Verschwinden aus: Das Opfer selbst.

Es ist nämlich so, klärt Moderator Zimmermann den Zuschauer auf, dass Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren eine für „Erwachsene oft unverständliche Entwicklung“ durchmachen. Dazu gehöre nicht nur, dass sich Monika plötzlich schminkte. Vielmehr machte sie sich auch auf die Suche nach einem, so Zimmermann, „Statussymbol der ganz besonderen Art“ - einem Freund.

Dabei würden diese Mädchen „ziemlich wahllos“ und mit „erstaunlicher Beharrlichkeit“ vorgehen. So auch die 12-jährige Monika Frischholz, die eigentlich ein gutes Elternhaus gehabt habe, einen Vater, der sich sehr intensiv um seine jüngste Tochter gekümmert habe und eine Mutter, zu der sie fast ein „kameradschaftliches Verhältnis“ gehabt habe.

Hat nur leider alles nichts geholfen. Monika Frischholz habe sich am Tag ihres Verschwindens alleine und zu Fuß auf den Weg zu ihrem damals Angebeteten „Schlosser Paul“ in den Nachbarort gemacht, der sich aber gar nicht für sie interessiert habe.

Dort sei sie dann alleine dagestanden und dann einfach so in ein gelbes Auto aus dem Dortmunder Raum zu einem Mann gestiegen. Diese Beobachtung wollte damals eine Rentnerin gemacht haben. Sie hat sich später als falsch herausgestellt.
Die Stimmung in der Bevölkerung war umgeschwenkt, Monika war abgestempelt und kein Thema mehr, mit so einer wollte sich keiner mehr beschäftigen.


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gestern um 11:24
Zitat von emzemz schrieb:Monika war abgestempelt und kein Thema mehr, mit so einer wollte sich keiner mehr beschäftigen.
Das ist sehr drastisch formuliert. Herr Zimmermann hat das Mädchen ja nicht als Nutte hingestellt, die sich wahllos Männern hingegeben hat. Er meinte doch nur, dass in diesem Alter viele Mädchen beginnen, sich herzurichten, um dem anderen Geschlecht zu gefallen. Außerdem war, einen Freund zu haben, damals wirklich so eine Art "Statussymbol" und die Suche danach wurde bei manchen Mädchen zu einem "Sport".

Ich weiß das deswegen so gut, weil ich ungefähr im selben Alter wie Monika Frischholz sein muss. Ich bin Jahrgang 1966 und habe ebenfalls mit 14 Jahren mit dem Schminken begonnen. Auch mein Interesse an Burschen war ab diesem Alter schon sehr fortgeschritten. Ich hatte damals sogar schon einen "Freund", mit dem ich sogar geschlafen habe.

Auch dieses "wahllos" kann ich nachvollziehen. Damals gefiel mir an einem Tag der und an nächsten Tag ein anderer. Wir haben damals auch öfter gewechselt und viel herumgeknutscht udgl. Das hatte aber nichts mit dem Elternhaus zu tun. Ich würde aber nicht behaupten, dass ich zu meiner Mutter ein "kameradschaftliches" Verhältnis gehabt habe. Das würde mir dann doch zu weit gegangen sein. Ich hatte ja Freundinnen genug, mit denen ich mich austauschen konnte. Die Mutter und der Vater haben beileibe nicht alles gewusst, was ich so getrieben habe.

Deswegen würde ich nicht behaupten, dass ich mich "nuttig" verhalten habe. Die Hormone waren damals eben im Aufruhr und es gehört zum Erwachsen Sein dazu, sich zu orientieren und auszuprobieren.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

gestern um 15:22
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Das ist sehr drastisch formuliert. Herr Zimmermann hat das Mädchen ja nicht als Nutte hingestellt, die sich wahllos Männern hingegeben hat. Er meinte doch nur, dass in diesem Alter viele Mädchen beginnen, sich herzurichten, um dem anderen Geschlecht zu gefallen. Außerdem war, einen Freund zu haben, damals wirklich so eine Art "Statussymbol" und die Suche danach wurde bei manchen Mädchen zu einem "Sport".
Ich finde auch, dass das ein wenig übertrieben ist. Natürlich war der Zeitgeist damals anders und ein Mädchen hatte deutlich weniger Freiheiten als ein Junge und konnte sich weniger "erlauben" ohne gleich ins Gerede zu kommen.

Aber dass der Film nun dazu geführt haben soll, dass Monika danach "geächtet" war, kann ich mir nicht vorstellen, wenn man sich den ganzen Film anschaut und nicht nur ein paar herausgegriffene Sätze.

Es gab mal vor ein paar Jahren eine Doku, die ziemlich starke Kritik an Zimmermann geübt hat:

Wikipedia: Diese Sendung ist kein Spiel – Die unheimliche Welt des Eduard Zimmermann

Manches davon ist sicher berechtigt, aber da wurde auch ziemlich übertrieben und manches auch einfach falsch dargestellt.

Wie gesagt: Kritik ist sicher berechtigt, aber manches ist halt auch nicht so, wie es ein paar aus dem Kontext gerissene Sätze suggerieren.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

gestern um 16:12
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Aber dass der Film nun dazu geführt haben soll, dass Monika danach "geächtet" war, kann ich mir nicht vorstellen, wenn man sich den ganzen Film anschaut und nicht nur ein paar herausgegriffene Sätze.
Das wäre dann eine gute Idee, den Film hier einzustellen, damit wir uns den auch anschauen können.
Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, die Familie wurde nach diesem Film zumindest schief angesehen und erhielt kaum Unterstützung im Dorf.
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Er meinte doch nur, dass in diesem Alter viele Mädchen beginnen, sich herzurichten, um dem anderen Geschlecht zu gefallen. Außerdem war, einen Freund zu haben, damals wirklich so eine Art "Statussymbol" und die Suche danach wurde bei manchen Mädchen zu einem "Sport".

Ich weiß das deswegen so gut, weil ich ungefähr im selben Alter wie Monika Frischholz sein muss. Ich bin Jahrgang 1966 und habe ebenfalls mit 14 Jahren mit dem Schminken begonnen. Auch mein Interesse an Burschen war ab diesem Alter schon sehr fortgeschritten. Ich hatte damals sogar schon einen "Freund", mit dem ich sogar geschlafen habe.
Monika war damals 12 Jahre alt, was du mit deiner Lebenssituation als 14Jährige vergleichst.

Zitat von emzemz schrieb am 01.10.2022:https://www.bild.de/video/clip/aktenzeichen-xy/aktenzeichen-xy-monika-frischholz-moderator-eduard-zimmermann-sah-1977-mitschuld-fuer-verschwinden-61168268,pAi=true.bild.html 10.04.2019
Das Video selbst ist nicht mehr verfügbar.

„Aktenzeichen XY“ über Monika (12)
Moderator gab Mädchen
Mitschuld an
Verschwinden
Als „Jugend- und Erziehungsproblem“ wurde knapp ein Jahr nach ihrem
Verschwinden unter anderem der Fall Monika Frischholz (12) in der ZDF-
Sendung angekündigt. Moderator Eduard Zimmermann kritisierte
Schminke und Partner-Wunsch junger Mädchen.
Wenn ich mich recht erinnere, ich komme ja aus der Gegend, war dieser Fall in der Öffentlichkeit eigentlich kein so großes Thema. Lag das vielleicht daran, dass dem Mädchen nicht der beste Ruf anhaftete, so wie es Zimmermann offensichtlich auch in der Sendung äußerte? Da hält sich dann das Mitleid mit der Familie in engen Grenzen. Und es werden sich möglicherweise Leute, die vielleicht etwas gewusst haben könnten, zurückgehalten haben, weil das 12-jährige Mädel selbst schuld gewesen sein könnte und man niemandem etwas unterstellen möchte. Und dann tauchen plötzlich irgendwelche Zeugenaussagen auf, jetzt, wo die meisten schon tot sind. Merkwürdig und anscheinend nun zu spät, den Fall noch klären zu können.



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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

gestern um 16:17
Zitat von emzemz schrieb:Das wäre dann eine gute Idee, den Film hier einzustellen, damit wir uns den auch anschauen können.
Nun, ich war davon ausgegangen, dass das sich jeder beim Videoportal seines Vertrauens selbst suchen kann, aber wenn das zu kompliziert ist, bitte sehr:

Youtube: Filme: Die unheimliche Welt des Eduard Zimmermann
Filme: Die unheimliche Welt des Eduard Zimmermann
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.
Zitat von emzemz schrieb:Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, die Familie wurde nach diesem Film zumindest schief angesehen und erhielt kaum Unterstützung im Dorf.
Und da wäre es eine gute Idee, wenn Du das irgendwie belegen könntest. Oder zumindest genauer erklären.
Zitat von emzemz schrieb:Monika war damals 12 Jahre alt, was du mit deiner Lebenssituation als 14Jährige vergleichst.
Oh Gott ja, die zwei Jahre machen natürlich alles anders...


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

gestern um 16:37
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Manches davon ist sicher berechtigt, aber da wurde auch ziemlich übertrieben und manches auch einfach falsch dargestellt.

Wie gesagt: Kritik ist sicher berechtigt, aber manches ist halt auch nicht so, wie es ein paar aus dem Kontext gerissene Sätze suggerieren.
Ich sehe das auch so, dass man das jeweils vor dem Hintergund der damaligen Zeit und des damals vorherrschenden Zeitgeistes sehen muss. Ede Zimmermann hatte deneke ich immer auch eine Art "erzieherischen Grundgedanken" bei seiner Sendungen und seinen Moderationstexten. Gegen das Trampen hat er ja einen regelrechten Kreuzug geritten. Das wirkt heute oft sehr patronisierend und eben manchmal auch wie Victim Blaming.
Heute sind wie für so etwas sehr sensibilisiert, ich denke manchmal sogar übersenisbilisiert.
Es ist doch niemandem geholfen, wenn man sich schönredet, dass sich ein junges Mädchen durch Leichtsinnigkeit, Gutgläubigkeit und fehlender Menschenkenntnis (die man eben mit 12 noch nicht hat), in so eine gefährliche Situation begibt und man dann so tut, als sei die Tat nicht genau dadurch erst möglich geworden. Man kann sich als Frau gerne 100 x sagen, dass man aber doch das Recht hat, nachts um 3 Uhr alleine durch einsame Stadtviertel zu laufen. Sicherer ist es aber, bestimmte Ecken lieber zu meiden und zu zweit oder zu dritt vom Club nachhause zu laufen.


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gestern um 16:50
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Das wirkt heute oft sehr patronisierend und eben manchmal auch wie Victim Blaming.
Ja, das stimmt. Aber wenn z. B. "jemand unbekannte junge Männer vom Bahnhof" mit nach Hause in seine Wohnung nimmt, dann ist das nun mal der Hintergrund eines Mordes und gehört somit zur Darstellung.

Klar kann ich dann "Victim Blaming" schreien, aber was soll man dann machen? Es weglassen, auch wenn er nun mal nicht als Kunde beim Banküberfall zufällig erschossen wurde, nur weil das jemand als Vorwurf an das Opfer auffassen könnte? Dann wird der Fall halt nicht aufgeklärt, aber Victim Blaming wäre noch schlimmer oder wie?

Natürlich spiegeln diese verquasten Sprüche "er suchte Männerbekanntschaften" den Zeitgeist wider. Aber Zimmermann war nun auch nicht Rosa von Praunheim und seine Zuschauer hätten wahrscheinlich angewidert umgeschaltet, wenn die Sache beim Namen genannt worden wäre.

Dass man das heute zum Glück anders sieht und anders darstellen würde ist doch klar...


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gestern um 17:08
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Nun, ich war davon ausgegangen, dass das sich jeder beim Videoportal seines Vertrauens selbst suchen kann, aber wenn das zu kompliziert ist, bitte sehr:
Dann sag doch bitte, wo man den Fall Monika Frischholz in diesem Video findet. Ich habe ihn nicht gefunden, mir war es in der Tat zu kompliziert.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Und da wäre es eine gute Idee, wenn Du das irgendwie belegen könntest. Oder zumindest genauer erklären.
Belegen kann ich das nicht. Aber ich komme aus der Gegend, eine Freundin stammte aus Flossenbürg. Und man hat damals über den Fall geredet und erneut, als die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Oh Gott ja, die zwei Jahre machen natürlich alles anders...
Oh doch, in den zwei Jahren passiert viel. Macht halt einen Unterschied ob man mit 12 oder mit 14 sexuell aktiv ist, allein schon von der Gesetzeslage her.


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gestern um 18:11
Zitat von emzemz schrieb:Das wäre dann eine gute Idee, den Film hier einzustellen, damit wir uns den auch anschauen können.
Ist auf Youtube zugänglich. Ich traue mich nicht, den Link hier einzustellen. Keine Ahnung, ob das gestattet ist.
Zitat von emzemz schrieb:Monika war damals 12 Jahre alt, was du mit deiner Lebenssituation als 14Jährige vergleichst
Ach, 12 war die erst? Trotzdem, auch in diesem Alter hat man durchaus schon Interesse an Burschen. Also, mit Puppen habe ich damals nicht mehr gespielt 😉 Geknutscht habe ich bestimmt schon mit Burschen. Und meine Freundin hatte mit 12 schon Sex und ist auch keine Schlampe geworden.

Worauf ich hinaus möchte ist, dass es völlig normal ist, dass sich heranwachsende Mädchen in dem Alter, in dem Monika Frischholz damals war, beginnen, sich für Burschen zu interessieren. Und nicht in Gleichaltrige, die mit 12 noch eher kindlich sind, sondern für ältere. Herr Zimmermann hat Monika Frischholz mMn nichts Böses unterstellt bzw sie nicht als „Schlampe“ hingestellt, sondern es einfach gesagt, wie es ist.

Er hatte ja selbst eine Tochter und wohl genug Erfahrung mit heranwachsenden Mädchen.


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gestern um 18:17
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Ja, das stimmt. Aber wenn z. B. "jemand unbekannte junge Männer vom Bahnhof" mit nach Hause in seine Wohnung nimmt, dann ist das nun mal der Hintergrund
Das ist mir in Regina Schillings Dokumentation auch sehr sauer aufgestoßen. Schon klar, dass man eine Frau, die sich aus purer Lebenslust jede Nacht in Kneipen aufhält und gerne mal einen Mann mit nach Hause nimmt, den sie dort kennen gelernt hat, nicht vergewaltigen und töten darf. Aber man darf das Kind schon auch beim Namen nennen und nicht, wie Schilling es Zimmermann unterstellt die Frauen daheim einsperren.


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gestern um 18:31
Zitat von emzemz schrieb:Dann sag doch bitte, wo man den Fall Monika Frischholz in diesem Video findet. Ich habe ihn nicht gefunden, mir war es in der Tat zu kompliziert.
Aber wo habe ich denn im Bezug auf Monika Frischholz mit diesem Film argumentiert und/oder behauptet, dass der Fall darin thematisiert wird?

Ich habe nur auf Existenz dieser Reportage hingewiesen und darauf, dass dort ähnliche, teils berechtigte, teils überzogene Kritik geäußert wird wie die, die im Bezug auf den Fall Frischholz vorgebracht wurde.
Zitat von emzemz schrieb:Macht halt einen Unterschied ob man mit 12 oder mit 14 sexuell aktiv ist, allein schon von der Gesetzeslage her.
Von der Gesetzeslage war aber nicht die Rede, sondern von der Frage, wie man damals in der Öffentlichkeit Mädchen be- bzw. verurteilt hat, die Kontakte zu Jungs gesucht haben.
Zitat von emzemz schrieb:Aber ich komme aus der Gegend, eine Freundin stammte aus Flossenbürg. Und man hat damals über den Fall geredet und erneut, als die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden.
Dann wirf mir aber bitte nicht vor, dass ich mir etwas nicht vorstellen kann. Denn eindeutige Belege hast Du also auch nicht vorzuweisen.
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Aber man darf das Kind schon auch beim Namen nennen und nicht, wie Schilling es Zimmermann unterstellt die Frauen daheim einsperren.
Ja, die Argumentation ist sinngemäß "Zimmermann schimpft auf das Fahren per Anhalter, weil die patriarchalisch-repressive Gesellschaft nicht will, dass junge Frauen ihren eigenen Weg gehen anstatt brav zu Hause zu bleiben."

Und das ist halt Blödsinn, er schimpft aufs Fahren per Anhalter, weil es gefährlich ist und mehrere junge Frauen umgebracht wurden.

Dass er, wie auch manche seiner Zuschauer, ein sittsames junges Mädel das brav mit langem Faltenrock zu Hause auf dem Sofa sitzt und mit seiner Mutter Peter Alexander im Fernsehen schaut, gerne gesehen hätte, will ich nicht bestreiten, aber die Argumentation ist völlig überzogen.


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gestern um 18:48
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Ist auf Youtube zugänglich. Ich traue mich nicht, den Link hier einzustellen. Keine Ahnung, ob das gestattet ist.
Dann lass es einfach, wenn du dir bezüglich der Quelle unsicher bist.


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Darstellung der Filmfälle in Aktenzeichen XY…

gestern um 19:21
@emz
Mittlerweile ist der Film hier eingestellt worden 👍😊

Der Fall von Monika Frischholz wird dort nicht behandelt. Ich glaube, dass Vermissten- und Mordfälle, bei denen Kinder die Geschädigten waren, in dem Film überhaupt nicht vorgekommen sind.

Da ging es eher um Fälle, in denen Frauen, die ein sogenanntes „unstetes Leben“ geführt haben und Opfer eines Verbrechens wurden (zB Elfriede Schrobsdorff, Rosemarie Balk, Helga Müller).


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