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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

145 Beiträge, Schlüsselwörter: Berlin, Pepper
Vernazza2013
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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

19.12.2013 um 10:17
"Maskenmann" schweigt nach Überfall auf Millionärsfamilien

Ein maskierter Mann hat 2011 und 2012 zwei Millionärsfamilien in Brandenburg überfallen. In beiden Fällen benutzte er die selbe Waffe. Seit drei Monaten sitzt der Tatverdächtige in Haft – und schweigt.

Der 46-Jährige, der bewaffnet und maskiert zwei Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben soll, schweigt weiter vor den Ermittlern. "Er hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht eingelassen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Der Mann, der schon einmal im Gefängnis saß, war vor drei Monaten in Berlin festgenommen worden und ist seitdem in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen dreifachen versuchten Totschlags und erpresserischen Menschenraubs ermittelt.

Ihm wird vorgeworfen, im Sommer 2011 die Frau eines Berliner Unternehmers in Bad Saarow (Oder-Spree) brutal zusammengeschlagen zu haben. Im Herbst fielen Schüsse auf die Tochter der Familie. Dabei erlitt ein Wachmann lebensgefährliche Verletzungen. Die junge Frau konnte weglaufen.

Ein Jahr später schlug der Täter im benachbarten Storkow erneut zu. Wieder verbarg er sein Gesicht hinter einer schwarzen Maske. Im Oktober 2012 soll er die Familie eines Investmentbankers in ihrer Villa am See überfallen und den Mann mit einem Kajak zu einer Insel im Großen Storkower See entführt haben. Nach qualvollen Stunden unter freien Himmel konnte sich das Opfer zwei Tage später selbst befreien. Ein Gutachten gab schnell Aufschluss: Die Schüsse wurden aus derselben Pistole abgefeuert. Die landschaftlich reizvolle Region, in der viele Betuchte Villen besitzen, wurde in Angst und Schrecken versetzt.

Täter wie vom Erdboden verschluckt
Die Ermittler arbeiteten mit Hochdruck. Dennoch fehlte ihnen über Monate eine heiße Spur. Der Täter schien wie vom Erdboden verschluckt. Doch im Frühjahr kamen die Beamten doch einem Verdächtigen auf die Schliche. Sie observierten ihn lange, ehe sie ihn festnahmen. Zuletzt soll er in Wäldern um Berlin gelebt haben.

Nach der Verhaftung des Berliners hatte die Polizei nochmals Fotos von ihm. Dazu gingen im November 26 Tipps ein. "Seitdem haben wir keine weiteren Hinweise erhalten", sagte ein Polizeisprecher.

Der Rechtsanwalt des Beschuldigten hat inzwischen die Akten studiert und sich über das Geschehen informiert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Immer noch gebe es Dinge auszuwerten, zu prüfen, zu vergleichen, sagte die Behördensprecherin. Wann es zu einem Prozess kommt, konnte sie noch nicht sagen.

http://www.morgenpost.de/brandenburg-aktuell/article123107781/Maskenmann-schweigt-nach-Ueberfall-auf-Millionaersfamilien...


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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

20.12.2013 um 09:39
Pepper-Verdächtiger
Bald müssen sie ihn laufen lassen

BERLIN/STORKOW –
Es sah zunächst aus wie der Fahndungserfolg des Jahres. Im vergangenen September verhafteten Spezialkräfte der Polizei Mario K. Die Ermittler waren sich sicher: Er ist der unheimliche Maskenmann, der mehrere Anschläge auf die Millionärsfamilie Pepper verübte und einen schwerreichen Unternehmer entführte (KURIER berichtete). Jetzt die Wende: Der Mann könnte schon bald wieder auf freiem Fuß sein.

Seit über drei Monaten sitzt der 46-Jährige Mario K. bereits in Untersuchungshaft. Doch zu den schweren Vorwürfen schweigt er nach wie vor eisern. „Ja, es stimmt, er hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen eingelassen“, bestätigt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder).

Und die Ermittlungen der eigens gegründeten Sonderkommission „Imker“ sind zudem ins Stocken geraten. Obwohl über 60 Beamte daran arbeiten, Beweise für die Schuld des Verdächtigen zusammenzutragen.

Die Beamten sind sich zwar sicher, dass es K. war, der im Jahr 2011 die brutalen Anschläge auf die Pepper-Familie verübte und einen Wachmann in den Rollstuhl schoss. Und dass es K. war, der im Oktober 2012 einen Manager entführte und ihn mehrere Tage auf einer kleinen Insel im Schilf versteckte.

Doch beweisen können die Ermittler das nicht, auch die Tatwaffe – ein wichtiges Beweisstück – wurde noch nicht gefunden. Und nach wie vor sucht die Polizei dringend Zeugen, die etwas zu Mario K. sagen können.

Vor rund drei Wochen wurden sogar mehrere Observationsfotos des Verdächtigen veröffentlicht – ohne Erfolg. Und den Ermittlern rennt inzwischen die Zeit davon.

Denn nach KURIER-Informationen ist die momentane Beweislage zu dünn, um Anklage gegen den 46-Jährigen zu erheben. Und so ist es gut möglich, dass Mario K. im Frühjahr wieder auf freien Fuß gesetzt werden muss: Nach sechs Monaten Untersuchungshaft muss in der Regel Anklage erhoben oder der Verdächtige freigelassen werden ...

http://www.berliner-kurier.de/brandenburg/pepper-verdaechtiger-bald-muessen-sie-ihn-laufen-lassen,7169130,25675054.html


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11.01.2014 um 18:56
Mutmaßlicher "Maskenmann" bleibt in U-Haft

FRANKFURT (ODER) Der mutmaßliche "Maskenmann", der Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben soll, bleibt hinter Gittern. Sein Verteidiger habe bei einem Prüfungstermin vor Gericht am Donnerstag einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls zurückgezogen, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Freitag mit.

In der kommenden Woche sollen die gesammelten Unterlagen dem Landgericht Frankfurt (Oder) weitergereicht werden, das dann prüft, ob die Anklage zugelassen wird. Dem mutmaßlichen "Maskenmann" wird vorgeworfen, vor zwei Jahren die Frau eines Berliner Unternehmers in Bad Saarow brutal zusammengeschlagen zu haben. Nur Wochen später soll er auf die Tochter der Familie geschossen haben. Dabei wurde ein Wachmann lebensgefährlich verletzt. Im Oktober 2012 soll er einen Investmentbanker in Storkow mit einem Kanu verschleppt haben. Dem Opfer gelang die Flucht.

http://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/Mutmasslicher-Maskenmann-bleibt-in-U-Haft;art25,4446594


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30.01.2014 um 17:54
Landgericht Frankfurt (Oder) prüft weiter
Noch keine Anklage gegen Maskenmann
Auch zwei Wochen nach Eingang der Anklageschrift gegen den sogenannten Maskenmann am Landgericht Frankfurt (Oder) bleibt unklar, ob es zu einem Prozess gegen den Verdächtigen kommt. Das Gericht prüft nach wie vor die umfangreichen Akten, die mehrere Kisten füllen. Der Maskenmann hatte unter anderem einen Mann verschleppt.

Frankfurt (Oder). Es sei noch keine Entscheidung über deren Zulassung getroffen worden, sagte Gerichtssprecher Peter Körner am Donnerstag.

Die Anklageschrift mit verschiedenen Beiakten soll mehrere Kisten füllen. Daher nimmt die Prüfung einige Zeit in Anspruch. Der 46-jährige mutmaßliche Täter sitzt in Haft.

Dem Mann wird vorgeworfen, vor zwei Jahren die Frau eines Berliner Unternehmers in Bad Saarow (Oder-Spree) brutal zusammengeschlagen zu haben. Nur einige Wochen später soll er auf die Tochter der Familie geschossen haben. Dabei wurde ein Wachmann lebensgefährlich verletzt. Im Oktober 2012 hat er nach Überzeugung der Ermittler einen Investmentbanker in Storkow (Oder-Spree) mit einem Kanu verschleppt. Zwei Tage später gelang dem Opfer die Flucht. dpa

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Noch-keine-Anklage-gegen-Maskenmann


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23.04.2014 um 13:57
Gibt's nichts Neues?
Die Untersuchungshaft darf doch normalerweise nur 6 Monate betragen. Oder wurde Fristverlängerung gewährt?


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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

02.05.2014 um 13:08
46-Jähriger soll Millionärsfamilien überfallen haben
Prozess gegen "Maskenmann" beginnt

Der Fall ist einer der spektakulärsten in der brandenburgischen Kriminalgeschichte. Die Überfälle auf Berliner Millionärsfamilien schockierten und die Suche nach dem Täter glich einem Krimi: Taucher, Hunde, Hubschrauber, Observation. Monatelang war er ein Phantom. Nun kommt der Verdächtige vor Gericht.

Frankfurt (Oder) . Rund zwei Jahre fahndet die Polizei nach einem Mann, der zwei Berliner Millionärsfamilien brutal überfallen und einen Manager entführt hat. Wegen seiner auffälligen Maskierung avanciert der Täter zum "Maskenmann", eine zuletzt 60-köpfige Ermittlungsgruppe arbeitet unter dem Namen Soko "Imker". Hubschrauber, Hunde und Taucher werden eingesetzt - der Mann jedoch ist, so scheint es, verschwunden. Tatsächlich observiert die Polizei den mutmaßlichen Täter. Mitte September 2013 schlägt sie zu. Ab Montag steht der 46-Jährige in Frankfurt (Oder) vor Gericht.

Dem Berliner, der vor seiner Festnahme monatelang im Wald gelebt hatte, droht lebenslange Haft. Die mehr als 200 Seiten lange Anklageschrift wirft dem mutmaßlichen Entführer unter anderem versuchten Mord und versuchten Totschlag sowie schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung vor.

Der 46-Jährige soll demnach am 5. Oktober 2012 einen Berliner Investment-Manager aus seiner Villa in Storkow verschleppt haben, um eine Million Euro Lösegeld zu erpressen. Zuvor habe der Angeklagte sein Opfer mit einem Kajak und einer Luftmatratze zu einer Schilfinsel im Storkower See gebracht. Das damals 51 Jahre alte Opfer konnte sich jedoch nach zwei Tagen selbst befreien und flüchten.

"Maskenmann" soll Wachmann angeschossen haben

Fast genau ein Jahr zuvor hatte der "Maskenmann" laut Anklage in Bad Saarow zugeschlagen: Er soll die Tochter eines Berliner Unternehmers mit einer Waffe bedroht und einen Wachmann, der ihr helfen wollte, angeschossen haben. Eine Notoperation rettet dem Wachmann das Leben, doch er bleibt querschnittsgelähmt. Im August 2011 soll der mutmaßliche Täter bereits die Mutter der jungen Frau vor ihrem Ferienhaus in Bad Saarow mit einem Knüppel niedergeschlagen und schwer verletzt haben.

Die Ermittler sind sich sicher, dass der Richtige auf der Anklagebank des Landgericht Frankfurt (Oder) sitzt. Der Beschuldigte bestreitet dies jedoch laut Staatsanwaltschaft. Sein Verteidiger Axel Weimann zweifelte an der Beweislast der Indizien.

Polizeipräsident Arne Feuring hatte nach der Festnahme des Beschuldigten eingeräumt: "Wir haben nicht den klaren Beweis." Die Ermittler stützen sich auf eine lange Indizienkette. Rund 530 Hinweise gingen damals bei der Polizei ein, 40 Menschen galten zwischenzeitlich als tatverdächtig - darunter auch der Angeklagte.

Zeugen brachten Polizei auf die Spur des "Waldmenschen"

Nach einer Zeugenvernehmung der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) im Oktober 2012 geriet der Berliner laut Soko ins Visier. Seit März 2013 war das Mobile Einsatzkommando dann dem "Waldmenschen" und "Maskenmann" auf den Fersen und beobachtete ihn - kein leichter Job, denn tageweise radelte er bis zu 130 Kilometer. Bis zu 400 Polizisten waren zu Spitzenzeiten im Einsatz. "Das war der größte Einsatz der vergangenen zehn Jahre", schildert Rudi Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg.

Mit Hilfe von rund 200 Zeugen - darunter viele Polizisten und Kriminaltechniker - will das Gericht den Fall klären. 31 Prozesstage hat der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs dafür bislang eingeplant. Ein Urteil ist demnach frühestens am 6. Oktober zu erwarten.

Alle Opfer sind im Prozess anwaltlich als Nebenkläger vertreten, berichtet Gerichtssprecherin Susanne Cramer. Sie werden auch als Zeugen vor Gericht aussagen müssen. Die Ehefrau des Berliner Millionärs soll bereits zum Prozessauftakt am Montag schildern, wie sie im August 2011 niedergeschlagen wurde.

Das Gericht will die verschiedenen Taten in chronologischer Reihenfolge behandeln. Demnach sind die Aussagen ihrer Tochter und des Wachmannes bislang für den 15. Mai geplant. Am 12. Juni soll dann der entführte Manager gehört werden.

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Brandenburg-Prozess-gegen-Maskenmann-beginnt-in-Frankfurt-an-der-Oder


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05.05.2014 um 18:30
05.05.14, 14:14 PROZESSAUFTAKT
"Maskenmann" von Storkow - "Ich bin der Falsche!"
Mario K. soll zwei Berliner Millionärsfamilien überfallen und einen Manager entführt haben. Jetzt hat der Prozess gegen den "Maskenmann" begonnen. Doch er bestreitet die Taten - und schweigt.

Rund eineinhalb Jahre nach der dramatischen Entführung eines Berliner Unternehmers steht der mutmaßliche Täter Mario K. in Frankfurt (Oder) vor Gericht – und schweigt. Dem vorbestraften Mann droht lebenslange Haft.

Der 46-Jährige soll 2012 und 2011 zwei Millionärsfamilien aus Berlin in ihren brandenburgischen Villen überfallen und in einem der Fälle einen Familienvater, einen Manager, entführt haben. Monatelang waren die Menschen in der Ferienregion um den Scharmützelsee und den Storkower See beunruhigt, weil der "Maskenmann" – der Täter trug eine Imkermaske – nicht zu fassen war.

Mario K. schweigt eisern
Seit Montag sitzt Mario K. auf der Anklagebank. Er werde sich nicht äußern, kündigte Verteidiger Axel Weimann zum Prozessauftakt am Landgericht an. Über den Rechtsanwalt ließ der 46-Jährige die Vorwürfe erneut zurückweisen: "Mein Mandant erklärt: Ich bin der Falsche. Ich habe mit den Anklagevorwürfen nichts zu tun."

Die Staatsanwaltschaft wirft dem arbeits- und obdachlosen sowie vorbestraften Berliner unter anderem versuchten Mord und versuchten Totschlag sowie schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung vor. Laut der mehr als 200 Seiten langen Anklageschrift soll der Angeklagte am 5. Oktober 2012 den Berliner Investment-Manager aus seiner Villa in Storkow verschleppt haben, um eine Million Euro Lösegeld zu erpressen. Mario K. soll sein Opfer mit einem Kajak und einer Luftmatratze zu einer Schilfinsel im Storkower See gebracht haben. Das damals 51 Jahre alte Opfer konnte sich jedoch nach zwei Tagen selbst befreien und flüchten.

Bodyguard ist querschnittsgelähmt
Fast genau ein Jahr zuvor hatte der "Maskenmann" laut Anklage in Bad Saarow zugeschlagen: Er soll die Tochter eines Berliner Unternehmers mit einer Waffe bedroht und einen Wachmann, der ihr helfen wollte, angeschossen haben. Eine Notoperation rettete dem Wachmann das Leben, doch er blieb querschnittsgelähmt. Im August 2011 soll der Beschuldigte bereits die Mutter der Frau vor ihrem Ferienhaus in Bad Saarow mit einem Knüppel niedergeschlagen und schwer verletzt haben.

Die Ermittler sind sich sicher, dass sie den Richtigen haben. Sie stützen sich auf eine lange Indizienkette. Eine Schlüsselrolle haben den Ermittlern zufolge eine auffällig geblümte Decke und die Tatwaffe gespielt. Diese ist bisher jedoch verschwunden.

Verteidiger kritisiert Ermittlungen
Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen "Maskenmann" von Storkow waren aus Sicht der Verteidigung einseitig. "Es sind Umstände aufgetreten, die uns zweifeln lassen, ob alles getan wurde, um objektiv zu ermitteln", sagte Rechtsanwalt Axel Weimann. Er verwies auf eine inzwischen eingestellte Selbstanzeige eines Kriminalbeamten, der bis März 2013 der Soko "Imker" angehört hatte, die nach den Anschlägen auf zwei Berliner Millionärsfamilien gegründet worden war.

Der Beamte habe im Entführungsfall eines der Opfer vom Oktober 2012 Widersprüchen nachgehen wollen. Daran hätten ihn Vorgesetzte jedoch gehindert, zitierte Weimann aus den Akten. Details wollte er zunächst nicht nennen. Der Vorgang ist nach seinen Angaben in einer Beiakte festgehalten, die das Gericht erst kurz vor Prozessbeginn an die Beteiligten weitergeleitet hat. Der Berliner Anwalt forderte die Staatsanwaltschaft auf, sicherzustellen, dass sämtliche Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Bislang lägen den Beteiligten mehr als 340 Aktenbände vor.

Scharfe Kritik äußerte Weimann auch an den Fahndungsmaßnahmen der Polizei. So sei ein Phantombild ohne richterliche Genehmigung veröffentlicht worden. Nach der Festnahme sei mit einem unverpixelten Foto seines Mandanten nach Zeugen gesucht worden. Sein Mandant sei "an den medialen Pranger" gestellt worden unter dem Motto: "Das ist der Täter. So sieht der Maskenmann aus", kritisierte Weimann. Sämtliche Erkenntnisse, die aufgrund der Veröffentlichungen gewonnen wurden, dürften nicht verwendet werden, forderte der Verteidiger.

Am ersten Verhandlungstag wurde zu Beginn zunächst die Anklageschrift verlesen. Das Landgericht hat für den Fall, der zu den spektakulärsten Brandenburgs gehört, bisher 31 Prozesstage bis zum 6. Oktober geplant.

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article127629140/Maskenmann-von-Storkow-Ich-bin-der-Falsche.html


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08.05.2014 um 18:53
Zweiter Prozesstag: Nebenklägerin sagt vor Gericht aus

Opfer erkennt mutmaßlichen Maskenmann wieder

Beim Prozess gegen den mutmaßlichen Maskenmann hat ein Opfer den Angeklagten schwer belastet. Augen, Mund, Kopfform - "Ich weiß, dass ich den ganzen Menschen wiedererkenne", sagte die Zeugin, die im August 2011 in Storkow (Oder-Spree) überfallen worden war.

Frankfurt (Oder). Eines der Opfer des „Maskenmannes” von Storkow (Oder-Spree) ist sich sicher, dass der auf der Anklagebank sitzende Mann der Täter ist. Augen, Mund, Kopfform - „ich weiß, dass ich den ganzen Menschen wiedererkenne”, sagte die Ehefrau eines Unternehmers am Donnerstag im Prozess am Landgericht Frankfurt (Oder). Der 46-Jährige soll 2011 und 2012 zwei Berliner Millionärsfamilien in ihren ostbrandenburgischen Häusern überfallen und dabei auch einen Manager entführt haben. Der Angeklagte wurde schließlich nach langer Fahndung in einem der größten Polizeieinsätze Brandenburgs in den vergangenen zehn Jahren gefasst. Er bestreitet die Vorwürfe.

Die Frau, die als Nebenklägerin auftritt, war im August 2011 vor ihrem Haus in Bad Saarow mit einem Knüppel zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Nach dem Anschlag hatte sie Ermittlern eine Personenbeschreibung des Täters gegeben. Dieser sei maskiert gewesen, sie habe aber zum Beispiel Augen, Mund und Haarfarbe erkennen können.

In den Vernehmungen nach dem Überfall sei sie immer wieder gefragt worden, wer ein Motiv gehabt haben könnte. „Es wurde in alle Richtungen gefragt”, sagte die 61-Jährige am zweiten Prozesstag.

Die Frau berichtete vor Gericht von ihrer Todesangst bei den Schlägen im August vor drei Jahren. In einer Vernehmung von der Polizei hatte sie gesagt: „Ich bin davon ausgegangen, dass er mich umbringt, wenn ich ihm die Maske abreiße.”

Ein Rettungssanitäter, der am Donnerstag als Zeuge gehört wurde und die Verletzte am Tatabend versorgt hatte, schilderte den Zustand der Frau. Sie sei blutüberströmt gewesen, habe Platzwunden auf dem Kopf gehabt und unter Schock gestanden. Nachbarn berichteten von lauten Hilfeschreien, die sie gehört hätten. Eine Nachbarin sagte, die Schreie seien ihr «durch Mark und Bein gegangen».

Im selben Jahr schoss der mutmaßliche „Maskenmann” auf ihre Tochter auf dem Familienanwesen. Sie überlebte, ein Personenschützer ist seit diesem Anschlag querschnittsgelähmt. Für die Mutter ist das Motiv hierbei klar: „Es sollte sicher im Fall meiner Tochter eine Entführung werden.” Sie habe nach dem Angriff auf sie niemanden konkret als Täter verdächtigt, sagte die 61-Jährige.

Allerdings habe es in ihrer Umgebung mehrere Männer gegeben, die wie ihr Peiniger rotes beziehungsweise rotblondes Haar haben und sie zeitweise auch sehr stark an den Täter erinnert hätten. Innerhalb der Familie sei zwischenzeitlich der Verdacht aufgekommen, dass hinter dem Anschlag auch Erbstreitigkeiten oder Konflikte um Immobilienangelegenheiten in der Kommune gesteckt haben könnten. Der Mann der 61-Jährigen ist in der Immobilienbranche tätig.

Schon in der Zeit vor dem Überfall habe es ungewöhnliche Vorfälle gegeben, sagte das Opfer. So habe sich die Ehefrau des später entlassenen Angestellten bei ihr beschwert, ihr Mann verdiene zu wenig. Sie habe mehr Geld verlangt und gesagt, sie wisse etwas über die Unternehmerfamilie, das sie ansonsten öffentlich machen wolle. Details dazu nannte die Nebenklägerin nicht.

Ein Jahr später wurde ein Investment-Banker in Storkow (Oder-Spree) verschleppt. Die Anklage geht davon aus, dass auch hier der „Maskenmann” der Täter ist. Er brachte sein Opfer mit einem Kajak auf eine Schilfinsel, um Lösegeld in Millionenhöhe zu erpressen. Der Entführte konnte flüchten.

Dem vorbestraften Angeklagten aus Berlin werden unter anderem versuchter Mord, versuchter Totschlag, schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung vorgeworfen. Die Anklage stützt sich auf Indizien. Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel die Tatwaffe, die bisher allerdings nicht gefunden wurde.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn gesagt: „Ich bin der Falsche.” Der erste Prozesstag hielt aber noch weitere Überraschungen bereit.

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Zweiter-Prozesstag-Opfer-will-Maskenmann-wiedererkennen


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11.05.2014 um 04:40
Mobbing in der Mordkommission
In der für den Maskenmann-Fall zuständigen Soko "Imker" soll es massive interne Querelen gegeben haben. Die Ermittlungsleitung soll den Soko-Beamten unter Androhung von Konsequenzen untersagt haben, in alle Richtungen zu ermitteln. Nach MAZ-Informationen wurden Beamte, die sich gemobbt fühlten und die Polizeiführung kritisierten, peinlichen Befragungen unterzogen.


Artikel veröffentlicht: Mittwoch, 07.05.2014 19:57 Uhr
Artikel aktualisiert: Samstag, 10.05.2014 00:31 Uhr

Mit dieser Täterbeschreibung wurde nach dem "Maskenmann" gesucht.

Anm. von mir : unter der angegebenen Quelle kann man die Beschreibung einsehen

Quelle: Polizei
Potsdam. In einem der größten Brandenburger Kriminalfälle soll es bei den polizeilichen Ermittlungen deutlich mehr Ungereimtheiten und Versäumnisse gegeben haben als bislang bekannt. Beamten der Sonderkommission „Imker“ (Soko), die den seit Montag vor Gericht stehenden mutmaßlichen Entführer von Storkow (Oder-Spree) aufspürte, soll durch Polizeiführer unter Androhung von Konsequenzen untersagt worden sein, in alle Richtungen zu ermitteln. Nach MAZ-Informationen gingen die Konflikte in der Soko in Frankfurt (Oder) so weit, dass die Landespolizeispitze eine Kommission einsetzte. Sie unterzog Beamte, die sich von der Ermittlungsleitung gemobbt fühlten, peinlichen Befragungen. Auch externe Schlichter sollten die Wogen glätten.

„Man hat versucht zu schlichten, aber das ist nicht vollständig gelungen“, bestätigt Andreas Schuster, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), den Vorgang. „Ich kenne viele Kollegen aus der Soko, die sagen: So etwas möchte ich nie wieder erleben.“


Kein leichter Fall: Die Soko um Chef-Ermittler Falk Küchler ging auf der Suche nach dem Maskenmann 530 Hinweisen nach.

Quelle: Polizei Brandenburg
Staatsanwalt Jochen Westphal hatte beim Prozessauftakt die Vorwürfe noch als „einzelne Meinung eines Polizeibeamten ohne Relevanz“ abgetan. Wie berichtet, hat ein Oberkommissar, der für die Befragung des Entführten Stefan T. zuständig war, eine Selbstanzeige wegen Strafvereitelung im Amt gestellt. Er beklagt, dass Widersprüche in den Aussagen des Opfers durch Soko-Chef Falk Küchler (40) bewusst übergangen worden seien. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren jedoch ein. Darüber, wie zu ermitteln sei, werde „nicht demokratisch abgestimmt“, so Westphal.

Aus Sicht mehrerer Mitglieder der 60-köpfigen Soko hat man in dem Fall oft falsch entschieden und die Ermittlungen einseitig gegen den Verdächtigen Mario K. geführt. So sei versäumt worden, das Entführungsopfer nach dessen Flucht gerichtsmedizinisch zu untersuchen, um etwa eine Unterkühlung oder Fesselspuren festzustellen, die belegen könnten, dass der Banker zwei Tage auf einer Schilfinsel gefangen gehalten wurde.

Weiteres Beispiel: Auf einer Blümchendecke, die auf der Insel gefunden wurde, befanden sich Hundehaare. Ein Ermittler sollte die Decke von einem DNA-Spezialisten in Innsbruck untersuchen lassen. Der Beamte soll vorgeschlagen haben, dafür auch bei einem anderen Verdächtigen eine Probe zu nehmen, weil dieser einen Hund besitzt. Das sei ihm untersagt worden. Zu diesem Zeitpunkt war schon der nun angeklagte Mario K. im Visier der Fahnder. Auf ihn war man gekommen, weil er 1997 mit einer Pistole vom Typ Ceska einen Menschen angeschossen hatte. So eine Waffe war auch bei der Entführung und bei zwei Überfällen auf eine andere Unternehmerfamilie in Bad Saarow (Oder-Spree) benutzt worden.


Auf dieser Decke wurden DNA-Spuren gefunden, aber angeblich nicht ordentlich untersucht.

Anmerkung von mir : unter der angegebene Quelle ist die Decke zu sehen

Quelle: Polizei Brandenburg
Der Beamte, der sich selbst angezeigt hat, will Soko-Chef Küchler nahegelegt haben, ein unabhängiges Gutachten anzufordern, das die Version des Opfers kritisch prüft. „Er wollte es nicht hören. Er hat mir verboten, in diese Richtung zu ermitteln.“ Später habe sich herausgestellt, dass bereits ein Gutachten einer Magdeburger Kriminologin vorlag, die ebenfalls auf Widersprüche hinweist. Dieses habe die Soko-Spitze zurückgehalten. „Wurde es, weil der Inhalt nicht den Wünschen der Auftraggeber entsprach, unter den Teppich gekehrt?“, fragt der Oberkommissar laut Selbstanzeige.

Staatsanwalt Westphal widerspricht. Das Gutachten sei der Staatsanwaltschaft vorgelegt worden. Er zweifelt die Seriosität der Gutachterin an. Es handele sich nur um eine „Studentin“. Laut Internet hat die Frau promoviert und schon mehrere Gutachten erstellt.

Die Soko hatte nach außen früh betont, dass sie eine erfundene Entführung ausschließt. „Es gibt genügend Fakten, die das widerlegen“, sagte Küchler im November 2012. Im September 2013 wurde Mario K. als möglicher Täter präsentiert. „Wir haben den Richtigen“, verkündete Polizeipräsident Arne Feuring, ohne den klassischen Beweis zu haben. „Der Druck, zu einem Fahndungserfolg zu kommen, war riesig“, sagt Gewerkschaftschef Schuster. „Viele Hinweise und noch kein Täter“ oder „Polizei tappt im Dunkeln“ lauteten die Schlagzeilen nach fast zwei Jahren Fahndung. „Anstatt davon unbeeindruckt zu bleiben, stieg die Anspannung in der Soko.“ Der Oberkommissar wurde nach eigenen Angaben zu einem „sehr laut“ geführten Gespräch mit Küchler und dem Kommissariatschef zitiert. Dabei sei ihm nahegelegt worden, sich Gedanken über seine Zukunft zu machen. Er wurde krank. Seit März 2013 gehört er nicht mehr zur Soko. Auch anderen kritischen Soko-Mitgliedern sollen neue Aufgaben zugewiesen oder negative Beurteilungen ausgestellt worden sein.

Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Maskenmann, Mario K., wird am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) fortgesetzt. Dem 46-Jährigen droht wegen versuchten Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Die Millionärsgattin Petra P., die im August 2011 von einem Maskierten vor ihrem Haus in Bad Saarow (Oder-Spree) brutal zusammengeschlagen wurde und das erste Opfer des „Maskenmannes“ ist, wird ihre Zeugenaussage vom Montag fortsetzen. Sie hatte beim Prozessauftakt erklärt, dass der Angeklagte als Täter infrage kommen könnte.
Die Haushälterin, die die Schwerverletzte Petra P. gefunden und den Angreifer vertrieben hat, soll ebenfalls am Donnerstag ihre Beobachtungen schildern. Weitere Zeugen für den zweiten Prozesstag sind Bürger aus Bad Saarow sowie drei Polizeibeamte.
200 Zeugen sind für den Mammutprozess geladen, für den 31 Prozesstage angesetzt sind. Darunter sind viele Polizisten und Gutachter.
Der Oberkommissar, der Selbstanzeige wegen Ermittlungsversäumnissen gestellt hat, soll am 4. September als Zeuge aussagen, Ermittlungsleiter Falk Küchler, gegen den sich die Vorwürfe richten, vier Tage später. mak
Gewerkschaftschef Schuster hält die Selbsanzeige des Beamten dennoch für richtig. Stelle sich heraus, dass es tatsächlich Versäumnisse gab und er nicht darauf aufmerksam gemacht habe, mache er sich strafbar. Riccardo Nemitz, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, sagt: „Sämtliche Versionen gründlich abzuklopfen, ist Handwerks-zeug in einer Mordkommission.“ Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, sei das „sehr kritisch“.

Soko-Chef Küchler will sich nicht zu den Konflikten äußern. „Wir kennen das und haben es intensiv geprüft“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums, Rudi Sonntag. Während des laufenden Prozesses dürfe die Polizei sich nicht äußern. Wohl auch deshalb, weil die Querelen der Verteidigung in die Hände spielen. Sie beteuert K.s Unschuld und zweifelt die Objektivität der Ermittlungen an.

Erst im September – kurz vor Prozessende – sollen Ermittlungschef Küchler und der Oberkommissar als Zeugen gehört werden. Auch die Gutachterin aus Magdeburg wird dann vor Gericht erwartet.

Von Marion Kaufmann

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Maskenmann-Prozess-Mobbingvorwuerfe-aus-der-Mordkommission


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17.05.2014 um 10:14
Weitere Vorwürfe gegen Brandenburgs Polizeipräsidenten

Maskenmann-Fall bringt Feuring in Bedrängnis

Neue Vorwürfe gegen Brandenburgs Polizeipräsidenten Arne Feuring im Maskenmann-Fall: So soll er nicht nur die Ermittlungen behindert, sondern Soko-Beamten vor ihren Zeugenaussagen auch einen Maulkorb verpasst haben. Auch der Soko-Leiter steht in der Kritik.

Potsdam. Im Maskenmann-Fall gerät Brandenburgs Polizeipräsident Arne Feuring unter Druck und agiert zunehmend nervös. Der 50-Jährige hatte sich nach Einschätzung von Beamten nicht nur persönlich derart in den Fall eingeschaltet, dass die Ermittlungen erschwert wurden; offenbar hält er auch die Hand schützend über den intern scharf kritisierten Leiter der Sonderkommision „Imker“, Falk Küchler.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Entführer Mario K. wurde am Donnerstag bekannt, dass Feuring Soko-Beamten vor ihrer Zeugenaussage vor Gericht schriftlich einen „Maulkorb“ verpasst hatte. Eine Kommissarin der Soko, die die Überfälle auf zwei Unternehmerfamilien aufklären sollte, zitierte am Donnerstag im Landgericht Frankfurt (Oder) ein Schreiben Feurings, in dem sie angehalten wird, über die „Zweckmäßigkeit von Ermittlungsansätzen“ nichts auszusagen. Alles andere wäre ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht und damit ein Dienstvergehen. Dass Beamte im Zeugenstand vom obersten Dienstherren derart bevormundet werden, ist ungewöhnlich.

Wie berichtet, erheben Mitglieder der 60-köpfigen Soko schwere Vorwürfe gegen den Polizeiführer. Ihnen sei unter Androhung von Konsequenzen verboten worden, Widersprüchen in den Aussagen des Entführungsopfers nachzugehen. „Es wird nur einseitig ermittelt“, klagt ein Beamter, der deshalb Anzeige erstattet hat.

Feuring wies die Vorwürfe gestern zurück. Er selbst habe zu keiner Zeit persönlich Einfluss auf die Ausrichtung der Ermittlungen genommen, sagte er der MAZ. Er habe am 8. Oktober mit dem Opfer telefoniert, aber nur, um mit ihm „Betreuungsmaßnahmen“ wie Personenschutz abzusprechen und ihn über eine geplante Pressekonferenz in Kenntnis zu setzen. Tatsächlich sahen Beamte die Ermittlungen beeinträchtigt, weil Feuring das Opfer kurz nach der Entführung in den Urlaub fliegen ließ, während der Täter frei herumlief. Die „ersten Vernehmungen“ seien zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen gewesen, rechtfertigt sich Feuring und sagt: „Die Gesamtleistung der Soko wird derzeit durch einige wenige meiner Mitarbeiter diskreditiert. Ich bin davon überzeugt, dass durch die Soko eine sehr professionelle Arbeit geleistet und dass der richtige Verdächtige gefasst wurde.“

Wenig professionell scheint aber jener Vorfall: Bei einer Tatortrekonstruktion am Storkower See soll Chefermittler Küchler in Anwesenheit mehrerer Beamter und des Entführungsopfers alkoholisiert gewesen sein. Zu jener Zeit befand sich der Banker Stefan T., dem nach eigenen Aussagen die Flucht gelungen war, noch unter Telefonüberwachung. Am Telefon soll er nach dem Ortstermin erzählt haben, dass Küchler in angetrunkenem Zustand mit ihm gesprochen habe. Er werde das an gegebener Stelle zur Sprache bringen. Das mitgehörte Gespräch wurde von Beamten protokolliert. Küchler soll von der Polizeispitze eine Missbilligung bekommen haben – was einige Beamte für eine auffällig milde Reaktion halten. Eine Missbilligung ist eine Art „Tadel“, sie kommt nicht in die Personalakte. Feuring und Küchler kennen sich aus der Zeit, als Feuring Polizeipräsident an der Oder war.

Aus Datenschutzgründen könne man sich zu Personalmaßnahmen nicht äußern, hieß es am Donnerstag vom Polizeipräsidium auf die Frage nach der Missbilligung. Mit dem Datenschutz nicht so genau nahm man es indes noch in der vergangenen Woche: Ungefragt teilte eine Polizeisprecherin der MAZ mit, ein im Prozessbericht zitierter Ex-Polizist, der als Zuschauer Kritik an den Ermittlungen äußerte, sei „psychisch krank“.

Andreas Schuster, Landes chef der Gewerkschaft der Polizei, sagte gestern, ihm sei von oberster Stelle vorgeworfen worden, die Arbeit der Polizei zu diskreditieren. Schuster hatte die Querelen in der Soko öffentlich angeprangert.

Von Marion Kaufmann

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Maskenmann-Fall-bringt-Feuring-in-Bedraengnis


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Vernazza2013
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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

06.06.2014 um 11:09
Maskenmann-Prozess
Mutter und Sohn: Ja, er hat geschossen

FRANKFURT (ODER) –
Der Berliner Unternehmer Christian P. kann sich bis heute nicht erklären, warum seine Frau und seine Tochter im Jahr 2011 Opfer zweier Überfälle in Bad Saarow wurden.

„Es gab zuvor keine Vorfälle, die so etwas hätten befürchten lassen“, sagte der 63-Jährige gestern als Zeuge im Maskenmann-Prozess vor dem Frankfurter Landgericht aus.

Der Millionär besitzt in Bad Saarow mehrere See-Grundstücke. P. bestätigte vor Gericht, dass er zu einigen seiner Grundstücke kein Baurecht bekommen habe, „ein langwieriger Prozess, der Ärger verursacht“, allerdings aus seiner Sicht kein Motiv für die Überfälle biete.

Der Unternehmer besitzt unter anderem das Bad Saarower Strandbad am Scharmützelsee. Als er geplante bauliche Veränderungen nicht durchführen durfte, hatte er die öffentliche Badeanstalt zum Ärger der Anwohner schließen lassen.

„Die Gemeinde hat das zwar bedauert, aber das war’s“, sagt er. Er habe mit der Familie überlegt, wer ein Motiv haben könnte. Entlassene Mitarbeiter wurden in Betracht gezogen, doch kein Verdacht erhärtete sich, sagte P.

Weiter als sein Vater ging Patrick P.. „Meine Mutter ist der festen Überzeugung, dass der Täter hier auf der Anklagebank sitzt“, sagte er mit Blick auf Mario K., der sich als angeblicher Maskenmann wegen versuchten Mordes verantworten muss.

Warum, so fragte Patrick P., sollte sie einen Unschuldigen belasten, während der tatsächliche Täter noch frei herum renne.

http://www.berliner-kurier.de/polizei-justiz/maskenmann-prozess-mutter-und-sohn--ja--er-hat-geschossen,7169126,27359946....


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JosefK1914
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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

06.06.2014 um 11:44
Vernazza2013 schrieb:Warum, so fragte Patrick P., sollte sie einen Unschuldigen belasten, während der tatsächliche Täter noch frei herum renne.
Die Antwort ist äußerst einfach, höchstwahrscheinlich weil er auf der Anklagebank sitzt. Die Ansicht nur durch Mund, Auge und Haare jemand erkennen zu können, halte ich für äußerst kritisch.

Hier hätten Versuche der Identifizierung im Vorfeld mit ähnlichen Testpersonen mit aufgesetzten Masken stattfinden müssen. Eine Aussage im Zeugenstand darf hier keinen Wert haben.


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Vernazza2013
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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

12.06.2014 um 10:31
7. PROZESSTAG AM LANDGERICHT FRANKFURT (ODER)

Entführungs-Opfer des Maskenmannes sagt aus

Von JÖRG LÖBKER und NICOLE BIEWALD

Frankfurt/ Oder – Der Indizien-Prozess gegen den mutmaßlichen Millionärs-Entführer von Brandenburg geht mit der Aussage des Entführungs-Opfers weiter.
Es ist der siebte Prozesstag, bei dem Mario K. (46) auf der Anklagebank des Landgerichts Frankfurt (Oder) sitzt.

Die aktuellen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft:
→ Im Herbst 2011 soll Mario K. die Tochter eines Immobilienmoguls in Bad Saarow (Brandenburg) mit einer Waffe bedroht haben. Ein Wachmann wurde angeschossen. Der Mann sitzt seitdem im Rollstuhl.
→ Im Oktober 2012 soll der als „Maskenmann“ bekannt gewordene Millionärs-Entführer einen Investment-Manager aus dessen Villa in Storkow entführt haben. Das Opfer konnte sich nach zwei Tagen selbst befreien.

Für den Prozess sind insgesamt 31 Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist erst im Oktober zu rechnen.

http://www.bild.de/regional/berlin/entfuehrung/maskenmann-prozess-36342486.bild.html


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Vernazza2013
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16.06.2014 um 16:12
Entführter bot dem Maskenmann seine Uhr an

Frankfurt (Oder) (dpa)
Der vom "Maskenmann" entführte Manager hat während seines Martyriums versucht, eine Beziehung zum Täter aufzubauen. Er habe ihm unter anderem auch seine Armbanduhr angeboten, sagte der 53-Jährige am Montag als Zeuge am Landgericht Frankfurt (Oder). Als mutmaßlicher Entführer sitzt ein 46-Jähriger auf der Anklagebank. Laut Staatsanwaltschaft wollte er mit der Tat im Herbst 2012 eine Million Euro Lösegeld erpressen.

Zur Geldübergabe kam es nicht, da sich der 53-jährige Manager nach qualvollen Stunden auf einer Schilfinsel am Großen Storkower See befreien und fliehen konnte. Am Freitag hatte er vor Gericht seine Verschleppung und die 33-stündige Tortur geschildert.

Er habe lange gewartet, bis er sich entschieden habe, die Fesselung zu lösen, sagte der Manager am Montag. Er habe erst die Hände freigemacht und einen Ohrstöpsel entfernt. Als er dann nichts von seinem Entführer gehört habe, habe er auch die restlichen Fesseln gelöst. Dann sei er auf allen Vieren weggekrochen.

Dem Angeklagten werden Anschläge auf zwei reiche Familien in Ostbrandenburg vorgeworfen. Er bestreitet, der Täter zu sein. Dieser war immer maskiert. Der Manager zeigte sich vergangene Woche vor Gericht überzeugt, dass der Angeklagte der "Maskenmann" ist. "Er ist ein Chamäleon, ein Verhaltenskünstler par excellence, aber es ist er", sagte der 53-Jährige.

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1289175/


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Vernazza2013
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23.06.2014 um 13:57
Im „Maskenmann“-Prozess wird Gutachter gehört

Im „Maskenmann“-Prozess wird am Montag (9.30 Uhr) ein Gutachter gehört. Der Gerichtsmediziner soll vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) unter anderem über die Verletzungen eines Wachmanns berichten, der niedergeschossen wurde. Angeklagt ist ein 46-Jähriger, der zwei Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen und einen Investment-Banker entführt haben soll. Bei einem der Überfälle wurde der Personenschützer verletzt.

Der Angeklagte soll vor mehr als drei Jahren eine Unternehmergattin in Bad Saarow niedergeknüppelt haben. Später soll der Maskierte auf die Tochter der Familie geschossen haben. Die Schüsse verfehlten die junge Frau und trafen ihren Wachmann, der seitdem im Rollstuhl sitzt. Ein Jahr später soll der Täter den Manager entführt haben.

Der Täter soll eine Art Imkermaske getragen haben, was ihm den Namen „Maskenmann“ einbrachte. Dem Angeklagten werden unter anderem versuchter Mord, schwere Körperverletzung, räuberische Erpressung und versuchter Totschlag zur Last gelegt. Der 46-Jährige bestreitet die Taten. (dpa)

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/das-bringt-der-tag-in-berlin-maskenmann-prozess-geht-weiter,10809148,27580248.html


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Vernazza2013
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27.06.2014 um 15:42
Maskenmann-Prozess: Rätselraten über Aussagen eines Zeugen

Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Prozess um die Entführung eines Berliner Unternehmers in Storkow (Oder-Spree) ist am Donnerstag die Vernehmung von Zeugen fortgesetzt worden. Der Rentner Heinz. K. wird am Vormittag als erster in den Gerichtssaal 007 gerufen. Der 76-jährige Mann aus der Nähe von Fürstenwalde (Ode-Spree) ist für die Staatsanwaltschaft ein wichtiger Zeuge. Er will den Angeklagten Mario K. am 24. Juli 2012 auf einem Fahrrad am Springsee (Oder-Spree) gesehen haben. Die Beobachtung ist für die Ankläger von Bedeutung, weil Mario K. bestreitet, jemals in der Region unweit der Tatorte unterwegs gewesen zu sein.

Rentner Heinz K. hat aber noch viel mehr zu bieten: Vier Wochen vor dem Zusammentreffen mit dem Radfahrer will er auch das Kajak im Springsee gesichtet - und dort mit Mario K. gesprochen haben, den er am Donnerstag im Gerichtssaal als den angeblichen Entführer identifiziert.

Die Befragung des Zeugen erweist sich als schwierig. Heinz K. ist ein Mann, der viel reden kann, wenn er gefragt wird. Aber so sehr sich der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs auch müht: Die Berichte des Zeugen hinterlassen eine Menge Fragezeichen. Mitunter nehmen seine Aussagen auch kuriose Züge an. Denn ursprünglich achtet er im Sommer 2012 auf den Radfahrer am Springsee, weil er einem verstorbenen Bekannten vom Campingplatz ähnlich sieht. "Ich dachte, hier kommt Herr K.", beschreibt der Zeuge seinen ersten Eindruck. "Aber der konnte es ja nicht sein, der war ja schon tot."

Der Radfahrer trägt eine große Brille und einen Hut. Komisch ist nur, dass der Bekannte vom Campingplatz vor seinem Tod bereits über 70 Jahre alt war und somit gar keine Ähnlichkeit mit dem damals 44-jährigen Mario K. haben dürfte. Kopfschütteln auf der Anklagebank. Aber Rentner Heinz K. verteidigt seine heutige Überzeugung. Der Identitätswechsel des Radfahrers erfolgte, als die ersten Fotos von Mario K. in den Medien veröffentlicht wurden. Auf einem der Bilder trägt er eine große Brille und einen Hut.

Noch verwirrender wird die Befragung als es um das Kajak und eine Person geht, die der Zeuge am 13. Juni 2012 am Springsee gesprochen haben will. Im Gerichtssaal 007 erkennt er das Kajak als das Boot wieder, das er an diesem Tag im Schilf gesehen haben will. Ein wichtiges Merkmal ist ein braunes Klebeband, das an der Spitze des Kajaks klebt. Insoweit stimmt die Beschreibung von Heinz K. auch mit seiner früheren Aussage bei der Polizei überein. Von den Beamten nach den Farben befragt sagt er damals aber, "schwarz und weiß, wie bei einem Zebra". Tatsächlich ist das Boot aber rot und gelb.

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1292982/


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Vernazza2013
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01.07.2014 um 18:38
Angeklagter Mario K. trainierte in Berliner Schützenverein

Über den Angeklagten im "Maskenmann"-Prozess war bislang wenig bekannt: Nun sagten Vereinsschützen aus, dass er im Tatzeitraum regelmäßig mit dem Modell der späteren Tatwaffe übte.

Wer ist Mario K.? Über den Angeklagten im "Maskenmann"-Prozess war bisher nur wenig zu erfahren – bis zur Verhandlung in Frankfurt (O.) am gestrigen Montag, als Mitglieder eines Berliner Schützenvereins als Zeugen aussagten. In der Schießhalle nahe dem Baumschulenweg soll K. 2011 und 2012, also im Tatzeitraum, regelmäßig trainiert haben.

Und zwar mit einer Ceska 75, einer halbautomatischen Selbstladepistole, Kaliber neun Millimeter, die als präzise und genau gilt. Eine Waffe dieser Marke soll bei einem der beiden Überfälle auf die Millionärsfamilie in Bad Saarow verwendet worden sein. Der Maskierte schoss damit und traf einen Personenschützer, der seitdem querschnittsgelähmt ist.

Ebenfalls eine Ceska spielte bei der Entführung in Storkow eine Rolle – als der Angreifer damit in die Decke des Wohnzimmers seines Opfers schoss. Die Projektile haben die Ermittler sichergestellt, die mutmaßliche Tatwaffe wurde nicht gefunden. Die Ceska 75, mit der K. beim Schützenverein schoss, war eine Leihpistole. Er selbst hatte weder eine eigene Waffe noch eine Waffenberechtigungskarte, bestätigten Vereinsmitglieder.

"K. hatte kein Interesse daran, ihm reichte es, einfach zu schießen", erinnerte sich Sportwart Andreas B. Der heute 46-Jährige habe kein Auto besessen, sei häufig mit dem Fahrrad gekommen und ein "mittelmäßiger Schütze" gewesen, so der Zeuge. Dass er wegen unerlaubten Waffenbesitzes bereits zweimal vorbestraft war, habe im Verein niemand gewusst.

http://www.morgenpost.de/berlin/article129636394/Angeklagter-Mario-K-trainierte-in-Berliner-Schuetzenverein.html


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Vernazza2013
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08.07.2014 um 08:46
Zeugin spricht im Maskenmann-Prozess
Mario K. suchte vor Verhaftung eine Frau

Mehrfach soll er Frauen direkt auf der Straße angesprochen haben: Mario K., der Angeklagte im Maskenmann-Prozess, war in den Monaten vor seiner Verhaftung offenbar auf der Suche nach einer Freundin. Eine Zeugin beschrieb am Montag vor Gericht, dass Mario K. beim ersten Treffen aufdringlich wurde und "körperliche Dinge" gewollt hatte.

Frankfurt (Oder). Der Angeklagte im Maskenmann-Prozess vor dem Frankfurter Landgericht war in den Monaten vor seiner Verhaftung im vergangenen Herbst dringend auf der Suche nach einer Freundin. Mehrfach soll er Frauen direkt auf der Straße angesprochen haben. Und dass nicht ohne Erfolg. "Wir trafen uns im vergangenen Sommer zufällig in Berlin, am Elsterwerdaer Platz, kamen ins Gespräch und tauschten schließlich Telefonnummern", erzählte die 31 Jahre alte Undine H. am Montag als Zeugin vor Gericht. Ein paar Tage später verabredete sich die alleinerziehende junge Mutter telefonisch mit Mario K. "Wir fuhren mit den Rädern zum Biesdorfer See, machten dort ein Picknick", so die schlanke junge Frau. Dabei sei ihr bei dem Angeklagten eine große Narbe am Oberschenkel aufgefallen.

An Einzelheiten der Begegnung will sie sich nicht mehr erinnern können. Nur so viel: "Zunächst war das Treffen nett, er sehr freundlich und höflich. Dann aber wurde es zusehends unangenehm, weil K. so aufdringlich war", gestand die Zeugin mit verschämtem Unterton. Der ihr eigentlich fremde Mann, habe "körperliche Dinge" gewollt, die sie nicht wollte. Sie habe ein zweites Treffen kurzfristig abgesagt.

Im Gegensatz zu anderen Zeugen an vorangegangenen Verhandlungstagen erkannte die 31-Jährige den Angeklagten auch im Gerichtsaal gleich wieder. Während der 46-Jährige im blütenweißen Hemd jeglichen Blickkontakt mit der Zeugin vermied, musterte diese ihn ganz genau. "Er trug damals keine Brille und keinen Bart wie jetzt", sagte sie nur.

Besonders bewegend war der erste Auftritt von Mario K.s Mutter als Zeugin. Ihr Verhältnis zum Sohn soll bereits seit Jahren nicht das beste gewesen sein. Die sichtlich aufgeregte 65-Jährige musterte alle Anwesenden, während ihr Sohn den Kopf konsequent gesenkt hielt. Lediglich als Heidemarie F. nach vorne zum Richtertisch ging, wagte er einen verstohlenen Blick auf seine Mutter. Als Zeugin gegen ihren Sohn aussagen mochte die Rentnerin aus Berlin zumindest nicht. Allerdings erlaubte sie, dass der Polizist, der sie nach der Verhaftung von Mario K. vernommen hatte, an einem der nächsten Prozesstage vor Gericht Auskunft über das Gespräch geben darf.

Der 46-jährige K. soll im Jahr 2011 zweimal Mitglieder einer Unternehmerfamilie in Bad Saarow überfallen haben sowie ein Jahr später einen Banker in Storkow entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. Das Verfahren wird am Donnerstag fortgesetzt.

Von Jeanette Bederke

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Maskenmann-Prozess-Angeklagter-Mario-K.-suchte-vor-Verhaftung-eine-Frau


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Vernazza2013
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Anschläge auf Berliner Millionärs-Familie Pepper

08.07.2014 um 10:44
"Ich hatte ein schlechtes Bauchgefühl"

Frankfurt (Oder) (MOZ) Es gibt kein liebes Wort und es gibt keine Tränen. Heidemarie F. eilt mit flotten Schritten in Richtung Richtertisch. Ihren Sohn Mario K. lässt die 65-jährige Berlinerin dabei links liegen. Beide schauen sich nur für eine oder zwei Sekunden an - mehr nicht. Viel sagen will die Rentnerin ohnehin nicht. Als Mutter des Angeklagten macht sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, muss also nichts über ihren Sohn vor Gericht aussagen. Dafür willigt die Zeugin ein, dass ihre polizeiliche Aussage verwendet werden darf - auch das hätte sie als Mutter ablehnen können.

Am 14. Prozesstag gegen den sogenannten Maskenmann hört die 2. Große Strafkammer auch frühere Kollegen. Bei Jana S. aus Petershagen (Märkisch-Oderland) war der gelernte Dachdecker bis zu seiner Festnahme im September 2013 beschäftigt. Die 39-jährige Unternehmerin beschreibt den Mann als pünktlich, höflich und zuvorkommend. "Das war nicht so einer, der eine große Klappe hat", sagt die junge Frau. Angestellt habe sie ihn, weil er trotz seiner 46 Jahre einen guten körperlichen Eindruck machte - eine wichtige Voraussetzung für den Beruf eines Dachdeckers.

In einer Pause erzählt die Zeugin, dass ihr Mario K. aus dem Gefängnis einen Brief geschrieben hat. Es ging um sein offenes Gehalt, das auf ein Konto überwiesen werden sollte. Und er schrieb, was aus seiner Tasse und seinem Hammer werden soll. "Von der Festnahme waren wir alle völlig überrascht", erklärt die Zeugin dem Vorsitzenden Richter. An dem Tag hätte er mit einem Kollegen auf einer Baustelle arbeiten sollen. Aber er öffnete nicht die Tür. Nur eine verängstigte Nachbarin berichtet über die Durchsuchung der Polizei. Von den Vorstrafen ihres Mitarbeiters will die Unternehmerin nichts gewusst haben. "Ich habe von ihm keinen Lebenslauf erhalten." Später sagt sie noch, dass sein Vorleben auch ohne Festnahme bald aufgeflogen wäre. "Wir hatten einen Auftrag in einem Gefängnis." Da werden Führungszeugnisse verlangt.

Mit Christian O. (20) arbeitete der Angeklagte im vorigen Sommer zusammen. Auch er beschreibt ihn als "netten und hilfsbereiten" Menschen. Da gebe es aber die eine Sache: "Er hat nach der Arbeit geduscht. Das macht sonst keiner", berichtet der Zeuge über seine Erinnerungen. Er ist es auch, der von einem Streit zwischen Mario K. und einem anderen Kollegen spricht. Der habe dem Angeklagten "eine Aufgabe übertragen, die nicht lösbar war", sagt er. Weil Mario K. sagte, dass das nicht gehe, sei er entlassen worden.

Einen Monat vor diesem Ereignis trifft sich Mario K. mit einer Frau an einem See. Er hat sie zwei Tage zuvor auf der Straße angesprochen. Offenbar ist man sich sympathisch. Was folgt, ist die Verabredung am Wasser. Es gibt Rotwein und Käse - und erste Zärtlichkeiten. Er reibt ihren Rücken mit Öl ein und lobt ihre Kusskünste. An alle Details kann sich die Frau vor Gericht nicht mehr erinnern. "War es ein nettes Treffen?" fragt Anwalt Jakob Danckert, der eine der Opferfamilien in dem Prozess vertritt. "Zum Ende hin war es unangenehm", antwortet die Zeugin. Mario K. sei nach ihrem "Gefühl sehr aufdringlich" geworden. "Und warum haben Sie ihn dann noch fünf Mal angerufen", hakt Anwalt Axel Weimann ein, der den Angeklagten verteidigt. "Ich wollte das nächste Treffen absagen", erklärt sie und spricht von einem schlechten Bauchgefühl. Mario K. wollte sie im Park von Schloss Biesdorf treffen - aber da gebe es am Abend kein Licht.

http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1299412/


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08.07.2014 um 12:50
@Vernazza2013
danke für die vielen aktuellen Fakten!


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