weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

126 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Düsseldorf, Erschlagen, Bilk, Susanne Lucan, Unterbilk
Comtesse
Diskussionsleiter
versteckt

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

02.10.2013 um 18:50
Ich denke mal Tat -> Fahrt zur Freundin mit einvernehmlichem Sex + Übernachtung in Essen. Am nächsten Tag/Abend dann (heimlich) zur Geburtstagsfeier von SL. Nach dem Fund der Toten dann wieder zu der neuen Freundin mit Mitteilung, dass sie tot ist. Frage wäre dann, wenn der Sex vorher entlastend war: Wie sah DANACH das Sexleben aus? Hätte er nach der Mitteilung mit ihr geschlafen, fänd ich das schon merkwürdig und auch ein Zeichen, dass von "Impotenz in belastenden Situationen" eigentlich nicht viel Rede sein kann. Denn da müsste ihm ja schon klargewesen sein, dass das Doppelleben nun auf BEIDEN Seiten bald auffliegt und die Polizei rausfindet, dass er nachts noch da war.


melden
Anzeige

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

02.10.2013 um 18:53
keine Ahnung und keine Spekulation von mir. Das Thema wurde in einer nciht öffentlichen verhandlung geklärt.
danach scheint er mit seiner Partnerin jedenfalls ein für beide seiten zufrieden stellendes Leben geführt zu haben.


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

03.10.2013 um 13:44
@diegraefin


Hast du noch nie überlegt, was du gerade getan hast, als du etwas erfahren hast oder du erfahren hast, dass zu Zeitpunkt X etwas passiert ist?

Das ist ziemlich normal, dass man das tut und dass es einem im Gedächtnis bleibt.

An seiner Stelle, hätte ich mich nicht automatisch als Hauptverdächtigen angesehen. Warum sollte er also in dieser Hinsicht in Stress geraten?


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

09.10.2013 um 17:14
PROZESS: FALL LUCAN
Enger Freund von Susanne Lucan angehört
09.10.2013 | 16:53 Uhr

Düsseldorf. Vor dem Landgericht Düsseldorf ging am Mittwoch der Prozess im Fall Lucan weiter. Auch nach über neun Jahren sind die genauen Todesumstände nicht geklärt. Jetzt wurde der beste Freund von Susanne Lucan gehört.

„Sie hat sich viel erhofft von dem Abend.“ Das weiß der beste Freund von Susanne Lucan noch. Doch die 27-Jährige wurde in der Nacht vor neun Jahren in ihrem Bett erschlagen. Jetzt steht ihr Ex-Freund Thomas S. (39) vor dem Landgericht, angeklagt wegen Mordes. Das Gericht hörte gestern Zeugen.

Darunter den Mann, der seit Jahren eng mit Susanne Lucan befreundet war. Der wusste, wie sehr sie unter der Trennung von Thomas S. litt. Das Paar war sieben Jahre zusammen gewesen, dann zog Thomas S. aus.

Obwohl er eine neue Beziehung hatte, sah er Susanne Lucan oft. Die nichts von der neuen Freundin wusste und auf einen Neuanfang hoffte.

So habe es damals auch ausgesehen, sagte der Zeuge. Susanne habe erzählt, dass sie mit Thomas S. gekuschelt und Händchen gehalten habe. Am Abend des 19. November 2004 wollten sie essen gehen, ihren „Liebes-Abend“ habe sie die Verabredung genannt. Und gehofft, dass Thomas S. endlich wieder über Nacht blieb.

„Ich dachte, die kommen wieder zusammen“, so der beste Freund. Er kann sich auch vorstellen, dass Susanne Thomas S. zur Rede stellte, als es nicht dazu kam. „Sie hatte eine impulsive Seite.“

Thomas S. hat ausgesagt, dass er Susanne zwar ins Bett brachte, dann aber habe er die Wohnung verlassen. Das gemeinsame Essen habe keine größere Bedeutung gehabt. Dass es zwischen ihnen aus war, sei klar gewesen.

Am nächsten Abend hatte Thomas S. den Zeugen alarmiert, weil er Susanne nicht erreichen konnte. Gemeinsam versuchten sie, ihre Wohnungstür zu öffnen, während immer mehr Freunde eintrafen, die Susanne Lucans Geburtstag feiern wollten. „Ich musste ihnen sagen: ,Hört auf zu grinsen, wir wissen nicht, was mit Susanne ist“, erinnerte er sich.

Sie versuchten, mit Werkzeug die Tür zu öffnen, schauten von der Terrasse in die Wohnung. Und riefen schließlich die Polizei. Als „wie im Fernsehen“ Leute mit Köfferchen und in Schutzanzügen kamen, „habe ich gemerkt, da ist was Schlimmes passiert“.

Ob er Thomas S. damals nach dem „Liebes-Abend“ gefragt habe? Ja, Thomas S. habe nur gesagt, dass es ein netter Abend war, sie essen waren, einen Film sahen und er dann ging. „Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass er immer das gleiche sagte, nie Details erzählt hat.“ Jetzt im Gericht habe er Thomas S. auch gefragt, ob er es war. Der habe geantwortet: „So etwas könnte ich ihr doch nicht antun.“

Katharina Rüth


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

09.10.2013 um 21:30
Unschuldsvermutung. Aber nicht mit eigenen Gefühlen umgehen zu können...


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

09.10.2013 um 23:11
Lucan-Prozess: "Sie waren ein gutes Paar"
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 09.10.2013 - 19:41
Düsseldorf (RP). Am vierten Verhandlungstag im Mordprozess gegen Thomas S. berichteten Freunde der Ermordeten von der Beziehung der beiden und von dem Abend, an dem das Verbrechen entdeckt wurde.

Google-Anzeigen
La Palma Schnäppchen 2013
"Testsieger" mit Tiefpreisgarantie! HIER günstig Insel La Palma buchen.
www.La-Palma.holidaycheck.de

"Sie waren gut miteinander": Die Freunde von Susanne Lucan hatten ihren jahrelangen Lebensgefährten Thomas sehr ge schätzt. Den Mord wollte ihm anfangs niemand zutrauen. RP-Archivfoto: Privat Foto: Bußkamp, Thomas
Arm in Arm haben sie vor fast neun Jahren den Friedhof verlassen, auf dem gerade Susanne Lucan beigesetzt worden war. Am Mittwoch begegneten sich Thomas S. und Arne F. zum ersten Mal wieder – vor Gericht: Thomas S. als Angeklagter, Arne F. als Zeuge. "Ich habe mir damals nicht vorstellen können, dass er sie getötet hat", sagte der heute 34-jährige Zeuge, "und ich kann es nach wie vor nicht." Damals, bei der Beerdigung, habe er S. zwar gefragt, warum er Susanne betrogen habe. Der soll geantwortet haben, das spiele nun, da sie tot sei, keine Rolle mehr. Ihn direkt zu fragen, ob er mit Susannes Tod zu tun habe, wie es die Kripo damals schon vermutete, "habe ich mich nicht getraut", so der Zeuge: "Seine Trauer damals war echt."

POLIZISTEN DACHTEN ZUERST AN SUIZID
Nachdem die Feuerwehr die Tür zu Lucans Wohnung geöffnet hatte, fanden Polizisten die Tote im Bett – und hielten die schweren Kopfverletzungen zunächst für das Resultat eines Suizids durch einen Kopfschuss.
Erst als klar wurde, dass es keine Waffe gab, wurde eine Mordkommission gebildet.

Wie die beste Freundin des Opfers, Sandra H., und deren damaliger Lebensgefährte beschrieb Arne am Mittwoch vor Gericht Susanne und Thomas S. als ein "inniges" Paar. "Die beiden waren gut miteinander, planten eine Zukunft. Ich habe mich gefreut, dass sie sich nach einem schwierigen Jahr wieder annäherten." Alle Freunde wussten damals, dass S. Zweifel an seinen Gefühlen gehegt und Susanne verlassen hatte. Doch danach hätten sie sich weiter getroffen und Thomas S. regelmäßig Futter für Susannes Katzen vorbeigebracht, "wie bei Trennungskindern, das fand Susanne so süß von ihm." Die junge Frau habe immer gehofft, dass ihre Beziehung sich wieder normalisiere. "Suse" sei in den Monaten vor ihrem Tod durchaus bereit gewesen, ein Leben ohne S. zu führen, habe geflirtet, sei ausgegangen, erinnerte sich Freundin Sandra. "Aber Thomas hat sie ja nicht los gelassen." Er sei oft da gewesen, "mir kamen sie nie getrennt vor". S. habe geschrieben, gemailt, angerufen, auch bei der Arbeit. "Das ging alles von ihm aus – Susanne wäre ihm nie nachgelaufen."


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

10.10.2013 um 16:39
Anhand dieser Schilderung über Susanne war sie aber bei manch anderen dann gar nicht diese ängstliche, unselbständige Frau, die nur darauf wartete, bis TS. zu ihr zurückkehrte, sondern man bekommt den Eindruck, dass es ihr sogar schmeichelte, er komme von ihr doch nicht los .....

Trotz dieses Eindruckes aber fuhr auch Susanne die 2. Schiene und sah sich etwas um, wenn sie auch ausging, für den Fall, er kommt nicht mehr für ganz zurück, denn es lag ihr fern, ihn anzubetteln, nachdem ER sie verlassen hatte....

Ich bin mir fast sicher, dass er auf diesen Zeitraum des Geburtstags von Susanne hingearbeitet hatte,
weil er vllt auch früh genug wusste, dass Susannes Mutter in dieser Zeit im Urlaub ist und das mit dem abgebrochenen Schlüssel dann eigentlich von niemanden entdeckt werden konnte....

Er stand ja dann auch nicht als Gast der Geburtstagsfeier , sondern als besorgter Freund vor der verschlossenen Tür in Begleitung des gemeinsamen Freundes , den er zuvor noch informierte , dass er sie am Handy nicht erreichen konnte..... raffiniert eingefädelt....

Da es sich um eine Erdgeschosswohnung gehandelt hatte, weil von einer Terrasse die Rede war, hätte er auch leicht andere Wege des Auffindens wählen können, wenn sie von andern gefunden werden sollte, aber sie sollte in seinem Beisein aufgefunden werden , damit kein Verdacht auf ihn fallen sollte....


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

10.10.2013 um 19:06
Wie passt es aber zusammen, dass sie sich bereits anderweitig umsah, gleichzeitig sich aber von dem Abend soviel erhoffte?

War es denn wirklich so, dass er den Kontakt suchte? Gibt es dafür Beweise? Oder hat sie nur davon erzählt? Sich vielleicht nicht getraut zu sagen, dass sie den Kontakt sucht, weil ihr dann die Leute abgeraten hätten?

Irgendwie passt das hinten und vorne nicht zusammen.


Mich würde auch immer noch interessieren, wie man darauf kommt, dass er nicht eingeladen war. Wer hat diese Aussage getroffen? Wenn sie wirklich auf eine Neuanfang hofft, wäre es doch sehr komisch, wenn er bei so etwas wie dem Geburtstag nicht dabei gewesen wäre.


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

12.10.2013 um 12:16
Dass wird Susanne mit ihren Gästen schon besprochen haben,warum er nicht dabei sein wird.

Solange beziehungsmäßig noch nichts in trockenen Tüchern war, während sie alles gab und tat, damit er wieder zurück kommen konnte....

Sie muss sich ja vorgekommen sein, als hätte sie es mit jemand zu tun, der nicht richtig weiß, was er will......konnte er auch, wenn er schon hatte, was er wollte.

Sogar an das Katzenfutter dachte er noch, also tierlieb , aber eben auch das pure Gegenteil, mit der er sich dann eine Einladung erschlichen hat, mit der er sich eine weisse Weste beschaffte, die auch viele Jahre keine Flecken bekam.... vllt brauchte er das Erlebnis noch, miterleben, wie bestürzt und schockiert die Gäste reagierten.


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

13.10.2013 um 22:22
@bellady

Dieser Fall hat auf irgendeine Weise Ähnlichkeiten mit dem Tötungsdelikt Karen Gauke,
der in der Rubrik Kriminalfälle in der Vergangenheit erörtert wurde..und noch aktuell
nicht abgeschlossen ist..


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

13.10.2013 um 22:54
@bellady



Gibt es dazu offizielle Infos?

Und hatte sie nicht noch an dem Tag vorher anderen erzählt, dass sie sich von dem Abend viel versprach?

Er verbringt den Abend und auch sonst viel Zeit mit ihr, aber ausgerechnet am Geburtstag schließt sie ihn gezielt aus? Das passt doch nicht ins Bild.


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

14.10.2013 um 21:56
@Vernazza2013

Karen Gauke......der Täter ist doch verstorben....wie wollen die Eltern sie finden, wenn er nicht mehr lebt.....
War es ein weitere Strafe für ihn, weil er die Stelle nicht preisgab, wo man Karen finden konnte und
strafte damit ihre Familie nochmal.....

@Katinka1971

Meinst du, wenn sie ihn eingeladen hätte, wäre alles Friede-Freude-Eierkuchen gewesen....??

Ich glaube eher, ihr Freundeskreis war ihm schon immer eher ein Dorn im Auge , weswegen er
diese ihr nahestehenden Leute in seinen perfiden Plan mit einbezogen hatte, weil sie Susanne zur Seite standen und sie aufbauten, während er sie vllt in den Suizid treiben wollte, wie es zunächst auch ausgesehen hatte, als man sie fand.....

Ich bin mir fast sicher, hätte ihre Mutter nicht dermaßen Druck gemacht, weil sie wissen will, ob ER der Täter ist, hätte man ihn in Ruhe gelassen.....


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

16.10.2013 um 15:43
Mordfall Lucan in Düsseldorf
Rätsel um den abgebrochenen Schlüssel

VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 16.10.2013

Düsseldorf (RP). Als der des Mordes angeklagte Thomas S. am 20. November 2004 mit einem Bekannten versuchte, die Tür von Susanne Lucans Wohnung zu öffnen, war das Schloss blockiert. "Der Schlüssel steckt von innen", sagte der Angeklagte damals am Polizeinotruf, den die Männer aus Sorge um Susanne angerufen hatten.

Aus dem Mitschnitt geht auch hervor, dass S. später entdeckt haben will, dass der Schlüssel "von außen abgebrochen" war.

Am Dienstag sagte nun ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger aus dem Landeskriminalamt aus. Er hat bei der Untersuchung des Schlüsselrests festgestellt, dass der Sicherheitsschlüssel tatsächlich von außen abgebrochen war. "Das muss bewusst und gewollt geschehen sein", sagte der Fachmann, anders seien die Spuren nicht zu erklären. Der Schlüssel sei auch nicht, wie etwa in einem "hakenden Schloss" hin- und herbewegt worden, sondern in einer Auf- und Abwärtsbewegung zerbrochen.

Ob das mit der Hand geschehen sein könne oder ein Werkzeug dazu nötig sei, konnte der Experte nicht sagen – und auch nicht ausschließen, dass es sich bei dem zerbrochenen Schlüssel um eine Kopie des Originals handelt. Das soll er nun noch untersuchen.

Seit dem Tod der damals gerade 27 Jahre alt gewordenen Susanne Lucan ist deren Schlüsselbund verschwunden. Einen Zweitschlüssel besaß nur ihre Mutter. Der Sachverständige sagte gestern, üblicherweise würden vom Hersteller des Schlosses drei Schlüssel ausgegeben. Die "Schlüsselgeschichte" sei ihm ein Rätsel, sagte Verteidiger Rüdiger Deckers, der sich fragt, ob womöglich "jemand" versucht habe, das Sicherheitsschloss an Susanne Lucans Wohnungstür zu präparieren, damit es von einem Unbekannten, der keinen Schlüssel habe, leicht geöffnet werden könne – so sei es etwa bei Einbrechern eine nicht unübliche Praxis.

Allerdings war auch am Abend, an dem die Tote in ihrer Wohnung entdeckt worden war, versucht worden, das blockierte Schloss mit einem Schraubendreher zu bewegen – das hatte nicht funktioniert.

Staatsanwalt Christoph Kumpa hält für wahrscheinlicher, dass der Täter den Schlüssel abgeschlagen habe – womöglich mit der bis heute verschwunden Mordwaffe – um den Zeitraum und die Umstände kontrollieren zu können, unter denen das Verbrechen entdeckt würde.


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

19.10.2013 um 22:04
Düsseldorf
Fall Lucan: Polizei ging von Suizid aus
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 19.10.2013
Düsseldorf (RP). Im Mordprozess gegen den früheren Lebensgefährten der im November 2004 getöteten Susanne Lucan wurden folgenschwere Fehler der Ermittler offensichtlich. Das erschwert die Argumentation der Anklage.

Als am sechsten Verhandlungstag die Polizisten aussagten, die am 20. November 2004 als erste in die Wohnung der ermordeten Susanne Lucan kamen, wurde klar, warum die Beweislage gegen den einzigen Verdächtigen Thomas S. so schwierig ist. Weil S. in der Wohnung des Opfers ein und aus gegangen war und auch eingeräumt hatte, sie in der Nacht ihres Todes ins Bett gebracht zu haben, waren ohnehin die meisten der ihm zuzuordnenden Spuren erklärbar. Wenn es weitere gegeben hat, sind sie womöglich durch Fehleinschätzungen und -informationen vernichtet worden.

Er habe sofort an einen Suizid gedacht, "durch etwas schussähnliches, weil da so viel Blut verströmt war", sagte ein heute 35-jähriger Beamter, der damals zu einem "Hilfeersuchen" an die Benzenbergstraße geschickt worden war. Nachdem, was Thomas S. und ein Bekannter im Notruf geschildert hatten, ging die Polizei damals zunächst von einem Notfall wie Sturz oder Erkrankung aus. Zwei Feuerwehrleute öffneten im Auftrag der Beamten das blockierte Türschloss, gingen dann mit zwei Rettungssanitätern in die Wohnung – erst dann folgten die Polizisten, deren Dienstvorschrift das allerdings andersherum fordert.

Ein Rettungsassistent tastete am Arm der blutüberströmten Susanne nach dem Puls, stellte dabei die Leichenstarre und den Tod fest. Ob sie zugedeckt gewesen war, als die Sanitäter sie im Bett fanden? Das Licht ein- oder ausgeschaltet? Die Tür offen oder geschlossen? Das konnte, neun Jahre danach, keiner der Zeugen sagen. Aber auch in ihren Vernehmungen kurz nach dem Einsatz widersprachen sich die Angaben.

Unter dem Eindruck der Entdeckung dürfte letztlich keiner der sechs Männer, die als erste am Tatort waren, darauf geachtet haben. "Nachdem ich die Tote gesehen hatte, habe ich auf Details nicht mehr geachtet", räumte vor Gericht einer der Schutzpolizisten ein. Er habe sich vor allem bemüht, die Partygäste, die Susanne für den Abend eingeladen hatte und die vor der Tür unruhig wurden, von der Wohnung fernzuhalten.
In dieser Situation will der Beamte auch nicht gehört haben, wie sein Kollege per Funk seinen Vorgesetzten und die Kripo anforderte, zu einem "Suizid durch Kopfschuss". Mit dieser Information aber traf kurz darauf ein Team der Kripo ein. Um die Tatwaffe zu finden, durchsuchte ein Ermittler das Bett und ging, so ein dritter Polizist vor Gericht, "dabei nicht sonderlich zimperlich" vor. Als dem Kripo-Kollegen klar geworden sei, dass es sich nicht um einen Suizid handeln könne, habe er "recht betroffen" gewirkt.

Von einem Schuss ging die Kripo aber weiterhin aus, untersuchte S. und einen weiteren Partygast sogar auf Schmauchspuren an den Händen. Erst als mit der Mordkommission ein Rechtsmediziner eintraf, stand schnell fest, dass Susanne Lucans Kopfverletzungen von schweren Schlägen stammten.

Wo und wann genau welche Decke wie gelegen hat – das ließ sich deshalb schon damals nicht mehr rekonstruieren. Und ebenso wenig die Position einer Jogginghose voller Blutspritzer, die nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft der Angeklagte bei der Tat getragen hat.

In sechs Hauptverhandlungstagen ist bislang nur nachgewiesen worden, dass Thomas S. monatelang ein Doppelleben führte, seine heutige Ehefrau ebenso hinterging wie die getötete Susanne und deren Familie, dass er ein überzeugender Lügner sein kann, was nicht sehr sympathisch, aber auch nicht strafbar ist. Die Lügen und Widersprüche, die Thomas S. schon vor neun Jahren in Mordverdacht brachten, sind nur ein Indiz. Vor den objektiven Beweisen muss der Verteidigung aber derzeit nicht bange sein.

Quelle: RP


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

20.10.2013 um 16:37
Die Polizei unser Freund und Helfer ?


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

20.10.2013 um 21:45
@chippi
Bei der unmittelbaren "Augenscheinnahme" und subjektiver Beurteilung am Tatort,
waren vermutlich die anwesenden Polizeibeamten sowie die Rettungsassistenten,
durchweg überfordert..


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

20.10.2013 um 23:01
Bei den Tatsachen die es hieß das Feuerwehr Rettungsdienst und Polizei vor Ort waren kann es ja nicht sein das alle überfordert waren schon deswegen weil Susannes Geburtstagsgaeste alle vor dem haus standen und ihr exfreund angeblich rief susanne tuh mir das nicht an er wurde ja laut bericht hier von ihrer Freundin zurueck gewiesen solche Äußerungen zu unterlassen.


melden

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

24.10.2013 um 11:32
Muss nicht über die Einsätze Protokoll geführt werden? Muss danach nicht die Polizei ein Ermittlungsprotokoll führen, die Kripo, die Rechtsmediziner? Exisistiert denn hier keine Vorschrift?

Das man sich nicht an alles nach 9 Jahren erinnert, aber anhand der Notizen müsste doch einiges möglich sein!

Kopfschüttel *unglaublich

Wir sind alles nur Menschen, aber das ist deren JOB!


melden
Comtesse
Diskussionsleiter
versteckt

Lesezeichen setzen

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

08.11.2013 um 07:55
http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/fall-lucan-gutachten-beweisen-nichts-1.3800021

Düsseldorf
Fall Lucan: Gutachten beweisen nichts
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 07.11.2013 - 18:29
Düsseldorf (RPO). Alle wissenschaftlichen Versuche, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, an dem Susanne Lucan starb, sind fehlgeschlagen. Die Aussagen der Rechtsmediziner am 7. Verhandlungstag schwächen die Anklage gegen Thomas S.

Ermittlungen im Mordfall Lucan - Eine Chronik Ermittlungen im Mordfall Lucan - Eine Chronik
Sie hat versucht, sich zu wehren. Verletzungen an ihren Unterarmen belegen, dass Susanne Lucan schützend die Arme über ihren Kopf zu heben versuchte, als ihr Mörder auf sie einschlug. Dass sie bei den ersten Schlägen noch lebte, beweist das viele Blut, das die Obduzenten in Susannes Lunge fanden. Sie habe so viel davon eingeatmet, dass sie keine Luft mehr bekommen konnte, sagte gestern die Leiterin des Rechtsmedizinischen Instituts der Universitätsklinik, Stefanie Ritz-Timme, vor Gericht.

Die Rechtsmedizinerin geht aber auch davon aus, dass Susanne Lucan nicht mehr bei vollem Bewusstsein war. Die vielfachen Schläge, die ihren Schädel zertrümmerten, hatten ihr Gehirn schwer verletzt.

INFO
Ermittlungen dauerten neun Jahre
Am 20.November 2004 wurde Susanne Lucan ermordet. Thomas S., der ihr seine Beziehung zu einer anderen Frau verheimlicht hatte, verwickelte sich in Widersprüche, geriet in Verdacht.
Vier Jahre nach der Tat übergab die Kripo den Fall der Staatsanwaltschaft, die weitere aufwendige Ermittlungen anstellte und im vergangenen Jahr Anklage erhob.

Laut Anklage hat Thomas S. dieses Verbrechen verübt. Bis 2 Uhr in der Nacht war er nach eigener Aussage bei Susanne Lucan gewesen, sie nach dem Essen in einem griechischen Lokal ins Bett gebracht und gehalten, bis sie eingeschlafen war. Die entscheidende Frage, ob Susanne starb, bevor er die Wohnung verließ, konnten Experten gestern jedoch nicht beantworten.

Staatsanwalt Christoph Kumpa hatte die auf Todeszeitbestimmung spezialisierte Rechtsmedizinerin Gita Mall mit der Untersuchung beauftragt. Das rechtsmedizinische Institut in Jena, das sie leitet, hat erst vor wenigen Jahren ein neues Verfahren patentieren lassen, das anhand von Raum- und Körpertemperatur den Zeitpunkt des Todes recht genau eingrenzt. Die Methode stützt sich auf die spezifischen wärmeleitenden Eigenschaften unterschiedlicher Gewebe im menschlichen Körper ebenso wie die von Kleidung, Unterlage und Decken.

Malls Problem im Fall Lucan: Niemand weiß, ob und wie die tote Susanne Lucan zugedeckt war. Denn als ihre Leiche gefunden wurde, waren die Spurensicherer aufgrund der falschen Information eines jungen Polizisten von einem Suizid durch Erschießen ausgegangen. Was sie am Tatort verändert hatten, lässt sich nicht lückenlos nachvollziehen. Neun Jahre danach konnte sich keiner der Beamten vor Gericht erinnern, wie genau sie die Tote in ihrem blutverschmierten Bett vorgefunden hatten.

Malls Gutachten, das auch Berechnungen nach Claus Henssge. einer internationalen Kapazität auf dem Gebiet der Todeszeitbestimmungen enthält, brachte das Gericht also nicht weiter. Henssge, der als Zweitgutachter geladen war, stellte fest: "Temperaturgestützte Methoden können in diesem Fall zur Bestimmung des Todeszeitpunkts nicht beitragen."

Henssge empfahl der Kammer, sich auf die Expertise des Münchner Internisten und Diplom-Landwirts Wolfgang Spann zu stützen. Der ist spezialisiert auf die Errechnung von Todeszeiten anhand von Mageninhalt, was ihn zum "Außenseiter in der Branche" macht, wie er sagte. Gleichwohl ist seine Methode, die auf der Untersuchung von rund 80 Verstorbenen basiert, seit Ende der 1970er Jahre durchaus anerkannt.

Schon kurz nach dem Verbrechen an Susanne Lucan hatte der Wissenschaftler analysiert, was im Magen der Toten gefunden wurde. Damals war es der Mordkommission vor allem darum gegangen, festzustellen, ob Thomas S. über das gemeinsame Abendessen stimmten (was der Experte bestätigte). Jetzt ging es um die Frage, wie viel Zeit zwischen dem Essen und Susannes Tod verggangen ist. Mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit, so Spann, waren es drei bis vier Stunden. Gehe man von ein bis zehn Stunden aus, liege die Wahrscheinlichkeit sogar bei 98 Prozent.

Da es im Prozess um Mord und damit um eine lebenslange Haftstrafe geht, wird die Kammer die wahrscheinlichere Berechnung ihrer Entscheidung zugrunde legen – und im Zweifel für den Angeklagten annehmen, dass er nicht mehr in der Wohnung an der Benzenbergstraße war, als Susanne starb.


melden
Anzeige

Der Fall Susanne Lucan aus Düsseldorf

08.11.2013 um 09:52
hmmm....im Zweifel für den Angeklagten.


melden
274 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden