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Buchzitate

47 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bücher, Zitate ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Buchzitate

11.04.2022 um 16:40
@Subtilitas
"Sie setzten sich in die Sonne, genossen die Sonne, setzten sich auf die Terrasse des böse teuren Restaurants an der Piazza Navona, sie genossen es, dort zu sitzen, sie sahen in das beruhigende Oval der alten Arena, genossen das Glück, daß die Kämpfe vergangen waren, und speisten."

Der Tod in Rom von Wolfgang Koeppen


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Buchzitate

12.04.2022 um 16:19
Unser Lebensstil veränderte sich wie in einem Krieg üblich. Löhne und Preise gingen hinauf. Wurde etwas von Verknappung geflüstert, dann wurden Lebensmittel gehamstert. Wohlgesittete Damen gerieten sich in die Haare wegen einer Büchse Tomaten.
Neben all der Bösartigkeit, Torheit und Hysterie gab es immerhin auch Heldentum. Es gab Leute, die sich von der Einziehung zum Heeresdienst hätten drücken können und es nicht taten; es gab Kriegsdienstverweigerer aus sittlicher und religiöser Überzeugung, die den üblicherweise damit verbundenen Leidensweg durchmachten. Es gab wieder andere Leute, die alles, was sie besaßen, für den Krieg opferten, denn es war ja der letzte Krieg, und wenn wir ihn gewannen, dann zogen wir diesen Dorn aus dem Fleisch der Menschheit, und es hatte ein für allemal ein Ende mit diesem grauenhaften Wahnwitz.
Dem Tod auf dem Schlachtfeld eignet keine Würde. Zumeist wird bloß Menschenfleisch zerfetzt, Menschenblut und andere Flüssigkeiten verspritzt; was herauskommt, ist Kot und Schmutz; dagegen liegt eine große, fast süße Würde im Leid, dem hilflosen, hoffnungslosen Leid, das die Depesche über eine Familie bringt. Man kann nichts sagen, man kann nichts tun und nur eine einzige Hoffnung hegen - hoffentlich hat er nicht gelitten -, und welch eine jämmerliche, sich an den letzten Strohhalm klammernde Hoffnung ist das? Gewiss, es gab Leute, die, wenn ihr Leid sich allmählich abstumpfte, es sanft und unmerklich zu Stolz werden ließen und sich aufgrund ihres Verlustes immer wichtiger nahmen. Einige Leute taten sich sogar noch nach dem Krieg etwas darauf zugute. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, so natürlich, wie dass ein Mann, dessen Lebensfunktion im Geldverdienen besteht, auch an einem Krieg Geld verdient. Niemand warf das einem Mann vor, es wurde nur von ihm erwartet, dass er einen Teil seiner Beute in Kriegsanleihen anlegte. Wir in Salinas bildeten uns ein, all das sei unsere Erfindung, selbst das Leid.
- John Steinbeck, Jenseits von Eden


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24.04.2022 um 16:32

aus dem Buch
CEMETERIUM LITTERARUM
von Listen Van Rivertold




"Tief im Reich deiner Fantasie, in einem Land weit hinter deinem Verstand, weit hinter deinen Gedanken und Gefühlen, weit hinter Rationalität und Intellekt, verborgen tief unter dem Grund deiner Seele, behütet und beschützt von einer Armee, die es nicht wirklich gibt, bewahrt in all den Zeiten, Welten und Orten, die nicht existieren, da findest du eine Nachricht an dich selbst. Eine Nachricht, die du vorsätzlich für dich selbst geschrieben und verfasst hast – in deiner Fantasie."




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Buchzitate

28.04.2022 um 02:30
Dass ich es nicht lassen kann, bei offenem Fenster zu schlafen. Elektrische Bahnen rasen läutend durch meine Stube. Automobile gehen über mich hin. Eine Tür fällt zu. Irgendwo klirrt eine Scheibe herunter, ich höre ihre großen Scherben lachen, die kleinen Splitter kichern.
- Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge


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01.05.2022 um 20:11
Es gibt gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.

Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt.
Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.

aus: Michael Ende: Momo


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06.05.2022 um 16:29
"Ich war Petronius, der Dichter, und ich sprach im öffentlichen bad mit Weisen und Knaben. wir lagen auf Marmorstufen in der Dampfkammer und sprachen über die Unsterblichkeit der Seele, am Boden war ein Mosaik, kunstvoll und bunt, Zeus der Adler Zeus der Schwan, Zeus der Stier Zeus der goldene Regen - aber das Mosaik hatte ein Sklave gesetzt.
Man deckte ein in Eiswasser getauchtes Tuch auf mein Gesicht, ich war Petronius, der Dichter, ich genoß das Gespräch weiser Männer und die Schönheit der Knaben, und ich wußte, es gibt keine Unsterblichkeit und die Schönheit verfault, und ich wußte, daß Nero grübelte und ich wußte, wo das Messer an die Ader zu setzen war - die letzte Marmorstufe war kalt."

-Der Tod in Rom von Wolfgang Koeppen
(Zeichensetzung so übernommen)


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13.05.2022 um 00:31
Und doch, mag diese Farbe für unser Gefühl noch so sehr mit allem Lieblichen, Ehrwürdigen und Erhabenen verbunden sein, es lauert trotzdem im Inbegriff des Weißen etwas Unfassbares, das mehr Furcht und Entsetzen verbreitet als etwa das beängstigende Rot des Blutes.
Dieses unfassbare Etwas macht, dass die Vorstellung des Weißen, losgelöst von freundlicheren Anklängen und gepaart mit einem an sich schon grauenhaften Gegenstand, ganz danach angetan ist, dieses Grauen ins Maßlose zu steigern.
- Herman Melville, Moby Dick


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