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7.825 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bücher, Lesen, Literatur ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

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05.10.2026 um 10:39
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb am 26.09.2026:Grundkurs des wissenschaftlichen Kommunismus
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb am 26.09.2026:Die mir vorliegende Ausgabe ist aus 1973 und interessanterweise ist keinerlei Digitalisierung auffindbar, nur das Inhaltsverzeichnis ist bei der Deutschen Nationalbibliothek gescannt. Herausgeber ist der Progreß-Verlag Moskau, weder Autoren noch Übersetzer sind genannt. Bei der Deutschen Digitalen Bibliothek ist als Leiter eines Autorenkollektivs ein W. G. Afanasjew angegeben.

Das Zielpublikum lässt sich schwer erschließen, da das Buch beinahe mit Holzhammer-Propaganda ein chiliastisch-manichäisches Weltbild verbreitet
Im russischsprachigen Internet ist mehr über das Buch zu finden, die russischsprachige Ausgabe heißt
Начальный курс научного коммунизма.
Для слушателей школ основ марксизма-ленинизма.

Ein Einführungskurs in den wissenschaftlichen Kommunismus.
Für Studierende der Fakultät für Grundlagen des Marxismus-Leninismus.
https://urss.ru/cgi-bin/db.pl?lang=Ru&blang=ru&page=Book&id=207896&srsltid=AU7gw4V-LSNcxvT2GlQCmgc7p2PHBPJiu41ZoZZ14iAXtoZvXNlgYZ3H
Das war ein Lehrbuch, vor allem für Studenten des Marxismus Leninismus bestimmt.
In der Sowjetunion mussten alle Studenten (z.B. auch Kunststudenten) einen Kurs mit Marxismus Leninismus belegen, wer eine schlechte Note im Marxismus Leninsmus hatte, drohte von der Uni geschmissen und als Dissident eingestuft zu werden. Es wurden dementsprechend viele Lehrkräfte für den Marxismus Lenismus gebraucht.
Da es ein wichtiges Lehrbuch war, war auch ein großes Autorenkollektiv dafür verantwortlich.
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb:Offizielle sowjetische Positionen betonten dabei die Vorzüge des sowjetischen Systems, dass die Gebrauchsgüter aufgrund des fehlenden Profitstrebens so produziert werden können, dass sie keine geplante Obsoleszenz benötigen, sprich: so gebaut werden, dass sie langlebig sind.
Sowjetische Produkte waren teilweise unglaublich robust, dafür aber Mangelware.
Auch war im Ostblock der Lebensstandrd sehr unterschiedlich, z.B. war Polen viel wolhabender als die SU, und die DDR war noch wohlhabender als Polen.


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05.10.2026 um 15:12
Zitat von parabolparabol schrieb:Das war ein Lehrbuch, vor allem für Studenten des Marxismus Leninismus bestimmt.
In der Sowjetunion mussten alle Studenten (z.B. auch Kunststudenten) einen Kurs mit Marxismus Leninismus belegen, wer eine schlechte Note im Marxismus Leninsmus hatte, drohte von der Uni geschmissen und als Dissident eingestuft zu werden.
Danke. Jetzt ist auch die Zielgruppe klar. Sich durch so einen Selbstbeweihräucherungstext mit irren Widersprüchen (Friede, Völkerfreundschaft, Unabhängigkeit - der Tschechoslowakei musste eines über das Haupt gezogen werden) quälen zu müssen und noch dazu bei Prüfungen gut (also inhaltskonform) abzuschneiden, stelle ich mir schon sehr herausfordernd vor. Der Text alleine ist ja Antiwerbung oder waren die Studierenden seit der Grundschule gewöhnt, Selbstbejubelungstexte zu lesen und diskussionslos zu akzeptieren?


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05.10.2026 um 22:39
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb:Der Text alleine ist ja Antiwerbung oder waren die Studierenden seit der Grundschule gewöhnt, Selbstbejubelungstexte zu lesen und diskussionslos zu akzeptieren?
Naja, der Text stellt die Kernideologie der Sowjetunion (so wie sie in 70ern und 80ern war) klar dar.
Die galt als "wissenschaftliche", also unumstößliche Wahrheit. Wie in einer Untergrund- oder Partisanenbewegung, wo es eine enge persönliche und ideologische Bindung der Partisanen an ihre Führer gibt, so sollte auch das Verhältnis der Bevölkerung der SU zu ihrer Führung sein.

Ob die Studenten dieser Ideologie in Wirklichkeit glaubten, ist eine andere Frage. Indem die Studenten den Kursen des Marxismus Leninismus brav folgten, zeigten sie aber ihre Loyalität gegenüber dem Regime.


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10.10.2026 um 12:51
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Über Moore und Auen

Mit Fotografien von Joe Häckl und Texten von Barbara Stammel

Moore und Auen haben was faszinierend-Urzeitliches


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10.10.2026 um 19:22
Network Propaganda

Network Propaganda

Ein Jurist und zwei Soziologen vom Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University analysierten in einem Zeitraum von drei Jahren vor und nach Trumps erstem Wahlsieg Millonen von Tweets und hunderte Millionen von Facebook-Shares, um der Frage nachzugehen, welchen Einfluss Internetpropaganda auf den Wahlausgang hatte. Die Schlussfolgerung ist ernüchternd: keinen.

Die Rechtsaußenplattformen Breitbart, Infowars, Truthfeed, Zero Hedge und Gateway Pundit hätten zwar Themen gestreut, doch der wahre Multiplikator war FOX News. Etwa 40 Prozent der Trump-Wähler:innen konsumierten fast ausschließlich diesen TV-Sender, um sich über Politik zu informieren. Hinzu kommt eine Feedbackschleife mit den traditionellen qualitätsorientierten Medien. Sobald Trump irgendeinen Schwachsinn tweetete, war dieser von den Qualitätsmedien übernommen und damit thematisiert. Dies war der Weg, eine extrem hohe Anzahl von Menschen zu erreichen. Ein paar hunderttausend oder auch Millionen Follower wären propagandistisch irrelevant gewesen. Und diese Feedback-Schleifen wurden gesucht und gefunden. Sobald die Story in den großen Medien war, wurde sie von den Verbreitern als Quelle zitiert (CNN und New York Times waren auf Twitter und Facebook die meist verlinkten Medien). Die Autoren nennen dies "Netzwerk-Propaganda". Die Fake-News-Seiten der alt.right hätten nur etwa 2,6 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung erreicht. Von den 18-29-Jährigen nutzen 53 Prozent ausschließlich das Internet bzw. soziale Medien, um sich zu informieren, unter 40 Prozent von ihnen haben Trump gewählt.

Auch die Frage, ob sich das Internet destabilisierend auf eine Gesellschaft auswirkt, kann nicht positiv beantwortet werden. Im Gegenteil. Das Internet transportiert destabilisierende, polarisierende Botschaften, da die Gesellschaft bereits zerrüttet ist. Die Entwicklung der Polarisierung in den USA wird anhand des Stimmverhaltens der Kongressabgeordneten seit 1945 analysiert und es wird festgestellt, dass beginnend mit Mitte der 1970er Jahre es immer weniger gemeinsame Abstimmungen für ein Gesetz gibt, bis sich schließlich zwei konträre Lager ausbildeten. Diese Polarisierung geht nach unten zu den Aktivist:innen und für die Wahlen 2016 lässt sich nicht mehr feststellen, ob und wie stark die Wähler:innen polarisiert waren. Eine große Mehrzahl der Wähler:innen beider Lager interessierte sich kaum für Politik, wie Umfragen ergaben.

Auch die russischen Propaganda-Anstrengungen (es wird davon ausgegangen, dass der Clinton-Mail-Hack eine russische Tat war) hätten alleine keinen Erfolg gezeigt. Dies zeige sich an Themen, welche russische Sockenpuppen in Umlauf brachten und gleich wieder abstarben. Erfolgreich waren die Themen, die FOX News aufgriff. Auch war die Propaganda, die gegen Clinton gerichtet war, nicht für das Trump-Publikum veröffentlicht, sondern für Bernie-Sanders-Anhänger, um diese von einer Wahl für Clinton abzuhalten.

Mit demselben Ziel, nämlich Wähler von der Wahl fernzuhalten, wurde das Microtargeting von Cambridge Analytica eingesetzt. Cambridge Analytica kaufte Millionen von Facebook-Profildaten, um gezielt Werbung nur einem klar umrissenen Zielpublikum zuzuspielen. Wie groß der Nutzen ist, wurde an der Universität Cambridge mit einem neutralen Inhalt durchgespielt und man kommt zum Schluss, dass in einem Staat wie Pennsylvania etwa 3000 Wähler:innen damit beeinflusst werden können. Trump gewann mit 44.000 Stimmen Vorsprung. Cambridge Analytica war also kaum für den Wahlsieg von Trump verantwortlich.

Erschreckend ist eine Analyse der Faktencheck-Plattform PolitiFact bezüglich des Anteils an Falschinformationen (bewusst oder unbewusst) bei den vier größten Fernsehnachrichtenkanälen (gerundet):

FOX-News: 60 %
MSNBC: 40 %
ABC: 35 %
CNN: 28 %

Das auf den Punkt gebrachte Fazit lautet:
There is no echo chamber or filter-bubble effect that will inexorably take a society with a well-functioning public sphere and turn it into a shambles simply because the internet comes to town. The American online public sphere is a shambles because it was grafted onto a television and radio public sphere that was already deeply broken.
Wer sich für diese Thematik interessiert und Unmengen an tabellarischen und graphisch aufbereiteten Daten studieren möchte: Dies ist das Buch. Und ich denke, es ist auch acht Jahre nach Erscheinen noch nicht gänzlich veraltet, sondern regt an, über die Rolle des direkten Zugriffs auf Medien, wie ihn das Internet bietet, nachzudenken.


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16.10.2026 um 01:49
Wenn ihr sozialkritische Literatur mögt, dann empfiehlt sich Robert Kurz:
z. B.
Schwarzbuch Kapitalismus (1999)
Das Weltkapital (2005)

Kurz hat schon vor einem Vierteljahrhundert viele Dinge (Mechanismen) durchschaut.


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17.10.2026 um 01:22
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb am 10.10.2026:Ein Jurist und zwei Soziologen vom Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University analysierten in einem Zeitraum von drei Jahren vor und nach Trumps erstem Wahlsieg Millonen von Tweets und hunderte Millionen von Facebook-Shares, um der Frage nachzugehen, welchen Einfluss Internetpropaganda auf den Wahlausgang hatte. Die Schlussfolgerung ist ernüchternd: keinen.
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb am 10.10.2026:Die Rechtsaußenplattformen Breitbart, Infowars, Truthfeed, Zero Hedge und Gateway Pundit hätten zwar Themen gestreut, doch der wahre Multiplikator war FOX News. Etwa 40 Prozent der Trump-Wähler:innen konsumierten fast ausschließlich diesen TV-Sender, um sich über Politik zu informieren.
Zitat von NarrenschifferNarrenschiffer schrieb am 10.10.2026:Sobald Trump irgendeinen Schwachsinn tweetete, war dieser von den Qualitätsmedien übernommen und damit thematisiert. Dies war der Weg, eine extrem hohe Anzahl von Menschen zu erreichen.
Die Mainstreammedien spielen sicherlich nach wie vor eine große Rolle. Dennoch wären ohne die Social Media viele Inhalte überhaupt nicht präsent. Wenn Trump den Obama als Affen postet, wird dieser Inhalt von den Mainstreammedien übernommen und vervielfältigt. Die Mainstreammedien könnten von sich aus keine Affenbilder von Obama posten, weil das gegen die journalistischen Grundsätze verstoßen würde.
Die Social Media sind ein eigener medialer Raum, wo Narrative geschaffen werden, die dann vom Mainstream weiterverbreitet werden.
Außerdem ist ist das Publikum in den Social Media sehr engagiert, es liest nicht nur passiv mit, sondern schreibt auch selbst, und radikalsiert sich so.
Musk hätte nicht 30 Mrd. $ zu viel für Twitter gezahlt, wenn sich dieser Kauf nicht später amortisiert hätte.
Musks Vermögen ist seit dem Kauf von Twitter von 250 Mrd auf 900 $ Mrd gestiegen...


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17.10.2026 um 03:36
@Narrenschiffer

Es ist interessant, sich mit dem Neomarxismus, der Neuen Linken und den Protestbewegungen der 1960er zu beschäftigen.

Dann merkt man, dass nicht nur in den USA und Europa viel los war - und in Maos China - sondern auch in Japan und anderswo. Einige Ideen endeten aber im Nihilismus.

Die japanische Neue Linke hat früh begonnen und lange durchgehalten. Die Vereinigte Rote Armee (URA) und besonders die langlebige Japanese Red Army (JRA) unter Fusako Shigenobu seien ein Beispiel.
Der "Antijapanismus" und der "Antijapanerismus" haben sich sogar von der Arbeiterklasse als revolutionärem Subjekt gelöst und z. B. in Form der East Asia Anti-Japan Armed Front (EAAJAF) Anschläge gegen diese durchgeführt.
Ryu Ota hat dann mit weiteren Aktivisten in den 1970ern die Ainu-Befreiungsbewegung gegründet, die noch heute aktiv ist, allerdings gewaltfrei.

Ota selber (eigentlich Tōichi Kurihara) hat allerdings überzogen und ist vom Trotzkismus zur Ainu-Befreiungsbewegung (1970er), zur Umweltbewegung und Grünen-Gründung (1980er) und zur Verschwörungsspinnerei (1990ern) gegangen. Er ist bei der Suche nach einer unterdrückenden Macht, gegen die man bzw. er kämpfen kann, durchgedreht.
;)

Literatur:
Till Knaudt - Von Revolution zu Befreiung (2016)


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17.10.2026 um 22:40
Sven Loerzer - Visionen und Prophezeiungen

Wie der Name schon sagt, geht es vor allem um apokalyptische Prophezeiungen, von Moses bis Fatima,
z. B. auch die von der Sibylle:
... wenn der im Äther wohnende Gott die Himmel aufrollt, wie wenn eine Buchrolle aufgewickelt wird, und fallen wird das ganze vielgestaltige Himmelsgewölbe auf die Erde und in das Meer, und es wird fließen ein Bach mächtigen Feuers unermüdlich, verbrennend die Erde, verbrennend das Meer, und wird das Himmelsgewölbe und die Tage und die Schöpfung selbst zusammenschmelzen...



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17.10.2026 um 23:56
Zitat von parabolparabol schrieb:Sven Loerzer - Visionen und Prophezeiungen
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20.10.2026 um 00:47
Fra Angelico - Carl Strehlke

Bildband


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Maler aus der Frührenaissance, bekannt für seine leuchtenden, fein abgestimmten, geradezu psychedelischen Farben


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20.10.2026 um 23:24
Habe vor kurzem angefangen Star Wars Bücher zu lesen und habe mit der Darth Bane Trilogie angefangen und diese auch beendet.
Dahingehen lese ich gerade den Star Wars Roman Darth Plaqueis, welches ja Chronologisch das nächste ist und auch einige Storyelemente daraus aufgreift.


91vkfjzA-pL. AC UF8941000 QL80


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23.10.2026 um 19:07
Fiona Venn - The Oil Crisis

Venn-Oil

Fiona Venn ist Historikerin an der Universität von Essex und hat 2002 ein Buch über die Ölkrise von 1973 veröffentlicht, die sie in einen historischen Zusammenhang setzt. Dabei geht sie auch auf die Ursache der Ölkrise ein, den arabisch-israelischen Krieg von 1973.

1973 ist für Venn ein Wendepunkt der Erdölwirtschaft, indem die 1960 gegründete OPEC ab nun die Preise und die Förderquoten für Erdöl bestimmt. Zuvor waren es die großen Erdölmultis aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden (Exxon, Mobil, Chevron, Texaco, Gulf Oil, British Petroleum, Shell). Nach dem seit den 1940er und 1950er Jahren üblichen Profit-Split von 50:50 (die eine Hälfte für das konzessierte Förderunternehmen, die andere Hälfte für den Ölförderstaat) war dies ein nächster Schritt zu einem größeren Einfluss der Ölförderstaaten. 1970 war der Split in der OPEC bereits bei 70:30 für die Förderstaaten.

Obwohl die Preise für Erdöl in kurzer Zeit anstiegen, hält Venn dies nicht für den Auslöser der Stagflation in den westlichen Industriestaaten, da auch nach Sinken der Rohölpreise die Inflation hoch blieb. Ein Indiz ist, dass Deutschland und Japan trotz hoher Energiekosten in den 1970er Jahren weiterhin eine sehr hohe Exportquote für seine Fertigprodukte aufwiesen. Versorgungsprobleme gab es eher durch den Boykott der arabischen Ölfördernationen OAPEC gegen die USA und die Niederlande, da diese Israel unterstützten. Von der OAPEC als neutral eingestufte Staaten erhielten Öl je nach Förderquote (so zum Beispiel Österreich). Von der OAPEC als befreundet (arabischfreundlich) eingestufte Staaten erhielten die von ihnen gewünschten Erdölmengen. In Europa waren dies Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Da die westlichen Industriestaaten sich auf keine einheitliche Politik einigen konnten und jeder Staat selbst seinen Öleinkauf regelte, war es für die OPEC auch ein leichtes Spiel. Hinzu kam, dass wegen der Nordseefunde Großbritannien zum erdölproduzierenden Land wurde und hohe Erdölpreise kostspielige Fördermethoden leichter finanzieren ließen. Die USA hingegen subventionierte aus Steuergeldern die Verbraucherpreise von 1973 bis 1981.

Die erdölfördernden Staaten hatten auf der anderen Seite kein großes Interesse an einem wirtschaftlichen Abstieg der Industrienationen, da sie begannen, ihren Reichtum zu diversifizieren und in den Industriestaaten zu investieren.

Katastrophal waren jedoch die Auswirkungen der Ölkrise auf die nicht erdölfördernden "Entwicklungsländer". Diese nahmen sehr hohe Kredite auf, um ihren Energiebedarf einkaufen zu können. Venn sieht darin den Beginn der Schuldenkrise der "Dritten Welt". Eine Kartellbildung wie die OPEC gelang diesen Staaten nicht, da ihre Rohstoffe zu diversifiziert waren bzw. zu Luxusgütern (Kaffee, Kakao, Edelhölzer) zählten.

Die Ursache der zweiten Ölpreisspitze nach der Revolution im Iran sieht Venn nicht in der OPEC, sondern in den Panikkäufen der Industriestaaten, die binnen kürzester Zeit ihre Lager füllen wollten. Dieser Preisanstieg war dem Angebot-Nachfrage-Spiel geschuldet.

10 Jahre nach der Ölkrise verlor die OPEC ihre Macht, da es nun mehr Player auf dem Markt gab, die ihr Öl am freien Spot-Markt anboten. 1983 bot die New York Mercantile Exchange (die New Yorker Warenbörse für Rohstoffe) Terminkontrakte auf Öl an. Mit diesen Derivaten übernahm der Markt die Gestaltung der Preise. Zusätzlich war die OPEC durch den Irak-Iran-Krieg sowie interne Konflikte geschwächt. 1993 lag der Barrel-Preis für Öl auf extrem niedrigen 14 USD, und das bei dem nach Ende von Bretton Woods (1978 formell) stark abgewertetem USD.

Es ist durchaus interessant, auf diese Krise zurückzublicken und darüber zu lesen, wie sie sich ausgewirkt hat. Auch das Scheitern von Konzepten wird genannt. Einerseits gelang die bereits damals von den Industriestaaten angestrebte Diversifizierung der Energiequellen nur kaum, auch wenn man sich von der Erdölabhängigkeit lösen wollte und die Klimaproblematik bekannt war. Erdöl blieb die Energiequelle Nummer Eins für den Verkehr, der den Welthandel und die Globalisierung vorantrieb.

Manchmal hätte das Buch etwas konziser vor allem bei der chronologischen Darstellung sein können. Es wird doch sehr hin- und hergesprungen und so manche Informationen sind mehrfach wiedergegeben. Dennoch ist es eine lohnende Lektüre.


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24.10.2026 um 10:03
Zitat von parabolparabol schrieb am 17.10.2026:Sven Loerzer - Visionen und Prophezeiungen
Ein weiteres Highlight:
...Ich sah dort Scharen von Strafengeln einhergehen und Peitschen und Ketten von Eisen und Erz halten. Ich fragte den Engel des Friedens, der mit mir ging, indem ich sagte: Zu wem gehen diese, die da Peitschen tragen? Er sagte zu mir: Ein jeder geht zu seinen Auserwählten und Geliebten, damit sie in den tiefsten Abgrund des Tals geworfen werden...



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24.10.2026 um 17:31
Ich lese gerade tatsächlich das Buch Mormon.
Dies ist ein Buch von der Kirche Jesus Christi der heiligen der letzten Tage und es ist sehr interessant.


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gestern um 19:32
J R R Tolkien - Der kleine Hobbit

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Habe bisher nur den Anfang gelesen. Die Geschichte spielt in einer Art Alternativwelt mit Zwergen und kleinen Höhlen wo sie leben.
Viel Wert wird auf Gemütlichkeit gelegt, die sind dauernd am Teetrinken und Frühstücken. Wichtig sind auch kleine Details wie der Messingknopf zum Eingang von Hobbits Zuhause. Aber das ist wohl nur die Ouvertüre zu einer großen und gefährlichen Reise. Der Held der Geschichte, der Bilbo, ist auch ein eher gemütlicher und ängstlicher Typ.

Die Erzählperspektive erinnert an Gogols "die Nase", einerseits aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt, andererseits ist eine ironische Distanz da.


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