@Oathkeeper Ich bin in Asien geboren und nun sehe ich das mit den Toren und Portalen iwie etwas anders als die Menschen hier im Westen (was jetzt schon lange mein Zuhause ist)und wo ich glücklich bin (also meistens)
Bei uns spielen solche Übergänge nämlich eine krass große Rolle!
Und das nämlich sowohl in unseren ganz alten Legenden als auch in der modernen Internetkultur!
Wenn wir in Asien über Portale in andere Welten sprechen, fallen mir sofort drei völlig verschiedene Dimensionen ein.
Das „Tor zur Unterwelt“ im Feng-Shui
In unserer Kultur sind Portale oft unsichtbare, energetische Grenzen.
Guimen (鬼) Das Geistertor. Im Feng-Shui ist die nordöstliche Richtung als das „Tor der Geister“ bekannt.
Es gilt als ein spirituelles Portal, durch das Wesen aus der Zwischenwelt in unsere Realität schlüpfen können.
Meine Großmutter hat immer voll krass genau darauf geachtet, dass in dieser Ecke des Hauses niemals Schmutz liegt oder schwere Möbel das Portal „blockieren“, um die Geister nicht wütend zu machen.(fand ich immer lustig)
Das Fengdu-Portal Es gibt in Asien eine echte Stadt namens Fengdu, die als „Stadt der Geister“ bekannt ist.
Dem Glauben der Menschen nach befindet sich dort der physische Eingang zum Diyu (unserer Unterwelt).
Die Brücken und Tempel dort gelten als direkte Übergänge für die Seelen der Verstorbenen. (Gruselig)
Der Daoismus und die „Grotten-Himmel“ (Dongtian)
Dort gibt es das Konzept der Dongtian (洞天), was man als „Grotten-Himmel“ übersetzen kann. (naja so ähnlich jedenfalls)
Das sind voll krasse magische Räume oder Paralleluniversen, die im Inneren von heiligen Bergen oder tiefen Höhlen existieren. (sollen)
Für so normale Menschen wie ich sehen diese Orte aus wie gewöhnliche Felsspalten. Abba wer angeblich die spirituelle Erleuchtung besitzt, kann das Portal durchschreiten und betritt eine Welt, in der die Zeit anders fließt, in der Unsterbliche Leben und der Raum völlig anders und völlig konfus ist.
Ein winziges Loch im Felsen kann im Inneren so groß wie ein ganzer Kontinent sein! (so der Glaube natürlich nur)
Der moderne Hype: „Isekai“ und Xianxia im Netz
Heute hypen sie Jugendlichen in Asien den Portal-Mythos jeden Tag digital.
Sie sind krass voll verrückt nach Web-Novels und Anime.
Bei uns gibt es ein riesiges Genre namens Chuanyue (穿越), was wörtlich „Durchquerung“ oder „Zeitreise/Weltenwechsel“ bedeutet.
Im Gegensatz zu westlichen Geschichten, wo man durch einen Kleiderschrank geht,( also so Fantasy Romane und so) wird das Portal hier oft durch ein kosmisches Ereignis, ein altes Artefakt (wie einen Jade-Anhänger) geöffnet.
Die Seele desjenigen der das so macht wird dann durch dieses Portal in eine magische, alte Welt voller Götter und Dämonen katapultiert. ( Creepy Vorstellung)
Ich finde es voll faszinierend und auch bissi beängstigend wie die Idee von Wurmlöchern in der Physik im Grunde ja iwie genau das beschreibt, was unsere Vorfahren in den Dongtian-Grotten vermutet haben nämlich Abkürzungen durch Raum und Zeit!