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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

110 Beiträge, Schlüsselwörter: Depression, Psychose, Psychatrie, Bipolar, Schitzophrenie
Orbiter...
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:03
Ist nicht anders als draussen... wer die Nerven verliert, verliert...

War bei mir wegen Alk, Drogen, Kicks und Existenzangst...

Gibt aber welche, die schaffen es so drauf zu sein ohne Alk, Drogen usw...


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:04
@SallySpectra

Es spielt meiner Meinung nach viel zusammen, wie bei vielen anderen Sachen auch.
Alle Ursachen aufzuzählen wäre nun eine beschäftigung auf Stunden.
Die (Über-) Belegung kann natürlich auch Beitragen, aber meiner Meinung weniger
als gewisse andere Punkte.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:09
Ich war schon mal in einer solchen Einrichtung zu Gast, acht Wochen lang. Ich hatte Depressionen und habe Drogen genommen und mich sozusagen selbst behandelt, auch wenn ich das damals natürlich alles nicht wusste.
Das kam erst im Rahmen von zwei Therapien heraus. Heute bin ich seit ein paar Jahren clean und meine Depressionen sind in Behandlung.

Eingewiesen wurde ich nach einem Selbstmordversuch. Ich war damals mit Kokain und Heroin zugepumpt und im Rausch sind mir wohl ein paar Sicherungen durchgebrannt.
Hatte damals eine sehr komplizierte Beziehung und wurde von meiner Liebe verlassen. Das hab ich nicht verkraftet und da ich auf Droge war, ist mir alles zu viel geworden.
Ich hab eine große Menge Schlaftabletten und Diazepam genommen, zusätzlich zu den anderen Drogen und das Ganze mit jeder Menge Alkohol runtergespült.
Ein Kumpel hat meine Eltern informiert und die sind in meine Wohnung gekommen und haben den Arzt gerufen.
Ich weiß noch, dass ich im letzten Moment gedacht habe: Wenn ich das hier überlebe, geht es mir nie wieder so schlecht, dafür werde ich sorgen!

Aufgewacht bin ich dann in der Psychatrie und das war ziemlich krass. Die wollten mich natürlich erstmal entgiften und mich gleichzeitig ruhig stellen.
Die ersten paar Tage haben die mich total mit Medikamenten zugedröhnt und ich hab fast nur geschlafen.
Als es mir dann besser ging, da fing eine schwere Zeit für mich an.
Ich hab das Zimmer mit noch 2 Männern geteilt. Der eine hat gar nicht geredet und der andere Typ war völlig überdreht und auch total nervös.
Der ist manchmal mitten in der Nacht hochgesprungen, hat sich angezogen und ist aus dem Zimmer gelaufen. Irgendwann kam er dann mit der Schwester zurück und hat sich wieder hingelegt.
Das ging teilweise mehrfach in einer Nacht so.

Als es mir immer besser ging, hat mich der Aufenthalt immer mehr belastet. Da waren wirklcih ziemlich schräge Leute da drin.
Man musste alle Sachen abgeben und die wurden im zugeteilten Schrank eingeschlossen. Wenn man irgendwas aus dem Schrank brauchte, z.B. einen Pullover, Jacke etc. musste man immer die Schwester holen, die hat dann aufgeschlossen und danach gleich wieder zu. Zigaretten durfte man am Tag nur 6 Stück rauchen, die wurden einem dann einzeln gegeben und man durfte sie zu bestimmten Zeiten in einem kleinen Hof rauchen.
Es gab so Programme zur Beschäftigung, wie Mandalas malen, basteln, Musiktherapie usw.
Das Schlimmste, für mich, waren die Pfleger. Die waren alle übermäßig nett. Klingt jetzt erstmal nicht schlimm, aber die haben mit einem geredet, als wäre man ein Kind. Immer supernett und ja keine Konflikte.
Ich hab öfter mal gesagt: Sie können normal mit mir reden, ich bin nicht bescheuert!


Nach einiger Zeit wurde ich dann auf eine offene Station verlegt, wo man auch mal alleine irgendwo hingehen konnte, seine Sachen selbst verwalten und rauchen konnte wie man wollte.
Ich werde diese Erfahrung nie vergessen und möchte da nie wieder rein.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:13
Der Vater meines ersten Kindes ist eines Tages zwangseingewiesen worden, weil er in der Wohnung seiner Mutter vor ihr mit einem Messer rum fuchtelte und Möbel umwarf. Er wurde von der Polizei in die Kllinik gebracht und versuchte direkt, auszubrechen, was ihm fast gelang. Er musste mehrere Wochen da bleiben, aber geholfen hat ihm das nicht, weil er sich nicht helfen lassen wollte.
Ich empfand es immer als sehr beklemmend, ihn dort zu besuchen.
Ich selber sollte eigentlich auch einmal in die Psychatrie, wegen Depressionen, Angstneurosen und einer leichten Psychose, aber ich hatte da solche Angst vor (nicht vor der Psychatrie, sondern davor, unter fremden Menschen zu sein und niemanden zu kennen), dass ich das nicht gemacht habe, sondern eine ambulante Therapie gemacht habe, was mir sehr geholfen hat.


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Orbiter...
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:13
Die einen werden kriminell und die andern psycho. Entsteht alles aus der Genetik und dem Umfeld, in dem man vor allem auch familiär aufwächst. Geht eig nur drum stark zu sein...

und wenns net reicht. braucht halt das Hirn Ausgeleichsstoffe...


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:14
Ich hab jetzt keine Ahnung, was jetzt davor geschrieben wurde und hab jetzt auch nicht wirklich Lust, mir das noch durchzulesen, also fragt mich nichts dazu, ja? :)

Ich war bis letzte Woche Mittwoch für ein Monat in der Psychiatrie und ich muss sagen, dass es nicht so schlimm war, wie ich gedacht hatte.

Und ich war übrigens nicht da, weil ich vor hatte jemanden zu töten oder so.


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SallySpectra
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:16
@RandallFlagg

Uiuiui, da sind aber damals ganz schön viele Dinge auf einmal auf dich eingestürzt. Scheinst es aber alles relativ gut gemeistert zu haben. Glückwunsch!

Ich hab auch paar mal sagen müssen, dass sie mit mir nicht wie mit einem Idioten reden sollen. Die meisten behandeln einen ganz normal, aber bei machen dachte ich, so wie du redest, hättest du selbst hier mal ein paar Therapien nötig! :troll:


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Orbiter...
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:18
@scher-ben-kind nö, in der offenen sind eher harmlosere Leute. Vor ner Psycvhatrie brauch man
keine Angst haben, eher vor einem Knast.


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SallySpectra
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:19
Besonders vorm duschen! :troll:


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:20
@Orbiter...
Joa. Warn alle ganz okay, in der geschlossenen war ja keiner da.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:21
Eben das meine ich, man mischt ja nicht bunt zusammen, ein gewisses System steckt schon hinter solchen Kliniken. :P


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SallySpectra
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:27
Also ich war damals in der Tagesklinik. Wer das nicht kennt, man geht morgens um acht hin und abends um fünf wieder heim. 1. wohnte ich ziemlich nah. 2. wollte ich abends für mich sein. 3. passiert nach 17 Uhr eh nichts.

Und dort in der Tagesklinik hatten alle unterschiedliche Stadien durchgemacht. Einige wie ich nur Tagesklinik. Andere vorher auf der Offenen. Wieder andere davor auch noch in der Geschlossenen.

Da bekommt man einiges zu hören. Auch Dinge, wie ihr sie auf den letzten Seiten beschrieben habt.


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Orbiter...
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 22:29
Ist im allgemeine eher undurchsichtig in ner Psychatrie, weil man nicht weiss was die alle angestellt haben. Man redet ja wenig drüber und wird sediert. Die bauen eig eher auf Beschäftigung, Ablenkung und Tabletten. Aber harmlos wars dort alle mal und Menschen sind halt Menschen. Es war sogar angenehm dort vor acht Jahren.

In einem Knast in Amerika, bei dem einem ein Ganggegener einen Kugelschreber in den Hals jagt würde ich mich weniger gut fühlen, ebenso wenig dabei sexuell belästigt zu werden.

Ich kann dieses oberflächiche Trallala über Psychatrein auch net mehr hören...

Ich hab sechs Jahre in ner Großstadt gelebt, das ist nicht anders als in ner Psychatrie...


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 23:11
@Helenus schrieb:
Irgendwie übt die Psychiatrie einen unerklärlichen Reiz auf mich aus. Ich fände es interessant mal hinter die Kulissen einer solchen Einrichtung zu blicken.
Ja, ich auch!

Ob es wohl möglich ist in einer Psychiatrie ein Praktikum oder dergleichen zu machen?
@SallySpectra schrieb:
Naja, ich leide seit meiner Kindheit an Depressionen. Nur erkannte das niemand.
Ich galt als traurig, nachdenklich und eigen.
[...]
Ich glaub, die Familie wusste gar nicht, was Depressionen sind.
[...]
Ja, als Kind war es deswegen schlimm, weil ich überhaupt nicht wusste was los ist. Ich musste ständig weinen und wusste nicht, warum.
Genauso erging es mir auch!
Die Erwachsenen dachten, ich wäre nur extrem schüchtern und/oder trotzig.

Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der auch als Kind schon depressiv war.
Irgendwie erleichtert mich es zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin (bitte nicht negativ auffassen! ^^).
@Addy schrieb:
Ich habe schon oft gehört, dass Kinder nicht depressiv sein können. Es ist eine glatte Lüge. Natürlich können sie es, und meist noch schlimmer als Erwachsene.
Sie haben Gefühle, die sie nicht kennen, und wissen sie nirgends einzusortieren.
Sie haben Verlustängste, sie haben Ängste, und all das wird von den Erwachsenen als Blödsinn abgetan.
Genau!
Ich habe nicht verstanden, was ich da fühle und fragte mich, ob andere auch so empfinden oder ich einfach anders bin.
Jahre später, mit 11 Jahren, dachte ich, dass ich vielleicht Autistin sein könnte.
Mit 14 habe ich dann langsam verstanden, was wirklich mit mir los war.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 23:18
Ich war gerade am Verlassen der Station einer Psychatrie als ich eine junge Frau aus dem Nachbarzimmer meiner Freundin, die dort in Behandlung war, rausgehen sah. Als sie mich erblickte stand sie kurz still im Türbereich stehen und schaute mich einfach nur an.
Neugierig wie ich war, fragte ich meine Freundin später wieso sie die Frau ein Verband um eine Gesichtshälfte trug...
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sich jemand mit Deo-Spray selbst verletzen könnte. Sie hat wohl ihre ganze Wange - wer weiß wie lange - damit eingesprüht und damit verwundet.

Sowohl ihr durchdringender Blick als auch die Art und Weise ihrer Selbstverletzung beschäftigen mich immer wieder mal...


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SallySpectra
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 23:19
@Lepus

Juchu, depressive Kinder! :troll: Ich glaub, der Grund ist einfach, dass es nicht erkannt wird.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 23:39
@SallySpectra
:D

Japp, denke ich auch.
Ich frage mich, ob heute so etwas eher erkannt wird.


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

30.10.2013 um 23:55
Ich habe beruflich auch ab und an in einer saarländischen Psychiatrie zu tun, allerdings bin ich weder Arzt noch Pfleger, die sind Kunden von uns. Werde oft dort hingeschickt wenns Probleme mit deren Verwaltungsprogrammen gibt. Bekomme das ganze Treiben dort also nur am Rande mit, auch wenn ich durch die geschlossene Abteilung gehen muss um in das Büro/den Beobachtungsposten zu gelangen.

Dort sind hauptsächlich Drogenabhämgige und Alkoholiker zugegen, aber auch ne Menge Demenzkranke und depressive. Ich muss sagen ich komme dort immer mit allen gut aus, außer den Dementen...das sind arme Schweine. :/

Die Ärzte und das Personal machen auf mich nen sehr professionellen Eindruck, aber das werden Patienten/ehemalige Patienten wohl eher anders sehen. Was ich halt krass finde ist dass die Ärzte meistens sehr sehr wenig Zeit für die einzelnen Patienten haben, man sollte eigentlich meinen dass dem nicht so wäre. Aber es gibt so viele Leute dort...und es ist immer alles voll belegt.

Ich musste nachts einmal dorthin, weil der Server ausgefallen war. Dort hab ich das erste mal in meinem Leben jemanden richtig ausflippen gesehen. Ein grade mal 18 oder 19 jähriges Mädel hat sich komplett aufgekratzt, die Arme waren blutüberströmt. Das war bisher das einzige mal dass jemand fixiert werden musste als ich in der Nähe war. Ich fragte meinen Begleiter, der bei der Klinik arbeitete, ob das oft vorkommt. Der sagte dass sowas eigentlich ziemlich selten passiert.

Langes Geschreibsel, kurze Frage: was sagen die ehemaligen Patienten dazu? Stimmt das? Ist das wirklich ein Ausnahmefall?


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Orbiter...
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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

31.10.2013 um 00:55
@Boris420 Naja...blutüberströmt vom Aufkratzen ist wohl etwas übertrieben.
In ner Psychatrie sind Menschen, mit Problemen, die man eig nachvollziehen könnte.
Extraäußergewöhnliche Dinge passieren eher außerhalb ner Psychatrie. Vielleicht
bei dir um die Ecke beim Nachbar. Oder les einfach die Bildzeitung...


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Eure Erlebnisse in der Psychatrie

31.10.2013 um 10:56
RandallFlagg schrieb:Als es mir immer besser ging, hat mich der Aufenthalt immer mehr belastet. Da waren wirklcih ziemlich schräge Leute da drin.
Das kann ich nur bestätigen. Viele auf einer geschlossenen
sind ohne fremde Hilfe gar nicht mehr lebensfähig. Waren
so einige Patienten dabei, die mir wirklich Angst gemacht
haben. Vor allem einer, der sich im Stechapfelrausch beide
Nasenflügel abgesäbelt hat und auch sonst gar nicht mehr
ansprechbar war.
RandallFlagg schrieb:Man musste alle Sachen abgeben und die wurden im zugeteilten Schrank eingeschlossen. Wenn man irgendwas aus dem Schrank brauchte, z.B. einen Pullover, Jacke etc. musste man immer die Schwester holen, die hat dann aufgeschlossen und danach gleich wieder zu.
Das mit dem Sachen einschließen habe ich auch noch in Entsinnung.
Rasierer, Ladekabel, Fön und etc. Aber was ich richtig heftig finde,
warum um alles in der Welt, wurden deine Kleidungsstücke in
Gewahrsam genommen? Sowas in der Form kenne ich nicht.
RandallFlagg schrieb:Zigaretten durfte man am Tag nur 6 Stück rauchen, die wurden einem dann einzeln gegeben und man durfte sie zu bestimmten Zeiten in einem kleinen Hof rauchen.
Das ist auch so'n Ding, was ich persönlich ziemlich krass finde.
Also bei mir war's auf der geschlossenen so, dass man rauchen
konnte wie man wollte, unabhängig von der Anzahl und der Zeit.
Wir hatten auf Station einen kleinen Raucherraum, wo man nach
Belieben reingehen konnte.


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