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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

276 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Gesellschaft, Krankheit, Vorurteile, Akzeptanz, Leiden
RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 08:29
@Truenes

Mag sein, ich kenne auch die verrücktesten Vorstellungen oder Ängste.
Wer allerdings zu einer Therapie nicht bereit ist - Freud sprach vom Leidensdruck - für den ist das in aller Regel ohnehin nichts.

Sicher sind solche Ängste schlimm, weil man manchen Menschen mit der richtigen Therapie viel schneller helfen könnte.

Aber verborgene Krankheiten sind ja nicht nur psychischer Art, sondern können alles betreffen, was einen daran hindert, am normalen Leben teilzunehmen. Letzten Endes ist der Schritt ja immer, zu sich zu stehen, wenn es sonst schon keiner macht.

Es gab mal vor Jahren einen soziologischen Begriff (glaube ich), den ich aufschnappte und der sich leider nicht durchgesetzt hat, den der "winning loser". Der beschrieb Menschen, die mit den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr mithalten konnten, also "loser" waren, aber auch einmal bemerkten, dass es ihnen, als sie aus dem normalen Wahnsinn ausstiegen, viel besser ging, als jemals zuvor in ihrem Leben.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 10:40
Ich könnte ein Lied davon singen, was sich im Laufe des Lebens so ansammeln kann an Krankheiten.
Ärzten vertraue ich bei weitem nicht mehr so, wie ich es mal tat. Sie sind halt auch nur Menschen und nicht allwissend.

Als ich mal wegen einem Hautausschlag in der Apotheke eine Salbe holen wollte hat die Apothekerin nur auf die errötete Stelle geschaut und mich wie eine "Aussätzige" behandelt. Sie ist einen Schritt zurück gegangen und hat gesagt, sie gibt mir da nichts, ich solle sofort in die Dermatologie.
Sie dachte sicher, dass es ansteckend sei.

Ich bin mit meinen Beschwerden natürlich auch zum Arzt. Ich bekam teilweise auch schlecht Luft, mit dem Kreislauf stimmte auch hinten und vorne was nicht, meine Knie zitterten, ich fühlte mich monatelang schwer krank. Ich dachte schon, so jetzt ist es soweit bald das zeitliche segnen zu müssen.
Dabei hielt ich mich immer für einen starken Menschen, den nichts und niemand etwas anhaben kann...

Der Arzt meinte dann als ich X-mal schon bei ihm war (es hatte schon den Anschein, dass ich lästig wurde) dass ich einen Reizmagen und Reizdarm hätte...

Mittlerweile bin ich mir aber selber sicher, dass ich eine Histaminintoleranz entwickelt habe, mit dem Tablettenzeug, die er mir verschrieben hat, weil alle Symptome, die ich hatte/habe darauf hindeuten.

Liebe Grüße
Luma30


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 20:35
@RoseHunter
RoseHunter schrieb:Mag sein, ich kenne auch die verrücktesten Vorstellungen oder Ängste.
Wer allerdings zu einer Therapie nicht bereit ist - Freud sprach vom Leidensdruck - für den ist das in aller Regel ohnehin nichts.
na dann weißt du ja auch, dass manche Ängste einen durchaus von einer Therapie abhalten könnten. Manche Menschen würde durchaus eine Therapie machen, wenn man ihnen nicht Angst mit Begrifflichkeiten machen würde die sie nicht verstehen. Man muss diese Menschen ganz sachte in die Richtung Therapie bringen.


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 22:20
@Truenes
Truenes schrieb:na dann weißt du ja auch, dass manche Ängste einen durchaus von einer Therapie abhalten könnten.
Klar, ich würde dennoch nicht anfangen irgendwas zu schreiben, weil davon eventuell der eine oder andere von einer Therapie abgehalten wird. Man sollte auch an die denken, die zurecht wissen wollen, was sie erwartet.
Truenes schrieb:Manche Menschen würde durchaus eine Therapie machen, wenn man ihnen nicht Angst mit Begrifflichkeiten machen würde die sie nicht verstehen. Man muss diese Menschen ganz sachte in die Richtung Therapie bringen.
Ja, im Einzelfall sicher.
Aber hier sind wir in einem Diskussionsforum und wollen niemanden überreden, eine Therapie zu machen.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 22:28
@RoseHunter
man kann es natürlich nicht jeden recht machen und wir wollen hier auch niemanden überreden, aber ich denke genau die Menschen, die zögern eine Therapie zu machen sollte man, egal wie, erreichen, damit sie eine machen. Die die zurecht wissen wollen was sie erwartet werden Informationen auch ohne unsere Hilfe finden.


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

16.12.2014 um 22:34
@Truenes

Mir ist klar, dass deine Absicht da liebenswert und hilfsbereit ist.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 14:47
@RoseHunter
danke für die Blumen, aber es geht hier ja nicht um meine Absicht und ob die liebenswert und hilfbereit ist, sondern darum, wie Kranke mit dem Thema Krankheit und Therapie umgehen. Menschen für die eine Therapie ratsam wäre, bekommst du in der Regel immer besser dahin, wenn du behutsam vorgehst, weil halt kein Mensch keine Ängste hat.


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 15:32
@Truenes

Ich denke eher man muss wahrhaftig sein, das heißt für mich aufrichtig überzeugt, von dem Quatsch, den man vertritt und zweitens in der Art, dass man dem Patienten - egal wie er sich gerade verhält - sein Verhalten, seine Aussagen, seine Phantasien zuverlässig spiegelt.

Ohne sich a) mit ihm gegen den Rest der Welt zu verbünden und ohne ihn b) zu kritisieren und zu reglementieren, weil beides der Rolle, dem Amt, der technischen Neutralität nicht gerecht wird.
Wenn ich den Therapeuten als zuverlässigen Spiegel erleben, der mich zwar unablässig deutet, aber nicht verurteilt, bekommt die Beziehung Patient-Therapeut die Basis, die trägt.
Bis dahin vergeht einige Zeit, aber diese Beziehung ist realistisch und kommt daher nicht in die Enttäuschung, dass der Therapeut ja auch nicht anders ist, als all die anderen.

Denn die Übertragungen kommen, das ist unvermeidbarer Bestandteil einer jeden Therapie.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 15:46
@RoseHunter
völlig richtig, was du schreibst. Es geht auch nicht darum, dass man nicht aufrichtig sein soll und es unterlassen den Patienten zuverlässig zu spiegeln. Es ist bloß so, dass grade Menschen die in ein Therapie gehen, wo die Psyche eine Rolle geht grade wenn sie noch nicht in Therapie sind auf Worte sehr empfindsam reagieren. Deswegen spielt die Wortwahl, wenn es um die Entscheidung geht, ob man eine Therapie macht oder womöglich nicht, eine sehr große Rolle.


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 15:50
@Truenes
Truenes schrieb:Es ist bloß so, dass grade Menschen die in ein Therapie gehen, wo die Psyche eine Rolle geht grade wenn sie noch nicht in Therapie sind auf Worte sehr empfindsam reagieren. Deswegen spielt die Wortwahl, wenn es um die Entscheidung geht, ob man eine Therapie macht oder womöglich nicht, eine sehr große Rolle.
Die Botschaft ist schon beim ersten Mal angekommen, ich habe nur eine leicht abweichende Meinung.
MMn ist es eine Fall zu Fall Entscheidung, einen Narzissten muss man andersn ansprechen, als eine Depressive und bei Therapieverängstigten würde ich natürlich vorsichtig rangehen, keine Frage.

Aber wer so skeptisch ist, dass er jeden verfügbaren Grund sucht, der ihn von einer Therapie abhält, der wird so oder so einen finden.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 16:10
@RoseHunter
RoseHunter schrieb:bei Therapieverängstigten würde ich natürlich vorsichtig rangehen, keine Frage.
ja schau, dann sind wir ja letztendlich doch einer Meinung und natürlich wirst du jemanden der alle erfindlichen Gründe findet, um keine Therapie machen zu müssen wohl nie zu einer Therapie bewegen. Man muss jeden Menschen individuell ansprechen, weil niemand gleich reagiert. Ich würde aber schon fast behaupten wollen, dass egal, ob du Narzissten oder Depressive oder Alkoholiker oder sonst wen asprichst es fast immer Verdrängungsreaktionen bzw. Angstreaktionen gibt.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 18:28
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. In einer Leistungsgesellschaft zählt als erstes, (leider), nun einmal das Recht des/der Stärkere(n).

Schwächere gehen da oft unter. Was mich hier ein bisschen stört ist, dass hier kaum bis gar nicht unterschieden wird. Wovon reden wir hier im Einzelnen? Es ist schon notwendig im Einzelfall zu unterscheiden:

1. Ist jemand nur vorübergehend krank? Demnach, krank?

2. Ist jemand chronisch krank? Somit dauerhaft bzw. für immer krank?

3. Leidet jemand unter einer Behinderung/Entwicklungsstörung?

Ich würde somit sagen, dass jemand, der bloß vorübergehend erkrankt ist, wesentlich bessere Chancen hat, als jemand, der bspw. chronisch erkrankt ist. Vor allem im wirtschaftlich existenziellem Sinne ist Letzteres gravierend.

Was mich ebenso hier und da beim Durchlesen gestört hat ist, dass Menschen insbesondere Autismus als Krankheit bezeichnen und dies auch noch im selbem Atemzug mit »anderen« Krankheiten vergleichen. Scheinbar neigen auch Betroffene dazu, dies zu tun, was allerdings ein großer Fehler ist:

Autismus ist keine Krankheit. Hierbei handelt es sich um eine Behinderung bzw. eine Entwicklungsstörung. Es ist nichts was chronisch ist und es ist auch nichts, was man sich irgendwann mal erworben hat. Und erst recht ist es nichts, was irgendwann mal heilbar wäre. Natürlich gibt es immer noch Menschen, (darunter auch einige Sachverständige), die dies irrtümlich als Krankheit bezeichnen. Das führt allerdings nur noch mehr dazu, dass Menschen mit Autismus innerhalb der Gesellschaft missverstanden werden. Die meisten Autisten, sowie auch Spezialisten wehren sich somit gegen diese Bezeichnung/Kategorisierung. - Absolut zu Recht, wie ich finde.

Hier einen Unterschied zu machen ist unglaublich wichtig!


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 18:37
@Krepitation
Volle Zustimmung!


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:23
@Truenes
Truenes schrieb:ja schau, dann sind wir ja letztendlich doch einer Meinung
In diesem Punkt hatten wir ja keinen Dissens, sondern bezüglich der Deutungen.
Truenes schrieb: Ich würde aber schon fast behaupten wollen, dass egal, ob du Narzissten oder Depressive oder Alkoholiker oder sonst wen asprichst es fast immer Verdrängungsreaktionen bzw. Angstreaktionen gibt.
Was entscheidet, ist der Leidensdruck.


@Krepitation
Krepitation schrieb:Autismus ist keine Krankheit.
Wie definierst du Krankeit?


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:26
@RoseHunter
Wenn du gelesen hast, was ich dazu geschrieben habe, müsste sich diese unnötige Frage doch erübrigen.


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:30
@Krepitation

Ich habe es gelesen, die Antwort hat sich mir nicht erschlossen.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:32
@RoseHunter
In Ordnung. Aber da kann ich dir jetzt beim besten Willen nicht weiterhelfen.^^
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es jeder andere verstanden hat.


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:36
So wie ich es verstanden habe: Eine Krankheit ist etwas, was man irgendwann im Laufe des Lebens erwerben kann, was dann aber in den meisten Fällen zumindest einigermaßen heilbar ist, wobei das wohl nicht das wichtigste Kriterium ist. Ebola zum Beispiel: Man kann sich anstecken, aber im Idealfall kann dies auch wieder geheilt werden, auch wenn das kaum klappt.
Autismus ist nach der Defintion eben keine Krankheit, da man dies sein Leben lang hat (seit früher Kindheit) und eben nicht heilbar ist (und auch sonst nicht einfach abzustellen ist), sondern es einen das ganze lange Leben hindurch begleitet.

Gruß, Köf3


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RoseHunter
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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:40
Wikipedia: Chorea_Huntington
Krankheit?


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Meine Krankheit, meine Bürde - Krankheiten die man nicht sieht

17.12.2014 um 21:40
Es gibt auch haufenweise Quellen, die sich um die Frage und um die Definition kümmern und bemühen. Ich spreche hier von Quellen, die weniger laienhaft sind. Und es ist nun einmal Fakt, dass man insbesondere Autisten keinen besonders guten Dienst erweist, wenn man ihren Autismus als Krankheit bezeichnet.

Da muss man auch nichts definieren und nicht ins Endlose herum erklären.

Und bitte, kommt mir jetzt keiner mit Wikipedia!


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