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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

232 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schule, Wirklichkeit, Altruismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:27
@Kc
Zitat von KcKc schrieb:Also ich selbst bin ja der Ansicht, dass man bei geistig-behinderten Kindern den Wert der Inklusion anders bemessen muss, als nach puren Leistungskriterien.

Es wird ja beispielsweise gesagt:,,Wenn das geistig-behinderte Kind gar nicht Klausuren mitschreiben kann und trotzdem versetzt wird, ist das unfair den anderen Kindern gegenüber, die wirklich was dafür tun müssen."

Allerdings sollte man bedenken: Man findet es ja normalerweise auch nicht als Erwachsener unfair, wenn man Fußball mit dem kleinen Kind seines Kumpels spielt und dann dieser Freund rumtrickst, damit das Kind trotzdem das Spiel gewinnt.

Es geht da nicht um einen ernsthaften Vergleich oder Wettbewerb. Sondern darum, dass das Kind Spaß und ein Erfolgserlebnis hat.
Das sind ja auch alles ganz ehrenwerte Gedankengänge, die Du da hast, aber Du tust einem geistig behinderten Kind doch keinen Gefallen, wenn Du ihm JEDE Form von Erfolgserlebnis raubst.

Die Sonderschulen wurden NICHT geschaffen, weil es in Deutschland nur Nazis gibt, die Kinder diskriminieren wollen, sie wurden geschaffen, um Kindern eine Perspektive zu ermöglichen, die nach eingehenden Tests als NICHT BESCHULBAR im regulären Sinne eingestuft wurden.

In den sehr kleinen Klassen einer Sonderschule konnte sich dann in der Folge der Sonderschullehrer INDIVIDUELL mit allen Stärken und Schwächen seiner Schüler beschäftigen und ihnen einen Bildungsstand verschaffen, der ihren individuellen Leistungen entsprochen hat.

Ich kenne einen Fall eines Sonderschülers ( IQ <70), der es geschafft hat, nach dem Abschluss der Sonderschule - mit GUTEN Leistungen - eine Vollzeitstelle als Küchengehilfe zu bekommen.

DAS ist doch ein Erfolg für so ein Kind und nicht, dass es einfach nur noch durchgewunken wird.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:36
@nukite

Ja das ist doch schön, was du schreibst.

Von ,,einfach durchwinken" hab ich doch gar nichts geschrieben, sondern dass man einen anderen Maßstab für die Bewertung ihrer Leistung anlegen muss.

Ich finde, man denkt heute zu sehr in ,,zähl- und nutzbaren" Bahnen. Ich weiss nicht, ob das typisch deutsch ist, aber es fällt mir auf. Wichtig ist scheinbar nur noch:,,Was leistet XY? Kosten? Nutzen?"
Das siehst du ja auch an der Bildungsinflation, die haufenweise neuer Abiturienten und Studenten produziert, die aber praktisch ziemlich geringe Fähigkeiten haben und ziemlich unselbstständig sind.


Man nimmt den Kindern doch keine Erfolgserlebnisse, wenn sie nur an dem Unterricht teilnehmen, der für sie passend ist.
Dann erhalten sie vielleicht Lob, weil sie toll malen können. Oder sie werden gerne in die Fußballmannschaft im Sport gewählt, weil sie schnell laufen können, ist doch gut.

Und während die anderen Schüler normalen Unterricht haben, haben die die geistig-behinderten Kinder oder Kinder mit Lernbesonderheiten, wie Autisten, spezifische Förderung. Auf ihrem Niveau, entsprechend ihrer Stärken.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:43
@Kc
Zitat von KcKc schrieb:Ich finde, man denkt heute zu sehr in ,,zähl- und nutzbaren" Bahnen. Ich weiss nicht, ob das typisch deutsch ist, aber es fällt mir auf. Wichtig ist scheinbar nur noch:,,Was leistet XY? Kosten? Nutzen?"
Das ist ein gesellschaftliches Problem und betrifft weniger die Inklusion. Wenn ich in diesem Land nichts leiste, bleibe ich auf der Strecke und muss in Armut leben. Ich habe diese Regeln nicht gemacht, aber ich muss schauen, dass meine Schüler nicht zum Opfer dieses Systems werden.
Zitat von KcKc schrieb:Und während die anderen Schüler normalen Unterricht haben, haben die die geistig-behinderten Kinder oder Kinder mit Lernbesonderheiten, wie Autisten, spezifische Förderung. Auf ihrem Niveau, entsprechend ihrer Stärken.
Das würde gehen, wenn es sehr viel mehr Sonderschullehrer gäbe, die gibt es aber faktisch nicht.

Die Realität schaut so aus. EIN Sonderschullehrer betreut in der Regel 2-3 Grundschulklassen. Er geht durch den Unterricht und schaut den Kindern, wo es nötig ist, über die Schulter und leistet Hilfestellungen!

Was heißt das jetzt genau?

Der Sonderschullehrer kommt morgens beim kleinen Karlchen in Mathe vorbei, hilft ihm, wie es ein Sonderschullehrer eben tut, und geht dann in die nächste Klasse. Die Folgestunden hat Karlchen (Sachkunde, Deutsch, Französisch usw.) nun niemanden mehr, der ihm hilft.

Einen Tag später kommt der Sonderschullehrer wieder vorbei, diesmal in Deutsch und hilft dem Karlchen, dann geht er wieder und unser Karlchen muss die Mathestunde alleine überstehen!

Das ist doch Schwachsinn! :D


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:48
@Kc

Nachtrag:

Inklusion KÖNNTE funktionieren, wenn EIN Sonderschullehrer den GANZEN Tag in EINER Klasse mit maximal 3 Inklusionsschülern wäre und ihnen in JEDEM Fach und zu JEDER Stunde zur Seite stehen würde, DANN hätte Inklusion einen Sinn und auch eine Chance zum Erfolg zu führen!


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:53
@nukite

Na dann lautet doch vor allem die Frage:

Was wollen wir uns leisten?

Eine halbgare, unausgegorene Inklusion bringt natürlich nichts.
Aber was ist uns Inklusion wert? Was ist uns Bildung generell wert?


Wenn du mich fragst, ist es vor allem eine Frage des Willens und des Engagements ganz generell bei der Frage, wie man Kinder erzieht und bildet.

Bei diesem Thema sollten wir uns weniger an reinem Kosten-Nutzen-Denken orientieren, sondern mehr an einem höheren und menschlicheren Bildungsideal.
Vor allem aber müssen wir aufhören, uns als ganze Gesellschaft einzureden, einreden zu lassen, dass es gar nicht anders ginge, als mit immer mehr Hetze, immer mehr Leistung, immer weniger Muße und Entspannung und höheren Werten.

,,Es geht nicht anders!" - ,,Vielleicht doch :) ".

Hätten Menschen mit Idealen und Ideen immer darauf gehört, wenn ihnen andere sagten:,,Das geht nicht, du kannst nichts ändern", würde wir wohl noch in Höhlen hausen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch der Erfinder von Pfeil und Bogen anhören musste:,,Das ist doch völliger Blödsinn, man muss einfach einen Speer nehmen und den ordentlich werfen!"


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

11.05.2015 um 22:56
@Kc
,Es geht nicht anders!" - ,,Vielleicht doch :) ".....
Bei diesem Thema sollten wir uns weniger an reinem Kosten-Nutzen-Denken orientieren, sondern mehr an einem höheren und menschlicheren Bildungsideal...

Hätten Menschen mit Idealen und Ideen immer darauf gehört, wenn ihnen andere sagten:,,Das geht nicht, du kannst nichts ändern", würde wir wohl noch in Höhlen hausen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch der Erfinder von Pfeil und Bogen anhören musste:,,Das ist doch völliger Blödsinn, man muss einfach einen Speer nehmen und den ordentlich werfen!"
Ich weiß jetzt gar nicht, was ich dazu sagen soll!.... O.O

Hast Du das gelesen?
Zitat von nukitenukite schrieb:Inklusion KÖNNTE funktionieren, wenn EIN Sonderschullehrer den GANZEN Tag in EINER Klasse mit maximal 3 Inklusionsschülern wäre und ihnen in JEDEM Fach und zu JEDER Stunde zur Seite stehen würde, DANN hätte Inklusion einen Sinn und auch eine Chance zum Erfolg zu führen!



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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 07:23
Seit dem meine Tochter auf eine Förderschule geht hab ich einen ganz guten Blick auf beide Seiten.

Ich finde die Schule toll (auch wenn mir immer wieder versichert wird, dass dies nicht die richtige Schulform wäre) . Die Kinder werden gefordert, durch kleinere Klassen und mehr Lehrer. Zudem machen sie total oft Ausflüge, die so in einer Regelschule gar nicht stattfinden können.

Wenn ich mir vorstelle, diese Schule aufzulösen, wie es in etlichen Bundesländern schon der fall ist, werde ich wütend. Damit ist einfach NIEMANDEM geholfen. Den "normalen" Schülern nicht, und den "förderkimdern" erst recht nicht. Das ist einfach so. Ganz abgesehen von den ganzen Lehrern..

Warum kann man ein Running System nicht einfach mal lassen, wie es ist?!

Inklusion ist hier eh ein großes Thema, weil wir einen ganzen Ort für behinderte Menschen haben.
Nun werden die auf etliche umliegende Städte und Dörfer ausquartiert, was ich persönlich für den größten Mist halte.
Die Leute müssen nun mit dem Bus zur Arbeit fahren, was eine zusätzliche Belastung darstellt. Zudem wohnen sie zu 4-6 in dringend benötigten Wohnraum. Familien mit mehreren Kindern haben angesehen keine Chance mehr auf eine große Wohnung.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 09:02
Die Frage ist nur ob die Eltern Henri damit einen Gefallen tun............. Selbst wenn er nun auf die Realschule gehen darf so dumm ist Henri nicht dass er nicht merkt dass er nicht mithalten kann. Sei es beim Unterricht, wir reagieren die Lehrer wenn er stört? Sei es in der Pause, findet er wirklich Freunde die ihm über Jahre die Stange halten? Sei es ind er Freizeit............ lesen und schreiben kann er auch in einer Förderschule lernen, sofern er so gut lernen kann. Es kann auch passieren dass er die anderen Kinder vom lernen abhält. Wie das den Eltern gefällt? Ich glaube eher nicht so gut.

Ich bin nicht ganz gegen Inklusion aber was im Moment abgeht ist einfach nur falsch. Die behinderten Kinder oder Kinder mit erhöhtem Förderbedarf werden in eine Klasse mit "normalen" Kindern geschmissen und sollen dann machen. Das kann nicht gut gehen. Die Kinder bleiben auf der Strecke.

Als unsere jüngste ( Down Syndrom ) eingeschult werden sollte wurde ich massiv bedrängt sie in eine integrative ( so hieß das 2003 ) Klasse zu geben worauf ich mir verbeten habe sich in meine Entscheidungen einzumischen. Chantal-Marie wurde an der Comeniusschule eingeschult und für sie war das die richtige Entscheidung. Unser Kind hat trotz aller Bemühungen seitens der Lehrer und uns Eltern es nicht geschafft lesen und schreiben zu lernen, von rechnen ganz zu schweigen. Im Juli verläßt sie die Schule und ab September wird sie eine Werkstatt besuchen. Auch wir werden nicht ewig leben und für sie sorgen können und genau aus dem Grund wird sie in absehbarer Zukunft ins betreute Wohnen wechseln. Da kann sie unter Aufsicht ihr Leben in ihren Grenzen leben. Chantal hat ein Recht auf ein eigenständiges Leben soweit sie es meistern kann und wir............ haben das Recht auf einige Jahre ohne Chantal am Rockzipfel zu haben.

Unser 6. Kind war ein Frühchen und mit 4 Monaten erwischte sie eine Viruslungenentzündung. Das Ergebnis war eine Lernbehinderung. Ohne Förderschule wäre sie gnadenlos untergegangen weil sie einfach länger braucht bis der Stoff sitzt. Heute ist sie Maler/Lackierer-Azubi im 3. Lehrjahr und macht im Juli ihre Gesellenprüfung. Sie muss schon sehr pauken damit sie den Stoff packt aber ich bin mir sicher dass sie es schafft. Im praktischen steckt sie ihre männlichen Kollegen komplett in die Tasche......... die können da nur schlecht mithalten.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 09:24
wurde das schon verlinkt?
http://www.spiegel.de/schulspiegel/inklusion-warum-behinderte-kinder-regelschulen-besuchen-sollten-a-979079.html
Streitthema Behinderte in Schulen: "Inklusion ist keine Utopie"
Behinderte und nichtbehinderte Kinder in einer Klasse sind ein schwerer Fehler, sagen Kritiker. Diese Haltung ist gefährlich und schlicht falsch. Das gemeinsame Lernen gelingt, wenn es nur konsequent umgesetzt wird.



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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 10:06
Hallo zusammen,
hallo, @Pallas ,
ich setze hier mal den Link zur Wikipedia rein:
Wikipedia: Geistige Behinderung#Grade der geistigen Behinderung

Hier wird definiert, daß der IQ zwischen 69 und 20 liegt.

Gruß, sandra

Ich korrigiere, er kann sogar unter 20 liegen, bei schwerster geistiger Behinderung.s.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 10:21
@Kc
Zitat von KcKc schrieb:Seit dem Jahre 2009 sehen die UN-Behindertenrechtskonventionen auch in Deutschland vor, das kein Kind wegen einer Behinderung vom Besuch einer Regelschule, einer ,,normalen" Schule und ,,normalem" Unterricht ausgeschlossen werden darf.

Kinder sollen nicht ,,abgeschoben" werden auf Sonderschulen, wie es gerne ausgedrückt wird.
Hier unterliegst Du, wie viele andere auch einem Irrtum.
Die UN-Konvention besagt lediglich, daß Kinder mit Behinderungen
ebenfalls Zugang zu Schulbildung haben müssen, was in Deutschland
ja schon seit Jahrzehnten passiert. Primär zielt diese Konvention auf
alle Länder ab, in denen behinderte Kinder keinen regelgerechten Zugang
zu Schulbildung haben.

Von "Regelschulen" oder "normalen" Schulen steht da nix drin.
Von "Sonderschulen" auch nicht.

Deutschland schießt hier mal wieder über das Ziel hinaus, vermutlich
weil man erkannt hat, daß man durch Schließung der Sonder/Förderschulen
jede Menge Geld sparen kann.

Denn die freigesetzten Lehrer und Betreuer an diesen Schulen werden
in der Regel arbeitslos und nicht an die Regelschulen übernommen.

Die Grundforderung der UN-Konvention ist in Deutschland und den meisten
industrialisierten "westlichen" Staaten seit Jahrzehnten umgesetzt.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 10:33
Hier noch der entsprechende Artikel aus der UN-Konvention:
Article 24 - Education

1. States Parties recognize the right of persons with disabilities to education. With a view to realizing this right without discrimination and on the basis of equal opportunity, States Parties shall ensure an inclusive education system at all levels and life long learning directed to:
a.The full development of human potential and sense of dignity and self-worth, and the strengthening of respect for human rights, fundamental freedoms and human diversity;
b.The development by persons with disabilities of their personality, talents and creativity, as well as their mental and physical abilities, to their fullest potential;
c.Enabling persons with disabilities to participate effectively in a free society.

2. In realizing this right, States Parties shall ensure that:
a.Persons with disabilities are not excluded from the general education system on the basis of disability, and that children with disabilities are not excluded from free and compulsory primary education, or from secondary education, on the basis of disability;
b.Persons with disabilities can access an inclusive, quality and free primary education and secondary education on an equal basis with others in the communities in which they live;
c.Reasonable accommodation of the individual’s requirements is provided;
d.Persons with disabilities receive the support required, within the general education system, to facilitate their effective education;
e.Effective individualized support measures are provided in environments that maximize academic and social development, consistent with the goal of full inclusion.

3. States Parties shall enable persons with disabilities to learn life and social development skills to facilitate their full and equal participation in education and as members of the community. To this end, States Parties shall take appropriate measures, including:
a.Facilitating the learning of Braille, alternative script, augmentative and alternative modes, means and formats of communication and orientation and mobility skills, and facilitating peer support and mentoring;
b.Facilitating the learning of sign language and the promotion of the linguistic identity of the deaf community;
c.Ensuring that the education of persons, and in particular children, who are blind, deaf or deafblind, is delivered in the most appropriate languages and modes and means of communication for the individual, and in environments which maximize academic and social development.

4. In order to help ensure the realization of this right, States Parties shall take appropriate measures to employ teachers, including teachers with disabilities, who are qualified in sign language and/or Braille, and to train professionals and staff who work at all levels of education. Such training shall incorporate disability awareness and the use of appropriate augmentative and alternative modes, means and formats of communication, educational techniques and materials to support persons with disabilities.

5. States Parties shall ensure that persons with disabilities are able to access general tertiary education, vocational training, adult education and lifelong learning without discrimination and on an equal basis with others. To this end, States Parties shall ensure that reasonable accommodation is provided to persons with disabilities.

http://www.un.org/disabilities/convention/conventionfull.shtml (Archiv-Version vom 09.05.2015)
Da steht nichts davon drin, daß man die Sonder/Förderschulen plattmachen
und die Kinder ins Regelschulsystem quetschen muss.

Und ja nach Grad und Art der Behinderung stand behinderten Kindern schon immer
der Zugang zu allen Schulformen offen.

Mit der "Inklusionsmanie" jetzt, werden aber auch Kinder mit schwersten
geisten Behinderungen wie Rett Syndrom, Spastik, oder Kinder mit schweren autistischen Störungen, etc. gezwungen auf Regelschulen zu gehen.

Ich denke, damit tut man diesen Kindern nicht unbedingt einen Gefallen.

Insbesondere Punkt 5 und auch Punkt 2 beschreiben eigentlich die Förderschulen und Behinderteneinrichtungen, wo Kinder und erwachsene Behinderte zum Teil auch wohnen können, eine Forderung, die es in Deutschland bereits seit Jahrzehnten gibt.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 12:59
Zitat von inci2inci2 schrieb:Ich denke, damit tut man diesen Kindern nicht unbedingt einen Gefallen.
Absolut. Wenn ein Kind zwar geistig und/oder körperlich behindert ist, allerdings zu einem SELBST(!)ständigen Leben fähig und lernwillig ist, sollte es auch die Chance bekommen, eine normale Schule besuchen zu dürfen. Aber nun davon auszugehen, dass sämtliche Kinder die übliche Schullaufbahn stemmen können, ist schlichtweg falsch.

Nicht nur die Schwere bzw. die Art der Behinderung spielt eine Rolle: In der Wohngruppe meines Bruders sind einige Bewohner dabei, die theoretisch auch auf eine Regelschule gehen könnten. Doch würden sie sich dort niemals wohlfühlen. Sie mögen keine Veränderungen, ziehen sich gern zurück und fassen nur sehr langsam Vertrauen zu ihren Betreuern. Sie dann in eine laute, überfüllte Klasse zu stecken, in der es hektisch ist und sie sich nicht nur mit den Blicken der anderen auseinandersetzen müssen sondern sich auch noch einem Leistungsdruck gegenüber sehen, dem sie nicht standhalten können, tut ihnen schlicht und ergreifend nicht gut.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 13:18
Was bringt es denn einem geistig behinderten Kind, eine normale Schule zu durchlaufen? Die Schule ist Vorbereitung auf eine Ausbildung, auf einen Beruf, so gesehn auf den Ernst des Lebens. Da ist eine Mutter, die ihrem geistig behinderten Sohn den Weg aufs Gymnasium erkämpft, obwohl er dort schulisch nichts reissen wird, ihr geht es darum, dass der Junge nicht von seinen Freunden getrennt wird. Gehts also um das Wohlbefinden und die Bespassung des Jungen? Heisst das, als nächstes erstreitet man die Teilnahme dieser Kinder an Ausbildungen, an Studienplätzen, an Berufen, um mit Freunden zusammenzubleiben nur um sich wohl zu fühlen? Was, wenn die Freunde sich aufteilen? Ein Teil wird nicht versetzt, ein Teil zieht aus beruflichen Gründen weg, die anderen gehen zur Bundeswehr. Was erzählt man dann dem behinderten Kind?

Ich finde man sollte so ehrlich sein, und dem Kind kein Zauberland Oz vorgaukeln. Das ist die Welt nicht. Alle Kinder werden auf Schulformen aufgeteilt die passend erscheinen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien. Kinder weniger gut verdienender Eltern gehen nicht Pony reiten weil das finanziell nicht drin ist, auch wenn es ihnen gefallen würde.

Inklusion ja, aber viel mehr in der Gesellschaft, in Vereinen, im Alltag. Aber die Schule ist da der falsche Platz


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 14:20
@dino

Dein Vergleich mit "Freunden" hinkt. Kinder sind sehr brutal und ehrlich miteinander. Kein gesundes Kind nennt ein krankes Kind seinen Freund oder Freundin, es sei denn es ist ein Geschwisterkind. Auch in der Freizeit geben sich gesunde Kinder nicht mit kranken ab, weil sie sich atyptisch benehmen und Kinder noch kein Verständnis für diese Verhaltensform haben.

Genauso verhält es sich mit debilen Kindern, die einfachste Dinge nicht begreifen oder ignorieren und auch keine Freunde haben, weil sie ja "blöd" sind, auch in den Augen der Kinder.

Aus diesem Grunde ist schon die Forderung der Mutter Utopie, das das Kind Henry bei seinen Freunden bleiben soll. Ich unterstelle der Mutter, das sie sich nicht mit Gegebenheiten abfinden will und partout auf biegen und brechen zu ihrem Recht kommen will. Um wirklich jeden Preis. Die Mutter rückt um jeden Preis ins Rampenlicht.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 14:33
@Bauli

Nein der hinkt nicht. Klar sind Kinder brutal ehrlich, aber sie sind auch weniger voreingenommen, wenn ihnen Erwachsene nichts einimpfen. Bei uns gibts eine Einrichtung, da spielen behinderte und nicht behinderte Kinder miteinander, sie gehen zusammen im Karnevalszug als eine Gruppe, aber es ist eben Freizeit, keine Schule und es ist freiwillig, nicht per Gesetz verordnet.

Natürlich ist die Forderung der Mutter Utopie, aber sie fordert das real. (http://www.welt.de/vermischtes/article126646205/Soll-ein-Kind-mit-Down-Syndrom-aufs-Gymnasium.html). Meiner Meinung nach tut die Mutter ihrem Kind keinen Gefallen, vielleicht versucht sie ihm als nächstes einen Platz in der Bundeswehr zu erstreiten, weil der beste Freund dorthin geht. Was in solchen Köppen als Inklusion betrieben wird, hat doch nichts mit wirklicher Einbeziehung zu tun. Es gibt auch für gesunde keine Inklusion, niemand, egal ob gesund oder behindert, wird in dieser Welt alles in Anspruch nehmen, sich alles leisten können. Männer werden keine Kinder gebähren, Frauen werden nicht ohne zu schlabbern im Stehen pinkeln können, auch wenn sie es sich noch so sehr wünschen und sich damit vielleicht wohl fühlen würden.


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12.05.2015 um 14:56
@dino

Als meine Tochter klein war und den Kindergarten besuchte, war ein debiles Kind mit dabei. Er schmiß größere Spielzeug-Metalltraktoren gegen die Schienbeine der körperlich kleineren Kinder, wo er sich überlegen fühlte. Dreimal darfst du raten, was ich -im Elternbeirat- alles unternommen habe, das dieses Kind rausfliegt, nachdem meine Tochter mit 18 !!! (achtzehn) blauen Flecken an den Beinen nach Hause kam?

Trotz Integration muß ich mir nicht alles gefallen lassen. Dann ging ich eben gegen die Eltern vor und war beim damaligen Bürgermeister vorstellig. Irgendwann ist Schluß.

Der Junge wurde auch in der Schule nicht schlauer, hat trotz Besuch einer besonderer Einrichtung nicht mal den Landwirtschaftsgehilfen geschafft, wie ich ca. 15 Jahre später hörte.


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12.05.2015 um 16:20
Wenn ich das Wort inklusion schon höre bekomme ich das kalte Kotzen. Ein Geflügeltes und schönes Wort, das Medien und Politiker immer wieder gerne bringen um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, aber sind wir doch mal ehrlich. Die meisten Menschen wollen behinderte in Watte packen das ihnen ja nichts passiert. Meine Erfahrungen sind, das Menschen gar nicht wollen das mit gehandicapten Personen umgegangen wird wie mit allem anderen auch. 2 Beispiele, auf dem Gymnasium auf dem ich war, waren immer schon Rollstuhlfahrer oder Menschen mit geistigen Einschränkungen. 1. ein befreundeterer junge, Rollstuhlfahrer benimmt sich einem Mädchen gegenüber daneben, wir seine Freunde sagen ihm das er sich benimmt wie ein Arschloch, die Pausenaufsicht bekommt es mit und schickt uns zum Rektor weil wir einen Behinderten beleidigt hätten. Beispiel zwei: Der kleine Bruder einer bekannten hat das Down Syndrom, und der freut sich wie ein absolutes Schnitzel, wenn er mit seiner Schwester und ihren Freunden mal rausgehen darf.Behandelst du ihn dann allerdings wie jeden anderen der Gruppe, Frotzeleien inclusive, die er nicht als böse auffasst, sondern weiß das es jeder abbekommt. Muss man fast aufpassen nicht von unbeteiligteren gelyncht zu werden.

Hoffe das wär jetzt nicht zu wirr. Meine Meinung ist, das es extrem traurig ist, dass so etwas ein so großes Gesprächsthema ist, dabei sollte es eigentlich für jeden von uns normal sein, diese Menschen eben nicht wie rohe Eier zu behandeln, sondern wie vollwertige Mitglieder des bekannten und oder Freundeskreis.


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Inklusion in der Schule - Anspruch und Wirklichkeit

12.05.2015 um 16:25
Zitat von GruenesKabelGruenesKabel schrieb:Wenn ich das Wort inklusion schon höre bekomme ich das kalte Kotzen.
Weil Du es offenbar falsch verstehst.

Die Beispiele, die Du genannt hast, lassen das jedenfalls vermuten. Inklusion bedeutet ja gerade, dass Menschen in eine Gesellschaft mit ihren jeweiligen Charakteristika aufgenommen und "normal" behandelt werden.
Genau das, was Du forderst, ist Inklusion.


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12.05.2015 um 16:26
@Kc
Du bist Lehrer?


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