Menschen
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

190 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Fleisch, Verbot, Konsum ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

05.06.2017 um 23:52
@Atrox

Wenn dann mal nicht die Produzenten auf den Kosten sitzen bleiben.

Ich denke zum Beispiel an den Milchbauern der kaum noch Gewinn erwirtschaftet. Der Druck des Marktes ist zu groß.

Milch kostet bald weniger wie Wasser.

Nur als Beispiel.


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

05.06.2017 um 23:54
Zitat von AtroxAtrox schrieb:Mit Hilfe von Kampagnen kann man dann sicherlich auch eine Akzeptanz dafür schaffen. Immerhin haben wir auch alle die Erhöhug der Mehrwertsteuer von 16 auf 19% überstanden.
Das hat nix mit nich überstehen zu tun, sondern schlicht mit der Konkurrenzfähigkeit der Betriebe, die würden schlicht Pleite gehen. Das ließe sich nur mit Subventionen regeln.

mfg
kuno


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 00:08
@TerracottaPie
@ahri


Ja, natürlich verändert sich die Konkurrenzsituation. Aber anders würde es nicht gehen. Man könnte beispielsweise alle Erzeuger tierischer Produkte dazu verdonnern 3% des Umsatzes in die Haltungsbedingugen zu investieren. In letzter Instanz trägt der Kunde diese 3% oder sie werden irgendwo in der Supply chain eingespart. Eine Verbesserung der Bedingungen ohne, dass es gewisse Opfer fordern wird, wird ohnehin nicht funktionieren.


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 00:19
Zitat von AtroxAtrox schrieb:Eine Verbesserung der Bedingungen ohne, dass es gewisse Opfer fordern wird, wird ohnehin nicht funktionieren.
Da hast du Recht. Ich erachte 3% Erhöhung auch für human. Das ist nicht der Punkt in dem ich dir widerspreche. Die 3% Prozent mehr zahle ich gerne.
Zitat von AtroxAtrox schrieb:Man könnte beispielsweise alle Erzeuger tierischer Produkte dazu verdonnern 3% des Umsatzes in die Haltungsbedingugen zu investieren
Das könnte der Staat per Gesetz erlassen. 
Zitat von AtroxAtrox schrieb:In letzter Instanz trägt der Kunde diese 3%
Im optimal Fall ja :Y: 
Zitat von AtroxAtrox schrieb:irgendwo in der Supply chain eingespart
Ich glaube das wird nicht funktionieren. Am Ende bleibt der Bauer auf den Kosten sitzen und geht pleite...
Zitat von AtroxAtrox schrieb:Eine Verbesserung der Bedingungen ohne, dass es gewisse Opfer fordern wird, wird ohnehin nicht funktionieren.
Ich gebe dir im Grunde Recht. Aber ob dies in der Realität funktioniert bezweifle ich. Bedingt durch die Struktur des Marktes.

Nach all den Diskussionen und Argumenten komme ich persönlich zu der ernüchternden Erkenntnis, dass es ohne Massentierhaltung nicht funktioniert -.-

Vorallem wenn man sich meinen Einwand bezüglich des steigenden Bedarfs nochmal ins Gedächtnis ruft.


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 10:36
Zitat von TerracottaPieTerracottaPie schrieb:Ich glaube das wird nicht funktionieren. Am Ende bleibt der Bauer auf den Kosten sitzen und geht pleite...
Ja, ohne Rationalisierungsmaßnahmen würde eine Einsparung wohl nicht funktionieren. Aber es gibt genügend Gesetze, die Arbeitsplätze gefordert haben. Das Rauchverbot in NRW hat auch einige Gastwirte ruiniert. Nicht schön, aber wo gehobelt wird, fallen nunmal Späne.
Zitat von TerracottaPieTerracottaPie schrieb:Nach all den Diskussionen und Argumenten komme ich persönlich zu der ernüchternden Erkenntnis, dass es ohne Massentierhaltung nicht funktioniert -.-

Vorallem wenn man sich meinen Einwand bezüglich des steigenden Bedarfs nochmal ins Gedächtnis ruft.
Ich denke auch, dass es ohne nicht funktionieren wird. Ich sehe da den Platz als limitierenden Faktor. Es gibt alleine 4,2 Millionen Milchkühe. Nach Bio-Maßstäben darf man pro Hektar zwei Milchkühe halten. Deutschland ist insgesamt 35,7 Millionen Hektar groß. Und wir hätten dann erstmal "nur" Milch und kein Fleisch und auch keine Eier. 27,4 Millionen Schweine brauchen 1,9 Millionen Hektar. Damit wären wir bereits bei über 10% der Fläche Deutschlands. Schon jetzt wird über die Hälfte der Fläche von Deutschland für die Landwirtschaft genutzt.

Der Bedarf an Nahrung steigt, aber auch der Bedarf an Platz. Die Landwirschaft wird also tendenziell eher weichen als größer werden. Ich kann deine persönliche Erkenntnis also absolut teilen.


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 18:09
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Kalbsfleisch zB kommt bei mir GARNICHT auf den Tisch.  Kälber werden dort nach 9 -15 Wochen geschlachtet... wegen dem besonders zartem Fleisch.
Ebenso wie ich Lamm nicht essen würde und auch kein Kaviar.
Das Tier, welches ich esse, darf gerne 10 Jahre alt gewesen sein
Ich kenne diese Sicht auf die Dinge nur zu genau. Wenn ich ein kleines süßes Schweinchen oder Kalb sehe, dann kann ich unter keinen Umständen daran denken, dieses für meinen Genuss ums Leben zu bringen.
Doch wenn ich jetzt mal genauer darüber nachdenke. Das Schwein ein paar Jahre später ist immer noch das gleiche Lebewesen mit Gefühlen wie als es noch jung war. Woher kommt es, dass wir dann meinen - jetzt reicht die Lebensdauer und für meinen Genuss beende ich die Möglichkeit für dieses Lebewesen Freude am Leben zu haben.

Am besten ist mir das klar geworden, als ich im Internet die Videos sah, wie sich doch schon ältere Kühe freuen wenn sie nach einem längeren StallAufenthalt wieder auf die Wiese rausgelassen werden. Irgendwie hatte ich vorher den Gedanke, dass es schon Ok ist mit der Schlachtung wenn sie älter sind, weil dann haben sie eh keine so große Freude mehr am Leben.. :/

was für seltsame Vorstellungen man doch entwickelt in seinem Leben.. aber es ist noch justierbar scheint es..


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 18:31
@Atrox
@TerracottaPie

Ich sehe es immer noch so, dass es möglich wäre die Massentierhaltung in Dtl. zu unterbinden.
Allerdings wären die Folgen für die FleischLiebhaber gravierend.

In der DDR damals z.b. musste man sich in langen Schlangen anstellen, wenn es das Gewünschte dann mal gab in begrenzten Mengen. So weit ich weiß war auch eine Folge, dass für Familie, Freunde und Bekannte etwas weggelegt wurde und sozusagen unterm LadenTisch weitergegeben wurden.


Ich könnte schon einer VorbildFunktion Dtl. in dieser Hinsicht etwas abgewinnen.

Bei den FleischImporten ist es dann notwendig Beschränkungen/Steuern einzuführen.

Wie war das eig.in Schweden beim Alkohol, dass dieser da jetzt so hohe Preise hat und die konsumierte Menge niedriger ist als bei uns? Und wieso importieren sie nicht billig Alkohol, welche gesetzlichen Regeln gibt es dafür um das zu unterbinden?

ja, ich versuche auch gleich mal das herauszufinden...

EDIT: oha, die Auswirkungen sind doch viel größer als ich angenommen hatte und das System nicht so sicher:

https://www.alltag-in-schweden.de/alkohol-in-schweden.php


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 18:54
die Meinung eines Kabarettisten zum Thema, allerdings ohne eine Lösung in konkreten Schritten anzubieten:

https://www.youtube.com/watch?v=iiDCNdsU4vI (Video: Hagen Rether über Fleisch, Milch & Co ... und über uns alle!)


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 18:59
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:Ich kenne diese Sicht auf die Dinge nur zu genau. Wenn ich ein kleines süßes Schweinchen oder Kalb sehe, dann kann ich unter keinen Umständen daran denken, dieses für meinen Genuss ums Leben zu bringen.
Doch wenn ich jetzt mal genauer darüber nachdenke. Das Schwein ein paar Jahre später ist immer noch das gleiche Lebewesen mit Gefühlen wie als es noch jung war. Woher kommt es, dass wir dann meinen - jetzt reicht die Lebensdauer und für meinen Genuss beende ich die Möglichkeit für dieses Lebewesen Freude am Leben zu haben.

Am besten ist mir das klar geworden, als ich im Internet die Videos sah, wie sich doch schon ältere Kühe freuen wenn sie nach einem längeren StallAufenthalt wieder auf die Wiese rausgelassen werden. Irgendwie hatte ich vorher den Gedanke, dass es schon Ok ist mit der Schlachtung wenn sie älter sind, weil dann haben sie eh keine so große Freude mehr am Leben.. :/
Weils mir primär darum geht, dass das Tier, was dennoch für mich gestorben ist, wenigstens ein langes Leben hatte.
Es geht hierbei um mich - um MEINE Werte, wie ich Fleisch konsumieren möchte und wie nicht.

Und das Rindfleisch was ich so esse, hab ich vorher auch mindestens schon 100 mal gestreichelt und beknuffelt ;) Zumindest, wenn ich es regelmäßig in den Stall schaffe wenn ich meine Familie besuche.
Das zB, können viele garnicht. Ein Tier essen, welches sie vorher "gekannt" haben.
Ich kann das.. und weisste warum? Weil ich weiss, dass es dem Rind gut ging, es gut gehalten wurde, jeden Sommer auf der Wiese stand und im Winter im gut gemisteten Stall.
Und da stehen so an die 150 Milchkühe und mehrere Bullen- und Kälbchen werden geboren und in den nächsten Stall geschickt.
Und dennoch... wenn ein Kälbchen- wo du bei der Geburt live dabei warst- irgendwann zurück kommt als Zuchtbulle oder Milchkuh und sich wieder von dir knuffen lässt, dann weisste das es dem Tier gut geht... !

Ich esse lieber das Tier.. als das Tier aus der Massentierhaltung, welches als Jungbulle schon den Bolzen zwischen die Augen bekam- und es eher ne Erlösung fürs Kalb gewesen sein muss; weils in seinem eigenen Dreck stand ohne sich drehen und wenden zu können.

Ich liebe Fleischverzehr nunmal...aber nur unter MEINEN Bedingungen, wie MEIN Gewissen das zulässt.
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:was für seltsame Vorstellungen man doch entwickelt in seinem Leben.. aber es ist noch justierbar scheint es..
Das magst du als seltsame Vorstellung eingliedern... ich aber nicht ^^
Ich kann mit meinem Gewissen sehr gut leben und ich kann immernoch in den Stall gehen und mein Essen streicheln. Solang wie sie am Leben sind, bekommen sie von mir maximale Zuwendung und Hingabe - ach selbst tot in meiner Tiefkühltruhe, habe ich höchsten Respekt vor dem Tier, dass für mich sein Leben ließ.
Aber ich bin da auch Realistin. Und ich werde nicht komplett auf Fleisch verzichten nur weil einige hardcore Veganer an meinem Gewissen rumschrauben wollen.

Eigentlich kann mans mit einem einfachen Leitsatz rechtfertigen :

So wenig Fleisch wie möglich
soviel Fleisch wie nötig.

Nötig ist für mich maximal 1x die Woche.
Der berühmte "Sonntagsbraten" kommt nicht von irgendwo her ;)


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 19:07
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:die Meinung eines Kabarettisten zum Thema
weiß jetzt auch nicht so genau wieso mich seine Forderung nach FleischVerbot so überzeugt hatte und ich das nachvollziehen konnte.
wobei er doch auch einige andere Dinge anspricht, die vermutlich oder für andere ganz offensichtlich um einiges übertrieben dargestellt werden..


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 20:00
@Streuselchen

Ich denke ich kann das einigermassen gut nachvollziehen. In meiner Ansicht allerdings was bewusster FleischGenuss ist, ist jede Woche auf jeden Fall noch zu oft..


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 20:12
@RayWonders

Nicht was den Körper betrifft.
1x wöchentlich, als Richtlinie gesehen, versorgt deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen.
Du kannst natürlich weniger essen und wirst micht direkt sterben an Mangelernährung oder ähnlichem- aber fehlen tut es dem Körper trotzdem.
Es kommt ja auch darauf an, wie sehr du auf kleinste Veränderungen an deinem Gefühlszustand, Stärke, generellem Körpergefühl; achtest.
MIR fällt es auf, wenn mir Fleisch fehlt.
Mir fällt auch auf wenn mir Zucker, Vitamin C oder sie Sonne draußen fehlt.
Mein Körper sagt mir bescheid ;)


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

06.06.2017 um 23:45
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:Ich sehe es immer noch so, dass es möglich wäre die Massentierhaltung in Dtl. zu unterbinden.
Allerdings wären die Folgen für die FleischLiebhaber gravierend.
Die Folgen der Fleischliebhaber wären gravierend ja...

Und nicht nur das. @der_wicht hat dir in eurem Clash bereits aufgezeigt welchen Umfang diese Sache hat,.. Nicht nur das Fleisch essen...


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

07.06.2017 um 03:02
Zitat von jaskajaska schrieb:@ruku
So klar ist die Sache auch nicht. Zumindest kenne ich keine Quellen, die wissenschaftlich fundiert den dauerhaften Fleischverzicht ohne Nahrungsergänzung empfehlen. Bin da aber zugegebenermaßen auch nicht tief im Thema und freue mich über jede Info.
Jaska, Du hast recht, keine wissenschaftlich fundierte Quelle empfiehlt dauerhaften Fleischverzicht ohne Nahrungsergänzung. Aber in diesem Zusammenhang finde ich es auch entscheidend zu untersuchen, wie ein Konsument tierischer Produkte denn B12 aufnimmt.
Dazu kann ich evtl. mal mit einer knapp gehaltenen Info* aushelfen, weil doch die allermeisten Menschen nur verkürzt mitbekommen „Achtung,B12 Mangel-Gefahr! ohne Verzehr von Tierprodukten" aber nicht ausreichend den Kontext überblicken.
Generell ist das Thema B12 bei der menschlichen Versorgung ultraumfangreich und sich dazu fundiert zu informieren erfordert mehr als sich einen Beitrag dazu in der Apothekenumschau durchzulesen ;-)
Mit diesem Vergleich will ich keinesfalls jemandem hier auf die Füße treten sondern lediglich aufzeigen, daß sich gefühlt der Großteil der Konsumenten bei diesem so komplexen Thema ausreichend informiert fühlt schon bloß nach dem Studium einer winzigen Meldung.
Klar: was bleibt uns Patienten/Konsumenten denn anderes übrig als darauf zu vertrauen, daß unser Arzt oder ein Beitrag uns alle erforderlichen Infos bietet? Schade aber wahr, daß es so einfach nicht ist. Man müsste sich schon sehr viel tiefer selbst mit vielen Quellen auseinandersetzen um sich selbst ausreichend eine Meinung bilden zu können. Kaum leistbar, ich nehme das auch für mich mitnichten in Anspruch.

Interessant sollte für uns alle (als essende Menschen) das Folgende sein: wie nimmt der Mensch B12 im Regelfall überhaupt auf?  
Ich möchte hier kein „vegan“ Fass aufmachen, bitte den Inhalt meines nachfolgenden Zitats aus einem blog-Artikel also nur als Zusammenstellung einer Grundinformation zu B12 zu sehen - die letzten beiden Abschnitte sind das, worauf ich aufmerksam machen möchte.

*
„Wo kommt Vitamin B12 vor?

Vitamin B12 kommt vorwiegend in tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eiern, Milch und Milchprodukten vor.
Vitamin B12 ist aber kein eigentlicher Bestandteil dieser Nahrungsmittel, sondern wird von Bakterien gebildet, die Nutztiere über die Nahrungskette aufnehmen und sich so in ihrem Gewebe (und in ihrer Milch bzw. Eiern) akkumulieren. Im Darm von Wiederkäuer gibt es diese Art von Bakterien auch, wodurch diese sich – unter den richtigen Bedingungen – quasi selbst mit Vitamin B12 versorgen können. Theoretisch können diese Bakterien also auch auf allen „naturbelassenen“ pflanzlichen Lebensmitteln gefunden werden. Dies ist allerdings nach meinem aktuellen Kenntnisstand eine unsichere Quelle.
Da Nutztiere heutzutage aber – und hier gibt es eine große Parallele zu uns Menschen – in einer unnatürlichen Umgebung ohne Futter aus der freien Natur mit jenen Mikroorganismen leben, wird auch in der industriellen Tierhaltung Vitamin B12 in vielen Fällen künstlich zugeführt. Sozusagen supplementieren also auch die meisten Fleischkonsumenten Vitamin B12 über den Umweg des Tiers, wenn sie konventionelles Fleisch verzehren.
Zitat von jaskajaska schrieb:Was ich geschrieben habe ist das, was mir mein eigener Arzt gut begründet nahe gebracht hat und was in den gängigen Medien in Form von Informationsartikeln so geschrieben wird.
Dazu auch nur kurz ein Einwand von mir:
Ärzte sind keine homogene Masse, jeder Arzt vermittelt lediglich nach eigenem Kenntnisstand und bestem Wissen und Gewissen. Feststellen möchte ich nur, daß Hausärzte im Regelfall keine ernährungswissenschaftliche Spezialausbildung haben, sich aber schon mal gerne auf diesem Gebiet selbst für Experten halten ohne manchmal Spezialwissen zu haben, welches über das eines „Normalos“ hinausreicht.
No offend, just sayin´.

Will sagen:  für mich ist "xy sagt" allein in diesem Fall kein gutes Argument, weil jedem solchen Arzt auch welche entgegenstehen, die etwas Gegenteiliges sagen/empfehlen würden – je nach eigener Einschätzung und eigenem Kenntnisstand.
Ein Arzt ist nicht automatisch und per se auch ein Experte in Sachen Ernährungsberatung.
Dasselbe gilt übrigens ganz sicher auch für „Ernährungsberater“, die nach einem Schnellkurs mit einem ein Word-Diplom bewaffnet auf Menschen losgelassen werden ;-)
Mir geht es hier nicht um Ärztebashing und ich unterstelle wirklich niemandem hier, daß sein Arzt blöd, nicht ausreichend informiert etc. sei! Ich will bloß gesagt haben: Vorsicht – so einfach ist es vielleicht doch nicht.

Und „gängige Medien“ bringen auch Beiträge mit gegenteiligem und ganz anderem Inhalt. Insofern würde ich persönlich niemals mit diesen Punkten in keine der Richtungen argumentieren, den sowas führt allenfalls nur zu einem Schlagabtausch mit Studien und Artikeln, die es zuhauf gibt um jede Position zu unterfüttern. Wir Otto-Normalverbraucher können doch ohne eigene tiefergehende Einarbeitung in diese komplexen Themen gar nicht ausreichend nachvollziehen, ob solche Artikel alles abbilden.
Zitat von jaskajaska schrieb:Demnach brauchen gerade Frauen im gebärfähigen Alter, Kleinkinder und Jugendliche z.B. Eisen, das ohne Fleischverzehr eben nicht vollständig eingenommen werden kann. Mit Eisen in Tablettenform gegenzusteuern kann meiner Meinung nach keine Diskussionsgrundlage sein. Sonst hat irgendwann Jeder mal routinemäßig sein Pillendöschen dabei und schluckt am Tag 30 Pillen, nur um sich vermeintlich gesund zu ernähren.
Kann durchaus sein, dass ich da falsch informiert bin. Dann bitte ich um neue und bessere Informationen.
Ich könnte neue oder andere Informationen heraussuchen und anbieten. Mit Betonung auf "andere" ;-)
Das ist ja das Problem mit solchen Themenkomplexen: was ist denn nun richtig? Als nicht-Fachmenschen wäre es mir persönlich unmöglich, darüber zu urteilen.
Das von Dir angeführte Argument mit dem Supplementieren sehe ich durchaus, Jaska. Meiner Ansicht nach ist das aber auch zu knapp runtergebrochen, denn das Feld ist auch hier sehr weit. So z.B. kenne ich auch einige Normal-Esser (also Speiseplan mit viel tierischen Produkten, Fleisch, Fisch, etc.), die einen generellen B12 Mangel haben und zuführen müssen. Andere haben einen Eisen-Überschuß trotz Verzicht auf Tierprodukte uswusf. Das alles kann unterschiedlichste Ursachen haben, daher sehe ich kein grundsätzliches Problem mit Supplementen. Zumal wir ja auchüberhaupt sehr viele angereicherte Produkte zu uns nehmen wie etwa Jodsalz oder auch Produkte für Kinder, die mit Vitaminzusätzen werben.


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

07.06.2017 um 13:07
Ich hatte nicht davon gesprochen, dass es vollkommen ohne Nahrungsergänzung empfohlen würde (wie üblich, richtig lesen ist immer hilfreich):
Zitat von rukuruku schrieb:Ein beträchtlicher Teil von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern sieht diese Notwendigkeit nicht und zwar schon seit mindestens 40 Jahren.

Allerdings muss man, wenn man gar keine tierischen Produkte zu sich nehmen würde, sich sehr gut informieren, ob und ggf. was man zusätzlich zu sich nehmen sollte (hier insbesondere Vitamin B12, evtl. auch weitere).



melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

07.06.2017 um 13:13
Gestern war´s schon zu spät, daher ein Nachtrag mit meinen 5 cents:

Ein Aspekt kommt mir bei dem Thema hier zu kurz:
die Frage danach, wie es denn eigentlich zum Ist-Zustand gekommen ist, also der Massentierhaltung, die wir heute haben?

Beim Thema Tiere als Nahrungsmittellieferanten ist es doch nicht so, daß die Nachfrage den Markt bestimmt.
Andersrum: der Markt hat die Nachfrage bestimmt, bis heute.
Nicht der Konsument hat die letzten Jahrzehnte vorgegeben, was der Markt ihm an Art und Menge zu bieten haben soll,
sondern der Markt hat dem Konsumenten nach seinem vervielfachten Angebot anerzogen, was der für seinen eigenen Bedarf hält!
Heute steht man am Kühlregal allein schon bei der Suche nach einem Joghurt vor einem überquellenden Angebot an Marken und Sorten. Kein Konsument hat 100 Sorten gefordert – diese Auswahl gibt es aus völlig anderen Gründen (bestimmt nicht die Forderung des Kunden nach Geschmacksrichtung x) und die Produktvielfalt rechnet sich für Unternehmen auch aus ganz anderen Gründen als das die Menschen das alles konsumieren würden. So wie wir tonnenweise umsonst produziertes Brot wegwerfen, so verhält es sich mit anderen Lebensmitteln auch. Es wird nicht auf Bedarf produziert sondern nach ganz anderen Kriterien.

Beim Fleisch dasselbe: es werden heute diese Riesen-Massenanlagen „benötigt“, weil der Markt den Konsumenten aus Gründen der Profitsteigerung davon weggebracht hat, alles vom Tier zu essen: nur noch Hähnchenbrust, keine Flügel, Innereien, Füße, Hals etc.
all das wird nicht mehr selbstverständlich konsummiert.
Das „eklige“ Zeug exportieren wir heute tiefgefroren ins Ausland (und ruinieren nebenbei damit deren Markt mit Niedrigstpreisen,
bis sie zugrunde gegangen sind und wir die Lücke dann selbst füllen, mit gestiegenen Preisen, versteht sich).

Ich glaube, die meisten Bürger machen sich Illusionen darüber, wie das abläuft:
Die Redaktionslandschaft (print wie online) ist Instrument der produzierenden Unternehmen.
Stete Berichterstattung lenkt die Konsumentensicht – was ich jetzt einfach mal wertneutral feststelle – in die ein oder andere Richtung.
Das sieht man ja seit den letzten Jahren auch schön am Thema Vegetarisch/Vegan: trotzdem Vegs der naiveren Sorte gerne glauben möchten, daß sich die Berichterstattung über VegThemen (damit meine ich alles, was von Ernährung über Infos zu Tierrechten bis Gesundheitsthemen – alles Dinge, die mit Konsum- und Konsumgütern in Verbindung stehen) selbst dadurch in die breite Öffentlichkeit gebracht hätten, weil sie mehr geworden wären oder wie es manche gern ausdrücken „weil immer mehr Leute sich Gedanken machen/aufwachen/lauter werden“. Sorry, das ist weltfremd!

Die Veg-Themen haben sich in den letzten Jahren nur deshalb (von einer negativen Darstellung über eine neutrale Besprechung der Themen) ins Positive gewandelt, weil Interessensvertreter diese Themen so positiv gesetzt und platziert haben.
Und funktioniert hat das nur, weil der Markt ein gutes Geschäftsfeld setzen konnte, aus wirtschaftlichen Gründen also.
So funktioniert das Spiel des Marktes und da ist an sich erst mal nichts verwerfliches dran.
Und inzwischen ist es soweit, daß Tierproduzierende Unternehmen ein weiteres Standbein im VegSegmenten gesetzt haben – aber ZUSÄTZLICH zu ihrem Kerngeschäft und nicht um dieses Stückweise zurückzufahren. Damit nehmen sie noch einen weiteren Kundenkreis mit.

Der_wicht hat im Clash und hier auch mehrfach darauf hingewiesen, daß Massentierhaltung mitnichten bloß an der Fleischproduktion hängt. Irgendwie ist da niemand so recht darauf eingegangen…

Die positive Auseinandersetzung der Medien mit den Themen Tierschutz, Nachhaltigkeit, Haltungsbedingungen etc. hat nur folgenden Effekt erzeugt: manche Menschen sind etwas informierter, das ja. Aber unterm Strich haben alle nur gelernt, wie sie sich gern einordnen würden und was sie nach außen vermitteln müssen um sich selbst dorthin zu heben, wo sie sich gerne sehen würden: als den reflektierten, Tierwohl- und Umweltbesorgten Konsumenten.

Ich begegne in letzter Zeit fast nie einem Mensch, der mir nicht ungefragt versichert, er kaufe Fleisch ganz bewußt, sehr selten und wenn dann vom Dorfmetzger seines Vertrauens. Selbst denjenigen, denen ich das wirklich sogar glaube, muß ich sagen:
ihr vergesst aber die Male mitzuberücksichtigen, wo ihr auswärts essen geht oder zu Gast seid. Ihr vergesst alle vollkommen die Kuchen, Kekse und Desserts, die ihr noch häufiger im Supermarkt kauft und/oder im Caféhaus oder bei Tante Emma serviert bekommt.
Ihr lasst jeden Kaffee mit Milch außer Haus unberücksichtigt.
Ganz zu schweigen von der Tatsache, daß der „bekannte Dorfmetzger“ seine Ware zumeist auch beim Großhändler kauft – in der Metro stehen diese Dorfmetzger an, um ihre Ware „aus eigener Schlachtung“ zu besorgen. Dies ist übrigens eine begriffliche Spitzfindigkeit, wie etwa „selbstgemacht“ ;-/ (vielleicht, nur von wem?) usf.

Mein Fazit: jeder weiß nun, das er sich selbst gerne als diesen „guten“ Konsumenten positioniert sehen möchte. Das beruht aber auf einer Selbsttäuschung, weil man viel ausblendet.
@der_wicht hat absolut und unbestreitbar Recht, wenn er runtergekürzt sagt: zur Massentierhaltung gibt es keine Alternative.
Das als Feststellung ausgehend vom Ist-Zustand des aktuellen Konsumverhaltens. Gute Tierhaltung, Bio usw. sind eine Illusion, über die man nicht reden braucht: das mag allenfalls nur funktionieren im Nischendasein, wird aber selbst zur Massenhaltung, wenn sowas allen dienen soll, paradox.

So einfach das Fazit: wenn man Fleisch konsumiert (und andere Tierprodukte), muß man mit der Massenhaltung klarkommen (auch daß man mit dem eigenen Konsum daran hängt). Man kann nicht Teil des Ganzen sein aber gleichzeitig einen „Heiligenschein“ tragen. Interessant ist hier die Frage: warum möchten Menschen denn das so gerne?


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

07.06.2017 um 13:16
@ruku
ich hatte das schon gelesen und Dich auch richtig verstanden. Da ich Dir inhaltlich auch zustimme was das betrifft, verstehe ich Deine Klarstellung nicht ganz, falls das an mich gerichtet wäre.


melden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

07.06.2017 um 13:41
Esse selbst Fleisch aber von halbherzigen Maßnahmen zur Eindämmung der Massentierhaltung halte ich nicht besonders viel. Meiner Meinung nach müsste man Milliarden in Ersatzprodukte investieren und die noch subventionieren und den Markt für billiges Fleisch kaputt machen. Einfach nur die Haltungsbedingungen verbessern und zusehen wie die Preise explodieren wird dem Durchschnittswähler schwer zu vermitteln sein.


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

08.06.2017 um 11:04
Zitat von dagrdagr schrieb:Esse selbst Fleisch aber von halbherzigen Maßnahmen zur Eindämmung der Massentierhaltung halte ich nicht besonders viel. Meiner Meinung nach müsste man Milliarden in Ersatzprodukte investieren und die noch subventionieren und den Markt für billiges Fleisch kaputt machen. Einfach nur die Haltungsbedingungen verbessern und zusehen wie die Preise explodieren wird dem Durchschnittswähler schwer zu vermitteln sein.
Da müsste der Durchschnittswähler auch einfach mal bei sich selbst anfangen und ein Gurkenbrot oder ein Tomatenbrot essen, anstatt sich mit Wurstbelag schon seinem Bedarf an Fleisch völlig zu überreizen.
Der Käufer bestimmt durch sein Kaufverhalten was der Händler in der Theke liegen hat.. und der Händler vermittelt den Bedarf an den Produzenten weiter.

Wähler müssen in erster Linie nicht davon überzeugt werden, teureres Fleisch zu kaufen sondern einfach davon, weniger Fleisch zu konsumieren.
Ist dies der Fall, kommt der Käufer recht schnell alleine darauf, dass WENN er Fleisch isst, es lieber von höherer Qualität sein soll.
Den Unterschied im Geschmack merkt man schon nach wenigen Wochen verzicht.


1x zitiertmelden

Massentierhaltung - Alternativen/Verbot/Tierschutz

08.06.2017 um 12:11
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Der Käufer bestimmt durch sein Kaufverhalten was der Händler in der Theke liegen hat.. und der Händler vermittelt den Bedarf an den Produzenten weiter.
Das hält sich so hartnäckig, so einfach ist es aber tatsächlich nicht!
Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt (angeblich) gemäß den ermittelten Zahlen erheblich, während die Produktion sich dementgegen immer weiter erhöht. Ob ersteres stimmt (sinkender Konsum) weiß ich nicht (ich habe da meine Zweifel an der Zahlenerhebung, aber gut...). Aber das Zweiteres definitiv wahr ist, steht fest.

Viele Vegs denken wirklich, daß sie durch jeden nicht-Kauf/nicht-Konsum echt Tiere retten - so schade es ist, das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, die manche vielleicht für ihr Wohlbefinden brauchen. Wahr ist es trotzdem nicht.
Kein Tier weniger wird gezüchtet, geschlachtet, etc. weil irgendwo in D 1000 oder gar 10.000 Leute mehr vom Tierverzehr abkommen!


melden