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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

295 Beiträge, Schlüsselwörter: Eltern, Wohnen, Ausziehen, Elternhaus, Hotel Mama

Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 10:26
Subway schrieb:Spätestens mit Ende 20 sollte man aber mMn dann doch langsam an's Ausziehen denken.
Naja, er ist ja nun fast 29. Mehr Ende 20 geht ja kaum!
Subway schrieb:Auch wenn man in diesem Alter noch zu Hause wohnt, heißt das doch nicht, dass man die Freunde ins Kinderzimmer einlädt.
Daher setzte ich das Kinderzimmer ja auch in Anführungszeichen.
Ich persönlich würde es peinlich finden, in dem Alter noch bei den Eltern zu wohnen, wenn ich daran doch auch was ändern könnte.
Immerhin schreibt er ja selbst, dass er gut verdient. Das ist dann einfach nur ein Zeichen der Bequemlichkeit und dafür habe ich in dem Alter kein Verständnis.

Wenn man sich in dem Alter keine eigene Wohnung leisten kann, sag ich dagegen ja auch gar nichts.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 10:42
Flaminguin schrieb:Ich bin mit 20 praktisch aus dem Elternhaus geflüchtet, halte es mit meiner Tochter aber so, dass sie bei mir wohnen bleiben kann, solange sie möchte und wenn es die Umstände erlauben und sie sich bereit fühlt, lasse ich sie gehen.
Mir ist das relativ egal, was die Gesellschaft dazu sagt, wenn sie mit 30 noch Zuhause wohnen würde.
Ich finde das klasse... :-) ... ich mag einfach auch das schöne menschenfreundliche dahinter... und ich finde auch, dass Kinder einfach mehr dürfen als alle andere... :-) ... und es soll sich wohl fühlen... und angenommen...

Außerdem... wenn das Kind raus will, dann sucht sie sich schon eine Wohnung... das wird passieren...

Kinder, die ihre Eltern ausnutzen und so... ich sage einfach mal, das ist eher sehr selten...


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 10:42
@Jule
Ja, okay, mit 29 sollte man sich schon langsam Gedanken über's Ausziehen machen.
Allerdings war mein Post eher allgemein gedacht und nicht speziell auf @Obse89 bezogen.

Was am Wohnen im Elternhaus jetzt aber tatsächlich peinlich sein soll, habe ich allerdings immer noch nicht verstanden. Aber ich denke, das ist einfach eine Einstellungssache. Ich finde, gerade, wenn man eben beruflich wie privat weitgehend eigenständig ist, braucht einem das überhaupt nicht peinlich zu sein. Nur umgekehrt wäre mir das peinlich, also wenn man noch zu Hause wohnt, weil man sich was eigenes nicht leisten kann.


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04.04.2018 um 10:50
@moric
Deine Tochter ist ja auch erst 20 und gerade, wenn man studiert, finde ich es absolut vorteilhaft, noch zu Hause zu wohnen - zumindest, wenn es die entfernungstechnischen Gegebenheiten zulassen.
Ich finde, so kann man diese Zeit einfach am unbeschwertesten genießen - immerhin war es die beste Zeit finde ich - und die sollte man voll und ganz auskosten :D


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 11:02
Subway schrieb:Deine Tochter ist ja auch erst 20 und gerade, wenn man studiert, finde ich es absolut vorteilhaft, noch zu Hause zu wohnen - zumindest, wenn es die entfernungstechnischen Gegebenheiten zulassen.
Ich finde, so kann man diese Zeit einfach am unbeschwertesten genießen - immerhin war es die beste Zeit finde ich - und die sollte man voll und ganz auskosten
Ja, hast schon recht... ich denke mir aber auch, dass es so einfach praktisch ist... es wird so einfach am besten funktionieren... mit dem dualen Studium wird sie wohl nicht mehr als 600 Euro pro Monat verdienen... das ist schon ganz okay, aber Miete und alles, Lebenshaltungskosten, Auto, Versicherungen etc... das wird nicht easy werden alleine... natürlich unterstützen wir sie dann auch noch, aber wenn sie halt jetzt noch zu Hause bleibt, dann ist sie da in drei Jahren (oder zwei? ich weiß es gerade nicht genau) durch und verdient richtig Kohle.

Ich weiß, dass sie dann auch sich eine eigene Wohnung sucht...


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 11:23
Ich kenne sogar einige, die mit Ende zwanzig, Mitte Dreissig noch bei den Eltern wohnen. Liegt vorallem an den teuren Mieten hier (München und Umland) und in dem Fall finde ich es auch voll verständlich, gerade, wenn man noch im Studium/Ausbildung/etc. ist.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 12:34
Für mich war es sehr wichtig, direkt nach dem Abi auszuziehen. Raus aus der Komfortzone und das Leben nach und nach selbst in die Hand nehmen zu müssen, das waren sehr wichtige Entwicklungsschritte für mich.

Ich hatte das Glück, gar keine große Wahl zu haben, dafür aber die Unterstützung meiner Eltern zu bekommen. Die nächste Uni lag viele hundert Kilometer entfernt und meine Eltern konnten mir finanziell unter die Arme greifen.
Ich musste also ausziehen, auch wenn es zu Hause doch noch recht angenehm war.

Damals kostete ein (sehr kleines) WG Zimmer aber auch nur 200DM und das günstigste Essen in der Mensa 1,50 DM. Mit ca. 10 DM pro Tag waren zwei Mahlzeiten und ein Dach überm Kopf schon mal gesichert.
Das waren wirklich noch andere Zeiten, heute funktioniert so ein Studentenleben in dieser Form wohl nicht mehr. Verfügbare Zeit für Nebenjob und Freizeit, Preisentwicklung, allgemeiner Lebensstil, das hat sich komplett verändert.

Ich bin damals mit 19 alleine losgezogen und habe mein eigenverantwortliches Leben begonnen. Wohnungssuche, Nebenjobsuche, neuer Freundeskreis.
Zwei Jahre später wiederholte sich das, diesmal in einem anderen Land. Rucksack gepackt, Hostel für eine Woche im Voraus gebucht und die Anmeldebestätigung der Uni in der Tasche: Wohnung- und Nebenjobsuche, Organisation des Studiums und neuer Bekanntenkreis vor Ort, das lag vor mir. Ohne die vorherige Erfahrung hätte ich mir das vielleicht nicht zugetraut.


Das sind aber nur meine persönlichen Erfahrungen und vor allem auch Umstände und nicht allgemeingültig.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 13:21
Meine Schwester wird 60 Jahre alt und wohnt immer noch bei unseren Eltern. Das liegt aber daran, dass meine Eltern ein 2 Familien-Haus besitzen und meine Schwester mit ihrer Familie dort geblieben ist.

Ich war froh als ich endlich ausziehen konnte. Das liegt aber nicht daran, dass ich meine Eltern nicht liebe, sondern das ich nicht mehr bevormundet werde.
Nur ich habe leider keine Wohnung bekommen. Ich musste erst heiraten und ca. ein halbes Jahr später bekamen mein Mann und ich eine Wohnung.
In der Zwischenzeit war unsere Tochter schon geboren.
Heutzutage bekommt man doch eher eine Wohnung. Man braucht eben nur das nötige Geld dafür.

Meine Tochter ist auch gleich als sie 18 Jahre alt wurde in so eine Art WG gezogen. Vorher hatten wir uns oft gestritten und plötzlich sah man sich nicht mehr täglich und wir verstanden uns auch wieder gut.

Mein Nachbar hat einen Sohn der jetzt mind. 30 Jahre alt ist und er wohnt auch noch im Hotel Mama. Ist ja auch praktisch. Er bekommt sein Essen und die Wäsche wird auch für ihn gewaschen.

Ich finde schon, dass Man(n) und auch Frau mit mind. 30 Jahren ihr eigenes Leben leben sollten.

Die Krönung ist der Nachbar meiner Eltern. Der Sohn ist über 50 Jahre alt und wohnt mit Mami zusammen. Es wird gemunkelt, er liegt sogar nachts neben seiner Mutter im Ehebett. Der Vater ist schon sehr lange tot.

Um es nochmal kurz zu fassen. Ab mind. 30 würde ich sagen, sollen die lieben Kinder doch bitte alleine wohnen.


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Senfgurke
ehemaliges Mitglied

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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 13:47
Wenn man unmittelbar in der Wohnung der Eltern lebt, würde ich das nicht gut finden. Wenn ich aber eine Wohnung unter oder über meiner Eltern hätte, gar neben den Eltern (Etagewohnungen), wäre es meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Gerade wenn die Eltern älter und älter werden, vielleicht sogar schwächer, wollen viele für sie da sein um behilflich zu sein. Die Wahrscheinlichkeit das die Eltern in einen höheren Alter eher sterben, ist ja auch noch höher. Wenn ich irgendwo in Stuttgart leben würde, während meine Eltern in München sind, würde ich das ebenfalls nicht gut sein. Ich möchte immer in der Nähe meiner Eltern wohnen. Für mich selbst wäre es angemessen, wenn ich in einen Nebendorf leben würde oder sogar in der gleichen Stadt wie meine Eltern. Man muss aber auch nicht im gleichen Haus/Wohnungsblock leben. Für mich wäre es auch lieber, wenn ich ein paar Straßen weiter wegwohne, um unabhängig zu sein. Das könnte ich zwar ebenfalls in einer Wohnung oder in unmittelbarer Nähe sein, aber ist schon ein bisschen schwieriger, wenn man sich dann immer sieht. Man möchte ja schon mal für sich sorgen und wie ein Leben ohne Eltern ist. Wenn man sich immer abhängig macht, kommt man nie von den Eltern los. Das Leben auf dieser Erde ist nun mal nicht gesegnet mit der Ewigkeit.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 14:15
Ist ja schon ein Unterschied, ob man im Elternhaus seinen komplett eigenen Wohnbereich mit seinem eigenen Haushalt hat, oder ob man noch immer im Kinderzimmer wohnt.

Wenn das Haus groß genug ist und man einfach irgendwann dort seine eigene Wohnung einrichten kann, ist das doch super. Man spart in der Regel Geld, hat seinen eigenen Bereich und die Familie trotzdem sehr nah.

Aber die Kinderzimmerlösung, wäre mir zu blöd. Ab einem gewissen Alter ist es doch auch unanagenehm, wenn man Freunde oder eine neue Liebschaft zu sich einlädt. Und in der Regel ist es ja doch so, dass vieles immer noch die Eltern regeln und auch irgendwie noch mehr das Sagen haben. Will man das mit Mitte-Ende-20 denn noch?



Ich habe es damals sehr genossen, als ich endlich meine eigene Wohnung hatte. Endlich konnte ich tun und lassen was ich wollte. Konnte meine eigenen Entscheidungen und auch Fehler machen. Bin froh dass ich die Erfahrung machen konnte, ein paar Jahre ganz alleine zu wohnen.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 14:28
einen Monat vor meinem 30. Geburtstag den Mietvertrag für meine Wohnung unterschrieben, und da dann auch zwecks Arbeit ausgezogen.
So richtig mit beiden Beinen im Leben steh ich allerdings erst seit letztem Jahr (da wo die Ausbildung vorbei war).
Bin aber trotzdem noch oft bei meinen Eltern (sind ja nur 50 km), da ich hier ja auch noch viele Bekannte, ehemalige Kollegen habe habe mit denen man sich mal ab und zu trifft usw...
Vorher ging es halt nicht, wegen Studium + Nebenjob.

Hatte natürlich auch mit dem Gedanken gespielt so ab 25...aber dabei immer im Hinter kopf "Mensch dafür hast du doch gar nicht genügend Geld". Ich glaube das genau das gar nicht viele machen, sondern einfach schnell, schnell hals über Kopf dann ausziehen. Schulden usw... sind dann meist die Folge.
Das ich nun deshalb unselbstständiger bin kann ich so nicht behaupten, eher im Gegenteil.

Ich meine warum muss man sich denn in jungen Jahren unbedingt durch schwierige Situationen durchboxen? Womöglich noch das man zeitweise auf der Straße lebt oder solche Sachen....nee das muss nicht sein. Nicht heutzutage hier in Deutschland.

Viele sehen das jedoch als etwas sooo positives und wertvolles an bzw. ja, stellen es gerne so da :D

oder auch dieses ständige Umgeziehe, mit 30 schon 8 mal umgezogen oder so... boah nee das wäre zu viel Stress für mich, das könnte ich nicht. Nicht umsonst gibt es den Spruch "3 mal umgezogen ist wie 1 mal abgebrannt". :D

Naja aber jeder wie er mag. Ich bin eben ein Gewohnheitsmensch brauche mein vertrautes Umfeld usw.. und daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 14:39
Ich finde, so pauschal kann man das nicht sagen.

Klar sollte man sich irgendwann mal von den Eltern abnabeln. Doch auf der anderen Seite stehen Lebensunterhaltskosten.

Eine eigene Wohnung kostet Geld. Das muss man erst mal verdienen. Dann braucht man vielleicht noch ein Auto oder muss öffentliche Verkehrsmittel benutzen um zur Arbeit oder zur Uni zu gelangen. Auch das kostet Geld.
Man braucht Versicherungen, z.B. fürs Auto, eine private Haftpflicht oder eine private Rechtsschutzversicherung. Auch das kostet Geld.
Man muss Strom, Heizung, Internetanschluss, Müllgebühren u.s.w bezahlen.
Und so hin und wieder muss man auch mal was essen.
Von neuen Klamotten, gelegentlich ins Kino oder sonstigen Unternehmungen rede ich erst gar nicht.

Das kann sich nicht jeder finanziell leisten.

Von daher denke ich, werden so manche wohl länger im Elternhaus leben, um solche Kosten zu sparen.

Ich selbst bin übrigens mit 23 von zu Hause ausgezogen und dabei ist es auch geblieben.
Meine Schwester mit 22, und zog mit 24 vorübergehend wieder bei unserer Mutter ein.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 14:45
moric schrieb: es wird so einfach am besten funktionieren... mit dem dualen Studium wird sie wohl nicht mehr als 600 Euro pro Monat verdienen...
Ja, ich denke auch: weshalb dann die 600€ verballern, schauen, dass man gerade so über die Runden kommt und einen Großteil an Lebensqualität einbüßen. Nein, so viel wäre mir ein frühes Ausziehen auch nicht wert gewesen. Außerdem ist es ja auch einfach schön, wenn man sich untereinander gut versteht und dann einfach noch eine gewisse Zeit miteinander im Haus verbringt.


@knopper
Ja, ich habe auch teilweise das Gefühl, dass es von einigen schon als eine Art Statussymbol angesehen wird, wenn man ab einem bestimmten Alter eine eigene Bleibe hat. Dabei empfinde ich es eher als umgekehrt. Ich würde lieber noch im Elternhaus wohnen, wo alles schön und großzügig ist als in irgendeiner günstigen Mietwohnung, die absolut nicht meinen Gewohnheiten entspricht, nur um der eigenen Wohnung willen.

Klar muss man bei einigen Dingen auch Abstriche zu machen - beispielsweise ist es immer schön, sein eigenes Ding machen zu können, was mit einer eigenen Bleibe natürlich realisierbar ist, allerdings in so jungen Jahren noch mit so vielen Restriktionen verbunden, dass es für mich nicht sonderlich attraktiv erscheint. Dann lieber ein paar Jahre länger warten und dies dann besser auskosten können.

Achja, und warum es zwangsläufig von Vorteil sein soll, es bereits schon in jungen Jahren möglichst schwer zu haben, habe ich auch noch nicht verstanden.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 15:02
Subway schrieb:Ich würde lieber noch im Elternhaus wohnen, wo alles schön und großzügig ist als in irgendeiner günstigen Mietwohnung, die absolut nicht meinen Gewohnheiten entspricht, nur um der eigenen Wohnung willen.
Siehst du, da unterscheiden sich schon mal die Ansprüche.

Ich habe äußerst gerne auf Komfort und Bequemlichkeit verzichtet zugunsten meiner persönlichen Freiheit und Ruhe. Darauf den gleichen Lebensstandard zu haben wie meine Eltern habe ich keinen Wert gelegt, ich war mit sehr viel weniger zufrieden.

Es kommt sicherlich auch immer darauf an wie man sich mit seinen Eltern versteht und wo man lebt. In einer Großstadt ist es uU vielleicht nicht so schwierig als auf dem Land, wo man zB auf ein Auto angewiesen ist.

Um es zu verdeutlichen: meine Eltern waren beide voll berufstätig und gingen abends um halb zehn ins Bett. Kam ich nur 30 Minuten später nach hause weil ich bspw im Kino gewesen bin war die Wohnungstür verschlossen und der Schlüssel steckte von innen. Dann konnte ich zusehen wo ich die Nacht verbringe. Kam ich nicht pünktlich zum Essen gab es nichts mehr für mich, ich durfte mir auch nichts mehr zu essen machen da ich mich gefälligst an die Zeiten zu halten hatte.

Bei diesen strengen Regeln an die ich mich nicht anpassen wollte war es die beste Entscheidung auszuziehen, die habe ich auch nie bereut.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 15:12
@häresie
Klar kommt es natürlich immer auf das Verhältnis zu den Eltern an. Die Probleme, die du beschreibst, haben sich nie bei uns ergeben.
häresie schrieb:Ich habe äußerst gerne auf Komfort und Bequemlichkeit verzichtet zugunsten meiner persönlichen Freiheit und Ruhe.
Ich finde, das ist auch einfach ne Charakterfrage. Ich persönlich hatte eigentlich nie den Drang nach sonderlich vielen Freiheiten. Bin auch nicht der Typ, der es braucht, nachts regelmäßig um die Häuser zu ziehen. Und die paar mal, wo ich solche Sachen mache, kann man dann auch ohne eigene Bleibe realisieren.
Wie gesagt, es ist halt immer eine Charakterfrage, worauf man wert legt. Mir sind dafür eben andere Sachen wichtiger.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 15:18
Subway schrieb:Wie gesagt, es ist halt immer eine Charakterfrage, worauf man wert legt
Absolut.

Ich hatte bei meinen Eltern keine Freiheit mich zu entwickeln, die war für mich aber lebenswichtig. Es ging auch nicht vordergründig ums um die Häuser ziehen, ich wollte mich einfach aus dem Machtbereich meines Vaters entfernen, bei uns ging es zuhause zu wie beim Militär. :D

Das hält doch keiner aus.

Materielles war mir wirklich total scheißegal, das hatte ich alles vorher und es hat mich nicht glücklich gemacht. Als ich ausgezogen war kam ich erstmal zur Ruhe und es ging mir bedeutend besser. Ich hatte auch eine gute Ausbildungsvergütung, mein Studentenzimmer in der Klinik in der ich gearbeitet habe hat auch kaum was gekostet, Einrichtung oder Versicherung brauchte ich alles nicht, ich brauchte halt was anderes.


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Als junger Erwachsener bei den Eltern leben

04.04.2018 um 16:27
MATULINE schrieb:Die Krönung ist der Nachbar meiner Eltern. Der Sohn ist über 50 Jahre alt und wohnt mit Mami zusammen. Es wird gemunkelt, er liegt sogar nachts neben seiner Mutter im Ehebett. Der Vater ist schon sehr lange tot.
Das ist natürlich die Härte. Die Umstände der beiden kennen wir nicht. Ist er nie ausgezogen und immer bei Mami geblieben, ist die Lebensweise unnormal. In dem Alter sollte man schon längst auf eigenen Beinen stehen.
Doch hier stellt sich wieder die Frage, wie es in Wirklichkeit ist. Vielleicht ist die Mutter zu ihrem Sohn gezogen, weil der Vater gestorben ist. So muss die Mutter in ihren letzten Jahren nicht einsam sterben. Sie wird wohl 70-80 Jahre alt sein. Warum also die Witwe alleine lassen? In dem Fall würde auch ich meine Mutter bzw. meinen Vater schleunigst zu mir holen. Ob ich ne Familie hätte oder nicht...
Vielleicht ist der Vater auch zu einem Zeitpunkt gestorben, in dem der Sohn ausziehen wollte. Da wäre es sehr schlecht, als Sohn dennoch die Mutter zu verlassen. Wie es wirklich dazu kam, werden wir wohl nicht wissen.

Meine Oma wurde recht früh Witwe. Nach und nach zogen ihre Kinder aus, bis ihr jüngster Sohn noch bei ihr war. Das war vorerst kein Problem, da es ein sehr großes Haus war. Leider wurde es im Krieg zerstört. Nach einigen Jahren Unterschlupf bei Bekannten haben sich beide ein kleines Haus gekauft. Mein Onkel wollte sie jedoch in dieser Situation nicht einfach alleine lassen. Er vergrößerte das Haus durch einen Anbau und hat sie bis an ihren letzten Tag gepflegt und sich um sie gesorgt. Seine Geschwister haben die beiden aufgrund der Entfernung leider nur finanziell unterstützen können, jedoch sind alle dankbar dafür, dass er sie nicht alleine gelassen hat. Er hatte leider einfach nie so richtig Glück bei den Frauen.
Außenstehende sehen da einen ehelosen 45-jährigen, der bei Mutti lebt, wenn sie die Geschichte nicht kennen. Man darf nie zu schnell urteilen, wenn man die Hintergründe nicht kennt.

Mein Opa von der anderen Seite hat in seinen letzten Jahren abwechselnd bei seinen Kindern gelebt, um nah bei ihnen zu sein. Denn sie lebten auch weit voneinander entfernt.



@häresie
Da stellt sich wieder die Frage, ob du bei diesen Maßnahmen volljährig warst oder nicht. Denn entweder war es halt eine erzieherische Maßnahme, damit du lernst, pünktlich zu sein und Ordnung im Leben zu haben oder du warst schon erwachsen und sie ließen dich überhaupt nicht dein Leben leben.
Meine Kindheit war auch schon fast wie beim Militär. Aber als ich dann volljährig wurde und meine Eltern gesehen haben, dass ich gut alleine zurechtkomme, ließen sie locker und ich lebte von nun an als unabhängiger Heranwachsender in ihrem Haushalt. Erziehung muss sein und sie wird niemals aufhören. Aber es gibt für jedes Alter Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen.


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04.04.2018 um 16:54
Ford schrieb:Wie seht ihr das? Muss man sofort ausziehen oder ist es sogar besser, erst abzuwarten, bis man beruflich sicheren Fuß gefasst hat?
Und vor allem: Woran liegt es, dass manche Erwachsene nicht fähig sind, ein eigenes Leben zu führen und bewusst viele Jahre bei den Eltern leben?
Ich persönlich bin früh ausgezogen, weil es sich so ergeben hat und ich finde es tat mir gut. Man macht seine eigenen Erfahrungen, entfaltet seine eigene Persönlichkeit - man macht Dinge anders als Mutti etc.

Selbst wenn man auszieht und die Eltern noch leben, so sind sie ja nicht weg. Hab ich auch oft genug miterlebt, wie sehr die Eltern da noch unterstützen und allein das man weiß, dass sie noch da sind und in der Not den Rücken stärken, beruhigt einen ja ungemein. Vielleicht liegt es daran, dass Manche "Erwachsene" nicht fähig sind ihr eigenes Leben zu führen. Eltern können nicht loslassen und man ruft ja auch ständig Zuhause an und fragt um Rat, anstatt sich einfach mal selber durchzuwurschteln :D ;)


Ich kann es auch verstehen, dass man so lange wie möglich Zuhause wohnen möchte. Man spart Geld, alles ist bequemer. Für mich wäre nur der Geldaspekt von Vorteil gewesen. Ich weiß noch, wie froh ich war, auf eigenen Beinen stehen zu können und etwas so zu machen, wie ich es für richtig halte :D andersherum weiss ich aber auch, wie es ist, wenn man im Supermarkt steht und sich überlegt, ob man sich lieber einen Sack Kartoffeln kauft oder irgendeinen Kinkerlitz, weil das Geld nicht für die Woche reicht. Erfahrungswerte, die wichtig sind, wenn man später im Überfluss lebt und mal zurück auf den Teppich kommen muss.


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04.04.2018 um 17:41
Ford schrieb:Da stellt sich wieder die Frage, ob du bei diesen Maßnahmen volljährig warst oder nicht. Denn entweder war es halt eine erzieherische Maßnahme, damit du lernst, pünktlich zu sein und Ordnung im Leben zu haben oder du warst schon erwachsen und sie ließen dich überhaupt nicht dein Leben leben.
Nein, ich bin nicht volljährig gewesen als ich ausgezogen bin.

Mir ging es nicht darum mich der Erziehung zu Pünktlichkeit zu entziehen, die Methoden waren nur total überzogen und absolut unangemessen. Von einer Jugendlichen zu verlangen in die Kindervorstellung zu gehen wenn sie ins Kino möchte, nur damit sie das Abendessen nicht verpasst oder sich verspätet ist für mich nicht nachvollziehbar gewesen, mit den Eltern zu reden war nicht möglich.
Es sollten Anordnungen befolgt werden die auch nicht zu hinterfragen waren.

Also etwas Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer kann man wohl nehmen, zumal ich zuhause genug Pflichten hatte denen ich auch nachgekommen bin. Ich bin ja nun auch nicht laut krakeelend nachts um zwei besoffen zuhause aufgeschlagen.
Es war bei uns auch etwas extrem, meinem Vater ging es mehr um Kontrolle.
Und schließlich hat er sich ja selbst nicht korrekt verhalten, mich nachts vor die Tür zu setzen war wenn man es genau nimmt auch unterlassene Aufsichtspflicht.

Was du hier schreibst seh ich zB auch anders:
Ford schrieb: Da wäre es sehr schlecht, als Sohn dennoch die Mutter zu verlassen.
Warum denn? Die Mutter ist doch erwachsen, und räumlich getrennt zu leben heißt ja nicht sie zu verlassen. Ich sehe Kinder da nicht in der Pflicht, und ich würde von meinen Kindern sowas auch weder erwarten noch verlangen.


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04.04.2018 um 17:59
Prinzipiell finde ich es gut, wenn behütete Muttersöhnchen oder verwöhnte Prinzesschen mal ein paar Jahre WG-Erfahrung sammeln. Da lernt man viel über sich und andere. Erst nach dieser "Grundausbildung" sollte man eine eigene Familie gründen. wenn man dann noch will und nicht zum Einsiedler umschult.


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