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Zu jung um das Leben zu beenden?

368 Beiträge, Schlüsselwörter: Freitod, Sterbehilfe, Niederlande

Zu jung um das Leben zu beenden?

07.06.2019 um 01:37
@filiz
man braucht Kraft, um zu wollen, denn es ist ein Kampf. Man muss passende Therapeuten und Therapien finden, von beidem gibt es nicht genügend. Ich finde niemand hat das Recht darüber zu urteilen, wer wie viel ertragen kann oder will. Niemand außer einem selbst. Da gibt es gar keine Debatte.


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Zu jung um das Leben zu beenden?

07.06.2019 um 01:37
@Tussinelda
Warum wieder so aggressiv, ist es so schwer zu akzeptieren, dass andere Menschen eine andere Sicht haben???
I


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Zu jung um das Leben zu beenden?

07.06.2019 um 01:41
@Tussinelda

Dann können sich also alle mit einer schlechten Kindheit umbringen, weil man ja nicht weiß ob der Mist sich fortsetzt? Du merkst selbst nicht was Du da schreibst? Bevor Du anderen Schwachsinn unterstellst, die nicht konform mit einer Jammerlappen-Ideologie sind, solltest Du mal selbst lesen wie man deine Sätze interpretieren kann und welch fatale Signale Du in die Welt sendest.
Tussinelda schrieb:ja natürlich....das kann man einfach mal so behaupten, ist alles so einfach, insbesondere für ein Kind, einen Jugendlichen, die neben allem Leid, den Erkrankungen, sowieso noch nicht gefestigt ist, da sie Kindheit und Pubertät unter den schwierigsten Bedingungen erlebte, Deine Worte sind wie Schläge in die Fresse. Wenn Du Dich nicht reindenken kannst, dann solltest Du auch nicht solche Meinungen äussern.
Ich kenne viele Leute die extremen Mist erlebt haben, ich selbst habe seit meiner Kindheit fast die ganze Palette durch- und? Das ist nicht der Rede wert. Ich kann mitreden, ich kann mich nur nicht in Mimimi einfühlen weil es immer einen Weg gibt, aber Du heulst vermutlich schon wenn dir ein Fingernagel abbricht.

@filiz

Tussi ist immer so, es gibt nur ihre Meinung oder keine.


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07.06.2019 um 01:44
@yong
ich habe schon von ihr einige Beiträge gelesen. Ich habe auch nicht die beste Kindheit gehabt, aber ich bin foh, dass ich mein Leben nicht ein Ende gesetzt habe. Ich bin heute sehr glücklich, auch wenn ich nicht damals die beste Jugend hatte


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07.06.2019 um 01:45
yong schrieb:Sie hatte doch wenigstens Eltern die zu ihr stehen. Warum haben die Eltern sie gehen lassen? Das ist so unbegreiflich für mich.
Ich habe eine Reportage ansehen müssen, die sehr tief ging.
Außenstehende haben immer leicht reden, sie können sich kaum in andere Lebenssituationen hineinversetzen.

Festhalten um jeden Preis hat mMn nicht viel mit Liebe zu tun.
Eher mit Ängsten?
Wird wahrscheinlich Kritik hageln.. mir ist`s egal.


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07.06.2019 um 01:45
@filiz

Das meine ich... du ast gekämpft, die zähne zusammen gebissen und bist froh am Leben zu sein.
es ist egal was man für eine Kindheit oder Jugend hatte, wichtig ist was man daraus macht.


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07.06.2019 um 01:46
borabora schrieb:mir ist`s egal.
@borabora
??? sorry verstehe ich gerade nicht


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07.06.2019 um 01:47
filiz schrieb:sorry verstehe ich gerade nicht
Festhalten um jeden Preis.. was man liebt, muss man auch loslassen können u. dürfen.


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07.06.2019 um 01:47
@borabora

Man liebt sein Kind und möchte ihm helfen. Bis dahin verstehe ich die Eltern, doch ich hätte versucht mit dem armen Kind zu kämpfen, ihr zu zeigen das sich das Leben lohnt und das sie es sich nicht von anderen nehmen lassen soll.

Loslassen... wenn man eine Krankheit im Endstadium hat- ja, aber ihr Körper war gesund, ihre Seele war krank.


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07.06.2019 um 01:49
@yong

All das werden die Eltern sicherlich versucht haben ;)
Es wird teilweise ein langer Prozess für das Mädchen gewesen sein, aus dem Leben zu scheiden.


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07.06.2019 um 01:50
@yong
ja, mein Freund war Soldat in Israel und am Libanonkrieg 2006 beteiligt. Er hat seine damalige Freundin verloren und paar Jahre später seine 18-jährige Schwester . War das alles für ihn einfach?? Nein, selbstverständlich nicht, allerdings ist er heute froh, dass er nicht damals sich die Kugel gegeben hat, denn das hätte seiner Schwester und seiner Freundin auch nicht geholfen


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07.06.2019 um 01:52
yong schrieb:oslassen... wenn man eine Krankheit im Endstadium hat- ja, aber ihr Körper war gesund, ihre Seele war krank.
War bei meinem Schwager auch so.
Ihm konnten erfahrende Psychologen nicht helfen.
Er schied vor einem Jahr "freiwillig" aus dem Leben.


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07.06.2019 um 01:55
@filiz

Das sind schlimme Schicksalsschläge. Eben, es hätte niemanden etwas gebracht, nicht einmal ihm. Das auch er froh ist wundert mich nicht. Wir werden älter und bekommen eine andere Sichtweise, eine Chance die sich das Mädchen leider genommen hat.

@borabora

Denke ich auch, der Knackpunkt ist nur jener: Die Eltern prangern auch das marode System in Holland an. Sie haben nicht schnell genug kompetente Hilfe bekommen. Dann wäre ich mit meinem Kind durchs ganze Land gefahren und hätte keine Ruhe gegeben. Wie dringend ist lebensbedrohlich? Für mein Kind hätte ich die besten Kliniken so lange genervt bis etwas geschehen wäre. Damit geht die Kritik an die Krankenhäuser, nicht an die Eltern.


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07.06.2019 um 01:58
@yong

Wenn Jemand das Essen verweigert, sind die Ärzte machtlos u. es ist ganz einfach ein Trugschluss, das sämtliche oder irgendeine Hilfe mit Sicherheit "greift".
Klar versuchen die Eltern alles, was in ihrer Kraft u. Möglichkeit steht.
Aber auch sie werden an Grenzen stossen.


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07.06.2019 um 02:04
@borabora

Natürlich gibt es auch die Option das jemand absolut nicht mehr leben will, aber kann man das wirklich mit 17 entscheiden? In einer Zeit die sowieso schon schwierig ist, weil die Gefühle oft sehr überschwänglich sind und der Körper in Aufruhr ist?

Natürlich möchte ich keinem Kind oder Jugendlichen seine Urteilskraft absprechen. Doch bei einer solch gewichtigen Frage möchte ich allen dort draußen die mit sich am hadern sind und gegen sich kämpfen raten zu warten, oft lohnt es sich. Wenn ihr älter seid , irgendwann eine eigene Familie habt, sieht vieles wirklich anders aus. Schmerz vergeht und es gibt viel für das es sich lohnt zu leben.


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07.06.2019 um 02:07
yong schrieb:eine Chance die sich das Mädchen leider genommen hat.
@yong
ja, das stimmt definitiv. Man wird das Erlebte niemals vergessen, aber nach einer Zeit ist alles nicht mehr so nah. Ich habe durch ein Autounfall mein besten Freund verloren vor 6 Jahren. Er war wie ein großer Bruder für mich, hat mir in schwierigen Zeiten immer geholfen und mich auch beschützt. Damals war dieser Verlust für mich so unerträglich dass ich alles wegschmeißen wollte, aber was mich letzendlich davon abgehalten hat, war das Suat (so hieß er) nicht gewollt hätte, dass ich alles aufgebe. Er lebt in meinem Herzen weiter und wenn ich jemals ein Sohn bekommen sollte, wird er so heißen.
Es lohnt sich wirklich zu leben, kann ich Jugendlichen, die in einer schmerzhaften und schwierigen Phase sind, nur ans Herz legen


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07.06.2019 um 02:11
yong schrieb:aber kann man das wirklich mit 17 entscheiden?
Kommt auf die Hintergründe an.
Ich denke auch immer, es hätte Lösungen gegeben.
Aber der Betroffene sieht es eben anders.

Gibt durchaus Menschen, wo der Selbstmordversuch gescheitert ist u. die später nicht mehr nachvollziehen konnten, warum sie das überhaupt gemacht haben.
yong schrieb:Doch bei einer solch gewichtigen Frage möchte ich allen dort draußen die mit sich am hadern sind und gegen sich kämpfen raten zu warten, oft lohnt es sich. Wenn ihr älter seid , irgendwann eine eigene Familie habt, sieht vieles wirklich anders aus. Schmerz vergeht und es gibt viel für das es sich lohnt zu leben.
:Y:


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07.06.2019 um 02:18
@borabora

Das habe ich auch mal gelesen. Ein Deutscher der einen Selbstmordversuch überlebt hat, hat mal berichtet das er kurz vor dem Aufprall ( hat sich von einer hohen Brücke gestürzt) gedacht hat das alles ein riesiger Fehler ist, das er gerne weiterleben würde und das seine Probleme doch eigentlich gar nicht so schlimm sind... nur war er da schon auf dem Weg nach unten.


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07.06.2019 um 02:24
yong schrieb:Als Eltern ist das schon eine absolute Extremsituation. Ich hätte mir nie ansehen können wie mein Kind stirbt.
Das konnten ihre Eltern ganz offensichtlich auch nicht ohne dabei Zweifel zu haben.
Aber das Mädchen hatte "Glück im Unglück".

Ihre Eltern haben auch gesehen, wie ihre Tochter zwangseingewiesen und ohne jeden eigenen Handlungsspielraum künstlich am Leben erhalten wurde ohne das bei dieser "Behandlung" irgendetwas auftauchte, das geeignet war ihrem Kind auch nur Ansatzweise so etwas wie eine "Perspektive" zu geben.
Offenbar ist den Eltern klar geworden, dass "Liebe" manchmal auch bedeutet loszulassen und etwas zu akzeptieren was man selbst nicht nachvollziehen kann.
Deswegen konnte das Mädchen sein Leiden beenden und wird nicht irgendwo hinter Mauern und Gittern ruhig gestellt und zwanghaft am Leben gehalten ohne das jemandem ein gutes Argument einfällt, was die Patientin denn nun genau von diesem Leben hat.
yong schrieb:Mal ehrlich, wir haben alle Mist erlebt, manche sehr schlimmen Mist, viele sind missbraucht worden, aber kann man sich da nicht etwas zusammen nehmen?
Eine Frage die ich mir, nicht zuletzt auch wegen meiner eigenen "Gefühllosigkeit" häufig gestellt habe und die mich sicherlich zu so manch sehr unfairem Urteil fehlgeleitet hat.

Denn die Antwort auf Deine Frage ist aus dem Schicksal dieser jungen Frau deutlich zu entnehmen;

"Nein, manche Menschen können sich eben nicht "zusammen nehmen".
Menschen sind unterschiedlich.
Manche bemerken so Einiges, das für andere Leid bedeuten würde kaum bis gar nicht, andere werden durch jedes Leid stärker, aber es gibt eben auch jene die NICHT "aufstehen", "an dem wachsen was sie nicht umbringt" oder sonstigen "Durchhalteparolen" folgen können und wollen.
Manche Menschen "bewerten" ihr Leben und kommen zu dem Schluss: "Dass isses MIR nicht wert."

Jammerlappen die über Kleinkram oder temporäres "Seelenaua" das Drama ausgießen hilft man manchmal mit einem ordentlichem Ar...tritt.
Grade wenn offenkundig wird, dass sie nicht einmal ansatzweise von 12 bis Mittags denken.

Aber Menschen die über einen längeren Zeitraum und echter Reflektion von Hilfsangeboten immer wieder zu dem gleichem Schluss kommen sollte man meiner Meinung nach den gleichen Respekt entgegenbringen wie Menschen die trotz "Ausweglosigkeit" weiter machen möchten.
Gibt es ja auch.
Krankheiten die nun einmal nicht heilbar sind und dennoch wäre es ganz schön respektlos zu sagen "Nö, Du kriegst keine Chemo usw, denn JEDE Statistik spricht dagegen, dass Du ne Chance hast."

Kurzschlussreaktionen zu vermeiden, auch mit Zwangsmaßnahmen halte auch ich in einem gewissen Rahmen für sinnvoll, aber irgendwann muss nen Mensch auch mal das Recht haben selbst zu sagen was er will und was nicht.
yong schrieb:Mit 17 hat man doch noch gar nicht richtig angefangen zu leben, da gibt es noch so viel was man erleben möchte.
"Man" ist meist eine fragwürdige Zusammenfassung die individuellen Persönlichkeiten kaum gerecht werden kann.
Das Mädel hatte mit 17 schon Vieles erlebt von dem sie ganz genau wusste, dass es
1. schlimm war
2. sie das nicht nocheinmal erleben möchte
aber
3. die Erfahrung gemacht hatte, dass es solange sie lebt keine Garantie geben wird, dass ihr Vergleichbares oder gar Schlimmeres nicht noch einmal passiert.

Und als Fazit kam sie eben zu dem Schluss, dass dieses "Was Du nicht alles verpasst." für sie ganz persönlich das Risiko weitere "unschöne Erfahrungen" (um mal gewaltig zu untertreiben) machen zu müssen einfach mal nicht aufwiegen konnte.
Diese Entscheidung traf sie nicht in einer schlechten Woche, sondern über Jahre hinweg.
yong schrieb:Falls dem so ist, dann hat die Ärmste wirklich nicht die Hilfe bekommen die sie verdient hätte.
Oder aber sie bekam die Hilfe die möglich war und das Ergebnis war eben nicht "Wird alles wieder dufte" sondern DASS sie sich so klar darüber war, dass sie diesem Leben keine weiteren Chancen geben kann und will.
yong schrieb:Was sehr traurig ist, denn ein so junges leben sollte man nie einfach so wegwerfen.
Also von "einfach so wegwerfen" kann hier ja mal so gar keine Rede sein.
yong schrieb:Das ist eben so unbegreiflich für mich.
Jup für mich auch, aber ich hatte das Glück von Menschen aufgezogen zu werden, die mir beigebracht haben, dass ich ein guter Maßstab bin, aber NUR für mich selbst und für niemanden sonst.
yong schrieb:Ich lasse mir doch mein Leben nicht von fremden Menschen zerstören.
Du nicht, ich auch nicht aber das Leben dieser jungen Frau wurde von fremden Menschen zerstört und es steht Unbeteiligten nicht zu ihre Einschätzung betrefflich ihres eigenen Lebens abzuwerten indem man ihr einredet, dass ihr Leben nicht zerstört sei.
Sie hat es so empfunden und da sie dieses Leben hätte leben müssen ist am Ende des Liedes auch ihre Empfindung und nur die von Bedeutung.
yong schrieb:Warum kämpft man nicht sondern ergibt sich der Situation?
Weil es Menschen gibt die das nicht können und als sei das nicht schlimm genug haben die Menschen, die anderen Böses wollen leider auch oft ein gutes Gespür dafür wem sie was antun können.
Warum sollte ein Vergewaltiger riskieren von mir ausgeweidet zu werden, wenn er sich nur ein Opfer suchen muss, das aus anderem Holz geschnitzt ist als ich?
filiz schrieb:aber wenn man die "nötige Unterstützung" bekommt kann es weitergehen.
Für manche Menschen ja und für andere eben nicht.
Wie gesagt "man" ist nicht geeignet um individuelle Schicksale greifbar zu machen.
filiz schrieb:Zudem habe ich auch eine schwere Vergangenheit hinter mir, bin zwar kein Vergewaltigungsopfer, aber ich hatte es auch nicht einfach.
NIEMAND hat es einfach.
Jeder trägt sein Kreuz aber was man tragen kann ist eben extrem unterschiedlich und von sich auf andere zu schließen hilft unter keinen Umständen dabei andere besser zu verstehen, aber es führt zu massen an Fehlurteilen.
yong schrieb:Warum haben die Eltern sie gehen lassen?
Weil sie sie genug geliebt haben um zu sehen, dass Würde und Lebenslust nicht in ihre Tochter zurückkehren, wenn man sie zwangsweise am Leben hält und ignoriert das dieser Mensch abgewägt und eine selbstbestimmte Entscheidung getroffen hat.

Es wäre sicher einfacher für die Eltern gewesen eine weitere Zwangseinweisung zu erwirken und ihr Kind wieder einsperren und jeder freien Entscheidung berauben zu lassen.

Aber jemanden aufrecht zu lieben bedeutet eben dazu bereit zu sein den "angebrachten" Weg nicht danach auszusuchen wie einfach er ist oder "was die anderen sagen" sondern was sich richtig anfühlt für den, den man liebt.
Und wie gesagt, wir reden hier nicht über die Kurzschlusshandlung eines liebeskranken Teenagers ohne Gespür für das "echte Leben" sondern von einem Menschen der über mehrere Jahre hinweg sehr facettenreich überlegt hat was er möchte, sich entschieden hat und mit Eltern "gesegnet" war, die nicht an sich selbst dachten, sondern bereit waren dem "Team" ihrer Tochter beizutreten, auch wenn das mal sicher nicht das war, was sie sich für ihr Kind gewünscht haben.

Aber sich etwas zu wünschen ist manchmal eben nicht genug.
borabora schrieb:Festhalten um jeden Preis hat mMn nicht viel mit Liebe zu tun.
So isses.
Wenn man liebt, dann zählt eben nicht immer das was man selbst gern hätte, sondern das was derjenige dem man in dieser Liebe zugetan ist will und diese junge Frau sagte "GENUG jetzt!"
yong schrieb:Bis dahin verstehe ich die Eltern, doch ich hätte versucht mit dem armen Kind zu kämpfen
Es weist alles darauf hin, dass sie genau das getan haben.
Aber sich in einen Kampf zu stürzen garantiert eben nicht, dass man auch siegreich aus diesem Kampf hinausgeht.
filiz schrieb:ja, mein Freund war Soldat in Israel und am Libanonkrieg 2006 beteiligt.
Jup, wie gesagt, ist keine perfekte Welt, jeder trägt sein Päckchen.
Aber es ist noch nie jemandem besser gegangen nur weil es irgendwo jemandem noch schlechter geht.
Was jemand persönlich ertragen kann hat keinen Einfluss auf das was für jemand Anderes erträglich ist.
Menschen wie mich bekommt man nicht einmal kaputt wenn man es versucht aber das nimmt mir zum Glück nicht die Weitsicht, dass das auf Andere nicht übertragbar ist und folglich weiß ich, dass ich nicht das Recht habe von anderen zu verlangen dass sie ständig weiterkämpfen nur weil ich das könnte.
Als ich klein war habe ich mir oft gewünscht ich könnte diese Kraft in Flaschen abfüllen und an andere weiter geben.
Das geht aber nicht.
Manchen Menschen können durch die Hilfe von Anderen lernen an die Kraft zu kommen die es bedarf um weiter zu machen aber es gibt eben auch Menschen die das nicht können oder es zwar könnten, aber es nicht wollen, weil sie gar nicht einsehen sich durch ein Leben zu quälen bei dem jeder Tag ein Kampf ist und sie merken das sie noch leben, weil sie leiden.

Es ist doch völlig wurscht was ich, Du, mein Nachbar, der Papst oder Marsmenschen über das Leben einer anderen Person denken.
DIESE Person muss ihr Leben leben, deswegen ist es doch nur sinnvoll, dass diese Person auch darüber entscheidet ob sie das Leben so leben will.
yong schrieb:Die Eltern prangern auch das marode System in Holland an.
Das kann man aber auch unabhängig voneinander tun.
Denn sie können ja nur annehmen, dass es für ihre Tochter mit "besserer Hilfe" vielleicht auch eine bessere Chance gegeben hätte, aber sie wissen nicht ob das gereicht hätte.

Sie haben akzeptiert, dass ihre Tochter gehen wollte, setzen sich aber dafür ein, dass die Hilfe verbessert wird, damit Menschen deren "Eigenprognose" günstiger ist durch bessere Hilfsangebote eine höhere Chance haben.
Ich sehe da keinen Widerspruch.
Sie haben ihr Kind verloren, aber sie haben die Kraft sich dafür einzusetzen, dass anderen dieses Schicksal erspart wird durch eine Kombination aus einer besseren Ausgangslage und besseren Hilfsangeboten.
yong schrieb:Dann wäre ich mit meinem Kind durchs ganze Land gefahren und hätte keine Ruhe gegeben.
Jup, das täten viele bzw tun es, aus vielerlei Gründen und in vielen Situationen.
Aber nicht immer ist das auch im Interesse dessen, der durchs ganze Land geschleift wird.
Manchmal besteht der größere "Gefallen" darin zu akzeptieren, dass ein geliebter Mensch kein Interesse (mehr) am täglichem Kampf ums "Überleben" hat.
yong schrieb:Schmerz vergeht und es gibt viel für das es sich lohnt zu leben.
Es ist gut und richtig Menschen die mit Lebensmüdigkeit umgehen nahezulegen, dass eine Menge Schmerz vergehen kann und viele Menschen im Laufe der Zeit etwas finden, dass sie glücklich macht am Leben festgehalten zu haben.
Aber es ist falsch so zu tun als würde jeder Schmerz vergehen und die Zeit die Wunden eines jeden Menschen immer in dem Umfang heilen der nötig ist um über da "Überleben" hinaus und in den Genuss einer echten Lebensfreude zu kommen.


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07.06.2019 um 02:25
yong schrieb:Dann können sich also alle mit einer schlechten Kindheit umbringen, weil man ja nicht weiß ob der Mist sich fortsetzt? Du merkst selbst nicht was Du da schreibst? Bevor Du anderen Schwachsinn unterstellst, die nicht konform mit einer Jammerlappen-Ideologie sind, solltest Du mal selbst lesen wie man deine Sätze interpretieren kann und welch fatale Signale Du in die Welt sendest.
Kannst Du lesen, was ich schreibe? Es geht darum, dass man nur selbst wissen kann, was man noch aushalten, ertragen kann, ob ein weiterer Tag einfach zu viel ist oder nicht. Ich sende gar keine Signale in die Welt, ich sage nur, dass DU oder ich nicht wissen können, warum manche Menschen keinen weiteren Tag Leben ertragen können und es sich leicht dahin sagt, man müsse Zähne zusammenbeissen, wollen etc. Das sind scheiss Phrasen, die helfen aber leider nicht.
yong schrieb:Ich kenne viele Leute die extremen Mist erlebt haben, ich selbst habe seit meiner Kindheit fast die ganze Palette durch- und? Das ist nicht der Rede wert. Ich kann mitreden, ich kann mich nur nicht in Mimimi einfühlen weil es immer einen Weg gibt, aber Du heulst vermutlich schon wenn dir ein Fingernagel abbricht.
nein, Du kannst nicht mitreden, Du kannst für Dich reden, aber sicherlich nicht für irgendjemand anderen.


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