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Psyche stärken, Resillienz fördern

28 Beiträge, Schlüsselwörter: Seele, Psyche, Stärkung, Resilienz
Nebelstimme
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Psyche stärken, Resillienz fördern

14.08.2019 um 18:57
Hallo Allmyaner,
hier würde ich gern ein Thema aufgreifen für das ich mich in letzter Zeit immer mehr und mehr interessiere. Die menschliche Psyche und ihre Macht. Vor allem aber ihre Fähigkeit zur Resilienz. Das bedeutet soviel wie Widerstandsfähigkeit.
So gibt es Menschen die an den Herausforderungen und Schicksalsschläge schnell zerbrechen, andere wiederum haben selbst nach jahrelangem Psychoterror in jedweder Form keine psychischen Schäden, sind Resilient gegen negative Einflüsse, verlieren nie den Lebensmut.
Nun ist bisher die vorherrschende Meinung das es zur psychischen Stabilität und dem abprallen jeglicher negativer Einflüsse ein starkes, soziales Umfeld braucht. Auch der Glaube, die Religion sollen eine Rolle spielen und die Herkunft.
So genau weiß aber bisher niemand wie ein Mensch resilient sein kann und welche Faktoren zwingend erforderlich sind.

Meine Frage für den Anfang wäre folgende:

Ihr befindet euch in einer für euch scheinbar ausweglosen Situation, entwickelt sogar Suizidgedanken. Eigentlich das Gegenteil der Resilienz. Doch meint ihr es ist möglich ohne therapeutische und medikamentöse Hilfe aus diesem Tief heraus zu finden und seine Psyche sogar derart zu stärken das man über einen gewissen Zeitraum eine Resilienz entwickelt?

Tut ihr selbst etwas um eure Psyche zu stärken und wenn ja welche Methoden wendet ihr an, was hilft euch?
Gerne können hier auch persönliche Rituale zum stärken der eigenen Psyche beschrieben werden. In welcher Form auch immer.
Ich würde gern einen Sammelthread darüber haben was helfen kann aus dunklen Gedanken heraus zu finden oder diese erst gar nicht zu bekommen. Abgesehen von professioneller Psychotherapie.

Ich bin auf eure Antworten und Ideen zum Thema gespannt.


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14.08.2019 um 19:13
Nebelstimme schrieb:Doch meint ihr es ist möglich ohne therapeutische und medikamentöse Hilfe aus diesem Tief heraus zu finden und seine Psyche sogar derart zu stärken das man über einen gewissen Zeitraum eine Resilienz entwickelt?
Das kann ich nur bejahen, aber wohlgemerkt nur aus meiner Erfahrung heraus. Wir betreten hier ein sensibles Gebiet, da muss jeder für sich selbst sprechen. :)
Nebelstimme schrieb:Tut ihr selbst etwas um eure Psyche zu stärken und wenn ja welche Methoden wendet ihr an, was hilft euch?
Eine Form von Blockade, die irgendwie schon immer da war und schwer zu beschreiben ist. Könnte man fast als Gefühlskälte auf Knopfdruck bezeichnen, und ich nutze sie vor allem an harten Arbeitstagen wie selbstverständlich. Daher fällt es mir schwer irgendetwas brauchbar reflektiertes darüber wiederzugeben. Es ist in etwa wie zu erklären warum man seine Schuhe zubindet, falls das irgendeinen Sinn ergibt.
Ansonsten Zazen-Meditation, Verzicht auf Junk-Food, welches echt Einfluss auf mein Gemüt nehmen kann, Umgebungswechsel und motivierende Schriften, Musik, Vorträge etc.


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14.08.2019 um 19:20
Fuhsaz schrieb:Ansonsten Zazen-Meditation, Verzicht auf Junk-Food, welches echt Einfluss auf mein Gemüt nehmen kann, Umgebungswechsel und motivierende Schriften, Musik, Vorträge etc.
@Fuhsaz
Na da hast du ja schon eine ganze Reihe jedenfalls für dich individuell hilfreiche Methoden um deine Psyche zu stärken aufgelistet.
Würdest du selbst dich als Resilient bezeichnen? Wenn ja warst du es schon immer oder erst durch die Meditationen etc?


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14.08.2019 um 19:30
Nebelstimme schrieb:Würdest du selbst dich als Resilient bezeichnen?
Es ist wie vieles an mir durchwachsen, sage ich mal. Aber was Familien- und Arbeitsdrama anbelangt, kann ich wie ein Roboter agieren, wenn es darum geht das Ruder in die Hand zu reißen und niemand sonst einen kühlen Kopf bewahrt. Das war Früher nicht so. Ganz und garnicht. '^^


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14.08.2019 um 19:45
@Nebelstimme
Na da scheint es doch zumindest in diese Richtung Wirkung zu zeigen.
Ich denke Zazen braucht einiges an Übung. Und man darf nicht zu verkrampft daran heran gehen.


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14.08.2019 um 19:58
@Nebelstimme

Manchmal glaube ich, ich muss einen Resilienzfaktor haben wie Stahlbeton, dass alles, was sich das Leben so im Laufe der Jahrzehnte für mich ausgedacht hat, abprallt wie Knallerbsen an einem Kampfpanzer. Möglicherweise ist verrückt, wer an diesem Leben nicht irre wird.

Seit einigen Jahren arbeite ich in einer psychiatrischen Einrichtung - was ich mir da an Lebensgeschichten und -schicksalen angehört habe... da habe ich ja noch mal richtig Glück gehabt. Na gut, für psychische Probleme halte ich mir eine kleine Schwester und für Suchtverhalten eine Ehefrau. Vielleicht ist auch hier Outsourcing das Geheimnis psychischer Gesundheit.

Warum ich so bin wie ich bin? Keine Ahnung. Harte Kindheit, harte Jugend, anstrengendes und aufregendes Leben - vielleicht wächst der Mensch tatsächlich mit und an seinen Aufgaben - wenn er nicht daran zerbricht.


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14.08.2019 um 20:03
@Doors
Ich hatte bereits in einem anderen Thread mal von Erlebnissen aus deiner Militärzeit gelesen, allein das ist schon echt heftig.
Ich denke viele Leute hätte das depressiv gemacht oder ihnen eine posttraumatische Belastungsstörung beschert wie vielen Vietnamsoldaten.
Tust du denn aktiv etwas für dieses abprallen? Oder ist es dir quasi angeboren?
Dein Humor ist echt der Knaller :-D Mit der Schwester und der Ehefrau
Ich habe oft die Erfahrung gemacht das viele Menschen von außen unfassbar hart und stark wirken aber innerlich zerbrochen sind was sich dann irgendwann sehr heftig zeigt.


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14.08.2019 um 20:10
@Nebelstimme


Das war keine "Militärzeit", sondern journalistische Arbeit. Ich war nie Soldat.

Bei meinen Reisen in Kriegsgebiete war mir schon vorher klar, was mich erwarten würde. Ebenso klar war mir, dass es mich unter Umständen Gesundheit oder Leben kosten könnte. Natürlich stellt man sich die Frage, was man da eigentlich auf sich nimmt und wägt das Risiko ab. Als freier Journalist versichert Dich Dein Arbeitgeber nicht. Keine Unfall- oder Lebensversicherung kommt dafür auf, wenn Du freiwillig in ein Kriegsgebiet reist und dort zu Schaden kommst.

Natürlich habe vorher versucht, mich "mental" auf das einzustellen, was mich möglicherweise erwarten würde. Eine wichtige Rolle spielte auch eine Mischung aus politischer Überzeugung, Einsicht in die Notwendigkeit und Abenteuerlust. Wer jung ist, gibt sich gern mal der Illusion der Unsterblichkeit hin. Schwierig, das aus meiner heutigen Sicht umfassend zu beurteilen.

Natürlich belasten einen solche Erlebnisse. Man ist ja schliesslich kein gefühlloser Eisklotz. Aber im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte habe ich gelernt, mit diesen Schatten der Vergangenheit umzugehen. Manchmal kommen diese Bilder wieder hoch, gern auch mal vollkommen unerwartet. Aber dann weiss ich: Das ist Vergangenheit. Das tut Dir nichts mehr. Wieder rein in die Kiste des Unterbewusstseins und Deckel zu. Vielleicht hängt es auch von der Persönlichkeit, von den Lebenserfahrungen ab, welches Mass an Resilienz* man schon in frühen Jahren entwickelt hat bzw. entwickeln musste.

Hilfe für das, was man heute als "posttraumatische Belastungsstörung" o.ä. bezeichnet, gab es damals nicht. Auch die TeilnehmerInnen der Weltkriege, die Opfer von Verfolgung, Haft und Folter mussten damals ohne auskommen. Hierzulande und erst recht in anderen Ländern mit einem weniger ausgeprägten Hilfesystem.


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16.08.2019 um 20:39
Ich denke das eine geregelte Tagesstruktur auch sehr wichtig ist um negative Gedanken abzuhalten und die Psyche sauber zu halten.
Meditation kann mit Sicherheit helfen schon durch den starken Fokus auf sich selbst, seine Atmung etc.


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16.08.2019 um 21:31
Ich glaube, der Schlüssel zur Resilienz ist die Achtsamkeit sich und v.a. seinen Gefühlen gegenüber.
Für mich hat es auch viel mit Metakognition zu tun - also mit dem Bewusstmachen der eigenen Gedankenwelt.


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17.08.2019 um 00:00
Mir hilft und half bisher sehr Meditation und Achtsamkeit. Und wichtig ist Dankbarkeit für das Gute, was wir haben.

Man neigt im allgemeinen ja dazu sich ständig im Mangel zu sehen. Aber seien wir mal ehrlich - woran mangelt es uns schon? 🙂

Ich denke damit ist man dann schon auf dem Weg sehr resistent gegen negatives zu werden.


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17.08.2019 um 00:19
Ich fnde es ist wichtig, wie man das Leben betrachtet, wie man sich selbst sieht und was für eine Lebensphilosophie man hat.
Vor allem darf man nicht anfangen, sich als Opfer zu sehen und verbittern. Genausowenig bringt es was, sich selbst zu bewerten, indem man sich mit anderen vergleicht. Oft bekommt man sowas leider aus der Erziehung mit und das ist dann relativ schwer rauszubekommen.
Man muss dann erstmal lernen, sich anzunehmen und zu mögen, wie man ist, was manchmal auch mit einer Änderung der eigenen Werte einhergeht.

Es kann also ein weiter Weg sein bis man resilienter wird. Ich denke der Schlüssel ist das man sich mit sich beschäftigt und immer hinterfragt.


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17.08.2019 um 01:14
Nebelstimme schrieb:So genau weiß aber bisher niemand wie ein Mensch resilient sein kann und welche Faktoren zwingend erforderlich sind.
Glücklicherweise kann ich hier widersprechen: Wir wissen sogar recht gut, welche Resilienztechniken es gibt und wie sie prinzipiell funktionieren. Ebenso lassen sich Faktoren identifizieren, die Resilienz selber begünstigen können. Natürlich gibt es nicht *den* Königsweg (dazu unterscheiden sich Menschen im Detail zu stark), aber generelle Ansätze sind definitiv vorhanden.

Dazu lasse ich folgenden Link hier und werde einige Stellen herausarbeiten, um Beispiele aufzuzeigen: https://www.apa.org/helpcenter/road-resilience

Research has shown that resilience is ordinary, not extraordinary. People commonly demonstrate resilience. One example is the response of many Americans to the September 11, 2001 terrorist attacks and individuals' efforts to rebuild their lives.

Being resilient does not mean that a person doesn't experience difficulty or distress. Emotional pain and sadness are common in people who have suffered major adversity or trauma in their lives. In fact, the road to resilience is likely to involve considerable emotional distress.

Resilience is not a trait that people either have or do not have. It involves behaviors, thoughts and actions that can be learned and developed in anyone.[...]


Factors in Resilience

A combination of factors contributes to resilience. Many studies show that the primary factor in resilience is having caring and supportive relationships within and outside the family. Relationships that create love and trust, provide role models and offer encouragement and reassurance help bolster a person's resilience.

Several additional factors are associated with resilience, including:

The capacity to make realistic plans and take steps to carry them out.

A positive view of yourself and confidence in your strengths and abilities.

Skills in communication and problem solving.

The capacity to manage strong feelings and impulses.

[...]


Make connections. Good relationships with close family members, friends or others are important. Accepting help and support from those who care about you and will listen to you strengthens resilience. Some people find that being active in civic groups, faith-based organizations, or other local groups provides social support and can help with reclaiming hope. Assisting others in their time of need also can benefit the helper.

Avoid seeing crises as insurmountable problems. You can't change the fact that highly stressful events happen, but you can change how you interpret and respond to these events. Try looking beyond the present to how future circumstances may be a little better. Note any subtle ways in which you might already feel somewhat better as you deal with difficult situations.


So, sollte für das erste genügen. Kann die dort vorzufindenden Texte empfehlen, da sie informativ sind.
Nebelstimme schrieb:Tut ihr selbst etwas um eure Psyche zu stärken und wenn ja welche Methoden wendet ihr an, was hilft euch?
Meine persönlichen Methoden möchte ich dazu auch gerne kurz darlegen:

Meditation - Sich hinzusetzen, an Nichts zu denken und seinen Fokus schlicht auf die Umgebung und den Atem zu lenken hilft, Ordnung ins innere Chaos zu bringen. Ich habe zudem noch weitere Meditationstechniken entwickelt, die für mich wirksam sind, aber hier muss jeder selbst experimentieren. Auf alle Fälle hat Meditation insgesamt viele positive Effekte und erfordert selbstverständlich keinen weltanschaunlichen Hintergrund; darüber sollte man sich also keine Sorgen machen.

Introspektion & Problemanalyse - Ich formuliere meine aktuellen Probleme so klar wie möglich und entwickle Hypothesen, wie ich diese Schritt für Schritt angehen und bestenfalls lösen kann. Hierzu muss mitunter sehr tief in meiner eigenen Psyche graben, um unterbewusste Faktoren auszumachen, denn so lassen sich Probleme bis zu ihren Wurzeln verfolgen und unter Umständen gut lösen.

Verhaltensanalye - Geht relativ Hand in Hand mit der Problemanalyse. Es ist quasi der praktische Aspekt der zuvor abgehandelten Hypothesen. Nachdem die Probleme identifiziert worden sind, denke ich mir, wie ich mich verhalten sollte, wenn ich in den jeweiligen, Missgunst bringenden Situationen bin. Ab hier gilt es, das Verhalten so abzupassen, dass negative Emotionen nicht mehr die Kontrolle über einen selbst verfügen. Das ist der schwierigste Teil für mich, denn es erfordert sehr viel Praxis sowie "Trial & error" - und dadurch Zeit. Man sollte nicht erwarten, dass man mental mit dem Finger schnippt und plötzlich alles gut wird. Synaptische Vernetzungen und Verschaltungen benötigen ihre Zeit und dies variiert von Mensch zu Mensch. Das Gehirn funktioniert nicht auf Basis von Magie, sondern knallharter Neurobiologie. Dementsprechend komplex und empfindlich ist die Gesamtarchitektur.

Jedenfalls tragen all diese Aspekte zu meiner Resilienz bei und halfen/helfen, mich endlich stabil durchs Leben zu bewegen.
Hoffe, es hilft auch Dir zumindest etwas. ;)

@Nebelstimme


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17.08.2019 um 05:29
Ich kann das auch bejahen. Ich litt früher an Depressionen, hatte mir sogar ein Datum gesetzt wo ich alles beenden wollte. Allerdings passierte dann was und ich ließ davon ab. Ich wusste aber das es nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder bekomme ich meinen arsch hoch oder ich muss es doch tun. Letztendlich entschied ich mich für das erste. Es hat lange gedauert bis ich okay war. Ich wollte auch keine Medikamente nehmen, weil ich, ich sein wollte.


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17.08.2019 um 10:39
@Nebelstimme

Deine Frage zu Resilienz im Allgemeinen ist eigentlich mal sehr gut erforscht worden und es lohnt sich selbiges nachzulesen. Das Thema wurde bekannt, als eine groß angelgte Studie mit jungen Menschen auf Hawaii (ich glaube in den 50ern) durchgeführt wurde. Es wurden Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen viele Jahre lang belgeitet und man schaute hin, wie sie sich entwickeln und vor allem wurden Gründe herausgefiltert, wraum sich manche Menschen trotz schwieriger Startbedingungen gut entwickelt hatten.

Das wichtigste Ergebnis war, dass die Menschen aus schwierigen Verhältnissen, die sich gut entwickelt hatten, bis zum 15. Lebensjahr wenigstens eine verlässliche Vertrauensperson an ihrer Seite hatte. Das musste nicht mal zwingend ein Elternteil sein, das konnte sogar eine Nachbarin sein, die sich gut gekümmert hatte.

Daraus schließe ich: Wenn man das nicht hatte, kann man das alleine nicht simulieren.

Das bedeutet: Dann muss man sich professioneller Hilfe suchen. Mit Selbstmordgedanken sollte man sich immer professioneller Hilfe suchen. Das ist sehr wichtig.


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17.08.2019 um 14:00
@Obscurite
Obscurite schrieb:Ich wollte auch keine Medikamente nehmen, weil ich, ich sein wollte.
Hier liegt meiner Meinung nach eher ein Stigma gegen Psychopharmaka vor (korrigiere mich, falls ich es falsch interpretiert habe).

Sicherlich, es gibt etliche Leute, denen sie einfach nicht gut bekommen, aber wenn man im Alltag funktionieren muss, dann kommt man nicht umher, diese zu nehmen, bis man die Zeit hat, sich mit sich selber zu beschäftigen. Jeder Psychologe wird Dir raten, Medikation nur so lange einzunehmen, bis man die eigentliche Psychotherapie richtig beginnen kann. Es soll also lediglich dazu dienen, die Symptome temporär auszuschalten und nicht, die Krankheit selbst zu besiegen. Das geht auch gar nicht, da die Ursachen für seelische Leiden zu tief sitzen.

Die Medikamente verändern auch nicht das "Ich" auf eine essentielle Art, sondern bringen Balance in die Neurochemie, sodass man mit mehr Fokus, Motivation und vor allem weniger depressive Schübe durch den Alltag gehen kann.


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17.08.2019 um 14:18
Gegen die Depression hilft nur der gute Nihilismus.
Wenn du weißt, dass alles egal ist, ärgert dich nichtmal Darmparasiten haben zu tun.


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17.08.2019 um 21:02
Vielleicht gilt hier der ebenso alte wie alberne Spruch:

Was einen nicht tötet, das härtet einen ab.

Dumm nur, wenn das Leben einen trotzdem tötet.


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17.08.2019 um 23:04
Nebelstimme schrieb am 14.08.2019:Ihr befindet euch in einer für euch scheinbar ausweglosen Situation, entwickelt sogar Suizidgedanken. Eigentlich das Gegenteil der Resilienz. Doch meint ihr es ist möglich ohne therapeutische und medikamentöse Hilfe aus diesem Tief heraus zu finden und seine Psyche sogar derart zu stärken das man über einen gewissen Zeitraum eine Resilienz entwickelt?
Das kann auch ich bejahen. Ich habe ein sechsjähriges Burnout hinter mir, war innerlich tot. Medikamente und Therapie haben bei mir - im Gegensatz zu anderen Menschen - nicht geholfen.
Nebelstimme schrieb am 14.08.2019:Tut ihr selbst etwas um eure Psyche zu stärken und wenn ja welche Methoden wendet ihr an, was hilft euch?
Naja, ich habe gelernt, ein positiv denkender Mensch zu sein. Damit meine ich, ich sehe jeden Tag aufs neue unendlich viele Dinge für die ich dankbar sein kann und zwar aus vollster Überzeugung heraus.

Ich umgebe mich nur mehr mit Menschen, die mir gut tun, ich habe gelernt "Nein" zu sagen. Ich bin mir selbst der wichtigste Mensch in meinem Leben geworden. Ich kann mich selbst annehmen so wie ich nun mal bin. ^^


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17.08.2019 um 23:35
Ich hab jetzt lange nachgedacht, was ich jetzt schreibe. Psyche stärken... nein das mache ich eigentlich nicht, zumindest nicht bewusst. Ich glaube, das geht Hand in Hand mit dem Selbstbewusstsein bzw. damit, wie fest ich im Leben im Sattel sitze. Wenn man mal eigene Familie, eigenens Haus, guten Job hat, dann hat man einige Netze, die einen im Notfall auffangen.

Ich persönlich hab auch gemerkt, je mehr Abschlüsse und Arbeitserfahrung ich gemacht habe, desto sicherer wurde ich. Ich glaube, das gilt für alle, auch wenn sich weniger gut Gebildete das natürlich nicht eingestehen wollen. Natürlich tut das gut, wenn Professoren eine 1 auf die eigene Diplomarbeit geben.

Wenn du dich erfolgreich von anderen leuten abkapseln kannst, die nur versuchen, ihr eigenes Leid auf dich zu übertragen und dich damit runterzuziehen, dann ist schon viel erreicht. Mit positiven Leuten zusammen zu sein, das ist doch mal eine gute Methode.

Ich hab auch mal gehört, dass Resilienz in Lebenskrisen mit Genetik zu tun hat - Manche drehen bei jedem kleinen Ding am Rad, andere haben schon alles erlebt, was es zwischen Himmel und Hölle gibt und sind "still standing". Verhaltensgenetik besser gesagt.


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