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Abwehrmechanismen (Psychologie)

Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 21:36
Abwehrmechanismen, meist unbewusste Handlungen des Ich oder Über Ich Wünsche, Ängste, Triebe, Motive aus dem Es zu unterdrücken bzw. das ganze so abzuwehren, dass man psychisch mit sich selbst im Einlang ist. Innere Konflikte die einen zu sehr belasten würden, werden mit Hilfe dieser Abwehrmechanismen bekämpft.

Hier einige Abwehrmechanismen der menschlichen Psyche:

Abwertung: Man wertet eine andere Person hab um sich so selbst zu erhöhen. Oder man wertet Eigenschaften dieser Person ab.
Beispiel: Jemanden in einer Diskussion persönlich abwerten, um eine Rechtfertigung dafür zu haben, die Argumente einer Person nicht anerkennen zu müssen.
Oder die sportliche Leistung einer Person mit dem Satz: "Das ist doch nichts besonderes" abzuwerten, um so seine eigenen Neidgefühle nicht aushalten zu müssen.

Affektisolierung: Emotionale Reaktion wird während einer Handlunge eines Ereignisses ausgeblendet.

Antizipation: Probleme die zukünftig eintreten könnten werden zuvor bedacht und schon mögliche Lösungsstrategien eingeplant, um nicht hilflos der Situation, wenn sie dann da ist, gegenüberzutreten. Die Antizipation zählt zu den reifen Abwehrmechanismen, hat sie ja was gutes in sich. Kann aber auch bei Übertreibung negativ enden.

Autoaggression: Aggression wird verschoben vom Gegenüber auf sich selbst. Ist für einen oftmals harmloser, denn man selbst ist vielleicht nicht ein so großer Gegner wie die Person der die Aggression in Wahrheit gilt.

Dramatisieren: Übertriebene Darstellung, meist emotional, von Handlungen mit dem Gebrauch häufiger Superlative. Man möchte sich Aufmerksamkeit verschaffen, je mehr man übertreibt desto mehr ist man sich dessen sicher, glaubt die Person zumindest, dass diese Aufmerksamkeit dann oftmals negativ ist, beachtet besagte Person nicht.

Fixierung: Man bleibt auf der aktuellen Entwicklungsstufe stehen, möchte sich nicht weiter entwickeln, vielleicht die Angst mögliche Herausforderungen des Lebens nicht meistern zu können, denen überfordert gegenüberzustehen, Angst vor dem Unbekannten dem Scheitern. In Mutters Gebärmutter ist es doch gut, wieso raus und selbstständig atmen.

Idealisierung: Man sieht nur noch das Gute einer Person die man bewundert.

Intellektualisierung: Der theoretische Aspekt einer Sache steht im Vordergrund nicht aber der emotionale Aspekt. Dies kann vorteilhaft sein, rational an die Sache ranzugehen, mit klarem Kopf. Kann aber ebenso im zwischenmenschlichen Bereich seine Schattenseiten aufweisen.

Introjektion: Werte und Normen werden übernommen. Sei es welche die allgemein gültig sind, um so mit seinen wahren inneren Werten nicht anzuecken, oder von Leuten die man Privat kennt, da man so möglichen Auseinandersetzungen entgehen möchte.

Projektion: Eigene Wünsche, Ansichten, Verhaltensweisen, Gewohnheiten werden bei sich nicht anerkannt, sondern beim Gegenüber fälschlicherweise gesehen und verurteilt. So kann man seine eigene weiße Weste behalten, muss sich nicht schuldig fühlen. Ne Möglichkeit mit der unliebsamen Eigenschaft zu leben und gleichzeitig den moralischen Zeigefinger erheben zu dürfen.

Rationalisierung: Wahre emotionale Motive werden durch rationale Scheinmotive überdeckt.

Reaktionsbildung: Ein Impuls wird in das Gegenteil verwandelt, bzw. durch gegenteiliges Verhalten überdeckt.
Beispiel: Man ist verliebt und verhält sich der Person für die man fühlt unfreundlich gegenüber.

Regression: Rückgang auf Verhaltensmuster aus einer Vorstufe der Entwicklung die längst überwunden ist. Kommt bei jedem mal vor, bei emotionalen oder psychische Starken Belastungen kann es verstärkt auftreten, da man labiler ist, die innere Kraft fehlt.
Beisiele: Flucht in Traumwelten, spielen, sich versorgen lassen, albern sein...

Spaltung: Jemand oder etwas wird nicht als ganzes mit guten wie negativen Eigenschaften ins innere integriert, sondern nur als Gut oder nur als Schlecht gesehen. Man möchte nicht sehen, dass der gute Freund auch seine schlechte Seiten hat, dass die unliebsame Kollegin auf die man neidisch ist auch genau so ihre guten Seiten hat.

Sublimation: Die Reifste aller Abwehrmechanismen, laut Freud ist dank der Sublimation die Kultur entstanden. Triebe werden durch Ersatzhandlungen ersetzt welche in der Gesellschaft anerkannter sind.

Verdrängung: Etwas aus dem Inneren wird so stark verdrängt, dass wir es bewusst nicht wahrnehmen.

Verleugnung: Etwas äußeres aus der Realität wird verleugnet, als nichtwahr angesehen, so dass man sich damit nicht befassen muss.

Verschiebung: Die Wut wird von der einen Person auf eine andere, weniger gefährliche Person von der man weniger abhängig ist(emotional wie auch äußerlich) übertragen um so ohne große Konsequenzen seiner Wut freien Lauf zu lassen.

Ich würde gerne über einige dieser Abwehrmechanismen diskutieren, wie man diese erkennt, bzw. wie man versuchen kann diesen zu begegnen, denn immerhin laufen diese ja größtenteils unbewusst ab, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, diese durch Reflektieren zu ergründen. Genau so könnte man über unterschiedliche Motive der Abwehrmechanismen diskutieren. Abwehrmechanismen im zwischenmenschlichen Bereich, oder auf gesellschaftlicher Ebene.....

Wer mag kann gerne was dazu schreiben: Erfahrungen sowohl eigene Innere, als auch Äußere, mögliche Ursachen, Möglichkeiten der Bekämpfung, falls möglich und sinnvoll.

Natürlich habe ich jetzt einige Abwehrmechanismen ausgelassen, diese können aber gerne genau so Thema der Diskussion sein.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 21:38
@Saphira
Warum in dieser Rubrik und nicht unter Menschen?


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 21:41
@Interested

Da ich die Befürchtung hatte dass es für die Menschen Rubrik nicht qualifiziert genug ist, ich wollte das Thema auch nicht zu streng angehen. Oftmals posten einige vielleicht ja mal nützliche Einzeiler, welche ja in der Menschenrubrik ungern gesehen sind.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 21:49
Saphira schrieb:Ich würde gerne über einige dieser Abwehrmechanismen diskutieren, wie man diese erkennt, bzw. wie man versuchen kann diesen zu begegnen, denn immerhin laufen diese ja größtenteils unbewusst ab, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, diese durch Reflektieren zu ergründen. Genau so könnte man über unterschiedliche Motive der Abwehrmechanismen diskutieren. Abwehrmechanismen im zwischenmenschlichen Bereich, oder auf gesellschaftlicher Ebene.....
Es ist möglich, durch Selbstreflexion in der Nachschau einige dieser Mechanismen innerhalb der eigenen Handlungen zu erkennen. Sinnvoller ist meines Erachtens nach aber das Kultivieren einer neutralen Beobachterperspektive, die im Prinzip wie eine Kamera mit psychischer Rundumsicht funktioniert und Regungen live registriert, ohne einzugreifen.

Psychologisch/spirituell nennt sich dieses Beobachten Achtsamkeit und ist aus dem Buddhismus entlehnt.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 22:13
Oh ein sehr schöner Thread... :)

Ich habe im Laufe meines Lebens, durch viele negative und schmerzhafte Erfahrungen einen Haufen an Abwehrmechanismen entwickelt, die sich bei mir körperlich sowie auch psychisch äußern.
So habe ich zB absolute Probleme damit körperliche Nähe zuzulassen. Wer meint mich zu kennen, würde nun lachen weil ich nach außen gern die offenherzige gebe aber in mir dein sieht es da ganz anders aus. Jede Berührung kostet mich eigentlich Überwindung und ich muss immer erst schauen ob ich in dieser Situation auch wirklich gerade sicher und beschützt bin. Auch anderen die Hand geben, für mich ein Graus weil ich ständig unterbewusst der Angst ausgesetzt bin, dass man mich ranziehen könnte und mir weh tun. Umarmungen- da muss ich dem Menschen vertrauen können und ihn nahezu besser einschätzen als mich selbst.
Mein Abwehrmechanismus sieht dann so aus, dass ich eine abwertende Körperhaltung einnehme, damit Menschen überhaupt garnicht erst auf die Idee kommen, mich zu umarmen. Aufs Hände schütteln verzichte ich so oft wie es geht- nur ganz selten bin ich doch diesem Zwang ausgesetzt und kämpfe mich da eisern durch.
Soviel zum Umgang mit fremden Menschen oder flüchtigen Bekannten.
Psychisch wehre ich mich bei der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen. Ich möchte niemanden neues kennenlernen, mein innerer Geist verhindert das automatisch. Wenn ich Menschen verliere, dir mir wirklich wichtig sind und ohne die ich kaum leben kann, dann wehrt mein Geist auch dieses schmerzhafte Erlebnis ab mit diesen 2 Punkten:
Saphira schrieb:Verdrängung: Etwas aus dem Inneren wird so stark verdrängt, dass wir es bewusst nicht wahrnehmen.

Verleugnung: Etwas äußeres aus der Realität wird verleugnet, als nichtwahr angesehen, so dass man sich damit nicht befassen muss.
Ein sich damit auseinander setzen ist mir schlichtweg nicht möglich. Ich versuche einfach extrem zu verdrängen den Menschen überhaupt mal gekannt zu haben. Sicherlich keine meiner besten Eigenschaften, aber meine seelische Gesundheit erlaubt mir aktuell nur das.

Desweiteren habe ich einen Abwehrmechanismus der sich durch "nicht reden" äußert.
Wenn mich etwas überfordert oder zu sehr verletzt beim aussprechen, dann beende ich teils nichtmal mehr Sätze. Über meine Probleme rede ich generell schon höchst ungern und nur mit Menschen wo ich denke, dass sie gern ein offenes Ohr haben. Aber kommt auch nur der Anschein eines Desintetesses bei meinem Gegenüber, ists bei mir vorbei. Weil mich darüber reden wirklich eine imsense Kraft kostet und selten aus Redebedarf entsteht sondern eher, damit mein Gegenüber mich besser versteht- warum wieso ich so doof bin manchmal- und ungerecht.
Merke ich, dass derjenige mich nicht besser verstehen will, wende ich auch die Kraft nicht mehr auf. Ergo.. ich schweige.
Ich kann teils eine Woche am Stück nicht reden.. wirklich KEIN Wort zu niemanden. Passierte die letzte Zeit seltener aber könnte durchaus dirch schwere persönliche Verluste in letzter Zeit wieder dazu kommen, dass ich mich schützen muss durch Schweigen.
Saphira schrieb:Rationalisierung: Wahre emotionale Motive werden durch rationale Scheinmotive überdeckt.
Auch diesem Abwehrmechanismus bin ich teils erlegen, nicht immer da ich stetig an Besserungen meiner Person arbeite, aber wahre Emotionen? Das zuzugegeben allein löst in mir oft Scham aus.
Ich versuche mich zu heilen indem ich mir immer wieder vor Augen halte, dass alles was ich habe pure Emotion ist und andere nur von meinem Glück träumen können. Aber mir wurde auch jahrelang eingeredet das meine Gefühle übertrieben sind.. und falsch... und das man meine Liebe nicht will. Irgendwann erlitt ich einen Automatismus in Sachen "meine Emotionen" und redete mir immer ein, dass meine Liebe eine Belastung für andere Menschen ist. Immerhin hatte man mir das oft genug gesagt.
Das führte dazu, dass mir Lieben peinlich geworden ist und ich mich 1000mal dafür entschuldigt habe. IN Beziehungen...
Es ist grausam wenn man selbst lieber nicht mehr lieben möchte, nur um solche Sätze nicht mehr hören zu müssen. Und irgendwann - wurde ich dadurch Rational.
Jetzt habe ich die Liebe meines Lebens und reagiere immernoch oft genug viel zu Rational... nun muss ich mich dafür entschuldigen. Ein ewiges hin und her in meinem Kopf- ein ständiges Überlegen "was darf ich? Was wäre zuviel? Was ist zu wenig?"
Saphira schrieb:Antizipation: Probleme die zukünftig eintreten könnten werden zuvor bedacht und schon mögliche Lösungsstrategien eingeplant, um nicht hilflos der Situation, wenn sie dann da ist, gegenüberzutreten. Die Antizipation zählt zu den reifen Abwehrmechanismen, hat sie ja was gutes in sich. Kann aber auch bei Übertreibung negativ enden.
...vorallem dann, wenn du nicht von Hause aus so bist... sondern so wirst- durch all voran gegangenen Punkte. :/


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 22:41
dedux schrieb:Es ist möglich, durch Selbstreflexion in der Nachschau einige dieser Mechanismen innerhalb der eigenen Handlungen zu erkennen.
Ja, das wäre ab und an möglich, vorausgesetzt man wäre ehrlich zu sich selbst. Ich bemühe mich innerhalb der Reflexion um Ehrlichkeit, doch wer sagt mir, ob ich nicht innerhalb dieser Selbstreflexion gerade wieder am Abwehren bin, ohne es zu merken.
dedux schrieb:Sinnvoller ist meines Erachtens nach aber das Kultivieren einer neutralen Beobachterperspektive, die im Prinzip wie eine Kamera mit psychischer Rundumsicht funktioniert und Regungen live registriert, ohne einzugreifen.
Weiß jetzt nicht ob ich das richtig verstehe. Ich versuche aus meiner Rolle raus zu gehen um eine neutrale Rolle im Außen einzunehmen. Kann dann nicht auch das hier:
Saphira schrieb:Intellektualisierung: Der theoretische Aspekt einer Sache steht im Vordergrund nicht aber der emotionale Aspekt. Dies kann vorteilhaft sein, rational an die Sache ranzugehen, mit klarem Kopf. Kann aber ebenso im zwischenmenschlichen Bereich seine Schattenseiten aufweisen.
dabei entstehen?
dedux schrieb:Psychologisch/spirituell nennt sich dieses Beobachten Achtsamkeit und ist aus dem Buddhismus entlehnt.
Achtsamkeit, das Wort sagt mir was. Also jede Handlung, Gedanke, Wünsche aufmerksam wahrnehmen, bewusst erleben?


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

15.10.2017 um 23:03
Stonechen schrieb:Ich habe im Laufe meines Lebens, durch viele negative und schmerzhafte Erfahrungen einen Haufen an Abwehrmechanismen entwickelt, die sich bei mir körperlich sowie auch psychisch äußern.
Ich glaube das trifft auch auf mich zu.
Stonechen schrieb:So habe ich zB absolute Probleme damit körperliche Nähe zuzulassen.
Kenne ich auch bei mir. :)
Stonechen schrieb: Wer meint mich zu kennen, würde nun lachen weil ich nach außen gern die offenherzige gebe aber in mir dein sieht es da ganz anders aus.
Ist dies auch ein Schutz, könntest du das sagen?
Stonechen schrieb:Mein Abwehrmechanismus sieht dann so aus, dass ich eine abwertende Körperhaltung einnehme, damit Menschen überhaupt garnicht erst auf die Idee kommen, mich zu umarmen
Glaube dies geschieht auch in vielen Fällen unbewusst. Zumindest hat man mir schon davon erzählt es bei mir beobachtet zu haben, ohne dass ich immer bewusst darauf geachtet hatte, wobei ab und an nahm ich so Haltungen auch bewusst ein.
Stonechen schrieb:Psychisch wehre ich mich bei der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen. Ich möchte niemanden neues kennenlernen, mein innerer Geist verhindert das automatisch.
Angst vor möglichen neuen Enttäuschungen? Niemanden vorschnell ins Herz lassen, ist die Person erstmal mir Nahe, kann sie mir wehtun.
Stonechen schrieb:Wenn ich Menschen verliere, dir mir wirklich wichtig sind und ohne die ich kaum leben kann, dann wehrt mein Geist auch dieses schmerzhafte Erlebnis ab mit diesen 2 Punkten:
Entfernst du dann auch alle Erinnerungsgegenstäne? Ich bin so, dass ich irgenwie dazu neige, dass ganze dann ständig zu anaysieren, wieso hat es sich so entwickelt innerhalb der Freundschaft, was waren seine oder ihre Fehler, was waren meine Fehler. Ich kaue dass dann gedanklich ständig durch, in der Hoffnung die "Psychologische Erleuchtung" zu erlangen.
Stonechen schrieb:Desweiteren habe ich einen Abwehrmechanismus der sich durch "nicht reden" äußert.
Wenn mich etwas überfordert oder zu sehr verletzt beim aussprechen, dann beende ich teils nichtmal mehr Sätze.
Das kenne ich auch von mir. Was bei mir auch vorkommen kann, dass wenn die Sache mich zu sehr mitnimmt, dass ich dann während des Redens zu emotional reagiere, nicht mit Absicht, meine Stimme wird automatisch so, habe darauf keinen Einfluss. Dann ist ab und an Schweigen und sich beruhigen und neue Kraft tanken besser.
Stonechen schrieb: Aber mir wurde auch jahrelang eingeredet das meine Gefühle übertrieben sind.. und falsch..
Diese Person oder diese Menschen die dir so einen Schwachsinn eingeredet haben darfst du gerne nicht ernstnehmen. Es gibt keine falschen Gefühle, genau so sind Gefühle nicht übertrieben, was möglich ist, dass einige diese übertrieben zur Schau stellen: Dramatisierung, aber wenn du diese Gefühle wirklich hast, dann sind es deine und dann sind sie nicht übertrieben.
Stonechen schrieb:und das man meine Liebe nicht will.
Möglich, dass diese Person deine Liebe nicht möchte, oder vielleicht will er diese sogar:
Saphira schrieb:Reaktionsbildung: Ein Impuls wird in das Gegenteil verwandelt, bzw. durch gegenteiliges Verhalten überdeckt.
Beispiel: Man ist verliebt und verhält sich der Person für die man fühlt unfreundlich gegenüber.
Wer dich liebt und schätzt möchte deine Liebe, bzw. freut sich darauf, dass du ihm/ihr diese schenkst. Dein Mann, deine Kinder.

Möglich wäre vielleicht hier auch eine Abwertung deiner Liebe, der Fuchs der die Trauben nicht haben kann:
Saphira schrieb:Abwertung: Man wertet eine andere Person hab um sich so selbst zu erhöhen. Oder man wertet Eigenschaften dieser Person ab.
Stonechen schrieb:Das führte dazu, dass mir Lieben peinlich geworden ist und ich mich 1000mal dafür entschuldigt habe. IN Beziehungen...
Es ist grausam wenn man selbst lieber nicht mehr lieben möchte, nur um solche Sätze nicht mehr hören zu müssen. Und irgendwann - wurde ich dadurch Rational.
Jetzt habe ich die Liebe meines Lebens und reagiere immer noch oft genug viel zu Rational... nun muss ich mich dafür entschuldigen. Ein ewiges hin und her in meinem Kopf- ein ständiges Überlegen "was darf ich? Was wäre zuviel? Was ist zu wenig?"
Kein schöner Kreislauf. Denn Liebe sollte einen nie peinlich sein, im Gegenteil sie ist und kann sehr schön sein. Also hundertprozentig fallenlassen kannst du dich nirgends nichtmal bei deinem Mann? Keine Wertung, nur eine Frage. :)


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 05:09
Saphira schrieb:Ja, das wäre ab und an möglich, vorausgesetzt man wäre ehrlich zu sich selbst. Ich bemühe mich innerhalb der Reflexion um Ehrlichkeit, doch wer sagt mir, ob ich nicht innerhalb dieser Selbstreflexion gerade wieder am Abwehren bin, ohne es zu merken.
Du musst an deine wahren Gefühle heran kommen, sie äußern sich als Intuition. Es kann sein, dass diese Gefühle verdeckt sind und erst freigeschaltet werden müssen. Sie sind evtl. verdeckt durch erlernte, künstliche Gefühle, die der Persona zugehörig sind, man fühlt nur innerhalb eines abgesteckten Rahmens, den man sich selbst zubilligt. siehe dazu:

Wikipedia: Persona
Als Persona wird in der Psychologie die nach außen hin gezeigte Einstellung eines Menschen bezeichnet, die seiner sozialen Anpassung dient und manchmal auch mit seinem Selbstbild identisch ist.[1] Der Begriff entspricht dem griechischen πρόσωπον/prosopon = Gesicht, der sich wie auch das lateinische persona bereits in der Antike auf die Bedeutungen 'Schauspielermaske' (wie im antiken Theater), 'Rolle' (im Schauspiel oder Leben), 'Amtsstellung' und allgemein 'Person'/'Persönlichkeit' auffächerte.[

Die wahren Gefühle sind der Wegweiser. Hinter Ängsten verbergen sich in der Regel unterdrückte Gefühle, die nicht zugelassen werden und sich dennoch einen Weg an die Oberfläche bahnen.

Zu den anderen Punkten antworte ich nach der Arbeit.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 05:48
Saphira schrieb:Kein schöner Kreislauf. Denn Liebe sollte einen nie peinlich sein, im Gegenteil sie ist und kann sehr schön sein. Also hundertprozentig fallenlassen kannst du dich nirgends nichtmal bei deinem Mann? Keine Wertung, nur eine Frage. :)
Doch bei meinem Mann schon aber dennoch quälen mich oft diese Ängste, dass auch meine Liebe übertrieben finden könnte. Diese Angst müsste ich eigentlich nicht haben weil er sie mir jeden Tag- zu jeder Minute nimmt durch sein wahnsinnig tolles Verhalten mir gegenüber. Er weiss um meine Ängste und versucht sie in stetiger "Normalität" auszumerzen. Es bedarf da nichtmal großer Dinge weil mich alles beruhigt was von ihm kommt. Er ist da wirklich mein Anker und ich glaube ihm jedes Wort, welches er an mich richtet. Vllt auch weil seine Komplimente nicht übertrieben sind sondern sich viel in Taten äußern, in dem er zB den Körperkontakt zu mir sucht...oder mir Aufgaben abnimmt die mich überfordern oder indem er mich zum lachen bringt und dann danach sagst "na siehst du, da ist meine wunderschöne strahlende Frau ja wieder"

Aber meine Ängste habe ich nicht immer unter Kontrolle weil der Mechanismus das verhindert.
Saphira schrieb:Wer dich liebt und schätzt möchte deine Liebe, bzw. freut sich darauf, dass du ihm/ihr diese schenkst. Dein Mann, deine Kinder.
Dessen Liebe kann ich mir auch bewusst sein und sie genießen. Immer
Saphira schrieb:Ist dies auch ein Schutz, könntest du das sagen?
Ja auf irgendeine Art schon- auch wenn ich nicht erklären kann warum ich in diesem Fall was vorgebe, was ich nicht bin.
Das macht mich, realistisch betrachtet, zur Blenderin. Was mir auch bewusst ist aber ändern kann ichs nicht. Dieses Offenherzige nach außen ist irgendwie eine Art Schutz "du kannst mir garnix, ich bin so hippi locker, dass ich alles abkann" - was nunmal nicht so ist und es ist auch schwachsinnig von mir Oo


Zu dem Rest, bezüglich anderer Personen die mir was eingeredet hatten oder schlichtweg nicht mehr Bestandteil meines Lebens sind :

Keine Ahnung ob die auch irgendwelchen Abwehrmechnismen unterlegen sind. Wäre möglich, da ich auch sehr ungerecht und fies werden kann- da möchte man sich sicher schützen vor mir.
Allerdings mache ich mir keine Gedanken mehr darum, weil ich wie gesagt einen Kontaktabbruch lieber totschweige- auch im Kopf versuch ich das.
Saphira schrieb:Entfernst du dann auch alle Erinnerungsgegenstäne?
Nach und nach, ja.
Und mit manchen hab ich SCHWER zu knabbern aber sobald mir was in die Hände fällt, beim aufräumen oder so, landet es im Müll.
Manchmal steh ich 1 Stunde vorm Mülleimer und denke nach ob ich das bereuen könnte.
Dann nochmal das gleiche, wenn die Tüte dann raus in den Container soll. Das lasse ich meinen Mann rausbringen, damit mir diese Situation schonmal erspart bleibt.
Aktuell hab ich ein paar Probleme mit Dingen die nicht mir gehören sondern meinen Kinden, die ich aber täglich sehen muss... und mich halt an etwas erinnern.
Da ich die nicht wegwerfen kann, versuch ich die Erinnerungen sterben zu lassen und somit von den Gegenständen zu nehmen.
Dadurch das ich es jetzt hier schreibe, ist die Erinnerung zwar wieder da aber egal :D

Ich hab durch meine Macken aber auch positives Erfahren .. zB habe ich durch einen Kontaktabbruch einen neuen Freund hinzu gewonnen- der einfach unerwartet in mein Leben trat und den ich nie mehr missen möchte. Es gibt Menschen, GANZ wenige, die schaffen es binnen weniger Tage mein Vertrauen zu gewinnen. Der gute Freund ist so einer und das zeigt mir, dass in mir nicht alles kaputt ist.
Ähnlich ist es bei meinem Mann, der mein bester Freund, Liebhaber/Affaire, Vertrauensperson Nr1, Ehemann und Komiker ist... ihm konnte ich auch von Sekunde 1 an vertrauen.

Menschen die mir ständig Vorwürfe machen wie falsch ich mich doch verhalte, lasse ich nur noch reden ohne es an mich ran zu lassen.
Zu oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie in Wirklichkeit kein Problem mit mir haben, sondern darüber sauer waren, dass ich sie nicht richtig ranlassen konnte. Sie nahmen das als persönlichen Angriff obwohl das von mir nie so gewollt war.


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A.I.
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 05:55
Wow, da gibt es ja eine ganze Menge.
Halte es für einen Fehler für allem ein Begriff, Definition und Interpretation finden zu wollen.
Es entstehen denke ich durch Selbstreflexion genug Abwehrreaktionen auf eben jene Abwehrmechanismen.
Da kann man richtig drin versinken, dann gibt es Momente wo man frischen Wind spürt wo jegliche Verstrickungen und Mechanismen wie weggeblasen sind.
Wird wohl dann wieder ins Unterbewusste geschoben.
Denn die Handlungen und Emotionen richten sich immer noch danach.
Zusammen mit Empathie und Hochsensibilität (hängt das nicht eh zusammen?) kämpft man ständig damit ein zufrieden stellendes Leben zu führen.

Jeder muss seine eigenen kleinen wegweiser finden, so kann ein neuer, angenehmer  Kreislauf entstehen. Denn im Prinzip ist es nichts anderes.


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Kältezeit
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 08:34
@Saphira
Du sagst es ja selbst:      
Innere Konflikte die einen zu sehr belasten würden, werden mit Hilfe dieser Abwehrmechanismen bekämpft.
Ich sehe also überhaupt keine Notwendigkeit, für den Abwehrenden, daran etwas zu ändern. Es hat seinen Sinn und Nutzen.

Ein sehr interessantes Thema im Übrigen, das - meiner Meinung nach - nicht in den UH gehört, sondern eher in die Menschenrubrik.


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16.10.2017 um 08:40
Kältezeit schrieb:Ich sehe also überhaupt keine Notwendigkeit, für den Abwehrenden, daran etwas zu ändern. Es hat seinen Sinn und Nutzen.
Wenn man sich nicht weiter entwickeln möchte, kann man es lassen, wie es ist. Dennoch kostet die Anwendung dieser Mechanismen Kraft und diese Kraft fließt in sinnlose Tätigkeiten, schließlich strebt das Individuum im Grunde seines Herzens nach Freiheit und Selbstverwirklichung.


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A.I.
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 08:41
Kältezeit schrieb:Ich sehe also überhaupt keine Notwendigkeit, für den Abwehrenden, daran etwas zu ändern
Doch, wenn man sich zu sehr eingeschränkt im sozialen Leben fühlt.
Wer sagt denn, dass das eigentliche Problem nicht viel eher gelöst wäre?
Also da kann man ruhig einiges Therapieren


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Kältezeit
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 08:44
A.I. schrieb:Wer sagt denn, dass das eigentliche Problem nicht viel eher gelöst wäre?
Also da kann man ruhig einiges Therapieren
Ich finde aber, dass es - solange es einen selbst nicht zu sehr einschränkt - überhaupt garnicht therapiert werden muss.
dedux schrieb:Wenn man sich nicht weiter entwickeln möchte, kann man es lassen, wie es ist. Dennoch kostet die Anwendung dieser Mechanismen Kraft
Kommt drauf an, welcher Mechanismus bei einem greift. Mich kostet es keine Kraft, es engt mich nicht ein und weiterentwickelt habe ich mich dennoch.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 09:54
@Kältezeit
Du bist wenig konkret. Sicherlich bieten erkannte Mechanismen einen vorläufigen Schutz, der dann aber im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung irgendwann gelockert wird. Man arbeitet natürlich nicht an allen Baustellen gleichzeitig.


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A.I.
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 09:56
dedux schrieb:Man arbeitet natürlich nicht an allen Baustellen gleichzeitig
Und was wenn doch?
Wenn sich die Prioritäten ändern, legt man doch auch irgendwo automatisch einen Schalter um
Das vorherige angegangene bleibt aber unfertig, offen liegen sozusagen


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16.10.2017 um 10:36
@A.I.
Nach der Arbeit antworte ich dir :)


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Kältezeit
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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 11:09
dedux schrieb:Du bist wenig konkret.
Muss ich doch auch nicht werden. Wichtig ist doch nur, dass die Abwehrmechanismen keinen Leidensdruck verursachen.

Wo der Körper gewisse Abwehrmechanismen entwickelt (Immunsystem), kann es bei der Psyche ja auch nicht so verkehrt sein. Wie gesagt, unter der Prämisse, dass kein Leidensdruck damit einhergeht.


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16.10.2017 um 16:39
Saphira schrieb:Weiß jetzt nicht ob ich das richtig verstehe. Ich versuche aus meiner Rolle raus zu gehen um eine neutrale Rolle im Außen einzunehmen. Kann dann nicht auch das hier:

Saphira schrieb:Intellektualisierung: Der theoretische Aspekt einer Sache steht im Vordergrund nicht aber der emotionale Aspekt. Dies kann vorteilhaft sein, rational an die Sache ranzugehen, mit klarem Kopf. Kann aber ebenso im zwischenmenschlichen Bereich seine Schattenseiten aufweisen.

dabei entstehen?

dedux schrieb:Psychologisch/spirituell nennt sich dieses Beobachten Achtsamkeit und ist aus dem Buddhismus entlehnt.

Achtsamkeit, das Wort sagt mir was. Also jede Handlung, Gedanke, Wünsche aufmerksam wahrnehmen, bewusst erleben?
Du nimmst keine neutrale Rolle im Außen ein sondern eine neutrale Perspektive im Inneren aus der du betrachtest, ohne zu werten. Das ist reine Wahrnehmung. Jeder intellektuelle Prozess würde erst später einsetzen und das wird bei reiner Wahrnehmung vermieden.
Es ist Wahrnehmen ohne zu werten. Diese Perspektive ist unpersönlich, sie ist keine Rolle.

Das bewusste Erleben ist eher ein Nebeneffekt dieser Aufmerksamkeitssteuerung durch Achtsamkeit. Die Achtsamkeit ist eine lockere Konzentriertheit, die automatisch zu stärkerer Bewusstheit im Jetzt-Moment führt.


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Abwehrmechanismen (Psychologie)

16.10.2017 um 17:01
A.I. schrieb:Und was wenn doch? Wenn sich die Prioritäten ändern, legt man doch auch irgendwo automatisch einen Schalter um Das vorherige angegangene bleibt aber unfertig, offen liegen sozusagen
Ja du hast recht, es werden unterschiedliche Baustellen je nach Situation bearbeitet. Es sollte aber auch so sein, dass es einen geistig-psychischen Ruhepol gibt, von dem aus agiert wird. Durch die Bearbeitung zu vieler Baustellen gleichzeitig kann die Ruhe evtl. nicht mehr ausreichen, was zu chaotischen Verhältnissen führen kann, in der keine der Baustellen wirkungsvoll bearbeitet werden kann.

Alles zu gegebener Zeit, sozusagen.


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