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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

308 Beiträge, Schlüsselwörter: Wirtschaft Schule Krankenhaus Post Leben

War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

21.11.2019 um 15:50
Zitat von BlinderPassagiBlinderPassagi schrieb:Das Problem liegt wohl weniger am Verzerren, als darin, dass die restlichen Kinder nicht mehr den Stoff in der vorgegebenen Zeit erhalten können. Somit wird sich der IQ-Schnitt auch nach unten bewegen.
Das wollte ich jetzt so deutlich nicht aussprechen, aber das ist natürlich der Fall. Ich versuche ja als Lehrerin, diesen Kindern gerecht zu werden..... und den anderen auch.... und deshalb habe ich auch einen Vierzehn-Stunden-Tag. Aber das funktioniert nicht auf Dauer.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

21.11.2019 um 15:57
@sacredheart
Ich glaube, dass mehr Geld im Land ist, verursacht die Dinge, die du da ansprichst.
Ich nehme als Beispiel mal die Schwimmbäder:

Als ich Kind war, ging man im Sommer ins Freibad für ne Mark achtzig. Da lag man auf der Wiese, spielte Karten, schwamm ne Runde, sprang vom Dreier und tobte durch das flache Kinderbecken.

Heute ist mehr Geld da, das wird eingesetzt, und zwar da, wo man auch was geboten kriegt. Heute kann ich für sagen wir fünf Euro ins Freibad, aber für sieben Euro bekomme ich schon das wetterunabhängige Spassbad mit 25Meter Riesenrutsche, Whirlpool, Wellenbecken etc. Also gehen die Leute ins Spassbad und das Freibad rentiert sich nicht mehr und macht irgendwann dicht.

Mit dem Mehr an Geld steigen die Ansprüche der Leute, diese zu erfüllen, geht aber eben nur mit dem (symbolisch gemeintem) großen zentralen Spassbad.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

21.11.2019 um 16:37
@Ilvareth

Da habe ich wohl viel Glück. Mein Jüngster (12) hat es die letzten Jahre sehr geliebt, wenn wir immer im Freibad waren, auch weil es ziemlich leer war. Die anderen waren wohl im Spaßbad. So dass wir und seine Freunde da ne schöne Zeit hatten. Und weil wir so nah dran wohnen, gehen wir zu Fuß da hin. Und weil wir so oft hingehen, sagt die Kassiererin auch manchmal: Ach, geht mal so durch. Für mich ist das jedes mal ein Flashback, weil das Freibad dem meiner Kindheit so ähnlich sieht. Und dazu der Geruch aus gemähter Wiese, Chlorwasser und altem Frittenfett, ein Traum.

Ein Tipp: kein Handy mitnehmen, nur Kleingeld dabei, dann kann man die Tasche einfach auf die Wiese legen und braucht nicht danach zu gucken. So wird Entspannung draus.


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21.11.2019 um 21:48
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Es ist aber doch nicht subjektiv, dass immer mehr Postfilialen geschlossen werden, immer mehr Bäder geschlossen werden und die Räume von Schulen immer mehr zu wünschen übrig lassen,
Ich rede mal von den 50er und 60er Jahren und dem Leben auf dem Lande.

-Wer hatte zuhause schon Telefon, dazu ging man in die Postfiliale.

-Scheckkarten gab es keine, sein Bargeld holte man sich bei der Post

- Bäder? Es gibt Flüsse, es gibt Weiher, wer braucht schon ein Frei- oder Hallenbad.

- Vier Klassenzimmer, jeweils zwei Jahrgänge zusammen, mein Vater schwärmte immer von der
. guten alten Zeit, als er 56 Schüler gleichzeitig unterrichten durfte. Da wurde eben kein Geld
. rausgeschmissen für Turnhallen, Physikräume und ähnliches.


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21.11.2019 um 22:28
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Als ich Kind war, ging man im Sommer ins Freibad für ne Mark achtzig. Da lag man auf der Wiese, spielte Karten, schwamm ne Runde, sprang vom Dreier und tobte durch das flache Kinderbecken.
Als Kinder waren wir komplett den ganzen Tag im Wasser, am Wasser, auf der Wippe.... Abends aber dann pünktlich vor Dunkelheit daheim. Oder weil Dallas lief. Dienstag abends war das? Und wehe, man hat einen Teil verpasst. Dann musste man warten, bis ORF 1 ein paar Wochen später dieselbe Folge zeigte.

Im Winter waren wir komplett den ganzen Tag auf dem Eis. Schlittschuhe an die Füsse, und los gings. Bis man über den ganzen Weiher war, bis nach hinten den langen Bach hochgeschossen war und wieder zurück, brauchte man schon so eine knappe Stunde. Und was war das für eine Gaudi, wenn der dickste aus dem Dorf auf seinem Mofa mit seinen beiden Kumpels am Eisrand seine Runden drehte, und plötzlich weg war. Da der Weiher an der Stelle nicht tief war, konnten sie selber wieder rausklettern.

Heute ist dieses Bad im Winter wie im Sommer komplett leer. Die Mütter denken, da das Wasser dunkel ist (gesundes Moorwasser), sei es schmutzig. Also geht man ins teure Schwimmbad in die Stadt.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

22.11.2019 um 09:17
Zitat von DobriDobri schrieb:Heute ist dieses Bad im Winter wie im Sommer komplett leer. Die Mütter denken, da das Wasser dunkel ist (gesundes Moorwasser), sei es schmutzig. Also geht man ins teure Schwimmbad in die Stadt.
Nicht nur das. Ein Fluss in meinem Ort kriegt sein Wasser aus zwei Moore.

Ein mittlerweile verstorbenener Arzt sagte zu seinen Lebzeiten immer, man sollte gelegentlich ein Glas Wasser direkt aus dem Fluss trinken.

Wegen den Nährstoffen das beste und gesündeste Wasser, war seine Ansicht.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

22.11.2019 um 10:43
Bzgl. Besser oder schlechter und der o.a. Zusammenhang mit dem Badesee fällt mir eine ganz arge Sache von mir Zuhause ein.

Der Fluss der durch unseren Ort fließt hat mehrere Staukraftwerke.
Unser Hausnaher Stausee war früher verhältnismäßig tief. etwa 7-11m.
Seit jeher haben wir jedes Jahr Hochwasser, was damit bekämpft wurde, dass man in der Stadt die Flüsse ausgrub.
Sämtliches Material hat sich in weiterer Folge weiter Flussabwärts abgesetzt. Der betroffene Stausee ist heute vielleicht noch 3-4m an seiner tiefsten Stelle.
Die Fischpopulation hat darunter sehr gelitten, heute ist alles nur noch verschlammt.

Also auch hier wieder, das eine wird besser (Hochwasserschutz) das andere schlechter (Flora und Fauna).
Wobei bei diesem Thema definitiv zu sagen ist, dass sich die Gesamtsituation durch den Hochwasserschutz verschlechtert hat,
da es bestimmt andere bauliche Maßnahmen gegeben hätte, als schlicht das Flussbett auszugraben.
Hochwasser haben wir davon abgesehen immer noch.


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22.11.2019 um 11:00
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ist das so und wenn ja warum?
Nein ist nicht so und warum das nicht so ist zeigt z.B. die Geschichgte der Medizin:

Video nicht jugendfrei (Login erforderlich)


Andere Beispiele gibt es zuhauf z.B. Emanzipation:

Youtube: Frau am Steuer - 7. Sinn - TV Sendung von 1975
Frau am Steuer - 7. Sinn - TV Sendung von 1975


https://www.youtube.com/watch?v=2DdDu17WABg

Also war früher nicht alles besser. Es ist wie immer nicht schwarz-weiß sondern man muss es differenziert betrachten. Sachen die früher angenehmer waren z.B. das man nicht ständig Handyzombies auf den Straßen gesehen hat oder nur man Konzerte genießen konnte ohne das man nur in Handybildschirme vor sich geblickt hat. Dafür musste man aber in der verrauchten Gaststätte essen auch selbnst wenn Kinder dabei waren. Wenn man heute etwas bestellt bekommt man es evtl. schon am nächsten Tag, was natürlich vor allem gut ist wenn man die Hektik im Alltag liebt.


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22.11.2019 um 12:40
Heute muss man sich in der Schule viel mehr selbst erarbeiten und die Eltern müssen wesentlich mehr mit den Kids lernen.

Als ich zur Schule ging, musste ich selbstständig meine Hausaufgaben machen und lernen.
Meine Oma hat mir nur in der Volksschule ab und zu ein Diktat angesagt - um den Rest musste ich mich selbst kümmern.

Das ist heute ganz anders.
Meine älteste Tochter und mein jüngstes Kind wissen (bzw wussten) nicht einmal, was sie in der Schule hätten lernen sollen. Ich muss alles mühsam am Nachmittag erklären und dann auch noch üben.
Würde ich das nicht tun, hätten sie nicht nur schlechtere Noten, sie hätten keinen Abschluss!
Was ich auch noch alles für sie ausarbeiten musste und muss (Wochenpläne, Projekte, Referate,....)
Mein mittleres Kind ist diesbezüglich etwas selbstständiger, aber lernen muss ich auch mit ihr.

Unter der Woche geht so gut wie meine gesamte Freizeit mit lernen drauf - das hat es früher nicht gegeben!
Da läuft im heutigem Schulsystem etwas gewaltig falsch!


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

22.11.2019 um 13:13
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:Unter der Woche geht so gut wie meine gesamte Freizeit mit lernen drauf - das hat es früher nicht gegeben!Da läuft im heutigem Schulsystem etwas gewaltig falsch!
Dieses Phänomen kann ich bei vielen Freunden und bekannten auch erkennen. Ich bin gespannt wie das bei mir wird, aktuell ist noch keines der Kinder in der Schule, allerdings weiß ich, dass ich ihnen bei den Arbeiten gerne helfen werde.

Tatsächlich waren wir früher auf uns gestellt was das Lernen und ausarbeiten von Referaten, etc... betrifft.
Hat das aber nicht auch damit zu tun, dass die Generation unserer Eltern und Großeltern weitaus nicht so eine "gute" Schulausbildung hatten wie wir heute?
Wir hatten aber (gefühlt) auch nicht so einen großen Leistungsdruck wie die Kinder heute (oder täusche ich mich und alle werden einfach nur fauler?).

Es wird von jedem erwartet mind. 40h/Woche zu arbeiten, den Garten zu Pflegen, den Haushalt zu machen, die Kinder zu erziehen, etc,... Und als Sahnehäubchen oben drauf sollen wir den Kindern unter die Arme zu greifen, weil diese schon im Grundschulalter auf "Leistungsdruck" getrimmt werden?
Kann ja nicht gut gehen. Zum einen werden viele von uns im alter ausgebrannt sein, zum anderen werden unsere Kinder immer früher ausgebrannt sein. Ergo: irgendwann muss dieses System, vorausgesetzt es läuft wirklich verkehrt sowieso kippen.

Wie schon erwähnt, ich kenne auch persönlich Lehrer die schon hingeschmissen haben weil es für sie einfach keinen Sinn mehr macht Lehrer zu sein. Die Gründe lasse ich jetzt bewusst mal außen vor.


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22.11.2019 um 14:12
@emz

Hier im Ruhrgebiet würde man mit Flüsschen und Weihern auf den Trockenen sitzen, war auch schon vor 40 Jahren so, also Freibad oder eben nicht. Ok, wir sind damals auch illegal im Datteln Hamm Kanal schwimmen gewesen, so der Spaß war es nicht.

@mojorisin

Das relativiert nicht so richtig das Wegschmelzen von basaler Infrastruktur, das relativiert auch nicht unser Bildungssystem, das mittlerweile (oben beschrieben) hinter Schwellenländer zurückfällt, das relativiert auch nicht, dass die meisten Arbeitsplätze heute anstrengender sind als vor 40 Jahren (die Schwerindustrie mal außen vor lassend).
Weiterhin was ist denn an der 7.Sinn Sendung nicht mehr aktuell? Zwinkersmiley.

Der Staat ist in den letzten Jahrzehnten leider zunehmende von einem 'steuerfinanzierten Bereitsteller von Infrastruktur' zu einem reinen 'Ausschütter von Sozialleistungen an jeden der will und egal wo er herkommt, im Fall von Kindergeld sogar egal wo er / sie lebt' geworden, das gälte es wieder umzukehren und einigen Teilen der Bevölkerung mal wieder das seltsame Prinzip der Eigenverantwortung nahezubringen.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

22.11.2019 um 14:21
@BlinderPassagi

Den Punkt sehe ich auch, da sehe ich aber nicht nur den Staat und seine kaum noch stattfindende Finanzierung von Schule in der Pflicht, sondern auch die Eltern, die zu reinen Helikoptern verkommen sind. In den 70er und 80er Jahren wusste ein Schüler wie ich noch, dass es meine Aufgabe ist, gute Noten nach Hause zu bringen.

Heute wissen viele Schüler, dass sie mit Versprechungen von Mami und Papi mal kurz von der Playstation weggelockt werden, damit Mami oder Papi ihnen die Hausaufgaben vormachen und sie die dann noch unter Stöhnen und Wehklagen ins Heft eintragen. Dann gibt es ein Lob dafür, dass sie selbständig die Kappe vom Füller geschraubt haben. Wenn alles nicht funktioniert, geht es direkt zur Schulaufsicht, weil dann ist der Lehrer unfähig. Er erkennt auch nicht die Hochbegabung.

So lernen Junior und Juniorine ein anstrengungsloses Dasein kennen, das dann im Prinzip sehr gut auf ein BGE vorbereitet und bis es soweit ist auf Hartz IV.

Das führt zu einer Gesellschaft, die von Gesellschaften, in denen Worte wie Eigeninitiative und Verantwortung noch existieren, weggeballert wird, wie antike Reiche, von denen nicht mehr viel existiert außer ein paar Ruinen.. Sie hat es dann auch nicht besser verdient.

In wengier dekandenten Gesellschaften in Südamerika, die ich gut kenne, ist es tatsächlich so, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen müssen, sie kriegen auch Ärger, wenn sie es nicht tun. Ist für uns irgendwie unvorstellbar geworden. Dann hat der Lehrer sie nicht gut genug motiviert. Es ist schließlich seine Schuld, wenn jemand den ganzen tag und die halbe Nacht zockt und morgens müde und gelangweilt im Unterricht sitzt, in dem es nicht dauernd einen Bonus und eine Schatzkiste mit Equipment zu öffnen gibt.


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22.11.2019 um 15:10
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In wengier dekandenten Gesellschaften in Südamerika, die ich gut kenne, ist es tatsächlich so, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen müssen, sie kriegen auch Ärger, wenn sie es nicht tun.
Finde ich auch bis zu einem gewissen Punkt richtig, da dies ja dennoch eine Vorbereitung auf das Leben, welches voller Verpflichtungenist, ist.
Als ich weiter oben schrieb, dass ich meinen Kindern dabei gerne helfen werde, wäre damit auch nicht gemeint dies zu erledigen, sondern bei Problemen soweit mir das möglich ist, bei Seite zu stehen.


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22.11.2019 um 15:12
@BlinderPassagi

Das war auch keinerlei Angriff auf Deine gute Absicht. Ich weiss aber aus der Erfahrung von mittlerweile kumulativ 21 Schuljahren aus Vatersicht (mehrere Kinder, nicht 10x hängengeblieben), dass es nicht so einfach ist, eine Grenze zu ziehen und dass es viele Eltern gibt, die ihren Kindern keinerlei Eigenverantwortung übertragen. Da machen Eltern die Internetrecherche nachts für ihre Kinder. Die zocken lieber. Kann Mama doch nach der Arbeit und nach der Hausarbeit erledigen, nachdem sie mir die Sachen für morgen rausgelegt hat.


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22.11.2019 um 15:59
Zitat von BlinderPassagiBlinderPassagi schrieb:Hat das aber nicht auch damit zu tun, dass die Generation unserer Eltern und Großeltern weitaus nicht so eine "gute" Schulausbildung hatten wie wir heute?
Zum Teil sicher.
Aber meine Oma war auch schon gelernte Diplomsäuglingskrankenschwester, meine Mutter hat auch eine höhere Ausbildung als ich (ich hatte aber keinen Kontakt zu ihr)
Meine Oma wollte immer, dass ich nach der Schule weiter studiere - das wollte ich aber nicht! Diesbezüglich darf ich ihr keinen Vorwurf machen.
Zitat von BlinderPassagiBlinderPassagi schrieb:wir den Kindern unter die Arme zu greifen, weil diese schon im Grundschulalter auf "Leistungsdruck" getrimmt werden?
Die Kinder sind heute zu unaufmerksam im Unterricht. Die Lehrer können nichts dafür, weil sie nicht mehr strafen dürfen.
Jetzt stellt sich die berechtigte Frage: warum können sich die Kinder heute schwerer konzentrieren?
Zitat von BlinderPassagiBlinderPassagi schrieb:Es wird von jedem erwartet mind. 40h/Woche zu arbeiten, den Garten zu Pflegen, den Haushalt zu machen, die Kinder zu erziehen, etc,...
Viele Elternteile gehen auch heute nur Teilzeit arbeiten. Auch der Haushalt wird schon lange nicht mehr so genau genommen, wie vor vielen Jahren.
Zu meinen Verpflichtungen im Haushalt gehört die Wäsche. Das geht mit ganz wenig Zeitaufwand: in der Früh, vor dem Arbeiten gehen in den Waschtrockner geben und einschalten. Wenn ich heimkomme, nehme ich die trockene Wäsche heraus und gebe sie in den Kasten - fertig. Bügeleisen besitzen wir nicht.
Mir persönlich war es immer wichtig, dass ich trotz Kinder Vollzeit arbeiten kann, da darf ich nicht jammern.
Zitat von BlinderPassagiBlinderPassagi schrieb:Wie schon erwähnt, ich kenne auch persönlich Lehrer die schon hingeschmissen haben weil es für sie einfach keinen Sinn mehr macht Lehrer zu sein.
Ja, das glaube ich sofort! Sie dürfen ja nichts mehr tun (zB Strafaufgaben) und müssen sich von den Schülern alles gefallen lassen. Was mich aber stört ist, dass verhaltensauffällige Kinder sofort zum Psychologen geschickt werden. Das ist der falsche Weg.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Eltern, die zu reinen Helikoptern verkommen sind. In den 70er und 80er Jahren wusste ein Schüler wie ich noch, dass es meine Aufgabe ist, gute Noten nach Hause zu bringen.
Auch wir sind typische Helikoptereltern. Ist vielleicht nicht ganz richtig, aber ich stehe dazu.

Auf keinen Fall bedeutet es, dass aus Kindern, denen in der Schule alles gemacht wurde, nichts wird.
Meine älteste Tochter hasste die Schule vom ersten bis zum letzten Tag. Ich boxte sie mühsam durch und war dahinter, dass sie das letzte Pflichtschuljahr mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Mit 15 ließ ich sie eine Lehre machen (das gute Abschlusszeugnis und ihr selbstbewusstes Auftreten verhalfen ihr zu einer guten Lehrstelle)

Neben der Lehre machte sie die Abendmatura. Als sie mit 18 fertig war, bekam sie direkt eine Führungsposition in der selben Firma.
Heute (mit ihren 20 Jahren) arbeitet sie ca 60 Stunden die Woche und macht zur Zeit wieder einen Weiterbildungskurs am Abend.
Ich bin wirklich stolz auf sie. Die Mühe, die ich mit ihr hatte, war es wert!
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:dass es viele Eltern gibt, die ihren Kindern keinerlei Eigenverantwortung übertragen. Da machen Eltern die Internetrecherche nachts für ihre Kinder. Die zocken lieber. Kann Mama doch nach der Arbeit und nach der Hausarbeit erledigen, nachdem sie mir die Sachen für morgen rausgelegt hat.
Ich glaube auch, dass es evolutionsbedingt ist. Früher hat man oft mehr gearbeitet, als "gelebt". Vor allem den jungen Menschen wird es immer mehr bewusst, dass das Leben aus mehr besteht, als nur Arbeit.
Das heißt natürlich nicht, dass sie nichts selbst tun sollen. Das richtige Mittelmaß sollte es sein.


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22.11.2019 um 16:13
@FerneZukunft

Und deshalb sollen wir, die ja auxch noch arbeiten, waschen, bügeln, kochen, putzen den Kindern dann ihre Arbeit auch noch abnehmen nach dem Motto: Erst mal die alten Beine aufbrauchen?

Beim Mittelmaß wäre ich dabei, auch wenn ich glaube, dass wir uns nicht ganz das gleiche drunter vorstellen.


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22.11.2019 um 19:33
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Beim Mittelmaß wäre ich dabei, auch wenn ich glaube, dass wir uns nicht ganz das gleiche drunter vorstellen.
Selbstverständlich wäre es auch mir lieber, wenn sich meine Kinder selbst um alles in der Schule kümmern würden. Ich hätte wirklich gerne etwas mehr Freizeit (vor allem, weil ich auch nicht mehr die Jüngste bin), mein jüngstes Kind ist erst in etwas über zehn Jahren 18

Ich denke aber zurück an meine Schulzeit: was hätte ich damals gewollt? Was hätte mir Freude bereitet?
Meine persönliche Antwort: wenn mich damals jemand mehr in der Schule und beim Lernen unterstützt hätte!!!
Ich bin ab meinem 14. Lebensjahr noch neben der Schule jobben gegangen, damit ich etwas Geld habe. Damit und wegen dem Lernen hatte ich damals schon sehr wenig Freizeit.
Das wollte und will ich meinen Kindern nicht zumuten.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und deshalb sollen wir, die ja auxch noch arbeiten, waschen, bügeln, kochen, putzen den Kindern dann ihre Arbeit auch noch abnehmen nach dem Motto: Erst mal die alten Beine aufbrauchen?
Es gibt leider immer eine Generation, die die A....Karte im Leben hat.
zB meine Schwiegermutter.
Sie ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen, hat auf einen "normalen" , aber sehr großen Bauernhof hineingeheiratet. Sie hat damals neben ihrer Arbeit auch die dort wohnenden alten Leute versorgen müssen.

Dann komme ich daher, schnappe ihren ältesten Sohn (der den Hof übernehmen sollte) weg. Ihre Hoffnung, ihre Schwiegertochter erleichtert ihr die Arbeit und versorgt sie im Alter, zerplatze wie eine Seifenblase.
Sie erteilte mir vor 21 Jahren Hausverbot - seitdem war ich nie mehr dort.

Sie hat (mit einigen Jahren Verzögerung) trotzdem ein schönes Alter, denn die beiden jüngeren Söhne übernahmen den Bauernhof - beide heirateten "brauchbare" Frauen, die auf sie und den Schwiegervater (so lange er lebte) schauten - außerdem hat sie noch 5 Töchter (alle wohnen in ihrer Nähe)

Ich will damit nur sagen, dass man zu keiner Zeit eine Garantie hat, dass einem die Kinder das Leben erleichtern. Egal ob beim Lernen, oder im Alter.


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22.11.2019 um 22:25
In bin schon etwas älter. Die 54 in meinem Nick ist mein Geburtsjahr.
Früher war alles besser/schlechter kann und muß man unter zwei Perspektiven beurteilen:
Zum einen der heutigen. Aus dieser Perspektive ist die Zeit vor 60, 50 Jahren der Horror. So viele technische Geräte gab es noch nicht oder waren unerschwinglich. Ein Auto (damals eine Trabbi-artige Kiste) hätte natürlich jeder gern gehabt, war aber nicht. Also fuhr jeder Rad und Vater Moped.
Fernseher? Kostete 900 Mark und das waren um 1960 zwei Arbeiter-Monatsgehälter (also entsprechend heute über 3000 Euro). Aber jeder hatte ein Radio und das Programm war nicht schlecht (meinte man damals). Telefon? Was für Reiche. Computer? Zimmergroße Geräte irgendwo in Amerika, was hätte man zu Haus damit anfangen können? (der erste PC 1990, da war ich 36). Internet? Ich habe als Jugendlicher unzählige SF-Romane gelesen, kann mich aber nicht erinnern, dass das irgend jemand vorher gesagt hat bis es dann erfunden war.
Und dann die Menschen. Die älteren hatten zwei Kriege hinter sich, die jüngeren einen. Alle! Was ein Trauma ist, wusste damals keiner, aber fast alle hatten grausige Erlebnisse hinter sich mit entspechenden mentalen Spuren. Die Elterngeration war im Nationalsozialismus groß geworden und das merkte man. Viele sehr gewalttätige Typen einschließlich der Lehrer. Ich habe in der Schule Prügelszenen erlebt, die den Pädagogen heute ins Gefängnis bringen würden. Damals normal, keiner hat sich aufgeregt, am wenigsten die Eltern.
Trotzdem war das damals für uns Kinder nicht der Horror. Die Bombennächte haben wir nicht erlebt, dafür waren zu jung. Statt dessen die Fünfziger. Eine Zeit des friedlichen Aufbaus und erlebbaren Fortschritts. Die Mängel und Einschränkungen nahm man nicht so wahr wie aus der heutigen Perspektive. Man kannte nichts anderes. Und konnte sich als Kind auch nichts anderes vorstellen. Also war man zufrieden. Und das ist vielleicht der wichtigste Unterschied zu heute.


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War früher mehr Lametta? Werden Zeiten wirklich schlechter?

22.11.2019 um 23:29
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Statt dessen die Fünfziger. Eine Zeit des friedlichen Aufbaus und erlebbaren Fortschritts. Die Mängel und Einschränkungen nahm man nicht so wahr wie aus der heutigen Perspektive. Man kannte nichts anderes. Und konnte sich als Kind auch nichts anderes vorstellen. Also war man zufrieden. Und das ist vielleicht der wichtigste Unterschied zu heute.
Ich meine, die Zufriedenheit mit dem damaligen Leben hängt auch damit zusammen, dass es aufwärts ging. Von Jahr zu Jahr ging es den Menschen finanziell besser, man konnte sich mehr leisten, die Arbeitsstunden wurden weniger, während heute der Weg eher rückwärts empfunden wird.


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22.11.2019 um 23:53
Harald Lesch sagt zum Thema:

Youtube: Früher war alles ... schlechter! | Harald Lesch
Früher war alles ... schlechter! | Harald Lesch



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