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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

38 Beiträge, Schlüsselwörter: Familie, Eltern, Kontakt
filiz
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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 05:39
Ich habe schon mal hier ein Thread geöffnet, wo ich die Beziehung zu meinen Eltern beschrieben habe.

Nun bin ich verheiratet und lebe mit mein Mann in der USA. Mein Mann hat Eltern, die das Gegenteil meiner Eltern sind, also insgesamt sehr fürsorglich und "lieb".

Es war am Anfang ein sehr schönes Gefühl wenigstens gute Schweigereltern zu haben, die einen lieben wie die eigene Tochter. Aber in letzter Zeit kommt bei mir immer mehr der Gedanke, warum ich nicht so gute Eltern habe und was ich eventuell falsch gemacht habe (ich weiß klingt blöd). Ich muss auch sagen, dass oft so ein Gefühl aufkommt wie Neid.

Habt ihr vielleicht solche Erfahrungen und könnt sagen, wie ihr für euch ein Weg gefunden habt??


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 06:27
filiz schrieb:Aber in letzter Zeit kommt bei mir immer mehr der Gedanke, warum ich nicht so gute Eltern habe und was ich eventuell falsch gemacht habe (ich weiß klingt blöd). Ich muss auch sagen, dass oft so ein Gefühl aufkommt wie Neid.
Nicht jede Familie ist gleich - es ist auch falsch zu vergleichen.
Eltern haben auch einen Weg hinter sich, wer viel Probleme hatte wirkt vielleicht nicht so "nett".
Ich sage es mal so: aber anscheinend haben sie eine Tochter die es geschafft hat, das ist nicht nichts ;) Also Goldwaage bei Seite...


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 07:00
Diese Anflüge von schlechtem Gewissen kanne ich auch.

Dann rufe ich mir wieder in Erinnerung wie ich aufgewachsen bin, was danach alles noch passiert ist und dass die andre Seite sich auch nie bei mir meldet, obwohl sie es könnte und mir geht es wieder gut ;)


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 07:36
filiz schrieb:Aber in letzter Zeit kommt bei mir immer mehr der Gedanke, warum ich nicht so gute Eltern habe und was ich eventuell falsch gemacht habe (ich weiß klingt blöd). Ich muss auch sagen, dass oft so ein Gefühl aufkommt wie Neid.
alles eine frage der perspektive

wenn eine blume im labor hochgezogen wird unter den besten bedinungen ist diese nicht so stark wie eine die in der natur

teils unter harten bedingungen leben muss, meine eltern würde auch nicht grade nen preis bekommen dafür das diese

gute eltern wären, aber das hat mich viel gelehrt

lass dich nicht runterziehen dadurch schöpfe lieber kraft daraus und sehe es aus einer anderen perspektive

was andere zerbrechen würde hast du überstanden


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 12:34
Du hättest gar nichts anders tun können. Ich finde, dass kein Kind einen dermaßen gravierenden Fehler machen kann, wodurch es die Liebe, Wärme, Aufmerksamkeit und Fürsorge der Eltern nicht verdient. Niemand sollte um Liebe kämpfen müssen, schon gar kein Kind um die Liebe der Eltern.

Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, die mitnichten einfach und sorglos ablief, und mir dann darüber Gedanken mache, wie meine Mutter aufgewachsen ist und wie sie als Alleinerziehende dastand, dann wird mir klar, dass sie heillos überfordert war. Auch ihre Kindheit war nicht besonders glücklich und voller Liebe. Die Erziehung ihrer Eltern hat definitiv abgefärbt. Sie hat vieles gedankenlos/unbewusst übernommen, was sie nicht reflektieren konnte, im Gegensatz zu mir heute.

Nach all den Jahren habe ich es aufgegeben, von ihr eine Antwort auf meine Fragen zu erwarten. Wenn wir streiten, dann werfe ich ihr so ziemlich alles vor, was gewesen ist, woraufhin sie natürlich sofort abblockt und schwört, dass dieses und jenes nie stattgefunden hat. Typische Schutzhaltung eben. Verdrängung ist bei meiner Mutter in dieser Hinsicht sehr stark ausgeprägt und mir bleibt schlicht nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. Meine Mutter, meinen Vater (der im Grunde nie wirklich da war) und meine Vergangenheit.

Ähnlich wie bei dir, befinde auch ich mich in einer Partnerschaft, dessen Eltern und Kindheit nicht unterschiedlicher zu meinen Eltern und meiner Vergangenheit sein könnte. Seine Familie ist von Grund auf lieb, taktvoll und geduldig. Ich sehe darin so etwas wie meine "Familienersatz". Neidisch bin ich deshalb nie auf ihn gewesen. Ich kenne es ja nicht anders, auch die Familien meiner damaligen Freunde waren, im Gegensatz zu meiner, sehr liebevoll.


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 16:17
@filiz
Ich denke, es hat einen Sinn, dass die Charaktere oft so gegensätzlich zusammengefügt werden. Und dass man versuchen könnte, es positiv zu sehen, wenn man betroffen ist: Der Leidende gleicht aus, was der Schädiger zugefügt hat, und bessert so die Gesamtbilanz einer Familie oder auch Ehe. Dadurch wird die große Welt im Gleichgewicht gehalten.


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27.11.2019 um 16:26
Ist es denn schlimm, nicht in Verbindung zu stehen? Ich verstehe, das man sich das einredet aber Blutsverwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.
Und wenn eine Seite den Kontakt verwelken lässt dann ist das halt so.


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27.11.2019 um 16:27
@filiz

Dann bin ich jetzt mal neidisch das du überhaupt Schwiegereltern hast :P

Bei mir und meiner Partnerin ist es extrem, wir kommen beide aus schwierigen Elternhäusern.
Ihres war extrem missbräuchlich weswegen sie den Kontakt schliesslich abbrach.
Meines war nicht bewusst missbräuchlich, aber dennoch völlig krank.
Auch ich brach deswegen den Kontakt ab als ich beschloss mein Leben endlich in meinem Sinne zu verändern. Ich habe zwar versucht zu erklären das ich es nicht böse meine, sondern es lediglich aus Selbstsschutz mache, aber das kam wohl nicht an.
Sehr komplizierte Sache.

Menschen sind wie sie sind. Und egal wer - wenn er mir schadet hat er nichts in meinem Leben zu suchen. Egal ob Familie oder Fremder.
Ich hätte auch am liebsten eine intakte Familie gehabt, aber dann doch lieber garkeine als eine die mir die Lust am Leben nimmt.


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27.11.2019 um 16:46
Auch ich habe ein sehr schwieriges Verhältnis zu meinen Eltern. Die Mutter hat mich immer übermäßig verhätschelt. Der Vater ist immer gegen mich vorgegangen. Während ich immer los von der Mutter wollte, sehnte ich mich nach Zuwendung von Seiten meines Vaters. So entstand zu ihm eine Hassliebe, ich hab ihn immer geärgert, und er hat mir dann Wut entgegen gebracht, aber das war mir genug, wenigstens Aufmerksamkeit von ihm.

Noch heute nützt er jede Situation, um mich herabzusetzen. Die Mutter hat meine Wut immer besänftigt, was sie eigentlich nur zur Komplizin gemacht hat, weil ich dann mit dem Vater nie Tacheles geredet habe.

Immerhin gab es nie Alkohol oder Kindesmissbrauch. Obwohl, psychische Schikane ist ja auch Missbrauch...


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27.11.2019 um 17:24
filiz schrieb:Habt ihr vielleicht solche Erfahrungen und könnt sagen, wie ihr für euch ein Weg gefunden habt??
Ja, Erfahrungen habe ich diesbezüglich viele gesammelt.
filiz schrieb:warum ich nicht so gute Eltern habe und was ich eventuell falsch gemacht habe (ich weiß klingt blöd). Ich muss auch sagen, dass oft so ein Gefühl aufkommt wie Neid.
Du gehst deinen Weg ... Solche Gefühle flackern immer mal wieder auf, das gehört wohl dazu.
Du hast nichts falsch gemacht. Vielleicht kommt mal die Zeit, in welcher du die Dinge etwas klären kannst.

Wenn es möglich ist, würde ich an deiner Stelle, mit deinem Mann oder deinen Schwiegereltern darüber sprechen. Sie werden das verstehen und du musst dich nicht mehr so krämen, wenn dich mal die Vergangenheit einholt.
Wenn mir das Thema mal wieder über den Kopf wächst, mache ich gerne Sport oder gehe raus in die Natur. Der Wind macht gut den Kopf frei ...


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27.11.2019 um 18:07
filiz schrieb:Es war am Anfang ein sehr schönes Gefühl wenigstens gute Schweigereltern zu haben, die einen lieben wie die eigene Tochter. Aber in letzter Zeit kommt bei mir immer mehr der Gedanke, warum ich nicht so gute Eltern habe und was ich eventuell falsch gemacht habe (ich weiß klingt blöd). Ich muss auch sagen, dass oft so ein Gefühl aufkommt wie Neid.
Liebe Filiz, Kinder neigen dazu, die Schuld bei sich zu suchen, wenn sie von ihren Eltern vernachlässigt, misshandelt, missbraucht o.ä. werden. IN KEINEM FALL tragen Kinder Verantwortung für elterliches Versagen / Verhalten und natürlich auch keine Schuld, wie die Vorposter/innen schon schrieben. Lass den Gedanken los, du könntest etwas falsch gemacht haben.
Hast du nicht.
An der Vergangenheit kannst du aber nichts ändern.
Deine Eltern haben mit dem, was sie dir gaben, vermutlich ihr Bestes gegeben; dass dieses Beste für Kinder oft nicht gut genug oder auch nur gut, geschweige denn ausreichend ist, ist traurig. (Jedoch das Schicksal vieler Kinder - und Kind seiner Eltern bleibt man ja lebenslang.)

Ich lese bei dir zwei offensichtliche Ressourcen:

- eine gute Partnerbeziehung und liebevolle Schwiegerfamilie und
- deine eigene Reflexionsfähigkeit. D.h., du wirst es bestenfalls schaffen, dieses Verhalten nicht deinen (eventuellen) Kindern gegenüber zu reproduzieren. Mit anderen Worten: Du hast die Chance, das Rad zu stoppen.

Dieses Glück haben nicht alle Menschen, obwohl es wünschenswert wäre.
Vielleicht kannst du deinen Eltern eines Tages ihre Unfähigkeit vergeben.

Dass du traurig darüber bist und gerne ebensolche Eltern gehabt hättest wie dein Partner, verstehe ich. Und das wäre auch das Richtige gewesen.

Aber das Gestern ist wie gesagt vorüber, vielleicht gelingt es dir, dich an deinem Heute zu freuen, ohne "neidische" Gedanken zu entwickeln. Das lohnt sich nämlich nicht, denn es geht nach vorne weiter, sprich: nach morgen.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und freue mich für dich, dass du von deiner Schwiegerfamilie lieb gehabt wirst "wie die eigene Tochter".

[Wenn man hier Buchtipps posten darf, schreibe ich gerne, welche beiden Bücher ich persönlich äußerst hilfreich fand. Ansonsten per PN, wenn du das möchtest. Viele Grüße!]


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

27.11.2019 um 22:50
Ich habe dir glaube ich schon einmal geantwortet .... Bei mir war das auch so: Ich war das mittlere Kind ... und kam mir in meiner Kindheit sehr ungewollt vor. Aus den Erfahrungen leitend sich heute auch meine Gefühle ab:

Bei uns war es so, dass mein Bruder und ich ziemlich distanziert aufgewachsen sind. Unsere Eltern haben unsere Grundbedürfnisse befriedigt, aber es war wenig Herzlichkeit dabei. mehr wie eine Pflicht - jeder hat zwei Kinder, nun haben wir auch zwei, aber so richtig Spaß macht es keinen. Leider sind wir als Kinder dazu noch in einen großen Konkurrenzkampf verfallen, um das bisschen Zuneigung, dass es daheim gab. Jahre später purzelte noch unsere Schwester hinterher, die meine Eltern einfach bedingungslos liebten und auf alles stolz waren. Meine Eltern haben immer abgestritten, dass es so war. Mir hat es als Erwachsene echt geholfen, als ich wieder in unser Kaff gezogen bin, dass mich Leute ansprachen, die damals, als ich ein Kind war, schon erwachsen waren und meinten, dass sie sich oft Gedanken um meinen Bruder, mich und das Verhältnis zu meinen Eltern gemacht hätten.

Ich hatte verschiedene Copingstrategien - immer angepasst an die Situation. Als Kind hatte ich riesige Selbstzweifel. Ich zweifelte, das biologische Kind meiner Eltern zu sein. Ich stellte mir echt oft vor, dass ich adoptiert bin und dass die Ablehnung daher kommt. Ich bin echt in solche Tagträume verfallen, z.B. habe ich fast zwanghaft unsere kleine Farm im Fernsehen angeschaut und mir immer vorgestellt, dass ich eines der Ingallsmädchen bin, mir vorgestellt, wie Pa mich in den Arm nimmt und was Nettes sagt. Ich dachte oft, dass ich es einfach nicht wert bin, dass man mich liebt und dass ich deshalb nicht geliebt werde. Ich war so ein entsetzlich überangepasstes Kind, so wie ein kleiner Hund, der überall um Liebe bettelt und wenn ich jemand einen Gefallen tun konnte, habe ich das sofort getan.

Als Teenie hatte ich sofort Langzeitbeziehungen - erst mit Jungs mit weasleyähnlichen Familien - immer mit mindestens drei Geschwistern. Dort habe ich mich immer sehr gut integriert und die Zuwendung genossen und war dann immer doppelt traurig, wenn die Beziehung zerbrach. Oft hielt der Kontakt zu "Mama Weasley" noch jahrelang. Da habe ich immer ausgerechnet, wann ich heiraten und fester Teil dieser Familie sein kann.

Mit 16 war es daheim so unerträglich, dass ich eine Ausbildung fast drei Stunden Fahrzeit von meinem Elternhaus angetreten habe und nur noch 1x bis 2x im Jahr heimfuhr (auf Wunsch meiner Eltern). Und auch da gab es sofort Knatsch - passten meinen Eltern meine Ankunftszeiten nicht (Zug), stand ich auch einmal zwei Stunden am Bahnhof, bis ich abgeholt wurde (Bahnhof war 12km von daheim weg). Da es sehr ungewöhnlich war, dass man nicht nach Hause fuhr, war ich an den Wochenenden immer irre einsam. Mitunter wurde ich von Freunden, die ich in der Ausbildung kennenlernten und die vor Ort wohnten, sonntags eingeladen, aber das war mir noch fast unangenehmer ... Und es führte mir immer vor Augen, dass andere Leute einen Familienverband hatten, den ich nicht hatte.

Ich war dann fast 10 Jahre mit einem älteren, beruflich sehr erfolgreichen Mann liiert und wir rutschten in eine Narzist und Co-Narzist Struktur. Das wurde mir leider erst später klar. Er war mein ganzer Lebensinhalt, wenn ich wollte einfach nie mehr alleine sein. Ich habe da das Muster gelebt, das ich von daheim kannte: sehr angepasst sein und ihn immer zufrieden stellen, damit er mich liebt - ich hatte immer das Gefühl, ich muss mir die Liebe verdienen. Im Nachhinein echt schlimm. Die Beziehung ging dann durch seine Untreue in die Brüche .... Und ich gab mir die alleinige Schuld (er übrigens aus). Wir hatten dann Jahre später ein klärendes Gespräch, wo er viel relativiert hat - das hat mir sehr geholfen.

Die Trennung war aber dann ein Wendepunkt. Ich hatte damals ein sehr distanziertes Verhältnis und eine extrem schlechte Meinung von mir "kein Wunder, dass er sich jemand anders suchte". Paradoxerweise plante ich einfach eine Zukunft, wie für eine Fremde, so, wie andere Leute ein Haus bauen. Ich hatte das Abi nachgemacht (auf Wunsch meines Ex-Partners, der mich immer für entsetzlich ungebildet hielt) und begann zu studieren und mich an der Uni ganz anders zu inszenieren - und plötzlich hatte ich einen soliden Freundeskreis, ... das war eine faszinierende Erfahrung. Es war wie die Raupe, die aus dem Kokon schlüpft. Wie es dazu kam, weiß ich nicht.

Ich habe dann meinen Mann kennengelernt und wir gründeten eine Familie. Heute lebe ich ein glückliches Leben: mein Job macht meist Spaß, ich habe wundervolle Kinder und wir sind ein glückliches Paar (von den üblichen Schrammen mal abgesehen).

Ich wohne heute nur einen Steinwurf von meinen Eltern entfernt. Das ist eine Nähe, die ich nie wollte und wirklich dem Häusermarkt und Vitamin B geschuldet.

Geplant sehen wir uns manchmal für eine Stunde, wenn eines der Kinder Geburtstag hat. Trifft man sich auf der Straße, spricht man einen oder zwei Sätze. Es ist wie mit entfernten Nachbarn. Im Gegensatz zu früher kann ich das heute gut aushalten, es ist "halt so". Sie fragen "wie geht's" und warten die Antwort nicht ab. Viele Dinge, die in ihrem Leben vor sich gehen, bekomme ich über Dritte mit.

Da sie nun ziemlich alt sind, habe ich Angst, dass es mal eine intime Situation, z.B. einen Sterbeprozess gibt, wo ich hin muss. Ich käme mir dann doof vor, nicht hinzugehen, aber weiß heute schon, dass ich mir dann total fehl am Platze vorkommen werde - weil das so intim ist und ich habe ein völlig oberflächliches Verhältnis zu ihnen. Ich habe auch einen Wunsch nach Klärung, allerdings weiß ich, dass er nicht kommt.

Mein Vater und ich hatten eines Abends einmal ein Gespräch, es war recht bizzar, ich habe nur etwas vorbeigebracht und war schon am gehen, als nach wenigen Sätzen die Tiefe entstand, die ich mir immer gewünscht habe - das war einmalig. In dem Gespräch sagte mein Vater den Satz, dass er bereue, Vater geworden zu sein - es sei im Rückblick sein größter Fehler im Leben, weil er es als immense Belastung empfindet, weil er mit meinem Bruder und mir nie etwas anfangen konnte. Es ist natürlich ein sehr grausamer Satz, aber mir hat er geholfen, weil ich das so lange gespürt hatte, meine Eltern das aber immer abgestritten hatten und einem Undankbarkeit, etc. vorgeworfen hat. Meinem Bruder gegenüber hat er sich damals ähnlich geäußert.

Meistens kann ich heute akzeptieren, dass es so ist. Es gibt so einzelne Momente, wo ich noch Traurigkeit spüre. Normal haben wir uns als Großfamilie z.B. an Weihnachten bei meinen Eltern zu Kaffee getroffen - mein Bruder (völlig in der Schwiegerfamilie absorbiert) kommt allerdings schon Jahre nicht mehr. Meine Schwester hat heuer das zweite Kind bekommen und nun dreht sich alles um das Baby. Daher hat meine Mutter beschlossen, dass wir uns dieses Jahr an Weihnachten nicht sehen (und auch nie mehr an Weihnachten), sie verbringen den Heilig Abend, den 1. und 2. Feiertag bei meiner Schwester (die im nächsten Kaff lebt), also es gäbe gar keinen Grund, nicht mal eine Stunde bei uns und den Enkeln vorbeizuschauen. Wir haben sie eingeladen, aber sie wollen nicht. Die Kinder sollen am 2. Feiertag die Geschenke kurz abholen. Das sind dann so Momente, wo Emotionalität und Rationalität aufeinandertreffen. Ich weiß, es war ein emotionsloser Kaffee. Nichts, dem ich hinterhertrauere. Dennoch hat mir das kurz einen Stich versetzt. Als Großeltern sind sie allerdings präsent. Mein Sohn spielt ein Geigensolo beim Adventskonzert seines Gymnasiums - da kommen sie.

Gleiches gilt für den Geburtstag meiner Eltern - mein Bruder gratuliert nur noch telefonisch. Dieses Jahr hatte meine Mutter einen halbrunden Geburtstag und hat größer gefeiert ... wir waren getrennt von der Verwandtschaft eingeladen, also meine Eltern + Schwester + Familie haben mit den Verwandten wann anders gefeiert und zu der Feier waren wir nicht eingeladen. Das sind dann so Momente, wo ich mich kurz fühle wie früher. Nach einem kurzen Down empfinde ich dann riesige Dankbarkeit - für meine Familie, meine Kinder, meinen Mann, dafür, dass ich nicht mehr von den Brotkrümeln, die einem ab und an zugeworfen werden, satt werden muss.


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28.11.2019 um 00:11
@missmary

Also, Deine Eltern haben einfach nur nen Vollschaden, wenn ich das mal so sagen darf. Und bei Deiner Schwester scheint das ja zu klappen und zu funktionieren, mit ihr was "anfangen" zu können. -.-

Mir Dir ist alles in Ordnung. Auch Dein Verhalten erklärt sich - damals, wie heute - und wie reflektiert Du das heute siehst. Aber Deine Eltern verhalten sich einfach nur schäbig Dir gegenüber.
missmary schrieb:Daher hat meine Mutter beschlossen, dass wir uns dieses Jahr an Weihnachten nicht sehen (und auch nie mehr an Weihnachten), sie verbringen den Heilig Abend, den 1. und 2. Feiertag bei meiner Schwester (die im nächsten Kaff lebt), also es gäbe gar keinen Grund, nicht mal eine Stunde bei uns und den Enkeln vorbeizuschauen. Wir haben sie eingeladen, aber sie wollen nicht. Die Kinder sollen am 2. Feiertag die Geschenke kurz abholen. Das sind dann so Momente, wo Emotionalität und Rationalität aufeinandertreffen. Ich weiß, es war ein emotionsloser Kaffee. Nichts, dem ich hinterhertrauere. Dennoch hat mir das kurz einen Stich versetzt. Als Großeltern sind sie allerdings präsent. Mein Sohn spielt ein Geigensolo beim Adventskonzert seines Gymnasiums - da kommen sie.

Gleiches gilt für den Geburtstag meiner Eltern - mein Bruder gratuliert nur noch telefonisch. Dieses Jahr hatte meine Mutter einen halbrunden Geburtstag und hat größer gefeiert ... wir waren getrennt von der Verwandtschaft eingeladen, also meine Eltern + Schwester + Familie haben mit den Verwandten wann anders gefeiert und zu der Feier waren wir nicht eingeladen.
Das ist enfach so mies, da würde ich gar nicht mehr hinfahren! Auch wenn ich es absolut verstehe, wenn man es trotzdem tut, weil es hier um Emotionen geht, die Familie - sie verhalten sich aber wie Fremde! Deine Schwester scheint nicht so reflektiert. Sie hätte z.B. darauf bestehen können, dass ihr auch kommt, zum Kaffee, zum Essen - an einem der Tage. Und der Geburtstag, ohne Worte! :palm:


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28.11.2019 um 00:38
@missmary
Ein sehr toller, ergreifender Beitrag!
Man spürt die Ambivalenz deiner Lage, aber dein Resümee ist irgendwo doch positiv und in dem Sinne, Danke dir für den Einblick.

Ich denke darüber nach, mir dieses Buch zu bestellen:
Adult Children of Emotionally Immature Parents: How to Heal from Distant, Rejecting, or Self-Involved Parents”, by Lindsay C. Gibson


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28.11.2019 um 09:14
@missmary

Es ist schlimm, was Du erleben musstest!

Wichtig ist, dass ein Kind mindestens eine Bezugsperson hat, bei der es sich geborgen fühlt.
Das müssen aber nicht die eigenen Eltern sein.

Ich habe mich bei meiner Oma immer wohl gefühlt. Sie hat mich zwar hauptsächlich meiner Mutter zu liebe aufgezogen (das bekam ich mit unterschwelligen Bemerkungen zu spüren), aber ich hatte es gut bei ihr.

Woran ich am meisten litt war, dass alle auf das Schauspiel meiner Mutter hereinfielen und mich als „das böse Kind“ sahen.
Ich weiß noch, als ich von einer außenstehenden Person eine Ohrfeige bekam, als ich sagte: „Mein größter Wunsch ist, dass eine Berliner Mauer zwischen der Wohnung meiner Oma und der meiner Mutter gebaut wird, damit ich nie mehr zu meiner Mutter gehen muss!“
Keiner erkannte ihren wahren Charakter (nicht einmal meine Oma)

Aber der Tag der Abrechnung kam: mit 18 brach ich den Kontakt mit meiner Mutter komplett ab. Das war so befreiend und die absolut richtige Entscheidung!

@filiz
auch Deine Geschichte ist schlimm und macht mich traurig!


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28.11.2019 um 13:22
@missmary
In manchen Teilen erkenne ich mein eigenes Leben wieder...
Allerdings bin ich zu kraftlos, um darüber zu schreiben.
Ich danke dir von Herzen für deinen sehr offenen Beitrag und wünsche dir und deiner wundervollen Familie von Herzen das allerbeste!


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

28.11.2019 um 22:23
Nursii schrieb:wünsche dir und deiner wundervollen Familie von Herzen das allerbeste!
Dem kann ich mich nur von ganzem Herzen anschließen!
Und zwar für alle, die von ihren Ursprungsfamilien derartige "Herausforderungen" auferlegt bekamen.


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

28.11.2019 um 23:22
Interested schrieb: Also, Deine Eltern haben einfach nur nen Vollschaden, wenn ich das mal so sagen darf. Und bei Deiner Schwester scheint das ja zu klappen und zu funktionieren, mit ihr was "anfangen" zu können. -.-
Mein Bruder und ich haben lange gerätselt, was bei uns anders war als bei meiner Schwester - wir waren geplant, sie nicht ... und dennoch hat sich da ein sehr herzliches Eltern-Kind-Verhältnis aufgebaut, was wir nicht haben.
Interested schrieb:Mir Dir ist alles in Ordnung. Auch Dein Verhalten erklärt sich - damals, wie heute - und wie reflektiert Du das heute siehst. Aber Deine Eltern verhalten sich einfach nur schäbig Dir gegenüber.
Sie sind distanziert und sehr uninteressiert, d.h. sie zeigen kein "typisches Elternverhalten". Mit Abstand betrachtet - meiner Schwester gegenüber verhalten sie sich ganz anders. Mein Bruder und ich haben auch nichts getan, dass ein derartiges Verhalten irgendwie rechtfertigen würde. Mich persönlich würde interessieren, warum es so ist. Ich würde es gerne verstehen, weiß aber nicht, ob es einen rationalen Grund gibt?

Allerdings sind die Jahre, wo mich die Frage brennend interessierte und quälte vorbei. Heute ist es Interesse. Ich weiß aber, dass ich nie eine Antwort darauf bekommen werde. Damit kann ich heute Leben.
Interested schrieb:Das ist enfach so mies, da würde ich gar nicht mehr hinfahren! Auch wenn ich es absolut verstehe, wenn man es trotzdem tut, weil es hier um Emotionen geht, die Familie - sie verhalten sich aber wie Fremde!
Es ist ehrlich gesagt die pragmatischere Lösung. Wir leben im selben Ort, da trifft man sich zufällig - im Supermarkt, beim Bäcker, beim Zahnarzt. So wie andere Leute auch. Ich möchte mich da keinem Stress aussetzen - nicht reden, ignorieren, etc. wäre mehr Stress. Zumal wir ja auch Verwandte haben, wo wir sie wieder treffen.

Es ist ja nicht so, dass mich das Zeit "kostet" - oft trifft man sich auf der Straße, sagt Hallo, v.a. meine Mutter bleibt nie stehen, läuft weiter. Wenn ich meinen Vater alleine treffe, kann es sogar sein, dass er für ein, zwei Minuten stehen bleibt, etwas fragt, dann weitergeht. Ein Gespräch entsteht sehr selten. Daher wissen sie auch zu wenig.

Es ist tatsächlich eine Entfremdung spürbar - wenn man so viele Jahre so reduzierten Kontakt hat, dann weiß man viele Dinge nicht übereinander. Ich würde das Verhältnis wirklich mit dem zu entfernten Nachbarn vergleichen - man grüßt sie, mal wechselt man ein unverbindliches Wort, dann geht man weiter ...
Interested schrieb: Deine Schwester scheint nicht so reflektiert. Sie hätte z.B. darauf bestehen können, dass ihr auch kommt, zum Kaffee, zum Essen - an einem der Tage. Und der Geburtstag, ohne Worte! :palm:
Ich habe ein engeres Verhältnis zu meinem Bruder als zu meiner Schwester. Erst mal, weil wir unter den gleichen Voraussetzungen aufgewachsen sind. Dann ist unsere Schwester wesentlich jünger als wir - als ich auszog, ging sie noch in die Grundschule. Ich kenne sie praktisch nur als Grundschulkind ... dann haben wir uns 1-2x im Jahr gesehen. Sie bemüht sich um ein herzlicheres Verhältnis, ruft auch mal an, fragt nach ihren Nichten und Neffen, schaut, dass sich unsere Kinder, die ja Cousins sind, treffen.

Für meine Schwester ist das "Normalität", so, wie es ist. Sie lebte viele Jahre mit meinem Eltern alleine und hatte praktisch einen Einzelkindstatus, da sie unsere Eltern ja nicht teilen musste. So typische Dinge, wo Eltern sonst anwesend sind - Uniabschluss, Umzug, etc. ... da war bei uns ja niemand. Meine Eltern haben das auch nur einmal erlebt - bei meiner Schwester. Wir haben zwar eingeladen, aber sie kamen nicht. Ich habe mir mein Uniabschlusszeugnis zuschicken lassen (ärgert mich heute noch), bei meinem Bruder sind schon die jetzt Schwiegereltern mit und haben ihn kräftig gefeiert.
gruselich schrieb:in sehr toller, ergreifender Beitrag!
Man spürt die Ambivalenz deiner Lage, aber dein Resümee ist irgendwo doch positiv und in dem Sinne, Danke dir für den Einblick.
Ich denke darüber nach, mir dieses Buch zu bestellen:
Adult Children of Emotionally Immature Parents: How to Heal from Distant, Rejecting, or Self-Involved Parents”, by Lindsay C. Gibson
Das Buch klingt interessant - als Kind und Jugendliche hätte es mir total geholfen zu wissen, dass es noch andere Menschen in der Situation gibt. Ich dachte wirklich immer, dass ich (und mein Bruder) die einzigen sind. Wir waren eben im Mikrokosmos unseres Dorfes und unseres Freundeskreises gefangen und da war es so, dass alle unsere Freunde zumindest ein sehr liebendes Elternteil hatten.

Klingt nun sehr doof, aber ich sehe sogar ein paar Vorteile darin: Ich habe keine emotionale Bindung mehr. Ich leide nicht mehr darunter, dass ich keine habe. Ich bin praktisch "frei". Meine Freunde sind nun in einem Alter, wo ihre Eltern vergreisen und sterben und sie verlieren liebe Menschen, die einen festen Platz in ihrem Leben haben - und sie leiden unter diesem Verlust. Ich überlege manchmal, ob ich traurig sein werde. Ich kann es nicht einschätzen.
FerneZukunft schrieb:Es ist schlimm, was Du erleben musstest!
Wichtig ist, dass ein Kind mindestens eine Bezugsperson hat, bei der es sich geborgen fühlt.
Das müssen aber nicht die eigenen Eltern sein.
Das stimmt - leider gab es die nicht so ... ich hatte einen sehr lieben Großvater, der aber früh verstorben ist. Klingt nun total doof: Ich habe viel über mich gelernt. Ich hatte echt doofe Momente, z.B. im Studium, wo es mir finanziell eine Strecke so schlecht ging, dass ich auch nicht genug zu essen hatte ... ich habe gelernt, mir da auch zu vertrauen. Ich war wirklich ab und an an der Grenze und habe auch eine Resilienz entwickelt. Wenn sich heute Arbeitskollegen über Kleinigkeiten aufregen, dann kann ich wirklich ziemlich cool bleiben.
Nursii schrieb:In manchen Teilen erkenne ich mein eigenes Leben wieder...
Allerdings bin ich zu kraftlos, um darüber zu schreiben.
Ich danke dir von Herzen für deinen sehr offenen Beitrag und wünsche dir und deiner wundervollen Familie von Herzen das allerbeste!
Danke, dir auch. Glaub an dich selbst - ich denke, dass Eltern im Idealfall Menschen sind, die einen eine Weile lang begleiten ... irgendwann hat man aber das Rüstzeug, sich loszulösen. Oft muss man das nicht zu Lebzeiten, weil die Eltern liebevoll sind, fürsorglich und weil man sich in der Kind-Eltern-Beziehung wohl fühlt. Dann kommt der Abschied spätestens mit dem Tod.

Ich habe aber festgestellt, dass der Abschied viel früher kommen kann. Ich hatte oft Abende, v.a. wenn ich dann mal daheim war, im Studium und es gleich am ersten Abend Knatsch gab oder ich eben die zwei Stunden am Bahnhof rumstand, wo ich mir so überflüssig vorkam und wo ich traurig war. Irgendwann war es nicht mehr so. Ich habe nichts mehr erwartet. Ich kam, blieb ein paar Tage, fuhr wieder und nichts konnte mich verletzten. Irgendwann habe ich verstanden: Das war der Abschied. Wenn mich meine Mutter heute auf der Straße kurz grüßt und dann mit einer Bekannten stundenlang an der Straßenecke quatscht, dann quält mich das nicht mehr.

Es hat mir wirklich geholfen zu akzeptieren, dass ich - aus welchen Gründen auch immer - keine Eltern in einer Elternfunktion in meinem Leben hatte. Ich hatte eine Mutter, die mich geboren hat. Menschen, bei denen ich eine Weile lebte, die meine Kleidung, meine Schulbildung, mein Essen finanziert haben. Die froh waren oder schienen, dass wir früh auszogen, die keinen Anteil an unserem Alltag genommen haben. Teile der Elternfunktion habe ich nie erlebt. Ich habe sie vermisst. Ich war traurig. Ich habe dann akzeptiert, dass es so war. Ich habe auch akzeptiert, dass es nicht an mir lag (wie ich so lange dachte).


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29.11.2019 um 19:16
Intemporal schrieb:Du hättest gar nichts anders tun können. Ich finde, dass kein Kind einen dermaßen gravierenden Fehler machen kann, wodurch es die Liebe, Wärme, Aufmerksamkeit und Fürsorge der Eltern nicht verdient. Niemand sollte um Liebe kämpfen müssen, schon gar kein Kind um die Liebe der Eltern.
das sehe ich auch absolut genauso!

@filiz
Ich hatte auch eine richtige Schrott-Kindheit. Habe mich sehr lange gefragt "warum und wieso", aber letztendlich bringt es nichts.
Du musst dir immer wieder sagen: Du konntest nichts dafür und: seine Familie, in die man hineingeboren wird, kann man sich nicht aussuchen. Die Familie, die deine wirkliche Familie ist im Leben dagegen schon. Freu dich: du hast Ersatz bekommen. Deine Schwiegereltern, deinen Mann, deine Kinder(?), gute Freunde.


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Wenn man mit den eigenen Eltern nicht in Verbindung steht

29.11.2019 um 20:11
Neidgefühle sollten nicht aufkommen.
Die könnten die gute Beziehung trüben.
Sei froh u. dankbar, einen tollen Ehemann mitsamt (Schwieger)Eltern bekommen zu haben.


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