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Faszination des Todes

282 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Faszination ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Faszination des Todes

22.03.2014 um 00:28
@shionoro

Aber schon die Vorwegnahme des Gedankens löst bei mir Unbehagen aus - es könnte keinen monströseren Folterknecht geben, als einen der sich so ein System ausdenkt. Die Vorstellung in so einer ewigen Tretmühle laufen zu müssen erscheint mir so krank und abartig, dass man dabei dem Wahnsinn gefährlich nahekommt - es wäre wie @trance3008 schon gesagt hat, die Hölle.


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Faszination des Todes

22.03.2014 um 00:34
@shionoro
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich komme mit unberechenbaren dingen irgendwie sehr viel besser klar als mit berechenbaren.
Aber ist nicht gerade der Tod unberechenbar? Es ist ja nicht so, dass du eine Garantie hast, ein bestimmtes Lebensalter zu erreichen. In Sekundenbruchteilen kann alles zerbrechen, der Tod kann zu jedem Zeitpunkt zuschlagen und du kannst dir nie sicher sein, ob du morgen noch über die Erde schleichst.
Ich denke da genauso wie @vincent
Zitat von vincentvincent schrieb:Der Tod ist eine dir völlig unberechenbare Barriere vor der Vollbringung deiner Wünsche. Und das macht die keine Angst?



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Faszination des Todes

22.03.2014 um 00:57
@Peisithanatos

Ja genau das. Der Tod ist unberechenbar, und damit komm ich klar.
Was immer der Tod ist, ich komm damit klar wenn es so weit ist.
Das ängstigt mich nicht.

Für mich ist das leben ein Spiel.
Wenn ich sterbe und wiedergeboren werde, dann habe ich eine neue spielfigur6, ob im guten oder im schlechten.

Da ich das spiel noch lange nicht satt habe wäre das für mich nichts schlimmes.


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Faszination des Todes

22.03.2014 um 01:03
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Da ich das spiel noch lange nicht satt habe wäre das für mich nichts schlimmes.
Erzähl uns das in 30-40 Jahren nochmal :Y:


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Faszination des Todes

22.03.2014 um 01:04
@trance3008

Ich empfinde mehr Lebensfreude mit fortschreitender Zeit.
In 40 Jahren freu ich mich auf meine rente, denn dann hab ich die Zeit alle die bücher, filme, spiele mir reinzuziehen für die ich vorher keine zeit hatte, alle zeit der welt für meine Hobbies und soziale kontakte, das wird richtig toll.

Ich werde eine gigantische renteneinstiegsfeier veranstalten.


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Faszination des Todes

22.03.2014 um 01:08
@shionoro

Unverbesserlicher Optimist... ^^ Ich hoffe für dich, dass für dich alles auch wirklich so kommen wird, wie du es dir hier so idealistisch ausmalst. Aber der Realist in mir sagt mir stets: 1. kommt alles anders und 2. als man denkt ^^


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Faszination des Todes

22.03.2014 um 01:11
@trance3008

Naja, ich sag mal so, ich hab in meinem Leben genug erlebt um zu wissen, dass ich mental relativ robust bin.

Es fällt mir daher schwer mir eine lebenssituation vorzustellen, die halbwegs realistisch und warscheinlich ist, in der ich wirklich so gebrochen wäre dass ich meine Lebensfreude verliere.

Da müsste schon sowas kommen wie absoluter Pflegefall zu sein oder ähnliches, was unabänderliche schmerzen und Hoffnungslosigkeit bedeutet und zusätzlich eine Bürde für andere zu sein.
Das würde mir wirklich sehr schwer fallen, so eine Situation.

Aber die Chance, dass das passiert, ist sehr gering.


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Faszination des Todes

25.03.2014 um 18:14
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 22.03.2014:Wenn ich sterbe und wiedergeboren werde, dann habe ich eine neue spielfigur6, ob im guten oder im schlechten.
Dies ist eine lustige Betrachtungsweise - du glaubst, dass du der Spieler bist? Sind wir nicht Spielball eines unberechenbaren Schicksals? Sind wir nicht Marionetten eines von der DNA installierten Belohnungs- bzw. Bestrafungssystems? Egal wie deine Agenda oder zukünftigen Projekte aussehen werden, sie haben in sich selbst überhaupt keinen Wert.
Hätte es die "Natur" so eingerichtet, dass du dieselbe Erfüllung, bzw. dasselbe Hochgefühl erreichen würdest, wenn du deinen Kopf 10mal gegen die Wand knallst, würdest du eben das machen, anstatt dich als Künstler, Regisseur oder Literat zu betätigen - jede Wahl ist völlig willkürlich und kontingent!
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 22.03.2014:Ich empfinde mehr Lebensfreude mit fortschreitender Zeit.
In 40 Jahren freu ich mich auf meine rente, denn dann hab ich die Zeit alle die bücher, filme, spiele mir reinzuziehen für die ich vorher keine zeit hatte, alle zeit der welt für meine Hobbies und soziale kontakte, das wird richtig toll.
Ausdruck einer guten emotionalen Konstitution, sicherlich, aber das ist nur ein vorübergehender Zustand, der sich jederzeit auflösen kann und sicher irgendwann einmal aufhören wird.
Denn vergiss nicht, jedes Leben ist der völligen Willkür eines unberrechenbaren Schicksals ausgesetzt, welches dich von einem Moment zum anderen in einen Invaliden, einen todkranken oder toten Menschen verwandeln kann, das aus dir von Heute auf Morgen einen depressiven Seelenkrüppel machen kann, wenn z.B. deine Liebsten, deine Kinder, deine Partner/in aus dem Leben gerissen werden.
So oder so wirst du altern, sterben und Tag für Tag größere oder kleinere Fortschritte in dem großen Desillusionierungsprozess machen, in welchem jeder Mensch sich befindet und welchen die meisten verleugnen, um nicht wahnsinnig oder depressiv zu werden.
Aber ich halte deinen Optimismus für nichts Schlechtes, wenn er dir hilft besser durchs Leben zu kommen, allerdings stellt sich die Frage ob lebensbejahende Strategien und Mechanismen der Psyche die Integrität unserer intellektuellen Redlichkeit(falls vorhanden) bewahren können.


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Faszination des Todes

26.03.2014 um 20:26
@Peisithanatos

Sieh es so: Warum tut man irgendetwas?

Objektiv gesehen ist das ganze Leben vorherbestimmt und man hat keinen freien Willen.

Diese Erkenntis führt uns aber nicht dazu, einfach nicht mehr zu handeln oder uns sogar umzubringen, denn wie du schon sagst können wir dennoch unsere Zukunft nicht berechnen und müssen um dinge zu erreichen die wir erreichen wollen handeln so wie wir es auch zuvor getan haben.

Wenn du z.b. weißt, alles ist egal und nichts hat sinn, dann handelst du ja trotzdem, du schreibst hier in diesem Forum und es gibt sicher auch andere dinge, die du aus Zeitvertreib oder sogar aus einer gewissen Leidenschaft heraus tust.

Insofern bist du, in deinem eigenen erkenntnishorizont, sehr wohl der spieler des spiels, denn du kennst den ausgang des spiels nicht, auch wenn er feststehen mag, und du handelst nach gewissen Spielregeln oder machst sie dir zu nutze-



Eine bessere Frage finde ich ist: Was soll denn intellektuelle Redlichkeit nutzen, wenn sie einen unglücklich macht und laut deiner Haltung ja ohnehin keine Relevanz hat, weil auch ob man intellektuell redlich war oder nicht im großen und ganzen egal ist (und zusätzlich vorherbestimmt).


Ich sehe es umgekehrt.
Man sieht die Welt klarer und adäquater, je mehr man sie an den richtigen stellen mit Illusionen ausfällt.
Das mag paradox klingen, aber das ist eines der dinge die ich für eine sehr wichtige Lektion halte.

Wenn ich ganz objektiv bin muss ich einsehen, dass ich nichts bin, ob beseelt oder unbeseelt, als ein physisches Konstrukt welches ein Haltbarkeitsdatum hat und dessen handlungen bestimmt sind von der restlichen Natur unseres Universums.
Insofern bin ich nichts anderes als ein Stück Treibgut auf einem Fluss, sogar weniger als das, wenn wir ganz objektiv sind, erkennen wir, dass es nichteinmal Objekte gibt, nichteinmal formen, nichteinmal irgendwas außer eine große Masse die nach bestimmten Gesetzen immer weiter gegen das nichts konvergiert, oder aber gegen die Singularität um eventuell irgendwann diesen Kreislauf ad infinitum zu wiederholen.

Objektivität ist aber also nichts, was unseren Ereignishorizont widerspiegelt, denn so sehen wir das leben nicht, es nutzt uns auch nichts, um innerhalb unseres ereignishorizontes ein gutes oder annehmbares leben zu führen, weil wir keine objektiven lebeswesen, sofern es soetwas überhaupt geben kann (imperfekte Sinnesorgane, vielleicht sieht die welt ganz anders als, als wir sie messen), sind.


Den einzigen echten Einfluss, den wir haben, ist es, innerhalb unseres eigenen Ereignishorizontes diesen zu kontrollieren.
Lügen und Illusionen sind dafür das wichtigste Mittel der Wahl, darauf ist die gesamte menschliche Existenz aufgebaut.

Die meisten Begründungen die wir für unser handeln haben sind übergestülpte Begründungen, die auf tiefergehenden trieben basieren, darauf kann man auch Moral und ähnliches herunterbrechen.
Man wird fast immer die Moral annehmen, die die eigene Handlungsweise rechtfertigt.
Man wird immer die idealisieren die man liebt, und die dämonisieren, die einen quälen und sie entwerten, oder eben umgekehrt wenn man sich selbst geißeln möchte.

Wer aber genug weiß, und die Notwendigkeit erkennt, der kann sehr gut trennen, wo er Objektivität so gut es geht wahren muss, und wo er sich den Illusionen hingeben kann und sollte.

Und ich sehe keinerlei Sinn darin, Objektivität beim Thema 'meine sterblichkeit' walten zu lassen , außer es geht darum, mein leben zu verlängern oder zu planen.
Aber nicht während ich es genieße.

Das ist in gewisser weise sogar irgendwo sehr unvernünftig, Objektivität über Glück zu stellen.


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Faszination des Todes

28.06.2014 um 23:33
Hallo @shionoro
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 26.03.2014:Sieh es so: Warum tut man irgendetwas?
Weil die Evolution uns, bzw. unser Gehirn so programmiert/strukturiert hat. Triebfedern für unsere Handlungen sind die Emotionen, die uns steuern. Es geht uns um die Gehirnzustände, die äusseren Ereignisse sind eigentlich austauschbar und beliebig.
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 26.03.2014:Wenn du z.b. weißt, alles ist egal und nichts hat sinn, dann handelst du ja trotzdem, du schreibst hier in diesem Forum und es gibt sicher auch andere dinge, die du aus Zeitvertreib oder sogar aus einer gewissen Leidenschaft heraus tust.
Ich würde nie sagen, dass alles sinnlos ist, Leiden zu minimieren kann durchaus Sinn machen
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 26.03.2014:Insofern bist du, in deinem eigenen erkenntnishorizont, sehr wohl der spieler des spiels, denn du kennst den ausgang des spiels nicht, auch wenn er feststehen mag, und du handelst nach gewissen Spielregeln oder machst sie dir zu nutze
Du kannst dir aussuchen, ob du dich zu Tode säufst, dich von einer Brücke stürzt, oder an Altersschwäche stirbst, du kannst dir aussuchen ob du dein Leben lang mit Designerklamotten rumläufst oder mehr im Gammler-Look, ob du Briefmarken oder Teppiche sammelst - du bist der Spieler.^^
Wir tanzen nach dem von unserer DNA installierten Belohnungssystem und das ist der Bezugsrahmen, darin unterscheiden wir Millarden Menschen uns kaum voneinander... du kannst über ein paar Nuancen verfügen... aber im Grunde genommen, ist es dasselbe Leierspielchen.
Sub specie aeternitatis, ist dieses ganze "Lebensspiel", verbunden mit Langeweile, Leid und dem unausweichlichen Verfall und Tod eine kosmische Farce, mit der Fratze des Nichts im Hintergrund.
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 26.03.2014:Das ist in gewisser weise sogar irgendwo sehr unvernünftig, Objektivität über Glück zu stellen.
Ich knüpfe mein Wohlbefinden nicht an meine intellektuelle Redlichkeit - man kann lernen mit unangenehmen Erkenntnissen zu leben. Das Eine schließt das Andere nicht aus.
Glück ist relativ... viele, die den Holocaust überlebten, hatten Glück, viele, die die Chemotherapie überlebten, hatten Glück, aber wer hat schon ein glückliches Leben - kein Leben endet glücklich und ausnahmslos jeder leidet und stirbt.
Zugegeben, ich bin auch nicht immer objektiv, da ich unter schweren Depressionen leide und dieser Umstand schlägt sich natürlich auf mein Denken nieder, auch ich flüchte mich in Tagträume, wenn die Realität unerträglich wird - in mir wohnt ein starker Drang zur Selbstzerstörung und damit zur Zerstörung der eigenen lebenserhaltenden Illusionen.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 00:01
Ich finde gar nichts faszinierend am Tod. Aber am Leben auch nicht. Sehe einfach nicht, welchen tieferen Sinn diese Art der Existenz hat.
Zitat von PeisithanatosPeisithanatos schrieb am 25.03.2014:Sind wir nicht Spielball eines unberechenbaren Schicksals? Sind wir nicht Marionetten eines von der DNA installierten Belohnungs- bzw. Bestrafungssystems? Egal wie deine Agenda oder zukünftigen Projekte aussehen werden, sie haben in sich selbst überhaupt keinen Wert.
Traurig aber wahr.


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29.06.2014 um 00:10
@Zeo
@Peisithanatos
Zitat von PeisithanatosPeisithanatos schrieb am 25.03.2014:Sind wir nicht Spielball eines unberechenbaren Schicksals? Sind wir nicht Marionetten eines von der DNA installierten Belohnungs- bzw. Bestrafungssystems? Egal wie deine Agenda oder zukünftigen Projekte aussehen werden, sie haben in sich selbst überhaupt keinen Wert.
Das sind Tiere noch viel mehr als wir, dennoch messen wir denen eine gewisse Ästhetk bei.
Zitat von PeisithanatosPeisithanatos schrieb:Weil die Evolution uns, bzw. unser Gehirn so programmiert/strukturiert hat. Triebfedern für unsere Handlungen sind die Emotionen, die uns steuern. Es geht uns um die Gehirnzustände, die äusseren Ereignisse sind eigentlich austauschbar und beliebig.
Das ist richtig, nur kann ich daran nichts schlimmes erkennen.
Schließlich handeln wir im eigenen Erkenntnis Horizont ja dennoch frei, tun also genau das, was wir glauben, tun zu sollen.

Schlimm wäre es, wenn wir uns selbst als entscheidungsunfähig begreifen würden, also z.b. unser körper einfach Sachen macht, die wir bewusst gar nicht tun wollen und nur zuschauen könnten.

Aber das ist ja nicht der fall.

Unser Bewusstsein hat sich den Verhältnissen angepasst und begreift sich nach wie vor als handelnd, selbst wenn es eigentlich nur im Strom schwimmt.
Zugegeben, ich bin auch nicht immer objektiv, da ich unter schweren Depressionen leide und dieser Umstand schlägt sich natürlich auf mein Denken nieder, auch ich flüchte mich in Tagträume, wenn die Realität unerträglich wird, aber in mir ein starker Drang zur Selbstzerstörung und damit zur Zerstörung der eignen lebenserhaltenden Illusionen.
Ich geb dir ja auch bei den Sachen die du sagst faktisch recht, es kommt hier nur darauf an, mit welchem Blick man auf die Dinge schaut.
Mir ist klar, dass, wenn du depressiv bist, du nicht mit positivem blick auf das, was du vor dir siehst, schauen kannst.
Genausogut könnte mir auch einer das, was du als Marionetten spiel begreifst, als 'zirkel des lebens' verklären, was ja auch getan wird.

Ich persönlich finde beides für mich nicht praktikabel.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 00:11
@Peisitanathos

Sehr sehr gut geschrieben, guter Ausdruck ,vor allem das mit den Rahmenbedingungen und dem Kosmos.

Wenn man den Blick auf den Ereignishorizont des Kosmos lenkt, ist die Erde und die bisherige Lebzeit der Menschen bei 13,7 Milliarden Jahren doch recht. ... gering. Und das es so ist, wissen wir erst seit ca. 100+ Jahren.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 00:17
@Zeo

Aber muss etwas einen tieferen Sinn haben um zu faszinieren?


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 10:18
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Aber muss etwas einen tieferen Sinn haben um zu faszinieren?
Allerdings. Man tut sich doch schon schwer, dem Leben überhaupt irgendeinen Sinn beizumessen. Die meisten Menschen glauben, dass er darin liegt, weiteres Leben zu zeugen. Aber was geschieht dann? Wozu eigentlich tut man jemandem das Trauma der bewussten Existenz an und lässt ihn durch genau die selben Reifen springen, durch die man auch gescheucht wurde?

Der Lebensweg eines Menschen wird beherrscht von permanenter Unzufriedenheit und Rastlosigkeit. Das ist sein Antrieb, aber auch sein größter Fluch. Während er seiner unausweichlichen Bestimmung (dem Tod) entgegen fault, wird er von Ängsten und Schmerzen gequält, von unerfüllten Sehnsüchten und Bedürfnissen, von Entbehrungen und Verlust. Wenn das wirklich alles nur zum Selbstzweck geschieht, dann ist es die Mühe gar nicht wert.

Dann ist es sogar vernünftiger, sich nicht fortzupflanzen und sein Leben zu beenden. Ironischerweise werden wir aber von einem starken Selbsterhaltungstrieb und einem ausgeprägten Schmerzempfinden daran gehindert, uns zu verletzen. Die Furcht vor dem Sterbeprozess und der damit verbundenen Agonie ist stets noch ein bisschen größer, als diesen Albtraum fortzuführen und sich an die unrealistische Hoffnung zu klammern, dass doch noch irgendwann alles besser wird.

Ich glaube, dass die "Faszination des Todes" aus dem Wunsch erwächst, endlich Gewissheit und Vollendung zu erfahren. Etwas, das im Leben nicht zu erreichen ist.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 10:40
Ja...heute denk ich mir mal wieder, warum ist das Leben manchmal schwachsinnig?
Da beruhigen Endzeitstimmungen.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 10:46
Zitat von Orbiter...Orbiter... schrieb:Da beruhigen Endzeitstimmungen.
Das kann ich gut nachfühlen. Ich muss mir oft anhören "Du hast dein ganzes Leben noch vor dir." Aber ehrlich gesagt beunruhigt und stresst mich diese Vorstellung extrem. Daran zu denken, dass es jederzeit vorbei sein könnte, ist viel tröstlicher.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 10:54
Naja... ist alles Kopfsache... man muss sich positv konditionieren.
Es ist alles gegenpolig. Aus einem Nachteil entsteht ein Vorteil.

So hab ich mal von jemand gelesen, dass er im Knast das Abitur nachgemacht hat.

Man darf nur nicht aufgeben....

@Zeo


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Zeo ehemaliges Mitglied

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Faszination des Todes

29.06.2014 um 11:04
Zitat von Orbiter...Orbiter... schrieb:So hab ich mal von jemand gelesen, dass er im Knast das Abitur nachgemacht hat.
Weil er die Hoffnung hat, wieder aus dem Knast rauszukommen. Aber aus manchen Gefängnissen kann man nicht mehr ausbrechen.


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Faszination des Todes

29.06.2014 um 12:04
@Zeo
Zitat von ZeoZeo schrieb:Der Lebensweg eines Menschen wird beherrscht von permanenter Unzufriedenheit und Rastlosigkeit.
Aber nur wenn er so konditioniert wurde und dementsprechend handelt. Solch ein Denken kann man und sollte man ablegen, da es wie du selbst erkennst, nur zu Leid führt.
Zitat von ZeoZeo schrieb:Das ist sein Antrieb, aber auch sein größter Fluch. Während er seiner unausweichlichen Bestimmung (dem Tod) entgegen fault, wird er von Ängsten und Schmerzen gequält, von unerfüllten Sehnsüchten und Bedürfnissen, von Entbehrungen und Verlust. Wenn das wirklich alles nur zum Selbstzweck geschieht, dann ist es die Mühe gar nicht wert.
Ist das wirklich dein "Antrieb" im Leben? Steckt er wirklich nur in der Unzufriedenheit und der Rastlosigkeit?
Das klingt sehr traurig :(
Die Motivation oder der Antrieb für das Leben selbst kam aus dir. Ich glaube die wenigsten Lebewesen werden geboren und wollen dann nur sterben. Erinner dich, warum du hier bist.
Rastlosigkeit, Unzufriedenheit kommt bei mir nur vor, wenn ich Dinge/Bilder sah, die ich haben möchte. Da solche Dinge/Bilder permanent über zb. Bildschirme laufen, ist man nie zufrieden, auf rast, da man immer etwas Besseres vorgesetzt bekommt das man haben möchte. Ob bewusst oder unbewusst sei erstmal egal.
Zitat von ZeoZeo schrieb:Ich glaube, dass die "Faszination des Todes" aus dem Wunsch erwächst, endlich Gewissheit und Vollendung zu erfahren.
Mit Sicherheit ist es so bei manchen Menschen. War es auch mal bei mir. Bis ich mir dachte das es sowieso irgendwann passiert. Ich nicht halb sondern schon vollendet bin. Aber solange ich hier bin, genieße ich die Zeit und lebe mit allem was ich möchte. Nicht mit etwas das in mich hineingepflanzt wird/wurde und im Endeffekt durch mich spricht.


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