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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

551 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Frauen, Männer, Mörder ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

04.03.2021 um 19:00
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Klar, und hier würde die Rosinenpickerei über Vitamin B schon losgehen. Die reichen Kids in die angenehmen Jobs, der Rest für die Drecksarbeit. Und das möglichst, damit der Staat sich die wachsenden Ausgaben z. B. in der Pflege noch eine Weile vom Hals halten kann, weil ja wieder genug Billigarbeiter in Form von Zivis zur Verfügung stehen.
Militär ist heute kein Massenjob mehr wie früher, wo sich hier 5000 Soldaten und auf der anderen Seite 5000 Soldaten gegenüberstanden und sie sich auf Kommando gegenseitig totschossen, sondern was für Spezialisten. Eine Überlegenheit am Boden mit Panzern ist nicht mehr viel wert, wenn sie jederzeit aus der Luft abgeschossen werden können wie lahme Enten. Und für das Steuern von Stealth-Bombern und Drohnen braucht es wieder Experten, keine Wehrdienstleistenden. Der Krieg der Zukunft wird wahrscheinlich sowieso sowas wie ein Cyberkrieg sein, wo Hacker gegen Hacker stehen.
Ich entnehme daraus folgende Kritikpunkte:

1) Vetternwirtschaft könnte ein Aspekt sein
-> Welche Schlussfolgerung ziehst du daraus? Lieber gar nicht machen / probieren, oder wie? Vetternwirtschaft kann man in vielen Bereichen nicht komplett verhindern, wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen sollte es dann wohl nicht daran scheitern (auch wenn es bekämpft gehört wo möglich).

2) Massenheere stehen sich nicht mehr gegenüber / die Kriegsführung ist anders / Cyber
-> Okay, schon klar, aber wie willst du denn mit Sondertechnik oder Cyberangriffen bitteschön Land nehmen und halten? Du musst schon irgendwann im konventionellen Krieg auf reguläre Kräfte setzen, "boots on the ground", da sind Luftdominanz oder Cyber ja ganz nett, aber komplementäre Wirkmittel die nicht komplett den Kampf entscheiden können.
Manpower ist am Ende nicht zu verachten, gerade wenn da entsprechende tragbare Abwehrmittel (gg. z.B. Drohnen) mitgeführt werden bzw. Reserve oder Wehrpflichtige modern daran ausgebildet werden und nicht nur ein paar Kugeln auf Pappziele schießen.
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Deutschland hat keine Feinde an seinen Grenzen stehen, und für alles andere ist die Polizei zuständig und nicht das Militär. Wir sind nicht Israel!
Dieser Kurzsichtige Blick ist meines Erachtens völlig unzureichend. Natürlich haben wir keine absehbare Feindschaft von irgendwem um uns herum zu erwarten, mit quasi fast allen sind wir in einem Militärbündnis oder einer politischen Union. Oder beidem. Es geht aber mittelfristig und langfristig Kapazitäten zu haben falls sich eine Lage rapide ändert bzw. NATO/EU-Bündnisgebiet von einem externen Aggressor bedroht sein sollte. Spätestens wenn dieser sich durch Bündnisgebiet näher heran "frisst" und das eigene Land akut bedroht ist sollte man bereit sein. Ob das aber in einem Konflikt, der sich vermutlich eher kurz- bis mittelfristig anbahnen würde von jetzt auf gleich machen kann, halte ich für mehr als fragwürdig.

Das ist halt wie eine Versicherung oder IT-Sicherheit: Damit ankommen oder darin investieren zu wollen wenn der Schade da ist, ist hirnrissig weil zu spät. Das muss also vorher solide funktionieren, dann kann man sich auch entspannter zurücklehnen.





Letztendlich brauche ich nicht zwingend eine Wehrpflicht, obgleich ich weiter daran festhalte, dass ein allgemeiner "Super-Zivi" (gepaart mit optionaler Wehrpflicht, aber nicht zwingend wenn der Bedarf anderweitig gedeckt ist) der Gesellschaft helfen kann. Aus Militärische bezogen: Wenn die Berufsarmee rein über Freiwillige jedweder Art (auch Reservisten) das Soll abdecken kann, super! Wenn aber anhaltend absehbar ist, dass das nicht der Fall ist, dann steht eine Grundsatzdebatte darüber an was Deutschland insgesamt als Gesellschaft will oder erwarten will, wenn es mal brenzlig wird und nicht genug Freiwilligkeit da ist.

Alternativ kann man ja ggf. auch die "Anreize" erhöhen, das wird aber viel Marketing / Arbeit erfordern, etwa eben hauptberuflich die Streitkräfte anzupeilen oder neben seinem regulären Job oder Studium Teil der Reserve zu werden - und da dann qualitativ ausgebildet zu werden.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

04.03.2021 um 19:11
Zitat von WardenWarden schrieb:Alternativ kann man ja ggf. auch die "Anreize" erhöhen, das wird aber viel Marketing / Arbeit erfordern, etwa eben hauptberuflich die Streitkräfte anzupeilen oder neben seinem regulären Job oder Studium Teil der Reserve zu werden - und da dann qualitativ ausgebildet zu werden.
Früher war die BW dafür bekannt, daß man dort alles mögliche lernen und studieren konnte, vom simplen Führerschein bis zum Diplomingenieur. Allerdings habe ich irgendwo gelesen, daß das irgendwann aus Kostengründen ziemlich zurückgefahren wurde. Außer jemand hat sich wirklich lange verpflichtet, aber wer außer totalen Militärfanatikern würde das heute noch machen. Gegen mehr Anreize für mehr Freiwillige ist nach wie vor nichts zu sagen. Vor allem wenn die Wirtschaft am Stock geht, kann die BW wieder zur beliebteren Alternative zu Arbeitslosigkeit werden. Vor kurzem lief übrigens eine Werbekampagne mit Plakaten, ich frage mich wie die Reaktion darauf aussah.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

04.03.2021 um 19:36
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Mit der ersten Aussage kann ich nichts anfangen. Daß die reichen Kids mit einflußreichen Eltern die besten Jobs absahnen, wenn sie sich nicht von vornherein mit tausend Ausreden vor dem Pflichtjahr drücken können, dürfte klar sein.
Nee irgendwie nicht..

Du weißt schon das du Staat und Volk nicht trennen kannst... Also am Ende zahlst du immer die Zeche...von daher alles möglich...
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Wer regional eingezogen wird, wird im Zweifel auch regional eingesetzt, also im Einflußbereich der Eltern und Wohnortnähe, oder meinst Du die Zivis würden nach dem Gießkannenprinzip übers ganze Land verteilt? Das kostet dann nämlich noch mal extra, wenn überall Unterkünfte gestellt werden müssen. Oder wie hoch soll die finanzielle Entschädigung sein, und wie sieht es mit Unterbringung aus, angesichts der Wohnungsknappheit? In Kasernen oder wo?
Oh man... Als hätten wir hier ein vollständiges Zivi Konzept...

Aber ja... Schon mal von Wohnheimen gehört... Mein Gott, wie hat das mit den Zivis nur früher funktioniert..
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Und für die Leute, die alles am laufen halten, wird man auch keine Anfänger haben wollen. Sondern ausgebildete Techniker und so weiter, niemanden der frisch von der Schulbank kommt und erst mal ein paar Jahre Ausbildung braucht. Wer so lange beim Bund bleiben will, bis er dort einen vernünftigen Abschluß gemacht hat, der kann sich gleich freiwillig verpflichten
Es gibt soviel zu tun... Immerhin basierten und basieren ganze Armeen darauf bzw das Reserve system..

Komische woher du die Zahlen und Zeitdauer hast...
Was für welche Tätigkeit a gelernt werden können.

Klappte mit 12 Monaten ganz gut in vielen Bereichen.....
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Dort kämpfen auch keine Zwangsverpflichteten, sondern Freiwillige und reguläre Kämpfer
Klar Taten und tun sie das in Kriegen.....

Wie kommst du darauf das alle Kriege auf freiwilliger Basis beruhen?
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Im Moment sieht nur kaum jemand eine Notwendigkeit dafür, außer er findet nichts besseres in der freien Wirtschaft. Deutschland hat keine Feinde an seinen Grenzen stehen, und für alles andere ist die Polizei zuständig und nicht das Militär. Wir sind nicht Israel!
Tja deswegen braucht man nicht wie in den 80er 12 divisionen

Aber gut das die Welt immer so bleiben wird..1937 sah man das auch so...

Sorry das ist mir zu simpel...gedacht. Die Welt ist heute so und bleibt einfach so auf immer..

Ziemlich naiv.


Der Witz ist so ein System kann man nicht ad hoc aufstellen.... Darum geht es.

Zumal hier die Debatte nicht direkt um eine Reaktivierung der Wehrpflicht geht.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

04.03.2021 um 19:38
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Früher war die BW dafür bekannt, daß man dort alles mögliche lernen und studieren konnte, vom simplen Führerschein bis zum Diplomingenieur
Ist immer noch so... Studium ist für offiziere
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:jemand hat sich wirklich lange verpflichtet, aber wer außer totalen Militärfanatikern würde das heute noch machen
Was Wehrdienst?


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 10:26
Ich als Ex Zivi der danach auch im sozialen Bereich geblieben ist kann nur sagen "freiwillige vor"! Aber eben keine Pflicht. In Zeiten von Fachkräftemangel und demographischen Wandel ist es wichtig soziale Berufe attraktiv zu machen und eben zu zeigen was dort für Möglichkeiten bestehen. Dennoch würde ich eben auch dort keine Pflicht einführen weil man dort einige genauso wenig gebrauchen kann wie beim Bund.

Ich kann mich jedenfalls noch gut an die Zeit vor 15 Jahren erinnern als diverse Freunde sich mit ihren Bund Stories gebrüstet haben und meinten Zivis wären Drückeberger. Nach einigen Monaten haben die gefühlt nur noch gesoffen und die Zeit abgesessen während ich voll in die Pflege eingebunden war und sogar verbotenerweise manche Schicht am Wochenende auf Station zeitweise allein vertreten musste. Als ich dann mal was über nekrotische Wunden, Katheter und dem Verzehr von Ausscheidungen erzählt habe wurden die Rekruten aber ganz schön blass. Soviel "Mann" war man eben doch nicht 😉


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 11:59
Als Zivildienstleistender in einer Fachklinik für Suchtkranke habe ich vom zugekotzten Klo putzen bis zum Abnehmen eines Suizidierten vom Strick die letzten Scheiss-Jobs machen müssen. Als Zivi durftest Du, bei Androhung eines Disziplinarverfahrens, nämlich keine Arbeiten verweigern. Letztlich habe ich für billiges Geld die Arbeit einer Pflegekraft mit sehr eingeschränkten Rechten, gemacht, um den Profit der Einrichtungsinhaber zu mehren - und ausgebildeten Pflegekräften durch Lohn- und Rechtsdumping den Arbeitsplatz wegzunehmen.

Ich bin gegen Zwangsarbeit - egal, durch wen und egal, für wen.

Pflegekräfte werden nicht mehr Geld verdienen, keine besseren Arbeitsbedingungen haben, wenn Dienstverpflichtete mit eingeschränkten Arbeitnehmer-Rechten ihre Jobs machen. Pflegebedürftige werden keine bessere Pflege haben, wenn unqualifizierte und unmotivierte Menschen ihre Arbeit machen. Der einzige, der bei diesem Lohndumping verdient, ist der Betreiber der Einrichtung - und das sind, neben der "Wohlfahrtsbranche" nicht selten multinationale Finanzinvestoren, die sich hier in der BRD Altersheime und Pflegeeinrichtungen zusammenkaufen, weil sie so profitabel sind wie sonst kaum in der Welt.

Natürlich will der neoliberale Wirtschaftsunterstützer solche Profiteure unterstützen. Aber nicht mit mir bzw. meinen Kindern!


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11.03.2021 um 12:57
@Doors
Wie ich geschrieben habe bin ich auch gegen Pflicht bzw Zwang. Und deine Erfahrungen sind mit Sicherheit übel. Allerdings finden viele junge Menschen ohne Orientierung erstmal über diesen Weg in den sozialen Bereich.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 13:03
@SegaSaturn

Mich haben meine Erfahrungen eher davon abgehalten und ich habe mich für die Medien-Branche entschieden. Allerdings habe ich bis Corona eine längere Zeit wieder in einer psychiatrischen Einrichtung gearbeitet.

So lange der "soziale Bereich" allerdings schlecht bezahlt ist, miserable Arbeitsbedingungen hat und Aufstiegschancen eben so schlecht sind wie das Image, wird selbst ein wie auch immer gearteter mehr oder minder "freiwilliger" Dienst nichts daran ändern, dass junge Menschen sich für andere Branchen entscheiden.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 13:58
Zitat von DoorsDoors schrieb:So lange der "soziale Bereich" allerdings schlecht bezahlt ist, miserable Arbeitsbedingungen hat und Aufstiegschancen eben so schlecht sind wie das Image, wird selbst ein wie auch immer gearteter mehr oder minder "freiwilliger" Dienst nichts daran ändern, dass junge Menschen sich für andere Branchen entscheiden.
Kann ich derzeit mit 3 Auszublenden widerlegen. Der Quote und des Interesse wegen nenne ich mal die Geschlechter: Es sind zwei Frauen und ein Mann. Alle drei haben Abitur. Der junge Mann wollte erst Geschichte oder Restauration studieren, lernt jetzt Heilerziehungspfleger. Eine der beiden Frauen wollte Grafikdesign studieren, lernt ebenfalls HEP. Und die dritte im Bunde hatte gar keine Orientierung und wollte mal reinschauen und wartet auf die Zusage zum Studium für soziale Arbeit. Alle drei haben zuvor bei uns den Bundesfreiwilligendienst verrichtet.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 14:00
@SegaSaturn

Daher ist die Freiwilligkeit das entscheidende Kriterium, vor allem, wenn der BFD der beruflichen Orientierung dient. Aber eben freiwillig.


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11.03.2021 um 14:01
Zitat von DoorsDoors schrieb:Aber eben freiwillig.
Habe ich ja auch geschrieben... :)


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

11.03.2021 um 14:22
Gegen freiwillige Dienste, egal ob als Zivi oder beim Bund, ist nichts einzuwenden. Auch nicht gegen eine Ausweitung und Verbesserung der Angebote, wenn der Staat meint, da mehr Leute zu brauchen oder zu wollen. Nur eine allgemeine Pflicht ist abzulehnen. Unser Land braucht das nicht. Vor allem wenn dann versucht werden könnte, die regulären Arbeitskräfte gegen die Zwangsverpflichteten auszuspielen. Siehe Post 11:59.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

13.03.2021 um 17:26
Mal eine Frage, gibt es seit dem aussetzen der Wehrpflicht/ Zivildienst bei der BW eine Art einjährigen Freiwilligen- Wehrdienst? Also wie seit Ende der Wehrpflicht/Ersatzdienst anstelle Zivildienst ein freiwilliges soziales Jahr möglich ist? Würde vielleicht auch den einen oder anderen ermutigen, bei der BW "reinzuschnuppern". Gleich eine Berufsausbildung zu starten ohne wirklich so richtig zu wissen, worauf man sich einlässt, schreckt bestimmt auch den einen oder anderen ab. Auch kann ich mir vorstellen, dass ein auf ein Jahr beschränkter und freiwilliger Wehrdienst helfen kann, einige Vorurteile gegenüber der BW abzubauen.

Mit Blick auf eine Wiedereinführung der Wehrpflicht wäre ein befristeter freiwilligen Wehrdienst vielleicht auch ein Versuch wert? Ich wäre als junge Frau gerne für ein Jahr zur BW gegangen, aber die Möglichkeiten waren damals (Beginn der 90er) für Frauen zu beschränkt. Ich war weniger am Sanitätsdienst interessiert. Letztendlich hätte mir aber eh die deutsche Staatsangehörigkeit gefehlt. Aber das grundsätzliche Interesse war vorhanden.


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13.03.2021 um 17:42
@lmnop

Einfach nach "FWD" (Freiwilliger Wehrdienst) suchen, per Suchmaschine des Vertrauens.

Wenn dich das Thema noch irgendwie tiefergehend interessieren sollte und du alterstechnisch oder von sonstigen formellen Voraussetzungen nicht komplett "raus" bist, so könnte dich vielleicht neben deinem Beruf, Studium, etc (so vorhanden) auch die Reserve interessieren. Das ist ja quasi noch mehr "reinschnuppern" ohne was wirklich 'aufzugeben' bzw. bei der BW in Vollzeit machen zu müssen.

Das plane ich zumindest. Wurde zwar noch vom "KWEA" im Rahmen der Wehrpflicht angeschrieben aber nicht gezogen weil ich denen quasi bei der nächsten Sturmböe weggeflogen wäre. Das ist längst aber anders.

Das Interesse mal reinzuschnuppern und dann entweder zu sagen "Super" oder "Oh Gott bloß nicht, danke habe genug" blieb seit dem irgendwie, auch wenn ich mich beruflich anders orientiert habe und da relativ zufrieden bin. Daher als "Kompromiss" quasi Reserve. Das kann man ferner, wenn kein schlimmer Fall eintritt, mehr oder weniger selbst bestimmen, also wie viel Zeit man da aufwenden will im Jahr, so wie ich das verstanden habe.

Muss im Zweifel nur der Arbeitgeber bzw. Dienstherr mitspielen was jeweilige Freistellungen angeht.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

15.03.2021 um 15:49
Ist deutsche Staatsangehörigkeit eine Voraussetzung für die BW, auch für freiwilligen Dienst? In manchen Ländern ist eine Militärzeit Pflicht, da muß ein Staatsangehöriger der normalerweise in Deutschland lebt, für diese Zeit in seine Heimat zurückkehren und dort ableisten. Israel und Türkei, fällt mir dazu ein. Stattdessen in Deutschland ableisten, geht glaube ich nicht.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

15.03.2021 um 19:13
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:In manchen Ländern ist eine Militärzeit Pflicht, da muß ein Staatsangehöriger der normalerweise in Deutschland lebt, für diese Zeit in seine Heimat zurückkehren und dort ableisten.
Ich glaube es gibt (bzw. gab) mit einigen Ländern Verträge darüber, dass jemand mit zwei Staatsbürgerschaften seinen Wehrdienst nur in einem der beiden Länder ableisten muss und das andere dies dann anerkennt. Ich meine mich erinnern zu können, dass das zwischen Deutschland und Israel so war - ein Bekannter von mir hat die deutsche und die israelische Staatsbürgerschaft und der war in Deutschland bei der Bundeswehr.

Das war insofern Sonderfall, als er eigentlich in Deutschland hätte vom Wehrdienst befreit werden können, da seine Großeltern im Dritten Reich verfolgt waren. Dann aber hätte er den (deutlich längeren) Militärdienst in Israel ableisten müssen, wenn er nicht die israelische Staatsbürgerschaft hätte aufgeben wollen. Das ging damals auch durch die Medien, weil er und einige Kameraden die ersten deutschen Juden waren, die bei der Bundeswehr Wehrdienst abgeleistet haben, u. A. wurde damals erstmals ein Rabbiner als Militärseelsorger eingestellt.

Mit welchen anderen Ländern es aber solche Abmachungen gab, weiß ich nicht.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

16.03.2021 um 11:30
War für ihn die beste Lösung, so geriet er nicht in Gefahr, in Israel tatsächlich in Auseinandersetzungen mit Muslimen zu geraten, womit die Wehrdienstleistenden dort jederzeit rechnen müssen. Und als Präzedenzfall ist sowas immer gut, da kommt der deutsche Amtsschimmel in Bewegung. Win-Win-Situation.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

16.03.2021 um 18:13
Zitat von WardenWarden schrieb am 13.03.2021:Einfach nach "FWD" (Freiwilliger Wehrdienst) suchen, per Suchmaschine des Vertrauens.
Hatte ich mittlerweile auch schon festgestellt :) Aber trotzdem Danke für deine Antwort.
Zitat von WardenWarden schrieb am 13.03.2021:Wenn dich das Thema noch irgendwie tiefergehend interessieren sollte und du alterstechnisch oder von sonstigen formellen Voraussetzungen nicht komplett "raus" bist, so könnte dich vielleicht neben deinem Beruf, Studium, etc (so vorhanden) auch die Reserve interessieren.
Interesse hätte ich immer noch, aber der Zug ist mittlerweile leider komplett abgefahren. Es geht nun stramm auf die 50 zu, ich bin aus gesundheitlichen Gründen seit Jahren in vollständiger Erwerbsunfähigkeitsrente und die deutsche Staatsbürgerschaft habe ich bisher auch nicht beantragt. Als EU- Bürgerin war es bisher nicht wirklich nötig, auch wenn ich den größten Teil meines Lebens in D geliebt, gearbeitet und gelebt habe und wohl auch weiterhin hier bleiben werde ;) Für mich sind beide Länder gleichermaßen meine Heimat. Das ich keine deutsche Stastsbürgerin bin merke ich ansonsten eigentlich nur wenn Wahlen anstehen. Ich hätte es auch gemacht wenn die BW eine realistische Option für mich gewesen wäre. Zuerst gingen leider die Möglichkeiten für Frauen nicht konform mit meiner gewünschten Tätigkeit bei der BW. Als da die Änderung kam war ich anderweitig beruflich am Karriere machen und dann hat mir halt die Gesundheit komplett einen Strich durch die Rechnung gemacht. C'est la vie, so ist das Leben. Aber Interesse am Thema selbst ist noch immer vorhanden.
Zitat von WardenWarden schrieb am 13.03.2021:Daher als "Kompromiss" quasi Reserve. Das kann man ferner, wenn kein schlimmer Fall eintritt, mehr oder weniger selbst bestimmen, also wie viel Zeit man da aufwenden will im Jahr, so wie ich das verstanden habe.
Finde ich Klasse. Ich finde es immer toll, wenn Menschen sich für das Gemeinwohl einbringen. Das gilt ebenso für Sicherheit wie Soziales.
Zitat von WardenWarden schrieb am 13.03.2021:Das Interesse mal reinzuschnuppern und dann entweder zu sagen "Super" oder "Oh Gott bloß nicht, danke habe genug"
Das denke ich auch. Die Unkerei über die heutige Jugend finde ich nicht ok. Ich empfinde sie recht engagiert. Kann mir entsprechend auch vorstellen, dass durchaus Interesse an Tätigkeiten, wovon letztendlich die Gesellschaft im Ganzen profitiert, bei jungen Menschen bestehen. Die BW sollte vielleicht verstärkt Schulen (ab 8. Klasse) besuchen und über Sinn und Zweck einer BW aufklären sowie über Freiwilligendienst, berufliche Möglichkeiten usw. der BW informieren. Ich denke viele wissen gar nicht so genau, dass die BW um einiges mehr macht als auf einen Einmarsch einer anderen Nation "zu warten" um D dann zu verteidigen. Ganz zu Schweigen von den beruflichen Möglichkeiten innerhalb der BW. Das könnte auch das Ansehen von Soldaten insgesamt steigern. Es sind ja leider viele Vorurteile in den Köpfen der Menschen. Wäre jedenfalls garantiert effektiver als die kurzen Werbefilmchen. Und ao lange die Welt so ist wie sie ist, benötigen wir eine Armee. Frieden ist leider keine Selbstverständlichkeit. Alternativ zu den einzelnen Armeen in der EU wäre für mich eine EU- Armee gut vorstellbar. Im Fall der Fälle (ein EU- Land wird angegriffen) stehen wir eh für einander ein. Kann mir auch eine "Vereinigte Staaten EU" vorstellen. Global gesehen wäre eine EU als weitere Weltmacht zur USA, RUS und den aufstrebenden Mächten China und langfristig wohl Indien mMn nicht nur nicht verkehrt sondern wichtig, alleine schon mit Blick auf Demokratie und Menschenrechte. Die sehe ich weder durch China noch Russland geschützte. Aber das gehört dann doch in einen eigenen Thread
Zitat von T.RickT.Rick schrieb:Ist deutsche Staatsangehörigkeit eine Voraussetzung für die BW, auch für freiwilligen Dienst?
Ja. Diese muss vorhanden sein. Ich denke, da könnte über nachgedacht werden ob es sinnvoll wäre, den Zugang für Menschen mit einer Staatsbürgerschaft der EU zu ermöglichen. kann ja an weitere Bedingungen geknüpft werden, beispielswe mind. X Jahre in D ansässig, gute deutsche Sprachkenntnisse o. ä. Immerhin haben fast 50% der in D lebenden Ausländer eine Staatsbürgerschaft aus einer EU- Nation.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Mit welchen anderen Ländern es aber solche Abmachungen gab, weiß ich nicht.
In D (und in anderen Ländern) lebende türkische Staatsbürger können sich zb von der Wehrpflicht in der Türkei frei kaufen. Kostet ca. 3500€. Ich weiß aber nicht, ob Doppel- Staatsbürger (Deutsch und türkisch) nur in einem Land Wehrdienst leisten mussten und wie es aktuell durch die Aussetzung der Wehrpflicht in D ausschaut. Das ist von Land zu Land unterschiedlich. Zb hatte ein früherer Bekannter von mir die deutsche und peruanische Staatsbürgerschaft. In D hat er sich bereits für Zivildienst entschieden und auf zusätzlichen Wehrdienst in Peru hatte er so gar keine Lust. Das war Mitte der 90er und die Werhrpflicht selbst und Rekrutierung der Wehrpflichtigen soll damals sehr krass gewesen sein. Und da er weiterhin dort ansässige Familie besuchen wollte blieb letztendlich nur die Abgabe der Staatsbürgerschaft. Er hätte sonst jederzeit beim Aufenthalt in Peru damit rechnen müssen, in eine Art Razzia zu kommen. Damals sind dort gerne Feier- Orte junger Leute (Discos und co) zur besten Partystunde aufgesucht worden und die Männer im Werhrpflicht- Alter bekamen einen Sofort- Gratis- Transport in die Kaserne. Gleiches konnte auf offener Straße passieren. Und in den Kasernen selbst war unmeunmenschliches Behandeln der Wehrpflichtigen wohl auch standart. Kein Vergleich zu D.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

16.03.2021 um 18:20
Zitat von lmnoplmnop schrieb:Das ist von Land zu Land unterschiedlich.
Ich erinnere mich nachträglich noch daran, wie ein Schulkamerad von mir, der die deutsche und die französische Staatsbürgerschaft hat, die französische fast abgegeben hätte, weil er dann sowohl in D als auch in F zum Militär gemusst hätte.

Gerade als er 18 wurde und diese Entscheidung anstand, hat man aber in Frankreich die Wehrpflicht abgeschafft und er konnte die Staatbürgerschaft behalten. Das hat mich damals sehr gewundert, dass es selbst zwischen D und F keine anderen Abmachungen gab. Allerdings war das Ende der 90er Jahre, und damals war auch das Staatbürgerschaftsrecht noch anders und strenger.... Doppelte Staatsbürgerschaften waren noch eine große Ausnahme und das ging in dem Fall auch nur, weil sein Vater Franzose und die Mutter Deutsche sind.


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Neue Wehrpflicht - Sklavenarbeit nur für Männer?

16.03.2021 um 18:24
Klar, es gibt Länder wo die Staatsbürgerschaft nach Abstammung vergeben wird - jedes Kind von deutschen Eltern oder wenigstens einem deutschen Elternteil ist automatisch deutsch, egal wo es zur Welt kommt - bei anderen (USA) geht es auch nach Geburtsterritorium, wer auf dem Gebiet der USA zur Welt kommt ist automatisch US-Amerikaner. Wie ist das in Frankreich?


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