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Alkoholsucht und Lügen

140 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Lügen, Alkoholsucht, Ehescheidung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 11:33
@frankydream

Ich denke @Foxy.Vapiano hat es am Anfang perfekt zusammengefasst.

Und jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Da müssen auch Angehörige aufpassen, dass sie sich nicht selbst ausschließlich zum Helfersystem machen lassen, was auch bei Therapien immer wieder geschieht.
In dem von Dir beschriebenen Fall hat die gattin ja wirklich sehr lange zu ihrem Mann gestanden und versucht zu helfen. Irgendwann ist aber der Zeitpunkt da, an dem man das einfach nicht mehr ertragen kann. Wenn man das ignoriert, läuft man große Gefahr, selbst krank oder sogar suchtkrank zu werden, auch wenn bei der Entstehung von Süchten sehr komplexe Mechanismen wirken.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 11:35
Zitat von emzemz schrieb:Als ob mit der Beantwortung dieser Frage irgendetwas gewonnen wäre.
Die einzige Frage, die sich ein Alkoholiker zu beantworten hat, ist, will ich weitersaufen und verrecken oder will ich trocken weiterleben.
Genau ist das Problem, der Wille. Wo ein Wille ist, ist ein Weg, heißt es, aber wenn kein Wille da ist dann ist jede Hilfe von außen für die Katz. Wenn ein Alkoholiker selber nicht aus diesem Zustand herauswill, kann ihm niemand helfen, dann kann man als Angehöriger (Ehefrau) nur zuschauen daß man Land gewinnt bevor man noch in eine Co-Abhängigkeit rutscht. Das haben Alkoholiker nämlich so an sich, daß sie nicht nur sich selbst, sondern auf die Dauer auch ihre Umgebung schädigen.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 14:19
Ein Alkoholiker sollte sich nicht auf Hilfe stützen, denn wenn diese Hilfe wegbricht, wäre das für ihn möglicherweise ein "guter Grund", mit dem Trinken wieder anzufangen.

Erfolg oder Scheitern also nicht von anderen Menschen bzw. Hilfen, abhängig machen.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 15:07
Zitat von frankydreamfrankydream schrieb:- Kennt ihr bei Alkoholikern das von mir beschriebene Lügenverhalten?
Ja, und ich denke, dass derartiges Lügenverhalten in Kombination mit Alkoholismus viel mit Scham zu tun hat, auch mit Unehrlichkeit sich selbst gegenüber und mit der Angst von der Gesellschaft/dem direkten Umfeld verstoßen zu werden/nicht verstanden zu werden. Ich denke, da spielen eine Menge Ängste mit ein. Lügen gehen generell öfter mal mit Ängsten Hand in Hand.
Zitat von frankydreamfrankydream schrieb:- Kann die Erkrankung Alkoholsucht den Alkoholiker bis zu einem gewissen Grad entschuldigen - hat er quasi einen gewissen "Lügenbonus"?
Entschuldigen nicht, aber ein gewisses Verständnis dafür kann ich zumindest aufbringen, allerdings bin ich der Meinung, dass in solch einer Situation dringend am gegenseitigen Vertrauen gearbeitet werden sollte, eventuell auch mit professioneller Hilfe.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 15:18
Die effektivste Hilfe, die man einem Alkoholiker angedeien lassen kann, ist, ihm nicht zu helfen.
Nur wenn man ihm jegliche Unterstützung entzieht, ihn also völlig fallen und sich selbst überlässt, hat er einen Ansporn, etwas zu tun.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 15:28
Zitat von emzemz schrieb:Nur wenn man ihm jegliche Unterstützung entzieht, ihn also völlig fallen und sich selbst überlässt, hat er einen Ansporn, etwas zu tun.
Ich glaube nicht, dass das allgemeingültig ist.
Auch Alkoholiker sind verschieden. Alkoholmissbrauch kann auch ein Hilfeschrei sein und manchmal ist Hilfe genau dann auch angebracht. Manchmal braucht es nur die richtige helfende Hand. Nicht jeder Süchtige braucht erst den absoluten Tiefschlag.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 17:54
Zitat von IdiosynkrasiaIdiosynkrasia schrieb:Ich glaube nicht, dass das allgemeingültig ist.
Auch Alkoholiker sind verschieden. Alkoholmissbrauch kann auch ein Hilfeschrei sein und manchmal ist Hilfe genau dann auch angebracht. Manchmal braucht es nur die richtige helfende Hand. Nicht jeder Süchtige braucht erst den absoluten Tiefschlag.
Zustimmung meinerseits. Manchmal braucht es eben die richtige helfende Hand, eine, die liebevoll und verständnisvoll ist, aber zugleich auch Grenzen setzen kann. Wenn Grenzen zu resolut gesetzt werden, kann sich der Zustand ebenso verschlimmern, als wenn man in eine Co-Abhängigkeit mit reinrutscht. Es wird ja oft gesagt, bei Psychosen sich entsprechend zu verhalten, bei Menschen mit missbräuchlichen Mustern sich sofort abzugrenzen... Persönlich habe ich immer versucht, das in meinem Umfeld von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation zu entscheiden.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 18:19
Zitat von emzemz schrieb:Die effektivste Hilfe, die man einem Alkoholiker angedeien lassen kann, ist, ihm nicht zu helfen.
Nur wenn man ihm jegliche Unterstützung entzieht, ihn also völlig fallen und sich selbst überlässt, hat er einen Ansporn, etwas zu tun.
Sprichst du mit "jegliche Unterstützung entziehen" den familiären/ partnerschaftlichen Bereich an? Gut, ich teile deine Meinung insoweit, als irgendwann "Feierabend" ist, der Partner sich nicht aufopfern muss - und ich denke, der von mir im Eingangspost geschildete Fall ist ein solcher Fall, bei dem die Kräfte der Partnerin erschöpft waren und daher die Trennung verlangt wurde.

Wenn du mit "jegliche Unterstützung entziehen" auch den medizinischen Bereich meinst, würde ich widersprechen, aber ich denke, so war dein Post nicht zu verstehen?


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 19:07
Zitat von frankydreamfrankydream schrieb:- Kennt ihr bei Alkoholikern das von mir beschriebene Lügenverhalten?
- Betrachtet ihr das Lügenverhalten nur unter dem moralischen Aspekt oder spielt die Alkoholsucht bei der Bewertung des Verhaltens mit?
- Kann die Erkrankung Alkoholsucht den Alkoholiker bis zu einem gewissen Grad entschuldigen - hat er quasi einen gewissen "Lügenbonus"?
Nein kein bonus, Im gegenteil.
Alkohol Stumpf das Moralempfinden ab, deswegen fällt es diesen Leuten einfach leichter gewissenfrei zu lügen, hab es selbst bei Menschen erlebt.


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08.04.2021 um 19:18
Zitat von frankydreamfrankydream schrieb:Kennt ihr bei Alkoholikern das von mir beschriebene Lügenverhalten?
Auf jeden Fall.
Zitat von frankydreamfrankydream schrieb:- Kann die Erkrankung Alkoholsucht den Alkoholiker bis zu einem gewissen Grad entschuldigen - hat er quasi einen gewissen "Lügenbonus"?
Tja was heißt schon "entschuldigen"?
Die Sucht ist eine Erklärung, aber keine Entschuldigung.
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Persönlich habe ich immer versucht, das in meinem Umfeld von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation zu entscheiden.
Wobei es ein gravierender Unterschied ist, ob du von Freunden und Bekannten redest, oder von Menschen, mit denen du zusammen wohnst, oder sogar noch verheiratet bist, was den Umgang betrifft.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 20:10
Zitat von IdiosynkrasiaIdiosynkrasia schrieb:Alkoholmissbrauch kann auch ein Hilfeschrei sein und manchmal ist Hilfe genau dann auch angebracht. Manchmal braucht es nur die richtige helfende Hand.
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Manchmal braucht es eben die richtige helfende Hand, eine, die liebevoll und verständnisvoll ist, aber zugleich auch Grenzen setzen kann.
Da muss ich gestehen, meine helfende Hand hat kläglichst verrsagt.
Ich habe es dann besser der Polizei überlassen, Grenzen zu setzen.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 20:15
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Wobei es ein gravierender Unterschied ist, ob du von Freunden und Bekannten redest, oder von Menschen, mit denen du zusammen wohnst, oder sogar noch verheiratet bist, was den Umgang betrifft.
Eigentlich meinte ich wichtige Menschen, mit denen ich mich verbunden fühle. Aber klar, ich denke zu wissen was du meinst. Je enger die räumliche Situation ist, oder strukturelle "Abhängigkeiten" gegeben sind, desto schwerer ist das Ganze zu meistern und bestimmt auch die Vorgehensweise. Das sind dann Faktoren, die nochmal dazukommen.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 20:18
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Je enger die räumliche Situation ist, oder strukturelle "Abhängigkeiten" gegeben sind, desto schwerer ist das Ganze zu meistern und bestimmt auch die Vorgehensweise.
Ja, genau das meinte ich.
Zitat von emzemz schrieb:Da muss ich gestehen, meine helfende Hand hat kläglichst verrsagt.
Dito.
Statt zu helfen, war ich eine zeitlang eher co-abhängig.
Süchtigen kann man keine Hilfe aufdrängen, man kann nur dann helfen, wenn sie wirklich wollen, dass man hilft.


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08.04.2021 um 20:18
Zitat von emzemz schrieb:Da muss ich gestehen, meine helfende Hand hat kläglichst verrsagt.
Ich habe es dann besser der Polizei überlassen, Grenzen zu setzen.
Das sollte kein Vorwurf sein. Deswegen "manchmal". Ich habe keine Ahnung von deiner Situation und null Hintergrund. Somit wirst du dir schon gut überlegt haben, wie bzw wann du diese Grenze für dich ziehst.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 20:38
Ich hoffe, ich weiche nicht zu weit vom Thema ab. Ein Freund von mir hatte mal schrittchenweise ein Psychose entwickelt. Schon lange her, aber ich arbeite heute noch übelst schwer daran, dass ich der Entscheidung zugestimmt habe die Polizei einzuschalten, da es das wirklich Schlimmste für ihn war in eine geschlossene Klinik zu müssen. Es war purer Horror. Davor haben wir wirklich alles menschenmögliche versucht... Es ist eine Frage der Abwägung. Damals waren wir alle viel zu grün und mit dem Thema heillos überfordert. Aber wenn selbst die Eltern von ihm desinteressiert waren, der Krisendienst etc. nicht mehr weiterwusste, wird es eng. Da geht es dann um Entmündigung und da gefährliche Situationen teilweise vorlagen, lag die Einschätzung letztlich mit an uns.

Vllt kann man an solchen kurzen Geschichten erkennen, wie schwierig es ist, sich als Umfeld angemessen zu verhalten, damit es nicht soweit
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Statt zu helfen, war ich eine zeitlang eher co-abhängig.
kommt. Ein unglaublich schmaler Grad/t.


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08.04.2021 um 20:47
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Statt zu helfen, war ich eine zeitlang eher co-abhängig.
Statt darauf zu hören, was mit dem Thema Vertraute einem raten, bin ich ebenfalls in diese Co-Abhängigkeit reingerutscht.
Und dann ging's halt nicht mehr, dann war der Leidensdruck zu groß, weil dann ging's an die eigene Existenz, ans Überleben. Da fährt man dann von der Arbeit nach Hause und überlegt, wie ist er denn drauf? Lässt er mich rein oder muss ich im Auto schlafen? Oder meint er irgendwelche ehelichen Ansprüche durchsetzen zu müssen? Oder ist er hoffentlich einfach nur hackendicht und pennt.


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08.04.2021 um 21:47
Zitat von emzemz schrieb:Statt darauf zu hören, was mit dem Thema Vertraute einem raten, bin ich ebenfalls in diese Co-Abhängigkeit reingerutscht.
Und dann ging's halt nicht mehr, dann war der Leidensdruck zu groß, weil dann ging's an die eigene Existenz, ans Überleben.
Kann ich absolut nachvollziehen.
Man sollte als Partner o Freund schon „ helfen“,
aber nur bei der Überwindung der Sucht.
Wichtig ist, sich selber abzugrenzen, dass es eben nicht zur Co- Abhängigkeit kommt.
Der Partner unterstützt den Alkoholiker z B in dem er z B an der Verschleierung nach außen mitwirkt.
Meist, um sich auch selbst zu schützen, manchmal tatsächlich aber unbewusst .
Ich kann nur jedem Partner eines Süchtigen raten, sich selbst professionelle Hilfe zu suchen.
Viele Süchtige gehen ihr Problem aber leider erst an, wenn der Leidensdruck richtig groß ist, sei es Verlust des Arbeitsplatzes o des Partners o ä.
Solange der eigene Leidensdruck weggesoffen werden kann, sind Versuche, davon wegzukommen oft nur von kurzer Dauer.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 21:58
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Persönlich habe ich immer versucht, das in meinem Umfeld von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation zu entscheiden.
So handhabe ich das grundsätlich auch immer, egal worum es geht.
Zitat von emzemz schrieb:Da muss ich gestehen, meine helfende Hand hat kläglichst verrsagt.
Ach nein, so würde ich das nicht sehen.

Letztendlich gehören ja zwei dazu. Derjenige, der seine helfende Hand anbietet, und derjenige, der sie annimmt und aber auch mitarbeitet. Manchmal entsteht auch einfach kein "Klick" zwischen einer helfenden und einer Hilfe annehmenden Person. Manchmal passt es nicht, soll aus irgendwelchen Gründen nicht sein, aber das würde ich nicht als Versagen bezeichnen.


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 22:05
Zitat von IdiosynkrasiaIdiosynkrasia schrieb:Auch Alkoholiker sind verschieden. Alkoholmissbrauch kann auch ein Hilfeschrei sein und manchmal ist Hilfe genau dann auch angebracht.
Wir müssen unterscheiden zwischen Alkoholmissbrauch, also einem Pensum, was medizinisch relevant ist u Millionen Deutsche betrifft, wo der Alkohol zum täglichen Ritual gehört, aber außer dem Kater am Morgen Alltag u Beruf einigermaßen funktioniert und einem Süchtigen, der Alkohol iwann zur Linderung von Entzugserscheinungen braucht . Und der sein Leben nicht mehr auf die Reihe kriegt u sich auch in Partnerschaft u Gefühlsleben verändert hat.
Da steht dann kein Hilfeschrei mehr im Raum.
Problematisch ist, dass diese Trennlinie sehr leicht zu übertreten ist, was vielen nicht klar ist.
Laienhaft ausgedrückt ist eine Flasche Wein am Abend für den einen zwar medizinisch bedenklich aber ohne Konsequenzen.
Beim anderen sorgen aber aus verschiedenen Gründen Rezeptoren im Gehirn zu einer schnellen Abhängigkeit u dann ist das nicht mehr zu stoppen .


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Alkoholsucht und Lügen

08.04.2021 um 22:06
Zitat von IdiosynkrasiaIdiosynkrasia schrieb:Ach nein, so würde ich das nicht sehen.

Letztendlich gehören ja zwei dazu. Derjenige, der seine helfende Hand anbietet, und derjenige, der sie annimmt und aber auch mitarbeitet. Manchmal entsteht auch einfach kein "Klick" zwischen einer helfenden und einer Hilfe annehmenden Person. Manchmal passt es nicht, soll aus irgendwelchen Gründen nicht sein, aber das würde ich nicht als Versagen bezeichnen.
Da scheint mein ironischer Unterton wohl völlig an dir vorbeigegangen zu sein. Sorry, dass ich nicht deutlicher wurde.

Ein Alkoholiker kann keine helfende Hand annehmen, dazu müsste er erkennen, dass sein Handeln falsch ist.
Er wird immer bemüht sein, den Partner auszusaugen.


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