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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

153 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Liebe, Gesellschaft ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
w.s.o. Diskussionsleiter
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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 13:43
Hallo miteinander,

ich wollte hier einige Gedanken und Überlegungen niederschreiben, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben. Wie in der Überschrift zu lesen bin ich inzwischen über 60 und noch Jungfrau. Ich hatte bisher auch keinen Kuss oder Beziehung.

Lange Zeit habe ich dies im Privaten gelassen, doch ich bin seit Jahrzehnten stiller Mitleser im Internet und mir sind häufig die vielen Diskussionen und Einträge von Jungfrauen über 20, 30 und älter aufgefallen. Auch haben Studien ja gezeigt, dass die Anzahl männlicher Jungfrauen gestiegen ist in den letzten Jahren. Verknüpft mit einigen persönlichen Ereignissen im letzten Jahr habe ich beschlossen mich hier zu öffnen. Die meisten von euch werden mich nicht mögen, aber eure Meinung interessiert mich trotzdem.

Für alle die bereit sind mir zuzuhören und mir zu glauben, so will ich jetzt etwas mehr über mich erzählen. Im Gegensatz zu anderen schiebe ich keiner Schuld auf äußere Umstände. Ich bin verantwortlich für meine Situation und bezeichne mich auch nicht als einen einfachen oder sogar angenehmen Menschen.

An meine Kindheit und Jugend kann ich mich nicht so gut erinnern. Ich weiß, dass das Haus meiner Eltern hektisch und voll mit Alkohol war und ich häufig ohne Essen im Zimmer eingeschlossen wurde. Geschlagen wurde ich, soweit ich weiß, nicht. Mit dreizehnzehn zog für ich für wenige Jahre zu meinen Großeltern und wegen ihres zunehmenden Alters halfen auch mein Onkel und dessen Familie bei meiner weiteren Erziehung. In der Schule zu dieser Zeit blieb ich für mich und verbrachte auch die Pausen allein. Gehänselt wurde ich nicht, aber ich ging nie auf andere zu. Nie traf ich mich privat mit Gleichaltrigen außer meiner Kusine und ich verbrachte meine Freizeit meist mit Lernen und Lesen. Einige Mädchen zeigten zwar Interesse, aber ich habe sie immer fortgestoßen. Ich hatte eine große Abneigung gegen Intimität und zu der Zeit. Woher diese kam, kann ich nicht sagen.

Meine Großeltern waren schon tot, als ich das Gymnasium beendete und ich bekam den Erbanteil meiner Eltern, da man meinte ich würde mit dem Geld sinnvoller umgehen. Mit diesem Polster gönnte ich mir ein längeres Studium, was ich mit Ende 20 abschloss. Auch in dieser Zeit kam es zu keinen richtigen Freundschaften oder Romanzen mit Frauen.

Mein Onkel hatte immer gemeint, dass ich schon irgendwann die Richtige finde. Doch als ich im Arbeitsleben einstieg und die 30 überschritt, ohne jemals eine Frau zum Kaffee eingeladen zu haben, machte er sich doch Sorgen. Er versuchte mich zu überreden in Vereine einzutreten und mich mit den Töchtern einiger Bekannten zu verkuppeln. Ich schmetterte dies immer ab.

Generell war ich im Berufsleben Sex nie abgeneigt, da ich meinen Ekel vor Intimität verloren habe, doch es kam einfach nie dazu. Ich baute mir eine Karriere auf und irgendwann übernahm ich eine Position, wo ich viele Geschäftsreisen unternahm. Diese gingen meistens nach Asien oder zu Projekten südlich des Äquators. Diese Reisen waren für mich eine Notwendigkeit, aber im Grunde hasste ich sie. Ich empfand die Länder, die ich besuchte, als barbarisch und unzivilisiert. Ich ekelte mich vor den dortigen Esskulturen und Gerüchen und duschte nach jedem Ausgehen meistens doppelt zu lange wie hier in Deutschland. Ich gebe frei zu, zu der Zeit sehr rassistische und sexistische Gedanken gehabt zu haben. Ich war auch überzeugt, dass die Geschäftspartner damals hinter ihren Grimassen ähnlich hässlich über mich dachten. Natürlich behielt ich all meine Verachtung für mich und lächelte jeden freundlich an. Heutzutage haben sich meine Ansichten etwas geändert. Ich verachte einfache generell Menschen, ganz egal welches Geschlecht und Rasse sie haben. Da ich mich damals aber immer gut verstellte hatte ich häufiger Gespräche mit Frauen an den Hotelbars oder bei Geschäftsessen. Im Nachhinein betrachtet hätte ich sie sicher zu meinem Zimmer einladen können, doch irgendwas blockierte immer in meinem Kopf und ich ging stattdessen allein schlafen.

Um mich sexuell zu befriedigen, konsumierte ich natürlich Pornographie. Zuerst Magazine, dann VHS und schließlich DVDs. Häufig nahm ich sogar eine Auswahl mit auf die Geschäftsreisen, um mich auf meinem Hotelzimmer zu befriedigen. Mit Mitte 30 und Anfang 40 hatte ich mir auch in den Kopf gesetzt, dass ich entsprechend meinem Stand in der Firma gebildet sein musste. So kam es dann zu absurden Tagesabläufen, wo ich in der Regel nach der Arbeit mit einer Zigarre Hegel oder Wittgenstein las, dann allein Essen ging und zu Abend Pornografie zusammen mit einem Whisky konsumierte. Ich las diese Autoren ohne wirklich über den Inhalt zu sinnieren, sondern um einfach sagen zu können, ich habe sie gelesen.

In meinen frühen 40zigern starben dann meine Eltern, zu dessen Beerdigungen ich nicht gegangen bin. Mein Onkel und meine Tante überlebten nur wenige Jahre länger. Meine Tante sagte noch auf dem Krankenbett zu mir, dass sie hoffte, dass ich noch jemanden finden würde. Sicherlich ist sie gerade im Himmel enttäuscht von mir.

Was mich im Zusammenhang mit der Arbeit immer faszinierte war Technologie. Ich war eigentlich bei jedem neuen Trend schnell dabei. So war ich schon stark im Internet unterwegs, als es in den 90zigern immer weiter um sich griff. Ich war aber immer der stille Leser am Seitenrand und habe mich nie wirklich irgendwo eingemischt. So habe ich beispielswiese viele Jahre lang schweigsam in diesem Forum und andere mitgelesen. Es war eine Art voyeuristische Faszination.

Jetzt bin ich über 60. Mein Libido ist natürlich kleiner als früher und ich konsumiere kaum noch Pornografie. Tatsächlich habe ich sogar größere Erektionsprobleme momentan. Ich habe eine ruhige Stelle in der Firma angenommen und habe eine Zwei-Zimmer-Wohnung abzahlt. Ich hätte mir auch ein Haus leisten können, doch wozu, wenn ich doch allein lebe? Meine Gesundheit geht auch in die Hunde, weswegen ich mehr und mehr über mein Leben nachdenke. Auch hatte ich in der Corona-Pandemie mehrere lange Gespräche mit meiner Kusine. Sie hat im Gegensatz zu mir mehrere Kinder und ist der engste Kontakt, den ich noch besitze. Sie weiß von allem und mehr was ich hier niedergeschrieben habe. Ihrer Meinung nach habe ich was Ernsthaftes in meinem Leben verpasst, da ich weder romantische Liebe noch Intimität kenne. Nach längerer Reflektion stimme ich ihr zu.

Allerdings frage ich mich, ob es sich noch lohnt, was zu machen. Ich habe sicher so einige Probleme, doch ich hätte vermutlich mit 20 oder 30 in Therapie gehen müssen. Jetzt mit 60 habe ich das Gefühl jemanden den Platz wegzunehmen, der noch Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat. Natürlich könnte ich auch eine Prostituierte buchen, doch wenn ich keine Erektion bekomme, wäre das rausgeschmissenes Geld.

Meine Persönlichkeit macht es zumindest nicht einfach. Ich habe dieses Jahr angefangen Camping zu gehen, doch dies natürlich nur allein und ich baue mein Zelt so weit weg von anderen auf wie es nur geht. Ich plane auch Wintercamping, zumindest so lange meine Gesundheit es noch zulässt.

Auch plane ich eine kleine Autobiografie, von der dieser Text schonmal eine Kurzfassung ist. Kein Mensch wird die natürlich lesen jemals wollen, aber vielleicht hilft es mir mein vergangenes Leben besser zu ordnen. Ob ich das Projekt umsetzen soll?

Als finale konkrete Fragestellung stelle ich in den Raum, was ich noch tun kann.

Falls angenommen wird, dass ich nicht echt bin, frage ich auch etwas weiter: Braucht für euch ein Leben unbedingt eine Beziehung und Intimität oder seht ihr es als verschwendet an, wenn man ohne Erfahrung mit beidem zu Grabe geht? Ich denke dies wird vor allem relevant, da wie erwähnt männliche Jungfräulichkeit steigt und damit durchaus gesellschaftliche Probleme aufkommen. Ich habe zum Beispiel Incel-Foren besucht und ich denke die kümmerlichen Gestalten dort sind nur die Spitze eines Eisberges, der so große Folgen hat, die wir noch nicht richtig erfassen können.

Danke fürs geduldige Lesen.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 14:18
Es ist nie zu spät für eine Liebe, in deinem Alter braucht man wahrscheinlich nicht mehr so sexuelle Dinge man kann sich ja auch ohne lieben. Ich kann das nicht beurteilen, da ich erst Anfang 30bin aber auch noch "Jungfrau".
Was wichtig ist: du sollst nicht krampfhaft danach suchen sondern immer alles auf dich zu kommen lassen und offen sein, nichts erzwingen vielleicht ergibt sichwas oder nicht.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 14:26
Zitat von w.s.o.w.s.o. schrieb:Als finale konkrete Fragestellung stelle ich in den Raum, was ich noch tun kann.
Muss denn was getan werden?
Ich lese da bei dir keinen echten Leidensdruck. Du bist bis jetzt mit dir klargekommen, das klappt auch noch den Rest deiner Lebensspanne. Wenn dir der Kontakt mit anderen Menschen nicht fehlt, dann suche ihn auch nicht.
Mir kommt dein Leben eher wie vegetieren vor, aber wenn es dich erfüllt, dann ist das i. O.. Natürlich kann man seine Persönlichkeit, Ziele und Wünsche nicht in ein paar Zeilen abbilden, aber ich vermisse bei dir ein Ziel, den Antrieb was zu tun/etwas zu ändern.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 14:33
Spannender Thread - und es gäbe so viel dazu zu sagen. Ich antworte jetzt aber mal in Kurzform:
Zitat von w.s.o.w.s.o. schrieb:Braucht für euch ein Leben unbedingt eine Beziehung und Intimität oder seht ihr es als verschwendet an, wenn man ohne Erfahrung mit beidem zu Grabe geht?
Früher dachte auch ich, dass eine anständige Beziehung die Essenz des Lebens ist. Ich wusste es eben nicht besser und in der Gesellschaft wird es ja auch nicht anders vermittelt.

Ich bin mittlerweile seit >7 Jahren Single. Um ehrlich zu sein wünsche ich mir immer noch keine andere Person so sehr zurück wie meinen Ex. Aber ich vermisse (immer noch) nur ihn, nicht eine Beziehung an sich. Ich hätte in der Vergangenheit mehrere Möglichkeiten gehabt, mit jemandem eine Beziehung einzugehen. Ich wollte nicht. Mittlerweile sehe ich es eigentlich auch nicht mehr als erstrebenswert an, nach jemand Neuem "Ausschau" zu halten. Eigentlich bin ich aktuell wirklich sehr zufrieden so wie es ist.

In meinem Umfeld höre ich u.a. als Gründe für das Eingehen einer Beziehunhng regelmäßig, dass man ja jemanden "bräuchte" damit man bestimmte Tätigkeiten, bspw. Urlaub, nicht alleine vollziehen müsste. Das ist für mich aber überhaupt kein Grund für eine Beziehung. Im Grunde kann man sehr vieles auch mit guten Freunden vergleichbar erleben wie mit einem Partner.

Wichtiger finde ich, dass man im Leben einer bestimmten Aufgabe nachgeht. Mit dem Job verbringt man immerhin die meiste Zeit seines Lebens. Ich finde, das vergessen viele. Wenn man im Jobleben wirklich seiner Passion nachgeht, rückt der Wunsch nach einer intakten Beziehung auch gleich in den Hintergrund. Zumindest dann, wenn man sonst zufriedenstellend in das allgemeine soziale Gefüge eingebaut ist. So empfinde ich es zumindest :)


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 15:04
Ich finde, wenn einem was am Leben stört, dann sollte man es ändern. Manche brauchen eine intakte Beziehung, mache eben nicht. Solange du glücklich bist, ist es in Ordnung.

Und erzwingen kann man sowieso nichts. Vielleicht verliebst du dich ja noch. Vielleicht aber auch nicht. Es geht eigentlich immer nur darum, ob man glücklich ist, finde ich.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:03
Zitat von w.s.o.w.s.o. schrieb:Braucht für euch ein Leben unbedingt eine Beziehung und Intimität oder seht ihr es als verschwendet an, wenn man ohne Erfahrung mit beidem zu Grabe geht?
Ich, halb so alt wie du, finde schon dass man das Gefühl zu lieben und noch viel mehr geliebt zu werden wie in einer Beziehung mal erlebt
haben sollte. Davon ab ist ein kleinerer Freundeskreis und/oder familiärer Kontakt aber mindestens genauso wichtig.

So wie ich deinen Text verstanden habe, hast du nie eine Therapie wegen Depressionen, Einsamkeit oder ähnliches unternommen.
Eine Psychotherapie hilft sicher um mit solchen Dingen besser klarzukommen, wenn man sich darauf voll und ganz einlässt.
Es soll sogar Therapieformen für das Absolute Beginner Problem geben.

Ansonsten könnte die aktive Frauensuche sehr frustrierend sein, besonders wenn man soziale Probleme oder keine attraktiven Gesichtsmerkmale aufzuweisen hat.
Überlege dir gut was dich glücklich macht und setze dir umsetzbare Ziele.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:22
Liebe ist sowieso eine Lüge, und existiert so nicht wirklich. Aber Pornographiekonsum ist nicht sehr gesund, und auch masturbieren nicht.

Man sollte einfach all seine Gelüste gehen lassen, sich von ihnen trennen.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:28
Zitat von AntiSchwurblerAntiSchwurbler schrieb:Aber Pornographiekonsum ist nicht sehr gesund, und auch masturbieren nicht.
@AntiSchwurbler
Ja stimmt, vom Pornos schauen wird man krank und vom Masturbieren bekommt man Haare auf den Händen und das Rückenmark schwindet. Auch von irreparablen Schäden der Sehkraft wird berichtet. Also immer schön die Finger über der Bettdecke lassen.
Zitat von w.s.o.w.s.o. schrieb:Als finale konkrete Fragestellung stelle ich in den Raum, was ich noch tun kann.
@w.s.o.
Hast du evtl schonmal darüber nachgedacht, dir ein schönes Aquarium zuzulegen?


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:30
@F.Einstoff

Sucht wird dein Leben komplett zerstören.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:35
Ich lese in deinem ganzen Text immer nur sowas wie: "Ich sollte", " man müsste", "es ist Zeit für.. oder auch keine Zeit für..."
und nicht einmal "Ich will".


Da hast du deine Antwort ja. Man muss nicht bei allem mitmachen. Wichtig ist, dass du zufrieden bist.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:53
Zitat von AntiSchwurblerAntiSchwurbler schrieb:Aber Pornographiekonsum ist nicht sehr gesund, und auch masturbieren nicht.
Ach deshalb bin ich blind und taub! Cool, danke für die Erkenntnis!


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w.s.o. Diskussionsleiter
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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:56
Danke für die bisherigen Antworten.
Zitat von ZyklotropZyklotrop schrieb:Mir kommt dein Leben eher wie vegetieren vor, aber wenn es dich erfüllt, dann ist das i. O.. Natürlich kann man seine Persönlichkeit, Ziele und Wünsche nicht in ein paar Zeilen abbilden, aber ich vermisse bei dir ein Ziel, den Antrieb was zu tun/etwas zu ändern.
Das geht in einen anderen Diskussionspunkt mit meiner Kusine rein, aber ich habe es ausgelassen, da es ein komplett anderes Thema ist. Sie hat mir auch vorgeworfen, dass ich nie versucht habe etwas zu erschaffen oder zu erreichen außerhalb meiner Arbeit. Und ja, ich überlege durchaus, ob ich mir die Mühe machen sollte, noch aus meinen Trott rauszukommen. Bis jetzt ich mich so gut es geht damit arrangiert. Jeder stirbt ja letzten Endes mit einigen unerfüllten Wünschen. Was ich mir aber vorgenommen habe ist auf jeden Fall das Camping so lange weiterzumachen, bis mein Körper nicht mehr mitmacht.
Zitat von SubwaySubway schrieb:Wichtiger finde ich, dass man im Leben einer bestimmten Aufgabe nachgeht. Mit dem Job verbringt man immerhin die meiste Zeit seines Lebens. Ich finde, das vergessen viele. Wenn man im Jobleben wirklich seiner Passion nachgeht, rückt der Wunsch nach einer intakten Beziehung auch gleich in den Hintergrund. Zumindest dann, wenn man sonst zufriedenstellend in das allgemeine soziale Gefüge eingebaut ist. So empfinde ich es zumindest :)
Ich stimme dem zu. Meine Arbeit hat mir zwar selten Spaß gemacht, aber ich hatte immer das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun. Deswegen fiebere ich meiner Rente nicht wirklich entgegen. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, dass mein einziger Beitrag zur Gesellschaft meine Steuergelder waren und die wurden nicht mal sinnvoll eingesetzt.
Zitat von Kirschkern91Kirschkern91 schrieb:Und erzwingen kann man sowieso nichts. Vielleicht verliebst du dich ja noch. Vielleicht aber auch nicht. Es geht eigentlich immer nur darum, ob man glücklich ist, finde ich.
Ob ich wirklich jemals glücklich war lass ich dahin gestellt. Aber ich habe mich mit meiner Situation arrangiert.
Zitat von ScatterbrainScatterbrain schrieb:So wie ich deinen Text verstanden habe, hast du nie eine Therapie wegen Depressionen, Einsamkeit oder ähnliches unternommen.
Eine Psychotherapie hilft sicher um mit solchen Dingen besser klarzukommen, wenn man sich darauf voll und ganz einlässt.
Es soll sogar Therapieformen für das Absolute Beginner Problem geben.
Da weiß ich nicht, ob es sich wirklich lohnt. Sind Therapieplätze nicht sehr begrenzt? Ich befürchte wirklich, dass ich einem jüngeren Menschen, der noch seine ganze Zukunft hat, den Platz wegnehme, wenn ich zum Arzt oder Psychologen gehe.
Zitat von AntiSchwurblerAntiSchwurbler schrieb:Liebe ist sowieso eine Lüge, und existiert so nicht wirklich. Aber Pornographiekonsum ist nicht sehr gesund, und auch masturbieren nicht.
Ich fürchte, dass kommt einige Jahrzehnte zu spät. Wie erwähnt gucke ich kaum noch Pornografie und masturbiere auch nur noch sehr selten. Das hat sehr stark abgenommen bei mir.
Zitat von F.EinstoffF.Einstoff schrieb:Hast du evtl schonmal darüber nachgedacht, dir ein schönes Aquarium zuzulegen?
Wie gesagt gehe ich seit diesem Jahr sehr viel camping. Hat zwar zu Anfang sehr viel Überwindung gekostet, aber inzwischen ist wesentlich leider am Wochenende schnell das Zelt einzupacken und zu einem Platz zu fahren. Wenn die Rente da ist, suche mir wahrscheinlich noch mehr Hobbies.
Zitat von CoronerswifeCoronerswife schrieb:Ich lese in deinem ganzen Text immer nur sowas wie: "Ich sollte", " man müsste", "es ist Zeit für.. oder auch keine Zeit für..."
und nicht einmal "Ich will".
Was ich im Moment will ist eine bessere Gesundheit und weiterhin Camping gehen zu können. Beim Thema Liebe und Sex bin ich mir noch unsicher etwas zu tun, auch wenn ich denke, was im Leben verpasst zu haben.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 17:57
Ich bin nicht zufrieden mit dem Leben, aber was solls, oft hat man im Leben gar keine Wahl, und es geht gar nicht darum was man will, denn das Schicksal entscheidet. Man kann nur hoffen es wird nicht zu schlimm, nicht zu schmerzhaft.

Aber wer ist schon wirklich glücklich? Daurm bin ich ich auch Antinatalist, weil ich glaube, Nichtexistenz ist besser als Existenz, weil man nicht leiden kann wenn, man nicht existiert.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:25
@w.s.o.

Wer mit seiner Lebenssituation unzufrieden ist, ob der Grund dafür ein eigenständiges Krankheitsbild oder nur ein diffuses Unwohl-Gefühl ist, der ist dazu verdammt, sie zu ändern.

Sein Leben verändern kann nur der Betroffene selbst, sonst läuft er Gefahr, dass andere sein Leben ändern. Nicht immer in seinem Sinne, sondern leider in ihrem. Manchmal erscheint es einem allerdings nahezu unmöglich, sein Leben allein in den Griff zu kriegen. Dann ist es keine Schande, sich Hilfe zu holen - ob ambulant oder stationär, ob professionell oder im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:26
@Doors

Nein, Therapeuten können gar nichts tun, was denn auch? Wenn eine Krankheit dich daran hindert, jemals normal zu Leben, jemals erfüllend zu Leben, kann man gar nichts tun. Akzeptieren vielleicht, aber wirklich glücklich wirst nie sein.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:30
@AntiSchwurbler

Ich lese aus den Texten von @w.s.o. kein irgendwie geartetes Krankheitsbild heraus.


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30.10.2021 um 18:32
@Doors

Ja, aber bei mir ist es so. Und egal wie oft oder lange ich in der Psychiatrie wäre, es würde nicht besser werden, im Gegenteil.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:36
@AntiSchwurbler

Unterschiedliche Menschen machen halt unterschiedliche Erfahrungen. Aber, wie bereits beschrieben, glaube ich nicht, dass bei @w.s.o.
eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt. Allerdings in ich weder Ferndiagnostiker noch Wunderheiler, kann es also nicht so genau sagen.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:44
Zitat von w.s.o.w.s.o. schrieb:Wie in der Überschrift zu lesen bin ich inzwischen über 60 und noch Jungfrau. Ich hatte bisher auch keinen Kuss oder Beziehung.
Ehrliche Antwort?

Der Zug ist abgefahren. Konzentriere dich auf andere Dinge. Waldspaziergänge, gutes Essen usw. - oder was dir halt so Spass macht.

Falls es anders kommen sollte, dann freust du dich wie über eine plötzlich-unerwartete Erbschaft von einer reichen Tante aus Amerika. Falls nicht, hast du jedenfalls nicht komplett sinnlos deine Zeit verplempert.


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Jungfrau mit über 60 - Gedanken und Reflektionen

30.10.2021 um 18:48
@Yoshimitzu

Der Zug ist schon viel Früher abgefahren, wenn du über 22 bist und noch nie eine Beziehung hattest, wirst du vermutlich nie eine haben.


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