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Gewinner und Verlierer

174 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Gesellschaft, Verlierer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gewinner und Verlierer

08.08.2025 um 15:16
ich denke wenn man so lebt wie man gar nicht leben will weil es irgendwie unangenehm, unschön, unglücklich etc. ist,
ich denke dann verliert man grade...
wenn man hingegen so lebt wie man leben will und alles ist gut, man ist glücklich etc., dann gewinnt man...


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Gewinner und Verlierer

08.08.2025 um 15:34
Zitat von philaephilae schrieb:. Ich selbst empfinde es aber nicht so. Der Großteil geht halt für Lebenshaltungskosten drauf, sprich Miete und Essen. Nix Urlaub, nix Essengehen, kaum Kultur, und ich glaube, dieses Jahr hab ich auch noch keine einzige Klamotte gekauft.
Das ist eine echte Tugend, mit wenig Geld gut hinzukommen. Ich kenne es aus der Zeit meiner Grosseltern, meinen Eltern und waehrend meiner Studentenzeit und den Jahren danach (in den Beruf reinkommen, Bildungskredit zurueckzahlen) war ich auch ganz gut darin.

In meiner Zeit in England habe ich 2nd Hand Laeden kennen- und schaetzen gelernt.
Ich kaufe heut noch viel 2nd Hand.
Fuer mich ist das 'normal' (aber ich hatte schon Kollegen, die mich sehr schraeg angeschaut haben, als ich das mal sagte.)
Und habe meine Klamotten i.d.R. auch sehr lange.
Zitat von WardenWarden schrieb am 13.10.2024:Ich werde viele Dinge nicht erreichen können selbst wenn ich wollte - zugleich habe ich Dinge erreicht die andere nicht oder nur mühselig erreichen können.
Ja, manches ist zu mir gekommen und anderes nicht. Einiges habe ich mir hart erarbeitet.
Rueckblickend wuerde ich das ein oder andere anders machen, da habe ich so ziemlich in jedem Lebensabschnitt einen Punkt.
Aber je laenger es zurueckliegt, desto besser kann ich damit leben.
Und es war eben auch so, es kann keiner die Zeit zurueckdrehen.

Aber ich blicke auch auf viele positive Dinge zurueck - mein Leben war doch viel bunter und spannender als ich es in jungen Jahren erwartet haette! Yeah!!

Es war auch nichts dabei, was mich komplett aus der Bahn geschossen haette. Kann ja leicht passieren, man kann krank werden oder aehnliches.
Dafuer bin ich auch dankbar.

@kaktuss
Ich finde Zufriedenheit wichtig - und das ist etwas, was ich recht leicht empfinde, das mag nicht jedem so gehen.
Manchmal gibt es auch Durststrecken, die anstrengend und fordernd sind - aber da muss man halt durch.

Mit Gewinnern und Verlieren - ich glaube, damit ist meist gemeint, was man so erreichen kann im Leben und dies eher aus finanzieller Sicht.
Bekomme ich einen Job, der es mir ermoeglicht, mir und meiner Familie ein gutes Leben zu fuehren? Kann ich mir Auto, Urlaub, Haus etc. leisten?
Aber da muss jeder selbst seine Standards setzen, wenn man nur nach aussen schaut, was die Reichen und Schoenen haben, macht man sich nur ungluecklich.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 01:15
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Rueckblickend wuerde ich das ein oder andere anders machen, da habe ich so ziemlich in jedem Lebensabschnitt einen Punkt
Bei mir gibt es tatsächlich nur zwei Punkte, die ich rückblickend anders machen würde:
Beruflicher Werdegang (ungelogen nicht des potentiell guten Geldes wegen) und in Sachen der Liebe bei DER EINEN es nicht zu versauen.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Mit Gewinnern und Verlieren - ich glaube, damit ist meist gemeint, was man so erreichen kann im Leben und dies eher aus finanzieller Sicht.
In westlichen kapitalistischen Industrienationen (USA, Deutschland etc..) dürften die meisten das mit Gewinner und Verlierer meinen, so Gewinner und Verlierer definieren.

Dabei ist wahrer Gewinn doch unbezahlbar und für kein Geld der Welt zu erlangen. (sagte schon meine Mutter)

Wobei das auch wieder vom Individuum abhängt, legt ja nicht jeder Wert auf wahre Freundschaft/Freundschaften, die wahre Liebe, Familie und Familienzusammenhalt, einen moralischen Charakter und auch wahres Talent zu besitzen bspw.

Geld kann natürlich vieles erleichtern und der eigenen Familie helfen, keine Frage, aber grundsätzlich kann man sich mit Geld weder wahre Freundschaft noch die wahre Liebe noch eine glückliche und gesunde Familie und auch keinen moralischen Charakter und auch kein wahres Talent für kaufen.

Gesundheit kann man sich auch nur bis zu einem gewissen Grad kaufen, kann sie aber niemals vollständig mit Geld beeinflussen. Zumindest noch nicht.

Und einen moralischen Charakter sowie für irgendwas wahres Talent zu besitzen, hat man oder hat man nicht - völlig unabhängig des Geldes.
Moralischen Charakter und sollte man keinen besitzen, ist wenn nur Willenssache, aber keine Frage des Geldes.


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09.08.2025 um 01:28
Zitat von Rhapsody3004Rhapsody3004 schrieb:Moralischen Charakter und sollte man keinen besitzen, ist wenn nur Willenssache, aber keine Frage des Geldes.
Besser moralisches Handeln.


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09.08.2025 um 01:57
Was mir noch oder wieder mal wichtig ist, zu erwähnen und an alle gerichtet, die Gewinner nur im finanziell‐materialistisch‐ökonomischem Sinne definieren...


So richtige Gewinner in diesem Sinne, sind diese Menschen auch nur durch andere, denn ihr Leben wird von einer Vielzahl anderer Menschen beeinflusst.
Auch von vielen Menschen, die nicht als Gewinner (nur im obigen Sinne) gelten.

Der erfolgreiche Unternehmer ist von seinen Mitarbeitern abhängig.

Das Privatleben aller Gewinner (ob nun Unternehmer oder nicht) ist sogar noch mehr fremdbeeinflusst.

Ein Haus oder auch eine Villa bauen schließlich andere.
Einen Oberklassewagen ebenso.
Luxuriöses Shopping stationär oder online einschließlich der Lieferung nur durch andere Menschen möglich.

Die Luxusreise oder das Luxusessengehen sowie bereits das alltägliche Einkaufen ebenso.

Usw...


Die Gewinner werden also erst durch Verlierer (nur im obigen Sinne) zu richtigen Gewinnern.



PS.


Letztendlich sollte es eh egal sein, wie andere einen sehen, ob nun als Gewinner oder Verlierer ‐ Scheißegal.

Wie man sich selbst betrachtet, fühlt und wertet, nur das zählt. Nur das sollte zählen.

Ein Mindestlöhner an der Supermarktkasse (nur ein als Beispiel) muss sich selbst noch lange nicht wie ein Verlierer vorkommen, wie ein Verlierer fühlen.
Er oder sie ist bereits dann ein Gewinner, wenn er oder sie für sich selbst Freude an der Arbeit empfindet und sie gewissenhaft ausführt und zufriedene Kunden hinterlässt.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 09:15
Anders ist es, wenn man einen Gewinner vor sich hat, der meint, dass du verlierst. Nur gespielt? Wenn Diagones früher für seine Lebensweise der Gewinner war, warum ist er dann der Verlierer und ein schlechtes Beispiel, bei allem Konsum, Erfolg und Ehrgeiz heutzutage, betrachtet auf den zweiten Blick? Nur ein Beispiel für den Minimalismus, der heute so hochgeschätzt wird, und trotzdem sind sie die Verlierer, während andere sieben Mal im Jahr nach Abu Dhabi fliegen und es sich gut gehen lassen, das ist wirklich vorstellbar. Und das sind womöglich nicht die Frauen, die noch so geschätzt wurden für ihre Natürlichkeit, sie sind Verlierer, wenn ein Moderator sagt, sie würden immer noch nicht so viel aus sich machen - und wenn sie machen, dann sind sie zu viel des Guten, Verlierer auf der einen Seite, Gewinner auf der anderen. Noch fürchterlicher, wenn andere Leute wissen, dass du verlierst, mindestens auf einer moralischen Ebene, und dir nichts davon sagen.
Grundsätzlich sind Gewinner in unseren Köpfen auch einfach wieder nur ein gedankliches Konstrukt und die Verlierer haben wahrscheinlich bis zu einem bestimmten Punkt genauso Spaß, aber nur, wenn sie wieder nur etwas draus machen, und dann spielt auch das Pech mit ein.
Bedenken sollte man, dass positive und negative Eigenschaften einfach auch im Auge des Betrachters liegen, manchmal denkt eine Person, sie hätte zu viel gewonnen, um einzelne Eigenschaften der anderen Person auf ein halbes runterzubrechen. Ebenfalls Pech.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 09:46
Je nach Auslegung oder in welchem Sinne man einen Gewinner betrachtet, kann ein Gewinner auch nur auf einer Seite ein Gewinner und auf anderer ein Verlierer sein.

Ein besonders Vermögender und Vermögen durch Karriere oder anderswie erlangt, kann einsam sein.

Ein armer Mensch kann ein glückliches soziales und sogar partnerschaftliches Leben führen. Selbst wenn es durch bescheidene finanzielle Mittel eingeschränkt wird, aber das ändert ja nichts am Grundlegenden und was man sich nicht kaufen kann.

Zudem kann man auch mit begrenzten finanziellen Mitteln das beste aus einem Leben machen.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 10:22
Ich würde es auch nicht auf Geld reduzieren, klar, es ist eine Sorge weniger, aber Geld macht einen nicht glücklich. Ich würde sogar sagen, dass man sich an jeden Lebensstil gewöhnen kann, solange die Grundbedürfnisse erfüllt sind. Ich glaube, dass das mehr eine Lebenseinstellung ist, dass man Dinge findet, die man gerne macht und in denen aufgeht ...

Ich selbst habe zehn Jahre unter dem Existenzminimum gelebt: Da habe ich mich tatsächlich oft als "Verliererin" gefühlt. Ich habe jeden Samstagabend bei einem Paar gebabysittet und dort immer heimlich die Reste des Abendessens eingepackt, die sonst ohnehin in den Müll geflogen wären. Damals habe ich auch ziemlich gehadert, weil ich zu der Zeit eigentlich keinen Familienanschluss an meine eigene Familie hatte. Nachdem die Eltern samstags immer heimkamen, bin ich oft aus diesem "Villenviertel" nach Hause gelaufen - mitunter sah man da noch in die hellerleuchteten Fenster und wie Leute in riesigen Häusern saßen, mit Freunden, Spaß hatten und man hat sich gefragt: Darf ich da je dazu gehören, oder bin ich einfach auf die falsche Seite "verdammt"?

Ich habe mir damals vorgenommen, alles zu geben, damit ich zumindest finanziell gesichert bin - mein Weg war klar Abitur + Studium. Im Studium habe ich dann so nette Freunde kennengelernt und nach dem Studium waren beide Probleme gelöst: Das soziale und das finanzielle. Es war aber ein sehr steiniger Weg dorthin.


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09.08.2025 um 10:50
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Ich selbst habe zehn Jahre unter dem Existenzminimum gelebt: Da habe ich mich tatsächlich oft als "Verliererin" gefühlt. Ich habe jeden Samstagabend bei einem Paar gebabysittet und dort immer heimlich die Reste des Abendessens eingepackt, die sonst ohnehin in den Müll geflogen wären. Damals habe ich auch ziemlich gehadert, weil ich zu der Zeit eigentlich keinen Familienanschluss an meine eigene Familie hatte. Nachdem die Eltern samstags immer heimkamen, bin ich oft aus diesem "Villenviertel" nach Hause gelaufen - mitunter sah man da noch in die hellerleuchteten Fenster und wie Leute in riesigen Häusern saßen, mit Freunden, Spaß hatten und man hat sich gefragt: Darf ich da je dazu gehören, oder bin ich einfach auf die falsche Seite "verdammt"?

Ich habe mir damals vorgenommen, alles zu geben, damit ich zumindest finanziell gesichert bin - mein Weg war klar Abitur + Studium. Im Studium habe ich dann so nette Freunde kennengelernt und nach dem Studium waren beide Probleme gelöst: Das soziale und das finanzielle. Es war aber ein sehr steiniger Weg dorthin
Unglaublich traurig und schön zugleich, du kannst stolz auf dich sein.
Ich komme aus einer Familie die wohl viele hier als Gewinner sehen würden, ich selber habe früh erkannt das Geld nicht alles ist und vor allem das Wohlstand ohne Eigenleistung nicht befriedigend ist. Es gibt für mich wohl kaum eine ablehnendere Haltung ggü Menschen die in Wohlstand reingeboren werden, sich nicht anstrengen wollen(!) eigene Leistung zu erbringen um ihr Leben zu meistern. Ich bin den anderen Weg gegangen und ich merke über die Jahre immer mehr Ablehnung von den Winnern aus meiner Familie.
Während die in geerbten Grundstücken sitzen und sich mit der Größe der Pools überbieten und das Geld aus den familiären Unternehmen ziehen, große Autos fahren war das für mich damals nix....Lehre, dann Studium nachgeholt, guten Job ergattert mit Aufstiegschancen, mittlerweile weltweit unterwegs und naja, das kommt nicht so gut an da... Ich spüre die Ablehnung hinter vorgehaltener Hand weil sie wissen das ihre Lebensführung nicht auf aufrichtig erbrachter Leistung basiert und sie sich deswegen sogar ein wenig schämen mir gegenüber.... Ich habe materiell halb soviel wie die aber musste deutlich mehr Leistung dafür erbringen. Darauf bin ich noch nichtmal stolz, es fühlt sich einfach normal an und irgendwie erdet es mich jedesmal wenn ich da zu Besuch bin und den Zirkus sehe.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 11:04
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb: Ich komme aus einer Familie die wohl viele hier als Gewinner sehen würden, ich selber habe früh erkannt das Geld nicht alles ist und vor allem das Wohlstand ohne Eigenleistung nicht befriedigend ist.
Mein Vater (Alleinverdiener) hatte (glaube ich) ein irre gutes Gehalt - nur, es wurde nicht "umverteilt" und nicht thematisiert. Meine Mutter wusste Jahrzehnte lang gar nicht, was mein Vater verdient, er hat einfach immer weitergespart und angekündigt, er gibt dann was, wenn er es für richtig hält ... Es ist ja auch prinzipiell sein Geld. Meine Eltern leben selbst weit unter dem Standard, den sie sich leisten könnten, mit einzelnen Ausnahmen.

Für mich ist es nun gerade doof, da ich alles selbst finanziert habe (Führerschein, erste Wohnungseinrichtung, zweite Wohnungseinrichtung, das Haus, in dem ich lebe...) und jetzt x3 alles für die Kinder finanziere (so ein Führerschein kostet heute 3.500€, puh, im Studium schreibt man heute auf einem iPad mit, ... ).

Für mich -wenn ich denn eines Tages etwas erben sollte - wäre es vor 30/20/10 Jahren weitaus geschickter gewesen, wenn ich eher kontinuierlich finanzelle Unterstützung bekommen hätte, z.B. während der Oberstufe oder während des Studiums, oder, als meine Kinder klein waren (war immer viel Stress, Vollzeit zu arbeiten) oder jetzt mit zwei Studenten. Im Studium gab es mitunter tagelang Miracoli und "geklaute" Äpfel von einem Apfelbaum, der im Park stand. Und ja, ich habe auch so überlebt, ...

Kurz: Ich hätte eigentlich immer zu den Gewinnern gehören können, wurde aber praktisch nicht beteiligt. Ich habe immer sehr viel nebenher gearbeitet, aber der Arbeitsmarkt war damals noch nicht so wie heute und daher blieben eben typische "ungelernte" Jobs übrig: Babysitting, Bedienen (ohne eigene Geldbörse und damit ohne Trinkgeld).
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Ich spüre die Ablehnung hinter vorgehaltener Hand weil sie wissen das ihre Lebensführung nicht auf aufrichtig erbrachter Leistung basiert und sie sich deswegen sogar ein wenig schämen mir gegenüber....
Da gibt es auch krasse Leute. Im Studium wurde uns immer eingetrichtert, wie wichtig Englisch ist und dass ein Auslandsaufenthalt in jeden Lebenslauf gehört, aber die meisten Austauschprogramme meiner Uni waren schlichtweg für mich nicht finanzierbar. Daher habe ich mehrere Sommer lang in Schottland in einem gehobenen Hotel als Zimmermädchen und Bedienung gearbeitet. Da kam wirklich mal eine Mutter mit Kindern und sagte "watch this" während wir Zimmer reinigten. Die head housekeeperin (war die einzige, die mit Gästern sprechen durfte, war auch krass) fragte, ob man weiterhelfen könnte und die Frau sagte, nö, sie wolle ihren Kindern nur mal zeigen, was aus Leuten wird, die in der Schule nichts lernen - es war ihr glaube ich noch nicht mal bewusst, wie sehr sie die Leute (zu denen ich ja gehörte) da gerade degradierte - und total fies, da einige der Zimmermädchen wirklich große Probleme in Kindheit und Jugend gehabt hatten und dadurch keine Aufstiegschancen hatten - wären die mit dem Silberlöffelchen im Mund geboren worden, hätten sie auch nicht im Akkord Zimmer gereinigt.


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Gewinner und Verlierer

09.08.2025 um 11:23
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Mein Vater (Alleinverdiener) hatte (glaube ich) ein irre gutes Gehalt - nur, es wurde nicht "umverteilt" und nicht thematisiert. Meine Mutter wusste Jahrzehnte lang gar nicht, was mein Vater verdient, er hat einfach immer weitergespart und angekündigt, er gibt dann was, wenn er es für richtig hält ... Es ist ja auch prinzipiell sein Geld. Meine Eltern leben selbst weit unter dem Standard, den sie sich leisten könnten, mit einzelnen Ausnahmen.

Für mich ist es nun gerade doof, da ich alles selbst finanziert habe (Führerschein, erste Wohnungseinrichtung, zweite Wohnungseinrichtung, das Haus, in dem ich lebe...) und jetzt x3 alles für die Kinder finanziere (so ein Führerschein kostet heute 3.500€, puh, im Studium schreibt man heute auf einem iPad mit, ... ).

Für mich -wenn ich denn eines Tages etwas erben sollte - wäre es vor 30/20/10 Jahren weitaus geschickter gewesen, wenn ich eher kontinuierlich finanzelle Unterstützung bekommen hätte, z.B. während der Oberstufe oder während des Studiums, oder, als meine Kinder klein waren (war immer viel Stress, Vollzeit zu arbeiten) oder jetzt mit zwei Studenten. Im Studium gab es mitunter tagelang Miracoli und "geklaute" Äpfel von einem Apfelbaum, der im Park stand. Und ja, ich habe auch so überlebt, ...

Kurz: Ich hätte eigentlich immer zu den Gewinnern gehören können, wurde aber praktisch nicht beteiligt. Ich habe immer sehr viel nebenher gearbeitet, aber der Arbeitsmarkt war damals noch nicht so wie heute und daher blieben eben typische "ungelernte" Jobs übrig: Babysitting, Bedienen (ohne eigene Geldbörse und damit ohne Trinkgeld)
Ja, ich denke dennoch das du dir damit Skills angeeignet hast, um Herausforderungen auch weiterhin zu meistern. Leben an Existenzminimum ist hart, ich habe das in der Anfangszeit gehabt (zumindest war das für mich hart) als ich mit 1400EUR Brutto! heimgegangen bin, aber damals hat es mich nicht so gestört, war halt jung.... Schicke 1 Raumwohnung, Dach 42qm ging alles irgendwie aber ich kenne es wenn man die Karte reinsteckt und nix mehr rauskommt. Aber wirklich dreckig ging es mir nie, ich habe auch Geld von meiner Mutter angenommen.
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Da gibt es auch krasse Leute. Im Studium wurde uns immer eingetrichtert, wie wichtig Englisch ist und dass ein Auslandsaufenthalt in jeden Lebenslauf gehört, aber die meisten Austauschprogramme meiner Uni waren schlichtweg für mich nicht finanzierbar. Daher habe ich mehrere Sommer lang in Schottland in einem gehobenen Hotel als Zimmermädchen und Bedienung gearbeitet
Eigentlich ne sehr smarte Alternative!
Ich selber finde das mit den Auslandsaufenthalten schon wichtig, man lernt alles aus einer anderen Perspektive kennen und das zahlt sich immer aus.
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Daher habe ich mehrere Sommer lang in Schottland in einem gehobenen Hotel als Zimmermädchen und Bedienung gearbeitet. Da kam wirklich mal eine Mutter mit Kindern und sagte "watch this" während wir Zimmer reinigten. Die head housekeeperin (war die einzige, die mit Gästern sprechen durfte, war auch krass) fragte, ob man weiterhelfen könnte und die Frau sagte, nö, sie wolle ihren Kindern nur mal zeigen, was aus Leuten wird, die in der Schule nichts lernen - es war ihr glaube ich noch nicht mal bewusst, wie sehr sie die Leute (zu denen ich ja gehörte) da gerade degradierte
Unglaublich heftige Erfahrung finde ich..aber solche Menschen gibt es und vor allem weil sie es nicht merken, sollte man da keinen Vorwurf machen, eigentlich tut sie mir sogar leid.
Ich saß mal im Skilift neben einen Winnerpärchen, early 50s vielleicht, anhand der Kleidung und Ausrüstung unerfahren aber gutes Material, sie in Champagnerlaune und fing an irgendwas zu faseln von "wir können den ganzen Skihang hier kaufen wenn wir wollen, kicher kicher" ohne das in irgendeinem Kontext einfließen zu lassen, es fand kein Gespräch zwischen uns statt aber jeder sollte es hören. Das war mir so unfassbar peinlich weil du an solchen Aussagen und der gesamten Situation merkst, die haben nicht wirklich die Verantwortung für soviel Geld und wenn sie es hätten sind sie ideel komplett damit überfordert und das kam in dieser Situation so richtig raus. Peinlich, hat sich eingebrannt.
In der Baude, premium Schampus sehen alle sie als winner.


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14.08.2025 um 23:47
Wenn man das ganze an der Verfügung von materiellen Gütern zur Befriedigung der Bedürfnisse misst,
dann fällt einem doch eines auf... manche haben zu viel des Guten und manche haben zu wenig davon

Warum muss es so sein ?

Es macht doch viel mehr Sinn wenn alle Menschen in etwa das gleiche und genau richtig viel besitzen um gut leben zu können...

Gott ist scheinbar kein Humanist... er gönnt manchen einfach zu viel und anderen viel zu wenig... das ist einfach nur schade...

Und wenn es nicht von Gott in den Stein gemeisselt ist, wieso leben wir dann immer noch so und haben es nicht längst geändert ?


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15.08.2025 um 00:00
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:genau richtig viel besitzen um gut leben zu können...
Da stellt sich aber schon die Frage, wer "gut leben" definiert. Da sieht jeder anders.


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15.08.2025 um 08:16
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Es macht doch viel mehr Sinn wenn alle Menschen in etwa das gleiche und genau richtig viel besitzen um gut leben zu können...

Gott ist scheinbar kein Humanist...
ich glaube nicht, dass das was mit Gott zu tun hat (für was der alles herhalten muss..), sondern mit den Menschen selbst.

Hast Du schon mal erlebt, wie Menschen "kämpfen" wenn es irgendwo Schnäppchen gibt, wenn es ums Erben geht oder um Fressneid allgemein? Und mit dem Letzten meine ich es nicht wortwörtlich, sondern die Angst und Missgunst, zu kurz gekommen zu sein als XY. Einem das berühmte schwarze unter dem Nagel nicht zu gönnen. Die Mehrheit der Menschen an sich ist nun mal nicht bescheiden/genügsam/wohlwollend/für Gerechtigkeit und Harmonie gestrickt, so funktioniert der Mensch nicht.


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15.08.2025 um 08:40
Zitat von TimScottTimScott schrieb:Die Mehrheit der Menschen an sich ist nun mal nicht bescheiden/genügsam/wohlwollend/für Gerechtigkeit und Harmonie gestrickt, so funktioniert der Mensch nicht.
Denk schon ist unabhängig vom Menschen, das Umfeld prägt hart, Sozialisierung.
Wer in einem Umfeld groß geworden ist, indem man sich über materielle Werte definiert (und nicht zu vorderst um immaterielle) wird dieses erstmal übernehmen. Erfahrungen können dazu beitragen sich davon zu lösen.


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15.08.2025 um 08:43
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Es macht doch viel mehr Sinn wenn alle Menschen in etwa das gleiche und genau richtig viel besitzen um gut leben zu können...
Weil alle Menschen gleich viel arbeiten, gleich sparsam/grosszuegig sind und alle gleich leben wollen?
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:manche haben zu viel des Guten und manche haben zu wenig davon
Leute, die 'zuviel' haben, nehme ich mir nicht als Massstab.
Man muss sich das, was einem zur Verfuegung steht, halt einteilen und gut is.
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Wer in einem Umfeld groß geworden ist, indem man sich über materielle Werte definiert (und nicht zu vorderst um immaterielle) wird dieses erstmal übernehmen.
Wahre Worte. Geld und materielle Dinge sind nicht alles.


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15.08.2025 um 08:50
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Weil alle Menschen gleich viel arbeiten, gleich sparsam/grosszuegig sind und alle gleich leben wollen?
Es arbeiten doch wirklich alle soviel, wie sie eben können... der eine kann eben mehr als der andere und kommt dadurch in der Karriereleiter ein Stück weiter nach oben... aber um die Arbeit selbst kommt doch keiner herum...

gut gibt auch arbeitslose, aber selbst denen gönne ich was alle anderen auch haben... würden die mit jeder Arbeit soviel verdienen,
dann wären die womöglich auch garnicht arbeitslos... oder eben nur wenn wirklich Arbeitsplätze fehlen, wofür ja niemand was kann...


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15.08.2025 um 08:50
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Denk schon ist unabhängig vom Menschen, das Umfeld prägt hart, Sozialisierung.
Wer in einem Umfeld groß geworden ist, indem man sich über materielle Werte definiert (und nicht zu vorderst um immaterielle) wird dieses erstmal übernehmen. Erfahrungen können dazu beitragen sich davon zu lösen.
spielt auch eine Rolle, aber so einfach ist das mMng nach nicht.
Menschen haben schon immer um Ressourcen, ob legitim oder nicht, gekämpft.
Ich weiss nicht, warum "wir" uns so gerne romantisieren, als wären wir alle so harmlos, lieb und nett.
Oder zumindest weiss ich nicht, wo all diese Menschen sein sollen, aber vlt lebe ich einfach in einem Paralleluniversum oder so


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15.08.2025 um 08:56
Zitat von TimScottTimScott schrieb:Menschen haben schon immer um Ressourcen, ob legitim oder nicht, gekämpft.
Ich weiss nicht, warum "wir" uns so gerne romantisieren, als wären wir alle so harmlos, lieb und nett.
Mir ging es um die Motivation, das viele so sind, klar.


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15.08.2025 um 08:56
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:wofür ja niemand was kann...
Die meisten Menschen (solange man gesund ist), haben es doch selbst in der Hand, was sie aus ihrem Leben machen.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:der eine kann eben mehr als der andere
Dem einen ist es wichtig und er gibt sich Muehe und der andre halt nicht.

Von nuescht kommt nuescht.
Zitat von TimScottTimScott schrieb:Menschen haben schon immer um Ressourcen, ob legitim oder nicht, gekämpft.
Wir haben doch ein Sozialsystem, dass dafuer sorgt, dass Menschen Raum zum Wohnen und Geld fuer Essen etc. haben.

Um welche Ressourcen kaempft Du denn so in Deinem Alltag? Das letzte Stueck Brot beim Baecker? Die letzte Butterpackung im Angebotspreis?


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