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Kann man seinen Charakter grundlegend ändern?

35 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Charakter, Veränderung, Ausstrahlung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kann man seinen Charakter grundlegend ändern?

17.02.2026 um 09:04
Das letzte Jahr war hart! Ich hätte fast aufgegeben und auch wenn es sich jetzt nicht mehr ganz so schlimm anfühlt, hadere ich sehr mit mir. Ich bin weiblich, 41 Jahre alt, realtiv ansehnlich und intelligent, bin Hochsensibel und sehr nachdenklich und melancholisch, habe dem Thema Partner finden nach so einigen guten und schlechten Erfahrungen seit einigen Jahren per Entscheidung dazu abgeschworen (was auch so bleiben soll) und lebe also allein als Single mit etwas Familie im Umkreis und wenigen, ausgewählten, Freunden. Ich bin nicht ganz gesund (chronische Krankheit) aber im Alltag nicht besonders störend außer dass ich nicht so viel Energie habe. Ich bin Selbstständig und verdiene genug für mich aber habe kaum Besitz weil ich minimalistisch veranlagt bin. So viel erstmal zu den Rahmenbedingungen zum besseren Verständnis.

Mein Leben war eigentlich nie leicht für mich, meine Hochsensibilität ist Segen aber auch hauptsächlich Fluch. Ich bin eher introvertiert außer mit meinen vertrauten Menschen und außer in Situationen in denen ich es extra darauf anlege. Ich kann nur durch Kommunikation bzw Ausstrahlung sehr gut von mir überzeugen wenn ich etwas möchte (zb eine Wohnung) aber das hält wirklich nur kurz an weil mir dafür dann die Energie ausgeht. Aber ich weiß eben dadurch dass es möglich für mich ist auch anders zu sein. Und das ist jetzt der entscheidende Punkt um den es mir geht: "Fake it 'til you make it." - Ist es tatsächlich möglich die eigene Ausstrahlung, das Erscheinungsbild, das innere Gefühl jemand besonderes zu sein, das Talent andere mitreißen zu können zu erlernen bzw dauerhaft umzusetzen wenn man eigentlich immer ein völlig anderer Mensch war, so lange bis man es komplett verinnerlicht hat?

Ich liebe meine Melancholische Art, ich liebe es ein Mensch zu sein der viel denkt, ich mag meinen Hang zum dunklen und düsteren und all das möchte ich nicht verlieren weil dass ich bin aber ich hasse meine Unzufriedenheit, meine Traurigkeit, diese Energielosigkeit, das Gefühl eigentlich nur zu existieren und nicht zu leben. So bin ich wirklich seit meiner Kindheit schon, dass sind also keine Depressionen. Aber ich würde das so gerne ablegen können und möchte quasi einem jeden auf der Straße mit einem breiten Lächeln begegnen, Menschen von mir begeistern können und dass es nicht für nur kurze Zeit anhält.

Bestes Beispiel für die Art wie ich sein möchte ist die Rolle der Mina im neuen Dracula. Sie hat mich so begeistert! Diese fröhliche, überschwängliche, mitreisende und energiegeladene und auch sinnliche Art von ihr wenn sie in Menschengestalt ist. Wer sie kennt weiß was ich meine... Sie ist so präsent, so da, so im Leben! Diese Figur nur als anschauliches Beispiel.

Meine Frage ist also: Ist es möglich, durch Arbeit an sich selbst, solch einen Charakter zu erlangen und das eigene Leben dadurch viel leuchtender zu machen? Ich suche nach einer Möglichkeit auch im Innen mein Leben für mich leichter zu machen. Im Außen habe ich eigentlich wenig dass ich verändern möchte denn ich mag meinen kleinen Freundeskreis, meine kleine Wohnung, mein Single sein, meine Arbeit usw, mehr brauche ich da tatsächlich nicht. Ich möchte aber anders ausstrahlen, als wäre ich ein durchweg fröhlicher Mensch bis ich vielleicht wirklich eines Tages einer bin. Man sagt ja immer die Entscheidung dazu liegt nur an einem selbst aber wenn man es noch nicht umsetzen kann, wie und womit fängt man an als damit es tatsächlich erst nur zu schauspielern?

Wer kennt sich aus, wer hat sich schon versucht so zu wandeln, bei wem ging es gut und bei wem nicht? Braucht es wirklich nur die Entscheidung dazu?


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Kann man seinen Charakter grundlegend ändern?

17.02.2026 um 09:42
Ich würde die Threadfrage mit einem klaren nein beantworten, aber auch nur, weil dort von "grundlegend" die Rede ist.

Die eigene Persönlichkeit lässt sich in einem gewissen Rahmen durchaus weiterentwickeln, insofern die Rahmenbedingungen (Motivation, Geduld, ... etc.) stimmen, aber das geht nicht von heute auf morgen.

Ich arbeite gefühlt schon eine Ewigkeit an mir. Es kann hilfreich sein sich einen Plan zu erstellen und konkrete "Etappenziele" zu definieren. Selbstreflektion ist ebenfalls wichtig, wobei man ehrlich zu sich selbst sein sollte, wenn man etwas nicht auf die Reihe bekommt, muss man das akzeptieren und das Beste draus machen.

In vielen Punkten sind wir uns sehr ähnlich. In deinem Alter war ich auch noch bemüht, meine Introvertiertheit zu überwinden, ohne Erfolg. Ich habe dann irgendwann akzeptiert, dass ich ein Einzelgänger bin, und heute kann ich sehr gut damit leben, und will daran auch nichts mehr ändern. :)

Auch wenn ich nicht glaube, dass du im Erfolgsfall glücklicher sein wirst, wünsche ich dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben.


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17.02.2026 um 10:14
@Peter0167

Ich danke Dir vielmals für deine Wünsche und deinen Rat! Bei mir würde ich vermutlich damit anfangen nicht immer "so eine Fresse zu ziehen" wenn ich anderen Menschen begegne. ;) Ich denke das wäre noch der einfachere Teil, statt dem Miesepetergesicht ein Lächeln aufzusetzen und fröhlich zu Grüßen. Grüßen tue ich zwar auch so aber es fällt echt schwer wenn man gar kein Interesse daran hat. Das wäre also der Schritt eins sozusagen.

Andererseits weiß ich dass viele eben genau das ja auch nur schauspielerin um nur für das Außen gut gelaunt zu wirken aber in Wirklichkeit tragen sie nur eine Maske und zuhause brechen sie dann in Tränen aus und später heißt es dann "Wir haben ja nicht geahnt wie schlecht es ihm/ihr ging." Ich möchte mich ja aber auch im innen gut fühlen, das ist mein Ziel. Aber wie du so schön sagst, das braucht dann wohl viel Zeit auch zu verinnerlichen.

Ein guter Freund sagt mir immer ich hätte zu viel Zeit und mache mir deshalb zu viele schlechte Gedanken. Da könnte schon etwas dran sein. Andererseits stopfen sich Menschen wir er ihren kompletten Tag so voll und haben dann gar keine Zeit mehr sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Ich weiß nicht ob das dann nicht auch sehr ungesund ist wenn man komplett fremdgesteuert ist. Ich habe mir meinen Alltag im Laufe der Zeit so freigeschaufelt das ich im Grunde gar nicht mehr vom außen bestimmt oder gesteuert werde, damit bin ich sehr zufrieden und anders könnte ich es gar nicht mehr. Jetzt anzufangen und Dinge einzubauen um beschäftigt zu sein wäre vielleicht nur in Form eines Hobbys denkbar, also etwas dass ich dann sehr gerne tue um über meine Grenzen zu gehen. Möglicherweise würde ich zb ein Instrument lernen. Geige in einem hellhörigen Mehrfamilienhaus zu üben wäre dann wiederrum aber wieder problematisch. So zerschlagen sich dann eben wieder meine Vorstellungen am realen Leben...

Also es gibt immer ein für und ein wieder. Ich bin auch ein Einzelgänger was ja für uns Menschen eigentlich gar nicht vorgesehen ist. Daher auch immer das Gefühl man passe nicht in diese Welt. Ich hab immer so viel gehadert und dann hatte ich mich mit 40 gefangen und mir gesagt dass ich mich jetzt so annehmen will weil es ist wie es ist, allerdings habe ich eben noch nie wirklich versucht es in eine andere Richtung zu lenken. Das wäre jetzt das erste Mal etwas aktiv zu tun um den Wunsch umzusetzen. Ich kann mir aber auch kaum vorstellen dass es das Gefühl von glücklich sein hervorrufen könnte weil das in meinem Leben bisher nicht dauerhaft vorkommt, es ist immer nur Momentaufnahme.


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17.02.2026 um 10:56
Die ganz große Kunst ist es, einen gesunden Mittelweg zwischen dem was man für sich selbst will, und dem was andere von einem erwarten zu finden.

Ginge es z.B. nur nach mir, würde ich nahezu alle sozialen Kontakte abbrechen. Ich hasse es auf Geburtstagspartys zu gehen. Noch schlimmer als Geburtstage sind Hochzeiten, um die mache ich möglichst einen großen Bogen. Das Problem dabei ist, wenn man es übertreibt, sich allzusehr absondert, mag einem das für den Augenblick zwar positiv erscheinen, aber auf Dauer fängt man sich damit nur andere Probleme ein.

Das Gegenteil davon ist auch nicht gut, das sehe ich z.B. bei meinem Bruder. Der hat inzwischen 5 Kinder und ein soziales Umfeld so groß wie eine Kleinstadt. Es gibt Tage, da ist er auf mehreren Geburtstagen und Hochzeiten unterwegs, zudem wird er noch intensiv in seinem Job gefordert. Aus meiner Sicht hat er überhaupt kein eigenes Leben mehr und ist nur damit beschäftigt sich zu verbiegen um es jedem recht zu machen.

Ich glaube, wir sind beide Extremfälle, und irgendwann werden wir die Rechnung dafür zahlen. Besser wäre es, wir würden uns beide etwas aufeinander zu bewegen, ohne dabei unsere Persönlichkeit aufzugeben, aber das ist leichter gesagt als getan.

Optimal wäre es, einen Weg einzuschlagen, wo man mit sich selbst zufrieden und "im Reinen" ist, und dennoch offen für Veränderungen bleibt. Dazu gehört auch, seine eigenen Stärken und Schwächen nicht nur gut zu kennen, sondern sie auch anzunehmen. Wer Perfektion anstrebt, landet unweigerlich in einer Sackgasse, die nicht selten den Namen "Depression" trägt.

Wer mit seiner Vergangenheit Frieden geschlossen hat, und seine Zukunft offen gestaltet, wird häufig mit emotionaler Ausgeglichenheit und Zufriedenheit belohnt. Bestrebungen so zu sein wie andere, werden damit obsolet.


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17.02.2026 um 11:09
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Ich möchte aber anders ausstrahlen, als wäre ich ein durchweg fröhlicher Mensch bis ich vielleicht wirklich eines Tages einer bin.
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Ich liebe meine Melancholische Art, ich liebe es ein Mensch zu sein der viel denkt, ich mag meinen Hang zum dunklen und düsteren und all das möchte ich nicht verlieren weil dass ich bin aber ich hasse meine Unzufriedenheit, meine Traurigkeit, diese Energielosigkeit, das Gefühl eigentlich nur zu existieren und nicht zu leben.
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Im Außen habe ich eigentlich wenig dass ich verändern möchte denn ich mag meinen kleinen Freundeskreis, meine kleine Wohnung, mein Single sein, meine Arbeit usw, mehr brauche ich da tatsächlich nicht
Für mich widerspricht sich das etwas. Der jederzeit Gute-Laune-Keks kann halt eher schlecht gleichzeitig der Melancholie fröhnen :D Und mit vielem - wie ich finde sehr wichtigen Aspekt im Leben- bist du ja anscheinend sehr zufrieden.
Damit will ich den Rest nicht klein reden, frage mich aber, ob es nicht eher das Gegenteil bewirken würde, deine "Persönlichkeit' zu ändern.
Nur weil du schon als Kind 'so gewesen bist", heißt das nicht, dass es dafür nicht z.b auch körperliche Gründe geben kann ( Mangel von irgendwas geht z.B schnell mit Symptomen wie Erschöpfung oder antriebslosigkeit einher, nur so für den Hinterkopf :) ).
Vielleicht wäre es hilfreich für dich selbst ganz konkret 2-3 Dinge zu benennen, die du ändern möchtest - und warum du sie verändern willst. Und dann ein bisschen rumprobieren, was dir hilft. Wie du dich damit fühlst usw. Oft es ist ja z.b die Gewichtung von Dingen.
Ich überspitz mal: wenn du den ganzen Tag über den Untergang der Welt nachdenken, traurig Musik hörst und beruflich Trauerreden hälst, dann wird das irgendwann "übermächtig". Schaff dir "unbeschwerte" Momente, einen festen Abend, wo du mit Freunden zusammen bist, Sport, beim putzen einen Podcast, der für dich ganz neue Themen behandelt.....und dafür zelebriere "den Genuß am Düsteren" genau so gezielt. Ein Abend, wo du in die Tiefe abtauchen darfst.


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17.02.2026 um 11:16
Schön dass du mal wieder vorbeischaust. :-)
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Man sagt ja immer die Entscheidung dazu liegt nur an einem selbst
Das ist leider nur teilweise richtig.

Jeder Mensch bringt andere Stärken, Schwächen, Ressourcen mit. Jeder hat eine andere Resilienz.
Man kann versuchen die eigenen Stärken zu finden und entsprechend zu nutzen.
Man kann an sich arbeiten in Form von Therapie und vor allem durch Selbstreflexion, sich die eigenen Denkmuster bewusst machen und ggf. versuchen sie zu durchbrechen.

Komplett ändern kann sich niemand.

Wenn du großteils zufrieden bist, warum willst du dich denn ändern?


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17.02.2026 um 11:20
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Meine Frage ist also: Ist es möglich, durch Arbeit an sich selbst, solch einen Charakter zu erlangen
Ja.
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:und das eigene Leben dadurch viel leuchtender zu machen? Ich suche nach einer Möglichkeit auch im Innen mein Leben für mich leichter zu machen
Nein. Leichter würde dadurch sicher nichts, auch wenn das den Anschein haben mag.
Nur weil jemand nach Außen fröhlich, mitreißend, inspirierend wirkt, ect.; heißt das ja noch lange nicht, das er mit sich im Reinen ist, zufrieden, glücklich. Das für ihn irgendwas leichter wäre.
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Wer kennt sich aus, wer hat sich schon versucht so zu wandeln, bei wem ging es gut und bei wem nicht?
Nicht in diese Richtung, sondern eine völlig andere. Ich hatte als Jugendlicher wahnsinnige Probleme mit Wut und Jähzorn. Es hat mich gut 10 Jahre gekostet diese Eigenschaften in etwas anderes zu verwandeln. Wer mich heute kennt, glaubt in der Regel nicht das ich diese Probleme hatte. Bin Pazifist geworden und einer der friedlichsten und ruhigsten Menschen die man sich denken kann.
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Braucht es wirklich nur die Entscheidung dazu?
die Entscheidung etwas ändern zu wollen, ändert herzlich wenig. Je tiefer die Eigenschaften in uns verwurzelt sind, desto anstrengender ist es sie zu ändern. Wie gesagt - 10 Jahre +/- wirklich harte Arbeit an mir selbst die nicht besonders angenehm war.
Und es hat immer seinen Preis, da Eigenschaften miteinander verbunden sind.
Du willst deine Melancholie behalten ohne Traurigkeit? Wird nicht funktionieren, entweder/oder - denn das hängt ja völlig offensichtlich zusammen. Genau wie deine Nachdenklichkeit und Introvertiertheit.
Man kann nicht einfach irgendwelche Eigenschaften aus einem Katalog auswählen und sich antrainieren, das muss schon konsistent sein.
Aber ganz grundlegend: Ja, man kann sich ändern, auch tiefgreifend, aber einfach ist es nicht. Und selten der Mühe wert.


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17.02.2026 um 11:23
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Bei mir würde ich vermutlich damit anfangen nicht immer "so eine Fresse zu ziehen" wenn ich anderen Menschen begegne
Das kann man trainieren. :-) Ich war auch immer jemand, der Fresse gezogen hat. War aber auch oft beabsichtigt, um nicht angesprochen zu werden. Hat trotzdem nicht funktioniert. Inzwischen hab ich das besser drauf, dass ich freundlich gucken und auch reagieren kann.

Aus Melancholie kann man viel an Kreativität herausholen. Viele Künstler sind melancholisch veranlagt.


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17.02.2026 um 12:00
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Braucht es wirklich nur die Entscheidung dazu?
Doch ja, ich denke schon. Ich entscheide mich bewusst dafür, dass es mir gut gehen soll, und ich glücklich sein will.
Selbstreflektion hilft mir zu erkennen, weshalb oder in welchen Momenten ich nicht glücklich bin. Selbstannahme macht mich zufrieden und glücklich.

Oft hatte Loslassen damit zu tun, dass ich immer glücklicher und zufriedener wurde. Loslassen von unguten Verhaltensweisen, negativen Menschen, negativem Input etc.

Ein Zettel auf meinem Schreibtisch: „What bring me joy?“ gibt einen Impuls fürs Glücklichsein, und motiviert ggf. selbst in eine Handlung zu gehen, die mich glücklich macht :)


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17.02.2026 um 12:12
Hallo @Ignatz85.

Ein wenig finde ich mich in deinem Beschriebenen wieder.

Hatte und habe aber auch zusätzlich und wenn in Vertrautheit und Selbstsicherheit, die aber nicht selbstverständlich bei mir ist, eine etwas überschwängliche, redselige, euphorische - andere würde dazu auch kindische Art sagen an mir, mit der ich in meinem Leben aber nur die wenigstens Menschen mitreißen konnte. Die meisten, sogar bester Freund seit Sandkasten, fühlten sich davon immer mal mehr oder weniger genervt. Genauso wie davon genervt und bedingt durch meine sehr emotionale Art mir zu viel immer zu schnell zu Herzen genommen zu haben und dann auch ewig drüber nachgedacht oder vor anderen drauf rumgeritten.

Ich habe in den letzten 10 Jahren auch sehr viel Selbstreflexion betrieben und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich einfach nehmen und mögen werde, so wie ich bin, weil Ich es einfach bin. Passt das anderen nicht, haben sie halt Pech gehabt. Komme seit Jahren auch alleine mit mir klar und nur ein guter wahrer Freund würde mir auch weiterhin reichen. Ebenso muss ich nicht mehr auf Teufel komm raus eine Liebesbeziehung haben, habe das Singledasein mit den Jahren sogar zu schätzen gelernt und dadurch grübelt man auch weniger im positiven als auch negativen Sinne.

Na ja, egal.



Zu deiner eigentlichen Frage; Sich grundlegend zu ändern, denke ich, ist/wäre nicht möglich. Könnte man zumindest nicht erzwingen. Würde man es doch irgendwie schaffen und sollte man sich aber Hauptsächlich für andere grundlegend verändert haben, darf man sich selber die Frage stellen, wie authentisch man dann überhaupt noch wäre.

Lese aber, dass du dich ja wenn für dich und dein Innerstes verändern wollen würdest und das ist zumindest schon mal eine gute Grundvoraussetzung, wobei über das Wie dir besser andere Tipps schreiben sollten.

In Zukunft plane ich eventuell nur mal mir nochmal wieder gute Ratschläge einzuholen, wie ich an meinem Selbstvertrauen und dahingehend auch selbstsicherem Auftreten und Erscheinungsbild gerade vor fremden und gerade im öffentlichen und halböffentlichen Raum arbeiten kann. Ob mir dabei auch öfters Mal ein Lächeln durchs Gesicht wehen würde, wäre mir allerdings gar nicht so wichtig und war auch noch nie der groß freundlich dreinschauende Lächler.
Von einigen immer wieder Mal Momenten während meiner wilden Partyzeiten und da unter dem Einfluss von Alk gestanden mal abgesehen, aber zähle ich das nicht, lol.

Und diese überschwängliche Art an mir und der ich dann auch tatsächlich mal lächeln und sogar richtig lachen kann und konnte, habe ich nur in wirklich vertrauter Umgebung und vor Leuten.

Alles Gute dir.

Und am Ende bleibe auch immer du selbst und lerne dich besser so zu akzeptieren, wie du bist, weil ich wirklich der Meinung bin, dass man zwar an sich arbeiten kann, aber auch nie vollständig aus seiner Haut rauskäme bzw. sich nie grundlegend komplett verändern könnte. Auch wenn man es nur für sich selber anstreben würde und was wenn auch in erster Linie eh nur tun sollte, um glücklicher, wenigstens zufriedener mit sich selbst sein zu können.


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17.02.2026 um 15:05
Ich hoffe von Herzen es ist in Ordnung wenn ich nicht einzeln sondern allgemein antworte da ich mich sonst mehrfach wiederholen müsste. Ich danke Euch für alle eure Antworten!

Hier hat das Ganze gerade schon einen Punkt getroffen an dem ich bewusst entscheiden könnte, positiver zu sein. Mein altes ich würde sich ebenfalls über die Antworten freuen aber es würde folgendes nicht bedenken: Wie wundervoll es ist dass sich gleich mehrere mir fremde Personen meiner angenommen haben, ihre Lebenszeit investiert haben um MIR Ihre Gedanken zu MEINEM Problem mitzuteilen. Wenn ich mich in dieses positive Gefühl ganz bewusst hinein stürzen könnte so wie ich mich in meine Melancholie stürzen kann, dann könnte ich den ganzen Tag damit verbringen mich daran zu erfreuen. Dann könnte ich sogar euphorisch darüber werden. Und das möchte ich erreichen! Und nicht nur für ein paar Sekunden sondern langfristig aber aus irgendeinem Grund frisst das positive denken bei mir viel mehr Energie als das negative. Vielleicht ist es auch nur die Gewohnheit, ich weiß es nicht... Weil man es nie anders gemacht hat.

Ich möchte in der Lage sein meinen Fokus umzulenken denn ja, ich bin von Haus aus melancholisch und düster aber das heißt ja nicht dass ich nicht lernen kann mich mindestens zu gleichen Teilen auf die schönen Dinge zu fokussieren. Wenn sie offensichtlich schön sind, ist es leicht. Ich bin viel in der Natur und wenn ich dort etwas schönes erlebe dann freue ich mich auch kurz aber auch aus Situationen wie diesen hier immer etwas positives abzugewinnen, sogar bewusst danach zu suchen, das ist etwas neues für mich. Es könnte sein dass es funktioniert denn ich merke sofort dass sich ein gutes Gefühl breit macht in mir. Und mit diesem Gefühl könnte ich jetzt raus gehen und könnte davon erzählen wenn ich jemanden treffe oder einfach nur das gute Gefühl nehmen um es zu nutzen anderen durch ein Lächeln oder ein nettes Wort etwas zurück geben. Das positive Gefühl wäre sozusagen meine Energiequelle.

Und ja, ich habe diese ganzen Tipps im Internet für ein positives Leben natürlich mal gelesen... Dankbar sein und jeden Tag drei Dinge aufschreiben über die man sich gefreut hat... Hab ich gemacht, ich meine ich schreibe von Haus aus viel als Texterin, aber das hat mir nie etwas gebracht. Es muss ins Bewusstsein, der Wille muss da sein es jede Minute des Tages in den Alltag zu integrieren damit es funktionieren kann. Das denke ich.

Und ja, meine dunklen Stimmungen haben tatsächlich auch positive Seiten denn daraus entspringt meine riesengroße Kreativität die ich als meine größte Stärke bezeichnen würde. Ich weiß das viele Künstler die gleiche Ader haben und daraus großes entstand. Schreiben und zeichnen sind meine Talente. Momentan bemerke ich mein Interesse an klassischer Musik, hab ich sonst nie gehört. Vivaldi (Vier Jahreszeiten) finde ich grandios. Ich dachte plötzlich daran wie toll es wäre ein Streichinstrument so spielen zu können und wie viel Positives man daraus schöpfen könnte. Vielleicht schaffe ich es ja über meinen Schatten zu springen und lerne etwas ganz neues. Vielleicht fehlt mir ja doch was zu meinem Glück auch wenn ich sonst soweit okay mit allem bin, abgesehen von meiner Stimmung eben. Ich kanns ja selbst manchmal nicht glauben dass ich mich zb darüber nicht bewusst freuen kann mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben und völlig frei mein eigener Chef zu sein. Das war mal mein größter Wunsch, allein darüber müsste ich jeden Tag unendlich glücklich sein aber ich fühle kaum etwas. Ja, das positive fehlt schon sehr...


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17.02.2026 um 15:29
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Vivaldi (Vier Jahreszeiten) finde ich grandios.
Dito :lv:
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Ich kanns ja selbst manchmal nicht glauben dass ich mich zb darüber nicht bewusst freuen kann mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben und völlig frei mein eigener Chef zu sein. Das war mal mein größter Wunsch, allein darüber müsste ich jeden Tag unendlich glücklich sein aber ich fühle kaum etwas. Ja, das positive fehlt schon sehr...
Sind bei Dir Depressionen ausgeschlossen worden, also wenn ich das fragen darf? Wenn Du nicht darauf antworten magst, ist das völlig ok :)


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17.02.2026 um 16:36
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Wenn ich mich in dieses positive Gefühl ganz bewusst hinein stürzen könnte so wie ich mich in meine Melancholie stürzen kann, dann könnte ich den ganzen Tag damit verbringen mich daran zu erfreuen. Dann könnte ich sogar euphorisch darüber werden. Und das möchte ich erreichen!
Wäre das nicht der Fall von einem extrem ins andere? Ich persönlich hab mir sehr viel Gleichmut antrainiert, den Blick auf mich und Welt das am Ende alles viel weniger wichtig ist, als es in der Situation erscheinen mag. Das nimmt den Dingen die Schwere, ohne das man deswegen in Euphorie verfällt. Kann nur für mich sagen: das ist ein ganz angenehmer Zustand.


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17.02.2026 um 16:47
@mitH2CO3

Das ist nicht der Grund für meine fehlende Freude. Der Grund hierfür ist beispielsweise in dem genannten Beispiel dass ich zwar realisiere dass ich mir einen großen Traum erfüllt habe aber dass ich beispielsweise immer im Hinterkopf habe dass es jederzeit damit vorbei sein könnte.

Das ist sogar sehr realistisch und sind keine grundlosen Gedanken denn als Selbstständige kann es sogar ganz schnell gehen, von einen Monat auf den anderen, das man die Einnahmequelle(n) verliert und dann plötzlich nicht mehr weiß wie man seine Miete bezahlen soll. Solche Gedanken verwehren mir die Freude zu empfinden bis hierher gekommen zu sein. Man ist eigentlich gedanklich immer irgendwie dabei sich damit auseinander zu setzen wie lange man wohl dieses eigentlich gute Leben so noch leben kann. Es gibt keine Kündigungsfrist wie bei einem Angestellten in der man sich umorientieren oder nach Hilfe suchen kann, es ist wie ein täglicher Drahtseilakt aber dass ist eben das Risiko welches man eingeht und im Gegenzug bekommt man Freiheiten die andere nicht haben und auf die ich auch nicht mehr verzichten möchte.

Auch ein Thema, ich könnte/will nie wieder als Angestellte arbeiten. Was aber machen wenn der finanzielle Rahmen eines Tages einbricht? Grauenvoll überhaupt daran zu denken.


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17.02.2026 um 16:55
@paxito

Siehst du, eigentlich ist das ein erstrebenswerter Zustand den du da hast. Zumindest ist es das was sich beispielsweise im Buddhismus die Mönche in den Klöstern antrainieren aber für mich wäre es ein Alptraum.

Meine Gefühle, auch wenn sie melancholisch oder negativ sind, sind das was mich immer schon ausgemacht hat. Ich kann enorme Freude empfinden bzw konnte ich das vor Jahren noch besser aber auch tief am Boden zerstört sein. Ich brauche das um zu fühlen dass ich noch lebe. Neutral sein, wenig zu fühlen, bedeutet für mich Leer sein. Wie eine leere Hülle die nichts mehr füllt, kein Inhalt in meinem Herzen oder meiner Seele. Als Hochsensible Person ist es nahezu unmöglich für mich deinen Zustand zu erreichen, ich fühle alles sehr viel stärker als "normale" Menschen. Ich sage nicht dass dein Zustand falsch oder nicht richtig ist, nur für mich selbst ist er es. Aber so verschieden gebaut und strukturiert sind wir Menschen.


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17.02.2026 um 17:13
@Ignatz85

Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Was aber machen wenn der finanzielle Rahmen eines Tages einbricht? Grauenvoll überhaupt daran zu denken.
Ja, eine Selbstständigkeit erfordert u.A. eine überdurchschnittliche Belastbarkeit, finanzielle Rücklagen (nebst privater Vorsorge), um ruhig schlafen zu können.

In unserem Sozialstaat gibt es ein Auffangnetz. Tiefer kann man nicht fallen. Und man kann sich auch wieder berappeln, wenn man mal gefallen ist.

Ich wünsche Dir Kraft und Freude auf Deinem Weg!


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17.02.2026 um 17:15
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Wer kennt sich aus, wer hat sich schon versucht so zu wandeln, bei wem ging es gut und bei wem nicht? Braucht es wirklich nur die Entscheidung dazu?
Hast du schon mal versucht im Hier und Jetzt zu verweilen. Du bist mit deinem Handeln im Hier und Jetzt, während deine Gedanken irrationale Szenen hervorzaubern die nur in deiner Fantasie existieren.


Hochsensibel kann man ja sein, aber dann findet sich ein Platz oder eine Umgebung die es einem ermöglicht, sich auf das Hier und Jetzt mit seinen Gedanken zu fokussieren.

Solange du das nicht akzeptierst und dich fortwährend selbst sabotierst, indem du dir Horrorszenarien ausmalst, wirst du auch nie da ankommen wo du eigentlich hin willst.

Die Vergangenheit ist Makulatur, die Zukunft wird nur Spekulation sein. Einzig im Hier und Jetzt findest du deinen Frieden.


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17.02.2026 um 17:21
@Fishface

Ja, auf meinen täglichen Spaziergängen in der Natur schaffe ich das. Dann kann ich meist, nicht immer, das jetzt leben. Manchmal nutze ich es auch um meine Gedanken zu ordnen wenn sie zu wild sind, das klappt auch ganz gut.

Im Alltag ist es aber schwer für mich im jetzt zu sein und dabei nicht der Vergangenheit hinterher zu laufen oder Szenarien der Zukunft auszumalen. Ich hatte unterstützend auch schon Meditation versucht, hab es aber nicht lange ausprobiert. Ich hatte immer das Gefühl statt hier zu sitzen und zu sein könnte ich auch etwas produktiveres machen. Mein Kopf will immer beschäftigt sein, Ruhe finden ist schwer für mich. Ich komme auch kaum zur Ruhe denn immer wenn ich denke "jetzt passt mal gerade alles wie es ist" kommt irgendwas um die Ecke dass es ins wanken bringt. Das bin ich nicht selbst. Das kommt dann von außen.


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17.02.2026 um 17:29
@Fishface

Und bedeutet im Jetzt zu sein denn auch sich keine positiven Szenarien ausmalen zu sollen? Die Frage meine ich tatsächlich ernst.

Negative Szenarien nicht ausmalen, das kann ich voll und ganz nachvollziehen und bedarf keiner Erklärung. Aber wie ist es mit den Träumerein? Also die Gedanken "dies und das könnte so und so laufen, das wäre sehr schön" oder die Vergangenheit betreffend "dies und das war damals sehr schön". Damit verbringe ich nämlich auch sehr viel Zeit und auch hier ist es ja so dass es eben selten dann so stattfindet oder ja schon Vergangenheit ist. Schadet das generell, egal ob positiv oder negativ behaftet?


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17.02.2026 um 17:45
Zitat von Ignatz85Ignatz85 schrieb:Schadet das generell, egal ob positiv oder negativ behaftet?
Naja, Gedanken lösen ja auch Gefühle aus. Wenn ich zwei Stunden lang über negative Dinge nachdenke, die passieren könnten, geht's mir danach nicht gut.
Ist das bei dir anders?

Wenn du dir do negative Szenen ausmalst, dann könntest du dir auch überlegen, was das Schlimmste daran wäre. Beispielsweise eben deine berufliche Zukunft. Wenn dein Auftraggeber wegfällt, dann hast du evtl ja erstmal noch Ersparnisse. Dann gibt es doch auch Unterstützung vom Staat. Und im schlimmsten Fall musst du eben vielleicht doch mit einer Festanstellung überbrücken, aber das geht heutzutage ja auch oft Remote, also von daheim aus, so dass die Umstellung vielleicht gar nicht mal so extrem wäre. Klar, ist es nicht das, was du dir erarbeitet hast und eigentlich möchtest, aber es wäre auch kein Weltuntergang und ggf ja auch nur temporär.

Wenn du diese schlimmen Szenarien also ein Stück weiterdenkst, nimmt das vielleicht auch etwas die Angst, sollte so ein Fall tatsächlich mal eintreten.


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