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Waldorfschulen

1.263 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Waldorf ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Waldorfschulen

Waldorfschulen

06.03.2023 um 16:37
Heute, 22:50, ARD:
"Frank Seibert in der Waldorfschule"
Keine Noten, Namen-Tanzen, Filzklamotten: Auf einer Entdeckungsreise in die Welt der Waldorfschule streift Reporter Frank Seibert platte Klischees nur am Rande.

Stattdessen taucht er tiefer ein in eine Schulform, die seit über 100 Jahren neben dem öffentlichen Schulsystem als erfolgreiche Alternative existiert und oftmals belächelt wird.

Wie funktioniert die Waldorfschule?
Ausgehend von harten Vorwürfen wie z.B. Sektengemeinschaft versucht Frank zu verstehen, wie die Waldorfschule überhaupt funktioniert, was gut ist und was sogar gefährlich. Dazu geht er wieder in die dritte Klasse, um aus nächster Nähe dabei zu sein, wenn Waldorf-SchülerInnen unterrichtet werden.

Frank kommt sowohl in Kontakt mit der esoterisch-spirituellen Weltanschauung "Anthroposophie" rund um ihren Gründer Rudolf Steiner als auch mit einer Schulform, in der Gartenarbeit, Theater und Handwerken ganz selbstverständliche Teile sind. Am Ende muss er sich entscheiden: Würde er seine zukünftigen Kinder auf eine Waldorfschule schicken?

Ein Film von Jens Pfeifer
Quelle: https://www.daserste.de/programm/index.html#frank-seibert-in-der-waldorfschule-100

Das werde ich heute wahrscheinlich nicht sehen können. Vielleicht berichtet ja jemand ...
Und wenn nicht:
Diese Sendung ist nach der Ausstrahlung fünf Jahre lang in der ARD Mediathek verfügbar.
Das die ARD vermutlich, trotz allem, weiterbestehen wird, bleibt dann ja noch etwas Zeit :)


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Waldorfschulen

06.03.2023 um 17:51
@Nemon

Danke für den Hinweis.
Wenn ich nicht schon schlafe, werde ich mir das ansehen (Mediethek tut´s auch).
Ich bin mal gespannt über die "Richtung", die die Reportage nimmt, ob pro oder contra.

Warum siehst du es dir nicht in der Mediathek an?


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Waldorfschulen

06.03.2023 um 17:54
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Warum siehst du es dir nicht in der Mediathek an?
Ja doch, werde ich wahrscheinlich. Aber nachträglich erst.


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Waldorfschulen

07.03.2023 um 20:10
@Nemon
@Bundeskanzleri
Ich habe mir den Film heute Morgen angesehen, quod erat expectandum, voll überzeugte Lehrer, Schüler und Eltern, die nicht kritisch hinterfragen, Eltern und Schüler, die von Anthroposophie keine Ahnung haben, bzw. bewusst dumm gehalten werden, Ein vergeistigtes Schönkostmütterchen als Klassenlehrerin. Schwarze Pädagogik haben die natürlich nicht gezeigt, wie auch? Ich denke, der ganze esoterische Background ist schon schlimm genug.

Das ist alles immer noch so wie während meiner Schulzeit in den 1980er Jahren. Meine Klassensehrerin war eine adipöse Mittdreißigerin die für mich keine geliebte Autrorität war, sondern die ich für all den esoterischen Unsinn den die mir erzählt hat gehasst habe.

Wer den Scheiß, den Waldorflehrer erzählen glaubt, kann durchaus an einer Waldorfschule glücklich werden, aber wer dann ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium anstrebt wird möglicherweise scheitern, es sei denn, seine Eltern geben ein Heidengeld für Nachhilfe aus, auch im Studium.

In den Waldorfsalt Podcast Bonusfolgen kommen ehemalige Waldorfschüler zu Wort, die das eigentlich ähnlich wie ich sehen, ich bin also kein Einzelfall und irgendwie falsch:
https://waldorfsalat.letscast.fm/episode/b1-bonus-stimmen-aus-der-community
https://waldorfsalat.letscast.fm/episode/b2-bonus-2-stimmen-aus-der-community

In dem Film war von einer hohen Abiturientenquote an Waldorfschulen die Rede, das relativiert sich aber durch Quereinsteiger von anderen Schulformen, die natürlich mit dem niedrigeren Leistungsniveau besser klarkommen und durch die bildungsbürgerlichen Elternhäuser.


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Waldorfschulen

07.03.2023 um 20:21
@Wurstsaten
Was war denn das Resümee des Experimentators?
Immerhin wurden ja im Teaser einige Kritikpunkte angekündigt.


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Waldorfschulen

07.03.2023 um 20:26
Eigentlich empfiehlt er nur, dass für Waldorflehrer eine wissenschaftliche pädagogische Ausbildung vorausgesetzt werden soll, da Lehrer die nur Waldorf gelernt haben zu einer dogmatischen Steinerauslegung neigen, und das für ihn persönlich waldorf nix taugt.


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Waldorfschulen

07.03.2023 um 20:56
@Wurstsaten

Na, diese Empfehlung ist doch schon mal gut. Allerdings wird das nicht funktionieren, wo sollen solche doppelt ausgebildeten Lehrer alle herkommen.

Die Klassenlehrerin meines Sohnes kam von der Regelschule.
Mit den Kindern hat sie vieles sehr gut gemacht.

Mein Sohn hat sich eine gesunde Distanz bewahrt, was den Kindern, deren Eltern Anthros waren, oft nicht gelungen ist.

In späteren Jahren haben viele Schüler die Lehrer in Grund und Boden diskutiert.

Trotzdem hat mir natürlich vieles missfallen. Der Allmachtsanspruch, die Kinder beurteilen zu können geht mir sehr auf den Keks.
Da sollten die Lehrer bei ihren Fächern bleiben und nicht Therapeuten spielen, das muss schiefgehen.

Ich sehe einfach beide Seiten. Allerdings könnte man natürlich die vielen guten Aspekte auch ohne die negativen durchsetzen. Aber soviel Arbeit macht man sich eben nur, wenn man an etwas "glaubt".


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Waldorfschulen

07.03.2023 um 21:02
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Na, diese Empfehlung ist doch schon mal gut. Allerdings wird das nicht funktionieren, wo sollen solche doppelt ausgebildeten Lehrer alle herkommen.
Das ist mir doch egal, dann sollen die halt normale Lehrer einstellen und den Waldorfschrott lernen die dann in einem berufsbegleitenden Kurs.


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Waldorfschulen

30.03.2023 um 06:32
Alternativer Morgenspruch:

Ich schaue in die Welt,
Wo Sonnenkälte leuchtet,
Wo Sterne Seelen tragen;
Wo Gnome, Elfen, Zwerge,
In Pflanzen, Steinen, Tieren,
Verborgen sich verweben,
Wo Mensch beseelt und gläubig,
Der Mystik Raum gewährt.

Ich schaue in die Seele,
Die tief in mir sich regt.
Die Geisterwelt, sie webt
In Sonnenkälte, Seelentraum,
Im Weltenraum, da draußen,
In Seelentiefen drinnen.

Zu dir, Anthroposophie,
Will ich mich suchend wenden,
Dass Kraft aus Illusion
Zum Lernen und zur Arbeit
In meinem Innern wachse.

Verschwörungstheorien,
Geheimnisvoll und schattig,
Verflechten sich im Unterricht,
In dieser Welt der Rätsel,
Die uns Rudolf Steiner
Als Weg und Wahrheit schenkt.

So sprechen wir den Morgenspruch,
Gedanken eingefangen,
Im Netz der Irritation,
Vereint in dieser Lehre,
Von Wissenschaft entrückt.


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Waldorfschulen

18.04.2023 um 13:14
@Bundeskanzleri
@Nemon
@Kältezeit
@SuiGeneris
@MissMary

Anthroposophie - die Wissenschaft des Übersinnlichen (Seite 29) (Beitrag von Wurstsaten)
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb am 14.04.2023:In unserer modernen Welt begegnen wir einer Vielzahl von Überzeugungen, die die Gesellschaft in unterschiedlicher Weise beeinflussen.
Eine dieser Überzeugungen ist der Aberglaube, der auf irrationalem Glauben und der Annahme von übernatürlichen Einflüssen beruht. Eine weitere Überzeugung ist die Esoterik, die sich auf okkulte oder geheimnisvolle Praktiken und Wissen stützt, das von einer begrenzten Gruppe von Eingeweihten zugänglich ist.
Obwohl viele Menschen diese Ideen als harmlos oder persönliche Überzeugungen betrachten, können sie in einigen Fällen zu schwerwiegenden Folgen führen, insbesondere wenn sie zur Rechtfertigung von Grenzüberschreitungen oder unangemessenen Handlungen verwendet werden.

Ein besorgniserregender Aspekt der Esoterik ist ihre rechtsoffene und oftmals braune Tendenz. In einigen Fällen kann dies zu Verbindungen mit extremen politischen Ansichten und Ideologien führen, die zu weiteren Problemen in der Gesellschaft und im Bildungsbereich beitragen.

Die Problematik von apokalyptischen Vorstellungen, die sich aus Aberglauben und Esoterik ableiten, erstreckt sich auch auf den Bildungsbereich, einschließlich der Hochschulen.
Es ist wichtig, diese Probleme zu identifizieren und anzugehen, um sicherzustellen, dass der Bildungsbereich frei von schädlichen oder potenziell gefährlichen Einflüssen bleibt.

Die Anthroposophie gilt als eine der bedeutendsten esoterischen Strömungen in Europa, wenn nicht sogar weltweit.
Die Waldorfpädagogik ist eng mit den anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners verbunden und hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Schulen, die diesem Modell folgen.

Als ehemalige Waldorfschüler haben wir Erfahrungen gemacht, die wir selbst unseren schlimmsten Feinden nicht wünschen würden, und haben festgestellt, dass wir auch nach unserem Weggang von der Waldorfschule weiterhin von dem indoktrinierten privaten Umfeld beeinträchtigt wurden.
Persönliche Erfahrungen
Als ehemaliger Schüler einer Waldorfschule habe ich beschlossen, meine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen mit dem anthroposophischen Bildungssystem zu teilen. Mein Hauptanliegen ist es, auf die problematischen Aspekte der Anthroposophie und ihrer Auswirkungen auf die Waldorfschulbildung aufmerksam zu machen.
Ich möchte betonen, dass ich diese Geschichte nicht erzähle, um meine ehemalige Schule oder Mitschüler herabzuwürdigen, sondern um anderen Menschen dabei zu helfen, die potenziellen Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen sie oder ihre Kinder in einer solchen Bildungsumgebung begegnen könnten, besser zu verstehen.

Ich sehe mich nicht als Nestbeschmutzer, denn die Waldorfschule war nie mein Nest. Vielmehr empfand ich sie als eine Art "GULAG", in das ich aufgrund arglistiger Täuschung geraten bin.
Es ist mir wichtig, klarzustellen, dass ich keinen Groll gegen meine Mitschüler hege und dass alles, was an unerträglichen Dingen passiert ist, alleinige Verantwortlichkeit der Lehrer war.
Ich selbst bin kein Mensch, der die linke Wange hinhält, wenn man ihn auf die rechte schlägt.
Ich beschwere mich erst und schlage zurück, wenn das nichts nützt.

Meine Erfahrungen an der Hiberniaschule
Die Atmosphäre an der Hiberniaschule war von einem "kranken Sound" geprägt, der die verschrobene, pathologische Kultur widerspiegelte, Harry Rowohlt beschrieb das passend als »Wie Töne aus einer undichten Gummizelle.«

Die Lehrer und Schüler schienen in einer Art Paralleluniversum zu leben, das mit der Realität wenig zu tun hatte.
Es gab viele Konflikte und Probleme in der Pubertät, mit denen die Lehrer oft überfordert waren.
Anstatt angemessen damit umzugehen, griffen sie oft zu schwarzer Pädagogik und autoritärem Verhalten.
Mobbing, psychische und sexuelle Gewalt waren alltägliche Probleme, die von den Lehrern ignoriert oder sogar aktiv unterstützt wurden.

Ein weiterer wunder Punkt waren die anthroposophischen Diagnosen, aufgrund derer Schüler aus dem Unterricht geholt wurden, um Sprachgestaltung, Heilerurythmie oder andere esoterische Therapien zu machen.
Es gab auch völlig irrationale Diagnosen wie "Dämonenkind" oder "Heuschreckenmensch", die von den Lehrern mit Mobbing und Ausgrenzung behandelt wurden.

Die Gruppendynamik in der Klasse war ungünstig und begünstigte das Mobbing und die Gewalt.
Es gab wenig Solidarität unter den Schülern und jeder schien sich selbst der Nächste zu sein.
Viele Unterrichtsinhalte waren esoterisch und oft mit Indoktrination verbunden. Die Unterrichtsgestaltung oft sehr unflexibel und statisch.
Es gab wenig Raum für individuelle Interessen und Bedürfnisse der Schüler.
Der Lehrplan und die Methoden waren sehr starr und es wurde wenig Rücksicht auf unterschiedliche Lerntypen genommen.
Oft wurden auch bestimmte Themen aus ideologischen Gründen ausgespart oder nur einseitig behandelt.
Die Lehrer predigten oft ihre eigenen Weltanschauungen und Ideologien, anstatt den Schülern eine neutrale und wissenschaftliche Bildung zu vermitteln.
Der Vertrauensverlust in die Lehrer und die Schulleitung war enorm.
Viele Schüler fühlten sich allein gelassen und nicht ernst genommen.
Es gab auch "Esopsychopathen", also Lehrer mit psychischen Problemen, die Schülern gegenüber oft rücksichtslos und manipulativ auftraten.
Es scheint, als ob es viele Schüler gab, die bereits vor ihrer Zeit an der Waldorfschule psychische Probleme hatten, und die Schule hat diese Probleme oft noch verstärkt.
Es gab einige Päderasten unter den Lehrern, die haben allerdings ihre Neigung nicht voll ausgelebt, aber wir wurden angeschmachtet und verbal belästigt.
Die Lehrer waren oft selbst unqualifiziert und hatten psychische Probleme, und anstatt eine neutrale Bildung zu vermitteln, haben sie ihre eigenen Weltanschauungen und Ideologien gepredigt und versucht, die Schüler zu indoktrinieren.
Es gab auch eine "homogenisierung der Massen", bei der die Schüler so bearbeitet wurden, dass sie genauso verstört waren wie die anderen.
Wenn Schüler nicht anthroposophisch genug waren, wurden sie fertig gemacht.
All dies hat dazu geführt, dass viele Schüler psychische Probleme hatten und sogar verstört waren.

Fazit
Insgesamt hatte die Schule ein postfaktisches Weltbild, das geprägt war von Gehirnwäsche und Manipulation.
Es gab wenig Raum für kritisches Denken und objektive Wissenschaft, stattdessen wurde eine Art alternativer Realität gepredigt.
Durch die kollektive Leitungsstruktur der Schule gab es oft keine klare Verantwortlichkeit für schwerwiegende systemimmanente Probleme.
Die Schulleitung und auch einzelne Lehrer beharrten oft darauf, dass Probleme intern behandelt werden sollten, ohne dass dies zu angemessenen Lösungen führte.
Diese Verantwortungsdiffusion hat dazu beigetragen, dass viele der genannten Probleme in der Schule weiterbestanden und sich sogar verschlimmert haben.


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Waldorfschulen

23.04.2023 um 12:05
Die Geistigen Hintergründe der Äußeren Welt :D

Ich habe ein Essay über das Demokratieverständnis Steiners geschieben, nachdem ich in der GA177 gelesen habe.
Demokratieverständnis an Waldorfschulen im deutschsprachigen Raum

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, gilt vorrangig als Prophet, Religionsstifter, Universalgelehrter und Vortragsredner. Er entwickelte das Konzept der Waldorfschulen und der sozialen Dreigliederung im frühen 20. Jahrhundert. Trotz seiner Bemühungen, als Philosoph anerkannt zu werden, wird Steiner vorwiegend von seinen Anhängern in diesem Licht betrachtet und nicht von der allgemeinen philosophischen Gemeinschaft.

Im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) haben sich seitdem zahlreiche Waldorfschulen etabliert, die mehrheitlich dem konservativen Programm folgen und eng mit der Anthroposophie und dem Bund der Freien Waldorfschulen verbunden sind.

Steiners Demokratieverständnis basiert auf der Idee, dass der Parlamentarismus und andere Formen der Demokratie aus der Schulverwaltung ausgeschlossen werden sollten. Er glaubte, dass die Einbindung des Geisteslebens in demokratische Strukturen den Lehrer zu einem Vertreter machen würde, was letztendlich zur "real gelebten Lüge" führen würde. Die pädagogische Praxis sollte weder demokratischen Beschlüssen noch ökonomischen Notwendigkeiten folgen, sondern stattdessen das freie Urteil des Pädagogen respektieren.

In den meisten Waldorfschulen im deutschsprachigen Raum hat sich seit 1919 wenig an diesem konservativen Demokratieverständnis geändert. Die Schulen werden vom Bund der Freien Waldorfschulen und vom Institut für Soziale Dreigliederung beraten und folgen der orthodoxen Strömung der Anthroposophie.

Einige Kritiker, einschließlich maßgeblicher Kritiker innerhalb der Anthroposophie, werfen Steiner vor, ein Verschwörungstheoretiker zu sein. Dieser Aspekt seiner Ideologie ist einigen Anthroposophen bewusst, wird aber häufig ignoriert oder unter den Teppich gekehrt, was als Doppelsprech bezeichnet werden kann. Beispielsweise argumentierte Steiner, dass die Demokratie eine Illusion sei und dass einige wenige Menschen die Fäden ziehen würden, während die meisten anderen Menschen glauben, dass sie in einer Demokratie leben und ihre Meinung zählt.

Es gibt zwar vereinzelt Ausnahmen von Schulen, die sich an der Pädagogik Steiners orientieren, aber nicht dem Bund der Freien Waldorfschulen angehören. Dennoch repräsentieren diese Ausnahmen nicht die Mehrheit der Waldorfschulen im deutschsprachigen Raum, die dem konservativen Programm treu bleiben.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Demokratieverständnis an den meisten Waldorfschulen im deutschsprachigen Raum konservativ geprägt ist und sich eng an die Lehren und Strukturen der Anthroposophie anlehnt. Die enge Verbindung dieser Schulen mit dem Bund der Freien Waldorfschulen und dem Institut für Soziale Dreigliederung trägt dazu bei, dass das konservative Demokratieverständnis Steiners weiterhin die Grundlage für die Schulorganisation und -verwaltung bildet. Die Kritik an Steiners Ansichten, insbesondere in Bezug auf seine Verschwörungstheorien, ist zwar vorhanden, wird aber von vielen Anthroposophen ignoriert oder relativiert.

Steiners Verschwörungstheorien und ihre Rezeption in der Anthroposophie sind problematisch, da sie oft ignoriert oder relativiert werden. Dies kann fatale Auswirkungen auf das Geschäftsgebaren und die Glaubwürdigkeit der Waldorfschulen haben. Insbesondere die Verantwortungsdiffusion, bei der nur ideologisch zuverlässige Personen in Gremien mitarbeiten dürfen und der Elternwille untergraben wird, trägt zu einer geschlossenen und intransparenten Struktur bei. Um die Glaubwürdigkeit von Waldorfschulen wiederherzustellen und eine positive Veränderung zu bewirken, ist es wichtig, sich der Kritik an Steiners Ansichten zu stellen, demokratische Strukturen und Prozesse zu etablieren und einen offenen Dialog mit allen Beteiligten zu führen.

Die Anthroposophie ist die größte esoterische Strömung Europas, wenn nicht weltweit. Es ist daher verständlich, dass trotz einiger Kritikpunkte und kontroverser Aspekte von Steiners Demokratieverständnis und seiner Verschwörungstheorien viele Menschen die Anthroposophie und die von ihr inspirierten Institutionen wie Waldorfschulen als wertvolle Alternativen betrachten, die persönliches Wachstum und geistige Entfaltung fördern.

In einer Zeit, in der viele Menschen nach einer tieferen Bedeutung und einer Verbindung zwischen den wissenschaftlichen und spirituellen Aspekten des Lebens suchen, bietet die Anthroposophie ein umfassendes Weltbild, das in der modernen, materialistischen Kultur oft fehlt.

Obwohl die Anthroposophie vielen Menschen als eine Quelle der Inspiration und Lebenshilfe dient, ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass einige Aspekte von Steiners Lehren problematisch sein können. Das Demokratieverständnis, das er propagierte und das in vielen Waldorfschulen umgesetzt wird, kann als eine Hürde für eine offene, transparente und partizipative Bildungseinrichtung gesehen werden.

Letztendlich liegt es an den Einzelpersonen und Gemeinschaften, die Vor- und Nachteile der Anthroposophie, Steiners Demokratieverständnis und der Waldorfpädagogik abzuwägen und zu entscheiden, welche Elemente für sie sinnvoll und hilfreich sind. Eine kritische und differenzierte Betrachtung dieser Themen ist entscheidend, um sowohl die positiven als auch die problematischen Aspekte der Anthroposophie und Waldorfschulen zu erkennen und in einen konstruktiven Dialog zu bringen.
Quelle: Ich selber
Katzen mit Zauberstäben halfen im spirituellen Krieg
Quelle: das hat der große Philosoph Markus Kiesling geschrieben


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Waldorfschulen

23.04.2023 um 12:12
Die Waldorfschulen werden ja gerne in einer grünen oder linken Ecke verortet, dabei ist der ursprüngliche ideologische Unterbau eher rechts-esoterisch, Demeter gehört übrigens zum selben politischen Kosmos (Anthroposophie).

https://www.nzz.ch/gesellschaft/anthroposophie-wie-viel-esoterik-steckt-in-demeter-und-weleda-ld.1625162


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Waldorfschulen

23.04.2023 um 12:52
Sorry, ich bin halt ein Ichloses Dämonenkind, ich darf das :D also noch ein Essay:
In diesem Essay wird der versteinerte Unterrichtsstoff an den Waldorfschulen unter folgenden Gesichtspunkten beleuchtet: Technophobie, Antimaterialismus, Verschwörungsdenken, apokalyptische Vorstellungen und Aberglaube. Der Fokus liegt dabei auf dem deutsprachigen Raum, in dem der Großteil der Waldorfschulen das konservative Programm verfolgt. Waldorfschulen, die der orthodoxen Strömung der Anthroposophie folgen und von dem Bund der Freien Waldorfschulen und dem Institut für Soziale Dreigliederung beraten werden, sind in der Mehrheit und prägen somit das Bild dieser Schulform.

Ein Kernproblem in der Waldorfpädagogik besteht darin, dass sie sich auf die Ansichten und Verschwörungstheorien ihres Begründers Rudolf Steiner stützt, der als Prophet und Religionsstifter, aber auch als Universalgelehrter und Vortragsredner wirkte. Steiner hat es geschafft, mit der Anthroposophie eine der größten esoterischen Strömungen Europas und vielleicht sogar weltweit zu begründen. Kritiker werfen Steiner vor, ein Verschwörungstheoretiker zu sein, und diese Kritik wird sogar von Teilen der Anthroposophie selbst geteilt.

Die Waldorfpädagogik hat zwar den Anspruch, Kindern ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen und die Persönlichkeit zu fördern, aber das enge Korsett an ideologischen Vorgaben kann auch zu einem veralteten und einseitigen Schulstoff führen. Die Technophobie und der Antimaterialismus, die in Steiners Anthroposophie verankert sind, können beispielsweise dazu führen, dass in den Naturwissenschaften wichtige Themen ausgelassen werden oder Lehrerinnen und Lehrer sich scheuen, moderne Technologien im Unterricht zu nutzen.

Ebenso problematisch ist das Verschwörungsdenken, das in einigen Waldorfschulen sogar im Geschichtsunterricht vermittelt wird. Apokalyptische Vorstellungen und Aberglaube können ebenfalls in den Schulstoff einfließen und ein verzerrtes Weltbild bei den Schülerinnen und Schülern erzeugen.

Es besteht auch eine Diskrepanz zwischen dem vermeintlichen Anspruch der Waldorfschulen, die Freiheit und Individualität der Schülerinnen und Schüler zu fördern, und der Realität eines ideologisch verankerten Unterrichts, der von manchen als totalitär empfunden wird. Kritiker werfen der Waldorfpädagogik vor, die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler nicht nur zu fördern, sondern auch zu bewerten und teilweise sogar zu unterdrücken, wenn diese nicht dem anthroposophischen Menschenbild entsprechen.

Um der Kritik entgegenzuwirken und eine zeitgemäße, breit gefächerte Bildung sicherzustellen, sollten Waldorfschulen darauf achten, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer eine ausgewogene Perspektive auf die jeweiligen Fächer vermitteln und keine wesentlichen Inhalte aufgrund persönlicher Überzeugungen oder Ängste auslassen. Dabei ist es essenziell, die Inhalte des Unterrichtsstoffs zu überprüfen und zu aktualisieren.


Quelle: Ich selber

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 10:44
@militarynerd
@Bundeskanzleri
@Nemon
@Kältezeit
Ich habe im Anthroposophiethread einen Artikel über die Anthroposophische Apologetik geschrieben, Anthroposophie - die Wissenschaft des Übersinnlichen (Seite 29) (Beitrag von Wurstsaten)

Die Praktischen Auswirkungen kann ich an einem Erlebnis an einer Waldorfschule festmachen, deswegen hier:

Ein Beispiel für die apologetische Haltung der Anthroposophen zeigt sich auch in der Reaktion auf Kritik an der Verwendung von Swastikas, einem verfassungsfeindlichen Symbol, das von der Anthroposophie in der Vergangenheit verwendet wurde. Eine solche Verwendung ist nicht nur illegal, sondern auch moralisch fragwürdig, da es ein Symbol ist, das mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust assoziiert wird. Doch anstatt die Kritik ernst zu nehmen und die Verwendung des Symbols zu verurteilen, verteidigen einige Anthroposophen es als Teil ihrer "esoterischen Tradition".

Ein persönliches Beispiel: Während eines Arbeitseinsatzes an einer Waldorfschule Schule bemerkte ich, dass eine Frau Knöpfe mit Swastikas an ihrer Jacke trug. Ich sprach sie darauf an und sagte, dass ich die Verwendung solcher Symbole nicht gutheißen könne. Doch anstatt zuzugeben, dass es falsch war und sich zu entschuldigen, wurde ich von einem führenden Anthroposophen dafür kritisiert, dass ich den Frieden störe. Dies zeigt deutlich, dass einige Anthroposophen eher bereit sind, ihre esoterische Tradition zu verteidigen, als sich gegen Diskriminierung und Verfassungsfeindlichkeit auszusprechen.

Insgesamt ist die apologetische Haltung der Anthroposophen ein Hindernis für einen offenen und produktiven Dialog, der notwendig ist, um Probleme innerhalb der Anthroposophie anzugehen. Es ist wichtig, dass sowohl Anthroposophen als auch Kritiker bereit sind, zuzuhören und sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen, um eine positive Veränderung zu ermöglichen.


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 11:49
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Ein Beispiel für die apologetische Haltung der Anthroposophen zeigt sich auch in der Reaktion auf Kritik an der Verwendung von Swastikas, einem verfassungsfeindlichen Symbol, das von der Anthroposophie in der Vergangenheit verwendet wurde.
Das müssen ja schlimme Menschen sein. Schlimm aber ist, über "Swastika" so zu reden, als ob es sich um einen allgemein bekannten Begriff handeln würde und als ob jeder wüsste, was das ist. Tatsächlich kennt kaum einer den Begriff, geschweige denn, dass gewusst würde, welche Bedeutung eine Swastika hat.
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Eine solche Verwendung ist nicht nur illegal, ...
Wo ist das illegal?


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 11:56
Zitat von RosenbundRosenbund schrieb:Wo ist das illegal?
Das Hakenkreuz war Symbol des Nationalsozialismus. Die Verwendung des Hakenkreuzes ist in Deutschland
in allen Varianten – die dem Hakenkreuz zum Verwechseln ähnlich sind – strafbar.
Quelle: https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/rechtsextremismus/2022-02-rechtsextremismus-symbole-zeichen-organisationen.pdf?__blob=publicationFile&v=10 (Seite 79)


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 11:59
Zitat von RosenbundRosenbund schrieb:Wo ist das illegal?
Swastika = Hakenkreuz und in Deutschland verboten, ein normal gebildeter Mensch weiß das. Die National-Sozialisten haben das Hakenkreuz allerdings nicht erfunden, insofern kann man über ein Verbot diskutieren. Wobei das national-sozialististische Hakenkreuz verkehrt herum ist.


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 12:38
Zitat von militarynerdmilitarynerd schrieb:Swastika = Hakenkreuz und in Deutschland verboten, ein normal gebildeter Mensch weiß das.
Verteufelt aber auch, dass mir das nicht bekannt ist.

Wir wissen immer noch nicht, was eine Swastika ist. Sie einfach mit "Hakenkreuz" gleichzusetzen, ist schlichtweg eine bequeme Behauptung.
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Zitat von FrankMFrankM schrieb:Das Hakenkreuz war Symbol des Nationalsozialismus. Die Verwendung des Hakenkreuzes ist in Deutschland
in allen Varianten – die dem Hakenkreuz zum Verwechseln ähnlich sind – strafbar.
Die ursprüngliche Frage ist gewesen, was die Swastika bedeutet. Es ist immer noch unbekannt, wie diese aussieht, was sie bedeutet.
Zitat von FrankMFrankM schrieb:Quelle: https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/rechtsextremismus/2022-02-rechtsextremismus-symbole-zeichen-organisationen.pdf?__blob=publicationFile&v=10 (Seite 79)
Statt zu zitieren, wo es dort darauf ankommt, ist es bequemer, eine große Hausaufgabe zu geben.


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 13:09
Meine Erfahrungen mit Waldorfschule sind weiterhin sehr positiv..
Weder hat sich unsere Schule während der Pandemie als Coronaleugnerisch geoutet und Reichsbürger in die Schulleitung gewählt, noch etabliert sie sich im Krieg als pro-russisch..

Beschwerden gegen Lehrpersonen werden ernst genommen, wie die gegen eine Handarbeitslehrerin, die im Unterricht wohl oft laut und ungehalten reagierte.
Sie unterrichtet jetzt nicht mehr und so lob ich mir das, hab ich das während meiner beruflichen Zeit in einer Regelschule so ganz anders erlebt. Da wird nur versetzt, nicht gefeuert.
An einer meiner ehemaligen Schulen hat es sogar ein Lehrer, der in Rezensionen von ehemaligen Schülern oft namentlich genannt wird und als absolut unfähig gilt, zum stellvertretenden Schulleiter gebracht. :D


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Waldorfschulen

27.04.2023 um 13:17
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Sie unterrichtet jetzt nicht mehr und so lob ich mir das, hab ich das während meiner beruflichen Zeit in einer Regelschule so ganz anders erlebt. Da wird nur versetzt, nicht gefeuert.
An einer meiner ehemaligen Schulen hat es sogar ein Lehrer, der in Rezensionen von ehemaligen Schülern oft namentlich genannt wird und als absolut unfähig gilt, zum stellvertretenden Schulleiter gebracht. :D
Ich denke das liegt wohl daran, dass die Waldorflehrer nicht verbeamtet sind?

Bei uns gab es auch ein Lehrer, der den Schülerinnen beim Sport gerne mal "mehr geholfen" hat und der wurde auch nie versetzt.
Schon bitter...


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