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Glücksspielsucht - Ich bin am Ende! Bitte um euren Rat

478 Beiträge, Schlüsselwörter: Glücksspiel, Automaten, Spielhalle

Glücksspielsucht - Ich bin am Ende! Bitte um euren Rat

19.06.2015 um 21:22
@Mahatma
@Cococonnarcarl
@rooky
@MrBananentoast
@moric
@so.what
@Aldaris
@Bodo

Leider ist die Spielsucht einer der schlimmsten Süchte die folgen haben kann:
Dabei zählt auch die Kaufsucht und gesundheitliche Folgen sind bei allen Süchten zu erwarten:

Jede Sucht kostet GELD! Jede SUCHT wiederholt sich!
Familien können zerstört werden. Kinder sind die leidtragenden.

Ich kenne jemanden der auch schon ca. 8 Jahre lang Spieler ist dazu folgender Katastrophenbericht:

Es begann im Jahre 2008 kurz vor der Berufskarriere eines Bekannten in meiner Umgebung....
Er hatte sehr wenig Einkommen und sehr lange arbeitslos. Die Belastung wenig bis kein Geld zu besitzen war sehr schwierig für ihn. Daher hängte er anfangs in einem Card-Casino herum und wollte durch Poker spielen mit geringem Einsatz Geld verdienen. FAIL
Dann durch langeweile hatte es mit falschen Freunden angefangen und auch die Einsamkeit war Schuld, dass er spielsüchtig wurde. Durch Niederlagen wollte er aufhören konnte aber nicht, da er manchmal durch irgendwelche Ereignisse oder Freunde verleitet wurde. Ein Absturz in einer sozialen Einrichtung war die Folge (Obdachlosigkeit).
Es dauerte 2 Jahre bis er sich halbwegs mit Arbeit und Wohnung in das Leben zurückgekämpft hatte. Doch er hatte bis heute auch in der schlimmsten Notlage weitergespielt und auf das nächste Geld vom Staat gewartet.

Glück für ihn: Er hatte keinen Überziehungsrahmen am Konto und war halbwegs schuldenfrei.

Auch ein Versuch einer Spielsuchtberatung oder Therapie scheiterten an der Konsequenten Durchsetzung.

Hochmut war bei hohen Gewinnen die Folge und sagte: Jetzt zeige ich es allen!

Mit Teilgewinnen ist er wieder und wieder in die Sucht getrieben worden TOTALSCHADEN bis heute geschätzt 80.000 €uro! noch relativ glimpflich.

Seelisch ist es immer eine Belastung für ihn gewesen zu verlieren.

Besser er hätte nie angefangen zu spielen oder überhaupt zu Gewinnen.

Denn der Verlust war dann oft sogar größer als der Gewinn.

Heute sagt er, dass er unbedingt aufhören will doch wenn er eine Spielhalle betritt oder irgendwo Geld ausgibt verliert etc. Geht er in ein ONLINE CASINO zocken! Schreck lass nach: Sei diszipliniert. HÄNDE WEG! Jeder CENT ist es nicht WERT solchen MAFIA Betrügern das Geld zu überlassen. Der Computer steuert die Spiele und es gibt keine Tricks Cheats oder sonstiges. Nicht umsonst verdienen sich Banken und Casinos eine goldene Nase.

Also nochmals zusammenfassend...... Genieße dein LEBEN! Und schei? auf die Spielautomaten es ist pervers sich blöd vor einem Computer hinzustellen und auch noch Geld hineinzuwerfen. Es ist einfach nur eine Krankheit!

Akzeptiere Geldverluste und sei vernünftig!

LG aus dem Weißen HAUS!


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24.06.2015 um 14:01
@thepresident

Schlimme Geschichte die du da erzählt hast. Ich bekomm das gerade bei meinem Vater mit. Er verzockt auch sämtliche Kohle die er hat.
Er wollte seinen Chrysler umrüsten auf Gas. Sollte i.was mit 5-6.000 Euro kosten. Die hat er aber nicht mehr. Er sagt immer er geht nur 5 Euro zocken. Schwachsinn.
Man merkt dort Unterschiede in seinem Verhalten.
Ich bspw hab mir Grenzen gesetzt. Ich seh auch keine Gefahr abhängig zu werden da ich einfach nur aus Spaß zocken gehe.
Ich gehe höchstens einmal im Monat mit 20 Euro in die Spielo und Spiele auf niedrigem Einsatz so dass es lange dauert und ich viel Zeit verdüddel :D
Wenn ich dann 20verspiele ist das weniger schlimm weil ich einfach Spaß hatte. Meist gehe ich aber mit 10/20 oder mehr aus der Spielo. Aber die Grenze von 20euro hab ich und werde ich nicht überschreiten. Ist wie mit dem Rauchen. Ich rauche seit Jahren meistens nur wenn ich Auto fahre. Und es gibt Tage oder Wochen in denen ich nicht fahre und trotzdem rauche ich keine. Ohne i.wie Sucht zu verspüren. Keine Ahnung.


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quagmire
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25.06.2015 um 21:16
@Mahatma
@rooky
@thepresident
@Cococonnarcarl
@MrBananentoast
@moric
@so.what
@Aldaris
@Bodo


Unser nachbar im 3. Stock der Ehemann ist ein notorischjer spieler , obwohl er sehr gutes Geld verdient auf seiner arbeit ist er regelmässig bei diesen Spielhallen und verzockt das Geld.

Er hat 3 kinder und eine liebevolle Ehefrau und vor kurzem konnten sie monatelang die miete nicht mehr aufbringen , die stadverwaltung gab ihnen eine Gnadenfrist , kurz vorm ablaufen des fristes haben sie das Geld von hier und da zusammengekratzt , die kinder gehen alle ins gymansium trotz so eines vaters. Die tun mir am meistewn leid .

Manchmal werfe ich (Anonym) einen 20 euro Schein in deren briefkasten ,damit die kinder sich was kaufen können ...

Ich bin nicht reich aber auch nicht arm und arbeite als 2.job als Kloputze , aber wie kann ich ruhig schlafen wenn der nachbar hungert?!


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25.06.2015 um 21:20
quagmire schrieb:Manchmal werfe ich (Anonym) einen 20 euro Schein in deren briefkasten
Nette Geste, aber wenn es der Ehemann findet, wird er es wohl in den Automat schmeißen. Woher weißt du, dass der Mann Spieler ist? Hast du mit der Familie gesprochen?


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quagmire
ehemaliges Mitglied

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25.06.2015 um 21:23
@Aldaris
meine Frau ist befreundet mit dessen Ehefrau und der mann arbeitet in schichten , ich bin mir sicher das er nicht weiß wie ein briefkasten von innen aussieht


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25.06.2015 um 21:25
@quagmire

Es gibt Hilfsangebote. Aber dazu müsste der Mann auch erstmal einsehen, dass er ein Problem hat und sich dann entsprechend helfen lassen. Zur Not muss die Frau eben die Reißleine ziehen, sonst ruiniert er die ganze Familie. Spielsucht ist leider eine schlimme Sucht. Im Grunde genommen hängt da fast alles an dem Willen des Mannes, etwas dagegen zu tun.


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quagmire
ehemaliges Mitglied

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25.06.2015 um 21:37
@Aldaris
genau da haperts , es kommt nix , weder Ehefrau noch vom Ehemann.
Ich bin mir sicher das ganz große Game over kommt bald.

Wenns die kinder nicht betreffen würde


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25.06.2015 um 21:44
@quagmire

Joa, zur Not halt Pfändung, Privatinsolvenz und der ganze lustige Spaß für die Familie. Das ist traurig.


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25.06.2015 um 23:26
Ohne die Einsicht des betroffenen lässt sich leider keine Sucht bekämpfen.


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26.06.2015 um 00:04
Ich habe mal 10 Euro in so n Ding gesteckt und 1500 gewonnen, die waren dann in 2 Tagen weg, weil man sich dachte irgendwann muss dieses Freispiel doch wiederkommen.

Das Schlimme an Spielautomaten ist, dass es nicht wie bei zb vielen Videospielen ein Ziel gibt, das man erreicht und dann kann man das Spiel weglegen.
Es gibt kein Ziel, man bleibt drin, bis das ganze Geld weg ist.

Noch ein Fünfziger und noch ein Fünfziger wechseln...
Das ist purer Betrug, die Inhaber spielen außerdem nachts die Automaten so lange, bis die was geben und dann kann man tagsüber keinen Cent da rausholen, das habe ich auch daran gesehen, dass dann tagsüber, wenn man früh da rein geht, alle Automaten auf 2 Euro Einsatz stehen, weil sie ausgespielt wurden.

Ich habe, angestachelt von dem Gewinn damals, es ein paar Monate versucht und mir gesagt, nach dem nächsten Gewinn hörst du auf, ich wollte irgendwann einfach nur mein Geld wieder haben, dann begriff ich, dass das einfach Schwachsinn ist und ich niemals auf eine positive Bilanz kommen kann.

Ich bin so dumm gewesen und habe mich von irgendwelchem Abschaum ausnehmen lassen, das muss man sich nur klarmachen.
Die kommen mit Ferraris angefahren, um die Kassen zu leeren und ich Trottel sitze da und werfe denen das Geld einfach so rein.
Manchmal waren 4-500 Euro in 2-3 Stunden weg, ohne auch nur 10 Euro zu gewinnen.

Ich war mit 500 Euro in der Tasche unterwegs, war mir zu schade, einen Döner zu kaufen oder mir Schuhe zu kaufen, aber es in Automaten werfen war kein Problem.

Zum Glück habe ich keine Schulden gemacht und bin auch nicht tiefer rein gerutscht, ich kann nur raten die Finger davon zu lassen, das sollte verboten werden.

Vor allem in Berlin zb: in manchen Stadtteilen muss man regelrecht suchen, um eine Spielothek zu finden, in anderen dagegen befindet sich alle 10 Meter eine.
Ich kenne Straßen, in denen ungelogen 10 Spielotheken auf einer Länge von 200 Metern verteilt sind.

Eine richtige Plage, aber so lange der Staat kassiert, sind die Bürger egal.


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26.06.2015 um 01:42
Roydiga schrieb:Vor allem in Berlin zb: in manchen Stadtteilen muss man regelrecht suchen, um eine Spielothek zu finden, in anderen dagegen befindet sich alle 10 Meter eine.
Ich kenne Straßen, in denen ungelogen 10 Spielotheken auf einer Länge von 200 Metern verteilt sind.

Eine richtige Plage, aber so lange der Staat kassiert, sind die Bürger egal.
Berlin könnte sich mit Wien kurzschließen, denn seit 1. Jänner sind dort Glücksspielautomaten verboten.

Die Reibereien sind manchmal lustig zu lesen:
http://wien.orf.at/news/stories/2688051/

Aber bei mir ums Eck gibt's ein sogenanntes "Wettcafé" und die Automaten wurden pünktlich zum Verbot ausgeräumt.


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26.06.2015 um 01:58
@Narrenschiffer

In Norwegen (glaube ich) gibt es auch ein schönes Modell, dort kann man nur mit einer Karte, die gleichzeitig auch die Bankkarte ist, zocken und man kann nur umgerechnet 60 Euro am Tag verspielen und das Ganze nur 5 Mal im Monat, also höchstens 300 Euro im Monat, dann muss man bis zum nächsten Monat warten, bis man wieder zocken kann.

Ich fürchte, die Einnahmen durch die Glücksspielindustrie sind zu hoch, als dass es im Sinne der Regierung wäre, diese einzudämmen.
Dass die Einnahmen dann eh kämen, nur halt dadurch, dass die Leute konsumieren würden, anstatt zu zocken, ich fürchte das ist für die Regierung dann zu sehr um die Ecke gedacht.


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26.06.2015 um 02:06
@Narrenschiffer

Aber schön zu sehen, dass es auch Länder gibt, die sich der Glücksspielplage nicht unterwerfen und dagegen aufbegehren im Sinne von Verboten.

Aber in Deutschland ist es auch erlaubt, im Fernsehen zur besten Sendezeit Rentnern Modeschmuck und Uhren mit horrenden UVP für das zigfache ihres eigentlichen Wertes zu verscherbeln und niemanden kümmerts.


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26.06.2015 um 02:07
In Form von Verboten, Gott es ist schon spät. xD


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FlipFlop
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26.06.2015 um 02:25
Lotto, wenn der Jackpot Fantastillionen verspricht, ist o.k.....macht jeder ein paar mal im Jahr. An Automaten zu sitzen....da verlierst du _immer_ . Ich habe Stochastik/Statistik studiert...du verlierst "on the long run" _immer_. Mein Ex-Schwager ist sogar Anbieter von diesem Dreck...die programmieren das so fein....2x gewonnen, 200x verloren, aber du denkst nur an das Glücksgefühl des Gewinnens...
Denke einfach: Das ist mein Feind....und stell dir vor dabei, wie jemand in einer Villa sitzt mit deinem Geld, und deine Familie bei Lidl einkauft...wenn du noch sowas wie Selbstachtung hast, dann weisst du bescheid. Ansonsten gibt es wirklich die Suchthotlines...und die solltest du in Anspruch nehmen...

Es ist eine geistige Sucht, sehr viel besser, als eine körperliche Sucht zu Anfang zu heilen.

Gruß


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26.06.2015 um 13:30
Ich kenne auch einige Spieler, sogar einen Extremfall, der sogar Anfang des Monats mit dem Geld für die Miete zocken geht und dann immer wieder mal 3 Mieten im Rückstand ist und delogiert wird.

Dann bleibt er 1 - 2 Monate in der Suchtklinik bis er wieder ne neue Bude hat und das Spiel beginnt von vorne.

Das schlimme ist, er ist ein unglaublich talentierter Pokerspieler und schafft es oft von 5$ auf 10.000 in 2 wochen, aber egal wieviel er gewinnt, alles wird irgendwie in Sportwetten, Casinogames usw investiert um dann wieder komplett broke zu Sein.

Und wie der Stochastiker schon sagte, im longrun kann man Automaten nicht schlagen, weil sie ja nur 84% des eingeworfenen Geldes auszahlen.


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26.06.2015 um 13:41
sucht beginnt im kopf und endet im kopf, jeder kann seine sucht besiegen wenn er einfach nur will :Y:

egal ob jez spiel-,zigaretten-, ess-, magersucht etc. wer denn den willen hat, schafft es auch


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29.06.2015 um 13:35
Wer es nicht allein schafft, schafft es zusammen mit anderen. Selbsthilfegruppen für alle möglichen Suchterkrankungen gibt es nun wirklich haufenweise. Dorthin würde ich mich wenden - und nicht an ein Mystery-Forum.


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18.09.2015 um 00:35
Aldaris schrieb:
Es geht doch später gar nicht mehr wirklich um den Gewinn-Betrag, es geht vor allem darum keinen Verlust zu machen und sich die Zeit zu vertreiben. Spätestens dann ist es eine Sucht geworden. Das fatale an der Spielsucht ist vor allem der enorme finanzielle Aufwand, der einen früher oder später ruiniert.



@Aldaris
Genau das ist es, bei Gewinnen war ich nicht über das Geld an sich froh. Nein, ich war froh weil es mein weiterspielen sicherte. Ein Gewinn mit nach Hause nahm ich meist nur, wenn ich schon genug gespielt hatte(mindestens 3-4 Stunden, vorrausgesetzt es gab in dieser Zeit auch Positiverlebnisse in Form von gut bezahlten Freispielen oder eine gewinnbringende Bilderreihenfolge), aber meistens ging ich pleite nach Hause.
Der finanzielle Aufwand ist wirklich sehr enorm. Dabie ist es auch egal wieviel man gewinnt. Es gab Monate die mit einem dicken Gewinn angefangen haben. Letztes Jahr im Sommer, meine Frau war mit unserer Tochter in der Türkei um ihre Mutter zu besuchen und hatte mir als Taschengeld 800 Euro dagelassen. Was für ein Monat, also nur für Essen und Trinken, ja deutlich mehr als genug war. Ich habe sie zum Flughafen gebracht und bin danach gleich in die Spielo. Habe sehr viel Glück gehabt und einen "offenen" Automaten gefunden. Aus meinen achthundert wurden in kurzer Zeit 1480 Euro.
Das war natürlich ein ordentlicher Gewinn von 680 Euro welchen ich auch mitgenommen habe. Es war dann auch schon spät, weswegen ich nach Hause gefahren bin um mich erstmal auszuschlafen.
Ich habe mir nach dem Gewinn fest versprochen erstmal ein paar Tage Spielpause zu machen. Einfach um meine angenehme Situation nicht zu gefährden.
Am nächsten Tag stand ich auf, war guter Dinge, wollte erstmal für einen Monat einkaufen und zum Friseur gehen um mich erstmal Nahrungstechnisch usw. abzudecken.
Danach hatte ich mich noch mit einem Kumpel verabredet.
Bin also raus und dann kam wieder die blöden Suchti-Gedanken:
"Wer weiß, vielleicht gibt der Automat von gestern wieder"
"Achthundert hast du fast verdoppelt, jetzt hast du fast einsfünf, das doppelte wären drei"

Ich merkte schnell das der Suchtsog, gerade weil ich ein Tag vorher ja gewonnen hatte, stärker war als sonst. Also versuchte ich die Gedanken zu ignorieren, aber umsomehr ich das versuchte desto stärker wurde das Verlangen. Ich dachte mir komm lass es, du kennst dich. Aber dann dachte ich wieder, eh komm soviel Geld in der Tasche ein HUNI kannst du ruhig probieren, wenns nicht läuft, gehst du einfach raus und gehst einkaufen und Haare schneiden.
Bin dann also entspannt in meine Stammspielo mit dem gesamten Geld das ich hatte, habe ein zehner gewechselt und auch prompt um die hundert Euro gewonnen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Jetzt war ich sicher, das ich im Moment eine Glückssträhne hatte. Eigentlich wollte ich auszahlen lassen aber ich war so happy das ich einfach weiterspielte, dann gabs auch noch Freispiele auf hohem Einsatz, nebenbei noch ein frischer Kaffee. Besser konnte meine Laune nicht werden. Es war ca. vierzehn Uhr und ich hatte inzwischen um die zweihundert Plus also insgesamt fast 1700 €, gleich lasse ich auszahlen und gehe, gleich, gleich..beste Laune.
Dann geh ich einkaufen und Haare schneiden, abends mit einem guten Kumpel noch was gutes Essen und vielleicht ein Trinken.
Ich schwelgte so sehr in Gedanken das ich fast garnicht merkte das der Automat inzwischen nicht mehr so gut lief und das Blatt sich etwas wendete. Der Automat hatte knapp hundert Euro gefressen also ließ ich auszahlen und war ja immer noch im Plus.
Im selben Moment verließ ein anderer Mann fluchend die Spielo weil er wohl wie er meinte um die 500 Euro an zwei Kisten verloren hatte. Plötzlich witterte ich meine Chance:
"Du hast soviel Geld, und er hat da schon fünfhundert verloren, du kriegst da bestimmt ordentlich was raus"
"Komm du hast eine Glückssträhne im Moment"
Der Suchti-Schub kam in Hochform, plötzlich rückte alles in die Ferne. Nichts war mehr wichtig, ich wollte heute das große Geld. Und der Typ vor mir hatte die Kästen schon schwindelig gespielt.
Also setzte ich mich vor die Kästen und ließ schonmal an jedem einen zwani rüberbuchen.
Die Kästen liefen sehr miserabel und kurze Zeit später war der heutige Gewinn von zweihundert dann komplett wieder verspielt. Irgendwas in mir versuchte mich jetzt dazu zu bewegen, die Halle zu verlassen, schließlich hatte ich heute keinen Verlust. Aber diese innere Stimme war zu schwach, zu schwach gegen den Sucht-Sog, ich war jetzt heiß!
Aber leider auch ein wenig verspannt, weil ich ja die zweihundert wieder verloren hatte, ich fühlte mich schlecht, obwohl ich ja immer noch mein Grundgeld in der Tasche hatte.
Ich wollte die zweihundert zurück. "Diese beiden Kisten müssten doch schmeißen, der Typ hat hier viel rein und ich auch nachgeschoben"
Jetzt fuhr ich härtere Kaliber aus, erhöhte den Einsatz, in der Hoffnung die Automaten dadurch "zu öffnen! Funfi gewechselt, weg! Funfi gewechselt, weg! Funfi, gewechselt, weg! die Dinger waren immun gegen Geld, es gab nicht mal Freispiele obwohl ich inzwischen nur noch ein Tausender in der Tasche hatte. Ich war aufgelöst, sauer und wollte jetzt endlich gewinne, unbedingt Gewinne!
Jetzt spielte ich auf höchst Einsatz, an dem einen Automaten tat sich was, ja FREISPIELE!
Der Automat gab mir Freispiele auf Höchsteinsatz und schmiß knapp vierhundert Euro, das beruhigte mich etwas. Aber spornte mich auch an, weiter zumachen. Ich konzentrierte mich jetzt nur auf diesen einen Kasten, das Ergebnis war, das die vierhundert Euro nach einer Stunde weg waren. Jetzt brach ich den Tausender an, jetzt wurde mein Gewissen lauter: "geh raus, du hast immer noch Tausend Euro immerhin zweihundert mehr als du gestern eigentlich in der Tasche hattest". Aber die Kästen mussten doch geben, soviel rein, nein ich weiß die werden geben!.
Ja sie gaben, aber kein Geld, sondern sie gaben mir einen heftigen Arschtritt! Der war so heftig das ich morgens um drei völlig resigniert vor den Apparaten saß, keinen Cent mehr, weder in der Tasche als auf den Automaten.
Jetzt kamen alle Gedanken hoch, was hast du gemacht? Du hast 1700 Euro verspielt. Wie bescheuert bist du eigentlich? Mir ging es richtig schlecht, körperlich wie seelisch, mein ganzer Körper zuckte und war völlig unruhig. In mir ging es drunter und drüber, ich spürte wie mir Tränen in die Augen schoßen, die Dame an der Theke bat mich zu gehen weil sie schließen.
Aus Verzweiflung und Dummheit bat ich die Aufsicht mir zwei Euro zu leihen, was sie aber verneinte.
Ich schämte mich, für meine Sucht und Gier! Warum bin ich so, ist das eine Krankheit oder meine Natur?
Ich schaute auf mein Handy, zig Anrufe in Abwesenheit, mein Kumpel war stinksauer. Ich hatte Freunde vernachlässigt. Ich ging taumelnd nach Hause, hatte ich mich in meinem Leben schon mal so Elend gefühlt. Ein Tag der so schön angefangen hatte, konnte doch nicht so enden!
Ich legte mich mit meinen nach Nikotin stinkenden Klamotten aufs Sofa, der Kopf schmerzte, das Herz hämmerte, ich hörte immer noch die Töne der Automaten. Irgendwann war ich weg.
Am nächsten Tag wurde mir erst richtig bewusst, was ich angestellt habe.
Jetzt kamen die natürlichen Bedürfnisse, ich hatte Hunger. Aber die Schränke waren leer, ich hatte ja nicht eingekauft. Ich sammelte die paar Pfandflaschen die zuhause rumlagen und holte mir davon etwas "Dosenfutter" mir ging es grottenschlecht. So viele Gedanken, woher finde ich jetzt Geld zum Leben. Ich fing an alle Quellen abzustottern und hatte irgendwan fünfzig Euro zusammen. Jetzt geh ich erstmal einkaufen.
Wer weiß die Automaten von gestern, könnten ja heute auf niedrigem Einsatz geben........, oh man ich bin wirklich Suchtkrank, einfach Krank!

Der Alltag eines Spielers, ein abschreckendes Beispiel für alle.
Ich habe mir gerade diesen meinen Post aus dem Jahr 2012 durchgelesen, und fühle mich so als ob ich das alles noch mal durchleben würde, so übel!!!


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18.09.2015 um 00:58
Habe die ganze Spielerei extremst reduziert und die Sucht erfolgreich auf Playstation 4, vorallem FIFA 2015, verlagert.
Desweiteren habe ich mir nen schöne 55 Zoller Glotze von Samsung geholt. Bin Kunde bei Watchever und Netflix und hau dort eine Serie nach der anderen usw. durch. Das Spielen ist schon seit längerer Zeit immer weniger geworden.
Oftmals empfinde ich es sogar schon als langweilig und ziehe mein Homeentertainment dem ganzen vor. Was geblieben ist, ist eine dauernde Suche nach etwas spannendem. Aber selbst das ist im akzeptablem Rahmen.
Insgesamt kann ich bestätigen, das die beste Therapie die Suchtverlagerung war. Da ich eigentlich auch relativ gut verdiene, bin ich seit meiner starken Spielreduktion finanziell immer in einem Topzustand. Keine Geldsorgen mehr, gute Laune, ist alles irgendwie ein Kreislauf.
Sicherlich gibt es noch Phasen wo ich spiele, aber sehr kontrolliert und schon lange nicht mehr so begeistert wie früher.
Irgendwo in meinem Kopf scheint es Klick gemacht zu haben. Ich verliere meist sehr schnell die Lust am Glücksspiel, bin oftmals sogar angewidert. Schließlich hat mich diese Leidenschaft in beschissene Lagen gebracht.
Danke nochmal für alle eure guten Tipps. Hab mir nochmal alles durchgelesen. Vielen Dank.

@Doors
@suffel
@jackfu
@FlipFlop
@Roydiga
@Narrenschiffer
@Vidar300
@Aldaris
@quagmire
@rooky


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