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114 Beiträge, Schlüsselwörter: Verzeihen
natü
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15.11.2012 um 17:15
@jayjaypg

Verzeihen - ich nehme an, dass du nicht Nachgeben aus Schwäche oder Feigheit meinst, denn manchen Leuten gegenüber muss man sich auch mal behaupten, damit sie endlich ihre Grenzen kennenlernen.

Wenn du es aber als moralische und geistliche Verpflichtung meinst, würde ich meine Religion zu Rate ziehen...

Östliche Religionen sprechen vom eigenen Karma, das man nicht durch Rache beflecken soll. Man verbinde sich sonst durch seine Gedanken und Gefühle gerade mit dem Bösen, das einen an dem Schädiger abstößt.

Das Gegenteil ist demnach: statt ihm Vergeltungsleistung entreißen zu wollen, noch etwas obendrein zu schenken.

Ist natürlich theoretisch leicht hingeschrieben und praktisch schwer zu leisten.

Aber da Rache mir letztlich sowieso nichts bringt, versuche ich zu denken: "Möge dir das, was du mir angetan hast, nie und nimmer im Leben zustoßen!"
(Bei diesem Satz stelle ich mir eine Judokämpferin vor, die die volle Wucht des gegnerischen Angriffs aufnimmt und gerade dadurch den Gegner über die eigene Schulter zu Boden gleiten lässt.)

Oder den Spruch: "Der Amboss ist stärker als der Hammer."


Ich meine zu beobachten, dass die besten Menschen oft die schlechtesten Partner haben und umgekehrt. Warum? Gott schickt den Guten die Bösen als Aufgabe, weil die Bösen mit den Bösen nicht zurechtkämen. Die Guten brauchen selber keine Guten, um gut zu bleiben. So wird alles in der Welt ausgeglichen, und auch die Bösen haben noch eine Chance.

Es gibt Verbrechen, die Gott nicht verzeihen kann. Der Mensch, der sie begeht, hat sich selbst das endgültige Verdammnisurteil gesprochen. Wenn dann ein Geschädigter es über sich bringt, trotzdem um Gnade für ihn zu bitten, "zwingt er praktisch das Verzeihen Gottes herbei".



"Sich selbst verzeihen...?"
Das kann ich persönlich auch nur mit Hilfe der Religion schaffen.

Was den Erlöser Jesus Christus als einziges unverzeihlich kränken würde, wäre, wenn man an seiner Barmherzigkeit zweifelte. (Das war das Verhängnis des Judas.)
Vor Gott ist Selbstverzweiflung so lächerlich und ärgerlich, wie wenn man Millionär wäre, und ein Freund grämte sich endlos, weil er einem 50 Euro schuldig blieb.


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15.11.2012 um 17:16
natü schrieb:"Der Amboss ist stärker als der Hammer."
Oder auch schlichtweg behämmert.


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natü
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15.11.2012 um 17:25
@Doors

Kanntest du den Spruch nicht?

Ich finde ihn sehr weise.


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15.11.2012 um 17:26
@jayjaypg
Verzeihen kann man vieles ,aber ob man es auch vergisst :)


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15.11.2012 um 17:31
@natü

Zwischen Weisheit und Banalität liegen die Abstände im kaum messbaren Bereich, wie eine altchinesische Weisheit sagt.


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natü
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15.11.2012 um 17:48
@Doors

Sehe dich gerne auf dem Pfad zur Weisheit. Folge ihr weiter!


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15.11.2012 um 17:49
Bei dieser Thematik finde ich es wichtig zu erkennen, dass man nie wirklich primär unter der Tat des anderen Menschen leidet, sondern unter den Emotionen, die in einem selbst entstehen - und für die trägt man selbst die Verantwortung.
Egal, was man erleidet - man kann immer einen Ansatz dazu finden, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, und aus der Übernahme von Verantwortung erwächst Macht.

Um mit meinen Emotionen ins Reine zu kommen, verwende ich oftmals Ho´Oponopono, eine ursprünglich hawaiianische Methode der Vergebung, sowohl gegenseitig wie auch sich selbst gegenüber. (Man nimmt die zu vergebende Emotion/ Erinnerung wahr und sagt zu sich selbst: "Ich verzeihe mir, dass ich mir das erschaffen habe. Es tut mir leid. Ich liebe Dich.")

Ausserdem hatte ich einmal während einer Meditation eine Eingebung, nicht nur intellektuell, sondern zutiefst empfunden, nämlich dass Vergebung nichts anders ist als das Loslassen des Leids. Sie ist nichts, was man einem Täter schenkt, sondern ein Prozess in einem selbst, der mit dem Täter überhaupt nichts zu tun hat.

Desweiteren kann man oftmals feststellen, dass die Dinge, die einem schmerzhaft widerfahren, oftmals immer wieder demselben Muster entsprechen, mit wechselnden Darstellern und Schauplätzen, aber immer wieder derselben Thematik.
An diesem Punkt ist es wichtig, diese Thematik zu erkennen, und zu verstehen, dass man selbst offenbar magnetisch wirkt und diese Begebenheiten anzieht, sie gewissermaßen selbst erzeugt.
Sie haben etwas mit tief verankerten Glaubenssätzen zu tun, die man in sich trägt, und die Menschen, die an den einzelnen Begebenheiten beteiligt sind, sind im Grunde nur "Schauspieler", die mein eigenes Unterbewusstsein engagiert hat, um mir etwas bewusst zu machen, vor Augen zu führen, etwas, das ich auflösen kann. Es bringt überhaupt nichts, diesen Mitspielern böse zu sein. Man braucht ihnen auch nicht zu vergeben. Das, was vergeben werden muss, ist viel älter und in mir verankert.


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15.11.2012 um 17:57
@natü
Woher nimmst Du Dir das, hier zu behaupten, was Gott oder Jesus nicht verzeihen können?

Schon komisch, wenn sich Christen oder andere Gläubige so demütig geben und dann Gott oder sonstwen dafür rekrutieren müssen, übel zu nehmen, weil sie selbst dazu nicht stehen können...

Wenn ich irgendetwas für unverzeihlich halte, dann steh ich dazu, dass das MEINE Einstellung ist, dafür muss ich keinen Gott vorschieben.

Und wenn ich an den weltgrößten Vergeber glaubte, an Jesus Christus, dann käme es mir nie in den Sinn, mir anzumaßen, ihm zu unterstellen, er könne irgendetwas nicht vergeben und wäre gekränkt.


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azerate
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15.11.2012 um 18:02
ich wuerde es nicht von einer nicht existenten 'person' (also nicht am leben, nicht direkt mit mir kommunizierend) erwarten, dass er/sie mir verzeiht. aber jedem das seine ;)


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15.11.2012 um 18:14
@azerate

Es geht ja hier nicht darum, daß uns irgendeine ominöse, nichtexistente Allmacht vergeben soll, sondern wir sollen um jeden Preis vergeben - "bösen" Menschen genauso wie uns selber!
Angeblich käme man nicht mit sich ins Reine, wenn man nicht bereit wäre, auf Gedeih und Verderb zu verzeihen und zu vergeben ... was ich allerdings für totalen Unsinn halte!


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15.11.2012 um 18:17
@Thalassa
Thalassa schrieb: auf Gedeih und Verderb zu verzeihen und zu vergeben ... was ich allerdings für totalen Unsinn halte!
Ja so sehe ich das auch !

eva


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15.11.2012 um 18:21
@evadarnes

Man kann sehrwohl für sich ganz alleine mit etwas abschließen, mit der Situation und sich selber ins Reine kommen, sie akzeptieren und seine Schlüsse daraus ziehen, ohne dem Verursacher sein schlechtes Gewissen zu nehmen - sofern überhaupt vorhanden ;) .


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SOAK
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15.11.2012 um 18:21
Verzeihen kenne ich nicht.


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natü
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15.11.2012 um 18:29
@LuciaFackel

Du schilderst psychologische Erkenntnisse, wie Verletzungen zustande kommen und durch Selbstbeobachtung nach langer Übung richtig gedeutet und verarbeitet werden können.
Ich habe auch darüber gelesen. Es wurde mit 'Resonanz' bezeichnet.
Hochinteressant. Ich denke auch, dass man vieles mit dieser Psychologie lösen kann.

Das religiöse Verständnis von wirklicher Schuld ist wieder eine andere Betrachtungsebene.

Ich habe mich vorhin vielleicht ungeschickt ausgedrückt.
Ich habe mich überhaupt nicht an eigene Verletzungen erinnert, sondern jener letzte Absatz meines Posts bezog sich auf einen Satz, den ich in einer Visionsaufzeichnung (Maria Valtorta: Der Gottmensch) gelesen habe und hier zitieren wollte.
Diese handelte von Gottes Vergebung.

In besagtem Text beleidigt der Vater eines Jüngers Jesu diesen durch hartnäckigen Unglauben und Zurückhalten des anderen Sohnes von der Nachfolge. Darauf bittet der Sohn, der Jesus folgen konnte, diesen um Verzeihung für den störrischen alten Vater. Die Antwort Jesu beeindruckte mich sehr: "Durch dein Verzeihen hast du meinen Vater im Himmel gezwungen, ihm ebenfalls zu verzeihen (was er sonst nicht getan hätte.)" (sinngemäß zitiert).

Ich hoffe, du kannst jetzt besser verstehen, was ich meinte.


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15.11.2012 um 18:32
@Thalassa
an kann sehrwohl für sich ganz alleine mit etwas abschließen ,ohne dem Menschen das gefühl zu geben er währe noch wichtig ,wenn man sich mit dessen aussagen auseinandersetzt.
Ich hege keinen Gedanken an einen Menschen der mich verletzt hat ,damit lasse ich ihn" nicht" in mein Leben.

Aber leichter gesagt als getan....so ist das mit der liebe....

und auch mit den "Freunden" :D


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15.11.2012 um 18:45
jayjaypg schrieb:Habt ihr irgendwelche Strategien/Denkweisen
Schon der falsche Ansatz zum Thema
jayjaypg schrieb:Verzeihen


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15.11.2012 um 19:01
@LuciaFackel
LuciaFackel schrieb:(Man nimmt die zu vergebende Emotion/ Erinnerung wahr und sagt zu sich selbst: "Ich verzeihe mir, dass ich mir das erschaffen habe.
Das ist wirklich gut, so wie alles weitere was du noch dazu geschrieben hast.:)


Es gibt Momente in denen man feststellt, das man vorher wusste das es unangenehm Enden könnte und man geht dennoch darauf ein, z.B. eine Beziehung einen Weg im Leben...
Das entscheidet dann nicht der Verstand sondern die Seele die etwas lernen möchte.
denn der Verstand ist manchmal zweitrangig.

Wenn dann die Lernaufgabe gemeistert ist, muss man sich eigentlich selber verzeihen oder besser gesagt annehmen das man es selber so wollte.


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15.11.2012 um 19:13
menschenkind schrieb:Das entscheidet dann nicht der Verstand sondern die Seele die etwas lernen möchte.
Hm - das klingt für mich, wie der reinste Selbstbetrug :D .

Wenn ich Pech hatte, oder irgendeinen Schaden aus irgendeiner Sache davongetragen habe, dann ist das meine Entscheidung gewesen, weil ich zum Beispiel den falschen Menschen vertraut habe. Ich bezweifle, daß ich dafür meine arme Seele verantwortlich machen kann/sollte :D .
Ich meine jetzt vermeidbare Sachen, nicht wenn einem irgendein durch jemand anderen verursachtes Unglück passiert, wie ein Unfall oder ähnliches ...


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15.11.2012 um 19:20
@Thalassa

Ich denke da anders als du!

Gerade wenn einem etwas passiert was einen zur Ruhe zwingt ist es oft ganz wichtig hinzuschauen.
Ich kenne viele Momente wo ich bewusst gemerkt habt, das könnte schief gehen und ich habe es dennoch gemacht.
Dann zu sagen warum passiert mir das immer wieder ist zwar schon mal ein Anfang aber wenn du dir bewusst machst, das du daraus lernen kannst, dann geht es einen Schritt weiter.

Der Verstand ist nur das erlernte, das was kombiniert.
Die Seele, unser ureigenstes sein, bringt uns wieder jeder Vernunft in Situationen aus dehnen wir lernen und wachsen können.

Das ist nur meine Meinung!


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myrna
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15.11.2012 um 20:08
Ich kann zwar sehr nachtragend sein, aber bisher konnte ich auch immer verzeihen. Mir hilft dabei zu überlegen, warum ein Mensch was getan hat, was seine Beweggründe waren, ob er etwas aus böser Absicht oder vielleicht einfach nur aus Gedankenlosigkeit gemacht hat u.s.w. Letztendlich habe ich die Einstellung, dass jeder eine zweite Chance verdient. Außerdem, ich bin ein ziemlich gläubiger Mensch, und auch das hilft mir beim Verzeihen, weil ich weiß, da ist jemand anderer, der mir verzeiht, wenn mir Menschen nicht verzeihen. Leider hat sich vor etwa drei Jahren etwas ereignet, ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen, das ich nicht verzeihen kann. Ich würde es gerne können, aber es geht einfach nicht. Es ist keine schöne Situation für mich, aber momentan bin ich einfach nicht so weit, diesem Menschen zu verzeihen und ich hoffe eines Tages kann ich das.


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