nairobi schrieb:Zum Thema "Aussehen". Mir gefällt es nicht so, wenn Menschen sich stark verändernden Schönheitsoperationen unterziehen, wie dies seit einigen Jahrzehnten schon bei diversen Promis und Möchtegern-Promis Usus ist.
Ich meine damit nicht kosmetische Operationen nach Verletzungen oder OPs, die einen gesundheitlichen Sinn haben, wie z.B. Verkleinerung einer überschweren Hängebrust, die zu Rückenschmerzen usw. führt oder Hautstraffungen, weil sonst Entzündungen entstehen können.
Sondern diese "Verjüngungsoperationen", denen sich einige Hollywoodstars unterziehen, z.T. bis es grotesk aussieht.
Das wirkt unnatürlich und oft maskenhaft.
Mit "in Würde altern" hat das nichts zu tun.
Und mir gefallen auch aufgespritzte Lippen á la Katzenberger etc. gar nicht. Ich glaube, als Mann würde mich das auch so gar nicht anturnen und kürzlich hatten erst einige Kollegen von mir sich ähnlich geäußert.
Eine Kollegin hatte nun 6 Jahre lang diese künstlichen Fingernägel. Nachdem ihr im Urlaub einer schmerzhaft abgebrochen ist, hat sie das nun beendet und ihr Lebensgefährte, der sie nur so kannte, hat gesagt, er fände die natürlichen Nägel schöner.
Daran sieht man, dass viele doch anscheinend eine "natürliche Schönheit" angenehmer finden.
Kann dem rundherum zustimmen.
Ablehnen würde ich deshalb keine Person (sage ich nicht aus "political correctness", sondern weil es so ist: durchaus kann man, kann ich, eine Person mögen und trotzdem etwas das die Person mit ihrem Aussehen veranstaltet - von Kleidungsstil bis Schönheits-OP - nicht schön finden), nur optisch angenehm, attraktiv finde ich dergleichen nicht. Ich würde es auch an mir nicht machen lassen (im Kontrast dazu: Es gibt durchaus (temporäre oder dauerhafte) Veränderungen, die ich, abhängig davon wie sie gemacht sind, mitunter schön finde, aber dennoch nicht an mir machen lassen würde*).
Bzgl. künstlicher Fingernägel: Auch nicht mein Ding, und käme für mich nicht in Frage - all das Geld und den Aufwand nur für Nägel, obwohl man doch schon Fingernägel hat? (Mir ist klar dass manche Menschen brüchige Fingernägel haben und ansonsten keine überstehenden langen haben könnten. Aber auch ein rappelkurz geschnittener echter Fingernagel ist sauber und ordentlich und hilft präzise zuzugreifen und kann, wenn man das will, angemalt werden.) Dann auch die Sache mit dem Zugreifen, Abbrechen: Ich persönlich nutze meine Hände und will nicht beim Kochen, Putzen, Werken... oder der Interaktion mit (Haus-)Tieren darüber nachdenken müssen, wie teuer und zeitaufwendig (Nagelstudio-Nottermin?) es wird wenn der künstliche Fingernagel zerstört wird.
*Beispiel: Ich finde dass Tattoos durchaus gut aussehen können, entsprechend kunstvoll angefertigt - allein das Medium "Tattoo" für ein Bild bedeutet für mich nicht "ist hässlich". Haben möchte ich trotzdem keines.
@GrouchoKenne diesen Autor nicht; dieses Buch könnte mir zusagen:
Groucho schrieb:Der Mann mit der Ledertasche
(Erzählt von den 12 Jahren, die er bei der US Post gearbeitet hat)
(Finde Einblicke in ganz andere Berufsalltage und was damit zus
nairobi schrieb:Es gibt da echt viele Beispiele.
Ich glaube, dass viele Menschen, die aus beruflichen Gründen etliche Stunden am Tag diese Kleidung tragen müssen sehr froh sind, wenn sie die dann ablegen dürfen.
Kann ich mir gut vorstellen. Auch wenn in bestimmten Berufen eine gewisse eigene Auswahl der Kleidung möglich ist (wenn es keine Uniform ist und auch nicht aus Sicherheitsgründen bestimmte Kleidung vorgeschrieben ist), kann einen das doch in einen Stil "zwingen" der einem so gar nicht eigen ist - z.B. typische Kleidung als Bankangestellter, in einer Behörde mit Kundenkontakt, am Empfang... und man ist ggf. privat gar nicht Typ "klassisch-schick". Oder Berufskleidung die ggf. etwas merkwürdig wirkt; hier gesehen bei Kindergartenerziehern: Es wird meist Kleidung wie in Gesundheitsberufen getragen, bloß mit Motiven wie auf gängigen Kinderkleidungsstoffen drauf. Also z.B. lila Kasack mit selbiger Hose (wie Krankenpfleger), und der Stoff hat dann noch das Alphabet oder Bärchen drauf.
(Aus Deutschland kenne ich da noch, dass Kindergartenerzieher Privatkleidung in einem etwas bunt-verspielten Stil mit gerne selbstgebasteltem/ so wirkendem Schmuck tragen.)
In meinem Beruf ist keine bestimmte Kleidung vorgeschrieben. Die meisten inkl. meiner Person tragen (ordentliche, saubere) Outdoor-Kleidung oder Freizeitkleidung, z.B. geht problemlos: Cargo-Hosen, Jeans, Shorts und T-Shirt, Polo-Shirt, Kapuzenpullover, kombiniert mit Trekkingsandalen, Wanderschuhen, Turnschuhen; wer mag kann aber auch Hemd, Rock, Kostüm, Anzug tragen, und bei einer Kollegin sehe ich viel Selbstgenähtes mit einem gewissen Punk-Einschlag. Tattoos und Piercings können problemlos gezeigt werden. (Beruf: Physiker/Physik-Prof.; bei den älteren Kollegen sieht man noch mehr "Lehreranzug" mit langärmeligem Hemd etc. In anderen Fachbereichen sieht es ganz anders aus, z.B. Rechtswissenschaften, Soziologie: überwiegend mit Anzug, minimal Poloshirt und Anzughose. Ist mir so auch in Deutschland als Kontrast zwischen den Fachbereichen aufgefallen.)
gruselich schrieb:Was mich immer abtörnt, sind Leute, die sich für Urlaube verkleiden und/oder immer nur trendige Sachen tragen, wohinter man sich versteckt, augenscheinlich hinter der Fassade.
Finde das auch merkwürdig. Ebenso: Kleidung tragen, Moden mitmachen (okay, wenn jemand mag) aber sich gleichzeitig beschweren dass z.B. "dieses Jahr die Hosen so eng sind", "die Fingernägel so teuer sind und es so lange dauert", "die Jacken dieses Jahr den Busen so komisch betonen"... aber dennoch exakt das tragen. Mir wirkt das nach Verstecken, Verkleiden, ja nicht auffallen wollen. Denn auch wenn z.B. dieses Jahr die Mode so unvorteilhaft ist (z.B. man am Bein eng verlaufende Hosen nicht mag), irgendwas anderes würde sich ja doch noch finden wenn man denn dringend dieses Jahr ein Kleidungsstück ersetzen muss.
Es geht für mich in die Richtung: Statussymbole*. Finde ich persönlich unattraktiv.
*Gemeint: Nicht zwingend der Preis oder das Objekt selbst, sondern der Anschaffungsgrund: Gekauft (oder geliehen oder geleast) damit andere das Gehalt und/oder Vermögen richtig schätzen oder überschätzen, gekauft "weil sich das so gehört" in dem Alter, bei dem Beruf etc., ohne Interesse an der Sache selbst, und ggf. sich dabei noch darüber beschwerend dass das Objekt, oder auch die gekaufte Dienstleistung, umständlich ist, mit hohen Folgekosten daherkommt oder anderweitig stört.