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Kaspar Hauser

302 Beiträge, Schlüsselwörter: Kaspar Hauser

Kaspar Hauser

12.08.2016 um 12:38
Mag sein, nur sprechen die Beobachtungen von Lehrer Meyer für sich. Habe seinen Bericht in einem meiner früheren Beiträge verlinkt, schau mal rein bei Interesse. Die Indizien, die gegen Hauser sprechen, sind ziemlich deutlich und werfen Fragen auf, die sich nur mit Betrug vom "Kind Europas" erklären lassen (warum war der Beutel mit dem Mörderbrief so gefaltet, wie Kaspar Hauser ihn zu falten pflegte? Warum war der Schreibstil des "Attentäters" vergleichbar mit dem des "Opfers"? Warum hat er seine Privatbriefe vor dem Attentat entsorgt, als wüsste er, dass man Ausschau danach halten würde? Warum heuchelte er gegenüber anderen kindisches oder kindliches Benehmen und benahm sich gegenüber seinem Erzieher erwachsener? Warum hat sich sein Ziehvater von ihm abgewandt? Warum waren die Wunden des ersten Attentates harmlos? Warum gab es nie Spuren von Attentätern? usw.)


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 13:10
@Siegfrieden

Ich kenne die Ausführungen Meyers .
Ich möchte K. H. dennoch nicht als Betrüger bezeichnen, wohl aber seine Vorstellungsgeschichte bezweifeln.
Ein Betrug setzt für mich eine Absicht voraus und ich bin mir nicht sicher, ob seitens K.H. zumindest schon beim Eintreffen in Nürnberg eine betrügerische Absicht hinter seiner Geschichte steckte. Ein Einreden dieser Geschichte halte ich ebenso für möglich wie eine , aus welchen Gründen auch immer, eine Erinnerungsverfälschung .
Ob er also dieser Geschichte treu blieb, weil er sich an sie eben nur so erinnerte , oder weil er irgendwann merkte, welche Vorteile sie i brachte, bleibt für mich absolut offen, solange ich seine Person absolut neutral betrachte..
Für das was Andere in diese Geschichte in Bezug auf seine Herkunft hinein interpretierten war aber nicht er verantwortlich , unabhängig davon , ob es ihm vielleicht gelegen kam oder nicht.
Einen Betrug in Bezug auf die Geschehnisse wir zB des ersten Attentates liegt sehr nahe und würde dazu passen , das er Aufmerksamkeit sowohl suchte als auch genoss.
Aber viele Menschen suchen und genießen Aufmerksamkeit und es könnte ebenso sein, dass diese ja schon auffälligrn Widersprüche genau deshalb von jemand " eingebaut" wurden um ihn unglaubwürdig zu machen. Dafür könnte es absolut menschliche Gründe, komplett weg von " Mysteriösem" gegeben haben. Missgunst , Neid , Eifersucht - schon immer starke. Motive um andere zu diskreditieren .


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 13:44
Ich stimme zu, dass er am Anfang sicher keine Betrugsabsichten hatte. Er war insofern schlau vorgegangen, alle Möglichkeiten zuzulassen, indem er selbst nie konkret wurde.

Die Summierung der von verschiedenen Zeitgenossen geäußerten Kritik gibt halt zu denken. Stanhope, Meyer und Frau Biberbach könnten sich theoretisch bei der Charakterisierung allesamt geirrt haben. Nur ist dann etwas abenteuerlich, dass Hauserianer jedem Einzelnen "Dreck am Stecken" unterstellen - Stanhope soll sogar Mitglied der Verschwörung gewesen sein und Frau Biberbach (zumindest in Wassermanns Roman) habe ihm halt nachgestellt und sei abgewiesen worden. Nur hat auch Tucher, der Herrn Hauser wohlgesonnen und sicherlich seriös war, charakterliche Defizite bei seinem vorübergehenden Pflegesohn feststellen müssen. Und Meyer soll halt ein mürrischer Mensch gewesen sein. Damit wären dann alle Beobachtungen aus Sicht der Hauserianer weggewischt.

Kann ja alles per se stimmen, dass die Leute ihre eigenen Defizite hatten - aber die Beobachtungen sind sich allesamt ziemlich ähnlich (der Vorwurf der Heuchelei ist mehrmals gefallen) und beiden "Attentaten" und auch dem Selbstmordversuch oder Unfall im Hause Biberbach gingen jeweils Streitigkeiten mit den Erziehern voraus. Zufall? Vielleicht, aber drei Zufälle? Oder glaubst du, dass alle seine genannten Erzieher der großen Verschwörung angehört haben?


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 14:16
@Siegfrieden

Ich weiss ja nicht mal, ob es übrrhaupt eine Verschwörung / ein Komplott gab. Aber ich kann ed nicht ausschließen. Allerdings denke ich , das daran nicht viele Menschen beteiligt gewesen wären , sondern maximal eine Person als Anlaierer und eventuell bezahlte Helfer.
Und sicher bot Hausers Persönlichkeitsstruktur für so ein angenommenes Komplott auch gute Ansatzhebel.
Ließ bitte nochmal was ich über seine Fähigkeiten Menschen schnell einschätzen zu können und diese Fähigkeiten zur Erreichung seiner Anliegen auch opportunistisch einzusetzen vermutlich einzusetzen lernte , schrieb.
Diese Einschätzung meinetseits wird doch da bestärkt, wo von Heuchelei gesprochen wird . Heuchelei bedingt opportunistisches Verhalten.
Und seine Erzieher mussten doch einem ( fiktiven) Komplott nicht angehört haben um sich gedanklich vom Ziel Komplotts täuschen zu lassen, wenn Hausers opportunistische Zúge sie im ihrem möglichen getauscht worden Sein bestätigten.


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 15:54
Seine Fähigkeit, Menschen einschätzen (und somit manipulieren) zu können, ist unbestritten. Also du glaubst, sie haben sich alle getäuscht und er war ein ganz Braver?

Es geht ja nicht darum, dass er ein Großkrimineller gewesen sei, sondern das Mitleid seines Jahrhunderts zum Besten hielt, wie Lehrer Meyer ihm vorgeworfen hat.


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 16:08
@Siegfrieden

Ich finde bewusst manipulative Menschen grundsätzlich nicht " ganz brav" , aber das ergibt sich ja bereits aus meinen Anmerkungen zu ihm .

Ich sehe es durchaus so, das er das ihm entgegen gebrachte Mitleid benutzt hat , aber ich möchte nicht darüber urteilen, ob das im Vergleich mit den Vorteilen die Andere durch die Nähe zu ihm erfuhren nicht letztendlich ein quid pro quo ergab.


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Kaspar Hauser

12.08.2016 um 18:35
Naja, aber was für Vorteile? Tucher wollte keine Show in seinem Hause, er sah sich in der Pflicht, aus dem Findling einen vernünftigen Menschen zu erziehen. Bei Meyer wird es auch nicht anders gewesen sein. Daumers Vorliebe für Experimente könnte man als einen Vorteil ansehen, aber er war ja sowieso pro Hauser. Zugegeben, die Biberbachs wollten wohl ihr gesellschaftliches Ansehen steigern und durften sich auch mal über Besuch aus Ungarn freuen. Aber ein quid pro quo sehe ich insgesamt nicht - woraus genau soll das bestanden haben?


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Kaspar Hauser

17.08.2016 um 15:39
Ein neues Buch mit positiver Rezension:
http://www.huffingtonpost.de/annette-traks/rezension-zu-das-verloren_b_11538982.html

Das kurz zuvor erwähnte eBook über eine mögliche Verwicklung des Apothekergehilfen Sailer in den mutmaßlichen Mordfall Hauser habe ich inzwischen quergelesen. Das ungefähre Autoren-Fazit: Möglich, aber nicht 100% beweisbar...


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Cardinal
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Kaspar Hauser

27.03.2017 um 15:23
Vielen Dank für den Link! 

Der Autor des dort vorgestellten Buches mit dem kuriosen Titel "Kaspar Hauser (...) spricht Latein (...)" unterstellt der "gläubigen Gemeinde" eine "spezifische Kaspar-Hauser-Demenz" und ist zarte 97 Jahre jung...

Sicherlich ist einiges mit Vorsicht zu genießen: Der Hinweis auf Virgilius wirkt befremdlich; eine Hautkrankheit von Hauser wäre doch sicher deutlich dokumentiert gewesen), auch ein Selbstmord aus Versehen klingt erstmal merkwürdig, hier denke ich, dass Lehrer Meyer Recht hatte mit der Vermutung, er habe es drauf ankommen lassen, dass er sich zu tief stechen könnte.

Aber interessant klingt es auf jeden Fall. Werde ich mir vielleicht besorgen.


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Kaspar Hauser

09.08.2017 um 13:39
Interessanter Artikel zur vermeintlichen Mutter von KH:
https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-lindenhof-herzogin-stephanie-die-badische-sissi-_arid,1083526.html


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Kaspar Hauser

25.10.2017 um 21:05
Wow ganz schön viele Links hier zusammengetragen worden :) ich hab noch einiges vor mir aber die Theorie mit Napoléon ist sehr interessant und spannend! Ich werde auch von mir noch ein paar Links rein tun - nachdem ich sicher gegangen bin das es diese noch nicht gibt :-)


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Kaspar Hauser

29.10.2017 um 20:29
Ich interessiere mich auch seit meiner Kindheit für Kaspar Hauser, ich hatte damals als 9jähriger in der Bücherei ein Buch entdeckt in dem die Geschichte Kaspar Hausers erzählt wurde.
Durch Zufall bin ich dann im letzten Jahr auf einen Vortrag von Eckart Böhmer aufmerksam geworden, dieser trug den Titel "Kaspar Hauser Kind Europas" , Böhmer ist vielleicht hier nicht jedem bekannt, er ist u.a. Intendant der Kaspar Hauser Festspiele.
Wie der Titel vermutlich schon durchklingen lässt war auch diese Vortrag bestimmt durch den anthroposophische Ansatz ala Steiner, die Herkunft Hausers wurde nicht in Zweifel gezogen und so ging dieser Vortrag in eine komplett andere Richtung als von mir erwartet, zunächst fiel es mir schwer mich auf Form und Inhalt einzulassen aber Böhmer hat ein hohes schauspielerisches Talent welches einem im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich vorkommt dann aber durchaus seinen Reiz hat, als Freund skurriler Situationen fühlte ich mich jedenfalls gut aufgehoben und unterhalten, kann für ähnlich geneigte Menschen diese Vorträge also durchaus empfehlen, man sollte allerdings mit den richtigen Erwartungen hinein gehen, der anthroposophische Ansatz ist hier der Antrieb und ich beobachte diesen verstärkt in der Literatur und den Berichten zum Fall Kaspar Hauser, finde das etwas traurig weil ich den Eindruck habe das die "Glaubenskriege" in diesem Fall munter fortgesetzt werden....vielleicht geht dieses etwas zu Lasten der wissenschaftlichen Qualität da zuviel Kraft in Nebenschauplätzen aufgebraucht und investiert wird, eigentlich Schade.
Interessant waren jedenfalls in diesem Vortrag die Hinweise auf die damaligen zeitlichen Umstände > Klimakatastrophe 1816 und auch die Rolle Napoleons kam nicht zu kurz. Am Ende standen dann einige Fragezeichen und eine Menge Arbeit für mich Sachverhalte zu trennen und einige Eindrücke zu übernehmen und mich von anderen zu lösen die nicht zwingend mit meiner Denkweise vereinbar waren, aber es war ein Erlebnis der etwas anderen Art.


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Kaspar Hauser

12.12.2017 um 15:18
Hallo an die Neuen,

interessiert euch mehr die romantische oder historische Seite des Falls?

Ganz kurz gefasst - entweder war Hauser ein Schwindler oder alle anderen. Ich überlasse es eurem Urteil, was wahrscheinlicher ist. Bei Zeitmangel empfehle ich den Wikipedia-Artikel über Kaspar Hauser.

Oder noch kürzer und aktueller:

https://web.de/magazine/wissen/mystery/kaspar-hauser-unglaubliche-raetselhafte-geschichte-beruehmten-findelkindes-317964...


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Appleseed
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Kaspar Hauser

16.12.2017 um 12:35
Wieder ein Pfarrer im Spiel

War einmal ein Artikel in der PNP


Mit kriminalistischem Spürsinn hat Josef Heindl nach Spuren des legendären Findelkinds gesucht. Die Theorie des Eggenfeldeners: Kaspar Hauser war der Sohn eines Pfarrers und einer Adeligen. Aufgewachsen ist er in der Nähe Passaus.

Was ist nicht alles über den "rätselhaften Findling" der Biedermeierzeit geschrieben worden. Als etwa 16-Jähriger soll Kaspar Hauser am 26. Mai 1828 in Nürnberg aufgetaucht sein, geistig anscheinend zurückgeblieben und wenig redend. Mit seinen Aussagen, er sei, solange er denken könne, bei Wasser und Brot immer ganz allein in einem dunklen Raum gefangen gehalten worden, erregte er internationales Aufsehen. Ein zeitgenössisches Gerücht kolportierte, Hauser sei der 1812 geborene Erbprinz von Baden, den man gegen einen sterbenden Säugling getauscht und beiseitegeschafft habe, um einer Nebenlinie des badischen Fürstenhauses die Thronfolge zu ermöglichen. Diese "Prinzenlegende" gilt heute als widerlegt. Wer war der am 17. Dezember 1833 an einer Stichwunde verstorbene junge Mann aber nun wirklich?

Die Luftaufnahme zeigt , wo einst auf Tiefenbacher Gebiet am Schlossberg Weideneck (Kreis oben) eine Schneiderei und wo in Kastenberg (Kreis unten) der Abdecker Zankl beheimatet war.

Die Luftaufnahme zeigt , wo einst auf Tiefenbacher Gebiet am Schlossberg Weideneck (Kreis oben) eine Schneiderei und wo in Kastenberg (Kreis unten) der Abdecker Zankl beheimatet war.


Vor drei Jahren hat der Töginger Heimatforscher Peter Vornehm die Theorie aufgestellt, dass Hauser im oberösterreichischen Schloss Wanghausen aufwuchs und in Burghausen zur Schule ging. Dafür hatte er auch zahlreiche Hinweise gesammelt. Der pensionierte Polizeibeamte und Buchautor Josef Heindl aus Eggenfelden hat nun eine eigene Theorie, der er Tausende Recherchestunden geopfert hat, und die er für durchaus wahrscheinlich hält. Kurz gesagt: Kaspar Hauser war demnach ein Niederbayer, unehelicher Spross eines Pfarrers und einer Adeligen. Mit einem Viehtrieb ist er nach Nürnberg gekommen. In seinem Buch "Der Erbprinz vom Unschlittplatz" breitet Heindl seine Version aus.


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Kaspar Hauser

03.01.2018 um 17:56
Siegfrieden schrieb am 12.12.2017:Ganz kurz gefasst - entweder war Hauser ein Schwindler oder alle anderen.
Schade, Glaubenskriege sind hier ausreichend geführt worden.

Die Meinungen von Zeitgenossen (deren Eigensucht in der einen oder anderen Weise unterstellt werden darf, insbesondere wenn sie sich auf das Mitleid eines ganzen Jahrhunderts berufen) sind ähnlich konträr, wie die Obduktionsergebnisse von Ärzten, die in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum in Forensik geschulte Rechtsmediziner gewesen sein konnten.

Da seine Herkunft unbekannt bleibt, kann das Verhalten Hausers so oder so interpretiert werden. Die Unsicherheit bei der Quelleninterpretation (sprach Hauser Nürnberger Fränkisch oder schilderten Zeugen seine Aussagen in Fränkisch?) liegt in der Natur der Sache. Ihm jedoch keine vornehme Herkunft zugedeihen zu wollen, weil er sich betrügerisch und unehrlich verhalten habe (so @Siegfrieden), grenzt aber schon an Ignoranz. Seit wann verhindert eine vornehme Herkunft einen miesen Charakter?

Bewiesen oder beweisbar sind weder die Herkunft aus einem Fürstenhause noch ein Suizid. Selbst ein Mord ist möglich, bei dem Hauser den entdeckten Brief in Spiegelschrift selbst verfasst hat. Seine Worte auf dem Totenbett taugen jedenfalls nicht als Beweis für einen Betrug. Im Angesicht des nahen Todes und einer Religiosität, die stark auf der Sündhaftigkeit des eigenen Lebens aufbaute, ist es durchaus nicht abwegig, wenn ein Mensch um Verzeihung bittet, um nicht schuldbeladen vor Gott zu treten. Welcher Art diese Sünden waren, ist damit nicht bewiesen.

Seien wir also ehrlich: Wir bewegen uns in Wahrscheinlichkeiten und emotionalen Bewertungen, ohne vernünftige Zweifel lässt sich keine These belegen. Die Thesen lassen sich aufstellen und unterfüttern, aber das kann nur seriös sein, wenn alle Erkenntnisquellen kritisch hinterfragt werden. Blinder Gehorsam der einen Quelle gegenüber und gleichzeitige Abwertung der anderen Quelle, um die präferierte These zu untermauern, ist beim momentanen Stand der Erkenntnisse wenig hilfreich.

Vorsicht ist auch bei jeder charakterlichen Einordnung von Kaspar Hauser angebracht. In einer Zeit, die noch keine Psychologie kannte und in der die soziale Deformation quasi gottgegeben war, war Hauser ganz stark das Produkt der Erwartungen seiner Betreuer. Und diese kümmerten sich auch nicht aus "Mitleid" um ihn, sondern sie profitierten unmittelbar von der öffentlichen Aufmerksamkeit und der eigenen Erkenntnissuche.

Ich habe keine abschließende Meinung, bin aber gespannt, ob in dieser Sache doch noch einmal der Nachweis geführt wird, wie es wirklich gewesen sein KÖNNTE.


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Kaspar Hauser

04.01.2018 um 09:47
Monstra schrieb:Ich habe keine abschließende Meinung, bin aber gespannt, ob in dieser Sache doch noch einmal der Nachweis geführt wird, wie es wirklich gewesen sein KÖNNTE.
dazu müßten aber neue erkenntnisse her, oder gewisse quellen müßten sich als wahr herausstellen....ansonsten wird man sich wieder im kreis drehen...


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Kaspar Hauser

11.01.2018 um 13:29
@Monstra
Monstra schrieb am 03.01.2018:Die Meinungen von Zeitgenossen (deren Eigensucht in der einen oder anderen Weise unterstellt werden darf, insbesondere wenn sie sich auf das Mitleid eines ganzen Jahrhunderts berufen) sind ähnlich konträr, wie die Obduktionsergebnisse von Ärzten, die in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum in Forensik geschulte Rechtsmediziner gewesen sein konnten.
Endlich ein ebenbürtiger Gegner :) in der Tat, die Meinungen von Ärzten gehen auseinander, auch die Meinung von Zeitgenossen. Man kann aber auch schauen, welche Zeitgenossen sich skeptisch und weniger skeptisch geäußert haben. Die Zeiträume sind nicht ganz unwichtig, weil Herr Hauser sich innerhalb dieser fünf Jahre verändert hat. Was die Leute betrifft, die ihn am besten kannten: Es gibt die felsenfeste Pro-Hauser-Überzeugung des romantischen Daumer, der Hauser in seiner Anfangszeit kennenlernte, und die gegensätzlichen Meinungen von Frau Biberbach, Stanhope, Meyer und z.T. Tucher. So groß ist die Zahl seiner Bewunderer hier jedenfalls nicht. Und warum könnten die Erzieher so oft gewechselt haben? Waren sie möglicherweise überfordert? Und wenn ja - lag das wirklich immer nur an eigenen Defiziten?
Monstra schrieb am 03.01.2018:Da seine Herkunft unbekannt bleibt, kann das Verhalten Hausers so oder so interpretiert werden.
So ziemlich alle seine Erzieher haben Lügenhaftigkeit und Heuchelei feststellen können. Da bleibt leider nicht viel Raum für Spekulationen...
Monstra schrieb am 03.01.2018: Ihm jedoch keine vornehme Herkunft zugedeihen zu wollen, weil er sich betrügerisch und unehrlich verhalten habe (so @Siegfrieden), grenzt aber schon an Ignoranz. Seit wann verhindert eine vornehme Herkunft einen miesen Charakter?
Wenn man im Zusammenhang sieht, dass jemand, der eine adlige Herkunft vortäuscht, sich als lügnerisch und heuchlerisch herausstellt, finde ich es ignoranter, diese Beobachtungen im Zusammenhang mit seiner Glaubwürdigkeit zu ignorieren. Grundsätzlich ist eine vornehme Herkunft natürlich trotzdem möglich, wenn es irgendwelche Belege dafür geben sollte.


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Kaspar Hauser

11.01.2018 um 13:41
Monstra schrieb am 03.01.2018:Bewiesen oder beweisbar sind weder die Herkunft aus einem Fürstenhause noch ein Suizid. Selbst ein Mord ist möglich, bei dem Hauser den entdeckten Brief in Spiegelschrift selbst verfasst hat.
Darüber kann man nachdenken. Aber wie sieht deine Theorie aus, bei dem Hauser zum Mordes-Helfershelfer gegen sich selbst wird?
Monstra schrieb am 03.01.2018:Seine Worte auf dem Totenbett taugen jedenfalls nicht als Beweis für einen Betrug. Im Angesicht des nahen Todes und einer Religiosität, die stark auf der Sündhaftigkeit des eigenen Lebens aufbaute, ist es durchaus nicht abwegig, wenn ein Mensch um Verzeihung bittet, um nicht schuldbeladen vor Gott zu treten. Welcher Art diese Sünden waren, ist damit nicht bewiesen.
Auch hier gibt es natürlich nur Indizien. Wenn Lehrer Meyer berichtet, dass er Hauser noch nie beten sah oder dass er religionskritische Statements von sich gab, ist das natürlich kein Beweis für einen verkommenen Charakter. Aber es deutet nicht darauf hin, dass sich seine Meinung auf dem Sterbebett zwangsläufig geändert haben muss. Einige Worte auf dem Sterbebett lassen sich zwar weitläufig interpretieren, hören sich aber durchaus nach Reue oder Anerkenntnis der eigenen Schuld an: "Das erinnere ich mich noch, dass ich alle um mich herum um Verzeihung gebeten habe!" - "Warum sollte ich Zorn oder Hass auf die Menschen empfinden? Man hat mir ja nichts getan!" (Insbesondere der letzte Satz spricht nicht dafür, dass er angegriffen wurde).

Das meiste habe ich wohl schon gesagt. Aber wenn das alles doch nur Zufall ist und wenn Kaspar Hauser ein ganz Braver war, dann komme ich nicht umhin wieder und wieder zu fragen, warum es dann keine Spuren gab und warum der Mörder zugelassen hat, dass Herr Hauser nach hause gehen durfte.
Monstra schrieb am 03.01.2018:Blinder Gehorsam der einen Quelle gegenüber und gleichzeitige Abwertung der anderen Quelle, um die präferierte These zu untermauern, ist beim momentanen Stand der Erkenntnisse wenig hilfreich.
Welche Quellen meinst du denn genau?
Monstra schrieb am 03.01.2018:Und diese kümmerten sich auch nicht aus "Mitleid" um ihn, sondern sie profitierten unmittelbar von der öffentlichen Aufmerksamkeit und der eigenen Erkenntnissuche.
Aber inwiefern? Monetär soll nicht viel rumgekommen sein.
M11 schrieb am 04.01.2018:dazu müßten aber neue erkenntnisse her, oder gewisse quellen müßten sich als wahr herausstellen....ansonsten wird man sich wieder im kreis drehen...
In der Tat.


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