nairobi schrieb:Die Mutter meines Mannes hatte auch an die 54 Jahre in dem großen Haus gelebt.
Für mich ist es unvorstellbar, so lange an einem Ort oder in einer Wohnung zu wohnen. Das Längste waren 21 Jahre und das war meine Kindheit im Elternhaus - und selbst da sind wir einmal umgezogen, als ich 13 war. Aber immerhin nur ein paar Straßen weiter.
In unserem jetzigen Haus wohnen wir jetzt 11 Jahre, das ist für meine Verhältnisse auch schon sehr lange. Ich habe ja sehr lange zur Miete gewohnt und da endeten die Mietverhältnisse immer spätestens nach fünf Jahren, weil die Mietverträge privat und befristet waren. Meist konnte man nicht verlängern, weil die Vermieter die Wohnung dann selbst benutzen oder an Familienmitglieder weitergeben wollten. Oft waren die Wohnungen Startwohnungen für die Kinder und wurden nur so lange vermietet, bis die Kinder alt genug zum Ausziehen aus der elterlichen Wohnung waren.
Außerdem war das auch für mich eine unruhige Zeit voller Veränderungen: Beziehungen, zusammenziehen, Jobwechsel, dann wieder Trennung... Alleine war die Wohnung, die man zu zweit angemietet hatte, dann oft nicht mehr leistbar und keiner konnte sie übernehmen, also wurde der Mietvertrag gekündigt.
Auch mit meiner ersten Eigentumswohnung in Wien hatte ich Pech, der Makler hatte mir nämlich verschwiegen, dass keine Fertigstellungsanzeige vorlag (es handelte sich um einen Dachgeschoßausbau auf einem Altbau), weil die Baufirma in Konkurs gegangen war. Es erfolgte eine Rückabwicklung des Kaufvertrages und der Makler wurde geklagt und die Provision zurückgefordert. Das dauerte insgesamt mehr als zwei Jahre und für diese Zeit mussten wir dann "Benutzungsgebühr", also quasi Miete bezahlen. Die machte damals mehr als 1000 Euro pro Monat aus, was wir nie bezahlt hätten, wenn wir uns eine Mietwohnung genommen hätten. Damals (2004) konnte man ja durchaus auch um 650 bis 700 Euro noch eine schöne Dreizimmerwohnung in Wien bekommen, halt dann nicht mit Gartenanteil und großer Dachterrasse. Da hätten wir zugunsten einer günstigeren Miete darauf verzichtet. Für eine Eigentumswohnung sucht man ja nach anderen Kriterien aus, da soll man ja langfristig glücklich und zufrieden damit sein.
Danach kauften wir uns ein Reihenhaus in Wien und das war wirklich toll am Anfang. Nur wurde dann rundherum sukzessive alles zugebaut und ich schaute aus allen Fenstern nur mehr auf Mauern. Das war so gar nicht meins, also haben wir das Haus dann verkauft und sind aufs Land gezogen in ein Miethaus. Das waren ja dann diese fürchterlichen Vermieter, wegen denen ich in den letzten Jahren zweimal als Zeugin vor Gericht aussagen musste (einmal Zivilprozess, einmal Strafprozess). Wir sind echt froh, dass wir rechtzeitig ausgezogen sind und uns dann unser Haus gekauft haben, somit hatten wir nur Ärger mit ihnen, aber zumindest keine finanziellen Verluste (ganz im Gegensatz zu jenen armen Tröpfen, die ihnen das Haus dann abgekauft haben. Die warten nämlich immer noch auf das Geld, das ihnen das Gericht zugesprochen hat).
Ich bin froh, dass mein Leben nun ruhiger ist. Ich hoffe, das bleibt jetzt erstmal so, bis wir in Rente gehen. Danach wollen wir ja ans Meer ziehen.
nairobi schrieb:So ging das noch eine Zeitlang, dann ging es in dieses kleine Heim. Das Haus wurde verkauft und umgebaut und modernisiert. Gekauft hat es ein Arbeitskollege eines der Brüder meines Mannes.
Das ist schön, heute machen das wenige Menschen, es sei denn, es ist wirklich ein schönes altes Haus, wie zum Beispiel eine Jugendstilvilla. Bei uns ist es üblich, dass die typischen "Omahäuser", also die geerbten Häuser von den Großeltern, die in den 1950ern, 1960ern und 1970ern erbaut wurden und nach wie vor in diesem Stil ausgestattet sind (samt Ölheizung) nach dem Verkauf abgerissen werden und stattdessen neue Häuser hinkommen. Oft sind es bei größeren Grundstücken Immobilienentwickler, die sie kaufen und dann so viele Häuser draufpferchen, wie erlaubt sind.
Das ärgert natürlich die Nachbarn, denn die sind ja so wie wir auch aufs Land gezogen, um im Grünen zu sein. Aber die Erben wohnen meist nicht hier und deshalb ist ihnen das egal, es wird an den Meistbietenden verkauft und das sind in der Regel Immobilienentwickler. Und so wird alles immer mehr verbaut. Aus diesem Grund wollen wir auch nicht ewig hierbleiben, denn auch unser Viertel wird es betreffen, weil hier hauptsächlich Senioren wohnen. Wenn diese versterben, wird hier auch radikal neu gebaut werden.
nairobi schrieb:Damit habe ich zum Glück keine größeren Probleme. Nach höchstens 3 Tagen habe ich mich da komplett umgestellt.
Da hast du echt Glück.
nairobi schrieb:Ja, das ist auf jeden Fall so. Wenn man über viele Jahre bestimmte Abläufe hatte kann man die quasi im Schlaf ausführen.
Genau, vorwärts und rückwärts 🤣.
nairobi schrieb:Ich habe in nun annähernd 40 Jahren schon einiges erlebt. Anfangs hatten wir ja noch Schreibmaschinen...
Nun bekommen wir bald ein komplett neues Programm und daran wird man sich gewöhnen müssen. Es nützt ja nichts, sich dem zu verweigern.
Nein, das nützt nichts. Drum lerne ich auch den Umgang mit KI, denn die wird uns in Zukunft überall begegnen und immer besser werden.
In meinem ersten Job nach der Matura hatte ich mit Computern nichts zu tun, das hatte nur die Chefin, die die Buchhaltung machte.
Im zweiten Job ging es dann schon los, Laboranalysen wurden schon computergestützt durchgeführt. Mein Ausbildungsbetrieb legte sehr viel Wert darauf, dass ich den Umgang mit dem PC erlernte und dafür bin ich heute noch dankbar, denn seitdem hatte ich wirklich in jedem Job Computerarbeit.
nairobi schrieb:Die erste gemeinsame Wohnung mit meinem ersten Mann damals war eigentlich auch nicht so schön. Recht klein, ziemlich dunkel und einige Zeit später wurde nebenan ein Haus gebaut, was die Sicht auch noch beeinträchtigt hat. Die Möbel bekamen wir z.T. aus der Verwandtschaft geschenkt. Die Miete haben wir immer persönlich bei den Vermietern in der Nachbarschaft abgegeben (gegen Quittung). Ich glaube, das waren 420 DM warm.
Ja, so war es halt damals. Meine erste Wohnung war eine Altbauwohnung mit Klo am Gang und Dusche in der Küche. Damals gab es noch viele sogenannte Substandardwohnungen. Die waren gefragt, weil sie günstig waren. In Österreich sind die Mieten für Altbauwohnungen ja geregelt, damals waren das Kategoriemietzinse. Wohnungen ohne Bad und Toilette waren Kategorie D und somit sehr günstig und daher bei jungen Menschen ohne Geld sehr gefragt.
https://www.konsumentenfragen.at/konsumentenfragen/Bauen__Wohnen_und_Versorgungsleistungen/Wohnen/Rund_um_die_Miete/Mietzins.html#Die Gegend war allerdings sehr schön, altes Villenviertel mit einer Allee aus Rosskastanien.
nairobi schrieb:Meine Eltern wohnen nun schon fast 7 Jahre im Betreuten Wohnen. Von dort ist es auch leichter, einen Platz im Pflegebereich im angrenzenden Gebäude zu erhalten, als wenn man von extern kommt.
Ja, das ist sehr praktisch und wirklich wichtig.
nairobi schrieb:Im Moment kommen sie noch ganz gut zurecht, zum Glück 🙏
Das kann sich natürlich schnell ändern, das ist mir bewusst.
Sehr schnell, das habe ich bei meiner Schwiegermutter gesehen. Einmal für einige Wochen ins Krankenhaus und alles ist anders. Sie hat ihre Mobilität komplett verloren und da ihre Wohnung nicht barrierefrei war, musste sie dann ins Heim.
Möge es bei deinen Eltern noch lange so bleiben!
nairobi schrieb:So viel Geld kommt bei den wenigsten monatlich herein, so dass man an die Ersparnisse muss. Und wer weiß, wie das dann in 15/20 Jahren aussieht?
Wenn man welche hat! Die Ersparnisse verlor meine Schwiegermutter ja durch die Scheidung, zumindest die Hälfte davon. Der Rest war in den letzten Jahren schnell aufgebraucht. Jeden Monat an die 6000 Euro schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel.
nairobi schrieb:Ich denke, ja. Als ich mit meinem Vater damals Einrichtungen angesehen haben wollte meine Mutter wissen, ob es da und da nach Pipi gerochen habe.
Ist sie denn nicht zur Besichtigung mitgenommen? Also ich würde das schon gerne selbst sehen. Oder konnte sie nicht?
Ich habe mir ja auch mehrere Heime zusammen mit meinem Mann angesehen und in keinem davon stank es nach Urin oder überhaupt nach irgendwas. Es war alles Blitz sauber und es roch höchstens nach Kaffee oder Essen, wenn gerade gekocht wurde.
nairobi schrieb:Kürzlich z.B. wurde ein 52jähriger Mann von seiner Frau morgens tot auf dem Sofa aufgefunden. Wahrscheinlich Herztod.
Sowas liest man häufiger, sehr traurig. Ein Grund von mir ist mit 42 im Schlaf an einem Schlaganfall gestorben. Er war schon länger in Behandlung, weil er so hohen Blutdruck hatte, der auf nichts ansprach.
Er wurde dann auch obduziert, weil es ja ungewöhnlich ist, so jung einen Schlaganfall zu bekommen. Es stellte sich heraus, dass er einen Nierentumor hatte, der auch für den hohen Blutdruck verantwortlich war. Er wäre also wahrscheinlich so oder so gestorben, beim Krebs hätte es nur länger gedauert. Er hinterließ drei Kinder. Tragisch.
nairobi schrieb:Eine unschöne Vorstellung ist es natürlich, wenn jemand alleine lebt, vielleicht zurückgezogen und dadurch erst nach längerer Zeit gefunden wird.
Ja, schlimm. Oft wird es erst bemerkt, wenn Verwesungsgeruch auftritt und dann die Polizei gerufen wird. Habe ich erst gestern wieder gelesen.
Mann tot in Wiener Wohnung aufgefunden, Mieter soll Tötung gestanden haben
https://diepresse.com/20740137
nairobi schrieb:Das sind meist riesige Altbauwohnungen, in denen man quasi Fangen spielen kann. Sehr viele Menschen leben aber in kleineren Wohnungen.
Wenn man so eine einmal hat, hat man Glück. Die Mieten sind günstig und das Mietrecht erlaubt in Österreich auch die Weitergabe an Familienmitglieder, die im selben Haushalt wohnen. Drum melden sich die Enkel dann bei der Oma an. 😉
https://mietervereinigung.at/news/weitergabe-der-mietrechte-innerhalb-der-familie
nairobi schrieb:Wir haben ja 2021/22 gebaut und das bewusst klein und bewusst auf einem kleinen Grundstück.
Wir haben uns auch bewusst ein kleines Haus gesucht. Muss man ja alles auch putzen und wir brauchen kein großes Haus. Außerdem sind kleinere Häuser auch günstiger.
Ein großes Grundstück wäre mir aber lieber gewesen, einfach deshalb, weil mir dann niemand zu nahe auf die Pelle rücken kann, wenn am Nachbargrundstück neu gebaut wird. Da ist dann immer noch genug Abstand zu meinem Haus. So, wie es jetzt ist, passt es eh, Wohnzimmer und Schlafzimmer gehen in den Garten hinaus und ich habe kein direktes Gegenüber. Das kann sich aber ändern, wenn der Eigentümer einmal verstirbt und die Erben das Grundstück verkaufen. Wir werden es dann nicht kaufen können, denn mittlerweile sind die Grundstückspreise so gestiegen, dass wir uns das nicht leisten können. Und ich glaube nicht, dass wir einen Kredit aufnehmen möchten dafür.
nairobi schrieb:Wenn man nur zu zweit ist reicht das doch völlig aus. Die Wohnfläche hat ungefähr 99 m².
Locker. Wir haben ja noch den Dachboden und den Keller und ein Teils des Dachbodens ist zu Räumen ausgebaut - allerdings nicht isoliert. Zum Schlafen wäre es da also eher ungemütlich, aber um Sachen aufzubewahren oder als Arbeitszimmer reicht es.
Im Keller stehen bei uns Waschmaschine und Trockner und wir bewahren die Vorräte dort auf, außerdem befinden sich der Heizkessel und die Wärmepumpe für das Warmwasser dort. Ich finde das schon ganz gut, dass diese Dinge quasi außer Sichtweite sind und noch haben wir ja kein Problem mit Treppen. Altersgerecht ist das Haus jedoch nicht.
nairobi schrieb:Wann wird sie denn beigesetzt? Wird es ein normales Grab, wahrscheinlich eher nicht, da bei Euch ja auch niemand regelmäßig Grabpflege wird machen können?
Mitte April und es wird ein Urnengrab. Sie hat sich ein ganz bestimmtes Grab auf einem ganz bestimmten Friedhof gewünscht und das bekommt sie auch. Gepflegt wird es von der Friedhofsverwaltung, es ist dort auch nur eine Namensplatte und eine kleine Schale erlaubt. Ansonsten sind dort Wildblumen angepflanzt, was meine Schwiegermutter schön fand, weil dort lauter Schmetterlinge und Bienen sind. Es sieht aus wie ein Blumenbeet. Mir gefällt das auch sehr gut.
nairobi schrieb:Wir müssen jedes Jahr bis Ende Oktober unsere Urlaubswünsche eintragen. Das wird dann geprüft und muss genehmigt werden. Es darf z.B. nicht sein, dass zu bestimmten Zeiten keiner da ist. In jedem Sachgebiet muss eine bestimmte Mindeststärke da sein.
Bei uns bis Ende Februar. Es hält sich aber niemand dann und spätestens Mitte des Jahres kommt dann die Erinnerungsmail der Geschäftsführung, man möge doch bitte den Urlaub eintragen. 🤭 Jedes Jahr dasselbe. 🙄
Ich habe meinen natürlich längst geplant und eingetragen. Der im Juni ist auch schon genehmigt. Wir sprechen uns auch im Team immer ab, wer wann auf Urlaub geht, damit wir trotzdem alle Tage besetzen können.
nairobi schrieb:Dass es da immer mal zu Änderungen kommen kann ist normal. Man kann ja z.B. am 15.10.2025 nicht wissen, was sich vielleicht im nächsten Jahr ergeben wird und was Änderungen nach sich ziehen kann.
Ja klar, das ist aber dann auch kein Problem und man kann bereits genehmigten Urlaub auch wieder stornieren. Blöd ist es nur, wenn man dann zu einem Termin Urlaub haben möchte, an dem sich schon jemand anders Urlaub genommen hat. Das geht dann halt nicht mehr.
nairobi schrieb:Sie wollten nach Thailand und einige Tage in Dubai verbringen. Das ist wegen der aktuellen politischen Lage nicht möglich und musste geändert werden und so hat z.B. jeder ca. 500 Euro verloren.
Oje, das ist blöd. Da steigt einem dann ja auch die Stornoversicherung aus, soviel ich weiß.