Guten Morgen! Hattet ihr alle schöne Feiertage?
nairobi schrieb:Ausforschen wird wahrscheinlich heißen, dass nach ihm gesucht/gefahndet und sein Aufenthaltsort im Anschluss ermittelt werden konnte?
Genau, man hat ihn gefunden.
nairobi schrieb:Justizanstalt, das heißt bei uns Justizvollzugsanstalt. In der Regel wird das mit JVA abgekürzt.
Das ist ja ziemlich ähnlich.
nairobi schrieb:Das wollte er vielleicht auch eigentlich nicht, aber der Streit eskalierte dann?
Ja, aber auch das ist eine Entscheidung, die man nicht treffen muss. Man kann sich auch dafür entscheiden, bei einem Streit gar keine körperliche Gewalt anzuwenden, so wie das zum Glück die meisten Menschen tun.
Jeder Mensch ist für die eigenen Handlungen verantwortlich und dieser Mann hat sich dazu entschieden, einen Streit so eskalieren zu lassen, dass sein Freund nun tot ist.
nairobi schrieb:Das weiß man nicht. Es ging hier ja darum, dass er das Sorgerecht haben wollte. Und da war die andere Person im Wege.
Doch, das weiß man. Männer, die Gewalt gegenüber Frauen ausüben, haben ein bestimmtes Persönlichkeitsbild und das beinhaltet unter anderem nach oben buckeln und nach unten treten.
Sie sind also nur jenen gegenüber gewalttätig, bei denen sie keine großartige Gegenwehr erwarten, also kleinere und schwächere Menschen oder jene, die von ihnen emotional oder ökonomisch abhängig sind. Kurz gesagt: Sie sind feige und oft psychisch krank oder suchtkrank.
Hier ist eine interessante Analyse zum Thema Femizide:
https://www.bmi.gv.at/bmi_documents/3034.pdfHochrisikoindikatoren bei Tätern (Mehrfachnennungen):
Psychische Erkrankungen (ca. 47%, n=53)
Biografische Erfahrung (ca. 30%, n= 34
Ausübung körperlicher und sexualisierter Gewalt (30%, n=30)
Ausübung psychischer Gewalt (ca. 26%, n= 29)
Waffenbesitz (ca. 22%, n=25)
Patriarchales Denken (ca. 20%, n=22)
Morddrohung, ökonomische Abhängigkeit, Suiziddrohung, Substanzabusus…
Fünf Tätergruppen extrahiert
78% der 92 relevanten Gerichtsakten konnten zugeordnet
werden
Typus I: Jahrelange Gewalt-Vorgeschichte (23 Fälle, 25%)
Typus II: Täter übt Gewalt gegen alle Frauen in seinem Leben aus (10 Fälle, 11%)
Typus III: Täter übt Gewalt gegen die gesamte Familie bzw. darüber hinaus aus (15 Fälle, 15%)
Typus IV: keine IPV-Vorgeschichte (16 Fälle, 17%)
11 Fälle Femizide im hohen Alter (12%)
Typus V: dysfunktionale Familie (8 Fälle, 9%)
Psychische Krankheit als tatauslösend - §21 StGB
22 Fälle (24%), mit 23 Tätern
10 Fälle (11%) Diagnose (paranoide) Schizophrenie
11 Fälle (12%) mit 12 Tätern Diagnose (kombinierte) Persönlichkeitsstörung
1 Fall ausgeprägte Demenz
komplexes Wechselspiel von stereotypen Rollenbildern, (schwerer) psychischer
Krankheit und (tödlicher) Gewalt gegen Frauen
Quelle: ebd.
Einem Mann gegenüber hätte sich der Mörder das schlichtweg nicht getraut, denn der hätte sich besser wehren können und das wohl auch getan und der Mörder hätte zumindest eine Verletzung riskiert.
Und weil das gerne immer wieder kommt: nein, es ist kein "Ausländerproblem":
Nationalität:
Opfer (n=100): 71% österreichische Staatsbürgerschaft – davon ca. 80% autochthon, 20% Migrationshintergrund; 10% EU-Mitgliedsstaat, 17% Drittstaaten , 2% k.A.
Täter (n=93): 72% österreichische Staatsbürgerschaft – davon ca. 57% autochthon, 15% Migrationshintergrund; 5% EU-Mitgliedsstaat, 19% Drittstaaten, 2% staatenlos, 1% k.A.
Quelle: s. oben
Außerdem:
Geschlechtsverteilung bei Opfern und Tatverdächtigen
Frauen waren mit einem Anteil von 79,3 Prozent deutlich häufiger Opfer von Partnerschaftsgewalt als Männer. Das Geschlechtsverhältnis blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (2023: 79,2 Prozent weibliche und 20,8 Prozent männliche Opfer).
Auch im Bereich der Innerfamiliären Gewalt waren mehr als die Hälfte der Opfer weiblich (54,2 Prozent).
Quelle:
https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html#:~:text=Geschlechtsverteilung%20bei%20Opfern%20und%20Tatverd%C3%A4chtigen,Prozent%20der%2076.977%20Tatverd%C3%A4chtigen%20m%C3%A4nnlich.
nairobi schrieb:.
nairobi schrieb:Das Kind ist bei Verwandten untergekommen. Näheres hierüber weiß ich nicht. Da die getötete Frau erst 31 Jahre alt war, werden die Großeltern wahrscheinlich noch nicht so alt sein. Aber optimal ist das alles nicht. Das Kind hatte ja schon durch die Trennung seiner Eltern eine große Veränderung erlebt.
Nichts davon ist optimal. Irgendwann wird das Kind nach seinen Eltern fragen und dann hören müssen, dass sein Vater seine Mutter ermordet hat.
Ich hoffe, die Verwandten werden den kleinen Buben liebevoll großziehen. Zumindest muss er nicht ins Heim.