Guten Morgen!
nairobi schrieb:Das ist schon ein großer Unterschied.
Ja, absolut! Es wurde auch bei den Angeboten nicht wirklich darauf eingegangen, was ich gesagt habe, nämlich dass ich nur Risse im Putz verspachteln und die Fassade dann malen lassen möchte und nicht alles neu verputzen inklusive Isolierung und Pi-pa-po. Ich habe das bei jeder Besichtigung immer gesagt und auch erklärt, warum.
Unser Haus ist alt und zu klein für eine Familie und wir werden es ziemlich sicher verkaufen und wegziehen, wenn wir in Rente gehen. Der nächste Eigentümer wird es wahrscheinlich abreißen und ein neues Haus hinbauen. Ich brauche für diese Zeit keine Vollsanierung, das landet dann alles im Müll. Unser Haus soll für die Zeit, in der wir hier wohnen, lediglich gepflegt aussehen und uns gefallen. Die Fassade muss deshalb nicht perfekt sein, weil wir sie sowieso mit selbsthaftendem Wildem Wein und Efeu begrünen. Es ist also völlig gleichgültig, ob man da noch Unebenheiten in der Fassade sieht. Hauptsache, sie ist dicht.
Und dann kamen Angebote für alles Mögliche, das ich gar nicht angefragt hatte. 🙄 Wozu kommen die Firmen dann überhaupt her und besichtigen das Objekt?
nairobi schrieb:Mansplaining nennt man das glaube ich.
Das ist weit verbreitet. Auch bei den Besichtigungen wurde mir immer wieder erklärt, warum ich unbedingt dies und jenes brauche. Und jedesmal sagte ich, dass ich das aus gutem Grund aber nicht möchte.
Ich bin mir nicht sicher, ob sich diese Männer einem Mann gegenüber auch so benommen hätten. Ich denke nicht.
Ich kann damit umgehen, indem ich sachlich bleibe und Argumente vorbringe, aber nervig ist es trotzdem. Ich bezahle, ich sage, was gemacht wird. Punkt. Da gibt's keine Diskussion.
Natürlich kann und soll man aus fachlicher Sicht einwenden, was das für Folgen hat - bei uns ist es so, dass die Fassade dann halt nicht ganz ebenmäßig ist, wenn man nur spachtelt und malt und nicht komplett neu verputzt. Und dass eben ohne Wärmedämmung der Energieverbrauch höher ist. Aber wenn ich dann sage, dass mir das bewusst ist und ich das in Kauf nehme, dann sollte es auch wieder gut sein und man sollte mir nicht etwas einzureden versuchen, wovon ich klar und deutlich gesagt habe, dass ich es nicht brauche.
nairobi schrieb:Das ist ärgerlich. Warum hat er das denn gemacht? Was war das für eine Pflanze?
Seine Erklärung dafür war: Er blieb jedesmal daran hängen, wenn er vorbeiging. 🙄 Hallo? Dann weiche halt aus!
Die Pflanze war nicht bei der Arbeit im Weg, also stand nicht nahe der Fassade. Sie behinderte ihn in meiner Weise und es war genügend Platz, um daran vorbeizukommen.
Es war eine zweijährige Wild- und Heilpflanze, eine Wilde Karde, die ich eigens gepflanzt hatte, weil sie Insekten anzieht und beherbergt. Ich habe ja einen Naturgarten und lege auf sowas Wert. Die Pflanze war gerade in ihrem zweiten Jahr und fing gerade an zu blühen. Danach hätte sie Samen gebildet und sich so im Garten weiter verbreitet, was auch mein Plan war. Und jetzt muss ich damit wieder zwei Jahre warten, denn die Pflanze blüht erst im zweiten Jahr.
Diese Pflanzen sind nicht besonders teuer, aber für mich hat sie eine Bedeutung. Außerdem geht es ums Prinzip: er hat keine Pflanzen einfach umzuschneiden, ohne davor zu fragen, nur weil er sie für Unkraut hält.
Wir hatten ja schon öfter Diskussionen darüber und ich habe klar und deutlich gesagt, die Pflanzen werden ohne Rücksprache nicht angefasst.
Ich sehe ein, dass der Arbeitsbereich freigeschnitten werden muss, das geht ja auch nicht anders. Aber auch da bestimmte ich das Wie und Wieviel. Es ist mein Garten.
nairobi schrieb:Unser Haus hat ein ganz helles Grau. Das hatten wir uns bei der Bemusterung so ausgesucht.
Das gefällt mir auch. Auch das Haus meiner Mutter ist hellgrau mit einem anthrazitfarbenen Dach und hellen Rahmen um die Fenster.
nairobi schrieb:Das ist natürlich Mist. Würdest Du ihn denn weiterempfehlen oder sind da doch zu viele Minuspunkte?
Ich empfehle ihn dennoch weiter, weil ich mir nicht sicher bin, ob andere Handwerker da wirklich besser wären in diesen Punkten.
Als Frau wird man ja generell nicht ernstgenommen, das hört und liest man immer wieder und diese Machtkämpfe hätte ich wahrscheinlich mit allen Handwerkern in irgendeiner Form gehabt.
Dass man als Auftraggeber immer kontrollieren und hinterher sein muss, kenne ich auch nicht anders, auch da habe ich schon viel gehört und gelesen.
Somit zählt im Endeffekt, dass das Ergebnis gut geworden ist und der Preis in Ordnung ist. Mühsam und nervig ist sowas wohl immer. 🤷🏼
umma schrieb:Ich nehme an, du hast ihm klar die Grenzen gezeigt.
Das habe ich, aber es ist eine Gratwanderung, so lange ich ihn noch brauche. Er soll ja die Arbeiten noch fertigstellen und das ordentlich und deshalb kann ich ihm nicht so drüberfahren, wie ich eigentlich möchte. Ich hab ihm also nur zu verstehen gegeben, dass die Frage unangebracht ist.