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Materialismus

202 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Materialismus, Biomat, Histomat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Materialismus

25.09.2025 um 08:50
Zitat von TelcontarTelcontar schrieb am 11.09.2025:Was du hier tust:
Überzeugungskraft einsetzen, um ihre Existenz zu bestreiten, und damit genau den Widerspruch vorführen, den du selbst immer noch nicht bemerkst.
Du hast halt Schwierigkeiten bei den Begriffen "Überzeugung" und "Überzeugungskraft".

Ich ordne diese Begriffe eindeutig in den Themenbereich "Reaktion" ein und sage damit, um was es sich handelt.
Ich gebe ein Art Realisierungsbasis (über das Nervensysem) an - diese fehlt bei deiner Existenz-Behauptung vollständig.

Wenn du dies nun verkürzt und so tust, als würde ich bestreiten, dass es sich bei diesen Begriffen überhaupt um irgendetwas handelt (Motto: „ich soll sie ja eigentlich gar nicht einsetzen dürfen, sonst entseht der dicke Widerspruch“), dann ist das ein reichlich preisgünstiges Vorgehen.
Ich finde es erstaunlich, dass dich dies zu beruhigen scheint, aber wir sind hier ja nur bei Philosophie, da ist derartiges Verhalten häufig zu beobachten.


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27.09.2025 um 13:49
@shakazulu2

Du antwortest und bestätigst damit unfreiwillig den exakten Punkt, den ich mache. Danke dafür. Deine Antwort ist das perfekte Anschauungsobjekt.
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Du hast halt Schwierigkeiten bei den Begriffen "Überzeugung" und "Überzeugungskraft".
Genau an diesem Punkt muss ich ansetzen, denn hier offenbart sich der Kern unseres Dissenses in Reinform. Lass mich deine Antwort Satz für Satz analysieren, und ich werde dir zeigen, warum sie deine Position nicht rettet, sondern den Widerspruch, den ich meine, unwiderlegbar bestätigt.
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Ich ordne diese Begriffe eindeutig in den Themenbereich "Reaktion" ein und sage damit, um was es sich handelt.
Ich gebe ein Art Realisierungsbasis (über das Nervensysem) an
Genau. Das ist deine Theorie. Du behauptest: "Überzeugung ist nur eine Reaktion im Nervensystem." Das ist deine Beschreibung der Welt. Das ist dein Programm. Ich bestreite nicht, dass du das tust. Ich bestreite, dass du es konsequent tun kannst, während du gleichzeitig argumentierst.

Du gibst eine Beschreibung davon ab, was Überzeugung für dich ist (nämlich eine neuronale Reaktion). Das ist deine These. Aber in dem Moment, in dem du diese These vertrittst, tust du mehr, als nur zu beschreiben. Du forderst mich auf, diese Beschreibung als korrekt anzuerkennen. Du unterstellst, dass deine "Einordnung" die sachlich richtige ist und meine eine Schwierigkeit (also einen Fehler) darstellt. Und dann folgt dein unvermeidlicher normativer Anspruch:
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:diese [Realisierungsbasis] fehlt bei deiner Existenz-Behauptung vollständig.
Dieser Satz ist eine vernichtende Anklage. Aber sie ist nur vernichtend, wenn sie wahr ist. Wenn deine Kritik an meiner "fehlenden Realisierungsbasis" selbst nur eine "Reaktion" in deinem Nervensystem ohne Wahrheitsanspruch wäre, dann wäre sie völlig bedeutungslos. Sie wäre ein bloßes Geräusch.

Indem du diesen Satz aber als Argument formulierst, setzt du voraus, dass es einen verbindlichen Standard dafür gibt, was eine "Realisierungsbasis" ist und wann sie "fehlt". Du setzt voraus, dass ich diesem Standard folgen sollte.

Der Widerspruch liegt auf der Hand: Deine Handlung setzt genau die normative Kraft von Begriffen und Argumenten voraus, die deine Theorie leugnet.

Warum sollte ich deine Begriffszuordnung akzeptieren? Nach deiner Theorie ist sie nur eine "Reaktion" in deinem Nervensystem. Warum ist deine neuronale Reaktion verbindlicher als meine? Wenn alles nur "Reaktion" ist, dann ist auch dein Satz "Ich ordne diese Begriffe eindeutig in den Themenbereich 'Reaktion' ein" nichts weiter als eine Reaktion in deinem Nervensystem. Eine zufällige neuronale Entladung. Warum sollte ich sie ernst nehmen? Warum ist diese spezifische Reaktion von shakazulu2 verbindlich, während andere Reaktionen es nicht sind?
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Wenn du dies nun verkürzt und so tust, als würde ich bestreiten, dass es sich bei diesen Begriffen überhaupt um irgendetwas handelt (Motto: „ich soll sie ja eigentlich gar nicht einsetzen dürfen, sonst entseht der dicke Widerspruch“), dann ist das ein reichlich preisgünstiges Vorgehen.
Hier vollziehst du die Handlung. Du bewertest mein Vorgehen als "preisgünstig" – als falsch, als unredlich, als intellektuell mangelhaft. Und hier ist der Widerspruch, den du nicht siehst:

Deine Theorie sagt: Deine Bewertung ("preisgünstig") ist nur eine "Reaktion" in deinem Nervensystem. Sie hat keine Wahrheit, sie ist nur ein nützliches oder unnützes neuronales Feuermuster. Sie ist genauso wertvoll wie ein Niesanfall.

Deine Handlung sagt: Deine Bewertung ist richtig. Sie trifft einen objektiven Fehler in meiner Argumentation. Sie ist mehr als nur eine Reaktion; sie hat normative Kraft. Du erwartest, dass ich und die Leser diese Bewertung als berechtigte Kritik anerkennen.

Du benutzt also die normative Kraft der Rationalität (die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch in der Argumentation zu unterscheiden), um eine Theorie zu verteidigen, die genau diese normative Kraft für eine Illusion erklärt.

Indem du mein Vorgehen als "preisgünstig" bewertest, machst du dich zum Richter über die Qualität von Argumenten. Du setzt einen Maßstab an, den es in deinem Universum aus reinen "Reaktionen" nicht geben dürfte.

1. Du behauptest: "Alles ist neuronale Reaktion."

2. Um diese Behauptung zu verteidigen, argumentierst du. Das Argumentieren setzt aber voraus, dass es nicht-neuronale, nämlich verbindlich-rationale Standards gibt.

3. Also setzt du zur Verteidigung deiner These genau das voraus, was deine These leugnet.

Du kannst diesem Widerspruch nicht entkommen, indem du dich wiederholst. Du entkommst ihm nur, indem du eines von zwei Dingen tust:

Option A: Du gibst zu, dass es verbindliche rationale Standards gibt (womit dein Materialismus scheitert).

Option B: Du hörst auf zu argumentieren und schweigst (womit du praktisch eingestehst, dass deine Position nicht verteidigt werden kann, ohne sich selbst zu widersprechen).

Deine letzte Antwort war ein verzweifelter Versuch, Option A zu wählen, ohne es zuzugeben. Du hast argumentiert und dabei so getan, als sei dein Argumentieren selbst nur eine "Reaktion". Aber das funktioniert nicht. Die Kraft deiner Kritik an meinem angeblichen Begriffsfehler entstammt nicht einer neuronalen Reaktion, sondern der Macht der Logik, die du verleugnest.

Die Frage ist nicht mehr, wer recht hat. Die Frage ist, ob du bereit bist, die Voraussetzungen zu reflektieren, die jeder von uns erfüllen muss, um überhaupt eine Frage wie diese stellen zu können.
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Ich finde es erstaunlich, dass dich dies zu beruhigen scheint, aber wir sind hier ja nur bei Philosophie, da ist derartiges Verhalten häufig zu beobachten.
Dein Rückzug auf "Ach, das ist doch nur Philosophie" ist die letzte Immunisierung. Aber auch das ist eine philosophische Behauptung. Du kannst dich nicht aus dem Feld der Rationalität herausziehen, indem du es herabsetzt, weil auch diese Herabsetzung ein rationaler Akt ist.

Der Ausweg aus diesem Dilemma ist nicht, dein ganzes System über Bord zu werfen. Der Ausweg ist, eine kleine, aber entscheidende Anpassung vorzunehmen: Erkenne an, dass deine Theorie selbst ein Produkt dieser nicht-materiellen, rationalen Sphäre ist. Dass die Kraft, mit der du argumentierst, real ist und nicht wegreduziert werden kann.

Du hast ein hochinteressantes Modell dafür gebaut, wie das Nervensystem Informationen verarbeitet. Aber du irrst dich, wenn du glaubst, dieses Modell könne auch den Modellierer selbst erfassen – denjenigen, der die Frage stellt, der die Argumente prüft und der nach Wahrheit sucht. Dieser Modellierer, das bist du. Und alles, was du tust, beweist, dass du mehr bist als das Modell.

Stell es dir wie einen Schachcomputer vor, der behauptet, es gäbe kein "Schach". Der Computer (deine Theorie) sagt: "Schach ist nur die Bewegung von Elektronen durch Silizium. Es gibt keine Regeln, keine Strategie, kein 'Matt'. Nur physikalische Zustandsänderungen." Dann spielt der Computer (deine Handlung) einen Zug und sagt: "Übrigens, dein letzter Zug war nach Artikel 4, Absatz 2 der Schachregeln illegal. Das ist ein preisgünstiges Vorgehen. Du hast Schwierigkeiten mit den Begriffen 'Zug' und 'Regel'."

Siehst du das Problem?

Der Computer kann nicht gleichzeitig behaupten, dass Schachregeln nicht existieren, und mich dann nach eben diesen Regeln rügen. Genau das tust du. Du bist wie dieser Schachcomputer. Deine ganze Argumentation ist ein langer, elaborierter Zug, der beweisen soll, dass es kein Spiel gibt – aber jeder deiner Züge folgt perfekt den Regeln des Spiels, das du leugnest. Das Spiel heißt Logik, Rationalität und verbindliche Argumentation.

Du forderst eine "Realisierungsbasis" für Überzeugungskraft. Die ist einfach: Du selbst bist die Realisierungsbasis. Dein unermüdlicher Versuch, mich zu widerlegen, ist der lebendige Beweis dafür, dass Überzeugungskraft existiert. Warum würdest du sonst überhaupt Energie darauf verwenden, meine "neuronalen Reaktionen" zu korrigieren, wenn diese Korrektur selbst nur eine weitere "neuronale Reaktion" ohne jeden Wahrheitsanspruch wäre?


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15.03.2026 um 22:16
Ich klinke mich hier mal wieder ein, weil ich die Diskussion spannend finde und Fragen habe.
Zitat von TelcontarTelcontar schrieb am 27.09.2025:Das Argumentieren setzt aber voraus, dass es nicht-neuronale, nämlich verbindlich-rationale Standards gibt.
Kannst du hierzu erklären warum das so sein sollte?


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16.03.2026 um 09:56
@CharlyPewPew
Das wird er nicht können, zumindest nicht so, dass er ohne Suggestion auskommt.

Philosophie hat eine eklatante Schwachstelle: "Bedeutung".
Die Philosophen können nicht sagen, wie das "in der Welt" vorkommen können soll.
Sie haben keine Ahnung, keinen Ansatzpunkt und sind blank bis auf die Knochen.
Das einzige, das sie zu "wissen" glauben ist "wir brauchen das unbedingt als Existenz".

Die philosophische Strategie verläuft hierbei nach dem Motto: "komm, gib es zu, da fehlt doch was" und "man kann doch nicht ohne" usw. usf.

Woher die (vielleicht schon krankhafte) Fixierung auf Existenz kommt, kann ich nicht sagen.
Vielleicht ist dies der Wunsch "das Geistige" in der Welt zu verorten - "man will ja mehr sein, als der doofe Körper".

Was die Philosophen hier nicht auf dem Schirm haben ist, dass jede Begegnung mit einer Existenz zu einer verarbeitenden Reaktion führen muss, denn ansonsten spielt sie in der Wahrnehmung des Akteurs keine Rolle.
Wenn der Akteur die Zusammenhänge der Begegnung nicht in seiner Reaktion berücksichtigt, dann liegt für ihn keinerlei Konfrontation mit einer Existenz vor, egal wie "intensiv" sie einwirkt.
Das Nadelöhr ist somit Reaktion (die Anästhesie bestätigt dies).

Einem Entwickler fällt hier sofort auf, dass dieses Nadelöhr einen Möglichkeitsraum eröffnet, Reaktionen fortgesetzt zu entwickeln, deren Auslöser gar nicht mehr eigene "Existenz-Objekte" sein müssen, sondern Reaktionsanteile.
Zu Reagieren, ohne dass der Auslöser ein Existenz-Objekt ist, ist "der Umgang mit Abstraktem".
Das muss erschlossen werden, indem die Reaktionsfortsetzung in unterschiedlichen Situationen möglichst plausibel gehalten wird (Motto: "Widersprüche gering halten").
In gewissen Umfang macht dies jeder Mensch aus sich selbst heraus beim Heranwachsen.
Innerhalb von menschlichen Gesellschaften geht es hier aber auch um "Vorleben" und "Erklären".
Der zu trainierende Mensch muss langsam hineinschlittern, so dass er merkt, wann er "richtig" reagiert und wie er darauf wiederum weitere Reaktionen aufbauen kann.
Ist der Mensch dann irgendwann trainiert, kommt es ihm vor, als ginge er mit Objekten um (z.B. Zahlen).
Tatsächlich ist er so einem Objekt nie begegnet, sondern er hat sich die Reaktion (plus Reaktionsfortsetzung) auf anderem Weg erschlossen.
Dazu gehört auch "das Bewusstsein".

Das zentrale Werkzeug von Wahrnehmung ist Reaktion und nicht die Begegnung mit "Phänomenal-Zeugs" (was auch immer das sein soll).
Die Mehrheit der Philosophen (es gibt nur wenige Ausnahmen) ist hier vollständig im Absurden unterwegs.


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16.03.2026 um 11:58
@shakazulu2

Kannst du mal ein konkretes, spezifisches Beispiel in einfachen Worten zusammenfassen?
Ich glaube ich weiß, was du sagen willst, bin mir aber noch nicht zu 100 Prozent sicher.


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16.03.2026 um 13:00
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Kannst du hierzu erklären warum das so sein sollte?
Ich bin nicht @Telcontar aber die Sache ist mE offenkundig.
Wenn unser Bewusstsein "nur Reaktion" ist, dann gilt das für jeden Bewusstseinsinhalt, jeden Gedanken, jedes vorgebrachte Argument.
Wenn man aber feststellen will das jene Behauptung wahr und jene unwahr ist, dann kann wird das so nix. Es gibt keinen Maßstab für "wahre und unwahre Reaktionen". Oder deutlicher: shakazulu2s Behauptungen sind nicht wahrheitsfähig. Es sind metaphysische Behauptungen über die Wirklichkeit, die sich weder prüfen lassen, nach be- oder widerlegt werden könnten. Und damit schlicht aus philosophischer Perspektive wertlos.


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16.03.2026 um 14:01
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich bin nicht @Telcontar aber die Sache ist mE offenkundig.
Wenn unser Bewusstsein "nur Reaktion" ist, dann gilt das für jeden Bewusstseinsinhalt, jeden Gedanken, jedes vorgebrachte Argument.
Wenn man aber feststellen will das jene Behauptung wahr und jene unwahr ist, dann kann wird das so nix. Es gibt keinen Maßstab für "wahre und unwahre Reaktionen". Oder deutlicher: shakazulu2s Behauptungen sind nicht wahrheitsfähig. Es sind metaphysische Behauptungen über die Wirklichkeit, die sich weder prüfen lassen, nach be- oder widerlegt werden könnten.
Nun ja, da könnte man jetzt ganz weit ausholen und erstmal herauskristallisieren, was Wahrheit und der Anspruch darauf überhaupt ist. Warum Menschen dazu neigen ihre eigenen Meinungen zu Verteidigen, wenn Kritik geübt wird. Was denn überhaupt ein moralischer Maßstab ist und wo dieser her kommt. Und so weiter und so fort. Für dich als Nihilist aber eigentlich uninteressant/wertlos, oder?
Zitat von paxitopaxito schrieb:Und damit schlicht aus philosophischer Perspektive wertlos.
Das kann ich nach wie vor schlecht beurteilen, obwohl ich mich seit unserer letzten Diskussion hier noch weiter in das Thema eingelesen habe.


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16.03.2026 um 14:15
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Kannst du mal ein konkretes, spezifisches Beispiel in einfachen Worten zusammenfassen?
Sagen wir ein körperlicher Akteur begegnet einem runden roten Ball.
In "rund", "rot", "Ball", "Akteur" und "Begegnung" steckt überall (Phänomenal-)Bedeutung drin - so denken wir zumindest.

Die Philosophen sagen nun: "da gibt es eine Rund-Existenz, die zu einem Rund-Erleben führt" oder "da gibt es die Rund-Erleben-Existenz" (genau wissen sie es auch nicht :-))
(analog zu "rot", "Ball", "Akteur" und "Begegnung")

Ich sage:
das Nadelöhr ist immer das Berücksichtigen und das Berücksichtigen ist niemals die einwirkende Existenz selbst.
Wenn also der Akteur "das Rund" berücksichtigt, dann ist das Berücksichten nicht "das Rund", sondern das Berücksichtigen ist sein Verständnis davon - "Verständnis" ist reine Reaktion.

Wenn eine Existenz einwirkt, kann eine adäquate Verständnisreaktion entworfen werden, OK.
(wie das genau gehen soll, lassen wir offen)
Das heisst aber noch lange nicht, dass eine adäquate Verständnisreaktion nicht auch ohne einwirkende Existenz entworfen werden kann.

In der Situation des Akteurs wirkt Strahlung auf die Sinneszellen ein, und zwar auf eine Art, in der "rund", "rot", "Ball", "Akteur" und "Begegnung" schon irgendwie aus der Strahlungsverteilung erschlossen werden können (die Verteilung ist ja nicht beliebig).
Man kann aus der konkreten Strahlungsverteilung durchaus eine Aufteilung in Anteile vornehmen. Die Anteile liegen dann natürlich nicht als eigene Existenzen vor.
Wenn man also die Verständnisreaktion zu der Strahlungsverteilung so entwirft, dass zusammengefasste Anteile berücksichtigt werden, dann kann der Akteur mit "das Rund" und "das Rot" umgehen, ohne dass "das Rund" oder "das Rot" als eigene Existenz einwirken.
Die Einwirkungen der Situation werden vom Akteur beim Berücksichtigen eingeteilt und als „zusammengefasste Anteile der Situation“ verstanden.
In diesem Fall weiss der Akteur nicht, was "das Rund" oder "das Rot" sein soll, er macht aber im Umgang "damit" keinen Fehler.
Genau das ist die Situation des bewussten Menschen.

Im Grunde dreht sich hier alles um die Frage, wie Verständnisreaktion entworfen wird.
Für Philosophen muss das immer eine Konfrontation mit einer entsprechenden Existenz sein.
Da liegen sie falsch.


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16.03.2026 um 15:06
@shakazulu2
Ok danke für das Beispiel. Ich habe mir schon ungefähr so etwas gedacht.

Allerdings erklärt das immer noch nicht die Sache mit dem Hammer auf der Hand. :D


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16.03.2026 um 15:17
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Allerdings erklärt das immer noch nicht die Sache mit dem Hammer auf der Hand. :D
Leg das Argument mal im Detail vor.


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16.03.2026 um 15:21
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Leg das Argument mal im Detail vor.
Ich frage jetzt nicht warum sich Schmerz nach Schmerz anfühlt. Das habe ich mir selbst beantwortet.
Nur das Wie kann man meiner Meinung nach nicht erklären.


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16.03.2026 um 17:42
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Ich frage jetzt nicht warum sich Schmerz nach Schmerz anfühlt.
Das solltest du auch nicht, denn es ist nicht der Schmerz, der sich nach Schmerz anfühlt, sondern immer nur der Körper fühlt sich an.
Es gilt: der Akteur versucht, seine Situation zu verstehen.
Die Tendenz, dass Hoheit in ausgedachte Objekte/Existenzen verlegt wird, ist vollkommener Unfug.
Niemand begegnet einer Schmerz-Existenz und blökt dann ganz laut "Hello, how do you do?"
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Nur das Wie kann man meiner Meinung nach nicht erklären.
Es gilt wieder: die Körpersituation wird samt der Veränderung (z.B. bei Einwirkung) fortgesetzt berücksichtigt und das ist eine reine Reaktion.
Das ist durch Anästhesie bewiesen, denn dort wird lediglich die Art der Reaktion verändert.
Diese Tatsache bildet einen Rahmen.
Niemand kommt mehr an Reaktion vorbei, wenn er die menschliche Wahrnehmung erklären möchte.


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17.03.2026 um 09:13
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:die Körpersituation wird samt der Veränderung (z.B. bei Einwirkung) fortgesetzt berücksichtigt und das ist eine reine Reaktion.
Das ist durch Anästhesie bewiesen, denn dort wird lediglich die Art der Reaktion verändert.
Diese Tatsache bildet einen Rahmen.
Tut mir leid, aber das reicht auch nicht aus um zu beantworten, wie es durch eine Reaktion, also einem physikalischen Prozess im Körper, dazu kommen kann, dass sich das Brennen, Stechen, Drücken auch nach Brennen, Stechen und Drücken anfühlt. Die Erklärungslücke bleibt.


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17.03.2026 um 09:17
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Nun ja, da könnte man jetzt ganz weit ausholen und erstmal herauskristallisieren, was Wahrheit und der Anspruch darauf überhaupt ist.
Wozu? Sich anfühlende Körper haben keinen Wahrheitsbegriff. Im besten Fall fühlt sich was wahr an, was nicht nur Banane 🍌 klingt, sondern auch ist.
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Für dich als Nihilist aber eigentlich uninteressant/wertlos, oder?
Ach, interessant sicherlich, über sowas kann man ja herrlich streiten. Aber ich messe dem tatsächlich keinen besonderen Wert zu, da hast du Recht.
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Niemand kommt mehr an Reaktion vorbei, wenn er die menschliche Wahrnehmung erklären möchte.
Und dieser Satz ist auch nur die Reaktion des shakazulukörpers, was er so fühlt oder nicht fühlt. Kein Anspruch auf irgendeiner Richtigkeit über das gefühlte hinaus, bloße Reaktion eines Leibes.
Will der gute shakazulu nicht, aber wie er denn dann Wahrheiten behaupten und Falsches erkennen will, tjoa…

Du @CharlyPewPew siehst hier ein schönes Beispiel für selbstimmunisiertes Theorienbasteln. Jenseits persönlicher Hausdogmen ist das wertlos, es lässt sich nicht mal sinnvoll darüber reden. Und während da um Paradoxien herum gesponnen wird, schön allen anderen vorwerfen, was man selbst auf die Spitze treibt. Das hat schon irgendwie Humor.


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17.03.2026 um 10:35
Zitat von paxitopaxito schrieb:Du @CharlyPewPew siehst hier ein schönes Beispiel für selbstimmunisiertes Theorienbasteln. Jenseits persönlicher Hausdogmen ist das wertlos, es lässt sich nicht mal sinnvoll darüber reden. Und während da um Paradoxien herum gesponnen wird, schön allen anderen vorwerfen, was man selbst auf die Spitze treibt. Das hat schon irgendwie Humor.
Ich kann mich da nicht mal rausnehmen. Ich habe mir selbst eine ziemlich selbst immunisierende Theorie gebastelt.
Zitat von paxitopaxito schrieb:es lässt sich nicht mal sinnvoll darüber reden.
Habe ich auch festgestellt. Wenn ich meine Theorie hier posten würde, wäre das völlig hohl, weil ich jedes Gegenargument automatisch mit meinen Grundannahmen abwehren kann. Also Diskussion annährend unmöglich, auch wenn ich einige blinde Flecken eingestehe... wie z.B. das es keine Erklärung dafür gibt, wie sich eine im Körper ablaufende Prozesskette nach etwas anfühlen kann. Bis auf Emergenz fällt mir dazu nichts ein. Was wiederum aber alles und irgendwie auch nichts erklärt.
Zitat von paxitopaxito schrieb:aber wie er denn dann Wahrheiten behaupten und Falsches erkennen will, tjoa…
Er will ja nur seine Wahrheit behaupten und für sich Falsches erkennen, oder?
Warum seine Weltanschauung für ihn wahr ist und eure falsch, kann bestimmt auch irgendwie hergeleitet werden.
Oder übersehe ich was?


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17.03.2026 um 11:54
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Tut mir leid, aber das reicht auch nicht aus um zu beantworten, wie es durch eine Reaktion, also einem physikalischen Prozess im Körper, dazu kommen kann, dass sich das Brennen, Stechen, Drücken auch nach Brennen, Stechen und Drücken anfühlt.
Langsam, das was du hier schreibst, hast du nicht aus meinen Beiträgen.
Nirgendwo habe ich behauptet, dass ein physikalischer Prozess "sich anfühlt".
Du hast meine Beiträge nicht verstanden.

Du erfindest eine Aufgabenstellung, die sich nirgendwo stellt.

Die Vorgänge im Nervensystem sind keine Herstellungsprozesse für "Produkte, die dann erlebt werden".
Du wertest die Vorgänge im Nervensystem zu einer Art "Vorbereitung für die eigentliche Wahrnehmung" ab.
Nach der "Vorbereitung" suchst du "das Produkt" dann nach einem "Erleben" und findest es nicht - das soll dann die dicke "Lücke" sein.

Nirgendwo stellt sich diese Aufgabe - es ist allein deine Erfindung bzw. du hast sie von irgendwelchen Philosophen abgekupfert.

Das Nervensystem des Akteurs kann nur mit Impulsen umgehen, sprich es kann fortgesetzt individuelle Impulsverteilungen herstellen - "mehr" nicht.
Eine Schnittstelle zu Phänomenal-Existenzen (keine Ahnung, was das sein soll) ist nirgendwo vorhanden - es ist einfach gar keine Schnittstelle zu etwas anderem als dem Umgang mit Impulsen vorhanden.
Da kommt es auch nicht zu magischen Gleichklängen à la "Emergenz" oder sonstigem "ganz dickem Voodoo" - das Ding ist vom Sensationsgrad her maximal unspektakulär.

Was das Nervensystem aber kann, ist das fortgesetzte Berücksichtigen aller momentan relevanten Einwirkungen.
Zu jeder Veränderung findet eine plausible Reaktion statt, in die auch der bisherige Verlauf eingeht.
Das ist eine universelle Methode des fortgesetzten Verstehens.

Dieses fortgesetzte Verstehen ist auch genau das, was ich an mir selbst feststellen kann.
Ich verstehe "Brennen", "Stechen", "Drücken", aber ich kann nicht sagen, wie es ist und wie ich das dann verstehen kann.
Ich verstehe "rund", "rot", "Ball", aber wie es ist und wie ich das verstehen kann, kann ich nicht sagen.
Ich verstehe "Erleben von XYZ", aber wie es ist und wie ich das verstehen kann, kann ich nicht sagen.

Ich gehe mit Umständen richtig um, ohne das ich sagen kann, was es ist.
Ich kann also nicht sagen, an was ich heran komme.
Das geht soweit, dass ich es noch nicht einmal falsch verstehen kann. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass ich an keine Details herankomme.

Genau das ist im Nervensystem umgesetzt: eine universelle Methode, mit Umständen in ihrer Gesamtheit plausibel umzugehen, ohne dass Details notwendig sind.

Wendet man Anästhesie an und verhindert damit das fortgesetzte Entwickeln von Reaktion (wichtig: das ist kein Abschalten von Reaktion!), dann findet der wahrnehmende Akteur nicht mehr statt.
Wacht er danach wieder auf, dann fängt er wieder neu an oder er weiss schlicht nicht, dass Zeit vergangen ist.

Angewandt auf einen körperlichen Akteur wird diese Methode unweigerlich zu einem fortgesetzten Verstehen des Akteurs von sich selbst und seiner Situation führen, und zwar genau in dem Umfang, wie Einwirkungen anliegen.
Es wird passen, es wird funktionieren, aber der Akteur wird keine Möglichkeit haben, an Details heranzukommen, denn sie sind nicht da.

"Rot" ist für mich nicht deshalb so, weil ich da an ein "Rot" herankomme, sondern ich verstehe, dass "es so vor mir liegt und nicht anders" ohne dass ich sagen kann, wie dieses "so" ist.
Unterm Strich spule ich ein Verhalten ab, das zu den Umständen passt (und auch funktioniert), aber ich kann nicht sagen, wie ich das mache und woher ich das kann.
Ich komme nicht an ein "Rot" heran, das den "Rot"-Eindruck erzeugt, sondern meine Reaktion besteht darin, es „für Rot zu halten“ ohne dass ich sagen kann, was ich da mache.

In deiner Haltung suchst du das "Rot" als Auslöser für das "Erleben von Rot".
Ich sage: es gibt nirgendwo ein "Rot", das ein "Erleben" auslöst - die Sache funktioniert schlicht ganz anders.
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:wie z.B. das es keine Erklärung dafür gibt, wie sich eine im Körper ablaufende Prozesskette nach etwas anfühlen kann. Bis auf Emergenz fällt mir dazu nichts ein.
Du steckst in einer erfundenen Problemstellung fest.
Der typische Fehler ist, die so genannten "Phänomene" als Auslöser für die Überzeugung von diesen "Phänomenen" zu vermuten und sich nicht um den Wahrnehmungsvorgang zu kümmern.
Tatsächlich kann der Mensch noch nicht einmal sagen, wie diese "Phänomene" sein sollen.
Er startet mit der Überzeugung und kann nicht sagen, woher sie kommt - er kann auch nicht aufhören mit dieser Überzeugung oder Fehler machen.

Der Wahrnehmungsvorgang ist immer eine Suche nach der plausibelsten Reaktion.
Für einen körperlichen Akteur ist das Durchlaufen von Überzeugungen "was er vor sich hat und in welcher Situation er ist" die plausibelste Reaktion.
Genau das führt sein Nervensystem durch.


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17.03.2026 um 12:24
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Du steckst in einer erfundenen Problemstellung fest.
Der typische Fehler ist, die so genannten "Phänomene" als Auslöser für die Überzeugung von diesen "Phänomenen" zu vermuten und sich nicht um den Wahrnehmungsvorgang zu kümmern.
Das sehe ich anders. Nämlich mit:
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Dieses fortgesetzte Verstehen ist auch genau das, was ich an mir selbst feststellen kann.
Ich verstehe "Brennen", "Stechen", "Drücken", aber ich kann nicht sagen, wie es ist und wie ich das dann verstehen kann.
Ich verstehe "rund", "rot", "Ball", aber wie es ist und wie ich das verstehen kann, kann ich nicht sagen.
Ich verstehe "Erleben von XYZ", aber wie es ist und wie ich das verstehen kann, kann ich nicht sagen.
packst du meine Fragestellung einfach in ein anderes Gewand. Genau das
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:wie es ist und wie ich das verstehen kann, kann ich nicht sagen
ist in meinen Augen die Erklärungslücke.

Du "verstehst" Brennen... das ist ja irgendwie nur eine Beschreibung dafür, dass du denkst, die Auswertung im Hirn/Körper selbst ist das Brennen... das bleibt immer noch schuldig, wie es dazu kommt, dass Auswertung = Brennen sein soll.


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17.03.2026 um 12:48
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:packst du meine Fragestellung einfach in ein anderes Gewand. Genau das
...
ist in meinen Augen die Erklärungslücke.
Nein, es gibt dort keine Lücke, denn der Eindruck des Akteurs "es ist doch irgendwie, aber ich kann nicht sagen wie" ist nur die nächste plausible Reaktion, die im Nervensystem zustande kommt.
Die Überzeugungen des Akteurs laufen im Nervensystem ab und es gibt dabei keine Ausnahme.

Du bist immer noch bei der falschen Aufgabenstellung.
Es geht nicht darum, dasjenige herzustellen (oder zu erklären), von dem der Akteur überzeugt ist, sondern nur seine Überzeugung - das ist eine "ganz andere Baustelle" - es geht nur um Reaktion.
Du musst sozusagen ein Grundkonzept für das Überzeugungsverhalten des Akteurs finden - nicht dasjenige, von dem er überzeugt ist.

Die Anästhesie zeigt:
sobald man den Vorgang im Nervensystem beeinflusst, finden keinerlei Überzeugungen mehr statt.
Da ist dann kein Akteur mehr der den Eindruck hat "hoppla, jetzt ist plötzlich alles weg".
Der Akteur verhält sich nicht mehr, er hat keinerlei Überzeugungen mehr.
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Du "verstehst" Brennen... das ist ja irgendwie nur eine Beschreibung dafür, dass du denkst, die Auswertung im Hirn/Körper selbst ist das Brennen... das bleibt immer noch schuldig, wie es dazu kommt, dass Auswertung = Brennen sein soll.
Nein, "Verstehen" ist immer nur das Berücksichtigen, nicht der Umstand selbst.
Man muss nicht das "Brennen" herstellen, sondern die Überzeugung vom "Brennen".
Es geht nur um den Wahrnehmungsschritt und nicht um das Auslösen der Wahrnehmung.
Das habe ich alles bereits geschrieben.


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17.03.2026 um 13:41
Zitat von shakazulu2shakazulu2 schrieb:Nein, "Verstehen" ist immer nur das Berücksichtigen, nicht der Umstand selbst.
Man muss nicht das "Brennen" herstellen, sondern die Überzeugung vom "Brennen".
Es geht nur um den Wahrnehmungsschritt und nicht um das Auslösen der Wahrnehmung.
Das habe ich alles bereits geschrieben.
Wenn die "Überzeugung" von Schmerz nur eine neuronale Reaktion ist, was genau unterscheidet dann (rein physikalisch) eine unbewusste Reaktion des Nervensystems von einer, die sich "schmerzhaft" anfühlt?


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17.03.2026 um 13:56
Zitat von CharlyPewPewCharlyPewPew schrieb:Wenn die "Überzeugung" von Schmerz nur eine neuronale Reaktion ist, was genau unterscheidet dann (rein physikalisch) eine unbewusste Reaktion des Nervensystems von einer, die sich "schmerzhaft" anfühlt?
Die fortgesetzte Reaktionsentwicklung ist der Unterschied.
Genau das zeigt die Anästhesie, denn diese lässt keine Entwicklung mehr zu, obwohl es dennoch zu Reaktion kommt.


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