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Braucht man eine Meinung?

90 Beiträge, Schlüsselwörter: Meinung, Denken, Dogma, Ansicht
Pb74
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Braucht man eine Meinung?

02.01.2017 um 21:42
@yenredrose

Ja, sagt man wohl so. Trotzdem habe ich in meinem obigen Beitrag bewußt das "sich" weggelassen, da ich @NovaFusion so verstanden habe, dass er versucht herauszufinden, was überhaupt eine Meinung ist.

Kann man Meinung als solche überhaupt definieren, ist es zulässig, über sie per se als abstraktes Gebilde zu sprechen?

Ist sie zwingend das Resultat der Überlegungen eines einzelnen Menschen oder gibt es auch sowas wie zB eine "Volksmeinung", jedem aus der Politik bekannt. Schon wären wir nämlich weg von deinem Standpunkt, der davon ausgeht, dass eine Meinung den Charakter eines Unikats hat, weil sie ja nur einem einzelnen Menschen zugeordnet werden kann. Also Obacht, ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein.

Kann man von ein- und derselben Angelegenheit womöglich sogar zwei verschiedene Meinungen haben, ohne sich selbst zu konterkarieren?
Ja, man kann. Wieder hängt es vom augenblicklichen Standpunkt ab, von dem ausgehend "man sich seine Meinung bildet". Hier spielt die Subjektivität die tragende Rolle; jeder wird wissen, was damit gemeint ist. Die klassische Redewendung dafür ist: "Alles ist relativ, oder, alles eine Frage des Standpunktes".

Nun zu deinem zweiten Satz: "Bevor man sich zu einer Meinungsäußerung verleiten lässt steht die Bildung, nach meiner bescheidenen Meinung."

Sicher ist das so, doch soweit sind wir doch noch gar nicht. Denn wer bestimmt überhaupt, was Bildung ist? Die Lehrpläne, die Schulen, die Universitäten, ein Bundesland, der Staat? Die Staaten ?? Europa? Ist es das, was in dem hölzernen Begriff "Meinungsbildungsprozeß" Ausdruck findet?

Und wieder, was ist überhaupt Bildung? Darf sich zB ein Chirurg, der schlafwandlerisch sein Metier beherrscht, zusätzlich noch vor ausgesuchtem Fachpublikum Vorträge hält und privat eine anerkannte Sammlung von Kunstobjekten sein eigen nennt, gebildet nennen?
Oder fehlt da vielleicht noch etwas, bevor man ihn wirklich gebildet nennen kann? Weil er womöglich doch "nur" ein perfekter Fachmann ist, der wegen seiner gesuchten Fähigkeiten halt einen Haufen Geld verdient und sich deshalb die teure Kunstsammlung leisten kann. Wer bestimmt das?

Ja, wer? Irgendwie fehlt da doch noch was.

Na klar, es sind die Regeln, die Normen, die Vorschriften, schlußendlich die Gesetze, die einzuhalten sind, möglichst von allen Teilnehmern einer Gruppe, eines Vereins, eines Landes.

Spätestens beim Begriff "Gesetze" zucken wir wieder, denn: Gelten in einem anderen Land nicht andere Gesetze als bei uns? Natürlich tun sie das, wenigstens zum Teil. Und schon wieder werden "die Gesetze" zu relativen Größen reduziert, die je nach Standpunkt zB pingelig einzuhalten sind, andernorts aber gar keine besondere Beachtung verdienen. Auch hier begegnet uns wieder ein Idiom: "Das hat seine eigenen Gesetze".

Gibt es trotzdem so etwas wie eine umspannende, länderübergreifende Ordnung? Gibt es eine Meinung dazu? Am besten eine, die über die Grenzen hinweg gültig ist?

Wie schon gesagt, ein unerschöpfliches Thema.


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Braucht man eine Meinung?

06.01.2017 um 02:19
Interessante aber seltsame Frage, jedenfalls nach meiner Meinung ;)
Wie soll man ohne Meinungsäußerung überhaupt kommunizieren, geschweige denn disskutieren können?
Schließlich kann man immer nur von seinen eigenen Erfahrungen ausgehen und die bleiben subjektiv, es sind keine unumstößlichen Fakten.


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Braucht man eine Meinung?

06.01.2017 um 02:35
@Pb74

Du hast sehr viele wichtige Bedingungen angesprochen, die zur Meinungsbildung führen bzw. die Grundlage bilden, zu einem Thema einen Standpunkt zu entwickeln. In Deinem ersten Beitrag war beispielsweise von "Eindrücken" die Rede.

Was mir noch nicht geklärt erscheint ist der Umstand, wie die Aufnahme eines Eindrucks einen Prozess der Urteilsbildung in Ganz zu setzen in der Lage ist. Der Weg vom Eindruck zum Urteil funktioniert meiner Meinung nach nur über Gedanken. Gedanken im Sinne einer intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Betrachtungsgegenstand.

Wann provozieren also Eindrücke Gedanken?

Eindrücke sind ja etwas, das von Außen auf uns einwirkt. Wir nehmen diese unbewusst (passiv) oder bewusst (aktiv) auf.

Die unbewusste Aufnahme von Eindrücken ist oft eine unwillentliche Aufnahme.. z.B. als eine Art Rahmengeschehen, das sich um uns herum vollzieht, während wir gedanklich mit uns selbst oder eben etwas anderem beschäftigt sind.

Bei einer bewussten Aufnahme von Eindrücken wenden wir uns dem betreffenden Geschehen willentlich zu. Wir sind Betrachter und unsere Sinne sind auf Empfang.

Tja, soweit zumindest einmal meine Vermutung. Es hängt von unserer Offenheit oder eben Verschlossenheit gegenüber Eindrücken ab, ob sich daraus Gedanken entwickeln, die dann zu irgendwelchen Haltungen/Enthaltungen oder Standpunkten führen.


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06.01.2017 um 02:43
napistum schrieb:Wie soll man ohne Meinungsäußerung überhaupt kommunizieren, geschweige denn disskutieren können?
@napistum

Das stimmt natürlich, dass ein Mensch nicht "keine Meinung" zu gar nichts haben kann. Zumindest einige rudimentäre Geschmacksurteile im Sinne von "schmeckt mir", "finde ich schön" oder "ist lustig" entwickelt wohl jeder.

Dem TE ging es wohl eher um Haltungsfragen - zum Beispiel zu tagesaktuellen Themen, oder zu ethischen oder gesellschaftlichen Sachverhalten.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 14:25
Seltsame Frage, soso. Kleine Kinder stellen auch sehr seltsame Fragen, aber gerade dann wissen wir, wie wenig wir wissen. (Albert Einstein)

Ich stelle mir Fragen, die fast keiner fragt, einfach weil sie jeden Tag unbewusst gemacht werden. Sachen die unbewusst gemacht werden, sollten hinterfragt werden, nur diese Fragen kommen nicht, einfach weil sich damit sehr wenige beschäftigen.
Dornröschen schrieb:Was mir noch nicht geklärt erscheint ist der Umstand, wie die Aufnahme eines Eindrucks einen Prozess der Urteilsbildung in Ganz zu setzen in der Lage ist. Der Weg vom Eindruck zum Urteil funktioniert meiner Meinung nach nur über Gedanken. Gedanken im Sinne einer intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Betrachtungsgegenstand.
Also man muss erstmal unterscheiden zwischen einer Emotion und Triebreaktion die aus dem menschlichen Trieben herausgeht, die angeboren sind. Also den Instinkten folgt. (Korrigiert mich, wenn ich Quatsch erzähle). Angeborene Reaktionen also die instinktive ist eine Reaktion auf Umwelteinflüsse. Wenn es heiß ist, dann schwitzen wir und hat nichts mit dem Denken zu tuen. Bei der Emotion schon. Sie wird durch Denken ausgelöst.
Dornröschen schrieb:Gedanken im Sinne einer intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Betrachtungsgegenstand.
Dafür benötigen wir Informationen, denen wir einen Sinn geben können. Ohne Information gibt es keine Meinung. Umso mehr Information über ein Sachverhalt vorhanden ist, umsomehr Gedanken kann man sich machen. Also die Menschen die viel gelesen haben und sich recht gut in der Wirtschaft auskennen, haben genügen Informationen erhalten um sich eine fundierte Meinung zu bilden.

Wenn wir eine Information erhalten, kann sie schon mit Sinn gefüllt sein, also die Information wird schon erklärt. Diese Erklärung kann man als ein Stück seiner Meinung nehmen. Nun gibt es noch Informationen die wir beobachten können, die nicht vorher erklärt worden sind. Ein Blitz schlägt in ein Baum ein. Das ist eine Beobachtung die du gemacht hast und weißt, was passiert ist. Natürlich brauchen wir noch die Information, dass dieses Licht "Blitz" heißt, welches wir in der Kindheit auch angelernt bekommen haben und wir brauchen die Information "Baum". Was ist ein Baum. Dies wurde auch in der Schule gelehrt, hoffentlich :D So Blitz schlägt in Baum ein. Dann kann Feuer entstehen. Und wir wissen, dass Feuer heiß ist (Aus der Kindheit die Erfahrung gemacht). Das Feuer heiß ist, muss nicht der Sinn sein, der dir vorgelebt bzw. erklärt worden ist, sondern kann durch eigene Erfahrungen gemacht werden . (Wenn man sich verbrennt) Dann haben wir wirklich einer Situation selbst einen Sinn gegeben. Aus dem Schmerz jetzt, dass wir uns verbrannt haben, geben wir den Sinn, dass dieses Feuer wehtut und eine wärme ausstrahlt.

Was ich damit sagen will: Alle Wissenschaftler aus der frühern Zeit haben durch rumprobieren und Erfolg oder Misserfolg also durch experimentieren einen Sinn geben können. Dieses Wissen bzw. das Sinn geben für eine bestimmte Sache wird dann durch Generation weitergegeben.


Einer Situation einen Sinn geben können die meisten Menschen, nur die Frage ist: Ist dieses Sinn & Bedeutung geben nicht vor konditioniert, also vorgelebt worden. Ist das, was du als Sinn gibst, wirklich etwas was "Neu" ist oder wurde dir das nur beigebracht?

Fast alles, was du glaubst wissen zu wollen oder zu können, sind Informationen die dir schon vorgekaut worden sind. Also stelle ich mir die Frage: Brauche ich eine Meinung? Wir brauchen eine Meinung, damit wir wissen wer wir sind (Wir glauben zu wissen wer wir sind).

Nochmal: Nach einer verbreiteten philosophischen Begriffsverwendung ist das Meinen ein Fürwahrhalten.

Ich brauche nichts Fürwarhalten, weil jeder Mensch meint, er hätte die Wahrheit gefunden. DU bist die Wahrheit.
Dornröschen schrieb:Wann provozieren also Eindrücke Gedanken?
Sobald du versuchst diese Eindrücke zu verteidigen bzw. zu bewerten. Das ist nicht ein Teil von mir, sagte das Ego jetzt.
Dornröschen schrieb:Eindrücke sind ja etwas, das von Außen auf uns einwirkt. Wir nehmen diese unbewusst (passiv) oder bewusst (aktiv) auf.
So siehts aus.
Dornröschen schrieb:Die unbewusste Aufnahme von Eindrücken ist oft eine unwillentliche Aufnahme.. z.B. als eine Art Rahmengeschehen, das sich um uns herum vollzieht, während wir gedanklich mit uns selbst oder eben etwas anderem beschäftigt sind.
Deshalb ist Bewusstheit so wichtig.
Dornröschen schrieb:Bei einer bewussten Aufnahme von Eindrücken wenden wir uns dem betreffenden Geschehen willentlich zu. Wir sind Betrachter und unsere Sinne sind auf Empfang.
Nehme ich auch so war.
Dornröschen schrieb:Tja, soweit zumindest einmal meine Vermutung. Es hängt von unserer Offenheit oder eben Verschlossenheit gegenüber Eindrücken ab, ob sich daraus Gedanken entwickeln, die dann zu irgendwelchen Haltungen/Enthaltungen oder Standpunkten führen.
Es hängt davon ab, ob wir diese Eindrücke bewerten wollen und in Schublade zuweisen möchten, weil das Ego so sehr darauf programmiert ist. Und keine Haltung und keine Gedanken zu Eindrücken zu haben, kann nur entstehen, wenn du nur beobachtest und präsent bist. Dann nimmst du höchstens die Reaktionen deines Körpers war, die durch die Umwelteinflüsse entstehen, falls es im Moment welche geben sollte.

So viel dazu erstmal.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 17:56
Keine Meinung kann man nicht haben, aber man kann Meinungen haben die man sich nicht bewusst gemacht bzw. nicht reflektiert hat.
Diese Meinungen können sehr schädlich sein weil sie
nur bedingt oder überhaupt nicht mit der realität übereinstimmen können.
Darum ist eine reflektierte Meinung immer besser als
vermeintlich gar keine zu haben.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 18:52
@NovaFusion

In Deinem Beitrag war nun u. a. auch von Wissen und Wissenschaft die Rede. Diesen hätte ich jetzt von mir aus gar nicht unbedingt in einen Zusammenhang mit diesem Thema gebracht. Aber ich denke gerade trotzdem einmal darüber nach.

So ganz spontan kommt mir hierzu folgendes in den Sinn:

Die Wissenschaft versucht ja Erkenntnisse zu erschließen. Etwas herauszufinden über unsere Welt, das wir dann - zumindest im Rahmen der jeweiligen, fachspezifischen Voraussetzungen - als "gesichert" annehmen können. In diesem Zusammenhang wird selten von einer "Meinung" gesprochen. Ich würde dies auch vom Grunde her nicht richtig finden, da Wissenschaft ja zumindest innerhalb des fachspezifischen Rahmens eine allgemeingültige Erkenntnis erbringen soll. Im Begriff "Meinung" schwingt ja aber schon eine Subjektbezogenheit mit und besagt damit, dass verschiedene Meinungen (so viele wie es denkende Subjekte gibt) möglich sind.
Insofern würde ich im Bereich der Wissenschaft den Begriff "Denken" eher durch das nicht-subjekt-bezogene und an die Fachmethodik gebundene "Forschen" ersetzen. Die "Meinung" oder auch "Haltung" würde ich hier "Ergebnis" nennen.

Als Subjekt denke ich und gelange zu einer Meinung/Haltung.
Als Wissenschaftler forsche ich und gelange zu einem Ergebnis.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 19:07
@NovaFusion, darf ich die Fragestellung "Braucht man eine Meinung" mal vorübergehend etwas eingrenzen?

Ich würde diese nun einmal konkret auf ästhetische Urteile beziehen wollen. Wir bewegen uns hierbei im philosophischen Bereich der Ethik, also demjenigen Bereich der sich nicht mit der Frage nach "Wahrheit und Wissen" beschäftigt, sondern der vielmehr der Frage nach dem "richtigen Handeln" nachgeht.

Es ist der Bereich der unser Miteinander betrifft. Ein Miteinander, bei dem wir uns auf gemeinsame Werte und Handlungswege verständigen müssen. Die meisten tagesaktuellen Fragen wie sie hier z.B. in der Rubrik "Politik" besprochen werden fallen in diesen Bereich.

Fragen die das gesellschaftliche Miteinander betreffen erfordern meiner Meinung nach durchaus eine Haltung. Vor allem wenn wir in einer Demokratie leben und somit an der Gestaltung unserer Lebensbedingungen mitwirken.

Wie siehst Du das?


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 19:38
@benihispeed

Dem kann ich nur zustimmen. Bewusst zu sein, was man sagt und denkt und vertritt ist aufjedenfall besser als das Unbewusste. Das Unbewusste kann gefährlich werden, da stimme ich mit dir überein.

@Dornröschen

Naja die Wissenschaft ist auch nicht vollkommen und besteht auch aus Theorien. Die Quantenphysik ist ja auch nur eine Theorie, aber ziemlich gut erforscht. Selbst die Relativittätstheorie ist nur eine Theorie, aber so gut belegt, dass man sie als gesichert ansieht, obwohl sie nicht 100% sicher ist, also bleibt es eine Theorie.

Natürlich wird in der Wissenschaft nicht über Meinung gesprochen, weil Wissenschaft die Aufgabe hat, nichts für Wahrzuhalten, sondern so zu zeigen wie es ist. Also durch beobachte Tatsachen und Reproduzieren.

Aber wie gesagt, gibt es in der Wissenschaft viele Theorien. Diese kann man dann als Meinung vertreten, weil man nie alles was in der Theorie vorkommt beweisen kann. Wenn man an die klassische Evulotion nach Darvin glaubt, so ist das halt deine Meinung bzw. Haltung zum Thema Menschheit und Entwicklung, welches nicht sicher ist bzw. als gesichert angesehen darf, weil es nur eine Theorie ist. Naja so viel erstmal dazu.
Als Subjekt denke ich und gelange zu einer Meinung/Haltung.
Als Wissenschaftler forsche ich und gelange zu einem Ergebnis./ZITAT]

Kann man so stehen lassen.
Ich würde diese nun einmal konkret auf ästhetische Urteile beziehen wollen. Wir bewegen uns hierbei im philosophischen Bereich der Ethik, also demjenigen Bereich der sich nicht mit der Frage nach "Wahrheit und Wissen" beschäftigt, sondern der vielmehr der Frage nach dem "richtigen Handeln" nachgeht.

Es ist der Bereich der unser Miteinander betrifft. Ein Miteinander, bei dem wir uns auf gemeinsame Werte und Handlungswege verständigen müssen. Die meisten tagesaktuellen Fragen wie sie hier z.B. in der Rubrik "Politik" besprochen werden fallen in diesen Bereich.

Fragen die das gesellschaftliche Miteinander betreffen erfordern meiner Meinung nach durchaus eine Haltung. Vor allem wenn wir in einer Demokratie leben und somit an der Gestaltung unserer Lebensbedingungen mitwirken.

Wie siehst Du das?
Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben soll, da der Inhalt schwer zu lesen ist. Von welchen ästhetische Urteile beziehst du dich?

Außerdem kann dieses Thema sehr wohl in Philosophie stehen, da Philosophie allgemein über alles hinterfragen kann und es keine Grenzen gibt. Es muss nicht immer um Moral, Liebe oder Ethik gehen. Dafür gibts die Bibel oder andere Philosophen.

Aus Wiki: „Philosophie“ lässt sich nicht allgemeingültig definieren, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es annähernd so viele mögliche Antworten auf die oben gestellte Frage wie Philosophen.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 19:58
NovaFusion schrieb:Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben soll, da der Inhalt schwer zu lesen ist. Von welchen ästhetische Urteile beziehst du dich?
Sorry, wenn ich mich unklar ausgedrückt haben sollte. Die Ausgangsfrage ist doch: Braucht man eine Meinung? Du schriebst eingangs ja, dass Du zumeist gar keine Meinung hast, bzw. diese zumindest nicht vertrittst.

Jetzt frage ich Dich, wie Du das beispielsweise hältst, wenn nun die nächste Bundestagswahl vor der Tür steht. Muss man sich da nicht eine Meinung über die einzelnen Parteien und deren Wahlprogramm bilden, um sich entscheiden zu können, wem man seine Stimme gibt?


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 21:20
Wenn du dir eine bewusste Meinung bilden willst musst du dir bewusst werden wer du bist und wie du zu den wichtigsten Lebensfragen empfindest, wie zB Leben und Tot ,Arm und Reich, Partnerschaft, etc.
Dann kommt der Abgleich mit der Gesellschaft in der du lebst, und Schwupsdiwups hast du mehr Meinungen als du dir wünschst.


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Braucht man eine Meinung?

07.01.2017 um 22:23
Dornröschen schrieb:Muss man sich da nicht eine Meinung über die einzelnen Parteien und deren Wahlprogramm bilden, um sich entscheiden zu können, wem man seine Stimme gibt?
Ne man vergleicht einfach das Wahlprogramm von den Parteien und schaut welche Fakten nun wichtig für mich sind und wählt dann die Partei. Man muss nicht zwangläufig dann zu der Partei stehen oder sie vertreten.


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08.01.2017 um 00:20
NovaFusion schrieb:Ne man vergleicht einfach das Wahlprogramm von den Parteien und schaut welche Fakten nun wichtig für mich sind und wählt dann die Partei. Man muss nicht zwangläufig dann zu der Partei stehen oder sie vertreten.
@NovaFusion

Natürlich musst Du das nicht. Aber Du wirst doch Deine Wahlentscheidung vertreten müssen, oder?

Wahlprogramme beziehen sich aber auf Sachverhalte. Um sich für oder gegen ein Programm zu entscheiden, muss man m. E. schon eine zumindest rudimentäre Haltung gegenüber einem solchen Sachverhalt bezogen haben.

Und nichts für ungut. Gesellschaftspolitische Fragen sind nicht immer nur nach "Faktenlage" zu beantworten. Manche Fragen können nur unter Einbeziehung sozialer und moralischer Erwägungen (das meinte ich mit "ästhetischen Urteilen") beantwortet werden.

Vor allem: Was ist die Faktenlage? Bzw. wovon hängt die Entscheidungsgrundlage ab? Jede politische Entscheidung zieht normalerweise widerstreitende Konsequenzen nach sich, die gegeneinander abgewogen werden müssen.

Nur ein Beispiel: Umstieg auf erneuerbare Energien vs. Beibehaltung der konventionellen Energie

Beide Wege bringen Vor- und Nachteile mit sich. Wie wägst Du beispielsweise einen Kostenvorteil gegen den Vorteil der Nachhaltigkeit ab? Den Nachteil der problembehafteten Atommüllentsorgung gegen den Nachteil toter Vögel durch Windstromgewinnung?

Doch, ich denke da muss man schon eine Haltung zu einem Sachverhalt einnehmen, um eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können.


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08.01.2017 um 00:25
benihispeed schrieb:Wenn du dir eine bewusste Meinung bilden willst musst du dir bewusst werden wer du bist und wie du zu den wichtigsten Lebensfragen empfindest, wie zB Leben und Tot ,Arm und Reich, Partnerschaft, etc.
Dann kommt der Abgleich mit der Gesellschaft in der du lebst, und Schwupsdiwups hast du mehr Meinungen als du dir wünschst.
@benihispeed

Echt, Du hast mehr Meinungen als Du Dir wünschst? :D - Ist mir zum Glück noch nicht passiert. Ich finde es aber manchmal schwierig richtig abzuwägen. Viele gesellschaftspolitische Fragestellungen sind sehr komplex und es müssen sehr viele Argumente gegeneinander abgewogen werden, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen.


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08.01.2017 um 01:43
Nunja, wenn man zu lange und zu weit überlegt merkt man das in jedem Guten ein Schatten liegt und in manchem Schlechten das Samenkörnchen für etwas Gutes.
Darum gehe ich Kompromisse ein und wähle die Partei die im grossen und ganzen meinen Grundüberzeugungen zu wichtigen Lebenstehmen
Entspricht. Ich wähle nie Personen nur Parteien.


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08.01.2017 um 04:59
mist....dreifach Post. ...
sorry bin ganz neu hier...kann ich das irgendwie löschen? .


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08.01.2017 um 05:00
ich finde es wichiger seine meinung(en) auch mal öfters zu überdenken und jedem seine meinung zu lassen, denn jeder hat seine persönliche sichtweise und das ist ok...

ich habe zu vielen dingen keine festgelegte endgültige meinung, da ich dinge immer aus vielen verschiedenen perspektiven zu sehen versuche...ich lasse mich mit guten argumenten auch gerne von anderen meinungen überzeugen. .. bin sogar dankbar dafür. ...

diskussionen um meinungsverschiedenheiten find ich oft sehr mühsam, viele verteidigen ihre meinung als würde s um kopf und kragen gehen ...is wohl oft tatsächlich so ein Egoding...

richtig lächerlich wird es, wenn zu der meinung dann die argumente fehlen...peinlich...

@benihispeed
deine beiträge zu diesrm thema entsprechen meiner meinung ...


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Braucht man eine Meinung?

08.01.2017 um 05:01
ich finde es wichiger seine meinung(en) auch mal öfters zu überdenken und jedem seine meinung zu lassen, denn jeder hat seine persönliche sichtweise und das ist ok...

ich habe zu vielen dingen keine festgelegte endgültige meinung, da ich dinge immer aus vielen verschiedenen perspektiven zu sehen versuche...ich lasse mich mit guten argumenten auch gerne von anderen meinungen überzeugen. .. bin sogar dankbar dafür. ...

diskussionen um meinungsverschiedenheiten find ich oft sehr mühsam, viele verteidigen ihre meinung als würde s um kopf und kragen gehen ...is wohl oft tatsächlich so ein Egoding...

richtig lächerlich wird es, wenn zu der meinung dann die argumente fehlen...peinlich...

@benihispeed
deine beiträge zu diesrm thema entsprechen meiner meinung ...


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08.01.2017 um 10:49
Das wichtigste ist gut reflektierte Meinungen zu den wichtigsten Lebensthemen wie Partnerschaft, Recht und Gerechtikeit, Arbeit und Arbeitslosigkeit, soziale
Absicherung etc. hat.
Leute mit schlecht oder gar nicht reflektierten Meinungen geraten in einer Diskussion schnell in die
Lage das jedes argument ihre Grundwerte bedroht
und werden agressiv.


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Braucht man eine Meinung?

10.01.2017 um 17:32
Das Interessante an der Fragestellung des Threadtitels ist doch herauszuarbeiten, inwieweit eine eigene, feste Meinung die Entscheidung in einer Konfliktsituation beeinflussen kann. Der Konflikt mit den eigenen Grundwerten kann nicht nur zur Nervenprobe werden, noch häufiger wird er im Sprachgebrauch mit Gewissensbissen oder Gewissenskonflikten beschrieben.

Klassisches Beispiel: Die Arbeit der Atomphysiker in der Mitte des letzten Jahrhunderts und ihre fürchterlichen Auswirkungen. Die brennendste Frage, ob Physiker eine solche Forschung überhaupt vorantreiben durften, wird bis heute von niemandem zufriedenstellend beantwortet, weil es darauf keine Antwort gibt, die den Widerspruch auflösen könnte.

Das Problem ist alt: In letzter Konsequenz hat sogar Heraklit keine Antwort geben können, die den menschlichen Intellekt zufriedenstellt: "Der Herr, dessen Orakel sich in Delphi befindet, sagt nichts, verbirgt nichts, sondern deutet an." Wer dazu in ansprechender Form den Widerstreit der Gefühle und Meinungen des o.g. Beispiels einmal nachvollziehen möchte, dem sei die Lektüre des Romans von Jerome Ferrari, "Das Prinzip" empfohlen. Leicht und unterhaltsam zu lesen.

Es ist lohnend zu lernen, dass weit weniger dem Zufall zuzuschreiben ist als wir dies in so mancher Situation gerne hätten, wenn mal wieder unser Verstand keine Meinung vorzuschreiben scheint. Viel zu oft hilft uns dabei eine Lüge, ist sie doch häufig nur bequem.

Doch: Es gibt nicht nur eine Meinung. Die Richtige für einen selbst zu erarbeiten, ist mühevoll und anstrengend, doch unerlässlich.


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