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Braucht man eine Meinung?

90 Beiträge, Schlüsselwörter: Meinung, Denken, Dogma, Ansicht

Braucht man eine Meinung?

10.01.2017 um 20:25
Meine Standartmeinung zu solchen ethischen Fragen ist häufig, dass Wissenschaftliche Erkenntnise,sei es Atomphysik Gentechnik Vortpflanzungsmedizin etc
Garnicht zu verhindern ist . Was gemacht werden kann wird auch von irgendjemand gemacht.
Uns bleibt nichts anderes übrig als unser Wissen immer auf dem neuesten Stand zu haltenund uns vorzubereiten wie wir mit diesen neuen Techniken umgehen werden.
Kommen werden sie so oder so.Wohl oder übel.
Und was den wissenschaftler mit ethik betrifft muss er sich immer überlegen ob es nicht besser ist er entwickelt diese Technik zu seinen Bedingungen als irgendein gewissenloser Schurke.


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Pb74
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10.01.2017 um 20:41
@benihispeed

Das Problem ist halt, dass es den Wissenschaftler mit ethischen Grundsätzen gar nicht mehr geben kann. Du kannst heute in keiner Wissenschaft mehr Alleingänge veranstalten, die von Erfolg gekrönt sind. Du brauchst heute für jedes Projekt eine Vielzahl von Zu- und Mitarbeitern, die alle mehr oder weniger über das Projekt Bescheid wissen und es weiter publizieren können. Da nützt dir als Projektleiter die redlichste Ethik nichts.

Nicht selten werden gerade in den Naturwissenschaften in mehreren Staaten an ein und demselben Projekt geforscht. Der schnellste bekommt dann eben das meiste vom Kuchen ab.


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10.01.2017 um 23:03
Die Problematik besteht eher darin, dass viele meinen eine Meinung zu haben, die von Relevanz ist, obwohl es in den allermeisten fällen Substanzlos ist. Es ist auch ein ding der Unmöglichkeit, diese Problemstellung zu lösen, denn die menschliche beschaffenheit hinsichtlich seiner Psychologie ist darauf geeicht sich über dem durchschnitt zu sehen. Auf welcher ebene das ist und wie sich das manifestiert, hängt natürlich von den individuellen Rahmenbedingungen ab. Ein jeder priorisiert bestimmte Aspekte eines Themas, dementsprechend räumt er in seinem denken genau hier einen Kontext ein, den man anderen in der Qualität nicht zugesteht.


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11.01.2017 um 15:52
Die Qualität einer Meinung nimmt in dem mass zu in der du sie selber und auch von Anderen, in Frage stellen lassen kannst.
Meinung muss lebendig bleiben sonst wird sie zur
Ideologie.


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12.01.2017 um 00:41
Pb74 schrieb:Klassisches Beispiel: Die Arbeit der Atomphysiker in der Mitte des letzten Jahrhunderts und ihre fürchterlichen Auswirkungen. Die brennendste Frage, ob Physiker eine solche Forschung überhaupt vorantreiben durften, wird bis heute von niemandem zufriedenstellend beantwortet, weil es darauf keine Antwort gibt, die den Widerspruch auflösen könnte.
@Pb74

Da kann ich Dir nur Zustimmen. Du sprichst hier ein Thema an, welches in der Tat keine "einfachen Meinungen" zulässt. Ein solches Thema sollte am besten im Dialog erörtert werden. Am Ende kann man sich - mit etwas Glück - dann auf gemeinsame Grundsätze verständigen.
Pb74 schrieb:Das Problem ist halt, dass es den Wissenschaftler mit ethischen Grundsätzen gar nicht mehr geben kann. Du kannst heute in keiner Wissenschaft mehr Alleingänge veranstalten, die von Erfolg gekrönt sind. Du brauchst heute für jedes Projekt eine Vielzahl von Zu- und Mitarbeitern, die alle mehr oder weniger über das Projekt Bescheid wissen und es weiter publizieren können. Da nützt dir als Projektleiter die redlichste Ethik nichts.
Genau. Und selbst wenn man der Wissenschaft eine ethische Verantwortlichkeit zuschreiben will, ist gerade die Festlegung eines Verantwortungs-Rahmens sehr schwer. Manchmal wird ja gerade durch reine Grundlagenforschung bereits die Basis für eine Vernichtungswaffe geschaffen, die durch den Wissenschaftler selbst noch gar nicht absehbar ist. Dies gilt ebenso für die Geisteswissenschaften. Hätte ein Hegel seinerzeit erahnen können, durch welche Ideologien er später einmal noch vereinnahmt werden würde?

Und im Bereich der Waffentechnologie hat sich ja ein weiteres, ernstzunehmendes Problem hinzugesellt, welches insbesondere den Berufsstand der Ingenieure trifft: Es nennt sich "Dual Use". Einem Entwickler ist bei seiner Arbeit oft nicht zwingend klar, dass ein durch ihn - z.B. für den industriellen Einsatz - konstruiertes Gerät, zugleich für den Bau von Kriegswaffen genutzt werden kann.


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12.01.2017 um 13:10
Sungmin_Sunbae schrieb:obwohl es in den allermeisten fällen Substanzlos ist.
@Dornröschen
Hm, aber wie erkenne ich das, das mit der Substanz, also ob eine Meinung Substanz hat oder nicht? Das ist ja oft nicht so einfach, oder?


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12.01.2017 um 14:43
benihispeed schrieb:Meine Standartmeinung zu solchen ethischen Fragen ist häufig, dass Wissenschaftliche Erkenntnise,sei es Atomphysik Gentechnik Vortpflanzungsmedizin etc
Garnicht zu verhindern ist .
Es wäre schon zu verhindern. Eine globale Religion z.B. könnte relativ effektiv den Zugewinn an Erkenntnis und deren Verbreitung unterdrücken. Es ist eine rein gesellschaftliche Frage, ob sie sich global etablieren und aufrecht erhalten ließe. Letzteres vermutlich nicht über einen langen Zeitraum.
benihispeed schrieb:und uns vorzubereiten wie wir mit diesen neuen Techniken umgehen werden.
Das ist natürlich die einzig sinnvolle Maßnahme. Allerdings ebenfalls schwer umsetzbar. Denn wie will man jeden zwingen, verantwortungsvoll mit etwas umzugehen. Je gefährlicher etwas ist und je leichter es zugänglich ist, desto wahrscheinlicher wird es jemand unverantwortlich nutzen und großen Schaden verursachen.


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12.01.2017 um 17:21
@kleinundgrün
Also das mit der weltweite Religion kannst ja nicht wirklich ernst meinen das wäre ja wie zu Zeiten Galileus und selbst dort hat es nicht geklappt, ein schauderhafter Albtraum.


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12.01.2017 um 17:24
benihispeed schrieb:Also das mit der weltweite Religion kannst ja nicht wirklich ernst meinen
Weswegen ich im nächsten Absatz an merkte:
kleinundgrün schrieb:Das ist natürlich die einzig sinnvolle Maßnahme.
bezogen auf das "damit umgehen lernen".

Aber abstrakt betrachtet wäre die erste Option eine Möglichkeit. Keine praktikable und keine, die ethisch vertretbar ist - aber eine mögliche.


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12.01.2017 um 17:35
Und das sich vorbereiten auf techniken die kommen werden.
Das umgekehrte tun wir ja schon lange wir haben uns schon an hunderte Techniken angepasst, Regelungen gefunden, sie einigermassen vernünftig in
der gesellschaft umgesetzt , auswirkungen bekämpft.
Wäre doch zur Abwechslung cool sich mal im vorn herein unvoreingenommen Gedanken zu machen und nicht immer gleich Weltuntergang zu rufen.


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14.01.2017 um 00:06
Sungmin_Sunbae schrieb am 10.01.2017:Die Problematik besteht eher darin, dass viele meinen eine Meinung zu haben, die von Relevanz ist, obwohl es in den allermeisten fällen Substanzlos ist.
Dogmatix schrieb:@Dornröschen
Hm, aber wie erkenne ich das, das mit der Substanz, also ob eine Meinung Substanz hat oder nicht? Das ist ja oft nicht so einfach, oder?
@Dogmatix

Ich bewerte das ähnlich wie @emreee. Es gibt keine allgemeingültigen Kriterien, nach denen alle Individuen einem meinungsbildenden Aspekt Substanz oder Gehaltlosigkeit beimessen.

Komplexe Sachverhalte die zahlreiche Vor- und Nachteile aufweisen können eben zu unterschiedlichen Standpunkten führen. Eben weil Individuen auf unterschiedliche Weise abwägen.

Ich gehe so weit zu sagen, dass es auch Menschen gibt, die sich von bestimmten Sachverhalten nur vermeintlich eine Meinung gebildet haben. Zum Beispiel wenn der vermeintliche Standpunkt nicht durch eine angemessene gedankliche Auseinandersetzung und Abwägung erlangt wurde, sondern vielmehr durch Emotionen oder diffuse Ängste geleitet ist.


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14.01.2017 um 04:13
Bild dir deine Meinung :D


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14.01.2017 um 13:17
Natürlich muss man keine Meinung haben. Auch keine Ahnung. Man muss nicht mal selbst denken oder entscheiden. Das übernehmen dann andere.


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14.01.2017 um 17:12
Man kann gar nicht keine Meinung habe, denn dann ist einem alles egal und das ist auch eine Meinung die man begründen kann.
Das schlechte an der Meinung "keine Menung" ist das Gleiche Wie mit der Entscheidung.
Wer keine Entscheidung trifft für den Entscheidet das Leben oder Die Anderen.


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15.01.2017 um 14:54
Also nach langem hin und her bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass ich eine flexible Meinung habe, die sich der Gegenwärtig anpasst.


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15.01.2017 um 22:28
RayWonders schrieb am 01.01.2017:Braucht man eine Meinung?
Nein, eine Haltung.


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Pb74
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15.01.2017 um 23:39
@traces

Um eine Haltung zu bekommen/zu haben ist aber eine Meinung unbedingte Voraussetzung. Ohne Meinung kriegst du keine Haltung. Und wenn es zu einer Sache mehrere Meinungen gibt, müssen sie aufeinander abgestimmt sein, sonst gibt es keine eindeutige Haltung.

Ich setze mal voraus, dass du das Wort Haltung im Sinne von Standhaftigkeit gebrauchst.


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15.01.2017 um 23:44
@Pb74
Pb74 schrieb:Um eine Haltung zu bekommen/zu haben ist aber eine Meinung unbedingte Voraussetzung.
Nö. Dafür bedarf es lediglich einer möglichst umfassenden Kenntnis meiner selbst.
Pb74 schrieb:Und wenn es zu einer Sache mehrere Meinungen gibt, müssen sie aufeinander abgestimmt sein, sonst gibt es keine eindeutige Haltung.
Sehe ich ebenfalls anders. Wer über eine Haltung verfügt, dem ist es relativ egal, ob 50 oder 300 verschiedene Meinungen um ihn herum existieren. Eine Haltung kommt äußerst gut ohne Meinung aus. Andersrum ist das interessanterweise nicht der Fall.


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15.01.2017 um 23:59
P.S.:
Pb74 schrieb:Ich setze mal voraus, dass du das Wort Haltung im Sinne von Standhaftigkeit gebrauchst.
Nein, "Standhaftigkeit" mag das sein, was Außenstehende wahrnehmen, wenn sie einen Menschen mit Haltung beobachten.

Mit "Haltung" ist gemeint, sich mit dem zu identifizieren, was und wer man selbst ist (versus was man über sich "denkt"^^), diese Kenntnis in sich verankert zu haben und von dieser Kenntnis ausgehend zu handeln. Sicher kann man dann, so man es möchte, hunderte Meinungen produzieren, allerdings erkennt man Menschen mit Haltung oftmals daran, dass sie sich den Luxus gönnen, keine zu haben, ohne, dass es gleichzeitig bedeutet, dass sie unreflektiert wären. Buddha sitzt schließlich auch schon seit Jahrtausenden mit grinsendem Schweigen auf nem Sockel ;)


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Pb74
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Braucht man eine Meinung?

16.01.2017 um 00:14
@traces

Puhhh....ich fange mal mit dem letzten an. Meinst du nicht, dass Buddha neben seiner zweifellos sichtbaren Haltung auch eine Meinung hat? Ich bin mir sicher, dass Buddha auch nicht jede Verirrung der Menschen gutheißt. Aber lassen wir besser Religionen aus dem Spiel.

Zum vorletzten: Da hast du mich wohl missverstanden. Ich meinte damit, dass man schlecht mehrere unterschiedliche Meinungen von ein und derselben Sache haben kann, ohne seine Haltung zu verlieren.

Zum ersten: Da bin ich andrer Meinung. Haltung durch Meinung, wie denn sonst?


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